BOSTON PUBLIC LIBRARY
3 9999 06307 954 3
n
HllilwPP
TRIAL
OF
THE MAJOR WAR CRIMINALS
BEFORE
THE INTERNATIONAL
MILITARY TRIBUNAL
NUREMBERG
14 NOVEMBER 1945 — 1 OCTOBER 1946
PUBLISHED AT NUREMBERG, GERMANY
19 4 8
This volume is published in accordance with the
direction of the International Military Tribunal by
the Secretariat of the Tribunal, under the juris-
diction of the Allied Control Authority for Germany.
XS5
1/ o|. 3 ^
VOLUME XXXII
OFFICIAL TEXT
ENGLISH EDITION
DOCUMENTS AND OTHER MATERIAL
IN EVIDENCE
Numbers 3058-PS to 3728-PS
The system of document presentation in this volume is the same
as that in Volume XXVI. Explanation overleaf.
English, French, and German documents are reproduced in the
original language as before; in the absence of a Soviet editorial
staff, it is impossible to publish any documents in Russian. Docu-
ments originally in languages other than English, French, or German
are published in one of these three languages.
Documents are printed in full, unless otherwise stated, and care
has been taken to make their reproduction as faithful as possible;
grammatical, orthographical, typing and other errors in the original
have not been corrected.
Editor of the Record
KEY TO TYPES AND SYMBOLS
Explanatory Notes and Footnotes . . . Petit Bodoni
(See Specimen Document overleaf)
In the reproduced documents:
Print or typing Borgis Excelsior
Handwriting Borgis Excelsior (italic)
Rubber stamps Petit Erbar (bold)
Underlining (hand-drawn) will be indicated by the symbol before and after
the underlined passage; underlining (other than hand-drawn) by widely spaced
lettering.
In general, the nature of the document (book-quotation, official letter) will show
whether the original was printed or typed; in other cases the footnotes will
indicate passages in print. Supplementary information will also be given in the
footnotes.
Ab
Abs
Adr
Ausf
BeglVm
Blau
Blei
Bk
dr
Ds
E
Eing
Graublau
Graugriin
Grun
hs
Hz
IMT
K.d.F.
K1
Kop
1
LegVm
Lila
Lk
ms
Mi
ABBREVIATIONS
Abschrift
Absatz
Adressat
Ausfertigung
Beglaubigungsvermerk
Blaustift
Bleistift
Briefkopf
gedruckt
Durchschlag
Entwurf
Eingangsvermerk
Graublaustift
Graugriinstift
Griin8tift
handschriftlich
Handzeichnung
International Military
Tribunal
Kanzlei des Fiihrers
Klammer
Kopierstift
links
Legalisationsvermerk
Lilastift
Landkarte
maschinenschriftlich
Mitte
neben
oben
Orangestift
Original
Paraphe
Photokopie
Plan
Prag ...
(z. B. Pragsteinpel)
Purpurstift
rechts
Randvermerk
Rosastift
Rotstift
Schriftstiick
Siegel
Skizze
Stempel
Text
Tabelle
teilweise
Tinte
Tusche
unten
Unterschrift
Uberschrift
unleserlich
Urkunde
Vermerk
Verteiler
Vervielfaltigung
Wiedergabe
Zeile
Orange
Org
P
Phot
PI
Pr
Purpur
RVm
Rosa
Rot
S
Si
Sk
Stp
T
Tb
teilw
Ti
Tu
u
U
Ob
uni
Urk
Vm
Vert
Verv
W
Z
FACSIMILE OF ORIGINAL DOCUMENT (862-PS)
Dec llJehtmaditbeoollmddifigte
beim Reidisprotehtor in Bfihmen unb THAhrcn.
Nr.
22/10 £ •
(Sefyeime Kommanbofacfje
Pros, ben 15* October i«4o,
{
CHEFSACHBI l*tiC
(Nur duroh Qffizier zu beWidcln
Betr. :
Nr*
Grundshtze der Politlk
im Protektorat.
“V
B0KT.I840 1
^ I.J.
4 Ausferti gunmen
/ /
. ; . Ausfertigung
CTI>cffad>c!
bur<ft ©ffljter!
L 18
Das Amt des Relchsprotektors hat am 9»1o.
eine Diene tbespreohxaig abgehalten, in der
Staatssekrethr SS-Gruppenfuhrer K.H. Prank
dem Sinne nach etwa folgendes ausfuhrte:
Seit Schaffung des Protektorats
Bbhmen und MfeLhren haben sowohl Partei-
T dienststellen, als auch Wirtschaftskreise ,
. Bowie zentrale Behbrdendienststellen
Berlins Erwagungen liber die Lbsung des
techechischen Problems angestellt.
Der Wehrmachtbevollmhcht igte
/ £ / beim Seichsprotekto^in Bbhmen und Mhhren
/0 /u .
ll aer Jnfanterie liL
Genet
SPECIMEN
THE DOCUMENT (REPRODUCED ON THE PRECEDING PAGE) AS IT
APPEARS IN PRINT.
DOCUMENT 862-PS
TOP-SECRET REPORT OF THE DEPUTY GENERAL OF THE ARMED
FORCES WITH THE REICH PROTECTOR OF BOHEMIA AND MORA-
VIA, LIEUTENANT GENERAL FRIDERICI, 15 OCTOBER 1940, ON THE
SUGGESTIONS FOR THE SOLUTION OF THE CZECH QUESTION
MADE BY KARL HERMANN FRANK AT AN OFFICIAL CONFERENCE
ON 9 OCTOBER 1940 AND HITLER’S DECISION ON THE MATTER:
COMPLETE GERMANIZATION OF THE CZECH NATION IS TO BE
CARRIED OUT (EXHIBIT USA-313)
BESCHREIBUNG:
U Kop, darunter r: P uni (Ti) I Bk dr I oberer Stp rot I unterer Stp blau I r
unter Datum: P uni, 21/10 (Blau) I Unterstreichungen im ms Chefsache-Vm
Rot I unter Bk hs-Vm: „g.Kdos“ Kop I „1.“ vor „Ausfertigung“ Rot 1 auf
Blatthalfte 1 n T in Hohe von erstem Abs beginnend nacheinander Stp und
folgende Vm’e I Eingangs-Stp (grim): „L 18 OKT. 1940 Nr. 33327/40 gK 2“,
Akten-Nr. Ti I r oberhalb davon kleines Kreuz (Rot), dariibergeschrieben: W
(Griin); darunter: IV (Rot); dicht r davon: a/x (Blau), darunter: d (Blau,
gestrichen); r oberhalb davon: I 19/10 (Blau) I 1 n Mi des T RVm: ,,Chef OKW
(unterstricben) iiber Chef WFSt (unterstricben) v.“, darunter: ,,W 18./10.4*
(alles Griin); r n „OKW“: Zeicben uni (Griin), K 21/X (Purpur); 1 unter RVm:
J (Orange), d. (Blei)
Geheime Kommandosadie
Der Wehrmachtbevollmachtigte
beim Reichsprotektor in Bohmen und Mahren.
— Prag, den 15. Oktober — 1940.
Nr. 2 2/4 0 g.Kdos
CHEFS ACHE !
(Nur durch Offizier zu behandeln)
B e t r.: Grundsatze der Politik 4 Ausfertigungen
im Protektorat. l.Ausfertigung
Chefsadie!
1 Anlage Nur durdi Offizierl
Das Amt des Reichsprotektors hat am 9. 10. 1. J. eine Dienst-
bespreehung abgehalten, in der Staatssekretar SS-Gruppenfuhrer
K.H. Frank dem Sinne nach etwa folgendes ausfiihrte:
Seit Schaffung des Protektorats Bohmen und Mahren haben
sowohl Parteidienststellen, als auch Wirtschaftskreise, sowie
zentrale Behordendienststellen Berlins Erwagungen iiber die
Losung des tschechischen Problems angestellt.
Der Wehrmachtbevollmachtigte
beim Reichsprotektor in Bohmen und Mahren
Friderici
General der Infanterie
DOCUMENT 3058-PS
OVERALL REPORT BY HEYDRICH TO GORING, 11 NOVEMBER 1938,
ON THE PLUNDERING, FIRING AND DESTRUCTION OF JEWISH
SHOPS, HOUSES AND SYNAGOGUES OF THE PREVIOUS DAY,
AND ON THE NUMBER OF PEOPLE KILLED OR ARRESTED (EX-
HIBIT USA-508)
BESCHREIBUNG:
zweiteilig
Erstes S: U Ti I Bk dr, Zahleneintrag und Datum ms I Titelblatt rot
umrahmt (dr) 1 „Scbnellbrief“ (schwarz) in Rechteck (rot), alles dr I unter
Datum Gebeim-Stp rot I darunter Stp (violett): Min.Pras.Generalfeldmarscball
Goring Stabsamt Eing.: 19.NOV.1938 I r n ,,1938“: 8439/38 (Ti) I im T bei
und *2 jeweils Winkel-Kl (Blei)
Der Chef der Sicherheitspolizei
II B 4 — 5716/38 g
Bitte in der Antwort vor-
stehendes Geschaftszeichen und
Datum anzugeben
Berlin SW 11, den 11. November 1938.
Prinz-Albrecht-StraBe 8
Femsprecher: A 2 Flora 0040
Geheim
Schnellbrief
den Herrn Ministerprasidenten
Generalfeldmarschall Goring
z.Hd. von Ministerialdirektor Dr. Gritzbach
B e t r. : Aktion gegen die Juden.
Berlin W 8,
Leipziger Str. 3.
Die bis jetzt eingegangenen Meldungen der Staatspolizeistellen M
haben bis zum 11.11.1938 folgendes Gesamtbild ergeben:
In zahlreichen Stadten haben sich Pliinderungen judischer Laden
und Geschaftshauser ereignet. Es wurde, um weitere Pliinderungen
zu vermeiden, in alien Fallen scharf durchgegriffen. Wegen Pliin-
derns wurden dabei 174 Personen festgenommen.
Der Umfang der Zerstorungen judischer Geschafte und Woh-
nungen lasst sich bisher ziffernmassig noch nicht belegen. Die in
den Berichten aufgefiihrten Ziffem: 815 zerstorte Geschafte, 29 in
Brand gesteckte Oder sonst zerstorte Warenhauser, 171 in Brand
gesetzte Oder zerstorte Wohnhauser, geben, soweit es sich nicht um
Brandlegungen handelt, nur einen Teil der wirklich vorliegenden
Zerstorungen wieder. Wegen der Dringlichkeit der
1
3058-PS
— Seite 2 —
Berichterstattung mussten sich die bisher eingegangenen Meldungen
lediglich auf allgemeinere Angaben, wie „zahlreiche“ oder „die
meisten Geschafte zerstort“, beschranken. Die angegebenen Ziffern
diirften daher um ein Vielfaches iiberstiegen werden.
An Synagogen wurden 191 in Brand gesteckt, weitere 76 voll-
standig demoliert. Femer wurden 11 Gemeindehauser, Friedhofs-
kapellen und dergleichen in Brand gesetzt und weitere 3 vollig
zerstort.
Festgenommen wurden rund 20 000 Juden, ferner 7 Arier und
3 Auslander. Letztere wurden zur eigenen Sicherheit in Haft
genommen.
An Todesfallen wurden 36, an Schwerverletzten ebenfalls 36
gemeldet. Die Getoteten, bezw. Verletzten sind Juden. Ein Jude
wird noch vermisst. Unter den getoteten Juden befindet sich ein,
unter den Verletzten 2 polnische Staatsangehorige.
K.
*2 Heydrich
Zweites S: U Rot I 1 u: Z d A, P uni, 20/11 (Blei, ,,Z d A“ unterstrichen)
Generalfeldmarschall hat Kenntnis genommen.
Es ist nichts zu veranlassen.
I. A.
Roe.
15.11.38.
DOCUMENT 3059-PS
SECRET MEMORANDUM AND ORDER, 19 AND 23 AUGUST 1938,
CONCERNING AN INCREASE IN THE MONTHLY PAYMENT MADE
TO THE BERLIN OFFICE OF THE SUDETEN- GERMAN PARTY BY THE
GERMAN FOREIGN OFFICE (EXHIBIT USA-96)
BESCHREIBUNG:
Phot I alle Ym’e hs I Seite 1 1 iiber T Stp: „Auswartiges Amt Pol. I 1981 g
eing. 25.Aug.1938 — Anl. (-fach) — Dopp.d.Eing.“ (,,1981“ hs) I r daneben:
U.St.S. l.S. Dg/Pol. (zweites „S“ durchstridhen und angehakt) I r daneben:
B/20/8 (hs) I r o n „Geheim“ ein Doppelkreuz hs I an Stelle * hs: ,,Hr.Herold*‘,
durchzeidhnet von ,,f“, darunter: P uni, „22“ I darunter: Dg, P uni, 22/8 I
darunter: einverstanden I 1 unter T: „H.“, hs Name uni I r unter T: Po g
Tschech Slow I Seite 2 1 am Rand in Hohe U „Woermann“: P.S. Herr Schmitt,
2
3059-PS-
V.D.M. St. ist heute von mir miindlich liber die laufenden Zahlungen des A.A.
an die SDP unterrichtet worden. (P uni) 24/8 I in gleicher Hohe r auBen:.
P uni, 19/8 I 1 u am Rand: .,z d A (Pol Ig)“ (hs unterstrichen) „P uni, 24/8“ L
r u Ecke P: H 27/8.
G e h e i m !
Aufzeichnung.
♦ Die Sudetendeutsche Partei wird seit dem Jahre 1935 laufend
durch gewisse Betrage vom A.A. unterstiitzt und zwar durch eine
Zahlung von monatlich RM 15.000, von denen der Gesandtschaft
Prag RM 12.000 zur Aus-Zahlung iiberwiesen werden und RM 3000
in Berlin an die Vertretung der Partei (Biiro Burger) zur Zahlung
gelangen. Im Laufe der letzten Monate sind die Au/gaben, die dem
Biiro Burger zuf alien, infolge der laufenden Verhandlungen mit der
Tschechoslowakischen Regierung stark gewachsen. Die Zahl der
Broschiiren und Landkarten, die von dem Biiro hergestellt und ver-
trieben werden, ist gestiegen, die pressepropagandistische Tatigkeit
hat sich gewaltig vermehrt, insbesondere auch ist der Ausgabenetat
dadurch gestiegen, dab bei der Notwendigkeit, stets gut orientiert
zu sein, die Ausgaben fiir Reisen nach Prag, London und Paris
(auch Finanzierung der Reisen sudetendeutscher Abgeordneter und
Mittelsmanner) stark1) vergrofiert worden sind. Unter diesen Um-
standen ist das Biiro Burger nicht mehr in der Lage, mit dem ihm
ausgesetzten Betrag von 3.000 RM monatlich auszukommen, um
alien seinen Anforderungen gerecht zu werden. Herr Biirger ist
daher beim Amt vorstellig geworden, eine Erhohung dieser Summe
vorzunehmen und zwar von monatlich 3.000 RM auf monatlich
5.500 RM. Bei der starken Zunahme, die der Geschaftsbetrieb des
Biiros erfahren
hat
— Seite 2 —
hat und bei der Wichtigkeit, die der Tatigkeit des Biiros auch
fiir die Zusammenarbeit mit dem A.A. zukommt, kann dieser
Wunsch nur dringend befiirwortet werden.
Hiermit
Abt. Pers.
mit der Bitte um Genehmigung erg. vorgelegt.
Es2) wird gebeten3), die Zahlungen riickwirkend vom 1. August
1) hinter „stark“ urspriinglich „gestiegen“ (hs gestrichen)
2) hinter „Es“ urspriinglich „darf“ (hs gestrichen)
s) hinter „gebeten“ hs gestrichen: „werden“
3
3059-PS
ab zu erhohen.4) V olksdeutsche Mittelstelle wird von pol. Abt.
unterrichtet.
Berlin, den 19: August 1938
Woermann
V e r f g.
1. Die Zahlungen an das Biiro Burger werden vom 1. August d.J.
bis auf weiteres auf monatlich 5.500, — RM erhoht.
2. Herrn A.R. Herold z.g.Not.u.m.V.5)
3. Hiermit
den Referat Pol. IV6)
ergebenst zuruckgesandt.
Berlin, den 23.August 1938.
Dienstmann
DOCUMENT 3060-PS
HANDWRITTEN DRAFT OF A REPORT OF THE GERMAN LEGATION
IN PRAGUE, 16 MARCH 1938, CONCERNING AN AGREEMENT MADE
WITH HENLEIN AND KARL HERMANN FRANK (AS REPRESEN-
TATIVES OF THE SUDETEN-GERMAN PARTY) TO PURSUE A COM-
MON POLICY (EXHIBIT USA-93)
BESCHREIBUNG:
Phot I alle Vm’e hs I Seite 1 r n Datum: Bl. 3067/3071 I darunter: gef. u.
ab I darunter: 16.3.38 14.15 Uhr I darunter: An I es folgen in Kl’n einige
uni Buchstaben
Prag, den 16. Marz 38.
7)
Auswartig Berlin
Tel. i. Z (geh. Verf)
Nr 57 vom 16. Marz
mit Bez. auf Drahterlass Nr. 30 vom 14. Marz.
Abweisung Franks hat heilsam gewirkt. Habe mich mit Henlein,
der sich mir in letzter Zeit entzogen hatte, und mit Frank einzeln
auseinandergesetzt und folgende Zusagen erhalten:
4) Einfiigungszeichen, der folgende Satz hs 1 n T hinzugefugt
B) T teilw uberdeckend hs: f B No 2 H. („B No 2“ unterstrichen)
6) T teilw uberdeckend hs: P uni, 24/8
4
3060-PS
1. Maflgebend fur Politik und taktisches Vorgehen SdP ist aus -
schliefilich die durch Gesandtschaft iibermittelte Linie deutscher
Aufienpolitik. Meine Weisungen sollen strikte befolgt werden.
— Seite 2 —
2. ) Offentliche Reden und Presse werden im Einverstandnis mit
mir einheitlich abgestimmt. Redaktionsstab der „Zeit“ soil ver-
bessert werden .
3. ) Parteifiihrung gibt bisherige intransigente Linie , die letzten
Endes zu politischen Verwicklungen fiihren konnte, auf und
schwenkt auf Linie schrittweiser Forderung sudetendeutscher Be -
lange ein. Ziele sind jeweils gemeinsam1) mit mir festzulegen und
diplomatisch parallel2 *) zu fordern. Volksschutzgesetze und „TerrU
toriale Autonomies sind nicht mehr in Vordergrund zu stellen.
4. ) Falls vor wichtigen programmatischen Erklarungen Henleins
Beratung mit
— Seite 3 —
Berliner Stellen erforderlich Oder erwiinscht , soil diese durch
Gesandtschaft beantragt und vorbereitet werden.
5) Alle Informationen der SdP an deutsche Stellen sollen durch
Hand Gesandtschaft gehen.
6) Henlein wird allwochentlich Fuhlung mit mir halten u. auf
Wunsch jederzeit Prag kommen .
Hoffe hiernach SdP fest an Ziigel zu haben, was2) im aufien-
politischen Interesse fiir kommende Entwickelung mehr denn je not -
wendig. Bitte beteiligte Ministerien und Mittelstelle unterrichten
und um Unterstiitzung dieser einheitlichen Lenkung SdP ersuchen.
2) Hn Hencke 4) P uni
v. Halem
v. Chaumier
Toussaint
Moricke z. g. Kts.
3) zdA.
hinter „gemeinsam“ hs gestrichen: „zu“ (ersetzt durch: „mit mir44)
*) hinter „parallel“ hs gestrichen: „mit meiner Aktion44
8) hinter „was“ hs gestrichen: „£iir“
4) durch „Hencke“ und „v. Halem44 Zeichen: „f44; durch ^oussaint44 Haken;
r n jedem Namen jeweils uni P und Datum: 16 III, 15/III, 17/III; r n
„z.g. Kts44: M
5
DOCUMENT 3061-PS
SECOND ADDENDUM, 1 DECEMBER 1945, TO OFFICIAL CZECHO-
SLOVAK REPORT TO THE IMT, ESTABLISHING: BY INTERRO-
GATION OF KARL HERMANN FRANK IN AUGUST AND OCTOBER
1945, THE CONNECTION BETWEEN THE SUDETEN- GERMAN PARTY
AND THE GERMAN GOVERNMENT; BY INTERROGATION OF DR.
HACHA’S DAUGHTER FRAU RADLOVA AND OTHERS THAT DR.
HACHA’S DECLARATIONS IN BERLIN, 15 MARCH 1938, WERE MADE
UNDER DURESS; BY INTERROGATION OF DR. TISO, DR. TUKA
AND OTHERS, 19 NOVEMBER 1945, THAT HITLER, RIBBENTROP,
GORING AND OTHERS PLAYED A MAJOR PART IN THE EFFORTS
OF SLOVAKIA TO OBTAIN INDEPENDENCE (EXHIBIT USA-126)
BESCHREIBUNG:
Org I U Ti I Seiten 1 bis 12 dr Briefbogen (auBer Orts- und Datumsangabe
ms) I im T zahlreiche hs Verbesserungen Ti J Seite 5: r am Rand von
bis *2 K1 (Rot ) I 1 am Rand u von ** bis *2 Randstrich (Rot) I Unter-
streichung Rot I Seite 6: 1 am Rand o von ** bis *2 Randstrich (Rot) I r am
Rand von ** bis *2 K1 (Blei)
EXTRAORDINARY ENVOY
AND MINISTER PLENIPOTENTIARY
COLONEL Dr. B. ECER
CZECHOSLOVAK REPRESENTATIVE
ON THE UNITED NATIONS COMMISSION
FOR INVESTIGATION OF WAR CRIMES.
Nuernberg, 1. Dezember 1945
Nachtrag Nr. 2 zu dem tschechoslowakischen
offiziellen Bericht genannt „German Crimes
Against Czechoslovakia" (Deutsche V'er-
brechen gegen die Tschechoslowakei).
Ueberreicht im Auftrage der tschechoslowakischen Regierung
von Oberst Dr. B. Ecer, bevollmaechtigtem Minister, tschecho-
slowakischem Vertreter in der Kommission der vereinigten
Nationen fuer Untersuchung von Kriegsverbrechern in1)
London — derzeit Vorsitzendem der tschechoslowakischen
Delegation im Nuernberger Prozess.
Ich habe im September des Jahres den vier Anklaegem bei dem
internationalem Militaergerichtshof im Auftrage meiner Regierung
einen offiziellen Bericht im Sinne des Artikels 21 des Statuts des
b nach „Kriegsverbrechern“ durcb Korrektur (Ti): „in“ statt „von“
6
3061-PS
internationalen Militaergerichtshofes, errlchtet durch das Ueber-
einkommen vom 8. August 1945, vorgelegt.
Zu diesem Bericht habe ich am 14. November 1945 den Nachtrag
Nr. 1 vorgelegt betreffend die Verantwortung Konstantin von Neu-
raths fuer Verbrechen gegen die Tschechoslowakei.
Hiermit unterbreite ich den Nachtrag Nr. 2 zu dem ersten
offiziellen Bericht. Dieser Nachtrag Nr. 2, welcher ebenfalls ein
Regierungsdokument im Sinne des oben zitierten Artikels 21 ist,
enthaelt weitere Beweise der Schuld der Angeklagten hinsichtlich
der Vorbereitung des Ueberfalls auf die Tschechoslowakei. Das
Dokument enthaelt also weitere Beweise als Ergaenzung zu dem
ersten Teil des urspruenglichen offiziellen tschechoslowakischen
Berichtes ueber folgende Handlungen der Angeklagten:
a) Vorkriegsinfiltration durch Ansaessige Oder eingeschmuggelte
„fuenfte Kolonne“,
b) umstuerzlerische Taetigkeit,
c) Bestechung und Benutzung von Korruption.
Der Nachtrag enthaelt auch weitere Beweise von der Zusammen-
arbeit der reichsdeutschen Regierung und der reichsdeutschen Nazi-
partei mit den Fuehrern der deutschen Minderheit in der
Tschechoslowakei, in erster Linie mit den Fuehrern der Henlein-
partei (SDP) zum Zwecke der Zersetzung der tschechoslowakischen
Republik und der Vorbereitung der militaerischen Aktion des
— Seite 2 —
EXTRAORDINARY ENVOY
AND MINISTER PLENIPOTENTIARY
COLONEL Dr. B. ECER
CZECHOSLOVAK REPRESENTATIVE
ON THE UNITED NATIONS COMMISSION
FOR INVESTIGATION OF WAR CRIMES.
deutschen Reiches gegen die tschechoslowakischen2) Republik.
Ueber diese Tatsachen wurde in der Tschechoslowakei eine Reihe
von Personen einvemommen, teils durch das Ministerium des
Innern (Abteilung fuer politischen Nachrichtendienst), teils durch
tschechoslowakische Gerichte.
Mein gegenwaertiger Bericht enthaelt relevante Auszuege aus
diesen Aussagen.
1.) Karl Hermann Frank, der gewesene Reiehs-
p r o t e k t o r s v e r t r e t e r und spaetere deutsche
Staatsminister in Prag, (einvemommen durch das
Innenministerium) .
2) in ,.tschechoslowakischen“: SdiluB-„n“ gestrichen (Ti)
7
3061-PS
a) Protokoll vom 15. August 1945 in Prag.
Frank bestaetigte in diesem Protokoll, dass er im Jahre 1938
einigemale in Deutschland war. Er beteiligte sich zusammen mit
der ganzen Parteileitung der SDP an einer Reise nach Breslau zum
Besuche des dort veranstalteten Turnfestes. Da sprach er zum
erstenmal mit Hitler. Hitler sagte zu Frank: „ aushalten und zu-
warten.“ Frank fuegte bei der Einvernahme hinzu, dass er sich
diese Worte Hitlers in dem Sinne auslegte, dass Hitler das Schicksal
der Sudetendeutschen selbst in die Hand genommen hat.
Auf die Frage, wer die illegale Grenzueberschreitung von
Angehoerigen der SDP nach Deutschland im Herbst 1938 organi-
sierte, sagte Frank aus, dass diese durch eine Proklamation Henleins,
datiert am 17. oder 18. September 1938 und ausgegeben in Asch
und durch illegale Flugblaetter verursacht wurde und dass die
Leute, die illegal die Grenze ueberschritten, sich in Deutschland
zu dem sogenannten Freikorps meldeten. Er selbst — Frank — habe
die Grenze am 17. oder 18. September 1938 ueberschritten.
Auf die Frage, ob er sich bewusst war, dass er dadurch Hoch-
verrat begehe, antwortete Frank woertlich: „ Es war mir voll-
kommen klar, dass ich durch die Befolgung der Proklamation
Henleins, mit dessen Proklamationen ich vollkommen ueberein-
stimmte, als tschechoslowakischer Staatsbuerger vom Standpunkt
des tschechoslowakischen Gesetzes Hochverrat begehe. “
Bei der Einvernahme am 15. August 1945 sagte Frank weiter
aus, dass Henlein und sein Stab sich auf dem Schloss Tondorf bei
Reuth aufhielten. Frank war nach seiner Aussage ein einfaches
Mitglied des Stabes. Henlein habe den Stab, welcher den Titel
fuehrte „Freikorps Fuehrer“, selbst gefuehrt. Das Freikorps wurde
auf Befehl Adolf Hitlers errichtet sagte Frank aus, und wurde in
den letzten Septembertagen auf dem reichsdeutschen Gebiet mit
einer
— Seite 3 —
EXTRAORDINARY ENVOY
AND MINISTER PLENIPOTENTIARY
COLONEL Dr. B. ECER
CZECHOSLOVAK REPRESENTATIVE
ON THE UNITED NATIONS COMMISSION
FOR INVESTIGATION OF WAR CRIMES.
kleineren Anzahl von Handwaffen der Wehrmacht versehen. Frank
bestaetigte weiter, dass Henleins Proklamation — Frank spricht von
der Proklamation vom 17. oder 18. September 1938 — auf Hitlers
Befehl erlassen wurde. Er gibt zu, dass moeglicherweise diese
8
3061-PS
Proklamation direkt im Propagandaministerium verfasst wurde.
Frank beschrieb dann die Zusammensetzung des Freikorps, welches
laut seiner Aus sage ueberwiegend aus Sudetendeutschen bestand
und etwa 15.000 Mann stark war und erzaehlte von Ueberfaellen
und Aktionen, die das Freikorps auf dem tschechoslowakischen
Gebiet unternahm. Der Befehl zu einer solchen Aktion in der
Naehe von Aseh kam, wie Frank bestaetigt, direkt von Hitler oder
von Himmler. Er selbst — Frank — war mit dieser Aktion ein-
verstanden und habe die Grenze zu dem Zwecke ueberschritten,
um sich dem Freikorps anzuschliessen. Frank bestaetigte weiter,
das s er mit alien Plaenen Hitlers in Bezug auf die Tschechoslowakei
einverstanden war, gleichgueltig, ob es sich um politische oder um
militaerische Plaene handelte.
b) Protokoll vom 9. Oktober 194 5.
Auf die Frage, wer die Henleinpartei finanzierte, antwortete
Frank, dass er glaube, dass die Partei schon seit 1936 Geld aus
Deutschland bekam. Er kenne aber nicht die Quelle. Im Jahre 1938
kam Geld von der sogenannten „Volksdeutschen Mittelstelle" in
Berlin durch Vermittlung des deutschen Gesandten in Prag. Er
bestaetigte, dass er einigemale persoenlich mit Henlein bei dem
deutschen Gesandten in Prag war und von ihm zusammen mit
Henlein Geld fuer die Partei uebernahm. Er gab zu, dass die
Empfangnahme des Geldes im Widerspruch war mit den Pflichten
eines tschechoslowakischen Staatsbuergers.
Er gab weiter zu, dass er einigemale allein auf der deutschen
Gesandtschaft in Prag war und dass er den deutschen Gesandten
ueber die innerpolitische Lage in der Tschechoslowakei informierte
und fuhr woertlich fort: „ Die Lieferungen von Nachrichten nach
Deutschland durch die SDP durch Vermittlung der Gesandtschaft
begann im Mai 1938 und darauf kam es zu einer direkten politi-
schen Zusammenarbeit durch Lieferung auch von vertraulichem
Material." Frank gab zu, dass er dadurch Hochverrat beging. Nach
der Unterredung Henleins mit Hitler am Obersalzberg (Frank gibt
das Datum dieser Unterredung nicht, aber aus dem Inhalt seiner
Aussage ergibt sich, dass diese Unterredung Ende August 1938
stattfand) , bekam die Partei direkte Auftraege von Berlin durch
Konrad Henlein. Er gab weiter zu, dass diese obenbeschriebene
Taetigkeit gegen den tschechoslowakischen Staat gerichtet war, dass
sie hochverraeterisch war und dass sich die deutsche Gesandtschaft
in Prag zu diesem Zweck zur Disposition stellte.
c) Protokoll vom 9. Oktober 194 5.3)
s) „c) Protokoll vom 9. Oktober 1945“ (ms unterstrichen) ms gestrichen
9
3061-PS
— Seite 4 —
EXTRAORDINARY ENVOY
AND MINISTER PLENIPOTENTIARY
COLONEL Dr. B. ECER
CZECHOSLOVAK REPRESENTATIVE
ON THE UNITED NATIONS COMMISSION
FOR INVESTIGATION OF WAR CRIMES.
c) Protokoll vom 9. Oktober 1945 .
In der Aussage vom 9. 10. 1945 erklaerte Frank die Rolle des
sogenannten „Aufbruchskreises“ auf. Der Aufbruchskreis war eine
Gruppe von gewesenen nationalsozialistischen Abgeordneten mit
Kasper, Krebs und Jung an der Spitze. Die nationalsozialistische
Partei in der Tschechoslowakei wurde im Jahre 1933 freiwillig
aufgeloest, um der amtlichen Aufloesung vorzubeugen. Einige ihrer
Fuehrer sind nach Deutschland gefluechtet (siehe Seite 10 des
tschechoslowakischen Originaldokumentes). Im Jahre 1937 gelang
es einigen gewesenen Nationalsozialisten, die in der Tschecho-
slowakei verblieben waren, in die Henleinpartei einzudringen,
indem einige ihrer Exponenten, unter ihnen Kasper, in die Haupt-
leitung der SDP aufgenommen wurden. Andere deutsche National-
sozialisten aus der Tschechoslowakei hielten sich staendig in
Deutschland auf und betrieben von dort eine Propaganda gegen
die tschechoslowakische Republik. Zu diesen gehoerte besonders
das gewesene Mitgleid des tschechischlowakischen Parlaments Krebs.
Frank sagte, dass Krebs ein Freund 4) Fricks war und dass er des-
wegen in das Reichsinnenministerium eingegliedert wurde. Frank
selbst hatte im Jahre 1937 die Verbindung zu dem Vorsitzenden
des „Volksbundes fuer das Deutschtum im Ausland“ Steinacher,
mit dem er persoenlich in Deutschland zusammen kam. Frank
bestaetigte, dass der „Volksbund fuer das Deutschtum im Ausland:‘
die sudetendeutsche Partei durch Geld unterstuetzte. Das Geld
uebernahm immer Henlein. Frank bestaetigte, dass der Zweck
dieser Verbindung mit den deutschen Reichsstellen die Errichtung
der voelkischen Einheit beiderseits der Grenze war und 5) die
Vorbereitung fuer die Vereinigung bedeutete. Spaeter an demselben
Tage ergaenzte er seine Aussage dahin, dass diese Verbindung schon
seit 1933 bestand und dass im Jahre 1936 weitere Verbindung 6) zwi-
schen der SDP und dem Kreis um den sogenannten Reichsnaehr-
stand angeknuepft wurde. Aehnliche Verbindungen wurden auf
dem Gebiet der Parteischulung und auf dem Gebiet des Sportes
und der koerperlichen Ertuechtigung errichtet.
4) nach „Freund“: „des“ gestrichen (Ti)
5) nach „und“: „dass es“ gestrichen (Ti)
6) nath „Verbindung“: „sich“ gestrichen (Ti)
10
3061-PS
d) Protokollvom 10. Oktober 1945
In seiner Aussage an diesem Tage gab Frank auf Grund der
ihm vorgelegten Dokumente zu, dass Konrad Henlein von den
deutschen Reichsstellen direkte Auftraege fuer Spionage bekam
und dass er sie durch sudetendeutsche Personen ausfuehren liess.
Er glaubt, wie er sagte, dass ein eigenes deutsches Spionagesystem
in der Tschechoslowakei existierte, welches direkt aus Deutschland
geleitet wurde. Im Sommer 1938 war Henlein, wie Frank sich
erinnert, zweimal bei 7) Rudolf Hess und fuhr woertlich fort:
„Alle Unterredungen im Sommer 1938 zwischen Henlein und mir
auf der einen und den Reichsstellen besonders Adolf Hitler, Hess,
und Ribbentrop auf der anderen Seite hatten den Zweck, die
Reichsstellen von der Entwicklung der politischen Situation in der
— Seite 5 —
EXTRAORDINARY ENVOY
AND MINISTER PLENIPOTENTIARY
COLONEL Dr. B. ECER
CZECHOSLOVAK REPRESENTATIVE
ON THE UNITED NATIONS COMMISSION
FOR INVESTIGATION OF WAR CRIMES.
Tschechoslowakei zu informieren. Es kam zu ihnen auf Wunsch
der Reichsstellen. “
Frank erzaehlte weiter, dass er im August 1939 durch Ver-
mittlung von Lorenz (Lorenz, SS-Obergruppenfuehrer, war Fuehrer
der sogenannten „Volksdeutschen Mittelstelle“ in Berlin, welche
die Rolle des „Volksbundes fuer das Deutschtum im Auslande"
uebernahm) eine Unterredung mit Ribbentrop hatte, welchen er
genau ueber die politische Lage in der Tschechoslowakei und ins-
besondere ueber die Verhandlung der tschechoslowakischen Regie-
rung betreffend den Nationalitaetenstatus informierte. Zu Mittag
hatte er eine Unterredung mit Hitler, an welcher Ribbentrop teil-
nahm. Das Ergebnis dieser Unterredung war die Zusicherung,
(Frank sagte nicht von wem) dass die Politik der SDP in der
Tschechoslowakei genehmigt werde und dass das Reich die Loesung
der sudetendeutschen Frage durchsetzen werde. Frank erklaerte
ausdruecklich, dass diese Reise zu Ribbentrop und Hitler eine
geheime war, von welcher nur Henlein wusste. Frank bestaetigte
weiter, dass er durch diese Verhsindlungen gegen die Gesetze der
Republik verstiess. Er fuegte woertlich hinzu: „ Auf Frage erklaere
ich, dass ich mich des Verrates bewusst bin, welchen die Partei
und ihre ganze Hauptleitung durch Empfang von Geld aus Ausland
fuer staatsfeindliche Aktionen beging.“
7) hinter „bei“: „dem“ ms gestrichen
11
3061 -PS
e) Protokoll vom 12. Oktober 1945
In seiner Einvernahme am 12. Oktober 1945 schilderte Frank
die Reise einer grossen Mehrheit der Parteileitung zu dem Partei-
tag der NSDAP nach Nuernberg. Konrad Henlein hatte in diesen
Tagen, wie Frank bestaetigte, eine Unterredung mit Hitler und
teilte dann Frank mit, dass Hitler und Goering einen konkreten
Standpunkt zu der sudetendeutschen Frage einnehmen wuerden,
was auch geschah. Frank fuhr fort: „ Ich erinnere mich nur, dass
beide sehr scharf und drohend gegen die Tschechoslowakei sprachen
und von selbst die Loesung des sudetendeutschen Problems
ankuendigten." Frank sagte weiter aus, dass nach der Rueckkehr
von Nuernberg die weitere Taetigkeit der SDP bereits auf
bewaffneten Aufstand eingestellt war. Er zitiert einen von Henlein
am 17. September 1938 erlassenen Befehl zum Kampf gegen die
Republik. Am selben Tage fiuechtete Frank mit Henlein nach
Deutschland und beide leiteten von dort alle Aktionen gegen die
Republik. Er schilderte die Taetigkeit und die Aktionen des *j
sudetendeutschen Freikorps, welchem, wie Frank bestaetigte, Offi-
ziere der SS, SA und NSKK zugeteilt wurden. Hitler emannte
ti Henlein zum Befehlshaber des Freikorps, Frank war sein Stell-
vertreter. Die zersetzende Propaganda zu dieser Zeit besorgte das
Propagandaministerium. Waffen wurden aus Deutschland in die
*2 Tschechoslowakei geschmuggelt. *s
— Seite 6 —
EXTRAORDINARY ENVOY
AND MINISTER PLENIPOTENTIARY
COLONEL Dr. B. ECER
CZECHOSLOVAK REPRESENTATIVE
ON THE UNITED NATIONS COMMISSION
FOR INVESTIGATION OF WAR CRIMES.
** Frank ergaenzte seine Angaben dahin, dass damals der Fuehrung
des Freikorps voruebergehend ein Oberst oder Oberstleutnant der
deutschen Wehrmacht als Verbindungsoffizier zugeteilt wurde. **
*2 Er beschreibt dann die Ereignisse nach dem Muenchener Vertrag.
Er war bei einer grossen Kundgebung in Karlsbad anwesend, bei
welcher Hitler erklaerte: „ Fuer Euch Sudetendeutsche war die
Nation bereit, das Schwert zu ziehen. “
f) Protokoll vom 15. Oktober 194 5.
Frank schilderte, wie die Besetzung des sogenannten Sudeten-
gebietes verlief, wie die Henleinpartei in die NSDAP durch Hess
eingegliedert wurde, wie der Neuaufbau der Partei genau nach
dem deutschen Muster durchgefuehrt wurde und wie schliesslich
in dem Sudetengebiet die verschiedenen Naziorganisationen wie
12
3061-PS
SS, SA, NSKK, NSFK, HJ, BDM, aufgebaut wurden. Frank nannte
die Namen von Sudetendeutschen, die an die Spitze der ver-
schiedenen Parteiorganisationen gestellt wurden. Er beschrieb dann
die Wahlen im Sudetengebiet in den Reichstag, die am 4. Dezember
1938 ausgeschrieben wurden. Schliesslich schilderte er den Aufbau
der reichsdeutschen Staatsverwaltung in dem Sudetengebiete mit
Henlein als Reichskommissar an der Spitze. Er bestaetigte, dass die
Mehrzahl der fuehrenden Posten von reichsdeutschen Beamten
uebernommen wurden. Er erwaehnte auch, wie die Bevoelkerung
der tschechischen Gebiete, welche in Widerspruch mit dem Muenche-
ner Vertrag von den Deutschen besetzt wurden, behandelt wurde.
Er sagte: „ Auch fuer das tschechische Sprachengebiet wurden
deutsche Beamte eingesetzt. Die Mehrzahl der tschechischen Schulen
wurden geschlossen und die tschechischen Kinder wurden in
deutsche Schulen geschickt. Alle Anschriften in tschechischer Sprache
wurden beseitigt, einen Minderheitsschutz fuer die tschechische
Bevoelkerung gab es nicht.“
Als Frank von dem Untersuchungsbeamten erinnert wurde, dass
Hitler wiederholt erklaerte, er wolle keine Tschechen, sagte Frank
aus: „ Ich gebe an, dass durch die Einverleibung von rein tschechi-
schen Gebieten, wie die Umgebung von Domazlice, Plzen und
Turnov er (er meint Hitler) in keiner Weise seinen Erklaerungen
nachkam.“
Er schildert dann das Terrorsystem, welches gegen die Tschechen
und gegen die Juden in den besetztem Sudetengebiete eingefuehrt
wurde. Schliesslich beschrieb er die Vorbereitungen zu der end-
gueltigen Besetzung des Restrs von Boehmen und Maehren im
Maerz 1939 und ueber die Zusammenarbeit mit den tschechischen
Faschisten zu diesem Zwecke. Er charakterisiert diesen letzten Akt
Hitlers folgender Weise: „ Obwohl Hitler erklaerte, dass er keine
Tschechen im Reiche wolle, hatte er durch diese Besetzung
— Seite 7 —
EXTRAORDINARY ENVOY
AND MINISTER PLENIPOTENTIARY
COLONEL Dr. B. ECER
CZECHOSLOVAK REPRESENTATIVE
ON THE UNITED NATIONS COMMISSION
FOR INVESTIGATION OF WAR CRIMES.
der tschechoslowakischen Republik seine Erklaerung entweiht und
verletzt.“ Und Frank fuegte weiter hinzu:,, Wie alles, was Hitler
unternahm, wurde auch diese Aktion von der Bevoelkerung (Frank
meint die deutsche Bevoelkerung) mit Begeisterung aufgenommen
und die Bevoelkerung half dabei.“ Er schilderte dann den Ein-
marsch der deutschen Truppen am 15. Maerz 1939 in Boehmen und
Maehren und die Ankunft Hitlers, welcher, wie Frank aussagte,
13
3061-PS
von Lammers, Frick, Stukart, Himmler, Daluege, Heydrich, Keitel,
Brauchitsch und anderen Generaelen bereitet war. Frank wurde
mit Henlein und Hoeppner zu Hitler in den Salonwagen gerufen.
Am 16. Maerz war er, wie er aussagte, zufaellig in einem Zimmer
anwesend, wo Ribbentrop die Proklamation und die Errichtung des
„Protektorates“ durch den Rundfunk verlas und fuegte hinzu:,, Nach-
traeglich habe ich erfahren, dass ihre Formulierung in der Nacht
vom 15. auf 16. Maerz 1939 von Hitler zusammen mit Frick, Stuckart
und Ribbentrop ausgearbeitet wurde.“ Er schildert dann, wie er
zwischen dem 17. und 19. Maerz 1939 nach Wien zu Hitler ins
Hotel Imperial befohlen wurde. Er wurde vormittag zusammen mit
Neurath von Hitler empfangen. Frank fuhr fort:,, Dort teilte uns
Hitler mit, dass er Neurath zum Reichsprotektor und mich zu seinem
Staatssekretaer bestelle.“ Frank sagte weiter aus, dass Neurath
Hitler direkt unterstellt wurde. Er selbst, Frank, habe den Posten
des Staatssekretaers angenommen, obwohl dies gegen das Prinzip
der Selbstbestimmung, welches er bis zum 1. Oktober 1938 ver-
teidigte, verstiess. Er tat es, weil es Hitlers Befehl war. Spaeter
erfuhr er, wie er sagte, dass Hitler gegenueber Hacha erklaerte, dass
entweder ein Schutzvertrag in der Form eines Protektorates
geschlossen werden muesse Oder die deutschen Truppen in die
Tschechoslowakei einmaschieren wuerden, wozu diese bereit seien.
Frank aeusserte sich ueber die Besetzung der Tschechoslowakei
im Maerz 1939 und ueber die Errichtung des Protektorates wie
folgt:,, Der Abschluss des Schutzvertrages zwischen Hitler und
Hacha und Errichtung des Protektorates sowie die Errichtung einer
selbstaendigen Slowakei mit einem selbstaendigen Schutzvertrag
Reich -Slowakei- stellt eine reine politische Machtaktion dar und
widerspricht alien Gesetzen, weil Hacha nach den tschechoslo-
wakischen Gesetzen nicht berechtigt war, ohne Anhoeren des noch
tagenden Parlaments einen solchen Pakt mit Hitler abzuschliessen.“
„Ich bin mir dessen bewusst, dass meine Ernennung zum Staats-
sekretaer ein einseitiger politischer Akt Hitlers war und dass die
Errichtung des Protektorates ohne Ruecksicht auf Muenchen,
Voelkerbund, den Vertrag ueber den Minderheitsschutz usw.
— Seite 8 —
EXTRAORDINARY ENVOY
AND MINISTER PLENIPOTENTIARY
COLONEL Dr. B. ECER
CZECHOSLOVAK REPRESENTATIVE
ON THE UNITED NATIONS COMMISSION
FOR INVESTIGATION OF WAR CRIMES.
2.)Protokoll vom 19. November 1945 mit Frau
Milada RADLOVA, geb. Hachova, Tochter des
14
3061-PS
gewesenen verstorbenen sogenannten Staats-
praesidenten Dr. Emil Hacha. (aufgenommen beim
Ministerium des Innern).
Frau RADLOVA wurde ueber die Reise Hachas am 14. Maerz
1939 nach Berlin und ueber seine Unterredung mit Hitler einver-
nommen. Sie schildert die Abreise ihres Vaters, in dessen Be-
gleitung sie sich befand, und seine Ankunft in Berlin, wo sie in
einem Hotel abgestiegen sind und sagte unter anderem aus:„ Mein
Vater hat mir nie eine zusammenhaengende Darstellung seiner
Unterredung mit Hitler gegeben. Von seinen muendliehen Be-
merkungen habe ich nur erfahren, dass Goering meinem Vater bei
seinem Besuch bei Hitler in der Nacht vom 14. zum 15. Maerz 1939
sagte, dass es ihm sehr leid tun wuerde, wenn er gezwungen sein
sollte, Prag, eine so schoene Stadt zu zerstoeren, falls mein Vater
keine Zustimmung zur Okkupation der Tschechoslowakei durch die
deutsche Armee geben sollte und falls die tschechoslowakische
Armee sich mit Waffen den Okkupanten entgegenstellen sollte. Das
was Hitler meinem Vater — Dr. Hacha — gesagt hat, habe ich nicht
erfahren. Mein Vater sagte mir erst spaeter, dass es ein grosser
Schlag vom Himmel fuer ihn war, als er erfahren hat, dass
Boehmen und Maehren von Deutschen besetzt werden8) sollten.
Mein Vater hat naemlich zuerst geglaubt, dass seine Reise die
Slowakei betrifft, da es bekannt war, dass manche Slowaken, wie
zum Beispiel Tuka, Sano,Mach usw. die Slowakei staatsrechtlich
selbstaendig machen wollen. Mein Vater hat erst in Berlin nach
seiner Ankunft, d.h. am 14. Maerz 1939, erfahren, dass an diesem
Tage Maehrisch Ostrau von Deutschen besetzt wurde. Er hat auch
gesagt, dass sich Hitler sehr aufgeregt hat, dass mein Vater so
spaet nach Berlin gekommen war.
3.) Protokoll vom 19. November 1945 mitDr. August
Popelka dem gewesenen Vorstand der Kanzlei
des sogenannten Staatspraesidenten Hacha.
Dr. Popelka sagte aus, dass er ueber die Unterredung zwischen
Hitler und Hacha in der Nacht vom 14. auf den 15. Maerz 1939 aus
einem Schriftstueck erfahren hatte, welches Dr. Hacha selbst ver-
fassen liess und eigenhaendig unterschrieb. Dieses Schriftstueck
wurde als Geheimdokument in einem besonderen Schrank aufbe-
wahrt. Dr. Popelka als Vorstand der Praesidentenkanzlei hatte
Zutritt zu diesem Schrank und hat das Dokument gelesen. Er
erinnert sich gelesen zu haben, dass Hacha auf dem Besuch bei
Hitler bis
8) an Stelle „sein“ (Ti gestrichen)
15
3061-PS
— Seite 9 —
EXTRAORDINARY ENVOY
AND MINISTER PLENIPOTENTIARY
COLONEL Dr. B. ECER
CZECHOSLOVAK REPRESENTATIVE
ON THE UNITED NATIONS COMMISSION
FOR INVESTIGATION OF WAR CRIMES.
2 Uhr in der Nacht warten musste. Das Zimmer, wo er empfangen
wurde, war mit blendendem Licht beleuchtet. Hitler war umgeben
von einer groesseren Anzahl von Militaers. Hacha repruduziert in
dem Schriftstueck einen Ausspruch Goerings des Inhalts, dass, wenn
Hacha nicht die Bedingungen akzeptiere, die ihm bezueglich der
Besetzung von Boehmen und Maehren vorgelegt wurden, er,
Goering, Prag von der Luft aus angreifen und vollkommen ver-
nichten werde, um England und Frankreich ein warnendes Beispiel
zu geben, damit diese Staaten sehen, was mit ihren Staedten
geschehen wuerde, wenn sie sich in den Krieg einlassen. Hacha
begann die Unterredung mit Hitler mit der slowakischen Frage.
Hitler reagierte nicht darauf und antwortete Hacha, dass er bereits
den Befehl gegeben habe, dass deutsche Truppen um 6 Uhr in der
Fruehe des 15. Maerz Boehmen und Maehren besetzen. Hitler legte
dann die Bedingungen vor,9) die Hacha akzeptieren solle, Hacha
machte Einwendungen. Das half aber nichts. Aus dem Schriftstueck
Dr. Hachas war ersichtlich, dass er zur Unterschrift des Dokuments
ueber den deutschen Schutz gezwungen wurde, dass er um den
Schutz nicht freiwillig ersuchte und das Dokument unter einem
psychischen Druck unterschrieb. Dr. Popelka fuhr fort:,, In dem
Schriftstueck, wie ich mich erinnere, stand, dass Dr. Hacha waehrend
seines Besuches bei Hitler geistig so aufgeregt war, dass er einen
Anfall bekam und der anwesende Leibarzt Hitlers ihm Injektionen
gab. Aus dem Schriftstueck und aus spaeteren Bemerkungen, die
Hacha vor mir machte, habe ich den Eindruck, dass auf Dr. Hacha
von Hitler und Goering mittels Drohungen gegen das tschechische
Volk ein Druck ausgeuebt wurde und dass ihm nicht die Zeit
gegeben wurde, die Sache zu ueberlegen Oder sich mit den Regie-
rungsfaktoren ordentlich zu beraten.
4.) Protokoll vom 19. November 1945 mit Dr. Josef
Kliment gewesenen politischen Referenten
von Dr. Emil Hacha beim Innenministerium in
Prag.
Dr. Kliment sagte aus, dass er Dr. Hacha nach Berlin als Be-
amter seiner Kanzlei begleitete. Bei der Unterredung Dr. Hachas
hinter „vor“: „die“ gestrichen (Ti)
16
3061-PS
mit Hitler war er nicht anwesend. Er kann sich auf Mitteilungen
erinnern, die Dr. Hacha gleich nach seiner Rueckkehr von der
Reichskanzlei gegen V2 5 Uhr frueh am 15. Maerz 1939 ihm und
den anderen tschechischen Persoenlichkeiten im Hotel Adlon machte.
Dr. Hacha hat bei seinem Besuch bei Hitler zuerst das Problem
der Slowakei loesen wollen. Hitler hat Hacha angehoert und dann
hat er nur gesagt, dass die Frage der Slowakei nicht ein Gegenstand
seines Interesses sei. Er habe sich entschlossen, die tschechischen
Laender von 6 Uhr frueh angefangen durch die Wehrmacht zu
besetzen, damit so der Frieden in Mitteleuropa sichergestellt wird.
Er fuegte /linzu, dass sein Entschluss unveraenderlich sei. Dann
ist zu Dr. Hacha Goering 10)getreten und sagte
— Seite 10 —
EXTRAORDINARY ENVOY
AND MINISTER PLENIPOTENTIARY
COLONEL Dr. B. ECER
CZECHOSLOVAK REPRESENTATIVE
ON THE UNITED NATIONS COMMISSION
FOR INVESTIGATION OF WAR CRIMES.
ihm:„ Meiri Amt ist schwer, ich habe gar nichts gegen ihre schoene
Stadt, wenn ihr aber gegen den Entschluss des Fuehrers irgend
etwas machen wollt, besonders falls ihr versuchen solltet, Hilfe
vom Westen zu verlangen, waere ich gezwungen, der Welt die
hundertprozentige Wirksamkeit meiner Luftwaffe zu zeigen.M
Dr. Hacha teilte seiner Begleitung weiter mit, dass er erst nach
dieser weitgehenden Drohung, die an die ganze Nation gerichtet
war, sich entschieden habe, die ihm vorgelegte bereits fertige Er-
klaerung betreffendden Schutz der tschechischen Laender und des
tschechischen Volkes durch den Kanzler des Deutschen Reiches zu
unterschreiben.
Dr. Kliment fuhr woertlich fort:,, Es ist mir als dem unmittel-
baren Teilnehmer jener Tage klar, dass in der Schicksalsnacht
Hitler, Goering und die anderen Anwesenden, besonders aber auch
Ribbentrop sich staerksten Druekes bedienten, der gegen den Spre-
cher eines Volkes anzuwenden moeglich ist, d.h. der Drohung, die
Hauptstadt Prag von der Luft aus vollstaendig zu zerstoeren. Nur
Grauen vor Repressalien, die dem tschechischen Volk angedroht
wurden, hat nach meiner Ueberzeugung Dr. Hacha bewogen, sich
dem Diktate Hitlers zu beugen.
Dr. Hacha bestaetigte, dass er waehrend der Unterredung mit
Hitler eine staerkende Injektion bekommen habe, obzwar er da-
gegen protestierte.
10) urspriinglich „beigetreten“ die Silbe „bei“ gestrichen (Ti)
17
3061-PS
Ueber Ribbentrops Teilnahme an den Ereignissen um den
15. Maerz 1939 sagte Kr. Kliment woertlich aus:„ Was Ribbentrop
betrifft, ausser seiner perfiden Rolle die er gespielt hat bei der
Ueberreichung des eigenmaechtigen Erlasses ueber die Errichtung
des Protektorates — ich kann mich noch heute erinnern, in welch
einer herrischen und beleidigenden Art er sich auf der Burg
benahm.
Ich kann ueber einen weiteren Treubrueh berichten, den er
gegen das tschechische Volk begangen hat. Er hat Dr. Hacha
versichert, dass es ihm in den tschechischen Laendern unmoeglich
gemacht wird, dass ein Sudeten deutscher irgendwelche Repressalien
gegen die tschechische Bevoelkerung anwenden koenne. Anstatt
dessen ist es bekannt, dass in das wichtigste Reichsamt in den
tschechischen Laendern der gewesene Sudetenabgeordnete und der
Hauptfeind der tschechischen Bevoelkerung K.H.Frank eingesetzt
wurde. Und Ribbentrop, trotz seines Versprechens und seiner ent-
scheidenden und often gezeigten Teilnahme an alien erwaehnten
Ereignissen unternahm nichts, um sein Versprechen zu halten.
— Seite 11 —
EXTRAORDINARY ENVOY
AND MINISTER PLENIPOTENTIARY
COLONEL Dr. B. ECER
CZECHOSLOVAK REPRESENTATIVE
ON THE UNITED NATIONS COMMISSION
FOR INVESTIGATION OF WAR CRIMES.
5.) Einvernahme von gewesenen slowakischen
politischen Fuehrer n.
Folgende Personen, die in der Fuehrung des sogenannten „ Un-
abhaengigen slowakischen Staates“ waren, wurden einvernom-
men:
a) Dr. Josef Tiso, gewesener Staatspraesident, einvernommen durch
das Kreisgericht Bratislave am 19. November 1945.
b) Dr. Vojtech Tuka, gewesener Minister, einvernommen durch Be-
amte des Innenministeriums (Abteilung fuer politischen Nach-
richtendienst).
c) Alexander Mach, ehemaliger Minister, einvernommen durch das
Kreisgericht Bratislave am 19. November 1945.
d) Dr. Mikulas Pruzinsky, einvernommen durch das Kreisgericht
Bratislave am 19. November 1945.
e) Aladar Kocis, einvernommen durch das Kreisgericht Bratislave
am 19. November 1945.
18
3061-PS
Gegenstand der Einvernahme war:
Die Beteiligung der Naziverschwoerer an der Losreissung der Slo-
wakei von der tschechoslowakischen Republik, durchgefuehrt am
14. Maerz 1939.
Alle Zeugen bestaetigten, teils aus persoenlicher Erfahrung, teils
auf Grund das von ihnen zugekommene Information folgende Tat-
sachen:
a) Dass Hitler, Ribbentrop, Goering und andere Nazifuehrer in den
Tagen um den 13. Maerz 1939 von den slowakischen politischen
Fuehrem die Proklamierung des „Unabhaengigen slowakischen
Staates“ verlangten.
b) Dass Hitler, Ribbentrop, Goering und andere zur selben Zeit
in verschiedener Form mit der Besetzung der Slowakei durch
deutsche Truppen bis zum Flusse Vah und der Aufteilung des
Restes des Slowakei unter ihren suedlichen und noerdlichen
Nachbaren drohten, falls die Slowaken ihre „Selbstaendigkeit“
nicht erklaeren sollten, wobei Ribbentrop Dr. Tiso in der Nacht
vom 13. auf den 14. Maerz eine Frist bis 14. Maerz 13.00 Uhr
stellte.
c) Dass in Bratislave von den Deutschen mit Hilfe von SS-Offi-
zieren und in Zusammenarbeit mit dem dortigen deutschen
Konsul Zwischenfaelle wie Schiessereien, Bombenanschlaege usw.
organisiert wurden11), um den Einmarsch deutscher Truppen
— Seite 12 —
EXTRAORDINARY ENVOY
AND MINISTER PLENIPOTENTIARY
COLONEL Dr. B. ECER
CZECHOSLOVAK REPRESENTATIVE
ON THE UNITED NATIONS COMMISSION
FOR INVESTIGATION OF WAR CRIMES,
zu rechtfertigen.
Ich ueberreiche das vorliegende Dokument im Namen der tsche-
choslowakischen Regierung und beehre mich mitzuteilen, dass meine
Regierung es sich vorbehaelt, den Anklaegern rechtzeitig weiteres
dokumentarisches Material vorzulegen.
Oberst Dr. B.Ecer
Dr B. Ecer
Ausserordentlicher Gesandter imd
Bevollmaechtigter Minister,
Vertreter der tschechoslowakischen Republik bei der
Kommission der vereinten Nationen fuer Untersuchung
von Kriegsverbrechen,
Vorsitzender der tschechoslowakischen Delegation
im Nuemberger Prozess.
ll) urspriinglich „wuerden“, „e“ gestrichen (Tij
19
DOCUMENT 3063-PS
REPORT BY SUPREME PARTY COURT TO GORING, 13 FEBRUARY
1939: FOR THE KILLING OF JEWS AND OTHER CRIMES COMMITTED
DURING THE NIGHT OF 9-10 NOVEMBER 1938, THE PARTY COURT
HAS IMPOSED MINOR PENALTIES OR ORDERED EXEMPTION FROM
PUNISHMENT; IN MOST CASES OF THE KILLING OF JEWS, THE
PARTY COURT MAKES APPLICATION TO HITLER TO HAVE PRO-
CEEDINGS BEFORE ORDINARY CRIMINAL COURTS QUASHED,
“AS THE DEEDS WERE COMMITTED ON SUPERIOR ORDERS”.
ATTACHED: GORING’S ACKNOWLEDGMENT OF RECEIPT OF
REPORT, 22 FEBRUARY 1939 (EXHIBIT USA-332)
BESCHREIBUNG:
dreiteilig
E r 8 t e 8 S : U Ti I Bk und 1 o Ecke Hoheitszeichen dr I r n Adreaae: Akten
geheim (Ziegelrot, „Akten“ unterstrichen) I 1 n „Heil Hitler!44: Danken U,
P uni (Ziegelrot, „U44 unterstrichen)
Nationalsozialistische
DeutscheArbeiterpartei
Der Oberste
Parteirichter Miinchen 33
Fernruf: 50812 - 50815, 50825
Miinchen, 13. Februar 1939
Sch/L.
An den
Generalf eldmarschall Hermann Goring
Berlin W. 8
Leipzigerstr. 3
Lieber Pg. Goring !
In der Anlage iibersende ich Ihnen den Bericht meines
Sondersenats iiber die bisher abgeschlossenen Verfahren betr.
die Ausschreitungen anlasslich der judengegnerischen Aktionen
vom 9. /10. November 1938.
Heil Hitler !
Walter Buck .
(Walter Buch)
A n 1 a g e n.
20
3063-PS
— Seite 2 —
Zweites S : U Ti I Bk und I o Ecke Hoheitszeichen dr, „4744 und „Schn/R“
ms, keine Datumsangabe I 1 n U und sie teilw iiberdeckend Rund-Stp (violett)
mit Hoheitszeichen: Nationalsoz. Deutsche Arbeiterpartei * Oberstes Partei-
gericht * I im T Unterstreichungen Blei
Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei
Oberstes Parteigericht
Der Chef des Miinchen 33
Zentralamts Fernruf 50812 — 50815, 50825
Akt. No.: 47 Zeichen: Schn/R. den
Geheim! Geheim!
B e r i c h t
liber
die Vorgangeund parteigerichtlichenVerfahren,
die im Zusammenhang mit den a n t i s e m i t i s c h e n
Kundgebungen vom 9. November 1938 stehen.
Am Abend des 9. Nov ember 1938 teilte der Reichspropaganda-
leiter Pg.Dr. Goebbels den zu einem Kameradschaftsabend im
Alten Rathaus zu Miinchen versammelten Parteifiihrern mit, dass
es in den Gauen Kurhessen und Magdeburg- Anhalt zu judenfeind-
lichen Kundgebungen gekommen sei, dabei seien jiidische Geschafte
zertriimmert und Synagogen in Brand gesteckt worden. Der
F ii h r e r habe auf seinen Vortrag entschieden, dass derartige
Demonstrationen von der Partei weder vorzubereiten noch zu
organisieren seien, soweit sie
— Seite 2 —
spontan entstiinden, sei ihnen aber auch nicht entgegenzutreten.
Im iibrigen fiihrte Pg.Dr.Goebbels sinngemass das aus, was in
dem Fernschreiben der Reichspropagandaleitung vom 10.11.1938,
12 Uhr 30 bezw. 1 Uhr 40 niedergelegt ist (Anlage 2).
Die miindlich gegebenen Weisungen des Reichspropagandaleiters
sind wohl von samtlichen anwesenden Parteifiihrern so verstanden
worden, dass die Partei nach aussen nicht als Urheber der Demon-
strationen in Erscheinung treten, sie in Wirklichkeit aber organi-
sieren und durchfiihren sollte. Sie wurden in diesem Sinne sofort
— also geraume Zeit vor Durchgabe des ersten Femschreibens —
von einem grossen Teil der anwesenden Parteigenossen fernmiind-
lich an die Dienststellen ihrer Gaue weitergegeben.
21
3063-PS
Am 10.11.1938 erging
1 Uhr 20 das als Anlage 1 beiliegende Fernschreiben der Geheimen
Staatspolizei an die Staatspolizei- und Staatspolizei-
Leitstellen,
1 Uhr 40 das Rundschreiben des Reichspropagandaleiters
(Anlage 2),
2 Uhr 56 das Rundschreiben des Stabes des Stellvertreters des
Fiihrers (Anlage 3), das Brandlegungen an jiidischen
Geschaften verbietet.
Das Rundschreiben des Stabes des Stellvertreters des
Fiihrers vom 10.11.1938,
15 Uhr 15 (Anlage 4) stellt test, dass die Partei keine Ver-
antwortung fur die Aktionen tragt und macht den
Parteidienststellen zur Pflicht, ihr Verhalten
— Seite 3 —
entsprechend einzurichten und etwa notwendige An-
weisungen nur im Einvemehmen mit dem zustandigen
Gauleiter zu erlassen.
Ende November 1938 erhielt das Oberste Parteigericht durch
Meldungen mehrerer Gaugerichte davon Kenntnis, dass es bei
Durchfuhrung der Demonstrationen vom 9.11.1938 in erheblichem
Umfang u.a. zu Pliinderungen und Totungen von Juden gekom-
men war, die bereits Gegenstand polizeilicher und staatsanwalt-
schaftlicher Untersuchungen waren. Der Stellvertreter des Fiihrers
teilte die Auffassung des Obersten Parteigerichts, dass die bekannt
gewordenen Ausschreitungen jedenfalls zunachst von der Gerichts-
barkeit der Partei zu untersuchen seien:
1. ) wegen des offenbaren Zusammenhangs der zu beurteilenden
Vorgange mit den Weisungen, die der Reichspropagandaleiter
Pg.Dr.Goebbels wahrend des Kameradschaftsabends im Rat-
haus-Saal gegeben hatte. Ohne Nachpriifung und Wiirdigung
dieser Zusammenhange schien eine gerechte Beurteilung der
Tater nicht moglich. Diese Priifung konnte aber nicht unzah-
ligen staatlichen Gerichten iiberlassen werden, zumal die Kund-
gebungen inzwischen in der Offentlichkeit als spontan aus
der Volksstimmung heraus entstanden dargestellt waren;
2. ) muss es nach Auffassung des Obersten Parteigerichts grund-
satzlich unmoglich sein, dass politische Straftaten, die primar
das Interesse der Partei beriihren, die — sei es auch nur vom
Standpunkt des Taters aus — als illegale Massnahmen von der
Partei gewollt sind, von den staatlichen Gerichten festgestellt
und abgeurteilt werden, ohne
22
3063-PS
— Seite 4 —
dass die Partei die Moglichkeit hat, sich vorher durch ihre
eigenen Gerichte Klarheit iiber die Vorgange und Zusammen-
hange zu verschaffen, um gegebenenfalls rechtzeitig den Fiihrer
am Niederschlagung der Verfahren vor den staatlichen Gerichten
bitten zu konnen. Aus solchen Erwagungen hat der General-
feldmarschall Pg. Goring als Beauftragter des Fiihrers
Geheime Staatspolizei und Parteigerichtsbarkeit mit der Unter-
suchung der Ausschreitungen betraut.
Das Obe^ste Parteigericht hat sich die Untersuchung der
Totungen, schweren Misshandlungen und Sittlichkeitsverbrechen
vorbehalten. Aufgrund der staatspolizeilichen Ermittlungen wurden
von dem in zweifacher Besetzung tatigen Sondersenat des Obersten
Parteigerichts im Schnellverfahren die bis zum 17.1.1939 ermit-
telten Falle mit Hauptverhandlungen abgeschlo'ssen. Gauleiter und
Gruppenfiihrer der Gliederungen haben als Schoffen bei den Ver-
handlungen und Entscheidungen mitgewirkt. Die Entscheidungen,
die aus spater zu behandelnden Grlinden z.Tl. nur die Feststellungen
des Tatbestandes enthalten, liegen an.
1.). der Pg. Frey Heinrich, Parteimitglied seit 1932, wohnhaft in
Rheinhausen, Horst- Wessel-Strasse 23, wurde aus der Partei
ausgestossen wegen Sittlichkeitsverbrechens und Rassenschande,
begangen an der 13jahrigen jiidischen Schiilerin Ruth K a 1 1 e r.
Frey ist in Haft und dem Strafgericht iiberstellt (Anlage 5).
— Seite 5 —
2. ) Der Pg. Gerstner Gustav, Parteimitgliedsnummer 3 135 242,
SA-Oberscharfiihrer, wohnhaft in Niederwerrn, z.Zt. Land-
gerichtsgefangnis Wurzburg, wurde aus der NSDAP und SA
ausgeschlossen wegen Diebstahls. Gerstner ist in Haft und dem
staatlichen Gericht iiberstellt wegen Verdachts der Rassen-
schande (Anlage 6).
3. ) Die Pgg. Schmidinger Friedrich, SA-Sturmflihrer, wohn-
haft in Linz, Eisenhandstr.36, und Hintersteiner Hans,
Parteimitgliedsnummer 434 332, SA-Sturmhauptfiihrer, wohn-
haft in Linz, Hauptstrasse 74, wurden wegen Sittlichkeits-
verbrechens an der Jiidin Unger aus der NSDAP 1 ausgeschlossen
und sind in Schutzhaft (Anlage 7).
4. ) Der Pg. N o r g a 1 1 Franz, Parteimitgliedsnummer 342 751,
SA-Sturmfiihrer, wohnhaft in Heilsberg (Ostpr.), Neuhdferstr.58,
wurde mit Verwarnung und dreijahriger Aberkennung der
Amterfahigkeit bestraft wegen Disziplinwidrigkeit, Totung der
jiidischen Eheleute S e e 1 i g in Heilsberg, entgegen gegebenem
Befehl (Anlage 8).
23
3063-PS
5.) Der Pg. Rudnik Rudolf, Parteimitgliedsnummer 162943,
SA-Sturmbannfiihrer z.V., wohnhaft in Dessau, Zerbster-
strasse 3/0, wurde mit Verwarnung und Aberkennung der
Amterfahigkeit auf die Dauer von 3 Jahren be straft wegen
Erschiessung des 16jahrigen Juden Herbert Stein nach
beendeter Aktion entgegen gegebenem Befehl (Anlage 9).
— Seite 6 —
In den folgenden Fallen der Totung von Juden wurden die
Verfahren eingestellt Oder geringfiigige Strafen ausgesprochen :
6. ) der Pg. Friihling August, Parteimitgliedsnummer ca.
4 188 000, SA-Scharfiihrer, wohnhaft in Lesum, Deichweg 132,
und der Mahlstedt Bruno, SA-Rottenfiihrer, wohnhaft in
Lesum, wegen Erschiessung des jiidischen Ehepaares Gold-
berg und wegen Erschiessung des Juden Sinasohn
(Anlage 10).
7. ) Die Pgg. Behring Willi, Parteimitgliedsnummer 209 620,
SA-Truppfiihrer, wohnhaft in Bremen, Yorkstr.40, und H e i k e
Josef, Parteimitgliedsnummer 678 884, SA-Obersturmfiihrer,
wohnhaft in Bremen, Sedanstrasse 73, wegen Erschiessung des
Juden Rosenbaum und wegen Erschiessung der Judin
Z w i e n i c k i (Anl.ll).
8. ) Die Pgg. U h 1 i c h Max, Parteimitgliedsnummer 2 473 540,
SA-Sturmfiihrer, wohnhaft in Neidenburg, Mauerstrasse 39,
Schudwitz Emil, Parteimitgliedsnummer 2 473 425, SA-
Truppfiihrer, wohnhaft in Neidenburg, Briickenstr. 6b, und
der PA. Riickstein Fritz, SA-Rottenfiihrer, wohnhaft in
Neidenburg, Heimstattenstr.8, wegen Totung der Judin Z a c k ,
Verletzung der Juden Aron, Kurt und Helmuth Z a c k.
PA. Tybussek Max, SA-Scharfiihrer, wohnhaft in Neiden-
burg, Kurzestrasse 4, PA. K u b i n Ernst, SA-Sturmmann,
wohnhaft in Neidenburg, Briickenstr. 5, und
— Seite 7 —
PA. S t r y s i o Wilhelm, SA-Rottenfiihrer, wohnhaft in Neiden-
burg, Zieglerstrasse 10, wegen Totung des Juden N a f t a 1 i
und Verletzung des Ariers D u s c h a (Anlage 12).
9. ) Der Pg. Osterreich Fritz, Parteimitgliedsnummer 489 020,
Ortsgruppenleiter, wohnhaft in Liinen-Horstmar, Preussen-
strasse 56b, wegen Erschiessung des Juden Kniebel, der
Pg. G u 1 1 Heinrich, Parteimitglied seit 1.3.1933, Kreisfach-
abteilungswalter fiir Fachabteilung „Nahrung und Genuss“,
wohnhaft in Liinen-Siid, Horst-Wessel-Strasse 80, wegen
Erschiessung des Juden Bruch (Anlage 13).
24
3063-PS
10. ) Der Pg. Frey Adolf, Parteimitgliedsnummer 1 298 915, Orts-
gruppenleiter, wohnhaft in Eberstadt, Robert- Wagner-Strasse 1,
wegen Erschiessung der Judin Susanne Stern (Anlage 14).
11. ) Die Pgg. Schmidt Heinrich, Parteimitgliedsnummer 746 215,
SS-Obersturmfiihrer, wohnhaft in Liinen, Kirchstrasse 22, und
M e c k 1 e r Ernst, Parteimitgliedsnummer 2 792 904, Blockleiter,
wohnhaft in Liinen, Kirchstrasse 46, wegen Ermordung des
Juden Elsoffer durch Ertranken (Anlage 15).
12. ) Die Pgg. Puchta Werner, Parteimitgliedsnummer 481 785,
SA-Sturmbannfuhrer, wohnhaft in Chemnitz, Gravelott-
strasse 11, Gormer Werner, Parteimitgliedsnummer 321146,
SA-Obersturmfuhrer, wohnhaft in
— Seite 8 —
Chemnitz, Planitzstrasse 130, Immerthal Guido, Partei-
mitgliedsnummer 406 588, SS-Rottenfiihrer, wohnhaft in Chem-
nitz, Geitelstrasse 20, Muller Kurt, Parteimitgliedsnummer
5 333 545, SS-Rottenfiihrer, wohnhaft in Chemnitz, Planetta-
strasse 4, wegen Totung des Juden Fiirstenheim (Anlage 16).
13. ) Der Pg. Taudte Heinrich, Parteimitgliedsnummer 172 517,
SS-Mann, wohnhaft in Aschaffenburg, Herrleinstrasse 23, wegen
Totung des Juden Vogel ( Anlage 17)
14. ) Der Pg. H e i n k e Werner, Parteimitgliedsnummer 9 135,
SS-Obersturmbannfiihrer, wohnhaft in Kiistrin, Schiifbauer-
strasse 12, wegen Totung des Juden Jakoby (Anlage 18)
15. ) Der Pg. Schenk Hans, Parteimitgliedsnummer 246 109,
SA-Obertruppfiihrer, wohnhaft in Miinchen, Tegemseerland-
strasse 208, wegen Totung des Juden polnischer Staats-
angehorigkeit Chaim B o t h ( Anlage 19 ).
16. ) Das Verfahren gegen die Pgg. Aichinger Hans, SS-Haupt-
sturmfiihrer, wohnhaft in Innsbruck, Seilergasse 9, und
Hopfgartner Walter, SS-Untersturmfiihrer, wohnhaft in
Innsbruck, Gabelsbergerstrasse 21, wegen Totung der Juden
G ra u b a r t , Dr. Bauer und Berger wurde bereits auf-
grund der Ermittlungen der Stapo und der Einzelvemehmungen
des Obersten Parteigerichts eingestellt ( Anlage 20 ).
In den Fallen 3 — 16 bittet das Oberste Partei-
gericht den Fiihrer, die Verfahren vor den
staatlichen Strafgerichten niederzuschlagen.
Der Herr Reichsminister der Justiz ist von dieser Bitte und den
ihr zugrunde liegenden Entscheidungen des Obersten Parteigerichts
in Kenntnis gesetzt.
25
3063-PS
In den Fallen 4 — 16 handelt es sich um Totungen auf Befehl,
aufgrund unklaren Oder vermeintlichen Befehls, ohne Befehl aus
Hass gegen den Juden und aus der Auffassung heraus, dass nach
dem Willen der Fuhrung Rache genommen werden sollte fur den
Tod des Pg. vom Rath, Oder um Totungen aufgrund
— Seite 9 —
plotzlichen aus der Situation heraus in der Erregung gefassten
Entschlusses, wobei auch hier der innere Grund der erklarte Zweck
der ganzen Aktion war, und die Vorstellung, daB in irgendeiner
Form Vergeltung fur den Pg. vom Rath geiibt werden sollte.
Soweit ein klarer Befehl vorliegt ( Anlagen 10,11 und 20), bedarf
die Bitte um Niederschlagung des Verfahrens gegen die unmittel-
baren Tater keinerlweiteren Begriindung. Der Befehl muss die
Verantwortung verlagern vom Handelnden auf den Befehlsgeber.
Die Manner haben zudem vielfach schwerste innere Hemmungen
niederkampfen miissen, um den Befehl durchzufuhren. Es ist —
wie auch verschiedentlich vonseiten der Tater zum Ausdruck
gebracht wurde — eben nicht Sache unserer SA- und SS- Manner,
nachts in Rauberzivil in Schlafzimmer einzudringen, um selbst den
verhassten politischen Gegner neben oder mit seiner Frau zu
erledigen.
Die Nachpriifung der Befehlsverhaltnisse hat ergeben, dass in
all diesen Fallen ein MiBverstandnis in irgend einem Glied der
Befehlskette entstanden ist, insbesondere dadurch, dass es dem
aktiven Nationalsozialisten aus der Kampfzeit selbstverstandlich ist,
dass Aktionen, bei denen die Partei nicht als Organisator in
Erscheinung treten will, nicht mit letzter Klarheit und in alien
Einzelheiten befohlen werden. Er ist infolgedessen gewohnt, aus
einem solchen Befehl mehr herauszulesen, als wortlich gesagt ist,
wie es auch auf der Seite des Befehlsgebers vielfach Ubung
geworden ist, im Interesse der Partei — gerade wenn es sich um
illegale politische Kundgebungen handelt — nicht alles zu sagen
und nur anzudeuten, was er mit dem Befehl erreichen will. So hat
wohl jeder, der im Rathaussaal anwesenden Parteifiihrer die Wei-
sung des Pg. Dr. Goebbels, dass die Partei diese Demonstration
nicht zu organisieren habe, so aufgefasst, daB die Partei als Organi-
sator nicht in Erscheinung treten solle; Pg. Dr.Goebbels wird sie
auch so gemeint haben, denn die politisch interessierten und
dariiber hinaus aktiven Kreise, die frir solche Demonstrationen in
Frage kommen, stehen eben in der Partei und ihren Gliederungen.
Sie konnten selbstverstandlich auch nur durch Dienststellen der
Partei und der Gliederungen mobilisiert werden. — So hat auch
eine Reihe
26
3063-PS
— Seite 10 —
von Unterfiihrern die an sie mundlich oder fernmiindlich gelangten,
nicht immer sehr gliicklich formulierten Befehle — z.B.: Nicht der
Jude Griinspan, das ganze Judentum trage die Schuld an dem Tod
des Pg. vom Rath, das Deutsche Volk nehme infolgedessen Rache
am gesamten Judentum, im ganzen Rei che brennten die Syna-
gogen, jiidische Wohnungen und Geschafte seien zu verwiisten,
Leben und Eigentum der Arier miisse geschiitzt, auslandische Juden
diirften nicht belastigt werden, die Aktion werde auf Befehl des
Fiihrers durchgefiihrt, die Polizei sei zuriickgezogen, Pistole sei
mitzubringen, bei geringstem Widerstand sei riicksichtslos von der
Waffe Gebrauch zu machen, als SA-Mann miisse nun jeder wissen,
was er zu tun habe usw. — so verstanden, dass nun fur das Blut
des Pg. vom Rath Judenblut fliessen miisse, dass es jedenfalls nach
dem Willen der Fiihrung auf das Leben eines Juden nicht ankomme.
(Anlage 10, B1.5 ff., Anlage 20 und Anlage 11, B1.5 ff.).’
Es ist selbstverstandlich, dass unter den geschilderten Umstanden
auch der unklare Befehl die Verantwortung nach oben verschieben
muss. Das Gleiche gilt fur den falschverstandenen Befehl. (Anlage 11,
Fall Heike, und Anlage 12.)
Eine andere Frage ist die, ob der absichtlich unklar, in der
Erwartung gegebene Befehl, der Befehlsempfanger werde den
Willen des Befehlsgebers erkennen und danach handeln, nicht im
Interesse der Disziplin der Vergangenheit angehoren muss. In der
Kampfzeit mochte er in einzelnen Fallen notwendig sein, um einen
politischen Erfolg herbeizufiihren, ohne dem Staat die Moglichkeit
zu geben, die Urheberschaft der Partei nachzuweisen. Dieser
Gesichtspunkt fallt heute weg. Auch die Offentlichkeit weiss bis auf
den letzten Mann, daB
— Seite 11 —
politische Aktionen wie die des 9. November von der Partei organi-
siert und durchgefiihrt sind, ob dies zugegeben wird oder nicht.
Wenn in einer Nacht samtliche Synagogen abbrennen, so muss das
irgendwie organisiert sein und kann nur organisiert sein von der
Partei. Der Soldat aber darf nicht in die Lage gebracht werden,
Uberlegungen anzustellen, was er nun eigentlich nach dem Willen
des Befehlsgebers zu tun habe, ob der Befehl auch wirklich so
gemeint sei, wie er lautet; denn moglicherweise kommen solche
Uberlegungen einmal in wichtigen Angelegenheiten zu einem
falschen Ergebnis oder es werden Uberlegungen angestellt, wenn
der Befehlsgeber den Befehl nun wirklich wortlich aufgefasst und
durchgefiihrt wissen will. In jedem Fall aber wird dadurch die
soldatische und damit nationalsozialistische Auffassung von Diszi-
plin und Verantwortung untergraben.
27
$063 -PS
Auch in den Fallen, in denen Juden ohne Befehl ( Anlage 13,
14 und 15 ) Oder befehlswidrig ( Anlage 8 und 9) getotet wurden,
konnten unlautere Motive nicht festgestellt werden. Die Manner
waren innerlich der Uberzeugung, ihrera Fuhrer und der Partei
mit ihrer Tat einen Dienst getan zu haben. Ein Ausschluss aus der
Partei ist deswegen nicht erfolgt. Denn letzter Zweck der durch-
gefiihrten Verfahren und damit auch MaBstab fur die Beurteilung
muss nach Auffassung des Obersten Parteigerichts sein, diejenigen
Parteigenossen zu decken, die aus anstandiger nationalsozialistischer
Haltung und Einsatzbereitschaft iiber das Ziel hinausgeschossen
waren, und auf der anderen Seite einen Trennungsstrich zu ziehen
zwischen der Partei und denjenigen, die den volkischen Freiheits-
kampf der Partei gegen das Judentum injschnoder Weise
— Seite 12 —
zu personlichen Zwecken missbraucht Oder dariiber hinaus aus
verbrecherischen Motiven gehandelt haben. Es ist infolgedessen
auch in den Fallen befehlswidrigenVorgehens lediglich dieDisziplin-
widrigkeit mit Strafen, die unter dem Ausschluss liegen, geahndet
worden.
Im Falle Schenk (Anlage 19) war der getotete Jude Chaim
Both polnischer Staatsangehoriger. Das Oberste Parteigericht hat
dem Tater vermeintliche Notwehr zugebilligt und das Verfahren
eingestellt. Die Vorgange sind zur Bearbeitung der bei den Akten
befindlichen Verbalnoten nach Abschluss des Verfahrens unverziig-
lich an das Geheime Staatspolizeiamt zuriickgeleitet worden.
Der Bericht liber das bisherige Ergebnis der Verfahren wird
vorgelegt einmal, weil die polizeilichen Ermittlungen in
den iibrigen ( insgesamt 91 ) Fallen von Totungen noch
nicht abgeschlossen sind, zum anderen, weil das bisherige Ergebnis
— was insbesondere Beweggriinde und Zusammenhange betrifft —
einen Ausschnitt und tlberblick geben durften, in Sonderheit aber,
weil der Senat kiinftig davon absehen mochte, Verfahren wegen
Totungen von Juden im Rahmen der Aktion vom 9.11.38 iiber-
haupt durchzufiihren, wenn nicht aufgrund der polizeilichen Ermitt-
lungen der Verdacht besteht, dass eigenniitzige oder
verbrecherische Beweggriinde vorliegen. Der Inhalt dieses
Berichts begriindet diese Auffassung. Dariiber hinaus hat die letzte
Hauptverhandlung in der Sache Schenk ergeben, dass der erste
bekanntgewordene Fall der Totung eines Juden, und zwar des
polnischen Staatsangehorigen, dem Reichspropagandaleiter Pg.
Dr. Go ebb els am 10.11.1938 etwa gegen 2 Uhr gemeldet und
dabei der Auffassung Ausdruck gege-
28
3063- PS
— Seite 13 —
ben wurde, dass etwas geschehen miisse, um zu verhindern, dass
die ganze Aktion auf eine gefahrliche Ebene abglitte. Pg.
Dr.Goebbels hat nach der Aussage des stellvertretenden Gauleiters
von Miinchen-Oberbayem sinngemass darauf geantwprtet, der
Melder solle sich wegen eines toten Juden nicht aufregen, in den
nachsten Tagen wlirden Tausende von Juden daran glauben miissen.
In diesem Zeitpunkt hatten sich die meisten Totungen durch eine
erganzende Anordnung noch verhindern lassen. Wenn dies nicht
geschah, so muss aus dieser Tatsache wie aus der Ausserung an
sich schon der Schluss gezogen werden, dass der schliessliche Erfolg
gewollt, mindestens aber als moglich und erwunscht in Rechnung
gestellt wurde. Dann hat aber der einzelne Tater nicht nur den
vermeintlichen, sondem den zwar unklar zum Ausdruek gebrachten,
aber richtig erkannten Willen der Flihrung in die Tat umgesetzt .
Dafiir kann er nicht bestraft werden.
Schneider
( Schneider )
Drittes S: Ds I U und mit gleicher Schrift Vm unter Datum Kop I 1 am
Rand n T groBe Dreieck-Kl (Bl-ei) I Unterstreichung im T Ziegelrot
Berlin, den 22. Februar 1939.
ah 27/2. (P uni)
Lieber Parteigenosse B u c h !
Ich danke Ihnen ftir die Ubersendung des Berichtes
Ihres Sondersenats liber die bisher abgeschlossenen Verfahren
betr. die Ausschreitungen anlasslich der judengegnerischen Aktionen
vom 9./10. November 1938, von dem ich Kenntnis genommen
habe.
Heil Hitler!
Ihr
gez . Goring .
An
den Obersten Parteirichter
Walter Buch,
Miinchen,
29
DOCUMENT 3064-PS
EXTRACTS FROM ENGLISH TRANSLATION (MADE BY THE MONI-
TORING SERVICE OF THE B. B. C.) FROM THE RECORDS OF GER-
MAN PROPAGANDA BROADCASTS BY FRITZSCHE, 1941-1945;
CERTIFYING AFFIDAVIT BY DIRECTOR OF B. B. C. MONITORING
SERVICE, 8 NOVEMBER 1945 (EXHIBIT USA-723)
EXPLANATORY NOTE:
Transcriptions are microfilm prints. All strike-outs noted in footnotes by hand.
I, MALCOLM ARGLES FROST of Broadcasting House, London,
W.l. make oath and say as follows: —
1) I am employed by the British Broadcasting Corporation as
Director of the Monitoring Service of the British Broadcasting
Corporation.
2) One of the principal functions of the above-mentioned
Monitoring Service was to make an accurate and complete transcrip-
tion of every enemy broadcast for H. M. Government and Service
Departments and during the period of hostilities with Germany
the said Monitoring Service has made dictaphone recordings each
day of the radio transmissions in the German language from German
and German-controlled broadcasting stations.
3) So soon as a broadcast as above described has been recorded,
it is reproduced phonetically and translated from the German into
the English language, such translation being made directly from the
phonetic reproduction by a person who has heard the original broad-
cast, being a person fully conversant equally with the German and
English languages, and taken down contemporaneously with such
translation at dictation speed on a typewriter by a person fully
conversant with the English language.
4) The personnel employed by the said Monitoring Service to
perform the functions of translation from the German into the
English language described in paragraph 3 above were and always
have been persons fully conversant equally with the German and
English languages.
5) When such translations into the English language were made
as above described, they were published in summary form in a
document issued daily by the said Monitoring Service and entitled
“The Monitoring Daily Digest”.
6) The translations into the English language of the broadcasts
contained in the exhibit annexed to this my affidavit were obtained
30
3064-PS
in the manner set out in paragraphs 2 to 4 hereof inclusive and
further are to the best of my knowledge and belief (subject to
paragraph 8 hereof) full verbatim translations of broadcasts made
in the German language on the days and at the times (British
Summer Time, Double British Summer Time or Greenwich Mean
Time or as the case might be) from the transmitting stations therein
stated by a person introduced from the said transmitting stations
as and purporting to be “HANS FRITZSCHE”.
7) When such translations as above described had been made
they were, in the normal course of business checked by one of
the Monitoring Supervisors of the said Monitoring Service against
the phonetic reproduction of the original broadcast (such Monitoring
Supervisors being persons fully conversant equally with the German
and the English languages) and thereafter the wax cylinders on
which the said broadcasts in the German language were recorded
were “shaved” in the ordinary course of business to permit of their
further use for subsequent broadcasts.
8) The typewritten texts of the broadcasts appearing in the
exhibit annexed to this my affidavit are, if they be read as though
there were no alterations or corrections thereof or deletions there-
from (other than alterations, corrections or deletions of type-
ographical errors), the translations of the original broadcasts in
German made as above described. Alterations in ink thereto were
made subsequently either by one of the Monitoring Supervisors as
mentioned above or by a person employed by the said Monitoring
Service to sub-edit such translations and consist either of improve-
ments of the English wording of the original translation or of
— Page 2 —
deletions from such original translations with a view to summarising
it and eliminating therefrom such matter in the original translation
contained as was considered by the person so employed to be
unnecessary to include in such summary and thereafter such
summary was published in the daily edition of “The Monitoring
Daily Digest” as above described.
9) The documents annexed to this my affidavit as an exhibit
thereto are true and accurate microfilm copies of the translations
of the original broadcasts in German made in the manner herein-
before described.
10) Paragraph 8 hereof is a true and accurate account of the
method adopted by the said Monitoring Service in dealing with the
translations of the original broadcasts in German made as above
described.
31
3064-PS
11) The procedure described in this my affidavit is a true and
Accurate description of that adopted by the said Monitoring Service
throughout the period defined in paragraph 2 hereof.
M. A . Frost
Sworn at 41 Whitehall in the )
County of London, England, )
this 8th day of November 1945, )
before me — /s/ F. W. Grain
*) Notary Public
2) London
— Page 1 —
18.3.41
1. Americas aid for Britain began with a speech, a speech by the
President Roosevelt which started off with the sentence that whatever
he would have to say would be recorded by History, word for word.
Well, it is always a rather dubious matter to want to interfere
with the Muse of History or to attempt to guide her pen. I mostly
happened that History paid no attention to the words which were
whispered into her ear but that she entered the deeds which were
achieved into her great book. If she condescented to record words,
however, which were spoken before her face she did so only with
words of profound and utter sincerity. The speech, however, which
Roosevelt made recently for the sake of an entry in the great
History Book was built on so many errors and was based so
exclusively on the misuse of a wrongly-understood conception of
freedom that one need not be a prophet to assume that the day will
come when Mr. Roosevelt will live on the hope that History has
not put down his speech too accurately.
2. Roosevelt of course started from the assumption on which his
Lend and Lease Bill also rests, the assumption that the form of life
of the young nations with an authoritarian government is nothing
but the outcome of the tyranny of a handful of men. Roosevelt
also silently assumed that the nations in question, that is to say
particularly the German nation, had either been too weak to resist
tyranny or that they light-heartedly followed some dictators or
others only to destroy the culture of mankind and the achievements
*) Rubber stamp: H. De Pinna and John Venn, Notaries Public, London
2) Notarial seal: Felix William Grain, London (blue, green ribbon)
32
30 64 -PS
of civilisation. The great sage from the New World knows of
course full well that for instance the Fuehrer of the German people
did not seize the power as a dictator but that he took over when
he had the absolute majority of the German people behind him —
strictly according to the rules of the democratic game. A majority
which after his advent to power grew till it became a unity. Roose-
velt also knows of course that the attainment of a national discipline
of the German people which is unique in history was the reply to
the attempt after the severing of a third of the German people
from the Reich to deprive the remainder of all political rights and
to strangle them economically.
3. When a few years ago people like Chamberlain and Churchill
began to call on the English to fight National Socialist Germany,
they had at least to try to take these facts into account and to
begin by disputing them away because the English people knew
at least something — though not such — of what the neighbours of the
Reich owed to Germany for centuries. Mr. Roosevelt, however, who
spoke to the U.S. Americans, believed, very significantly to be exempt
from this discussion. It is most characteristic that he was so sure
of the ignorance of his compatriots concerning things European in
general and things German in particular and of the success of years
of press campaigning simply to wave away the discussions of these
uncomfortable facts*) with which Mr. Churchill still had laboriously
to cope. Let us insert: whoever hopes to write himself into the
Book of History must at least have read the preceding pages of
that book. But now Mr. Roosevelt operates on the unsafe ground
of the ignorance of his listener with the conception of freedom and
with the things which according to his opinion are akin to this
conception, such as for instance, democracy, right of self-
determination of small nations, refutation of the idea of world
domination and so on. Such a venture is bound to come off badly.
There was first the ago-old accusation that Germany was out to
destroy all elective governments in the world,
— Page 2 —
including America. Dear listeners, we have refuted this accusation
so often that a new denial cannot bring anything new. We have
always stressed that the idea of the authoritarian State is no article
for export and that the one system of government does not suit all
nations. It was precisely the allegedly so broadminded democrats
who wanted to impose their system of government on us, and who
declared war on us for the sake of our system of government — a
fact which had again been admitted by Roosevelt. The evidence
for this is recorded in the Book of History.
8) “molesting sects” stricken out
33
3064-PS
4. As Mr. Roosevelt confronts the conceptions of loyalty and
obedience with each other, in connection with the democratic idea,
it is hardly superfluous to point out that there is a third matter
which plays the main part in the elections, both of the British and
American democracies: money. Nobody can embark on an electoral
campaign in England who does not either possess a fortune or has
not the necessary funds placed at his disposal — a state of things
which has taken so gigantic dimensions in the U.S.A. that the “trusti-
fied” election machine is hardly fuelled with arguments but almost
exclusively with dollars. National Socialism, however, - stood its
great test on the democratic ground not with the help of a fatter
money bag but with that of better arguments. If the basic assump-
tions are as faulty as are these, their practical application is bound
to be truly disastrous. Thus Roosevelt said among other things
that each nation, however small, had the natural right to exist as a
nation. We underline this passage three times and entirely agree
with it. We are the more keen to do it because we have no need
first to start polemics against the citizens of our own State who
come from various nations, to put them under pressure as “hyphen
Americans” in order to let them grow together into a new nation.
We are the more willing to approve of this remark because our
present fight for existence originated from a violation of this theorem
concerning the right of each nation to live its own life. After all
one cannot with impunity dismember the greatest nation of the
European Continent under the motto of: the freedom of nations,
and distribute the pieces to half a dozen States only to decimate
the remainder by tributes and unemployment.
5. But the crown of all wrongly-applied Rooseveltian logics is the
sentence QUOTE There never was a race and there never v/ill be a
race which can serve the rest of mankind as a master. UNQUOTE.
Here too we can only applaud Mr. Roosevelt. It is precisely because
there exists no race which can be the master of the rest of mankind,
that we Germans have taken the liberty to break the domination of
Jewry and of its capital in Germany, of Jewry which believed to
have inherited the Crown of secret world domination. It was
precisely for the same reason that we found the English world
domination, as far as it concerned ourselves and our countrymen,
intolerable. We are pleased that Mr. Roosevelt shares our opinion,
a fact which surprises us, because his own policy on the American
Continent seemed so far to take a different course. But should
Mr. Roosevelt be in search of a field in which to put his theory about
the freedom of nations into practice, we recommend for instance ,
British India to him, where at present no less than 32 Indian
Ministers are reclining in English prisons.
34
3064-PS
6. The English know, of course, that Roosevelt was not quite as
serious as all that about the putting into practice of his theory.
They quite rightly understand that he only wants his maxims to
be applied against Germany and thus they dote at present, in their
broadcasts and in their press, on this rhetorical help from America
and the material support which was emerging behind it. They are
so unconditionally prepared to place their confidence in Roosevelt’s
conception of freedom that yesterday in a broadcast play on the
London wireless it was already said that America’s frontier was
now lying on the Thames. They are also most willing to confirm to
Mr. Roosevelt the longed-for historical importance of his words.
7. Dear Listeners, we too, are convinced that Roosevelt’s words
and Roosevelt’s Aid for Britain Bill will go down to History — only
somewhat differently from what he believed. One day it will be
recorded in the Book of History that a man from the New World
misunderstood the problems of the Old Continent, that he encouraged
the representatives and heirs of an old-world domination who were
already defeated and in despair, that he promised them arms which
were despatched but which never arrived, and the Book of History
will proclaim that the
— Page 3 —
nation which he wanted to help cursed him because his promises
only prolonged the tyranny of a despairing and cornered war-
monger who was thus given opportunity in vain to sacrfice more
English lives to the war which he had unleashed. History, whom
Roosevelt invoked, will record that Roosevelt’s speech had no other
effect than to prolong the criminal fraud which Winston Churchill
commits against his own the English, nation. Twenty years ago a
predecessor of Roosevelt’s — a member of the same party — believed
himself to be able to lay the foundation of a New World Order by
interfering in European matters. He, too, believed that he was
writing History but even in his own lifetime his own nation tore
the pages he wrote out of the Book. For the New World his work
remained an episode, for the Old World a lasting misfortune which
has now finally been liquidated. We people of Europe have
experienced attempts to strangle us with the slogan of freedom. We
do not know how sincere or how little sincere Roosevelt is about
the slogans which he used. We do not know whether he wants to
catch fools in the noose of these beautiful notions, or whether he
wants with this lassoo to fetter the Goddess of History, so that she
blesseth him. We only know that the Fuehrer said QUOTE: England
will fall and there is no power on earth which can change that.
UNQUOTE.
35
3064-PS
5.7.41
With horror, the world learned how the new men in power at the
Kremlin selected the most brutal and degenerate individuals from
amongst the motley mixture of peoples inhabiting those wide*)
spaces to serve as hangmen against scholars and priests, ordinary
and educated men, rich and poor, men and women alike.
Even worse than the marks of the mental, economic and social
terror exercised by the Jewish Commissars were those of physical
terror which the German Army met along the roads of its victory.
A few hours only before the fall of Lwow, Bolshevist agents,
including even women, gave vent to their hatred and fury against
helpless Ukrainian prisoners. Intoxicated with bloodlust, it seems,
these monsters4 5) fell upon their victims with machine-guns, pistols,
and knives. Nor was murder the worst of the atrocities perpetrated.
Deeply shaken, the P. K. reporters stood before prisons, in which
the bodies of violated and murdered Ukrainians were piled up by
the hundred, even by the thousand. •
The evidence of letters reaching us from the front, of P.K. reporters
and soldiers on leave shows that, in this struggle in the East, not
one political system is pitted against another, not one view of life
is fighting another, but that culture, civilization, and human decency
make a stand against the diabolital principle of a sub-human world.
It was only the Fuehrer’s decision to strike in time, that saved our
homeland from the fate of being overrun by those sub-human
creatures, and our men, women, and children from the unspeakable
horror of being their prey.
Wherever the German soldiers went in the country which the
Soviet rulers had dominated partly for two years, partly for more
than two decades, they encountered the traces of deeds which a
normal human being, acting from a healthy instinct, at first refuses
to see, because they are too despicablex — deeds which he later forces
himself to see if he is a decent and honest fellow and thinks for a
4) “wild” stricken out
5) “in human shape” stricken out
36
3064-PS
while; finally making holy resolve to give his aid in the final
destruction of those who are capable of such dastardly acts. In the
meantime a whole stream of news about such Bolshevik atrocities
has poured over the German people.
The Bolshevist agitators make no effort to deny that in the towns
thousands, in the villages hundreds of corpses of men, women and
children have been found, who had been either killed or tortured
to death. Yet the Bolshevik agitators allege that this was not done
by Soviet commissars but by German soldiers. Now we Germans
know our soldiers. No German woman, father or mother nequire
proof that their husband or their son cannot have committed such
atrocious acts.
9.10.41.
We know very well that these German victories6) have not yet
stopped the source of hatred, which, for a long time, had fed the
warmongers and from which this war originated. The international
Jewish-Democratic-Bolshevik campaign of incitement against Ger-
many still finds cover in this or that fox’s lair or rat-hole. We have
seen only too frequently how the defeats suffered by the warmongers
only doubled their senseless and impotent fury;
Today, we can only say: Blitzkrieg, or no — this German thunderstorm
has cleansed the atmosphere of Europe. It is quite true that the
dangers threatening us were eliminated7) with lightning speed; yet
in these lightning blows which shattered England’s allies on the
Continent, we saw not a proof of the weakness, hut a proof of the
strength and superiority of the Fuehrer’s gift as a statesman and
military leader; a proof of the German peoples’ force; we saw the
proof that no opponent can stand up to the courage, discipline and
readiness for sacrifice displayed by the German soldier; and we are
particularly grateful for these lightning8) victories because — as the
Fuehrer emphasised last Friday — they give us the possibility of
embarking on the organisation of Europe and of lifting the treasures
of this old continent even in the middle of war, without having to
•) “unparalleled in history” stricken out
7) “one after the other” stricken out
8) “unmatched” stricken out
37
3064-PS
keep millions and millions of German soldiers on guard, fighting
day and night along this or that threatened frontier; and the possi-
bilities of thi§ continent are so rich that they suffice for any need
of peace or war.
18.12.41.
The fate of Jewry in Europe has turned out to be as unpleasant as
the Fuehrer precicted it would be in the event of a European war.
After the extension of
— Page 5 —
the war instigated by Jews, this unpleasant fate may also spread
to the New World, for you can hardly assume that the nations of
the New World will pardon the Jews for the misery of which the
nations of the Old World did not absolve them.
4.5.43.
It is the double front of the Jewish slave drivers, the slave drivers
with the Bolshevik emblem in Moscow, who, during a quarter of
a century, forced almost 200,000,000 men to Stakhanov labour for
their armaments, and the slave drivers who, in the shape of pluto-
crats, govern the so-called Western Democracy, and who, under a
thin coating of ideals of freedom, indulge in dollar imperialism.
This is the double front of Jewish slave drivers to whom the idea
of a peaceful Reich was unbearable, a Germany who from 1933 to
1939 did away with unemployment and overcame all the difficulties
of a poor country with her own resources. It is the front of those
who are justly afraid that the example of the National Socialist
achievements in the political and economic sphere would be sufficient
to overthrow the two Jewish ideologies of Bolshevism and of
Plutocratic Liberalism.
8.1.44.
It is revealed clearly once more that not a system of Government,
not a young nationalism, not a new and well-applied Socialism
brought about this war. The guilty ones are exclusively the Jews
and the Plutocrats. If discussion on post war problems brings this
to light so clearly, we welcome it as a contribution for later dis-
cussions and also as a contribution in the fight we are waging now,
for we refuse to believe that the world will trust its future9) to these
powers which have brought about the war.
9) “developments” stricken out
38
3064-PS
This clique of Jews and Plutocrats had invested their money in
armaments and they had to see to it that they would get their
interests and sinking funds — hence, they unleashed this war.
13.1.45
If Jewry provided a link between such divergent elements as
Plutocracy and Bolshevism and if Jewry was first able to work
successfully in Democratic countries in preparing this war against
Germany, it has by now placed itself unreservedly on the side of
Bolshevism which, with its entirely mistaken slogan of racial freedom
against racial hatred, has created the very conditions the Jewish
race requires in its struggle for domination over other races, because
Jews allow only they themselves and never anyone else, to call them
Jews.
The “Israelitisches Wochenblatt” of Switzerland has published a
survey of Jews in holding leading positions in Britain. The paper
naturally ommitted the name of the Jewish swindler Lord Melchett.
But even so this list does not mention the names of all men repre-
senting decisive Jewish influence. It is significant that international
Jewry is willing to remove by murder, if necessary, any British
representative inconvenient to its cause and, one the other hand,
to praise the spokesmen of British grand policy who tow the line.10)
— Page 6 —
Not the least results of German resistance on the fronts, so un-
ecpected to the enemy, is the fruition of a development which began
in the pre-war years — the process of subordinating British policy
to farreaching Jewish points of view. It began long before this war
when Jewish emigrants from Germany started their warmongering
against us from British and American soil. It continued when these
emigrants came to terms with a Churchill and a Roosevelt in their
hatred of Germany and when the Jewish link brought about coalition
with Bolshevism. The process is completed by Britain abandoning,
first her positions in Europe and, finally, herself to Bolshevism under
the same influence — the Bolshevism against which National Socialist
Germany alone can defend the peoples of Europe and their civilisa-
tion. And yet, here too, we find that a National Socilist thesis has
proved right. This attempt aiming at the establishment of Jewish
world domination, now increasingly recognisable, has come to a
head at the very moment when the peoples’ racial instinct has been
awakened far too widely to promise success to the undertaking.
l0) “and conform” stricken out
39
DOCUMENT 3119-PS
FROM A PUBLICATION OF% THE YEAR 1937: PART PLAYED BY
FRICK IN DEFENSE LEGISLATION AND IN THE ESTABLISHMENT
OF THE GERMAN UNITARY STATE (EXHIBIT USA-711)
A us: Dr. Wilhelm Frick und sein Ministerium. Herausgegeben von Staats
eekretar Hans Pfundtner, Miinchen 1937.
Reichsminister Dr. Frick und sein Werk
Von Staatssekretar Hans Pfundtner
— Seite 23 —
Daneben muB noch die fiihrende Mitarbeit des Reichsinnenmini-
sters auf dem wichtigen Gebiet der „W ehrgesetzgebung“
und damit am Aufbau unserer Wehrmacht besonders
hervorgehoben werden. 1st doch der Reichsinnenminister der
„z i v i 1 e“ Landesverteidigungsminister, der als
soldier nicht nur das Wehrgesetz vom 21. Mai 1935 neben dem
Reichswehrminister mitgezeichnet, sondem als oberster Chef der
allgemeinen und inneren Verwaltung sowie der Polizei vom Fiihrer
und Reichskanzler auch wichtige Befugnisse im Ersatzwesen und
in der Wehriiberwachung iibertragen erhalten hat.
Dr. Wilhelm Frick, der Mann und Mensch
Von Ministerialrat Dr. Franz Metzner.
— Selte 199 —
Wahrend der Marxismus in PreuBen von der harten Faust des
preuBischen Ministerprasidenten Hermann Goring niedergeschlagen
wurde und eine riesige Propagandawelle die Reichstagswahl zum
5. Marz 1933 einleitete, bereitete Dr. Frick die restlose Machtiiber-
nahme in alien Landem des Reiches vor. Mit einem Schlag waren
alle politischen Gegensatze verschwunden, mit einem Schlag war die
Mainlinie beseitigt! Im Deutschen Reiche herrschte von diesem Zeit-
punkt ab nur noch e i n Wille und eine Fiihrung. Am 9. Marz
1933 ubemahm der Befreier Miinchens aus roter Bolschewisten-
herrschaft, General Ritter von Epp, auf Befehl des Reichsministers
Dr. Frick als Reichsstatthalter Adolf Hitlers die Regierung Bayerns.
Damit wurde die Machtiibernahme in alien Landern abgeschlossen
und das Reich der nationalen Einheit aufgerichtet.
40
DOCUMENT 3124-PS
FROM A LECTURE BY HESS TO A WEHRMACHT TRAINING CLASS
ON NATIONAL POLITICS, 16 JANUARY 1937: AIMS AND ACTIVI-
TIES OF THE NSDAP AT HOME AND ABROAD (EXHIBIT GB-253)
A u s : Rudolf HeB / Reden, Verlag Franz Eher Nachf., 2. Auflage, Miinchen 1938
— Seite 242 —
Hat die Partei die V o 1 k s g e m e i n s c h a f t erreicht,
so erfullt sie jetzt ihre Aufgaben an dieser
Volksgemeinschaft: Die Organisationen der NSDAP. wer-
den eingesetzt zur Auf klarung desVolkes liberRasse-
und Gesundheitsfragen mit dem Ziele der Besserung von
Volksgesundheit und Rasse und der Erhohung der VolkszahL
— Seite 243 —
Wie in der Heimat, so werden auch drauBen durch die national-
sozialistischen Landesgruppen und Ortsgruppen der NSDAP. die
Deutschen im nationalsozialistischen Sinne beeinfluBt. Sie werden
wieder zu stolzem Bewufitsein ihres Deutschtums, zum Zusammen-
halt untereinander, zur Achturig voreinander erzogen — werden
erzogen, daB sie den Deutschen stets hoher stellen als Angehorige
einer fremden Nation, ohne Riicksicht auf Stand Oder Herkunft.
DOCUMENT 3163-PS
FROM THE NATIONAL SOCIALIST YEARBOOK, 1941: SCOPE OF THE
DUTIES ASSIGNED TO HESS AS DEPUTY Ft)HRER, ACCORDING TO
THE DECREE OF 21 APRIL 1933 AND SUBSEQUENT ORDERS (EXHIB-
IT USA-324)
A u s : Nationalsozialistisches Jahrbuch 1941, Herausgeber: Dr. Robert Ley,
15. Jabrgang, VeTlag Franz Eher Nachf., Miinchen
41
3163-PS
— Seite 219 220 —
Der Stellvertreter des Fuhrers
Rudolf HeB
Durch ErlaB des Fuhrers vom 21. April 1933 hat der Stellver-
treter des Fuhrers die Vollmacht erhalten, „in alien Fragen der
Parteifiihrung im Namen des Fuhrers zu entscheiden”. Damit ist
der Stellvertreter des Fuhrers bevollmachtigter Vertreter des
Fuhrers fur die gesamte Ftihrung der Nationalsozialistischen Deut-
sehen Arbeiterpartei. Die Dienststelle des Stellvertreters des Fiih-
rers ist daher eine Dienststelle des Fuhrers.
Dem Stellvertreter des Fuhrers obliegt im wesentlichen die
Aufgabe, die Parteiarbeit grundsatzlich zu lenken, die Richtlinien
zu geben und Vorsorge zu treffen, daB die gesamte Parteiarbeit nach
nationalsozialistischen Grundsatzen ausgerichtet bleibt.
Beim Stellvertreter des Fuhrers laufen alle Faden der Partei-
arbeit zusammen. Alle parteiintemen Planungen und alle fur den
Bestand des deutschen Volkes lebenswichtigen Fragen werden von
ihm in letzter Parteiinstanz entschieden. Der Stellvertreter des
Fuhrers gibt fur die gesamte Parteiarbeit die erforderlichen Richt-
linien, um die Einheit, Geschlossenheit und Schlagkraft der
Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei als Tragerin der
nationalsozialistischen Weltanschauung zu erhalten.
Dem Stellvertreter des Fuhrers sind neben der Aufgabe der
Parteifiihrung weitgehende Befugnisse im Bereich des Staates
zugewiesen, und zwar:
1. Beteiligung an der Reichs- und Landesgesetzgebung (Gesetze
und Verordnungen) einschlieBlich der Vorbereitung von Fiihrer-
erlassen. Der Stellvertreter des Fuhrers bringt dabei die Auffassung
der Partei als Huterin der nationalsozialistischen Weltanschauung
zur Geltung. (Fiihrererlasse vom 27. Juli 1934 und vom 6. April 1935).
2. Zustimmung des Stellvertreters des Fuhrers zu Ernennungs-
vorschlagen fur Beamte und Arbeitsdienstfiihrer. (Erlasse des
Fuhrers vom 24. September 1935, 10. Juli 1937 und 3. April 1936.)
3. Sicherung des Einflusses der Partei auf die Selbstverwaltung
der Gebietskorperschaften. (§ 18 Deutsche Gemeindeordnung, § 3,
Abs. 5, der Ersten Verordnung zur Durchfuhrung des Ostmark-
gesetzes vom 10. Juni 1939 und § 2, Abs. 5, der Ersten Verordnung
zur Durchfuhrung des Sudetengaugesetzes vom 10. Juni 1939.)
42
DOCUMENT 3189-PS
HITLER’S DECREE, 4 FEBRUARY 1938, ESTABLISHING A SECRET
CABINET COUNCIL UNDER NEURATH’S CHAIRMANSHIP AS AD-
VISORY BODY FOR THE STEERING OF FOREIGN POLICY (EX-
HIBIT GB-249)
A u s : Dokumente der Deutschen Politik. GroBdeutschland 1938. Herausgeber:
Paul Meier-Benneckenstein, Bearbeiter: Dr. Hans Volz. Band 6, Teil 1, Verlag
Junker und Diinnhaupt, Berlin 1939
— Seite 4 —
1 a. ErlaB des Fiihrers und Reichskanzlers
uber die Errichtung eines Geheimen Kabinettsrats
vom 4. Februar 1938. ^
Zu meiner Beratung in der Fuhrung der AuBenpolitik setze ich
einen Geheimen Kabinettsrat ein.
Ich emenne zum Prasidenten des Geheimen Kabinettsrats
den Reichsminister Freiherrn von Neurath.
Ich berufe als Mitglieder in den Geheimen Kabinettsrat:
den Reichsminister des Auswartigen Joachim von Ribben-
trop,
den PreuBischen Ministerprasidenten, Reichsminister der
Luftfahrt und Oberbefehlshaber der Luftwaffe, General-
f eldmarschall Hermann Goring,
x) RGB1. I, S. 112.
— Seite 5 —
den Stellvertreter des Fiihrers, Reichsminister Rudolf HeB,
den Reichsminister fur Volksaufklarung und Propaganda
Dr. Joseph Goebbels,
den Reichsminister und Chef der Reichskanzlei Dr. Hans-
Heinrich L a m m e r s ,
den Oberbefehlshaber des Heeres, Generaloberst Walther
von Brauchitsch,
den Oberbefehlshaber der Kriegsmarine, Generaladmiral
Dr. h. c. Erich R a e d e r ,
43
3183-PS
)
den Chef des Oberkommandos der Wehrmacht, General der
Artillerie Wilhelm Keitel.
Die laufenden Geschafte des Geheimen Kabinettsrats fiihrt der
Reichsminister und Chef der Reichskanzlei.
DOCUMENT 3196-PS
HITLER’S DECREE, 21 APRIL 1933, APPOINTING HESS AS HIS DEP-
UTY (EXHIBIT USA-263)
A n s : Nationalsozialistische Partei-Korrespondena. Pressedienst der NSDAP.
NSK Folge 379, 27. April 1933, Blatt 1.
NSK Der Fuhrer erlaBt folgende Verfugungen:
Verfugung.
Den Leiter der Politischen Zentralkommission, Pg. Rudolf HeB,
emenne ich zu meinem Stellvertreter und erteile ihm Vollmacht, in
alien Fragen der Parteifuhrung in meinem Namen zu entscheiden.
Miinchen, den 21. April 1933.
gez. Adolf Hitler
DOCUMENT 3201-PS
DIAGRAM SHOWING THE ORGANIZATION OF THE STAFF OF THE
FUHRER’S DEPUTY IN THE YEAR 1940 (EXHIBIT GB-251)
A u s : Organisationsbuch der NSDAP. Herausgeber: Der Reichsorganisations-
leiter der NSDAP. 6. Auflage, Verlag Franz Eher Nachf., Miinchen 1940.
44
3201 -PS
— Seite 151 —
Stab des Stellvertreters des Fiihrers
45
DOCUMENT 3203- PS
ESTABLISHMENT, 3 JUNE 1936, OF AN ORGANIZATION KNOWN
AS “STUDENTS’ FIGHT AID” (STUDENTENKAMPFHILFE) FOR THE
FINANCIAL ASSISTANCE OF THE NATIONAL SOCIALIST STU-
DENTS’ UNION (EXHIBIT USA-577)
Aus: Gerd Riihle: Das Dritte Reich. Dokumentarische Darstellung des Auf-
baues der Nation. Das vierte Jahr. 1936. Hummelverlag Berlin.
— Seite 360 —
Nationalsozialistische Studentenkampfhilfe
Zur finanziellen Unterstiitzung der wichtigen Arbeit des NSDStB.
wurde durch ErlaB (vom 3. Juni) des Stellvertreters des Fiihrers,
Pg. Rudolf HeB, die „ Nationalsozialistische Studentenkampfhilfe “
(die in den friiheren Kampfjahren sehon einmal bestanden hatte)
erneut ins Leben gerufen und ihre Leitung dem Gauleiter des Tradi-
tionsgaues Miinchen-Oberbayern, Pg. Adolf Wagner, iibertragen.
DOCUMENT 3211-PS
FROM A SPEECH BY GOBBELS TO THE SA GROUP BERLIN-BRAN-
DENBURG, 17 OCTOBER 1935: THE PART PLAYED BY THE SA AS
“STRONG ARM” OF THE NSDAP IN ELIMINATING POLITICAL
OPPONENTS; THE NUREMBERG LAWS AS A POLITICAL NECESSITY
FOR THE ANTI- JEWISH NATIONAL SOCIALIST GOVERNMENT
(EXHIBIT USA-419)
Aus: Das Archiv. Nachschlagewerk fur Politik, Wirtschaft, Kultur. Heraus-
geber: Ministerialrat Dr. Kurt Jahnke, Bearbeiter: Gaupresseamtsleiter Ernst
Jaenicke. Jahrgang 1935/36, Oktober 1935, Berlin.
— Seite 939 —
Goebbels vor der SA
Auf einer Kundgebung der SA-Gruppe Berlin-Brandenburg im
Sportpalast in Berlin, bei der Obergruppenfiihrer v. J a g o w ein-
leitend von seiner endgiiltigen Ernennung zum Ftihrer der Gruppe
46
3211-PS
Mitteilung machte, sprach der Reichspropagandaminister, Dr.
Goebbels, u. a. iiber die Bedeutung der SA als einer historischen
Gegebenheit im nationalsozialistischen Staate.
Eine Armee brauche auch nicht ihre Existenzberechtigung durch
dauernde Kriegsfuhrung nachzuweisen, sondern ihr bloBes Dasein
verhindere meistens den Krieg. Die Leute, die behaupten, es gebe
keine innerpolitischen Gegner mehr, darum brauche man auch keine
SA mehr, verwechseln Ursache und Wirkung. „D i e innerpoli-
tischen Gegner sind nicht aus unbekannten
geheimnisvollen Griinden verschwunden, son-
dern weil dieBewegung in ihrenOrganisationen
Kraftarme besitzt. Und der starkste Kraftarm
der Bewegung ist die SA.“
— Seite 940 —
Hinsichtlich der Nurnberger Judengesetzgebung — vgl. Si, S. 870
(Bd.18) — stellte Dr. Goebbels fest: „Die Judenfrage wird nicht vom
einzelnen, sondern nach Gesetzen gelost, die wir erlassen, weil wir
eine antijudische Regierung sind. Das zu tun ist uns ein politisches
Bediirfnis, an das wir von niemandem erinnert zu werden brauchen.
Es bedarf dazu aber der Disziplin der Parteigenossen. Es kann nicht
jeder so vorgehen, wie es ihm paBt, so wenig, wie der Soldat im
Kriege selbst bestimmen kann, wann und wo eine Offensive gemacht
wird.“
DOCUMENT 3214-PS
PUBLIC NOTICE, 27 OCTOBER 1938: EMPLOYMENT OF THE SA
FORMATION “FELDHERRNHALLE” AS A REGIMENT OF THE AIR
FORCE (EXHIBIT USA-432)
Aus: Das Archiv. Nachschlagewerk fur Politik, Wirtschaft, Kultur, Heraus-
geber: Ministerialrat Alfred-Ingemar Berndt. Jahrgang 1938/39, Oktober 1938,
Berlin.
— Seite 1069 —
Wehrdienst der SA-Standarte „Feldherrnhalle“
Es wurde bekanntgegeben, daB in der SA-Standarte „Feldherrn-
halle“, deren Chef Generalfeldmarschall SA-Obergruppenfiihrer
47
3214-PS
Goring ist, junge wehrdienstpflichtige SA-Manner
und Hitler- Jungen ihrer Wehrdienstpflicht genugen konnen
— vgl.Ba, S.1452 (Bd.34). Die Standarte wurde bei der Besetzung
des Sudetenlandes — vgl.Si, S.1073 — unter ihrem Fuhrer und
Regimentskommandeur, SA-Gruppenfiihrer R e i m a n n , zum
erstenmal als Regiment der Luftwaffe mit besonderen
Aufgaben eingesetzt.
Eingestellt werden nur Freiwillige im Alter vom 18. bis zum
vollendeten 25. Lebensjahr, die sich nach mindestens einer halb-
jahrigen Zugehorigkeit zur SA oder einjahriger HJ-Zugehorigkeit
zu dreijahriger Dienstzeit verpflichten. Im offentlichen und Parade-
dienst tragen die Angehorigen der Standarte braune SA-Uniform
mit zwei Achselklappen und Luftwaffenhoheitszeichen, in Felddienst
und Manover das Fliegergrau mit dem Armelband der Standarte
Feldhermhalle. Die Dienststelle des Standartenstabes befindet sich
in Berlin W 8, VoBstraBe 1.
DOCUMENT 3215-PS
EXTRACTS FROM AN ARTICLE BY VIKTOR LUTZE, CHIEF OF STAFF
OFTHESA, 11 MARCH 1939: DUTY OF THE SA TO UNDERTAKE THE
“EDUCATION FOR DEFENSE” OF THE GERMAN PEOPLE (EXHIB-
IT USA-426)
Au«: Das Archiv. Nachschlagewerk fur Politik, Wirtschaft, Kultur. Herau9-
geber: Ministerlaldirigent Alfred-Ingemar Berndt, Jahrgang 1938/39, Marz 1939,
Berlin.
— Seite 1834 —
Lutze liber die Wehrerziehung der SA.
Der Stabschef der SA, Lutze, veroffentlichte im „Volkischen
Beobachter* (VB. v. 11.3.39) einen Aufsatz „Die SA-Wehrmann-
schaften“, in dem er die Obertragung der vor- und nachmilitarischen
Wehrerziehung auf die SA als AbschluB einer zielbewuBt erarbeite-
ten Entwicklung wiirdigte und die geistigen und organisatorischen
Grundlagen zur Erfiillung des erweiterten Erziehungsauftrages
darlegte:
In dem Aufsatz wird einleitend f estgestellt, daB der Fuhrer
der SA niemals zeitbefristete Auftrage erteilt hat, sondem daB seine
Gedankengange iiber Ziel und Zweck der SA schon feststanden,
48
3215-PS
noch ehe er in „Mein Kampf“ hieriiber eine umfassendere Dar-
stellung gab. Bereits 1920 bei der Griindung der National-
sozialistischen Sportabteilung (SA) legte der Fuhrer
dieser damaligen SA ihren umfassenden Auftrag fest, indem er im
Gnindungsprotokoll erklarte: „ . . . Sie (die Sportabteilungen — SA)
. . . sollen einst Trager des Wehrgedankens eines freien Volkes sein.“
Und im gleichen Sinne sagt der Fuhrer in seinem Buch „Mein
Kampf“: „Man gebe der deutsehen Nation sechs Millionen
sportlich tadellos trainierte Korper, alle von fanatischer Vaterlands-
liebe durchgliiht und zu hocbstem Angriffsgeist erzogen, und ein
nationalsozialistischer Staat wird aus ihnen, wenn notwendig, in
nicht einmal zwei Jahre eine Armee geschaffen haben.“
„Niemals aber vergaBen diese Manner auch den Auftrag des
Fuhrers, ,die Wehrerziehung des deutsehen Mannes zu fordern und
den Wehrgeist im deutsehen Volke wieder auf Zurich ten‘.“
— Seite 1835 —
Es war dies der B e g i n n einer Entwicklung, wie sie im Jahre
1935 der Fuhrer erneut auf dem SchluBkongreB des Reichs-
parteitages 1935 umriB mit dem Hinweis: ,So wie die Armee als in
sich geschlossene Institution aber nicht nur sich selbst als mili-
tarische Fiihrimg des Volkes erhalt, sondern zugleich die Aufgabe
besitzt, das gesamte Volk im Sinne ihrer militarischen Mission zu
erziehen, auszubilden und zu formen, so hat die politische Partei die
Aufgabe, nicht nur als die tragende Organisation der politischen
Fiihrung fortzuleben, sondern die Nation im Sinne ihrer Wehrauf-
fassung fortgesetzt zu erziehen und weiterzubilden und dabei die
als fahig erkannten, ersichtlich von der Vorsehung selbst wieder zur
Fuhrung berufenen Volksgenossen in den inneren Verband ihrer
Organisationen zu ubemehmen.*
Dieser Zielsetzung dienten auch die vom Fuhrer an die SA
erlassenen Verfiigungen von 1935 iiber die Emeuerung, 1936 iiber
die Stiftung der Urkunde, 1937 fiir die jahrlichen Wiederholungs-
ubungen des SA-Sportabzeichens. Gleichlauf end nait
diesen Verfiigungen des Fuhrers zur korperlichen Ertiichtigung und
wehrgeistigen Erziehung wurden innerhalb der SA die organi-
satorischen und ausbildungsmaBigen MaBnah-
m e n getroffen. Aus der Erkenntnis, daB die Erhaltung und
Steigerung der Wehrkraft unseres Volkes durch Wehr- und Leibes-
iibungen besonders zu fordern ist, wurde im besonderen die
Ausbildung auf diesen Gebieten systematised durchgefuhrt. In
49
3215-PS
25 Truppschulen und den 3 Reichsfiihrerschulen der SA wurden seit
1934 jahrlich 22 000 bis 25 000 Fiihrer und Unterfiihrer in Sonder-
lehrgangen bis zum Besitz des Lehr- und Priifscheines ausgebildet.
In klar umrissenen Ausbildungsrichtlinien wurden die jahrlich zu
erreichenden Ausbildungsziele verfiigt und damit zugleich die
alljahrlich sich wiederholenden Standarten-, Gruppen- und Reichs-
wettkampfe der SA begriindet. Hand in Hand mit der Ausbildung
des Fiihrerkorps und den entsprechenden organisatorischen MaB-
nahmen ging somit die Ausbildung an der Front auf breitester
Grundlage vor sich.
Im Zuge dieser Entwicklung wurden der SA fur die Wehrertiich-
tigung noch Sonderaufgaben gestellt. Der Fiihrer iibertrug
der SA die Reit- und Fahrausbildung und berief den SA-Ober-
gruppenfiihrer Litzmann als Reichsinspekteur mit dem Auftrag,
durch die SA den Reiternachwuchs und -bedarf fiir die deutsche
Wehrmacht sicherzustellen. In enger Zusammenarbeit mit den
Wehrmachtteilen wurden fur die Nachrichten-, Pionier- und Sani-
tatseinheiten Spezialscheine geschaffen, die, wie der Reiterschein der
SA, als Ausweis zu bevorzugter Einstellung bei den betreffenden
Truppenteilen gewertet werden. Zur gleichen Zeit wurde die
Grundlage der SA-Marineeinheiten wesentlich verbreitert und ein
SA-eigener Verband zur See aufgestellt. Die SA-Marineschule in
Diisternbrook und das SA-Segelschulschiff ,Duhnen‘ bilden hier die
Grundlage fiir eine umfassende see-
— Seite 1836 —
mannische und korperliche wehrgeistige Erziehung des Fiihrer- und
Unterfiihrerkorps der Marine-SA.
Neben der geleisteten Arbeit auf diesen Sondergebieten lag
jedoch der Schwerpunkt aller Zielstrebigkeit auf der Millionenzahl
der iibrigen SA. Im Sommer 1936 wurden die Bedingungen fiir den
Erwerb des SA-Sportabzeichens erneut gesteigert. Die SA-Sport-
abzeichenhauptstelle Berlin wurde eng zusammengefaBt und nach
Miinchen verlegt. Neben die Stiirme der SA traten die S A-Sport-
abzeichengemeinschaften (SAG), in denen alle wehr-
haften Volksgenossen, welche bereit waren, freiwillig dem Ruf der
SA zur Erhaltung ihrer Wehrtiichtigkeit zu folgen, antraten. Bisher
konnten so 800 000 Volksgenossen auBerhalb der SA auf der Grund-
lage des SA-Sportabzeichens der korperlichen Ertiichtigung wie der
politisch-wehrgeistigen Erziehung der SA erfolgreich unterzogen
werden.
50
DOCUMENT 3216-PS
ESTABLISHMENT OF AN SA UNIT “GOVERNMENT GENERAL”.
20 APRIL 1942 (EXHIBIT USA-434)
A u s : Das Archiv. Nachschlagewerk fur Politik, Wirtschaft, Kultur. Heraus-
geber: Ministerialdirigent Alfred-Ingemar Berndt. Jahrgang 1942/43, April 1942,
Berlin.
— Seite 54 —
SA-Einheit Generalgouvernement
Auf Befehl des Stabschefs der SA erfolgte die Auf stellung
der „ SA-Einheit Generalgouvernement", deren Fuh-
rung Generalgouverneur SA-Obergruppenfiihrer Dr. Frank
ubemahm.
DOCUMENT 3219-PS
RESULT OF AN SA GROUP LEADER DISCUSSION, 26 AUGUST 1944:
INCREASED PARTICIPATION OF THE SA IN THE BATTLES AT THE
FRONT (EXHIBIT USA-433)
A u s : Das Archiv. Nachschlagewerk fiir Politik, Wirtschaft, Kultur. Heraus-
geber: Ministerialdirigent Alfred-Ingemar Berndt. Jahrgang 1944/45, August
1944, Berlin.
— Seite 367/368 —
Einsatz der SA im totalen Krieg.
Der Stabschef der SA, Wilhelm Schepmann, erteilte in
mehreren Arbeitsbesprechungen mit den Fuhrern der SA-Gruppen
weitere Befehle zur Verstarkung des Einsatzes der SA im Heimat-
kriegsgebiet nach den Erfordemissen des totalen Kriegseinsatzes.
Als Ergebnis dieser Besprechungen sowie bereits friiher durch-
gefiihrter MaBnahmen zur Totalisierung des Kriegseinsatzes hat
die SA nunmehr 86 v.H. ihres hauptberuflichen Fiihrerkorps der
Front zur Verfiigung gestellt, obgleich die Kriegsaufgaben der SA
auf dem Gebiet der vormilitarischen Ausbildung, der SA-maBigen
51
3219-PS
Durchdringung neuer Gebietsteile des Reiches, des Luftkriegs-
einsatzes, der Stadt- und Landwacht usw. gegenuber der Kriegs-
zeit zugenommen haben.
Die SA als Ganzes hat von ihren nach Millionen zahlenden
Angehorigen bisher rund 70 v.H. an die Wehrmacht abgegeben.
DOCUMENT 3220-PS
THE SA AS AN INSTRUMENT OF TRAINING AND EDUCATION
OF THE NATIONAL-SOCIALIST PARTY IN IDEOLOGY AND
SOLDIERLY BEARING (EXHIBIT USA-323)
A u s : Organisationsbuch der NSDAP. Herausgeber: Der Reichsorganisationfr-
leiter der NSDAP. 7. Auflage, Yerlag Franz Eher Nachf., Miinchcn 1943.
— Seite 358 —
Die Sturmabteilungen der NSDAP.
Die SA.
Wahrend die Politische Organisation der NSDAP. die
praktische politische Fuhrung durchzufiihren hat, ist die SA.
Ausbildungs- und Erziehungsinstrument der Partei zur
weltanschaulich-soldatischen Haltung.
Nach den Weisungen des Fiihrers vom Reichsparteitag der Frei-
heit ist die SA. als das freiwillige politische Soldatentum der Garant
der nationalsozialistischen Bewegung, der nationalsozialistischen
Revolution und des deutschen Volkes Erhebung.
In der SA. wird demzufolge der junge Deutsche in erster Linie
weltanschaulich und charakterlich gefestigt und zum Trager des
nationalsozialistischen Wehrwillens ausgebildet.
Ebenso bedeutsam ist eine entsprechende Erziehungs- und Aus-
bildungsarbeit, welche die SA. innerhalb der Jahrgange zu leisten
hat, die ihrer Wehrpflicht geniigt haben. Diese gilt es bis in das
Alter hinein in alien ihren seelischen, geistigen und korperlichen
Kraften einsatzbereit fur Bewegung, Volk und Staat zu erhalten.
Sie sollen in der SA. ihre beste Heimat finden. Alles, was sie wirt-
schaftlich, kulturell, beruflich Oder nach Herkunft trennen konnte,
wird in der SA. durdh den Geist der Kameradschaft und Mannes-
zucht uberwunden.
52
3220-PS
Die SA. bildet dadurch einen entscheidenden Faktor auf dem
Wege zur Volksgemeinschaft. Ihr Geist soli auf alle auBerhalb der
Bewegung stehenden Verbande mit soldatischer Tradition und Ver-
wendungsmogliehkeit ausstrahlen. Ihre Betreuung ist daher eine
wesentliche Aufgabe der SA.
Ein durch standig gesteigerte Erziehung und Ausbildung vor-
bildliches Fuhrerkorps verburgt die Leistungsfahigkeit der SA. Ein
solches Fuhrerkorps ist aueh berufen, geeignete Krafte aus den
Einheiten der SA. fur den Fuhrerersatz der politischen Leitung
der Partei zu stellen.
Ferner hat die SA. ihre Einheiten fur den Einsatz als inner-
politische Kampftruppe zu schulen und fur den praktischen Dienst
an Volk und Staat auszubilden.
Die Zugehorigkeit zur SA. ist eine freiwillige.
Wesen und Aufgabengebiet der SA. sind eigener Art. Darum
ist die SA. eine dem Fiihrer unmittelbar unterstellte soldatisch
aufgebaute Gliederung. Der Fiihrer schreibt ihr das Gesetz des
Handelns vor, er befiehlt ihren Einsatz. Der Stabschef vertritt im
Auftrage des Fiihrers die SA. als geschlossenes Ganzes.
DOCUMENT 3221-PS
AFFIDAVIT OF WILLIAM F. SOLLMAN, FORMER EDITOR OF
ANTI-NAZI NEWSPAPERS IN GERMANY, 26 OCTOBER 1945, TESTI-
FYING TO BODILY TORTURE APPLIED TO HIM AND DESTRUCTION
OF HIS PERSONAL PROPERTY BY MEMBERS OF THE SS AND SA
ON 9 MARCH 1933 (EXHIBIT USA-422)
COMMONWEALTH OF PENNSYLVANIA )
) SS.
COUNTY OF DELAWARE )
WILLIAM F. SOLLMAN, Pendle Hill School, Wallingford,
Pennsylvania, being duly sworn according to law, deposes and says:
From 1919 until 1933 I was a Social Democrat and a member
of the German Reichstag. Prior to March 11, 1933 I was the editor-
in-chief of a chain of daily newspapers, with my office in Cologne,
Germany which led the fight against the Nazi Party.
On March 9, 1933 members of the S.S. and S.A. came to my
home in Cologne and destroyed the furniture and my personal
records. At that time I was taken to the Brown House in Cologne
53
3221-PS
where I was tortured, being beaten and kicked for several hours.
I was then taken to the regular government prison in Cologne
where I was treated by two medical doctors and released the next
day. On March 11, 1933 I left Germany.
William F . Sollman
William F. Sollman
Sworn to and subscribed before me this 26th day of October 1945.
My Commission Expires2) C. J.VanHouten
1st Monday in Jan. 19 yo Notary Public1)
Justice of the Peace
DOCUMENT 3230-PS
POLEMICAL OBSERVATIONS FROM THE JOURNAL “DER HO-
HEITSTRAGER,,j FEBRUARY 1939, IN DEFENSE OF THE FIGHTING
SPIRIT OF THE PARTY (EXHIBIT USA-325)
A u s : Der Hoheitstrager. Herausgeber: Der Reichsorganisationsleiter der
NSDAP. Folge 2, 3. Jahrg., Februar 1939.
— Seite 15 —
Kampf und Ordnung — nicht ,,Ruhe und Ordnung!“
„Kampf? — Was redet ihr nur immer von Kampf? Ihr habt doch
den Staat erobert, und wenn euch etwas nicht gefallt, dann macht
ein Gesetz und regelt es anders! Was braucht ihr da immerzu von
Kampf zu reden? Ihr habt doch jede Macht! Worum kampft ihr
noch? AuBenpolitisch? Ihr habt doch die Wehrmacht — die wird
den Kampf schon fiihren, wenn es erforderlich ist! Innenpolitisch?
Ihr habt doch die Justiz und die Polizei, die alles andern konnen,
was euch nicht zusagt!“
In dieser Oder anderer Form wird dem kampf enden National-
sozialisten teils iiberheblich, teils kopfschiittelnd von allzu vielen
vorgeworfen, er konne „die Methoden der Kampfzeit“ nicht
ablegen.
Hans Karl Leistritz
*) “Notary Public” stricken out
2) Stamped over official seal
54
DOCUMENT 3232-PS
AFFIDAVIT BY WALTER SCHELLENBERG, 26 NOVEMBER 1945, ON
THE PARTICIPATION OF THE SA IN GUARD DUTIES AT CONCEN-
TRATION AND PRISONER-OF-WAR CAMPS FROM THE BEGINNING
OF THE YEAR 1944 (EXHIBIT USA-435)
BESCHREIBUNG:
alles hs’e Ti I bei Verbesserungen P „Sche“ 1 n T I beigeheftet Vm iiber
Beeidigung durch Paul A. Neuland, Major Q M C, O 385 720
EIDESS T ATTLICHE ERKLAERUNG
Vom Anfang1) 1944 an nahm auch die SA an verschiedenen
Aufgaben teil, welche vorher nur der SS, der SIPO und dem
HEER2 3) anvertraut waren, z.B. Bewa chung von KZ-Lagern, Be-
wachung von Kriegsgefangenenlagern, Aufsicht ueber Zwangs-
arbeiter in Deutschland und in den besetzten Gebieten. Diese
Mitarbeit der SA wurde schon Mitte 1943 in Berlin von hoeheren
Stellen geplant8) und bearbeitet.
Walter Schellenberg
261X1 45
DOCUMENT 3245-PS
PUBLICATION OF THE REASONS FOR STRENGTHENING THE WAF-
FEN-SS, 21 FEBRUARY 1940: THROUGH THEIR INTENSIVE NATION-
AL SOCIALIST TRAINING IN RACIAL PROBLEMS, THE WAFFEN-
SS MUST BE LOOKED UPON AS PARTICULARLY WELL QUALIFIED
FOR EMPLOYMENT IN THE OCCUPIED EASTERN TERRITORIES
(EXHIBIT GB-267)
A u s : Verfiigungen / Ariordnungen / Bekanntgaben III. Band. Herausgegeben
von der Parteikanzlei, Verlag Franz Eher Nachf., Miindien.
*) in ,,Anfang“ hs „n“ statt „m“
2) „Heer“ hs eingefiigt statt „SD“
3) „geplant“ statt „geplannt“, ein „n‘‘ gestrichen
55
3245-PS
— Seite 354 —
Waffen-SS
A.21/40
VOm 21.2.1940
(B.V.B1.)
Erganzung der Waffen-SS — Anordnung — A 7/40 —
Mit der Anordnung A 7/40 hat die Partei-Kanzlei die Unter-
stiitzung der Schutzstaffel bei der Erganzung der Waffen-SS
aus den Reihen der Bewegung angeordnet. Wie der Partei-
Kanzlei berichtet ist, besteht iiber die Grunde einer Verstar-
kung der Waffen-SS vielfach Unklarheit.
Zur Unterrichtung teile ich deshalb mit, daB ein Teil der
Waffen-SS in den besetzten Ostgebieten verbleiben muB bzw.
neu dort eingesetzt werden soil, selbstverstandlich im Aus-
tausch mit im Westen eingesetzten Formationen. Die aus
Nationalsozialisten bestehenden Einheiten der Waffen-SS sind
infolge ihrer intensiven nationalsozialistischen Schulung iiber
Fragen der Rasse und des Volkstums fur die besonderen, in
den besetzten Ostgebieten zu losenden Aufgaben geeigneter als
andere bewaffnete Verbande. Dariiber hinaus erfordern die der
Waffen-SS gestellten militarischen Aufgaben im Westen eine
fortlaufende Erganzung der vorhandenen SS-Verbande.
DOCUMENT 3249-PS
SWORN STATEMENT BY THE CZECHOSLOVAK MEDICAL PRACTI-
TIONER DR. FRANZ BLAHA, 9 JANUARY 1946: CURRICULUM,
ARREST AS HOSTAGE IN 1939, INTERNMENT IN CONCENTRATION
CAMP DACHAU, 1941; DESCRIPTION OF MEDICAL EXPERIMENTS
ON PRISONERS, KILLINGS, AND DEATHS THROUGH EPIDEMICS
(EXHIBIT USA-663)
BESCHREIBUNG:
Verv I beide U’cn Ti I unter hs U „Margolies44: D F Margolies (Erstsdirift)
56
3249-PS
Eidesstattliche Erklaerung
von
FRANZ BLAHA.
Ich, FRANZ BLAHA, mache unter Eid und nach vorheriger
Einschwoerung folgende Erklaerung:
1. Ich studierte Medizin in Prag, Wien, Strassburg und Paris
und empfing mein Diplom im Jahre 1920. Vom Jahre 1920 bis
1926 war ich kliniseher Assistent. Im Jahre 1926 wurde ich leitender
Arzt des Iglau Krankenkhauses in Maehren, Czechoslovakei. Ich
hielt diese Stellung bis 1939. Dann kamen die Deutschen nach
Czechoslovakei und ich wurde als Geisel festgenommen und
gefangen gehalten wegen Zusammenarbeit mit der Tschechischen
Regierung. Im April 1941, wurde ich als Gefangener zu dem Kon-
zentrationslager nach Dachau gesandt und verblieb dort bis zu der
Befreiung des Lagers im April 1945. Bis Juli 1941, arbeitete ich
in einer Straf Kompanie. Nachher sandte man mich zu dem
Krankenhaus und ich wurde Typhoid Versuehen unterworfen, die
von Dr. Muermelstadt durchgefuehrt wurden. Nachher wollte man
an mir eine Versuchsoperation durchfuehren und ich verhinderte
das nur, indem ich zugab, dass ich ein Arzt war. Wenn diese Tat-
sache vorher bekannt waere, haette ich sehr darunter gelitten, weil
Intellektuelle immer sehr Rauh in den Strafkompanien behandelt
wurden. Im Oktober 1941 wurde ich zur Arbeit zu den Gewuerz-
plantagen geschickt und ging dann spaeter in das Laboratorium um
an diesen Gewuerzen zu arbeiten. Im Juni 1942 wurde ich in das
Krankenhaus als Chirurg genommen. Kurz nachher wurde mir
befohlen, Magenoperationen an 20 gesunden Gefangenen durch-
zufuehren. Weil ich das nicht durchfuehren wollte, wurde ich in
das Autopsiezimmer verse tzt, wo ich bis zum April 1945 verblieb.
Waehrend ich dort war, fuehrte ich ungefaehr 7000 Autopsien durchu
Insgesamt sind 12000 Autopsien unter meiner Leitung durchgefuehrt
worden.
— Seite 2 —
2. Von Mitte 1941 bis zum Ende 1942 sind ungefaher 500 Opera-
tionen an gesunden Gefangenen durchgefuehrt worden. Diese waren
fuer die Belehrung der SS medizinischen Studenten und Aerzte,
und schliessen Operationen an Magen, Gallenblase und Hals ein.
Diese Operationen obowhl gefaherlich und schwer, sind von
Studenten und Aerzten durchgefuehrt worden, die nur 2 Jahre
Schulung hatten. Gewoehnliehenfalls wuerden solche Operationen
nur von Chirurgen unternommen werden, die mindestens 4 Jahre
57
3249-PS
chirurgische Praxis hatten. Viele Gefangene starben am Opera-
tionstisch, und viele andere starben spaeter von den Nachwirkungen.
Ich habe alle diese Koe rper autopsiert. Die Aerzte, die diese
Operationen leiteten, waren:- Lang, Muermelstadt, Wolter, Ramsauer
und Kahr. Standartenfuehrer Dr.Lolling war oefters Zeuge dieser
Operationen. *
3. Waehrend meines Aufenthalts in Dachau wurde mir von
vielen Arten medizinischer Versuche bekannt, die dort mit mensch-
lichen Opfem durchgefuehrt wurden. Diese Personen waren nie-
mals Freiwillige und wurden gezwungen, sich solchen Versuchen
zu unterwerfen. Malaria- Versuche an ungefaehr 1200 Menschen
wurden von Dr. Klaus Schilling zwischen 1941 und 1945 durch-
gefuehrt. Schilling wurde persoenlich von Himmler befohlen, diese
Versuche durchzufuehren. Die Opfer sind entweder von Mosquitos
gebissen worden Oder es wurde ihnen Malaria-Sporozoiten, die
man von Mosquitos nahm, eingespritzt. Verschiedene Arten von
Behandlungen wurden angewandt, einschliesslich Quinin, Pzrifer,
Neosalvarsan, Antzpirin, Pyramidon, und ein Medikament mit dem
Namen 2516 Boehring. Ich habe die Koerper der Menschen, die
durch diese Malaria- Versuche gestorben, autopsiert. Dreissig bis
Vierzig sind von Malaria selbst gestorben. Dreihundert bis Vier-
hundert starben spaeter von Krankheiten die toedlich waren, wegen
des koerperlichen Zustands, der nach den Malaria-Anfaellen auf-
trat. In Zufuegung starben Menschen von Vergiftungen durch
Ueber-Dosen von Neosalvarsan und Pyramidon. Dr. Schilling war
zur Zeit der Autopsien und den Koerpern seiner Pazienten, die
ich durchfuehrte anwesend.
— Seite 3 —
4. Im Jahre 1942 und 1943 sind Versuche an Menschen von
Dr. Sigismund Rascher durchgefuehrt worden, um die Wirkungen
des wechselnden Luftdrucks an Menschen festzustellen. 25 Perso-
nen sind zu gleicher Zeit in einen besonders konstruierten Wagen
hineingefuehrt worden, indem der Druck nach Bedarf erhoeht und
erniedrigt werden konnte. Der Zweck war, die Wirkungen der
Hoehen und des raschen Fallschirmabsprunges an Menschen. Durch
ein Fenster in diesem Behaelter sah ich diese Menschen am Boden
des Wagens liegen. Die meisten der Gefangenen, die dzu benuetzt
worden sind, starben von diesen Versuchen von innerlichen Blu-
tungen der Lunge oder des Gehirnes. Die Uebrigen husteten Blut
wenn sie herausgenommen wurden. Es war meine Arbeit, die
Koerper herauszunehmen und dann, wenn sie tot gefunden worden
sind, die inneren Organe nach Muenchen zum Studium zu schicken.
58
3249-PS
Diese Versuche wurden an ungefaehr vier bis fuenfhundert Gefan-
genen durchgefuehrt. Die Ueberlebenden sind zu Invalidenblocks
gesandt worden und wurden kurz nachher liquidiert. Nur wenige
sind dem entronnen.
5. Rascher hat auch Versuche ueber die Wirkung kalten Wassers
an Menschen durchgefuehrt. Dies wurde getan, um einen Weg zu
finden, die Flieger wiederzubeleben, die in den Ozean fielen. Die
Person wurde ins eiskalte Wasser gesetzt und dort solange gehalten,
bis er das Bewusstsein verlor. Blut wurde von seinem Hals genom-
men und jedes Mai geprueft, wenn seine Koerper-Temperatur um
einen Grad fiel. Dieser Fall wurde durch ein Roctal-Thermometer
festgestellt. Urin wurde auch zeitweise geprueft. Manche Maenner
hielten 24 — 36 Stunden aus. Die niedrigste Koerpertemperatur
erreichte 19 Grad C., aber die meisten Maenner starben bei 25 bis
26 Grad Celsius. Als die Menschen vom Eiswasser entfernt wurden,
hat man versucht, sie durch Kunst-Sonnenwaerme, heisses Wasser,
Elektro- Therapy, und Tierwaerme zu beleben. Fuer das letztere
sind Prostituierte benutzt worden und man legte den Koerper des
bewusstlosen Mannes zwischen die Koerper zweier Frauen. Himmler
war bei so
— Seite 4 —
einem Versuch anwesend. Ich konnte ihn durch ein Fenster von
der Blockstrasse sehen. Ich war persoenlich bei einiger dieser
Kaltwasser- Versuche anwesend, zur Zeit wo Rascher abwesend
war, und ich sah auch Notizen und Diagramme darueber in
Raschers Laboratorium. An ungef aher 300 Personen wurden diese
Versuche durchgefuehrt. Die Mehrzahl von denen starb. Von denen
die ueberlebten, wurden viele geisteskrank. Diejenigen, die nicht
starben, wurden in die Invaliden-Blocks geschickt und wurden dann
spaeter genauso wie die Opfer der Luftdruckversuche getoetet. Ich
kenne nur zwei die ueberlebten, einen Jugoslaven, und einen
Polen. Beide sind geisteskrank.
— Seite 5 —
6. Leber Punktion Versuche sind von Dr. Brachtl durchgefuehrt
worden sowohl an gesunden Menschen als auch an Menschen die
Krankheiten des Magens und der Gallen-Blase hatten. Es wurde
eine Nadel in die Leber einer Person gestossen und ein kleines
Stueck der Leber wurde herausgenommen. Es wurde keine Narkose
benuetzt. Dieser Versuch ist sehr schmerzhaft und hatte oft ernste
Nachfolgen, da der Magen Oder grosse Blutadem oft durchloechert
wodurch ein Blutsturz verursacht wurde. Viele Menschen sind an
59
3249-PS
diesen Versuchen gestorben und es wurden dazu Polnische, Rus-
sische, Tschechische, und deutsche Haeftlinge herbeigenommen.
Insgesamt sind ungefaehr 175 Menschen diesen Versuchen unter-
worfen worden.
7. Phlegmone Versuche sind von Dr. Schuetz, Dr. Babor und
Dr. Kieselwetter prof. Lauer durchgefuehrt worden. 40 gesunde
Menschen sind auf einmal benuetzt worden, von denen 20 intra-
muskulaere und 20 intraveinoese Injektionen von dem Eiter kranker
Menschen erhielten. Drei Tage lang wurde jede Behandlung dieser
Menschen verboten, zu welcher Zeit ernste Entzuendungen, und
in vielen Faellen allgemeine Blutvergiftung auftrat. Dann wurde
jede Gruppe wieder in Gruppen von 10 unterteilt. Die Haelfte
chemische Behandlung mit Fluessigkeit und Pillen, die all
10 Minuten 24 Stunden lang eingegeben wurden. Der Rest wurde
mit Sulfonamide und Chirurgie behandelt. In manchen Faellen
sind alle Glieder amputiert worden. Meine Autopsie zeigte auch,
dass die chemische Behandlung schaedlich war und sogar Per-
forationen der Magenwand verursachte. Fuer diese Versuche sind
gewoehnlich Polnische, tschechische und hollaendische Priester
benuetzt worden. Die Versuche waren sehr schmerzhaft. Die
meisten der sechs bis achthundert Personen die dazu benuetzt
wurden, starben am Ende. Die anderen wurden Invaliden und
wurden spaeter getoetet.
8. Im Herbst 1944 wurde an 60 bis 80 Menschen Salzwasser
Versuche durchgefuehrt. Sie wurden 5 Tage lang in ein Zimmer
eingesperrt und bekamen nichts anderes als Salzwasser zu essen.
Waehrend dieser Zeit ist ihr Urin, Blut und Excrement geprueft
worden.
— Seite 6 —
Keiner dieser Gefangenen starb, moeglicherweise weil sie Nahrung
von anderen Gefangenen geschmuggelt bekamen. Ungam und Zigeu-
ner sind fuer diese Versuche benuetzt worden.
9. Es war allgemein ueblich die Haeuter der Leichen toter
Gefangener zu entfernen. Es wurde mir oefters befohlen dies zu
tun. Dr. Rascher und P. Volter im besonderen verlangte diese
menschliche Haut von Menschen Ruecken und Bruesten. Sie wurde
chemisch behandelt und in die Sonne zum Trocknen gelegt. Nachher
wurde sie in verschiedenen Groessen zugeschnitten fuer Benuetzung
als Saettel, Reithosen, Handschuhe, Hausschuhe und Damen-Hand-
taschen. Taettowierte Haut wurde besonders von den SS Maennem
geschaetzt. Russen, Polen und andere Haeftlinge sind auf diese Art
benuetzt worden, aber es war verboten die Haut eines Deutschen
auszuschneideji. Diese Haut musste von gesunden Personen kommen
60
3249-PS
und durfte keine Fehler haben. Manchmal hatten wir nicht genue-
gend Koerper mit guter Haut und dann wuerde Rascher gewoehn-
lich sagen: „Gut, Ihr werdet die Koerper bekommen.“ Den naechsten
Tag erhielten wir dann 20 bis 30 Koerper junger Menschen. Sie
sind gewoehnlich in den Hals geschossen worden oder auf den Kopf
geschlagen worden, so dass die Haut unbeschaedigt blieb. Wir
bekamen auch haeufig Verlangen fuer die Schaedel und Skelette
von Gefangenen. In diesen Faellen kochten wir den Schaedel oder
den Koerper in einem Kessel. Dann wurden die weichen Teile ent-
fernt, die Knochen gebleicht und getrocknet und dann wieder
zusammengesetzt. Bei den Schaedeln war es wichtig gute Zaehne
zu haben. Als wir eine Anfrag fuer Schaedel von Oranienburg
bekamen, wuerden sie SS Maenner sagen: „Wir werden versuchen,
Euch einige mit guten Zaehnen zu verschaffen“. Deswegen war es
gefaehrlich, eine gute Haut oder gute Zaehne zu haben.
10. Transporte von Studthof, Belsen, Auschwitz und Mauthausen
und aus anderen Lagern kamen oft in Dachau an. Viele von diesen
waren 10 bis 14 Tage unterwegs ohne Wasser und Nahrung. An
einem solchen Menschentransport, der in November 1942 ankam,
konnte ich Spuren von Menschenfresserei sehen. Die lebenden
Gefangenen hatten das Fleisch der toten Koerper gegessen. Em
anderer Transport kam
— Seite 7 —
von Compiegne, Frankreich. Professor Limousin von Clermont
Ferrand, der spaeter mein Assistent wurde, sagte mir dass 2000 Per-
sonen auf diesem Transport waren wenn er begonnen hat. Essen
war vorhanden, aber ueberhaupt kein Wasser. 800 starben unter-
wegs und wurden hinausgeworfen. Wenn der Transport nach 12 Tagen
ankam, wurden mehrcals 500 Personen am Zug tot vorgefunden. Von
den Uebrigen sind die meisten kurz nach der Ankunft gestorben.
Ich habe diesen Transport untersucht, weil das Internationale Rote
Kreuz sich darueber beschwerte. Die SS wollte einen Bericht, dass
die Toten durch Kaempfen und Aufstaenden unterwegs verursacht
wurden. Ich habe einige der Koerper untersucht und habe gefunden,
dass sie durch Wassermangel und Erstickung gestorben sind.
Es war damals Hochsommer 120 Menschen wurden in jeden Waggon
gestopft
11. Im Jahre 1941 und 1942 hatten wir im Lager die sogenannten
Invaliden-Transporte. Diese setzten sich von Menschen zusammen,
die entweder krank oder aus irgendeinem Grund arbeitsunfaehig
waren. Wir nannten sie „Himmelfahrt Kommandos“. Jede Woche
wurden ungefaehr 100 bis 120 gezwungen zu dem Brausebad zu
gehen. Dort wurde ihnen von 4 Menschen Injektionen von Phenol
61
3249-PS
Evipan Oder Benzin eingegeben, die einen baldigen Tod verursach-
ten. Nach 1943 sind diese Invaliden zu anderen Lagern zur Liqui-
dierung verschickt worden. Ich weiss, dass sie getoetet worden sind,
da ich die Protokolle und Statistik sah, die mit einem Kreuz und
dem Datum ihrer Abfahrt versehen wurde. Dies war die uebliche
Art und Weise wie Tote registriert wurden. Das wurde sowohl in
der Kartotek des Lagers Dachau als auch im Registrar des Stand-
amtes Dachau angezeigt. 1000 bis 2000 sind alle 3 Monate so weg-
gefahren, sodass ungefaehr 5000 im Jahre 1943 auf diese Art und
Weise zum Tod gesandt wurden. Dasselbe bewahrheitet sich auch
im Jahre 1944. Im April 1945, wurde ein juedischer Transport in
Dachau aufgeladen und wurde an der Eisenbahn stehen gelassen.
Der Bahnhof war durch Bombardierung beschaedigt und sie konnten
nicht wegfahren. So wurden sie einfach dort zum Sterben gelassen.
Man liess sie nicht aussteigen. Zur Zeit wo das Lager befreit wurde,
waren sie alle durch Hungersnot tot.
— Seite 8 —
12. Viele Hinrichtungen durch Gas, Erschiessungen und Injektion
fanden im Lager statt, Die Gaskammer wurde im Jahre 1944 voll-
endet, ich wurde von Dr. Rascher gerufen um die ersten Opfer zu
untersuchen. Von den 8 bis 9 Personen die in der Kammer waren,
waren drei noch am Leben und die anderen schienen tot zu sein.
Ihre Augen waren rot und ihre Gesichter aufgedunst. Viele Gefan-
gene wurden spaeter auf diese Art und Weise getoetet. Nachher
wurden sie zum Krematorium gebracht, wo ich ihre Zaehne auf
Gold untersuchen musste. Wenn sie Gold enthielten, wurden sie
herausgezogen. Viele kranke Haeftlinge sind durch Injektzionen im
Krankenhaus getoetet worden.Manche Haeftlinge die im Kranken-
haus getoetet wurden kamen in den Autopsie Saal ohne dem Zettel
mit ihrem Namen und Nummer, die gewoehnlich auf der grossen
Zehe angebunden war. Anstattdessen hatten sie einen Zettel an-
gebunden der las: — „Nicht Sezieren“. Ich habe einige dieser Haeft-
linge autopsiert und gefunden dass sie vollkommen gesund waren,
un nur durch Injektzionen ihren Tod fanden. Manchmal sind Haeft-
linge getoetet worden nur weil sie unter Dysenterie litten oder
erbrachen so dass sie den Pflegern zu viel Muehe gaben. Geistes-
kranke wurden liquidiert in dem sie zur Gaskammer gefuehrt
wurden und dort entweder Injektzionen bekamen oder erschossen
wurden. Die uebliche Methode der Hinrichtung war Erschiessen.
Haeftlinge konnten vor dem Krematorium erschossen werden und
dann hineingetragen werden. Ich habe gesehen wie Menschen in die
Oefen hineingestossen wurden, als sie noch atmeten und Geraeusche
machten. Im Falle sie zu lebendig waren, wurden sie gewoehnlich
auf den Kopf geschlagen.
62
3249-PS
13. Die Haupt-Hinrichtungen, von denen ich weiss, da ich die
Opfer untersuchte Oder solche Untersuchungen leitete, waren die
folgenden: — Im Jahre 1942 sind 5000 bis 6000 Russen in einem
abgegrenzten Lager in Dachau gefangen gehalten worden. Sie sind
in Gruppen von 500 bis 600 zu dem Schiess-Platz in der Naehe des
Lagers zu Fuss genommen worden und wurden dort erschossen.
Solche Gruppen verliessen das Lager ungefaehr dreimal in der
Woche. Am Abend gingen wir hinaus um die Koerper auf Roli-
wagen zurueckzuholen und sie dann zu untersuchen. Im Februar
1944 kamen ungefaehr 40 russische Studenten von Moosburg an.
Ich kannte einige dieser Jungen im Spital. Ich untersuchte ihre
Koerper, nachdem sie vor dem Krematorium erschossen wurden.
Im September 1944 wurde eine Gruppe von 94 hohen russischen
Offizieren erschossen einschliesslich zwei Militaeraerzte, die zusam-
men mit mir im Krankenhaus arbeiteten.
Ich untersuchte ihre Leichen. Im April 1945 wurde eine Anzahl
prominenter Leute erschossen die in dem Bunker gehalten waren.
Darunter waren zwei franzoesiche Generaele an deren Namen ich
mich nicht erinnern kann. Aber ich erkannte sie an ihrer Uniform.
Ich untersuchte sie nachdem sie erschossen worden waren. Im Jahre
1944 und 1945 ist eine Anzahl von Frauen durch Haengen, Schies-
sen, und Injektzionen getoetet worden. Ich untersuchte sie und fand
dass sie in manchen Faellen schwanger waren. Im Jahre 1945, kurz
bevor das Lager befreit wurde, wurden alle „Nacht und Nebel“
Haeftlinge hingerichtet. Diese waren Haeftlinge denen verboten war,
irgend eine Verbindung mit der Aussenwelt zu haben. Sie waren
besonders abgegrenzt und es war ihnen nicht gestattet Briefe zu
senden Oder zu erhalten. Es waren 30 bis 40 und manche von ihnen
waren krank. Diese sind auf Tragbahren zu dem Krematorium
getragen worden. Ich untersuchte sie und fand dass sie alle in den
Hals geschossen worden sind.
14. Von 1941 an wurde das Lager immer mehr ueberfuellt. Im Jahre
1943 war das Krankenhaus fuer die Haeftlinge schon ueberfuellt.
Im Jahre 1944 und 1945 wurde es unmoeglich irgendwelche sanitaere
Zustaende aufrecht zu halten. Saele die im Jahre 1942 300 oder
400 Personen hielten wurden im Jahre 1943 mit 1000 Personen
gefuellt und im ersten Vierteljahr von 1945 mit 2000 Oder mehr. Die
Zimmer konnten nicht gereinigt werden weil sie zu ueberfuellt
waren und kein Reinigungsmaterial vorhanden war. Nur einmal im
Monat konnte gebadet werden. Klosett-Einrichtungen waren voll-
staendig unzureichend. Medizin war fast ueberhaupt keine vor-
handen, aber nachdem das Lager befreit wurde konnte ich feststellen
63
3249-PS
dass genug Medizin fuer das ganze Lager im SS Krankenhaus vor-
handen war, wenn es uns zur Verfuegung gestellt worden waere.
Neue Ankoemmlinge im Lager wurden stundenlang im Freien auf-
gestellt.
— Seite 10 —
Manchmal standen sie von frueh bis Nacht. Es spielte keine Rolle
ob das im Winter Oder im Sommer war. Das kam vor waehrend
1943, 1944 und dem ersten Vierteljahr von 1945. Ich konnte diese
Formationen durch das Fenster meines Autopsie Saales sehen. Viele
der Menschen die auf diese Art in der Kaelte stehen mussten wurden
lungenkrank und starben. Ich hatte verschiedene Bekannte die auf
diese Art und Weise waehrend 1944 und 1945 getoetet worden sind.
Im Oktober 1944 wurde von einem Transport von Ungarn Fleck-
fieber in das Lager gebracht und eine Epidemie begann. Ich unter-
suchte viele Leichen dieser Transporte und meldete die Lage zu
Dr. Hintermayer. Er verbat mir auf Todesstrafe zu erwaehnen dass
eine Typhus/Epidemie im Lager sei. Er sagte, dass es Sabotage
waere und dass ich versuchte, eine Quarantine auf das Lager auf-
zulegen, sodass die Haeftlinge nicht in der Ruestungs-Industrie
arbeiten muessten. Ueberhaupt keine verhindemde Massnahmen
sind genommen worden. Neue gesunde Ankoemmlinge wurden in
Bio cks gesetzt wo eine Epidemie schon anwesend war. Es sind auch
infizierte Personen in diese Blocks gesandt worden. Der Dreissigste
Block zum Beispiel ist dreimal ausgestorben. Erst zu Weihnachten
wenn die Epidemie sich in das SS Lager verbreitete, wurde eine
Quarantine auferlegt. Trotzdem sind neue Transporte weiter ange-
kommen. Wir hatten 200 bis 300 Typhusfaelle im Tag, und ungefaehr
hundert Todesfaelle im Fleckfieber im Tag. Insgesamt hatten wir
28000 Faelle und 15000 Tote. Ausser diesen die von Krankheiten
starben, konnte ich auch durch meine Autopsien sehen dass viele
Tote nur durch Unterernaehrung verursacht wurden. Solche Todes-
faelle kamen in alien Jahren vor, von 1941 bis 1945. Es waren
meistens Italiener, Russen und Franzosen. Diese Menschen sind ein-
fach zu Tode gehungert worden. Zur Zeit des Todes wogen die
Menschen von 50 bis 60 Pfund. Autopsien zeigten, dass ihre inneren
Organe oft zu einem drittel ihrer urspruenglichen Groesse zusam-
mengeschrunken waren.
Dr. Franz Blaha.
Dr. Franz Blaha
Subscribed and sworn to before me this
9. day of January 1946
D. F. Margolies
D F MARGOLIES
2d Lt AUS
64
DOCUMENT 3252-PS
DESCRIPTION OF THE REORGANIZATION OF THE “SCHUTZPOLI-
ZEI” (ORDINARY POLICE) BY GORING IN 1933 WITH THE HELP
OF THE SA; POLITICAL OPPONENTS OF NATIONAL SOCIALISM
WERE ELIMINATED FROM THE FORCE (EXHIBIT USA-424)
Aus: Erich Gritzbach: Hermann Goring, Werk und Mensch. Verlag Franz Eher
Nachf., Miinchen 1942
— Seite 42/43 —
Gleichzeitig mit der Neuschopfung der Geheimen Staatspolizei geht
Goring vom ersten Tage seiner Amtsfuhrung an an die Umformung
der Schutzpolizei. Von dem Bestehenden war auch hier wenig zu
gebrauchen. Durchgreifende Personalveranderungen waren sowohl
im Offizierkorps wie auch in der Mannschaft notwendig. Ein groBer
Teil der Schutzpolizei hatte wahrend des Kampfes um die Macht
den nationalsozialistischen Verbanden gegeniibergestanden und sie
mit alien Mitteln polizeilieher Gewalt bekampft. Zuerst muB ge-
saubert werden. Wer sich nicht ruckhaltlos fiir den national-
sozialistischen Staat einsetzt, wird entfernt. Verfiihrer, Mitlaufer
und iible Karrieremacher kann Goring nicht gebrauchen. Es gilt,
dem Offizierkorps und der Truppe einen vollstandig neuen Geist
einzuimpfen.
— Seite 44/45 —
Fast unbemerkt von der Offentlichkeit geht die Umformung der
Schutzpolizei vor sich. Ihre Reihen werden verstarkt durch das
verlaBlichste Instrument der Bewegung, durch die SA. Diese Hilfs-
polizei hat durch ihren kampferischen Einsatzwillen im Kampf
gegen die Kommunisten und die iibrigen Staatsfeinde nicht nur
Goring wirksame Hilfe geleistet, sie hat durch ihr nationalsoziali-
stisches Streben nach einem neuen Geist bei der exekutiven Polizei
auch deren feste Organisation mitschaffen helfen.
65
DOCUMENT 3254-PS
FROM A MEMORANDUM BY SEYSS-INQUART, 9 SEPTEMBER 1945:
HIS VISIT TO HESS AND GORING IN BERLIN, 1937; OBSERVATION
BY HEYDRICH, END OF 1937, ON SEYSS-INQU ART’S POLITICAL
ATTITUDE; PROMULGATION, 13 MARCH 1938, OF THE LAW
ESTABLISHING THE ANSCHLUSS; SEYSS-INQU ART’S APPOINT-
MENT AS “REICHSSTATTHALTER”, 15 MARCH 1938 (EXHIBIT
USA-704)
BESCHREIBUNG:
zweiteilig I alles hs I W nur des zweiten S
Erstes S : „Da? Selbstbestimmungsrecht der Deutschen“ vom Juli 1945
(26 Seiten, Blei), hier nicht abgedruckt, weil sich Anklage und Verteidigung im
ProzeB auf dieses S nicht bezogen haben.
Zweites S : „Die oesterreichische Frage von 1934 bis 1938“ vom 9. Sep-
tember 1945 (54 Seiten, Kop), W nur derjenigen Abschnitte, die in den Ver-
handlungen angezogen wurden.
Seyss Inquart
Die oesterreichische Frage 1934 — 1938.
— Seite 13 —
. . . Zernatto drang in mich, starker hervorzutreten. Da er einsah,
daB ich im Rahmen der vaterl. Front bei den Nazis keinen Erfolg
haben werde, kamen wir zu dem von Dr. Schuschnigg genehmigten
Plan: Ich werde zum Staatrat ernannt mit dem Auftrag, die Be-
dingungen der Heranziehung der nationalen Opposition zu priifen
und beziigliche Vorschlage zu machen, wahrend ein Innsbrucker
Bekannter Schuschniggs, Dr. Pembaur in der vaterl. Front ein volks-
politisches Referat zur Vorbereitung der Mitarbeit der Nationalen
in der Front erhalten sollte.
— seite 14 —
Ich hatte sofort den Wunsch geauBert, nun selbst ins Reich zu
fahren, um durch Fiihlungnahme mit maBgebenden Mannern fest-
zustellen, wie weit meine Plane Aussicht auf Zustimmung fanden.
Keppler vermittelte — unter Zustimmung Schuschniggs — einen
Besuch bei HeB und Goring. Ich trug diesen beiden meine Ansichten
vor. Eindringlich betonte ich, daB es sich nicht um Parteierfolge
handeln diirfe. Diese zuriickstellend, werden die oesterr. National-
sozialisten sich betatigen konnen und Oesterreich zu einer wichtigen
Hilfsstellung fur das Reich werden, wobei die Doppelpartnerschaft
international viele Vorteile bieten konne. HeB bestellte mich noch-
mals. Ich nehme an, daB er in der Zwischenzeit mit dem Flihrer
66
3254-PS
gesprochen hatte. HeB war sehr teilnehmend und herzlich, sagte
aber etwa wortlich: „Sie haben gewiB gute Absichten, ich werde
Ihre Arbeit mit Interesse verfolgen, ich bedaure daB Sie kein alter
Kampfer sind.44 Uber die Bedeutung des letzten Satzes war ich im
Unklaren, erst erschien er mir eine Anerkennung zu sein, vielleicht
wollte aber HeB zum Ausdruck bringen, daB ein alter Kampfer nicht
mit so „halben Sachen44 gekommen ware. Der Besuch bei Goring
war nur auBerlich eindrucksvoll, inhaltlich ist mir fast nichts in
Erinnerung geblieben auBer der Annahme, daB Goring fur poli-
tisches Handeln grundsatzlich mehr Interesse habe,' daB ich aber zu
wenig mitbringe. Goring hatte iibrigens, wie ich glaube, damals
bereits eine direkte Beziehung zum oesterr. Staatssekr.d.AuBeren
Guido Schmid. Nicht sehr ermutigt aber doch ohne Ablehnung durch
das Reich begann ich meine Tatigkeit, sofort Gegenstand heftiger
Angriffe aus dem radikalen Fliigel der vaterl. Front und seitens der
radikalen Nazi, die nach meinem Besuch bei HeB und Goring mehr
gegen meine Mitarbeiter als gegen mich vorgingen. Vor allem wurde
ich zur Klagemauer fur alle Nazi, die eine Beschwerde hatten. Hier
schaltete sich das volkspolit. Ref era t mit zum Teil recht geschickten
Vertretem in den Bundeslandern nicht ohne
— Seite 15 —
Erfolg ein. . . .
— Seite 21 —
. . . Wenn gesagt werden sollte, daB meine politische Linie und
deren teilweise Realisierung zu dem schlieBlichen Resultat des
11. Marz gefiihrt hatten, so ist dies nur sehr bedingt rich tig. Mit-
veranlassend war mein Handeln gewiB, aber was tatsachlich auch
seitens der oesterr. Staatsfiihrung gemacht wurde, war nicht die
Durchfuhrung meiner Idee. Im librigen liegen die Griinde fur die
Entwicklung zum 11. Marz viel tiefer. Diese war unvermeidlich,
wenn sich meine Ideen nicht realisieren lieBen. Ich habe hiefur
etwa im Jahre 1942 eine ausdruckliche Bestatigung erhalten. Ein
Bekannter lieB mich in einen Bericht Einblick nehmen, den der Chef
der Sicherheitspolizei und S.D. Ende 1937 verfaBt und liber Himmler
an Hitler vorgelegt hat. Heidrich schildert die. oesterr. Situation und
kommt zum SchluB, daB sie ausweglos zum Zusammenbruch des
„oesterr. Systems44 fiihren werde. Das Einzige, was den Planen der
nat.soz. Bewegung, Partei oder Reichsfuhrung — ich weiB den Aus-
druck nicht mehr — gefahrlich werden konne, sei die Politik des
Staatsrates Seyss Inquart! Diese sei auf die oesterr. Geisteshaltung
abgestellt und mit der Zeit ge-
67
3254-PS
— Seite 22 —
eignet, der nat.soz. Bewegung in Oesterreich einen eigenen von der
Reichspartei verschiedenen Charakter zu geben und den revolutio-
naren Impuls zu nehmen.
— Seite 46 —
. . . Als Nachfolger Skubls kam unter den gegebenen Verhalt-
nissen auch fiir mich nur Dr. Kaltenbrunner in Frage. Mein Vorschlag
wurde vom Bundesprasidenten genehmigt. Kaltenbrunner als
St.Sek.f.d.Sichwesen vereidigt. Bei diesem AnlaB hatte ich wieder
eine Unterredung mit Miklas. Fiir uns beide zeichnete sich das Bild
immer deutlicher ab, die Ereignisse werden auch staatsrechtliche
Folgen haben. Ich glaube es war schon in diesem Augenblick Miklas,
der darauf verwies, daB die Verfassung die Moglichkeit eines
legalen Ablaufes biete, er werde kein Hindernis sein. Gegen Mittag1)
kam St.Sek. Stuckart aus Linz mit dem Flugzeug. Er
brachte einen Entwurf fiir ein Wiedervereinigungsgesetz Oesterreich-
Deutschland mit dem Wunsch des Fiihrers um eheste Durchfiihrung.
Dies ware die richtige Klarstellung des Falles und die auBen-
politische Situation giinstig. Ribbentrop, der in . London sei, hatte
berichtet, daB man dort die Sache sehr ruhig sehe und jeder legalen
Entwicklung zustimmen werde. Ich glaube, daB mich mein AuBan-
minister Dr.Wolf in der gleichen Weise orientierte. Ich
holte meine mir erreichbaren Freunde und Mitarbeiter heran und
lieB den Bundesprasident von Dr.Wolf informieren mit dem
Beifiigen, daB ich ehestens zum Bericht kommen werde. Ich stelle
fest, daB fiir uns alle das BewuBtsein vorherrschend war, daB der
groBe von uns alien als Ziel gesehene Augenblick des AnschluBes
gekommen war; die nicht abzustreitende Begeisterung in der oesterr.
Bevolkerung, mit der die deutschen Truppen und Hitler empfangen
wurden, li eBen erkennen, daB das Volk von dem gleichen Gedanken
erfiillt war. Es konnte sich also nur darum handeln, zu priifen, ob
die gegenwar-
— Seite 47 —
tige Lage Bedenken gegen die Durchfiihrung erwecken muBte. Wir
sahen die Dinge so: daB es zu einem engeren Verhaltnis und einer
weitgehenden EinfluBnahme Deutschland-Oesterreich kommen
werde war klar. Schon jetzt trafen andauernd Verbindungsmanner
der Berliner Zentralstellen ein, die sich mit den Ministerien und
Amtern in Oesterreich in Verbindung setzten. Es schien sicher
*) den 13. Marz 1938
68
3254-PS
besser, daB das Reich auch formal die voile Verantwortung iiber-
nahm, wenn es auf jeden Fall den vollen EinfluB ausiibte. Wahr-
scheinlich werden auf diese Weise auch groBere Leistungen fur
Oesterreich zu erreichen sein — Tatsachlich wurden die Arbeitslosen
u.sw. iiber 600 000 Menschen in kiirzester Frist wieder in den Ar-
beitsprozeB eingegliedert. — Eine Weigerung, zu der ich mich falls
nicht auBerordentliche Griinde z.B. Gefahrdung des Reiches vor-
liegen, aus innerster Uberzeugung nicht hatte entschlieBen konnen,
wiirde eine vollkommen verkrampfte Situation schaffen, die die
Setzung vollendeter Tatsachen doch nicht verhindert aber allseits
groBte Schwierigkeiten geschaffen hatte. Auch der Hinweis des
gewesen AuBenminister Schmid vom 11., daB wir die Dinge im
Interesse eines halbwegs giinstigen Ablaufes in der Hand behalten
sollen, war nicht unbeachtlich. Die internationale Lage war gut, es
drohte keine Verwicklung und die Voraussetzungen fur eine legale
Durchfiihrung gegeben. Zwar war die Sache nicht so gekommen, wie
ich mir die Entwicklung vorgestellt hatte. Das hatte sich alles ein-
facher, selbstverstandlicher machen lassen, so zu sagen als auto-
matischer Ablauf einer ruhigen Entwicklung, aber es lagen keine
Griinde vor, die uns das Recht, die Moglichkeit und den Willen
geben konnten, von der Erfiillung des innigsten nationalen Wunsches
eines jeden Deutschen in Oesterreich abzugehen. Ich berief einen
Ministerrat ein, nachdem mir Dr.Wolf mitgeteilt hatte, der Bundes-
prasident werde der Durchfiihrung keine Schwie-
— Seite 48 —
rigkeiten bereiten, er fahre inzwischen nachhause und sehe dort
meinem Besuch entgegen. Der inzwischen zusammengetretene Mini-
sterrat genehmigte auf meinen Antrag den Gesetzentwurf, der
inzwischen durch meine Rechtssetzungsabteilung einige Formu-
lierungsanderungen erhalten hatte. Die Abstimmung fiir 20. April
war schon im 1. Entwurf vorgesehen. Nach der Verfassung vom
1.V.1934 konnte jede auch staatsgrundgesetzliche Verfassungs-
anderung vom Ministerrat mit Zustimmung des Bundesprasidenten
beschlossen werden. Eine Abstimmung Oder Bestatigung durch das
Volk war nirgends und in keinem Falle vorgesehen. Falls der Bun-
desprasident, aus welchem AnlaB immer seine Funktion zuriicklegt
Oder dauernd nicht ausiiben kann, gehen seine Befugnisse auf den
Bundeskanzler fiber. Ich begab mich mit Dr. Wolf zum Bundes-
prasidenten. Dieser erklarte mir, daB er nicht wisse, ob die Ent-
wicklung zum Wohl des oesterreichischen Volkes ausschlagen werde,
er wolle aber dieser Entwicklung nicht entgegenstehen und zuriick-
treten, worauf ja alle verfassungsmaBigen Rechte auf mich iiber-
gingen. Die Moglichkeit meines Riicktrittes oder meiner Entlassung
wurden ganz kurz gestreift und der gegebenen Lage nach als in
69
3254-FS
keiner Weise zielfiihrend erkannt. . . . Ich wechselte mit dem Bundes-
prasident Schreiben, in denen unsere Absprache und sein Riicktritt
festgelegt waren. Hierauf begab ich mich im Wagen
— Seite 49 —
nach Linz. Dort traf ich etwa um Mitternacht ein und meldete dem
Fuhrer und Reichskanzler den Vollzug des Wiedervereinigungs-
gesetzes. Hitler war sehr bewegt. Er war lange still, Tranen rannen
ihm iiber die Wangen. SchlieBlich sagte er — anwesend waren
St.Sek.Stuckart und mein Staatssek.Dr.Wimmer — , daB es ihm vor
allem Genugtuung bereite, seine Heimat ohne Rlutstropfen in das
Reich gefuhrt zu haben. Er fiigte bei: ja richtiges politisches Handeln
erspart Blut. Ich war der festen Meinung, daB dies der Grundsatz
seines Handelns und seiner Staatsfuhrung sei. Nun trat ich vor und
bat, da ja der Inhalt meines politischen Wollens erfiillt sei, mich zu
entlassen und in den Rechtsanwaltsberuf zuriickkehren zu lassen.
Hitler behielt sich die Entscheidung vor.
Der Vormittag des nachsten Tages war mit Besuchen aus dem
Reich angefullt. Der Fuhrer kam nachmittags nach Wien. Wie in
alien Dorfern und Stadten standen die Menschen in tiefen Reihen
gestaffelt und begriiBten Hitler sturmisch. Stundenlang zogen sie
am Hotel Imperial vorbei. Sachliches wurde nicht mehr erortert. Am
15. war eine groBe Kundgebung am Heldenplatz. Hier und auf der
RingstraBe waren sicher 500 — 600 000 Menschen versammelt. Die
Begeisterung laBt sich nicht schildern. Ich holte den Fuhrer vom
Hotel ab. Er erkundigte sich, wer sprechen werde. Als ich bemerkte,
daB ich ihn begriiBen werde, verlangte er das Konzept meiner Rede.
Ich gab es ihm — der Wortlaut ist bekannt, er entsprach vollkom-
men meiner Stimmung. Hitler erklarte sich einverstanden, gab mir
das Konzept zuruck und sprach etwas zu seiner Umgebung.
— seite so —
Ich glaube es waren Himmler, Frick vielleicht Lammers und andere
anwesend. Nachtraglich sagte man mir, er habe seinen EntschluB
geauBert, mich zum Reichsstatthalter zu machen. Als wir auf der
Rednerplattform standen, lieB er durch den Sprecher ansagen: Es
spricht der Reichsstatthalter von Oesterreich, Dr.Seyss-Inquart.
Nachmittags nach einem Vorbeimarsch der Truppen in oesterr. und
deutscher Uniform verlieB der Fuhrer Wien im Flugzeug. Ich war
Chef der zivilen Verwaltung.
70
DOCUMENT 3255-PS
FRITZSCHE’S APPOINTMENT BY GOBBELS, 29 OCTOBER 1942, AS
“COMMISSIONER FOR THE POLITICAL ORIENTATION OF BROAD-
CASTING FROM GREATER GERMANY” (EXHIBIT USA-724)
A u s : Rundfunk Archiv. Herausgeber: Wolfgang Diewerge, 15. Band, Heft 11,
November 1942. Berlin.
— Seite 473/474 —
Ministerialdirektor Hans Fritzsche — Leiter Rundfunk
Der Reichsminister fur Volksaufklarung und Propaganda hat die
Stelle eines Beauftragten fur die politische Gestaltung des GroB-
deutschen Rundfunks geschaffen und diese dem Ministerialdirektor
HANS FRITZSCHE ubertragen.
Wahrend des Krieges ist HANS FRITZSCHE als politischer Kom-
mentator in der ganzen Welt bekannt geworden. Einige seiner
Kommentare hat er in einem Buch: „Krieg den Kriegshetzern“,
Brunnen-Verlag, Berlin, herausgegeben. Reichsminister Dr. GOEB-
BELS hat in einem Vorwort zu diesem Buch hierzu wortlich aus-
gefiihrt: „Keiner weiB besser als ich, wieviel Arbeit in diesen
Ansprachen steckt, wie sie manchmal in den letzten Minuten diktiert
wurden, um dann einen Augenblick spa ter im ganzen Volk ein
williges Ohr zu finden.u
DOCUMENT 3257=PS
REPORT FROM AN ARMAMENT INSPECTOR IN THE UKRAINE TO
GENERAL THOMAS PERSONALLY, 2 DECEMBER 1941: DESCRIPTION
OF MASS EXECUTIONS OF JEWS IN THE UKRAINE UND REDUC-
TION OF THE POPULATION BY STARVATION; UNFAVORABLE
CONSEQUENCES FOR GERMANY OF THESE MEASURES (EXHIBIT
USA-290)
BESCHREIBUNG:
Ds auf gelbem Papier I T zwischen *1 und *2 in Winkel-Kl’n (Blei)
71
3257-PS
V o 1. 226 — 3
Rue In Ukraine O.U., den 2.Dezember 1941.
Inspecteur
Geheim
An den
Chef des Wi Rue Amtes
im O.K.W.
Herr General der Inf. Thomas
Berlin W
Krfurstenstr. 63 — 67
*i — 1 — Anlage
Zur personlichen Unterrichtung des Herrn Chef Wi Rue Amt
iibergebe ich einen Gesamtbericht iiber die derzeitige Lage im
Reichskommissariat Ukraine, in welchem ich die bisher aufgetre-
tenen Schwierigkeiten und Spannungen, sowie die zu ernsten
Besorgnissen Anlass gebenden Fragen mit vollster Offenheit und
unmissverstandlicher Deutlichkeit niedergelegt sind.
Ich habe bewusst davon Abstand genommen, einen solchen Bericht
auf dem Dienstwege vorzulegen oder ihn anderen interessierten
Stellen zur Kenntnis zu bringen, da ich mi r keinen Erfolg davon
verspreche, vielmehr befiirchte, das s die Schwierigkeiten und Span-
nungen sowie die unterschiedlichen Auffassungen bei der besonderen
Au:t der Verhaltnisse sich nur vergrossem wiirden. *2
Nur an massgebender Stelle kann, wenn sie klar sieht, im
Rahmen des Moglichen eine Abstellung herbeigefiihrt werden.
Der Bericht ist von OKV Rat Prof. Seraphim abgefasst und tragt
nicht einen amtlichen, sondern einen durchaus personlichen
Charakter.
Ich schliessemich in allenPunkten dengemach-
ten Ausfiihrungen.an.
Ich darf noch hinzufugen, dass die Lageberichte,in denen die
bestehenden sachlichen Schwierigkeiten riickhaltlos often dargestellt
werden, den in Frage kommenden Dienststellen zugehen und dass
unabhangig hiervon von mir nichts unversucht geblieben ist, auf die
bestehenden Schwierigkeiten und Mangel auch den Herren des
Reichskommissars Ukraine gegeniiber immer wieder personlich
hinzuweisen, damit sie abgestellt werden.
Ich ware dankbar, wenn der anliegende Bericht nur zur eigenen
Unterrichtung des Herrn Chef Wi Rue Amt und seiner engsten
72
3257-PS
Mitarbeiter herangezogen werden wiirde, eine Weiterverwer-
tung der wesentlichen Punkte, die vor allem zur Abstel-
lung der zu emsten Besorgnissen Veranlassung gebenden Lage in
Frage kamen, dem Herrn Chef Wi Rue Amt ausschliesslich
selbst vorbehaltenbliebe.
— Seite 2 —
c) Judenfrage.
Die Ordnung der Judenfrage in der Ukraine war sehon deshalb
ein schwieriges Problem, weil die Juden in den Stadten einen
Grossteil der Bevolkerung ausmachten. Es handelt sich also —
ebenso wie im G.G. — um ein bevolkerungspolitisches Massen-
problem. Viele Stadte wiesen einen Judenteil von iiber 50% auf.
Vor den deutschen Truppen geflohen waren nur die reichen Juden.
Das Gros der Judenheit verblieb der deutschen Verwaltung. Fur
diese komplizierte sich die Frage dadurch, dass diese Juden
fast das gesamte Handwerk, sogar einen Teil der
ArbeiterschaftderKlein-undMittel-Industrien
erfiillten, abgesehen vom Handel, der z.T. infolge der direkten
oder indirekten Kriegseinwirkung uberfliissig geworden war. Die
Beseitigung musste mithin t i e f g r e i f e n d e wirt-
schaftliche,ja direktwehrwirtschaftliche Ruck-
wirkungen (Fertigung fur Truppenbedarf) haben.
Die Haltung der jiidischen Bevolkerung war von vornherein
angstlich — willig. Sie suchten alles zu vermeiden, um der deutschen
Verwaltung zu missfallen. Dass sie die deutsche Verwaltung und
Armee im inneren hassten, ist selbstverstandlich und kann nicht
Wunder nehmen. Es ist aber nicht beweisbar,dass die Ju'den
geschlossen oder auch nur in grosserem Umfang an Sabotageakten
u.a.beteiligt waren. Sicher hat es unter ihnen — genau so wie unter
den Ukrainern — einige Terroristen oder Saboteure gegeben. Dass
die Juden als solche aber irgendeine Gefahr fur die deutsche Wehr-
macht dairstellen, kann nicht behauptet werden. Mit der Arbeits-
leistung der Juden, die selbstverstandlich durch kein anderes Gefiihl
als die Angst angetrieben wurden, ist Truppe und deutsche Ver-
waltung zufrieden gewesen.
Die jiidische Bevolkerung ist im unmittelbaren Anschluss an die
Kampfhandlungen zunachst unbehelligt geblieben. Erst Wochen,
z.T.Monate spater wurde eine planmassige Erschiessung der Juden
durch dazu eigens abgestellte Formationen der Ordnungspolizei
durchgefiihrt. Diese Aktion ging im wesentlichen von Osten nach
Westen. Sie erfolgte durchaus offentlich unter Hinzuziehung ukraini-
scher Miliz, vielfach leider auch unter freiwilliger Beteiligung von
73
3257 -PS
Wehrmachtsangehorigen. Die Art der Durchfiih/rung der Aktionen,
die sich auf Manner und Greise, Frauen und Kinder jedes Alter
erstreckte, war grauenhaft. Die Aktion ist in der Massenhaftigkeit
der Hinrichtungen so gigantisch wie bisher keine in der Sowjetunion
vorgenommene gleichartige Massnahme. Insgesamt diirften bisher
etwa 150000 bis 200000 Juden in dem zum RK.gehorigen Teil der
Ukraine exekutiert, bisher wurde auf diese wirtschaftlichen Belange
keine Riicksicht genommen.
Insgesamt kann gesagt werden, dass die in der Ukraine durch-
gefiihrte Art der Losung der Judenfrage offenbar von prin'zipiell-
weltanschaulichen Gedankengangen getragen, nachstehende Folgen
gehabt hat:
a) Beseitigung eines Teils z.T.iiberflussiger Esser in den Stadten
b) Beseitigung eines Bevolkerungsteils,der uns zweifellos hasste
c) Beseitigung dringend notwendiger Handwerker,die auch fur
Wehrmachtsbelange vielfach unentbehrlich waren,
d) Aussenpolitisch-propagandistische Folgen, die auf der Hand
liegen
e) Nachteilige Wirkungen auf die jedenfalls mittelbar mit den
Exekutionen in Beruhrung kommende Truppe
f) Verrohende Wirkung auf die die Exekutionen durchfiihrenden
Formationen (Ordnungspolizei).
— Seite 3 —
Eine Abschopfung landwirtschaftlicher Uberschiisse aus der
Ukraine fur Ernahrungszwecke des Reiches ist mithin nur denkbar,
wenn der ukrainische Binnenverkehr auf ein Minimum gedriickt
wird. Es wird versucht das zu erreichen.
1. durch Ausmerzung iiberflussiger Esser (Juden, Bevolkerung
der ukrainischen Grossstadte, die wie Kiew, iiberhaupt keine
Lebensmittelzuteilung erhalten);
2. durch ausserste Reduktion der den Ukrainern der iibrigen
Stadte zur Verfiigung gestellten Rationen;
3. durch Verminderung des Verzehrs der bauerlichen Bevolke-
rung.
Man muss sich daruber klar sein, dass in der Ukraine letzten
Endes nur die Ukrainer durch Arbeit Wirtschaftswerte erzeugen
konnen. Wenn wir die Juden totschiessen, die Kriegsgefangenen
umkommen lassen, die Grossstadtbevolkerung zum erheblichen Teile
dem Hungertode ausliefern, im kommenden Jahre auch einen Teil
der Landbevolkerung durch Hunger verlieren werden, bleibt die
74
3257-PS
Frage unbeantwortet: Wer denn hier eigentlich Wirt-
schaftswerte produzieren soil. Dass bei dem Engpass
Mensch im Deutschen Reisch weder jetzt noch in absehbarer Zukunft
Deutsche in erforderlicher Zahl zur Verfiigung stehen konnen,
ist unzweifelhaft. Wenn der Ukrainer aber arbeiten soil, muss er
physisch erhalten werden, nicht aus einem Sentiment sondern aus
sehr niichtemen wirtschaftlichen Erwagungen. Dazu gehort aber in
erster Linie auch die Schaffung eines geordneten Verhaltnisses
zwischen Geld, Warenpreisen und Arbeitslohn.
(Zusammenfassung.)
Bevolkerung.
Die Haltung der ukrainischen Bevolkerung ist trotz der in den
letzten Monaten erfolgten Verschlechterung ihrer materiellen Lage
noch gutwillig. Bei einer mit Sicherheit vorauszusehenden weiteren
Verschlechterung ihrer Ernahrungslage ist mit einem Stimmungs-
umschwung zu rechnen.
Die Volksdeutschen der Ukraine bilden kein Element, auf das
sich Verwaltung und Wirtschaft des Landes stiitzen konnen.
Ein erheblicher Teil der Juden, die in den Stadten des RK. teil-
weise mehr als die Halfte der Bevolkerung ausmachten, sind hin-
gerichtet worden. Damit ist der grosste Teil der Handwerker
ausgefallen und dadurch auch Belange der Wehrmacht (Truppen-
bedarf,Unterkiinfte) beriihrt.
Unterkunft, Verpflegung, Bekleidung und Gesundheitszustand
der Kriegsgefangenen ist schlecht, die Sterblichkeit sehr gross. Mit
dem Abgang vieler Zehn- ja Hunderttausende in diesem Winter ist
zu rechnen. Darunter befinden sich Krafte, die fiir die Wirtschaft
der Ukraine erfolgreich hatten nutzbar gemacht werden konnen auch
Facharbeiter und Handwerker.
DOCUMENT 3258-PS
VARIOUS QUOTATIONS FROM THE YEARS 1933, 1937, AND 1938,
SHOWING THE ACTIVITIES OF THE “FOREIGN ORGANIZATION
OF THE NSDAP” AND THE AIMS OF OTHER INSTITUTIONS OF
GERMANS ABROAD (EXHIBIT GB-262)
From: National Socialism basic principles, their application by the Nazi Party’s
Foreign Organization, and the use of Germans abroad for Nazi aims.
Prepared in the special unit of the Division of European Affairs by Raymond
E. Murphy, Francis B. Stevens, Howard Trivers, Joseph M. Roland, Washington:
1943.
75
3258-PS
PART I THE NAZI PARTY: IDEOLOGY, PROGRAM, METHODS
— Page 44 —
Dr. Frick, German Minister of the Interior,, in his chapter in
Germany Speaks indicates the exclusive position of the party in the
Third Reich:
“National Socialist Germany, however, is not merely a unitary
state: it is also a unitary nation and its governance is based on the
principle of leadership . . .
“In National Socialist Germany, leadership is in the hands of
an organised community, the National Socialist Party; and as the
latter represents the will of the nation, the policy adopted by it in
harmony with the vital interests of the nation is at the same time
the policy adopted by the country . . . The National Socialist Party
is the only political party in Germany and therefore the true
representative of the people . . .”63
*3Germany Speaks, pp.30-31. London 1938
PART III NAZI ORGANIZATIONS WORKING AMONG GER-
MANS IN FOREIGN COUNTRIES AND USE OF
ORGANIZED GERMAN MINORITIES IN FURTHER-
ANCE OF GERMAN INTERESTS
— Page 93 —
THE FOREIGN ORGANIZATION
1. HISTORY AND GROWTH OF POWER
At that time, however, the Nazi Party was too much concerned
with German affairs to place much stress on foreign activities. In
the first months after the party’s accession to power in January
1933, it was even questioned whether the existence of a Foreign
Section was justified. Since then, however, it has apparently con-
sistently proved its usefulness, having grown steadily in power and
importance. On May 8, 1933 it was put in charge of its present
leader, Ernst Wilhelm Bohle, a protege of Rudolf Hess, who was
Hitler’s Deputy at that time, and on October 3, 1933 it was placed
directly under Hess, Bohle becoming a member of the staff of the
76
3258-PS
Fuhrer’s Deputy with the rank of Gauleiter. The present designa-
tion, “Foreign Organization of the NSDAP”, 2 was ordered by Hess
on February 17, 1934. 3
2The Foreign Organization of the NSDAP is known in German as
“Die Auslands-Organisation der NSDAP”, or more familiarly as
the “AO”.
3Ehrich, op.cit., p.9.
THE DAI
(DEUTSCHES AUS LAND-INS TITUT)
— Page 128 —
The Ausland-Institut plays a part in determining the curriculum
of the Schulungslager as well as serving as an intermediary between
the Party authorities who run these camps and Germans from
abroad who are to attend them. Its facilities of various kinds are
also put at the free disposal of persons of German extraction who
visit the Reich and who may be counted upon to promote the
National Socialist cause in foreign countries.
USE OF ORGANIZED GERMAN MINORITIES
— Page 133 —
In 1938 the German legation owned two houses in The Hague.
Both were of course the subject of diplomatic immunity and there-
fore inviolable as concerned search and seizure by the Dutch police.
I shall call the house in which Dr. Butting had his office House No. 2.
What went on in House No.2? It had been remodelled and was
divided like a two-family house — vertically, not horizontally; but
between the two halves there was a communicating door. One side
of the house was Dr. Butting's. The other half housed the Nazi
military intelligence agent for Holland . . .
S.B. (the military intelligence agent) may have had as many as
a dozen subordinates working in Holland, all sub-agents of the
Canaris bureau. These were professional spies who knew their trade.
But they could not possibly know Holland as intimately as was
required by the strategy of the German High Command, as it was
revealed following the invasion of May 1940. For this, not a dozen
but perhaps several hundred sources of information were necessary.
And it is a this point that Butting and the military intelligence
agent come together. Through his German Citizens’ Association,
Butting had a pair of Nazi eyes, a pair of Nazi ears, in every town
and hamlet of the Netherlands. They were the eyes and ears of his
77
3258-PS
minor party officials. Whenever the military intelligence agent
needed information concerning a corner of Holland which his people
had not yet explored, or was anxious to check information relayed
to him by one of his own people, he would go to Butting.
“Have you anybody along such-and-such a canal?” he would
ask. “or in such-and-such a town.”
Butting always had.
“Let me see the fellow’s card, ” S.B. would say. And having driven
out to scrutinize the fellow (most often a party member, but some-
times a Hollander), having interviewed him and been satisfied with
him, S.B. would mark him down as a Vertrauensmann, a man to
be trusted. Through such a man he would learn, among other things,
which of the Hollanders in the locality might be considered “reliable.”
The Vertrauensmann would not, however, become a Canaris sub-
agent. If he were a Hollander, he would continue his work for the
Dutch National-Socialist Party run by Mussert and Rost van Ton-
ningen. If, as was more likely, he were a German, he would go on
working
— Page 134 —
intermittently for S.B. but would continue his direct and normal
Party service as fifth columnist, that is, as a man who, standing
well in the Dutch community in which he lived, was able to spread
Nazi doctrine and win sympathy for the Nazis of Germany and
their way of life.
What S.B. learnt from one of his own people he checked with a
Butting man; and what the Butting men reported was unfailingly
checked with a military intelligence man, or by S.B. himself.
“I know every stone in Holland,” S.B. once boasted. By “stone”
he meant, canal, lock, bridge, viaduct, culvert, highway, by-road,
airport, emergency landing field, and the name and location of Dutch
Nazi sympathizers who would help the invading army when the
time came. Had Dr. Butting’s Party organization not existed under
the innocent cover of his Citizens’ Association, S.B.’s knowledge of
Holland would have been as nothing compared with what it was.
Thus the Citizens’ Association served a double purpose: it was
invaluable for espionage at the same time as it fulfilled its primary
function as a fifth column agency. Or, to put it more truly, there
is no such thing as fifth columnism divorced from espionage. Fused
and intertwined, they come to the same thing; and when you permit
fifth columnism, “mere propaganda”, you are at the same time
intensifying the espionage carried out against your country.
78
3258-PS
APPENDIX: DOCUMENT 23
— Page 305 —
Zitiert nach dem Original: Die Auslands-Organisation der NSDAP. Schriften
der Deutschen Hochschule fur Politik. Von Emil Ehrich, Berlin 1937.
Seite 29:
Niemals war das deutsche Volk so wach fur die Belange des
Auslandsdeutschtums wie heute. Niemals ist ein Auslandsdeutscher
so geehrt worden, wie der tote Wilhelm Gustloff, bei dessen Heim-
fahrt aus Davos das ganze einige deutsche Volk eine Gasse bildete
von Singen bis Schwerin, wo ihm der Fiihrer selbst die letzten Worte
ins Grab nachrief. Niemals ist aber auch der Auslandsdeutsche so
freudig mitgegangen und so von Heimweh gepackt worden, wie nach
1933. Nun hat auch dieses Heimweh der Millionen Auslandsdeutschen
eine symbolische Miindung im Reich gef unden: der Fiihrer bestimmte
am 27. August 1936 Stuttgart zur „Stadt der Auslandsdeutschen" ,
und der Gauleiter der Auslands-Organisation der NSDAP. iibernahm
die Schirmherrschaft iiber diese schone Stadt, die auch das mit der
AO. in aufrichtiger Zusammenarbeit stehende Deutsche Auslands-
Institut und das „Ehrenmal der deutschen Leistung im Ausland“ in
ihren Mauern beherbergt. Hier werden fortan im Spatsommer die
groBen Reichstagungen der Auslandsdeutschen stattfinden.
APPENDIX: DOCUMENT 30
Der Montag, 2. Ausgabe Berlin, 29. August 1938
Nr. 33
GroBkundgebung in Stuttgart
— Page 382 —
Rudolf HeB gedenkt zum AbschluB seiner Rede der Stuttgarter
Tage des vergangenen Jahres, als hier in Stuttgart deutsche Manner
und Frauen, deutsche Buben und Madel in ihren heimischen Trachten
erschienen waren, gliihend beseelt vom groBdeutschen Gedanken,
leidenschaftlich bewegt vom Nationalsozialismus, aber doch eben
auBerlich Volksdeutsche, Deutsche fremder Staatsangehorigkeit.
„Heute“, so fuhr Rudolf HeB fort, „stehen sie auch auBerlich in
unseren Reihen. Sie werden stolz und gliicklich in den Formationen
der nationalsozialistischen Bewegung an ihrem Fiihrer in Niirnberg
vorbeimarschieren — diesmal als Reichsdeutsche! Und wir alle sind
von Herzen gliicklich, wenn wir sie sehen. Sie haben einen langen
und zahen Kampf gekampft, einen Kampf mit einem hinterhaltigen
79
3258-PS
und verlogenen Gegner. Sie haben sich ihre Heimat erkampft, und
sie haben sich zu der Liebe, die ihnen Deutschland immer entgegen-
gebracht, die stolze Anerkennung des ganzen Volkes errungen."
— Page 383 —
Rudolf HeB gedenkt hier des ahnlichen Ringens in einer anderen
deutschen Volksgruppe um ihr nationales Lebensrecht: „Mit tiefster
Anteilnahme fur ihre Leiden sieht das deutsche Volk auf die
deutschen Volksgenossen in der Tschecho-Slowakei. Niemand auf der
Welt, der sein eigenes Volk liebt und stolz auf sein Volk ist, wird
es uns verdenken, wenn wir auch hier von dieser Stelle aus unsere
Gedanken zu den Sudenten deutschen wenden, wenn wir ihnen
sagen, daB wir voller Bewunderung sehen, wie sie trotz schlimmster
Schikane, trotz Terror und Mord eiserne Disziplin wahren. Hatte es
iiberhaupt eines Beweises bedurft, daB beste deutsche Tugenden sich
im Sudetendeutschtum verkorpern, dann ist es diese eiserne Disziplin
und die unerschiitterliche Ruhe, die aus dem Gefiihl des eigenen
Rechts kommt.
— Page 444 —
DOCUMENT 37
Verein fur das Deuschtum im Ausland
Berlin W 30, Martin-Luther-Strasse 97
Der Reichsinnenminister fur die V.D. A.- Arbeit!
Abschrift II B 7855/27.4. Berlin, den 24. Februar 1933.
Der Reichsminister des Innem.
H B 7855/4.2.
An die Landesregierungen.
Betrifft: Verein fiir das Deutschtum im Ausland,
Deutscher Schulverein e. V.
Bei der Pflege der nationalen Aufgaben hat mein Ministerium in
besonderem MaBe den Schutz und die Forderung des Grenz- und
Auslandsdeutschtums ausgeubt. Eine groBere Zahl mit Sonderaufgaben
auf diesem Gebiete betrauter Einrichtungen wird aus mir zur Ver-
ftigung stehenden Mitteln so weit moglich unterstiitzt. Unter alien
diesen nimmt der Verein fiir das Deutschtum im Ausland, Deutscher
Schulverein e. V., Berlin, eine bevorzugte Stellung ein. Seiner durch
ein halbes Jahrhundert hindurchgeftihrten Arbeit ist die Erhaltung
so mancher deutschen Schule, Kirche, Zeitung, oder sonstigen Ein-
richtung in den Volkssiedlungen deutscher Abstammung im Aus-
land zu verdanken. Ohne die Erhaltung dieser Einrichtungen waren
groBe deutsche Volksgruppen vor
80
3258-PS
allem unter dem Druck der Nachkriegszeit als Kulturdiinger fremden
Volkstums untergegangen. Leider war in den vergangenen Jahren
eine gewisse Zuriickhaltung welter Volkskreise gegeniiber der
Werbearbeit des genannten Volksvereins festzustellen und auch
behordliche Einengungen seiner Tatigkeit sind nicht unterblieben.
Es erscheint mir jedoch als dringende Pflicht des Reichs und der
Lander, nicht nur solche Hemmungen zu beseitigen, sondern dem
Verein fur das Deutschtum im Ausland auf alien von ihm gewiinsch-
ten Gebieten eine groBere Entfaltung der Werbung zu ermoglichen.
Es darf auch die Rucksicht auf die Not und das Elend der Zeit, auf
den Mangel an Arbeit und Brot im Binnendeutschland den Blick nicht
davon ablenken, daB die rund 30 Millionen Auslandsdeutschen
auBerhalb der verengerten gegenwartigen Reichsgrenzen ein
Bestandteil des deutschen Gesamtvolkes sind, ein Bestandteil, dem
die Reichsregierung zwar wirtschaftlich keine Hilfe zu bringen ver-
mag, dem sie jedoch die kulturelle Stiitzung durch den in erster
Linie hiermit befaBten Verein fur das Deutschtum im Ausland zu
ermoglichen sich verpflichtet halt.
Ich mochte daher die besondere Aufmerksamkeit der Regierungen
der Lander auf die Tatigkeit des Vereins fur das Deutschtum im
Ausland mit dem Ziele lenken, daB ihm eine bevorzugte Behandlung
zuteil werde.
gez.Frick.
APPENDIX: DOCUMENT 39
— Page 453 —
STUTTGARTER NEUES TAGBLATT, September 21, 1933.
Stuttgart, Germany. Morning Edition.
GroBe volksdeutsche Kundgebung
Der Vorsitzende des Deutschen Ausland-Instituts, Oberbiirger-
meister Dr. Strolin, eroffnete die Kundgebung. Er begriiBte unter
den Anwesenden besonders den Ministerprasidenten Kultminister
Mergenthaler als den Vertreter der Auf sich tsbehorde, General
Haushofe r-Miinchen als den Bevollmachtigten von Rudolf HeB,
der vom Fiihrer mit der obersten Leitung aller auslanddeutschen
Angelegenheiten beauftragt wurde,
— Page 454 —
Nun nahm der stv. Gauleiter Schmidt das Wort.
Er tiberbrachte als der wurttembergische Reichspropagandaleiter
die GriiBe von Reichsminister Dr. Goebbels. Die Gauleitung der
81
3258-PS
NSDAP, so sagte er, ist bereit, mit der neuen Leitung des DAI
durch dick und diinn zusammen zu gehen und mit ihr zusammen-
zuarbeiten. Der Nationalsozialismus will die volkischeGemein-
schaft aller Deutschenals geschichtliches Recht
fordern.
Nun ergriff der neue Leiter des DAI,
— Page 455 —
Professor Dr. Csaki das Wort zu einer immer wieder von Beifall
unterbrochenen Ansprache, in der er u.a. ausfiihrte:
Wir verfolgten mit tiefemSchmerz die i n n ere Zerris-
senheit des deutschen Volkes.
Nun, da all das iiberwunden ist, da wir sehen, daB alle volks-
deutschen Organisationen in einer Linie stehen, erfiillt uns ein
Gefiihl des Stolzes auf unser deutsches Mutterland, ein Gefiihl des
Glucks: Deutschland ist eins.
Ich komme zu Ihnen von meinen Schicksalsgenossen da drauBen
und sie bitten mich, Kiinder ihres Wesens, ihrer Einstellung zu
Deutschland und Kiinder auch ihrer Not zu sein. Ich bringe Kunde
von einem Boden, der erfiillt ist von Kampf. Was wir immer wieder
in den Vordergrund stellen miissen, ist das:
In uns wird von friih auf das BewuBtsein erzogen:
Du stehst vielen gegeniiber in hartem Kampf
um dein deutsches Volkstum.
So haben wir immer das Gefiihl, alles was wir wollen, im Kampf
gegen die Behorden erreichen zu miissen. Aber das Gefiihl der
Zugehorigkeit zum deutschen Volk gibt uns ein gliickliches BewuBt-
sein. Im Lauf der Jahrhunderte ist diese oder jene Position verloren
gegangen. Wir miissen es verhindem, daB noch mehr verloren geht.
Es gibt uns ein Gefiihl des Stolzes und des SelbstbewuBtseins, daB
wir Briicken sind fiir den deutschen Lebensraum.
DOCUMENT 3259-PS
HITLER’S NEW YEAR LETTER TO GORING, 1934, EXPRESSING
GRATITUDE TO HIM AS CREATOR OF THE SA AND AS THE MAN
WHO PREPARED THE GROUND FOR 30 JANUARY 1933 (EXHIBIT
USA-424)
A us: Erich Gritzbach: Hermann Goring, Werk und Mensch. 41. Auflage, Ver-
lag Franz Eher Nachf., Miinchen 1942.
82
3259-PS
— Seite 69 —
Im Rahmen der Reichserneuerung hat PreuBen unter der Fiih-
rung seines Ministerprasidenten dabei seinen Beitrag in preuBisch-
deutscher Verantwortung geleistet. Fur solche Tatkraft dankt der
Fiihrer dem Ministerprasidenten in einem Handschreiben am Neu-
jahrstage des zweiten Jahres der nationalsozialistischen Revolution.
„Mein lieber Goring!
Als im November 1923 die Partei zum erstenmal versuchte, die
Macht im Staate zu erobern, haben Sie als Kommandeur der SA. in
auBerordentlich kurzer Zeit das Instrument geschaffen, mit dem man
einen solchen Kampf wagen konnte. Es war hochste Notwendigkeit,
die uns zum Handeln zwang, und weise Vorsehung, die uns damals
den Erfolg versagte. Sowie nach Ihrer schweren Verwundung die
Umstande es ermoglichten, sind Sie wieder als treuester Mitkampfer
in den Kampf um die Macht an meine Seite getreten. Sie haben
wesentlich mitgeholfen, die Voraussetzungen zum 30. Januar zu
schaffen. Es drangt mich daher, am Schlusse des Jahres der national-
sozialistischen Revolution, Ihnen, mein lieber Parteigenosse Goring,
aus ganzem Herzen fur die so groBen Verdienste zu danken, die Sie
sich um die nationalsozialistische Revolution und damit um das
deutsche Volk erworben haben.
In herzlicher Freundschaft und dankbarer Wiirdigung
Ihr
Adolf Hitler. “
DOCUMENT 3260-PS
PROPAGANDISTIC ACCUSATION OF CHURCHILL, ALLEGING THAT
HE ORDERED THE SINKING OF THE “ATHENIA” (EXHIBIT GB-218)
BESCHREIBUNG:
begl Phot
Aus: Volkischer Beobachter, Siiddeutsche Ausgabe, 296. Ausg., 23. Oktober
1939, Seite 3.
Churchill versenkte die „Athenia“
Das Bild oben zeigt die stolze „Athenia“, den Ozeanriesen, den
Churchills Verbrechen vernichtete. Deutlich sieht man die groBe
Funkanlage an Bord des Dampfers. Nirgends aber wurden SOS-Rufe
des Schiffes vemommen. Warum schwieg die „A t h e n i a“? Weil ihr
Kapitan der Welt nichts mitteilen durfte. Er hiitete sich wohlweis-
lich, die Welt dariiber aufzuklaren, daB Winston Churchill
83
3260-PS
den Versuch unternommen hatte, das Schiff durch Explosion einer
Hollenmaschine zu versenken. Er wuBte es wohl, aber er muBte
schweigen. Fast 1500 Menschen waren ums Leben gekommen, hatte
der urspriingliche Anschlag Churchills das Ergebnis gehabt, das der
Verbredier wiinschte. Ja, er hoffte sehnlich, daB die hundert Ameri-
kaner, die auf dem Dampfer fuhren, den Tod in den Fluten finden
mochten, damit sich der Zorn des von ihm belogenen amerikanischen
Volkes gegen Deutschland als den vermeintlichen Urheber der Tat
richten sollte. Ein Gliicksfall war es, daB die Mehrzahl dem ihnen
von Churchill zugedachten Schicksal entging. Unser Bild rechts
zeigt zwei verwundete Passagiere. Sie wurden von dem Fracht-
dampfer „C i t y of F 1 i n t“ gerettet, und, wie hier ersichtlich,
dem amerikanischen Kiistenschutzboot „G i b b “ zur weiteren arzt-
lichen Behandlung iibergeben. Sie sind eine stumme Anklage gegen
den Verbrecher Churchill. Sie rufen ihn ebenso wie die
Schatten der Umgekommenen vor das Gericht der Welt und legen
dem britischen Volk die Frage vor* Wielahge noch darf ein
Morder eines der t r a d i t i o n s r e i c h s t e n Amter
versehen, dasGroBbritanniensGeschichte kennt?
DOCUMENT 3261JPS
VERBAL NOTE OF THE SECRETARIAT OF STATE, THE VATICAN,
TO THE GERMAN EMBASSY, 18 JANUARY 1942, PROTESTING
AGAINST VIOLATIONS OF CONCORDATS BY GERMANY, THE
SUPPRESSION OF CATHOLIC INSTITUTIONS IN GERMANY AND
GERMAN-OCCUPIED TERRITORY, AND OTHER MATTERS; REFUSAL
BY THE HOLY SEE TO GRANT GERMAN GOVERNMENT’S REQUEST
TO BE INFORMED IN ADVANCE OF APPOINTMENTS TO HIGH
OFFICES OF THE CATHOLIC CHURCH (EXHIBIT USA-568)
EXPLANATORY NOTE:
Letterhead with papal seal, embossed (red). Covering note on Page 1, type-
written. Page 2, missing.
SEGRETERIA DI STATO THE VATICAN, November 13th 1945.
DI SVA SANTITA
I, Domenico Tardini, Secretary of Extraordinary Eccle-
siastical Affairs, hereby certify that the attached document consisting
of 9 printed pages and entitled:
84
3261-PS
“Verbal note of the Secretariat of State of His Holiness
to the German Embassy (Jan. 18th 1942)” (pp.3-11)
is a true and correct translation into the English language from the
Italian language of a carbon copy of a document now in the posses-
sion of the Secretariate of State of His Holiness, the original of
which was dispatched to the German Embassy.
3ing
Domenico Tardini
Verbal note of the Secretariat of State of His Holiness
to the German Embassy (Jan. 18th 1942)
This is the answer to the German Embassy’s Verbal Note, dated
August 29th 1941. The document sets forth the grave reasons of
right and fact because of which the Holy See cannot agree to the
requests put forward by the Government of the Reich about epis-
copal nominations.
The Secretariat of State of His Holiness has the honour to
acknowledge the receipt from the honourable German Embassy to
the Holy See of the Verbal Note of August 29th 1941.
In that Verbal Note the honourable German Embassy com-
municated to the Secretariate of State that “ in view of the im-
portance that attaches to the conferring of all the high offices of the
Roman Catholic Church, the Government of the Reich cannot
renounce the right to be heard before such offices are conferred;
a right which belongs to it in virtue of , its sovereignty
It noted further that the Government “must, on the contrary,
attach importance to its being given the possibility of having its
difficulties of a general political character heard before the con-
ferring of the offices of Archbishop, Bishop, Coadjutor with the right
of succession and also of independent Prelate (Praelatus Nullius) in
the entire new territory of the Reich, together with Alsace, Lorraine,
Luxemburg and the freed territories of Lower Steyer, Kamten and
Krain and also in the General Government area (Generalgouverne-
ment). Moreover the Government must claim this right also in
cases where the administration of the above-mentioned ecclesiastical
offices is to be in the hands of an Apostolic Administrator, or of a
Vicar Capitular beyond a reasonable time or finally of * any other
diocesan administrator whatsoever ’ \
At the same time the honourable German Embassy notified
4ing
the Secretariate of State that “ in the interest of uniformity in
administration throughout the entire sovereign territory of the
85
3261-PS
Reich, the Government must further attach importance to the fact
that, within the old territory of the Reich also, the appointment of
ecclesiastical dignitaries of the kind just mentioned (Apostolic
Administrators, Vicars Capitular and other diocesan administrators)
be not made unless the Government has been approached before-
hand confidentially, and given the opportunity to submit for
consideration any difficulties of a general political character it may
at the time have against the proposed candidates
“ The Government of the Reich ”, the Verbal Note concludes,
“ therefore asks the Holy See before conferring in future any
Ecclesiastical offices of the kind mentioned above, to afford it, by
means of an appropriate communication, the opportunity to submit
for consideration any possible difficulties of a general political
character
In this connexion the Secretariat of State is anxious above all
to assure the honourable German Embassy that the Holy See,
animated as it is by the liveliest desire to secure, as far as it is
concerned, the genuine welfare of the German people, has been
and is still sincerely disposed to do everything that it can, within
the range of its rights and obligations, to improve the relations
between the Church and the German State.
Of this disposition (not to mention many other noteworthy
instances) the Holy Father gave a particularly solemn proof
immediately after his accession to the Pontifical Throne in the
autograph letter, dated March 6th 1939, to His Excellency the Fiihrer
and Chancellor of the Reich.
In that letter His Holiness stated, among other things : “Recalling
with pleasure the long years during which, as Apostolic Nuncio in
Germany, We glady devoted all Our efforts to have the relations
between Church and State regulated and to make them more and
more friendly through mutual understanding and ready cooperation,
for the good of both parties. We now direct especially to the
achievement of such an end the fulness of the most ardent
Sing
desires, which are inspired and made possible by the responsability
of Our office”.
Yet, despite this keen desire of the August Pontiff, which His
Excellency the Fiihrer and Chancellor of the Reich, in his reply of
the following April 29th, said that he shared, the relations between
Church and State in Germany are still far indeed from being what
they ought to be, as alas is made manifest by the measures and acts
which continue to multiply both in the territory of the Reich and
in the occupied and annexed countries, measures and acts which
86
3261-PS
gravely violate the rights of the Church, being contrary not only
to the existing Concordats and to the principles of international law
ratified by the Second Hague Conference, but often — and this is
much more grave — to the very fundamental principles of divine
law, both natural and positive.
Let it suffice to recall in this connection, among other things, the
changing of the Catholic State elementary schools into undenomina-
tional schools; the permanent or temporary closing of many minor
seminaries, of not a few major seminaries and of some theological
faculties; the suppression of almost all the private schools and of
numerous Catholic boarding schools and colleges; the repudiation,
decided unilaterally, of financial obligations which the State, Munic-
ipalities, etc. had towards the Church; the increasing difficulties
put in the way of the activity of the religious Orders and Congrega-
tions in the spiritual, cultural and social field and above all the
suppression of Abbeys, monasteries, convents and religious houses
in such great numbers that one is led to infer a deliberate intention
of rendering impossible the very existence of the Orders and Con-
gregations in Germany.
Similar and even graver acts must be deplored in the annexed
and occupied territories, especially in the Polish territories and par-
ticularly in the Reichsgau Wartheland for which the Reich Super-
intendent has issued, under date of September 13th last, a “Decree
concerning Religious Associations and Religious Societies ” (Ver-
ordnung fiber religiose Vereinigungen und Religiongesell-
6ing
schaften) in clear opposition to the fundamental principles of the
divine constitution of the Church.
If all this has been and still is reason for profound regret on
the part of the Holy See — a regret that is equally shared by the
Catholics of Germany and of the entire world — it has not however
availed to cool the ardent desire to see the Catholic religion restored
to a satisfactory position in the Reich and in the territories depend-
ent on it, through a betterment of the relations between the Holy
See and the Government.
As to what concerns the wishes expressed by the Government of
the Reich with regard to the filling of the high offices of the Catholic
Church, the Secretariate of State cannot but agree with the Govern-
ment as to the importance attaching to appointments to all these
high offices.
In fact the person appointed to govern a diocese in fulfilling his
spiritual mission, naturally comes to defend and encourage those
87
3261-1-5
same principles of virtue, order, discipline and social justice by
which the State wishes the conduct of its citizens to be guided.
The fact however that the choice of a candidate for such an
office contributes also to the good of the State and for that very
reason has an interest for the Government, does not suffice to give
the Government a right to intervene in any way in the choice itself,
any more than the fact that the appointment of an upright, just,
dispassionate State official, not hostile to the Church, has a par-
ticular importance for the religious authorities, does not confer on
them the right to intervene in the appointment itself.
The Secretariat of State, moreover, takes the liberty to remind
the honourable German Embassy that the Church, founded by Christ
and hence existing by divine right, directed towards the achievement
of supernatural ends assigned exclusively to her, for the attainment
of which she is — in virtue of her divine constitution — provided with
adequate means, is a perfect juridical society and, in her own order,
supreme.
It possesses consequently a sphere of action which is exclusively
its own, and within which it acts in complete independence.
7ing
Hence it follows that with regard to the Church’s procedure in
general and in particular with regard to her internal government
and especially her choice of those who are to preside over it, the
State cannot invoke or ask to have considered rights deriving from
the sovereignty which undoubtedly belongs to it in its own order
but which cannot but be restricted to its sphere of civil and polit-
ical action.
This right of the Church to provide, in complete independence
of the civil power, for the government of ecclesiastical provinces
is confirmed by the fact that in those Nations in which no special
agreements are in force between the Holy See and the Govern-
ments, these do not intervene in any way in appointments to
dioceses, nor do they receive previous notification of such appoint-
ments, even though, as in the case of Brazil, Chile and Ireland for
example, they have full diplomatic relations with the Holy See.
If then some Governments, including that of Germany, enjoy
special privileges even regarding episcopal appointments, this does
not establish a native right of the civil authorities, but depends
solely, as is well known, upon special agreements, in virtue of which
the Holy See, precisely because of its supreme power in the eccle-
siastical sphere (a power, moreover, that is acknowledged by the
State which enters on such a solemn international pact with the
88
3261-PS
Holy See) has made certain concessions, confining them always
within clear and determined limits. And so true is it that for Ger-
many, too, such a privilege is a concession of the Holy See, that
both in the Concordat with the Reich and in that with Bavaria,
before the privilege is conceded, an affirmation of principle is made
about the Church’s right to choose freely her holy Pastors.
in fact, in the Concordat with the Reich, in art. 14 it is stated:
“The Catholic Church has in principle the right to confer freely
all ecclesiastical offices and benefices, without the State or munic-
ipalities intervening Before the Bulls are despatched for the
appointment of Archbishops, of Bishops, of a Coadjutor with the
right of succession or of a Prelate Nullius, notice will be given to
the Reich Lieutenant in the State concerned of the name of
8ing
the person chosen to make sure that no objections of a general
political character exist against him”.
In the Concordat with Bavaria, in art. 14 it is laid down: “The
appointment of Archbishops and Bishops is the concern of the Holy
See acting in full liberty. Before publishing the Bull, the Holy See
will approach the Bavarian Government confidentially and make
sure that there are no objections of a political order against the
candidate”.
It is always in virtue of a concession founded on a Concordat
that other States of Germany enjoy a like privilege.
So in the Concordat with Prussia, in art. 6, 1 it is laid down:
“The Holy See will not appoint any Archbishop or Bishop, without
the Chapter after the election having first made sure from the Prus-
sian Government that no objections of a political character exist
against him”. And in art. 7: “The Holy See will not appoint any
Prelate Nullius or Coadjutor of a diocesan Bishop with right
of succession without having first ascertained from the Prussian
Government that there do not exist objections of a political charac-
ter”.
In the Concordat with Baden, art. 3 lays down: “1. When the
Archiepiscopal see falls vacant, the Chapter presents to the Holy
See a list of canonically suitable candidates ... 2. Before confirm-
ing the person elected, the Holy See will ascertain from the Ministry
of State of Baden whether there exist against him on the part of
the Government objections of a general political character, to the
exclusion however of those regarding the political party”. And in
the final Protocol, concerning art. 3 it es laid down: “In the case
89
3261-PS
of oppointing a Coadjutor with right of succession to the Arch-
bishop of Freiburg, the Holy See will take action after having
consulted the Government of Baden”.
As the honourable German Embassy will observe, in the Con-
cordat provisions quoted above — and such provisions are, moreover,
analogous to those agreed upon with other States — the privilege
allowing that objections of a political character against a candidate
be taken into consideration — a pure concession founded
9ing
on a Concordat — is limited expressly to Archbishops, Bishops, Coad-
jutors with right of succession and Prelates Nullius.
In fact, prescinding from the choice of Vicars Capitular which is
made directly by the respective Chapters in conformity with the
dispositions of Canon Law and without the intervention of the Holy
See, it is not the practice and custom of the Holy See to grant the
above mentioned privilege in cases of the appointment of Apostolic
Administrators or, should the case require, of other Prelates called
to govern a diocese during an interim, its intention being to reserve
to itself entire liberty in the filling of offices which are of their
nature extraordinary and transitory.
If the duration of such offices happens at times to be prolonged,
that is to be attributed solely to special circumstances, entirely
independent of the will of the Holy See and for which it certainly
cannot be held in any way responsible.
The Secretariat of State deems it unnecessary to represent to
the honourable German Embassy that were the privilege granted
to the Government of the Reich to have objections of a general
political character considered with regard to the appointment, within
the territory of the Reich, of Apostolic Administrators and of other
persons appointed ad interim to the government of the various
ecclesiastical provinces, the way would be opened, as one can easily
see, to complaints on the part of the other Governments which, no
less than the Government of the Reich, attach importance to the
above-named appointments but to none of which a similar conces-
sion has been made, not excepting even those which by their favour-
able treatment of the Church have earned for themselves particular
merits.
Moreover, as to the request for the privilege to have observations
of a general political character taken into account even in the
territories not comprised in the old Reich and indicated in the
above-mentioned Memorandum, both as regards Bishops and in the
instances in which the government of the ecclesiastical provinces
is entrusted provisionally, “beyond a reasonable time” to an Ap-
ostolic Administrator or to a Vicar Capitular or in fine
90
3261-PS
lOing
to any regent whatever, the Secretariat of State takes the liberty
to remark that from what has been already said it follows that the
concession of such a privilege would go against the noted traditional
practice of the Holy See.
Furthermore the Holy See holds as a norm and constant practice
of law, of prudence and of respect, determined by the highest moral
and juridical principles, not te proceed, whatever agreements or
privileges be asked for by States, to> innovations in the religious
life of a country, in whatever way occupied or annexed in
consequence of military operations, except when at the conclusion
of hostilities the new conditions are formally recognized in the
peace treaties or by the competent international organism that
may exist.
The Holy See held to this same practice during the last world
war.
Thus, to quote some examples, notwithstanding the fact that the
Bishops of Metz and Strasbourg, Germans by nationality, following
on the occupation of Alsace-Lorraine by French troops, had offered
their resignations, the Holy See did not accept them until July 10th
1919 and did not grant the canonical installation of the two French
prelates, their successors, until the following July 31st, that is,
when the peace treaty had already entered into force.
The Holy See acted in a similar manner in the question of the
delimitation of the ecclesiastical provinces of Poland. Not-
withstanding the wish expressed by the Polish Government and the
importance, even in the very interests of Religion, of a quick
solution, the Holy See abstained from taking a final decision in this
matter until an international juridical settlement had been reached
in the controversy relating to the possession of Vilna. It was only
after the well-known decisions reached on this question by the
Conference of Ambassadors (March 14th 1923) and by the League
of Nations (December 3rd 1923) that the Holy See, in art. IX of the
Polish Concordat, signed on February 10th 1925, established the
new ecclesiastical division of Poland.
lling
Nor was there any difference in the procedure adopted in regard
to other States that arose or were altered by reason of the treaties
following the war of 1914-1918.
In consideration, therefore, of such reasons, the Holy See while
remaining always disposed to meet, within the limits determined
for it by its rights and obligations, the legitimate wishes of the
91
3261 -PS
German Government, to its keen regret does not find itself in a
position to grant the requests contained in the above mentioned
Verbal Note of August 29th last.
Begging the honourable German Embassy to bring the above
to the knowledge of its Government, the Secretariat of State takes
occasion, etc.
DOCUMENT 3263-PS
MEMORANDUM FROM THE SECRETARIAT OF STATE, THE VATI-
CAN, TO THE GERMAN EMBASSY, 8 OCTOBER 1942, REGARDING
PERSECUTION OF THE CATHOLIC CHURCH IN THE “WARTHEGAU”
(EXHIBIT USA-571)
EXPLANATORY NOTE:
Letterhead with papal seal, embossed (red). Covering note on Page 1, type-
written. Text of memorandum, printed.
SEGRETERIA DI STATO
THE VATICAN, November 13th 1945.
DI SVA SANTITA
I, Domenico Tardini, Secretary of Extraordinary Eccle-
siastical Affairs, hereby certify that the attached document, con-
sisting of one printed page, and entitled:
“Memorandum of the Secretariat of State to the German
Embassy regarding the religious situation in the ‘Warthegau’
(October 8th, 1942)” (p. 1)
is a true and correct translation into the English language from
the Italian language of a carbon copy now in the possession of the
Secretariate of State of His Holiness of a document, the original
of which was dispatched to the German Embassy.
Domenico Tardini
(l)Lng
POLAND
Memorandum of the Secretariat of State to the German Embassy
regarding the religious situation in the “Warthegau” (Octo-
ber 8th, 1942)
92
3263-PS
For quite a long time the religious situation in the Region called
‘‘Warthegau” gives cause for very grave and ever increasing anxiety.
There, in fact, the Episcopate has been little by little almost com-
pletely eliminated; the secular and regular clergy have been reduced
to proportions that are absolutely inadequate, because they have
been in large part deported and exiled; the education of clerics has
been forbidden; the Catholic education of youth is meeting with the
greatest opposition; the nuns have been dispersed; insurmountable
obstacles have been put in the way of affording people the helps of
religion; very many churches have been closed; Catholic intellectual
and charitable institutions have been destroyed; ecclesiastical
property has been seized.
In August and September 1941 the Apostolic Nuncio in Germany
presented to the Minister for Foreign Affairs of the Reich detailed
memoranda asking for the restoration in the Warthegau of just
freedom of cult.
In spite of this the situation has worsened in consequence of
Ordinance N° 246 of the Lieutenant of the Reich in that region,
dated the 13th of the same month of September. The Apostolic
Nuncio presented, on September 29th 1941, a vigorous remonstrance
against the ordinance, which violates the rights and the liberty of
the Catholic Church.
Nevertheless, since that date, the religious condition of the
Catholics of that territory has become even sadder and more tragic.
If, as is feared, in consequence of new measures by the Lieu-
tenant’s Office, the situation should be still further aggravated, the
Holy See, as in duty bound by its office, would find itself compelled
to abandon — and it would do so, however unwillingly — the attitude
of reserve which it has hitherto maintained.
DOCUMENT 3264-PS
NOTE FROM THE CARDINAL SECRETARY OF STATE, THE VATI-
CAN, TO VON RIBBENTROP, 2 MARCH 1943, PROTESTING AGAINST
THE PERSECUTION OF THE CATHOLIC CHURCH IN THE “WARTHE-
GAU” AND OTHER TERRITORIES UNDER GERMAN RULE, AND
GIVING DETAILS (EXHIBIT USA-572)
EXPLANATORY NOTE:
Letterhead with papal seaL, embossed (red). Covering note on Page 1, type-
written. Text of memorandum, printed.
93
3264-PS
SEGRETERIA DI STATO
THE VATICAN, November 13th 1945.
DI SVA SANTITA
I, Domenico Tardini, Secretary of Extraordinary Eccle-
siastical Affairs, hereby certify that the attached document, con-
sisting of 14 printed pages, and entitled:
“A Note of His Eminence the Cardinal Secretary of State
to the Foreign Minister of the Reich about the religious
situation in ‘Warthegau’ and in the other Polish provinces
subject to Germany (March 2nd 1943)” (pp.2-15)
is a true and correct translation into the English language from
the Italian language of a carbon copy now in the possession of
the Secretariat of State of His Holiness of a document, the original
of which was dispatched to the Foreign Minister of the Reich.
Domenico Tardini
(2)ing
POLAND
A Note of His Eminence the Cardinal Secretary of State to the
Foreign Minister of the Reich about the religious situation in
“Warthegau” and in the other Polish provinces subject to
Germany
No. 1063/43 Vatican, March 2nd, 1943.
Excellency,
The Holy See, to which by divine mandate is committed the task
of looking after the religious interests of all Catholics, to whatever
nationality they belong, cannot fail to be intensely preoccupied by
the grave and systematic difficulties which are being put in the
way of the free profession of the Catholic faith and the practice
of the Catholic religion, in some territories under the Authorities
of the Reich.
As the interpreter of the very intense desire which animates
the same Holy See to have these difficulties solved, I have the
honour to recall them to the special attention of your Excellency,
and by your kind intervention to the other competent Authorities
of the Government of the Reich.
The place where, above all, the religious situation, by its unusual
gravity, calls for special consideration is the territory called the
“Reichsgau Wartheland”.
94
3264-PS
Six bishops resided in that region in August 1939; now there is
left only one. In fact:
The Bishop of Lodz (Litzmannstadt) and his Auxiliary were, in
the course of the year 1941, confined first in a small district of the
diocese, and then expelled and exiled in the “Generalgouvemement.”
Another Bishop, Mgr. Michael Kozal, Auxiliary and Vicar
General of Wladislavia (Leslau), was arrested in the autumn of 1939,
detained for some time in a prison in the city and later in a religious
house in Lad, and finally was transferred to the concentration camp
at Dachau.
Since His Eminence the Cardinal Archbishop of Gniezno
(Gnesen) and Poznan (Posen) and the Bishop of Wladislavia, who
had gone away during the period of military operations, were not
allowed to return to their Sees, the only Bishop who now remains
in the “Warthegau” is His Excellency Mgr. Valentine Dymek,
Auxiliary of Poznan; and he, at least up to November 1942, was
interned in his own house.
All efforts of the Holy See on behalf of these Bishops were in
vain. Thus, in reply to a Verbal Note recommending Mgr. Michael
Dozal, presented to it on June 10th 1941, on behalf of the Secretariat
of State of His Holiness, by the Apostolic Nunciature in Berlin,
your Beichministry for Foreign Affairs answered in the Verbal
Note III 2270 on November 18th of the same year, saying that the
Prelate had been transferred from Lad to Dachau and adding that
for reasons of public security it was not possible for the moment
to restore him to liberty.
To His Excellency
Joachim von Ribbentrop
Reichsminister for Foreign Affairs
Berlin.
— Page 2 —
When the Nunciature urged the matter on December 12th 1941,
and asked for a specification of the charges brought against
Mgr. Kozal, your Ministry merely affirmed, but without adducing
the relevant proofs (Verbal Note Pol. Ill 496 of March 7th, 1942),
that the Prelate had ehgaged in political activity “in deutschfeind-
lichem Sinne” (of an anti-German nature); and then repeated the
statement that “aus praventiv-polizeilichen Griinden) for preventive
police reasons) it was not possible to set him free.
The absence of any formulation of specific charges led the
Apostolic Nuncio once more orally to draw the attention of the
Reiehsministry for Foreign Affairs to the matter. He was given
95
3264-PS
grounds for hoping to obtain a more detailed reply, which however
was never given.
In the same way, again at the express whish of the Secretariat
of State, the Apostolic Nunciature in Berlin made a protest, by
the Verbal Note N. 44007 of December 4th 1941, against the depor-
tation and exile imposed upon the Bishop of Lodz and his Auxiliary;
and asked for their return to the diocese. Your Reichsministry for
Foreign Affairs, in the Verbal Note III 397 of February 23rd 1942,
replied that the Prelates had been transferred in the preceding
August to the convent of the Franciscan Fathers at Biecz “aus
sicherheits-polizeilichen Griinden” (for security police reasons) and
that since that date they had not left “ihren dortigen Aufenhalts-
crt” (their place of residence there).
If the lot of their Excellencies the Bishops has been a source of
anxiety for the Holy See, the condition of an immense number of
priests and religious has caused it and still causes it no less grief.
In the territory now called “Warthegau”, more than two thou-
sand priests exercised their ministry before the war; they are now
reduced to a very small number.
According to accounts received from various quarters by the
Holy See, in the first months of the military occupation not a few
members of the secular clergy were shot or otherwise put to death,
while others — some hundreds — were imprisoned or treated in an
unseemly manner, being forced into employments unbecoming their
state and exposed to scorn and derision.
Then while numbers of ecclesiastics were exiled or constrained
in some other way to take refuge in the “Generalgouvemment”,
many others were transferred to concentration camps. At the
beginning of October 1941, the priests from the dioceses of the
“Warthegau” detained in Dachau already numbered several
hundreds; but their number increased considerably in that month
following a sharp intensification of police measures which culminated
in the imprisonment and deportation of further hundreds of eccle-
siastics. Entire “Kreise” (districts) remained thus completely
deprived of clergy. In the city of Poznan itself the spiritual care
of some 200.000 Catholics remained in the hands of not more than
four priests.
No less painful was the fate reserved for the regular clergy.
Many religious were shot or otherwise killed; the great majority
of the others were imprisoned, deported or expelled.
— Page 3 —
In the same way, far-reaching measures were taken against the
institutions preparing candidates for the ecclesiastical state. The
diocesan seminaries of Gniezno and Poznan, of Wladislavia, and of
96
32M-PS
Lodz were closed. The seminary in Poznan for the training of
priests destined to work among Polish Catholics abroad also closed.
The novitiates and houses of formation of the religious Orders
and Congregations were closed.
Not even the Nuns were able to continue their charitable activ-
ities without molestation. For them there was set up a special
concentration camp at Bojanowo (Schmuckert), where towards the
middle of 1941 about four hundred sisters were interned and
employed in manual labour. To a representation of the Holy See
made through the Apostolic Nunciature in Berlin (Memorandum
n. 40.348 of June 11th 1941) your Reichsministry for Foreign Affairs
replied in the Memorandum Pol. Ill 1886 of September 28 of the
same year, that it was only question “um eine mit Einvernehmen
des Reichsstatthalters fur den Reichsgau Wartheland Getroffene,
voriibergehende MaBnahme, um der Obdachlosigkeit polnisch-
katholischer Schwestern zu begegnen” (of a temporary measure,
taken with the consent of the Reichslieutenant for Wartheland, in
order to supply the lack of housing for Polish Catholic Sisters) . In
the same Memorandum it was admitted that as a result of reorgani-
zation of charitable institutions many Catholic Sisters were without
employment.
But, in spite of the fact that this measure was declared to be
temporary, it is certain that towards the end of 1942 some hundreds
of Nuns were still interned at Bojanowo. It is established that for
some time the Religious were deprived even of spiritual help.
Likewise in the matter of education and religious instruction of
youth, no attention was paid in the “Warthegau” to the rights of
the Catholic Church.
All the Catholic schools were suppressed.
A decree of the Reichslieutenant, dated August 19th 1941, estab-
lished that Religion classes for young Germans could be conducted
c-nly for those between 10 and 18 years of age and only in places
assigned to religious worship and for one hour a week, between 3
and 5 p. m. It was also prescribed that the police should be in-
formed beforehand regarding the time, the place, and the personnel
assigned to the task of teaching. These dispositions were relaxed
somewhat, especially in regard to the time-table, by a decree of
November 17th, 1941.
Several churches were closed to public worship from the first
months of the occupation; very many more were closed afterwards,
especially in October 1941. From them on, many districts remained
completely without official places of worship, while some churches
were afterwards opened only to Catholics of a determined nation-
ality.
97
3264-PS
Besides, in the churches which remained open, although so
restricted in number, the practice of religion was made increasingly
more difficult; for it was reserved to
\
— Page 4 —
determined hours, which proved to be few and insufficient on
feast days, and very few on week-days. For example, the time-
table fixed by the Reichslieutenant’s office for Polish Catholics in
the winter of 1940-41 set forth:
divine service on Sundays and feast-days recognized by the law:
from 8 a. m. to 11;
Masses on week-days: from 8 a. m. to 9 (on Saturday in the
presence of the faithful; on the other days without the faithful);
instruction of the young for Confession and Communion: Wednes-
day, from 2 p. m. to 4;
Confession for adults: Saturday from 2 p. m. to 6.
The same arrangements hold for the present winter (1942-1943)
with one exception that, on feast-days, divine service is allowed
from 7 a. m. to 10:30.
It was also forbidden for the faithful of one parish (Kirchen-
gemeinde) to go to the church of another parish.
Besides, in regard to public worship and sacred functions, the
most rigourous separation between the faithful of German nation-
ality was imposed. It was forbidden for Polish Catholics to
frequent places of worship served by German priests as it was for
German Catholics to assist at functions celebrated by Polish priests;
the observance of this separation was enforced, and continue to be
enforced even in the gravest situations, and even at the hour of
death, so that in consequence the faithful are often deprived of the
consolation of the last Sacraments.
An Ordinance of October 3rd, 1941 applied the principle of
separation according to nationality even to the cemeteries, which
moreover are taken away from the possession of ecclesiastical
bodies.
The use of the Polish language in sacred functions, and even
in the Sacrament of Penance, was forbidden. Moreover — and this
is a matter worthy of special mention and is at variance with the
natural law and with the dispositions accepted by the legal systems
of all nations — for the celebration of marriage between Poles the
minimum age-limit was fixed at 28 years for men and 25 years
for women.
Catholic Action was so badly hit as to be completely destroyed.
The National Institute, which was at the head of the whole Catholic
98
3264-PS
Action Movement in Poland, was suppressed; as a result all the
associations belonging to it, which were flourishing, as well as all
Catholic cultural, charity and social service institutions were
abolished.
In the whole of the “Warthegau” there is no longer any Catholic
press and not even a Catholic bookshop.
Grave measures were repeatedly taken with regard to eccle-
siastical property.
Many of the churches closed to public worship were turned over
to profane uses. From such an insult not even the
— Page 5 —
Cathedrals of Gniezno, Poznan, Wladislavia and Lodz were spared.
Episcopal residences were confiscated, the real estate belonging to
the seminaries, convents, diocesan museums, libraries and Church
funds were confiscated or sequestered.
After the Ordinance of the Government of the Reich, dated
September 17th 1940, “fiber die Behandlung von Vermogen der
Angehorigen des ehemaligen polnischen Staates” (on how to deal
with the goods of subjects belonging to the erstwhile Polish State)
and the decree of the Reichslieutenant in Wartheland dated Novem-
ber 19th 1941 - which we shall mention later - the work of spoliation
was complete.
The repeated interventions of the Apostolic Nunciature at Berlin
in defence of ecclesiastical property had no effect. The Papal
representative called attention to the dispositions of the Code of
Canon Law (can. 1499); but your Reichsministry for Foreign
Affairs replied (Verbal Note Pol. Ill 960 of May 19th, 1941) that
this was a matter of the internal law of the Church, “das hier keine
Anwendung findet” (which does not apply here) . The Apostolic
Nuncio, in the name of the Holy See, pointed out that this was a
matter of law belonging to the Constitution of the Catholic Church
and hence possessing the characteristics of universality which
derive from the nature and the mission of the same Church — a law
consequently that is independent of contractual conventions that
may be made with the States.
But your Reichsministry for Foreign Affairs rejected every
argument and declared unjustified the protest raised by the
Apostolic Nunciature against the measures taken in regard to
ecclesiastical property, confining itself to the repeated statement
(Verbal Note Pol. Ill 1801 of October 10th 1941) “dass nach der
Auffassung der Reichsregierung das Kanonische Recht rein inner-
kirchliches Recht ist” (that according to the views of the Reichs
Government, Canon Law is a law entirely internal to the Church);
99
3264-PS
accordingly in the cases in question, only German law should be
applied.
Even before ecclesiastical property was affected, the allowances
to the Clergy had been abolished.
On March 14th 1940, the Reichslieutenant in the “Warthegau”
published an Ordinance by which he introduced the “contributions
for worship” which religious associations (“religiose Vereinigungen
und Religionsgesellschaften”) could be authorised to collect.
A circular of the Same Reichslieutenant, dated February 6th
1941, aggravated the situation still further by affirming that “die
Religionsgesellschaften und die religiosen Vereinigungen” (religious
associations) were not recognized in the “Warthegau” “als Korper-
schaften des offentlichen Rechtes” (As corporations acknowledged
by public law); at the same time it was established that without
permission collections in favour of the Churches could not be made.
On March 25th 1941, a declaration was published from the office
of the Reichslieutenant, according to which the authorities were
disposed to permit - after the following April 1st - collections in
favour of German religious associations in the “Warthegau”, but
on conditions that these were first formed into “Vereine”. Finally,
on September 13th
— Page 6 —
1941, was published the Ordinance N.246 “iiber religiose Vereini-
gungen und Religionsgesellschaften” (on religious associations) .
In this documents the Reichslieutenant declared that instead of
the juridical persons of the Catholic Church who were in existence
in the Reichsgau Wartheland on September 1st 1939, a single
“Religionsgesellsehaft” was substituted, which was called by him
“Romisch-katholische Kirche deutscher Nationalitat im Reichsgau
Wartheland” (The Roman Catholic Church of German nationality in
the Reichsgau Wartheland) and was recognized as “a juridical
person of a private character.”
The ordinance then established that the Reichslieutenant could
give legal capacity to other “religiosen Vereingungen und Religions-
gesellschaften” (religious associations); it demanded, however, that
their statutes, as also those of the “Romisch-katholischen Kirche
deutscher Nationalitat im Reichsgau Wartheland” should be pre-
sented to the Reichslieutenant for approval.
According to another disposition of the above-mentioned
Ordinance no person can be designated a member of the Council
(“Vorstandsmitglied”) of the “religious associations” in question
unless the Reichslieutenant has first declared that he has no objec-
tions of a general political character against him, while it is enough
100
3264-PS
that such objections be established afterwards, for the “Vorstands-
mitglied” to lose his post forthwith.
The administrative regulations published by the Lieutenant’s
office for the application of the Ordinance of September 13th 1941
made the situation of the Catholics in that region still more
difficult.
For example, on November 19th 1941 came a decree of the
Reichslieutenant by which among other things it was set forth that,
as from the previous September 13th, the property of the former
juridical persons of the Roman Catholic Church should pass over
to the “Romisch-katholischen Kirche deutscher Nationalist im
Reichsgau Wartheland”, in so far as, on the request of the above-
mentioned “Religionsgesellschaft”, such property shall be recognized
by the Reichslieutenant as “non-Polish property.” In virtue of
this decree practically all the goods of the Catholic Church in the
“Warthegau” were lost.
On February 12th 1942, the office of the Reichslieutenant pub-
lished dispositions to make it easy for people to leave the “religious
associations.” It is established, even, that here and there flysheets
were distributed with a formula to be signed, declaring: “that one
did not belong to any Church assocation in Wartheland, and would
never enter such an association within the confines of the Great
German Reich.” The office of the Reichslieutenant itself does not
seem foreign to pressure which is being put on the faithful to induce
them to abandon all religious affiliations.
What has been so far set forth represents only a part of what
has been done in the “Warthegau” to the detriment of religion and
of the rights of the Catholic Church.
To this state of affairs the Apostolic Nunciature at Berlin re-
peatedly called the attention of your Reichsministry for Foreign
Affairs: among other occasions, by the
— Page 7 —
Notes of August 14th and September 2nd 1941, in which, after a
well-established account of some of the most serious anti-religious
measures, there followed a request that freedom of worship should
be restored in the “Warthegau.” On September 29th 1941, the same
Nunciature presented a Verbal Note of protest against the Ordinance
published by the Reichslieutenant on the 13th of that same month.
In acknowledging these three diplomatic communications the
Reichsminister for Foreign Affairs said that in due time he would
return to the question, “sobald sie in Benehmen mit den inneren
101
3264-PS
Stellen gepriift worden ist” (Verbal Note III 1811 II, of Septem-
ber 12th 1941) and “soband die Priifung der Angelegenheit durch
die inneren Stellen abgeschlossen ist” (Verbal Note III 1963 of
October 3rd 1941 (“as soon as it is examined by the offices of the
Ministry of the Interior” and “as soon as the investigation of the
matter by the offices of the Ministry of the Interior is complete”) .
When the promised answer was not forthcoming, the Apostolic
Nuncio, on December 5th of that same year, said to the Secretary
of State at the Reichsministry for Foreign Affairs that if his pre-
ceding notes could not be answered by the Reichsministry for
Foreign Affairs itself, he asked that they should be forwarded to
the Head of the State. He heard nothing more of the matter.
If we pass from the “Warthegau” to the other territories in the
east, we unfortunately find there, too. acts and measures against
the rights of the Church and of the Catholic faithful, though they
vary in gravity and extension from one place to another.
In the Provinces which were declared annexed to the German
Reich and joined up with the Gaue of East Prussia, of Danzic-West
Prussia and of Upper Silesia, the situation is very like that described
above in regard to Seminaries, the use of the Polish mother-tongue
in sacred functions, charitable works, associations of Catholic
Action, the separation of the faithful according to nationality. There,
too, one must deplore the closing of churches to public worship, the
exile, deportation, the violent death of not a few of the Clergy
(reduced by two-thirds in the diocese of Culma and by at least a
third in the diocese of Katowice), the suppression of religious in-
struction in the schools, and above all the complete suppression in
fact of the Episcopate. Actually, after the Bishop of Culma, who
had left during the military operations, had been refused permission
to return to his diocese, there followed - in February 1941 - the
expulsion of the Bishop of Plock (Schroftersburg) and his Auxiliary,
who both died later in captivity: the Bishop, the venerable octo-
genarian Mgr. Julian Anthony Nowowiejski died at Dzialdowo
(Soldau) on May 28th 1941, and the Auxiliary, Mgr. Leo Wetmanski,
“in a transit camp” on October 10th of the same year.
In the territory called the “Generalgouvernement” as in the
Polish provinces which had been occupied by Soviet troops in the
period between September 1939 and June 1941, the religious situ-
ation is such as to cause the Holy See lively apprehension and
serious preoccupation. Without pausing to describe the treatment
meted out in many cases to the clergy (priests imprisoned, deported
and even put to death), the confiscation of ecclesiastical property,
the closing of churches, the suppression even of associations and
publications of simply and exclusively religious character, the
closing of the Catholic secondary and higher schools and of
102
3264-PS
— Page 8 —
the Catholic University of Lublin, let it suffice to recall two series
of specially grave measures: those which affect the Seminaries and
those which weigh on the Episcopate.
When the buildings of the various Seminaries had been com-
pletely or in part occupied, the intention for some time (November
1940 - February 1941) was to reduce these institutions for the
training of priests to two — those of Cracow and Sandomir; then the
others were permitted to reopen, but only on condition that no new
students were admitted, which in practice inevitably means that
all these institutions will soon be closed.
As to their Excellencies the Bishops, the Holy See must deplore
the fact that they cannot pursue their activities with the necessary
liberty. Besides, two dioceses in particular are completely deprived
of Bishops: that of Pinsk, through the Auxiliary being refused
permission to return after he had left when the Bolshevist troops
arrived, and that of Lublin as a result of the sentence passed in
November 1939, on Mgr. Marian Leo Fulman and his Auxiliary.
Mgr. Fulman was exiled in a district of the Tarnow diocese, and
the Auxiliary, Mgr. Vladislas Goral, was sent to a concentration
camp in Germany. Moreover, in March 1942, the Archbishop of
Wilno, Mgr. Romuald Jalbrzykowski, was deported from his city
and archdiocese and confined in a convent.
Mention has several times been made already of ecclesiastics
deported or confined in concentrations camps. The majority of them
were transferred to the Altreich, where their number already ex-
ceeds a thousand.
When the Holy See asked that they should be liberated and be
permitted to emigrate to neutral countries of Europe or America
(1940), the petition was refused; it was only promised that they
should all be collected in the concentration camp at Dachau, that
they should be dispensed from too hard labour, and that some
should be permitted to say Mass, which the others could hear.
The treatment of the ecclesiastics interned at Dachau, which, for
a certain time, in 1941, was in fact somewhat mitigated, worsened
again at the end of that year. Particularly sorrowful were the
announcements which for many months, in 1942, came from that
camp of the frequent deaths of priests, even of some young priests
among them.
It is, finally, not without intense pain that we note how the civil
authorities have very seriously restricted religious ministry in
favour of Polish Catholic laymen employed in the territory of the
Altreich, and of their children.
103
22C4-PS
Ecclesiastical Affairs decreed that civilian workers of Polish nation-
ality may be assisted spiritually only through special sacred
By a regulation of September 2nd, 1942, the Reichsministry for
functions. These functions can take place — except on the great
feasts — only on the first Sunday of each month and at fixed hours.
On principle the use of the mother tongue of these Catholic workers
is forbidden even in the most secret and absolutely private Sacra-
ment of Confession: the only concession made is that texts in that
language may be used to prepare the faithful for “general absolu-
tion” and for Holy Communion.
Polish Catholics are not allowed to contract marriage in the
territory of the Altreich; just as requests for religious instruction or
instruction in preparation for Confession and Holy Communion for
the children of these workers are, in principle, not accepted.
Moreover, all that has been recorded above was carried out with
unremitting precaution to keep the Holy See out of the way; in
fact direct communication was rendered almost impossible between
it and the Episcopate of the territories mentioned, notwithstanding
its direct interest in the religious life of all Catholics.
— Page 9 —
In spite of strong and reiterated appeals, made also on the
occasion of Your Excellency's visit to the Holy Father in March
1940 — as you will remember, — the Holy See has not been permitted
to send a Representative (Apostolic Visitor or Delegate) to those
parts. It has not even been possible to put into effect the Papal
plans for relief, already completed in favour of those sorely-tried
peoples.
Nevertheless the Holy See has hitherto maintained the greatest
reserve, confining its action — which has always been exclusively
inspired by spiritual principles, that is the good of souls — to diplo-
matic steps with respect to the Reich authorities. It has waited
for its policy to be fully appreciated so that of itself it might induce
the same competent Authorities to change voluntarily their attitude
towards Catholics and towards religious freedom.
The Holy See is unwilling to abandon its feeling of confidence
even today, when through me, in fulfilment of a sacred duty that
every hour becomes graver and more insistent, it presents this new
document. It hopes therefore that the present exposition, arresting
the attention of the Government of the Reich, as it should by the
mass of detail contained in it, may also induce it to put an end to
such a painful situation created by dispositions which run counter
to natural and divine right.
104
3264-PS
I do not doubt that Your Excellency will be willing to give what
I have just expounded your most careful consideration, and, with
the high authority which you possess, contribute effectively to the
restoration of religious liberty to the Catholics in the above
mentioned territories.
I gladly take this occasion to beg Your Excellency to accept the
assurance of my highest esteem.
L. Card. Maglione.
DOCUMENT 3266-PS
LETTER FROM CARDINAL BERTRAM, ARCHBISHOP OF BRESLAU,
TO THE SECRETARIAT OF STATE, THE VATICAN, 7 DECEMBER
1942, REPORTING ON NAZI OFFENSES AGAINST THE CATHOLIC
CHURCH AND CATHOLIC PRIESTS, PARTICULARLY IN GERMAN-
OCCUPIED POLAND (EXHIBIT USA-573)
EXPLANATORY NOTE:
Letterhead with papal seal, embossed (red). Covering note on Page 1, type-
written. Text of the English translation, printed.
SEGRETERIA DI STATO
DI SVA SANTITA THE VATICAN, November 13th 1945.
I Domenico Tardini, Secretary of Extraordinary Eccle-
siastical Affairs, hereby certify that the attached document, con-
sisting of eight printed pages, and entitled:
“Religious Assistance for the Polish Catholic Workers in
Germany — Part II (December 7th 1942)” (pp. 19 - 26)
is a true and correct translation into the English language from
the Latin language of a carbon copy of a document now in the
possession of the Secretariat of State of His Holiness.”
Domenico Tardini
105
3266-PS
II
PRESIDENT
OF THE BISHOPS’ MEETINGS
AT FULDA
Breslau, December 7th 1942.
Your Eminence,
On November 30th, I received your Eminence’s esteemed
Rescript of November 18th (No.8111) about the very serious griev-
ances which show clearly the dangers which threaten the Catholic
position in Germany in our day. Not only has grave harm been
done in the past few years to the liberty of the Church and its
Institutions and rights, and to the integrity of its temporal goods,
but openly and insidiously the faith itself and the free practice of
the Catholic religion have been attacked. About some of the gravest
injuries inflicted on the Church I not only protested on each occasion
as the individual incident occurred, but, I also made a most formal
protest about them in globo in a document which, as spokesman of
all the Hierarchy, I sent to the supreme Ruler of the State and to
the Ministries of the Reich on December 10th, 1941. Not a word
by way of answer has been sent to us.
Your Eminence knows very well the greatest difficulty in the
way of opening negotiations comes from the overruling authority
which the “National Socialist Party Chancery” (Kanzlei der
nazional-sozialistischen Partei, known as the Partei-Kanzlei) exer-
cises in relation to the Chancery of the Reich (Reichskanzlei) and
to the single Reich Ministries. This “Partei-Kanzlei” directs the
course to be followed by the State, whereas the Ministries and the
Chancery of the Reich are obliged and compelled to adjust their
decrees to these directions. Besides, there is the fact that the
“Supreme Office for the Security of the Reich” called the “Reichs-
sicherheitshauptamt” enjoys an authority which precludes all legal
action and all appeals. Under it are the “Secret Offices for Public
Security” called “Geheime Staatspolizei” (a title shortened usually
to Gestapo) of which there is one for each Province. Against the
decrees of this Central Office (Reichssicherheitshauptamt) and of
the Secret Offices (Geheime Staatspolizei) there is no appeal
through the Courts, and no complaint made to the Ministries has
any effect. Not infrequently the Councillors of the Ministries sug-
gest that they have not been able to do as they would wish to,
because of the opposition of these Party offices. As far as the
executive power is concerned, the organisation called the SS, that
is is Schutzstaffeln der Partei, is in practice supreme.
106
3266-PS
This hastily sketched interrelation of authorities is the reason
why many of the petitions and protests made by the Bishops to
the Ministries have been foiled. Even if we present our complaints
to the so-called Supreme Security Office, there is rarely any
reply; and when there is, it is negative.
On a number of very grave and fundamental issues we have
also presented our complaints to the Supreme Leader of the Reich
(Fiihrer). Either no answer is given, or it is apparently edited by
the above-mentioned Party Chancery, which does not consider
itself bound by the Concordat made with the Holy See.
Having said this much by way of general introduction, I may
note that the vigilance and open methods of all the German
Hierarchy are proved by the reports which the individual Bishops
and I, as President for the time being of the Bishops’ Meetings at
Fulda, have very frequently presented to His Excellency the Apos-
tolic Nuncio at Berlin, and by the Protocol of the Fulda Meetings.
Every action that we have to take is bristling with difficulties and
fraught with very intense anxiety of conscience, and even in a
sense with anguish; for while on the one hand we have to defend
most tenaciously the
— Page 2 —
the fundamentals of the Faith and the rights of the Church, we
cannot, on the other hand, overlook the question, what in view
of present circumstances is the more opportune course to take in
relation to the Ministerial “constellation”, and the public opinion.
We have not neglected to maintain constant contact with His
Excellency the Apostolic Nuncio at Berlin.
To come to those grievances, which are enumerated in your
Eminence’s kind letter of November 18th, it is evident that the
decrees contained in the edict of the Ministry for Ecclesiastical
Affairs of September 2nd of this year constitute a serious blow to
the rights and duties of the Catholic Church in regard to the care
of souls and sacred liturgy, as well as to the right of every single
Catholic Polish worker transferred to Germany for various works,
of practising freely the Catholic religion. The individual sections
of this Decree did not emanate from the original intention of the
Ministry in question, but are, as is obvious from a consideration
of the evolution of the documents as time went on, the interpola-
tions of the Party Offices spoken of above.
To mention some of the most obnoxious documents, it is first
of all
107
3266-PS
1
greatly to be deplored that all priests are forbidden to instruct
the children of Polish workers in the Catholic religion. On Decem-
ber 31st 1941, I petitioned the Ministry for Ecclesiastical Affairs in ,
the name of all the Bishops of Germany that we might not be for-
bidden to prepare these children between the ages of eight and
twelve years for their first Confession and Holy Communion. But
such preparation of the children has been strictly forbidden.
2
On August 17th 1941, I sent a solemn protest to the Ministry for
Ecclesiastical Affairs against the Edict of the Governor of Upper
Silesia dated June 24th, 1941, and of other Government offices, by
which it was most strictly forbidden for German priests under
pain of being sent to a concentration camp, to extend their care
of souls to Poles.
3
There is the further grievance that we may not give to Poles
any religious printed matter by way of instruction. For the use
of Polish workers in the Archdiocese of Breslau a booklet of prayers
and hymns was published in Polish under the title “Droga do
Nieba” (The Way to Heaven). This booklet was officially passed
by the Supreme Command of the German Army and 120,000 copies
were distributed, with very good results, all over Germany. But
on July 15th 1941, the use and the distribution of this booklet
were forbidden.
4
In regard to the care of the souls of Polish workers, the
Ministry for Ecclesiastical Affairs gave the following permissions
on June 13th 1940:
a) that on Sunday and feast days Poles might be present at
liturgical service, but on condition that the Poles should assist at
a Mass said for them only, apart from the parishioners, — or, in
case of local necessity, they might even assist at the parish Mass,
but gathered in a distinct section of the church benches;
b) that in case of necessity, Bishops may send specially chosen
priests to undertake spiritual ministry among the Poles: they may
visit suitable places to celebrate the Divine Service for the Poles
at convenient hours.
— Page 3 —
But all these concessions were revoked on July 15th 1941.
108
3266-PS
Your Eminence is aware that, by Edict of the Ministry for
Ecclesiastical Affairs of September 2nd 1942 a most stringent
prohibition on liturgical service for Poles has been imposed, so
that they may be present at Mass only once a month, and all use
of the Polish tongue is abolished.
5
For some years past from the Breslau Curia we have published
each month the text of a short discourse, which might be used for
the sermon at the Sunday Mass. The text was printed in German,
Polish and French, and was freely used in various dioceses of
Germany. Now the use of these sermons is forbidden because the
Polish language may not be spoken.
6
Then there is this most deplorable of all grievances for individual
souls, that one may not allow them to come singly to make oral
confession of their sins in order to receive the sacrament of
Penance. To give an example, an excellent parish priest of my
diocese has incurred the penalty of being sent to a concentration
camp for not having repulsed, while hearing Confessions in the
parish church, a Polish workman who had taken his place in the
line, and came into the confessional. Now we are allowed to have
a general Confession and general absolution only once a month, a
practice which neither secures peace of soul nor certainty as to
the validity of the absolution by reason of the lack of proper
dispositions.
7
When one considers all this, one does not wonder that the
religious fervour of the Poles is suffering greatly, and that their
moral integrity is exposed to great dangers. There is, moreover,
the difficulty of contracting valid marriages, since German priests
may not assist at Polish weddings. * If, on the other hand, the
engaged couples are advised to celebrate Matrimony without the
assistance of a priest after the manner permitted by Canon 1098
of the Code of Canon Law, there is not sufficient provision for their
peace of soul, nor for the certainty of the registration in the parish
books.
This is an outline of the most urgent grievances.
I have never omitted to send formal protests againsts the
intolerable decrees mentioned here to the Ministry for Ecclesiastical
Affairs, setting forth the reasons why each of the edicts is not only
insupportable, but even harmful and ruinous to the common good
109
3266-PS
of the whole nation. Along with me each of the other members
of the Hierarchy, in whose dioceses these edicts were more odiously
enforced, asked separately for a remedy. And in each case His
Excellency Bishop Wienken, who lives in Berlin and has been
deputed by the Fulda meetings to deal with the Ministries, sup-
ported our petitions and the reasons for them in a personal inter-
view. But all was in vain. The reason is the intense aversion of
the Party to the Poles and the distrust, born of fear that through
secret Polish agitation too many difficulties may arise for the
security of the present State. The Poles have the deep-set hope
and enthusiastic expectation that the Polish Realm will be restored
and rise again. Hence they are all, without exception, taken by
the German Government for enemies of the present German State.
And German priests who out of a sense of duty and charity must
denounce all injustice and dispense to every Christian without
making national discriminations, the treasures of Christian doctrine,
and must work to the best of their ability for the salvation of all
souls, are looked upon, in consequence of this all-embracing charity
of theirs — even though it is exercised for exclusively supernatural
ends — with the greatest mistrust as if they were unlawfully in
favour of the enemies of the present State, and their political aims.
Accordingly all our petitions and statements are suspect
— Page 4 —
and are scarcely listened to. Hence arises the unhappy state of
affairs which no one can remedy.
About the Concentration Camps
We have been able, up to the moment, to learn little, because
we know scarcely anything of the reason why the individuals are
sent there, of the treatment they receive, of their fate, their health
or their needs. Those who are put into the camps are compelled
by threat of the severest penalties to maintain the strictest silence
about all that happens in the camps; as a result they dare not say
anything. All the bishops feel the deepest sympathy and a keen
sense of pity for those in concentration camps, especially as we are
persuaded that the great majority of those held there are innocent.
Many of the clergy of my diocese have died there — men whom I
held in special esteem and love for their upright life and conduct,
known to the whole people.
His Excellency, Bishop Wienken, of whom I spoke above,
deals continually, at the instance of the Bishops ordinary, with the
Councillors of the above mentioned Reichssicherheitshauptamt
110
3266-PS
office, whenever there is question of taking special care of an
individual internee.
At the request of the priests held in Dachau, I sent them on
February 25th 1941 one hundred and twenty Homan Breviaries,
and on June 27th 1942 a number of Mass vestments and a large
Ciborium for Holy Communion.
On July 2nd 1938, December 4th 1940 and June 3rd 1942 I
made an urgent appeal to the authorities of the concentration
camps that the celebration of Mass should be allowed in other
camps as in Dachau, and that spiritual ministry should be allowed,
especially among the sick and the dying. I also presented a petition
that the bodies of those who die should not be indiscriminately
burned, but should be given due burial whenever they had asked
for it. This petition was rejected.
On the number of priests detained in Dachau and the number
of those who have died there I have begun a statistical report for
all the dioceses of Germany to cover the years 1940, 1941, 1942.
I was not able to extend these lists (which include also those killed
in the war) to the Polish dioceses, because it is impossible to get
exact figures from Posnan-Gnesno and other Polish dioceses. The
Very Reverend diocesan administrators could scarcely say how
many of the priests absent from home are in various concentration
camps, in Dachau and elsewhere; how many have been exiled to
other regions; how many are dead. If I were to ask them myself
I doubt if they could give a reliable answer.
For the rest, I shall consult with Bishop Wienken, so that he
may have certain information on the questions which your
Eminence raised.
It is not however to be hoped that the Government or the Party
will allow the emigration of priests interned in the concentration
camps. For on account of the mistrust of which I spoke there is
no doubt of their fear, that the priests emigrating to foreign parts
would spread reports extremely unpleasant for the Government
and the Party.
With all reverence and humility, I remain
Your Eminence’s obedient servant
A. Card. Bertram Archbishop of Breslau.
Ill
DOCUMENT 3268-PS
EXCERPTS FROM THE ALLOCUTION OF HIS HOLINESS POPE
PIUS XII TO THE SACRED COLLEGE, 2 JUNE 1945, ON THE PER-
SECUTION OF THE CATHOLIC CHURCH DURING THE PERIOD
OF THE NATIONAL SOCIALIST GOVERNMENT IN GERMANY (EX-
HIBIT USA-356)
EXPLANATORY NOTE:
All printed except handwritten notes at the beginning of the text.
An address to the Cardinals, — cited on following day in press of
the world .
Printed by the Vatican Polyglot Press.
Brought from the Vatican,
Nov. 3, 1945
Edmund A. Walsh
ALLOCUTION OF HIS HOLINESS
POPE PIUS XII *
TO THE SACRED COLLEGE
June 2nd, 1945
Tipografia Poliglotta Vaticana
1945
*** For over twelve years — twelve of the best years of Our mature
age — We had lived in the midst of the German people, fulfilling
the duties of the office committed to Us. During that time, in the
atmosphere of liberty which the political and social conditions of
that time allowed Us, We worked for the consolidation of the
status of the Catholic Church in Germany. We thus had occasion
to learn the great qualities of that people and We were personally
in close contact with its most representative men. For that reason
We cherish the hope that it can rise to new dignity and new life
when once it has laid the satanic spectre raised by National-
Socialism and the guilty (as We have already, at other times had
occasion to expound) have expiated the crimes they have committed.
While there was still some faint glimmer of hope that that
movement could take another and less disastrous course, either
through the disillusionment of its more moderate members or
through effective opposition from that section of the German people
which opposed it, the Church did everything possible to set up a
formidable barrier to the spread of ideas at once subversive and
violent.
112
3268-PS
In spring 1933 the German Government asked the Holy See to
conclude a Concordat with the Reich: the proposal had the approval
of the Episcopate and of at least the greater number of German
Catholics. In fact they thought that neither the Concordats up to
then negotiated with some individual German States (Lander) nor
the Weimar Constitution gave adequate guarantee or assurance of
respect for their convictions, for their faith, rights or liberty of
action. In such conditions the guarantees could not be secured
except through a settlement having the solemn form of a Con-
cordat with the Central Government of the Reich. It should be
added that, since it was the Government that made the proposal,
the responsibility for all regrettable consequences would have
fallen on the Holy See, if it had refused the proposed Concordat.
It was not that the Church, for her part, had any illusions built
on excessive optimism, or that, in concluding the Concordat, she
had the intention of giving any form of approval to the teachings
or tendencies of National-Socialism; this was expressly declared
and explained at the time (cfr. L’Osservatore Romano,
No. 174, July 2nd, 1933). It must, however, be recognized that the
Concordat, in the years that followed, brought some advantages,
or at least prevented worse evils. In fact, in spite of all the viola-
tions to which it was subjected, it gave Catholics a juridical basis
for their defence, a stronghold behind which to shield themselves
in their opposition — as long as this was possible — to the ever
growing campaign of religious persecution.
The struggle against the Church did, in fact, become ever more
bitter: there was the dissolution of Catholic organizations; the
gradual suppression of the flourishing Catholic schools, both public
and private; the enforced weaning of youth from family and
Church; the pressure brought to bear on the conscience of citizens,
and especially of civil servants; the systematic defamation, by
means of a clever, closely-organized propaganda, of the Church,
the clergy, the faithful, the Church’s institutions,
— Page 2 —
teaching and history; the closing, dissolution, confiscation of
religious houses and other ecclesiastical institutions; the complete
suppression of the Catholic press and publishing houses.
To resist such attacks millions of courageous Catholics, men
and women, closed their ranks around their bishops, whose valiant
and severe pronouncements never failed to resound even in these
last years of war. These Catholics gathered around their priests
to help them adapt their ministry to the ever-changing needs and
conditions. And, right up to the end, they set up against the
113
3268-PS
\
forces of impiety and pride their forces of faith, prayer, and openly
Catholic behaviour and education.
In the meantime the Holy See itself multiplied its representa-
tions and protests to governing authorities in Germany, reminding
them, in clear and energetic language, of their duty to respect and
fulfil the obligations of the natural law itself that were confirmed
by the Concordat. In those critical years, joining the alert vigilance
of a Pastor to the long-suffering patience of a father, Our great
Predecessor Pius XI fulfilled his mission as Supreme Pontiff with
intrepid courage.
But when, after he had tried all means of persuasion in vain,
he saw himself clearly faced with deliberate violations of a solemn
pact, with a religious persecution masked or open, but always
rigourously organized, he proclaimed to the world, on Passion
Sunday 1937, in his Encyclical “Mit brennender S o r g e,”
what National-Socialism really was: the arrogant apostasy from
Jesus Christ, the denial of His doctrine and of His work of redemp-
tion, the cult of violence, the idolatry of race and blood, the over-
throw of human liberty and dignity.
* * *
“Whoever sets up race, or the people, or the State, or a particular
form of State, or the depositories of power, or any* other funda-
mental value of the human community .... to be the supreme
norm of all, even of religious values, and divinizes them to an
idolatrous level, distorts and perverts an order of the world planned
and created by God” (cfr. Acta Apost. Sedis, vol. XXIX.
1937, pp. 149 and 171).
* * *
If the rulers of Germany had decided to destroy the Catholic
Church even in the old Reich, Providence had decided otherwise.
The tribulations inflicted on the Church by National-Socialism
have been brought to an end through the sudden and tragic end of
the persecutor!
From the prisons, concentration camps and fortresses are now
pouring out, together with the political prisoners, also the crowds
of those, whether clergy or laymen, whose only crime was their
fidelity to Christ and to the faith of their fathers or the dauntless
fulfilment of their duties as priests. For them all we have prayed
and have seized every opportunity, whenever the occasion offered,
to send them a word of comfort and blessing from Our paternal
heart.
Indeed the more the veils are drawn which up to now hid the
sorrowful passion of the Church under the National-Socialist regime,
the more apparent becomes the strength, often steadfast unto death,
114
3268-PS
of numberless Catholics, and the glorious share in that noble contest
which belonged to the clergy. Although as yet not in possession of
the complete statistics, We cannot refrain from recalling here, by
way of example, some details from the abundant accounts which
have reached Us from priests and laymen who were interned in the
concentration camp of Dachau and were accounted worthy to suffer
reproach for the name of Jesus (Acts 5, 41).
In the forefront, for the number and harshness of the treatment
meted out to them, were the Polish priests. From 1940 to 1945,
2,800 Polish ecclesiastics and religious were imprisoned in that camp;
among them was the Auxiliary bishop of Wloclawek, who died
there of typhus. In April last there were left only 816, all the others
being dead except for two or
— Page 3 —
three transferred to another camp. In . the summer of 1942,
480 German-speaking ministers of religion were known to be
gathered there; of these, 45 were Protestants, all the others Catholic
priests. In spite of the continuous inflow of new internees, especially
from some dioceses of Bavaria, Rhenania and Westphalia, their
number, as a result of the high rate of mortality, at the beginning
of this year, did not surpass 350. Nor should we pass over in silence
those belonging to occupied territories, Holland, Belgium, France
(among whom the Bishop of Clermont), Luxembourg, Slovenia,
Italy. Many of those priests and laymen endured indescribable
sufferings for their faith and for their vocation. In one case the
hatred of the impious against Christ reached the point of parodying
on the person of an interned priest, with barbed wire, the scourg-
ing and crowning with thorns of our Redeemer.
DOCUMENT 3270-PS
EXTRACTS FROM A SPEECH BY GORING, 26 MARCH 1938, CONCERN-
ING THE PART PLAYED BY NATIONAL SOCIALIST AGENTS IN
AUSTRIA BEFORE THE ANNEXATION (EXHIBIT USA-703)
A u s : Dokumente der Deutschen Politik. Herausgeber: Prof. Dr. F. A. Six.
Bearbeiter: Dr. Hans Yolz. Band 6, Teil 1, 2. Auflage, Verlag Junker nnd
Dunnhaupt, Berlin 1940.
115
3270-PS
Rede des Generalfeldmarschalls Goring iiber den Aufbau der
deutschen Ostmark auf einer Massenkundgebung in der Nordwest-
bahnhalle zu Wien vom 26. Marz 1938.
— Seite 182 —
Dann aber kam jene Rede, die den Auftakt zu den Wahlen des
Herrn Schuschnigg geben sollte, jene Rede, in der er noch einmal
mit schwungvollen Worten und Tonen versuchte, seine Mannlein
aufzurufen.
— Seite 183 —
In der klaren Erkenntnis, daB dieser Wahlbetrug eine grobe Irre-
fiihrung und Tauschung der ganzen Weltoffentlichkeit werden sollte,
um dann ungestort den starksten Terror bis zur Verniehtung der
wahrhaften deutschen Menschen in Osterreich folgen zu lassen, in
dieser klaren Erkenntnis handelte der Fiihrer. In diesem Augen-
blick war es uns klar, daB jetzt wirklich die Entscheidung gekom-
men war. Eine vollige Einmiitigkeit bestand zwischen dem Fuhrer
und den nationalsozialistischen Vertrauensleuten innerhalb Oster-
reichs. Auch nach ihrer Meinung war jetzt die Stunde des Handelns
gekommen, aber sie glaubten nicht mehr, mit demokratischen
Methoden verhandeln zu konnen, sondern sie nahmen das Gesetz
des Handelns in ihre eigenen starken Hande und zwangen die
anderen, zuriickzutreten.
Wenn die nationalsozialistische Erhebung so rasch, so durchgreifend
und so unblutig zum Durchbruch kam, so ist dies vor allem auch
das Verdienst der ruhigen, festen, klugen und entschlossenen Hal-
tung des jetzigen Reichsstatthalters SeyB-Inquart und seiner Ver-
trauensmanner. Das bewies aber auch die Richtigkeit der vorher
betriebenen Politik; denn waren unsere Vertrauensmanner nicht
in der Regierung gewesen, so ware dieser Ablauf nicht moglich
geworden.
116
DOCUMENT 3271-PS
SEYSS-INQUART’S LETTER TO HIMMLER, 19 AUGUST 1939: ANTI-
SEMITIC ATTITUDE AND POLITICAL ACTIVITY OF THE SO-CALLED
“GERMAN COMMUNITY”, TO WHICH DOLLFUSS AND SEYSS-
INQUART BELONGED; HIS RELATIONS WITH DOLLFUSS AND
OTHERS; HIS CONFERENCE WITH HITLER, 17 FEBRUARY 1938; HIS
PARTY MEMBERSHIP; HIS ATTITUDE TO THE DISSOLUTION OF
THE STATE OF AUSTRIA; HIS QUARREL WITH THE VIENNA GAU-
LEITER BURCKEL (EXHIBIT USA-700)
BESCHREIBUNG:
Ds
A u s : Schreiben ties Reichsstatthalters in Osterreich, SeyB-Inquart, vom
19. August 1939 an den Reichsfiihrer-SS.
— 13. Blatt —
10.) Ich habe niemals an DollfuB ein Gluckwunschschreiben
gerichtet. Es wird Ihnen bekannt sein, daB es in Osterreich zur Zeit
der schwarz-roten Koalition eine Geheimgesellschaft, die nichts
weniger als geheim war, gegeben hat, unter dem Namen ,, Deutsche
Gemeinschaft". Hier sammelten sich jene nationalen und auch katho-
lischen Krafte, die damals wenigstens antimarxistisch und antisemi-
tisch eingestellt waren. Mein Kanzleichef, Rechtsanwalt Dr. Dolter
war einer der Griinder und Flihrer dieser Gesellschaft und durch
ihn kam ich auch hinein. Dort war auch DollfuB tatig, der in meiner
Altersklasse war und sich auBerordentlich scharf antisemitisch be-
tatigt hatte. Es ist ein Erfolg der Tatigkeit dieser Gesellschaft, daB
die schwarz-rote Koalition zum Bruch und die Marxisten niemals
wieder in die Regierung kamen. Als dann der Nationalsozialismus
FuB faBte, zerbrach diese Gesellschaft und wUrde aufgelost. Der
Wortfiihrer der Katholiken war Hofrat B i c k von der National-
bibliothek. Es war unsere Taktik, das katholische Lager moglichst
unsicher zu machen. Wir hielten daher die Verbindung mit diesen
Leuten aufrecht. Als das erste Attentat gegen DollfuB miBgltickt
war, zu einer Zeit wohl schon des heftigsten politischen Kampfes,
aber bevor noch die Serien der Verfassungsb ruche und vor allem
der Terrorakte gegen die Nationalsozialisten einsetzten, habe ich an
— 14. Blatt —
diesen Hofrat Bick geschrieben, einleitend der Genugtuung uber das
MiBglucken Ausdruck gegeben und fortgesetzt mit der Erinnerung
117
3271-PS
an die Zeit der gemeinsamen Arbeit. Ich habe Hofrat Bick und wie
ich weiB auch DollfuB damit daran erinnert, dab sie selbst einmal
antisemitisch waren. Dies war der Zweck meines Schreibens.
— 15. Blatt —
l
. . . Ich habe mit dem Fiihrer am 17.11.1938 eine mehr als zwei-
stiindige Aussprache gehabt mit einer restlosen Darlegung meines
Standpunktes. Uber den weiteren Inhalt dieser Besprechung kann
ich nur aussagen, wenn mir der Fiihrer dies erlaubt. Ich bin aus
dieser Besprechung als ein sehr aufrechter Mann herausgegangen
mit dem nicht auszudriickenden Gliicksgefiihl, ein Werkzeug des
Fuhrers sein zu diirfen. Vielleicht bietet es eine Handhabe fiir die
Beurteilung meiner Haltung, wenn ich in diesem Zusammenhange
feststellen kann, daB ich mein Gesprach mit dem Fiihrer, soweit es
sich auf die aktuelle politische Situation bezog, wortlich Schuschnigg
mitteilen konnte und Schuschnigg sie auch zur Kenntnis nahm. So
klar und eindeutig war die Haltung des Fuhrers, in deren Licht-
bereich ich gestanden bin.
— 17. Blatt —
16.) Was meine Parteizugehorigkeit betrifft, so bemerke ich, daB
ich niemals aufgefordert wurde, der Partei beizutreten, aber ich
habe im Dezember 1931 Dr. K i e r gebeten, mein Verhaltnis zur
Partei in Ordnung zu bringen, da ich in der Partei die Grundlage
fiir die Losung der osterreichischen Frage sehe — dies habe ich
iibrigens Dr. Neubacher bereits im Jahre 1929 geschrieben, um
dessen Hoffnungen, die er in den Osterreichisch-Deutschen Volks-
bund gesetzt hat, auf das richtige MaB zu bringen. Ich habe darauf-
hin meine Beitrage gezahlt und zwar, wie ich glaube, unmittelbar
an den Gau Wien. Die Uberweisungen erfolgten noch fiber die
Verbotszeit hinaus. Dann spater kam ich in unmittelbare Ver-
bindung mit der Ortsgruppe in Dornbach. Die Beitrage zahlte meine
Frau, doch war sich im Hinblick auf die Hohe der Betrage — S.40. —
im Monate — der Blockwart niemals im Zweifel dariiber, daB dies
eine Leistung fiir meine Frau und mich war und wurde ich in jeder
Beziehung als Parteigenosse behandelt. Uberdies war ich aber seit
anfangs 1932 auch Mitglied des Steirischen Heimatschutzes Kammer-
hofer. Ich habe in dieser Organisation darauf gedrangt und wesent-
lich dazu beigetragen, daB der Steirische Heimatschutz in die Partei
aufging, wobei von Habicht erklart wurde, daB die Steirischen
Heimatschiitzer damit Parteigenossen werden. Ich habe mich also
in je-
118
3271-PS
— 18. Blatt —
der Beziehung als Parteigenosse gefiihlt und als der Partei zugehorig
angesehen und zwar, wie gesagt, schon vom Dezember 1931 an.
DaB ich fiir die Auflosung Osterreichs eine recht lange Zeit in
Aussicht nehmen wollte, ist ein Unsinn. Zuerst habe ich iiberhaupt
keine "Zeit in Aussicht genommen, weil ich nicht wuBte, daB Oster-
reich aufgelost werden soil. Der beziigliche Vorschlag Biirckels
wurde vom Fuhrer in meiner Gegenwart in Graz zuruckgewiesen.
DaB Osterreich aufgelost wurd, habe ich aus dem Reichskommissa-
riatsgesetz entnommen und damit ist der Fall fiir mich erledigt
gewesen. DaB die Eingliederung oder wie ich es sagen mochte, Auf-
losung uber die verwaltungsmaBigen Dinge hinaus noch langere
Zeit in Anspruch nimmt, ist mir vollkommen klar und kann ich
mich auf eine AuBerung des Fuhrers berufen, der mir sagte, daB
es 40 Jahre gebraucht habe, bis Bayern im Reich aufgegangen sei
und bei Osterreich werde es noch langer dauern.
ad 17.) In diesem Zusammenhange soli ich einen Plan eines
Osterreich-Ministeriums sozusagen heimlich und tiickisch gegen die
Absichten des Fuhrers, anders ist Biirckels Vorwurf kaum zu ver-
stehen, verfaBt haben. Der Sachverhalt ist hochst einfach.
Am 8. November 1938 wurden verschiedene politische Leiter
zum Fuhrer zum Nachtmahl gebeten. Der Fuhrer rief mich neben
sich. Wir kamen auf die Verhaltnisse in der Ostmark zu sprechen.
Ich erzahlte, daB wir im Sinne seines Auftrages nunmehr daran
— 19. Blatt —
gehen, die Kompetenzen der Osterreichischen Landesregierung auf-
zuteilen, teils auf die Gaue, teils auf die Zentralstellen, daB aber
gewisse fiir alle Gaue noch gemeinsame Angelegenheiten bleiben
werden, 1.) weil die tatsachliche Eingliederung nicht so rasch beendet
ist, 2.) weil das materielle Recht fiir die Ostmark noch eine Zeit
lang vom Reichsrecht abweichend bestehen bleiben wird. Diese
Dinge bediirfen einer Betreuung. Unter offenbarer Bezugnahme auf
sein Schreiben an mich meinte der Fuhrer, daB ich dazu da sei, um
als Sachverstandiger fiir die Ostmark zu dienen. Er wiederholte dies
iibrigens auch noch im Marz d. J. in Anwesenheit Biirckels, nicht zu
dessen Vergniigen. Ich skizzierte dann einen Plan dahingehend, daB
man in jeder Zentralstelle einen Ostmarkreferenten bestellen solle
mit der Aufgabe der besonderen Betreuung der ostmarkischen
Fragen und daB ich in meiner Funktion als Reichsminister diese
Referenten zusammenbiindeln konnte. „Ja, das ist es, was ich mir
vorstelle“, antwortete der Fuhrer. Auf Grund dieses Gespraches
habe ich begonnen. Eine solche Losung vorzubereiten. Biirckel war
119
3271-PS
das nicht recht, er ist mit der ihm eigenen Art dazwischen gefahren
und teilte mir auf Grund seiner beim Fiihrer eingeholten Weisungen
als Reichskommissar mit, daB eine solche Losung nicht in Frage
kame. Von der Ausarbeitung eines Planes und Einsendung an eine
Berliner Zentralstelle ist mir nichts bekannt, ich wende mich unter
einem an Pg. Stuckart um Aufklarung.
DOCUMENT 3274-PS
PASTORAL LETTER OF THE AUSTRIAN EPISCOPATE, 21 SEPTEM-
BER 1945, WITH A DESCRIPTION OF THE SUFFERINGS INFLICTED
ON THE CHURCH AND ITS FOLLOWERS BY NATIONAL SOCIALISM
(EXHIBIT USA-570)
BESCHREIBUNG:
begl. Abzug I unter T: beide BeglVm’e Ti I 1 n BeglVm Rund-Stp rot: „Theo-
dorus Cardinalis Innitzer Archiepiscopus Viennensis44, in der Mitte Kardinals-
hut, darunter Wappen mit Inschrift: „In Caritate Service44 I iiber t)b r o:
From Cardinal Innitzer, personally, Vienna, Oct. 18, 1945, E. A. Walsh Signed
by Cardinal — at end („E. A. Walsh44 und „at end44 unterstrichen, alles Ti)
Hirtenwort der osterreichischen Bischofe
Katholiken Oesterreichs ! Zum ersten Mai nach dem Kriege
versammelt, erachten es die osterreichischen Bischofe als ihre
Pflicht, Ruckblick und Ausschau zu halten und an die Glaubigen
ein Hirtenwort zu richten.
I.
Rii c k b 1 i c k
Ein Krieg, der wie keiner in den vergangenen Epochen der
Menschheitsgeschichte entsetzlich und grausam gewiitet hat, ist
zu Ende. In Wehmut und Dankbarkeit gedenken wir der Hundert-
tausende, die an der Front und in der Heimat als Kriegsopfer
gefallen sind. Zu Ende ist auch ein geistiger Kampf, dessen Ziel es
war, Christentum und Kirche in unserem Volke zu vernichten; ein
Feldzug der Liige und Tucke gegen Wahrheit und Liebe, gegen
Gottes-, Menschen- und Volkerrechte. Nicht die Kirche kann fur
diesen Vernichtungskrieg verantwortlich gemacht werden; vielmehr
suchte diese das drohende Unheil abzuwenden, Versprechungen
glaubend, die ihr gemacht wurden. Aber diese Versprechungen und
120
3274-PS
Zusagen sind nicht nur nicht eingelost worden, sondern die Kirche
wurde systematisch ihrer von Gott selbst verliehenen Rechte
beraubt und in ihrer Sendung behindert.
Nach dem Schriftwort (Zach.13,7; Mt.26,31): „Schlage den Hirten,
dann werden sich die Schafe zerstreuen“, hat sich der Hass vor
allem gegen die Priester und Ordensleute gerichtet. Bande miisste
man ftillen, um zu beschreiben, was in den letzten Jahren Prie-
stem und Ordensleuten unter den verschiedensten Vorwanden
angetan wurde im personlichen Verkehr wie in der Oeffentlichkeit,
in Zeitungen und vor Gerichten, in Kerker-
— Seite 2 —
zellen und Konzentrationslagern. Hat man nicht einem, an verant-
wortlicher Stelle einer dsterreichischen Diozese stehenden Priester
unter wiederholten grausamen Schlagen die Aussage erzwingen
wollen, dass der Papst und die osterreichischen Bischofe zum Verrat
deutscher Militargeheimnisse aufgefordert hatten !
Reine Kirchenfeindlichkeit offenbarte sich in Verfiigungen gegen
Orden und Kloster, katholische Schulen und Anstalten, gegen
religiose Stiftungen und Werke, kirchliche Vereinshauser und Ein-
richtungen; ohne das mindeste Recht einer Verteidigung wurden sie
als volks- und staatsfeindlich erklart und ihre Existenz vernichtet.
Religiose Unterweisung und Erziehung von Kindern und Jugend-
lichen wurde zielbewuBt eingeschrankt, nicht selten ganz verhindert.
Man forderte alle religions- und kirchenfeindlichen Bestrebungen
in jeder Weise und suchte so den Kindern und der Jugend unseres
Volkes den kostbarsten Schatz des heiligen Glaubens und wahrer,
vom Geiste Gottes getragener Sittlichkeit zu rauben. Leider gelang
der Versuch in ungezahlten Fallen zum dauernden Schaden der
jungen Menschen.
Die Seelsorge in Kirchen und Gotteshausern, in Spitalern und
Anstalten wurde schwer behindert, beim Militar und im Arbeits-
aienst, bei der Landverschickung der Jugendlichen und dariiber
hinaus in den einzelnen Familien und bei zahlreichen Personen
wirkungslos gemacht, gar nicht zu reden vom Verbote der Seel-
sorge an Menschen anderer Nationalist und anderer Rassen.
Wie oft wurde der Gottesdienst als solcher, aber auch Predigten,
Volksmissionen, Einkehrtage, Exerzitien, Prozessionen, Wallfahrten
mit den unmoglichsten Begrundungen ein-
— Seite 3 —
geschrankt und ganz unmoglich gemacht.
121
3274-PS
Das katholische Schrifttum, Zeitungen, Zeitschriften, Kirchen-
blatter, religiose Schriften wurden eingestellt, Bucher und Biblio-
theken eingestampft.
Welches Unrecht geschah nicht bei der Auflosung vieler
katholischer Vereine, bei der Zerstorung zahlreicher kirchlicher
Werke!
Die einzelnen katholischen und christusglaubigen Menschen,
deren religioses Bekenntnis angeblich frei war, wurden bespitzelt,
wegen ihrer Gesinnung getadelt, wegen christlicher Betatigung
geriigt. Wieviel glaubige Beamte. Lehrpersonen, offentlich und
privat Angestellte, Arbeiter, Geschaftsleute und Handwerker, ja
selbst Bauern wurden unter Druck und Terror gesetzt! Viele ver-
loren ihre Stellung, andere wurden pensioniert, andere ohne jede
Pension entlassen, zuriickgesetzt, ihrer eigentlichen Berufstatigkeit
beraubt. Oft genug wurden solche Menschen, die ihrer Ueber-
zeugung* treu blieben, benachteiligt, zum Hunger verurteilt Oder in
Konzentrationslagern gequalt.
Christentum und Kirche wurden standig verhdhnt und der
Verachtung preisgegeben.
Die Abfallsbewegung fand jedwede Forderung. Man beniitzte
jede Gelegenheit, um ja recht viele zum Austritt aus der Kirche zu
bewegen.
Alles in allem zeigte sich immer mehr der Kampf gegen Gott,
Religion und Kirche. Keine Gemeinschaft hat in diesen Jahren
mehr Opfer an Hab und Gut, an Freiheit und Gesundheit, an Blut
und Leben bringen miissen als die Kirche Christi.
Wenn wir heute die Erinnerung an diese schmerzlichen Ereig-
nisse wachrufen, tun wir es in Ehrfurcht vor all
— Seite 4 —
den armen Opfern des Hasses und in Dank fur die unbeirrbare
Treue Tausender. Viele sind heldenhaft wie Martyrer gestorben;
viele verdienen den Ehrentitel ,,Bekenner“, den die *alte Kirche
alien jenen verlieh, die um des Glaubens willen leiden mussten.
Mit Abscheu lehnen wir diese gott- und christusfeindlichen Ideen
und Taten ab. Wir wissen aber auch, dass nicht nur nicht das ganze
deutsche und noch weniger das osterreichische Volk in seiner
Gesamtheit dafiir verantwortlich gemacht werden kann, sondern
dass selbst viele Anhanger dieses gott- und kirchenfeindlichen
Systems nur dem Zwang und Druck und einer verblendenden
Propaganda erlegen sind und daher im Geiste peinlicher Gerechtig-
keit nicht gleich behandelt, oder gar gleich bestraft werden diirfen
wie Radelsfiihrer, verbissene Anhanger und gewalttatige Verfechter
ihrer Ideen.
122
3274-PS
Die Folgen dieser langjahrigen gott-, religions- und kirchen-
feindlichen Bestrebungen sind auch nicht ausgeblieben. Der mensch-
liche Hochmut, getragen von widerlicher Ueberheblichkeit und
erfiillt von satanischem Hass, verursachte unendlich viel Ungerech-
tigkeiten, Verdachtigungen und Morde, wie auch den Krieg mit
alien seinen in der bisherigen Menschheitsgeschichte unerhorten
Begleiterscheinungen. Entsetzlich viel Leid und Elend, Armut und
grausames Sterben wurde durch all das nicht nur liber unser
eigenes Volk, sondern auch liber viele andere Volker und Lander
gebracht.
II.
A u s b 1 i c k
Und nun gilt es, an den Wiederaufbau unseres bsterreichischen
Vaterlandes zu schreiten. Zum Gluck ist es ja nicht gelungen, in
den Oesterreichern die Liebe zu ihrer Heimat
— Seite 5 —
und ihrem Vaterland zu ersticken und zu zerstoren. Nein, wir lieben
unsere wunderschone bsterreichische Landschaft, wir lieben
osterreichisches Wesen und Gemiit, wir lieben osterreichische Art
und Kultur und tragen den Glauben in uns an ein neues gliick-
licheres Oesterreich.
Wir wissen aber auch genau, dass der Aufbau ohne Gott nie-
mals gelingen wird. Darum erwarten wir von den Baumeistern
des neuen Oesterreich, dass sie dem Herrgott das erste Hausrecht
einraumen; darum verlangt die Kirche das iiberall so laut ver-
klindete Recht der Glaubens- und Gewissensfreiheit. Je freier die
Kirche arbeiten kann, umso besser wird es fur das Volk sein. Wer
die Kirche in der Freiheit ihrer Arbeit und Seelsorge hindert,
schadet in Wirklichkeit dem Volke selbst.
Diese Gelegenheit beniitzen wir osterreichische Bischofe, um
Euch, liebe Glaubige, emstlich zu mahnen, die Verkiindigung des
Wortes Gottes fleissig zu horen und auch die katholische Presse
eifrig zu lesen. Euer Gewissen soil dadurch so geformt werden,
dass ihr imstande seid, euch in alien privaten und offentlichen
Fragen zurecht zu finden. Habt keine Angst, die Kirche wird keine
Politik treiben, ihr einziges Bemiihen wird sein, das Reich der
Wahrheit und der Gnade, der Gerechtigkeit und der Liebe, des
Friedens und der Heiligkeit aufzurichten.
Dies wird niemals gelingen, wenn nicht schon die Kinder und
die Jugend religios unterwiesen und erzogen werden. Nur da nn
werden sie von der jahrelangen Ansteckung befreit und von den
123
3274-PS
verderblichen neuheidnischen Einfliissen entgiftet werden konnen.
Wir mussen daher fordern, dass in alien Arten von niederen und
hoheren Schulen der Religionsunterricht als Pflichtgegenstand ein-
gefiihrt wird. Sollten Eltern und Erziehungsberechtigte
— Seite 6 —
nicht wiinschen, dass ihre Kinder und Zoglinge den Religionsunter-
richt mitmachen, und sie daher von der Teilnahme daran abmelden,
so bedauern wir das zutiefst, und zwar nicht nur aus kirchlichem
Interesse, sondern auch aus Liebe zum Staat und zur Volksgemein-
schaft. Denn solche Burger verzichten auf ein aufbauendes Element
grundsatzlichster Bedeutung und Wichtigkeit. Dieser Verzicht wird
sich niemals wohltuend, sondern nur nachteilig fur die Volksgemein-
schaft auswirken, gar nicht zu reden von der Glaubensgemeinschaft.
Solche Katholiken, die die Religionsunterweisung ihrer Kinder
vernachlassigen, verfehlen sich schwerstens gegen eine der wich-
tigsten Pflichten ihres Standes und konnten bei hartnackiger
Beharrung auf diesem Standpunkt weder zum Empfang der heiligen
Sakramente zugelassen, noch im Sterbefall kirchlich beerdigt
werden.
In Erfullung ihrer eigenen Aufgabe tritt die katholische Kirche
fur die wahren und echten Menschenrechte ein: sie schiitzt die
Freiheit der Person und des Lebens, die Freiheit der personlichen
Ueberzeugung und des Eigentums. Sie fordert fur alle Menschen
die sozialen Rechte und Pflichten. Den Menschen muss die Mog-
lichkeit gegeben sein, sich das tagliche Brot, Wohnung und Kleidung
zu erwerben und an den Giitern der Kultur Anteil zu nehmen.
Gerechtigkeit und Liebe mussen wieder zur Herrschaft gelangen,
sonst kann keine wirkliche Volksgemeinschaft erstehen.
Darum laden wir heute schon alle Glaubigen dringend zur Mit-
arbeit an der kirchlichen Caritas ein. Es ist unser Bemiihen, alles
daran zu setzen, um das unermessliche Leid zu mildern, die Not
zu lindern, Tranen zu trocknen und Hilfe zu bringen, wo immer
Menschen solche brauchen. Zu diesem Zwecke richten wir vor
allem die Pfarr- und Diozesancaritas ein. Ist
— Seite 7 —
'I
es doch ein uralter Ehrentitel unserer heiligen Kirche, dass sie
„Liebesbund“ heisst. Ist die Not in unserem Volke gross, noch
grosser muss die christliche Liebe sein!
Eines freilich muss zu dieser Selbsthilfe dazukommen: Jene
Staaten, die sich feierlich fur ein freies und unabhangiges Oester-
reich ausgesprochen haben, dtirfen uns ihre tatkraftige Hilfe bei
124
3274-PS
dem so mlihevollen Aufbau nicht versagen. Sie mlissen uns auch
im Interesse von ganz Europa helfen, das drohende Gespenst der
Not, der Kalte und des Hungers zu bannen. Sie miissen uns helfen,
das neue Oesterreich so zu gestalten, dass seine Burger in ihrem
Glauben an die Lebensfahigkeit ihres Landes niemals wankend
werden. Wir richten diesen Appell an die alliierten Staaten um so
eindringlicher, als wir fest davon iiberzeugt sind, dass dieses neu-
erstehende Oesterreich eines der treuesten Glieder der grossen
Volkerfamilie sein wird, die mit Gottes Hilfe in kommenden Zeiten
die Menschheit vor yielem Schweren bewahren soil.
Die osterreichischen Bischofe sind der festen Ueberzeugung, dass
ein wahrhaft freies und unabhangiges Oesterreich aus dem reichen
Schatze seiner Kultur der Welt viel zu geben vermag.
Bei diesem Neuaufbau ist die Einstellung der Jugend ent-
scheidend. Ist sie ja berufen, einmal die Keimzellen des Volkes,
die Familien zu bilden und seine Zukunft zu gestalten. Darum
rufen wir die katholische Jugend auf, im Rahmen der Pfarr-
gemeinde an sich zu arbeiten und sich vorzubereiten fur die
Arbeiten der Gegenwart und Zukunft. Nur eine nach Gottes Willen
ausgerichtete Jugend wird diese Aufgaben meistern konnen.
Wir wissen um die Gefahren, die heute die Jugend
— Seite 8 —
bedrohen, besonders Madchen und Frauen. Mogen sie stolz und
tapfer sein, mogen sie heranreifen in keuscher Zucht, mogen sie
Madchen- und Frauenehre wahren als wunderbare Kraft, durch die
unser Volk sich verjiingt; sonst wurde ja zur ausseren Niederlage
der noch viel schmerzlichere und entehrendere moralische Zusam-
menbruch kommen.
Schliesslich bieten wir noch unsere Hand alien, die aus unserer
Glaubensgemeinschaft ausgetreten sind und nun wieder zu ihr
zuriickkehren wollen, wenn es ihnen ernst ist um die Riickkehr zur
Kirche und wenn sie die Echtheit ihrer Reue in der erforten
Probezeit und der eifrigen Betatigung christlichen Lebens erweisen.
So hoffen und glauben wir, dass nach der Zeit des Nieder-
reissens eine Zeit des glucklichen und erfolgreichen Aufbauens
kommen wird. Zu dieser Arbeit erteilen wir Euch alien von Herzen
unseren bischoflichen Segen
Salzburg, am Feste des heiligen Apostels und Evangelisten Mat-
thaus, 1945.
Die Erzbischofe und Bischofe Oesterreichs:
+ Theodor Kardinal Innitzer, Erzbischof von Wien und
Apostolischer Administrator des Burgenlandes.
125
3274-PS
+ Andreas Rohracher, Fursterzbischof von Salzburg.
+ Ferdinand Pawlikowski, Furstbischof von Seckau.
+ Michael Memelauer, Bischof von St.Polten.
+ Josef Kostner, Furstbischof von Gurk.
+ Paul Rusch, Bischof, Apostolischer Administrator,
Innsbruck-Feldkirch.
+ Josef Kalasanz Fliesser, Bischof, Kapitularvikar von
Linz.
Dieses Hirtenschreiben ist am Sonntag nach dessen Eintreffen bei
j e d e m Gottesdienst zu verlesen.
Bestatige die Authentic des Hirtenhriefes.
Wien, 18.0kt. 45. + Th. Card. Innitzer
Witnessed, AE
Edmund A. Walsh
Oct. 18, 1945.
DOCUMENT 327S-PS
STATEMENT BY BISHOP PAULUS RUSCH, INNSBRUCK, 27 JUNE
1945, CONCERNING THE STRUGGLE BETWEEN NATIONAL SO-
CIALISM AND THE CHURCH IN TYROL AND VORARLBERG. 1938
TO 1944; LIST OF CHURCHES, CONVENTS, MONASTERIES, AND
OTHER ECCLESIASTICAL FOUNDATIONS SEIZED AND DISBANDED
(EXHIBIT USA-569)
The fighting of Nationalsocialism in the diocese of the Apostolic
Administration Innsbruck-Feldkirch,
of Tyrol and Vorarlberg.
After having seized power Nationalsocialism immediately
showed the tendency to exclude Church from Publicity. At “ Corpus -
Christi” in 1938 the customary solemn procession was forbidden.
In the Summer of the same year all ecclesiastical schools and
Kindergartens were disbanded. Daily Newspapers ans weekly
reviews of Christian thinking were likewise removed. In the same
year all kind of ecclesiastical organisations especially “ Youth-
organisations such as ” Boy Scouts were disbanded, all activity
forbidden.
126
3278-PS
The effect of these prohibitions came soon: The clergy took
opposition against them, they could not do otherwise. Then a great
wave of priest-arrests followed. About a fifth of them were even-
tually arrested. Reasons for arrests were:
1. The “Pulpit-paragraph” When Party actions were mentioned
or criticized even in the humblest manner.
2. The “practise of the” care of Young people. A specially heavy
prohibition was given in November 1939. Children’s or Youth’s
Mass or Services were forbidden. Religion or Faith-lessons were
not allowed to be given in the Church except Lessons of preparing
for First Communion or Confirmation. Teaching of religiom at
scholl was very often forbidden without any reason.
The priest, according to his conscience could not follow this
public proscription and this explained the great number of arrests
of priests. Finally, priests were arrested on account of their
“ caritative” work. It was for instance forbidden to give anything
to foreigners or prisoners. A priest was arrested because he gave
a cup of coffee and bread to two hungry Dutchmen. This “ cari-
tative” act was seen to favour elements foreign to the race.
In 1939 and 1940 a new activity began. Cloisters and abbeys
were seized, disbanded and many churches belonging to them
closed. Among these two nun-convents were disbanded: the cloister
of the Dominican-sisters of Bludenz and that of the “Perpetual
Adoration” of Innsbruck. In the latter, the Sisters were dragged,
one by one, out of the cloister, by the “Gestapo”. In the same way
ecclesiastical property such as Association-Houses, Parish and
Youth-Homes were seized. (A list of these closed churches, disbanded
cloisters, and ecclesiastical institutions is attached.
Despite all these measures , the results were not satisfactory.
Then priests not only were arrested, but also deported to concen-
tration-camps. Eight priests of Tyrol and Vorarlberg have been
imprisoned, among them the Provicar Monsignore Dr. Charles
Lampert. One died there on account of the ill treatment, the others
returned. Provicar Lampert was released but required to remain
in Stettin, where later, he was rearrested and executed in November
1944, after having been condemned to death by secret proceedings.
Since 1941 the fight against Christianity and Church shows
generally no new phases. On account of the misfortune in warfare,
restrictions were eased somewhat, but nothing once ordered has
been anulled. The same anti-Christian direction was kept, though
moderated.
127
3278-PS
The especially severe measures against the churches in Tyrol
and Vorarlberg were enacted by the Gauleiter Franz Hofer, who
derived his authority and protection from Berlin.
Innsbruck, june, 27th, 1945. Paulus Rusch
bishop
Sioorn to before me this 27th day of December 1945 , at Innsbruck.
Leonard Wheeler. Jr. Col. G.S.C.
Summary Court Officer
Bishop Rusch , Innsbruck.
LIST
of the churches, convents, monasteries and ecclesiastical objects of
Tyrol and Vorarlberg, seized respectively confiscated, further of the
Institutions, confessional schools etc. disbanded:
I. Churches
1. “Court”-Church of Innsbruck, closed.
2. Abbey-Church Wilten in Innsbruck, disbanded and closed.
3. Church of the Rev. Fath. “of Our Lady’s Servitors” seized and
closed.
4. Church of the Rev. Capuchin Fathers in Innsbruck, seized,
closed, inside demolished.
5. Church of the “Perpetual Adoration” in Innsbruck, seized,
turned into military establishment, inside demolished.
6. “County-House”-Church, closed and inside demolished.
7. Church of the “Canisianum” of the Rev. Jesuits-Fathers, seized
and closed.
8. Pilgrimage-Church with Parsonage on the “Hungerburg” in
Innsbruck, seized and sold, but the church remained open.
9. Branch-Church in Wilten-West, in Innsbruck, closed.
10. Church in Mentelberg, near Innsbruck, closed.
11. Church of the Rev. Franciscan-Fathers in Hall, seized, closed,
inside demolished.
12. Chapel of the Lunatic- Asylum and feeble-minded in Solbad
Hall, closed, the Chaplain-office disbanded.
13. Chapel of the Agriculture-Institution of Rotholz closed, the
Chaplain-office disbanded.
14. Chapel of the Agriculture-Institution of Imst closed, Chaplain-
office disbanded.
15. Abbey-Church of Fiecht near Schwaz, seized and closed.
16. Pilgrimage-Church of the “Mount of Saint-Georges” seized and
closed.
17. Abbey-Church of S tarns seized and closed.
128
3278-PS
18. Abbey Church of Saint Gallus in Bregenz, seized and closed,
inside demolished.
19. Abbey-Church Mehrerau in Bregenz, seized, remained although
open.
20. Ground to be used of building a church in Wilten-Westend,
Innsbruck, seized, built over.
21. Ground to be used of building a church in “Saggen”, Innsbruck,
seized, built over.
22. Pilgrimage-Church ’“Maria Waldrast” near Matrei 'a.Br., seized
and closed.
23. Cloister-Church of the Rev. Capuchin-Fathers of Bludenz,
x seized, closed, inside partly demolished.
24. Convent-Church of the Dominican Sisters of Bludenz, seized,
closed, inside partly demolished.
25. The church of Hintertux, being in construction has been
destroyed.
NB. Besides the churches and chapels mentioned above, the chapels
of the disbanded ecclesiastical Schools, Institutions, etc. have
equally been disbanded and closed. Many of them turned into
military establishments.
NB. In Innsbruck the following churches have been heavily
damaged by bombs:
Saint James’ Dean-Church
Church of the Rev. Jesuits-Fathers
Abbey - Church of Wilten
Church of “Our Blessed Lady’s Servitors”
Church of the Ursulin-Sisters
Church of the Carmelite-Sisters
27 Dec. 45 Paulus Rusch
bishop
— Page 2 —
Less damaged:
Parish-Church, Pradl.
Parish-Church of the Holy Trinity
Saint John's Innrain
Parish-Church, Wilten
Parish-Church, Hotting
Parish-Church, Mariahilf.
II. Cloisters, Monasteries, etc.
1. The Abbey of Wilten in Innsbruck with all its goods in Inns-
bruck, Hlgen Wasser (Igls), Kematen and Lusens, disbanded
and seized.
129
3278-PS
2. The cloister of the Rev. Jesuit-Fathers in Innsbruck with
Zenzenhof in Vill, seized.
3. The Cloister of the Rev. Capuchin Fathers in Innsbruck, seized.
4. The Monastery of ‘‘Our Ladie’s Servitors”.
5. The Monastery of the Rev. Fathers of “Our Saviour”, forced-
hired for the largest part.
6. The Cloister of the Rev. Fathers of Saint Benedict, Innsbruck.
seized.
7. Mission-House of the “Mission Priest of the Sacred Heart of
Jesus, Innsbruck-Hotting, forced-hired by the greatest part.
8. Mission-House of Saint Joseph’s Missonaries in Absam, forced-
hired.
9. Cloister of the Rev. Franciscan Fathers, Solbad Hall, seized.
10. Abbey of Fiecht of the Rev. Fathers of the Order of Saint
Benedict with all their proprietaries and goods in Fiecht,
Sanct Georgenberg etc. seized.
11. Cloister of the Rev. Our Blessed Lady’s Servitors” in Volders,
seized, respectively forced-hired.
12. Cloister of the Rev. Fathers of Saint Benedict, Volders, seized.
13. Abbey of the Rev. Fathers of Saint Bernard, Stams, with all
their estates, seized.
14. Mission-House Femstein of the Rev. Fathers of Saint Benedict,
in Nassereith, seized.
15. Cloister of the Rev. Capuchin-Fathers, Landeck-Perjen, seized.
16. Cloister of the Rev. “Servitors of Our Blessed Lady” Maria
Waldrast near Matrei a.Br. , seized.
17. Abbey of the Rev. Fathers of Saint Bernard, Mehrerau, Brgenz,
seized.
18. Mission-Boarding-House of Saint John-Xaver of the Fathers of
the Precious Blood, Feldkirch, seized.
19. College Lochau, near Bregenz of the Rev. Salvatorian Fathers,
forced-hired.
20. Cloister of the Rev. Capuchin-Fathers, Bludenz, seized.
21. Convent of the Sisters of “Perpetual Adoration”, Innsbruck,
seized.
22. Convent of the Dominican-Sisters of Saint Peter, Bludenz,
seized.
23. Cloister of the Ursulin-Sisters, Innsbruck, forced-hired for the
largest part.
24. Abbey of Saint Gallus, Bregenz, seized.
III. Other ecclesiastical establishments,
Associations and “Youth-Homes”.
1. Theological Institute “Canisianum” of the Rev. Jesuit Fathers,
Innsbruck, with Taxerhof in Ampass, seized.
130
3278-PS
2. College-Boarding-School of the Rev. Jesuit Fathers, Innsbruck,
seized.
3. “Youth-Home” Sieberer, of the Rev. Fathers of Saint Francis
of Sales, Innsbruck, seized.
4. Boarding-house of the Rev. Fathers of Saint Benedict, Inns-
bruck, with typography, publishing-house and Bookseller’s
shop - seized.
5. Home for Pupils of the Rev. Fathers “Maristes” Innsbruck, Inn-
rain, seized.
6. Orphanage-Asylum for girls with Chapel, Museumstreet, Inns-
bruck, seized, Chapel destroyed.
27 Dec. 45
Paulus Rusch
bishop
— Page 3 —
7. Marienheim, for young girls studying on the University or
working in offices, Innsbruck, Maximilianstreet, seized.
8. “Margaretinum” Household-School and Boardinghouse, Inns-
bruck-Hotting, seized.
9. Boarding-House “Leopoldinum” of the Rev. Francis can-Fathers,
Solbad Hall, seized.
10. Education-Institute for Boys of the Rev. Capuchin Fathers,
Fiigen, seized.
11. Boarding-House of the Rev. Capuchin Fathers, Feldkirch, seized.
12. Orphanage-Asylum and Education-Institute for Boys, of the
Salesian-Fathers in Jagsberg, seized.
13. Home for religious Retreats, Hall closed.
14. Home for religious Retreats of the Rev. Jesuit-Fathers, Feldkirch-
Tisis closed, disbanded.
15. Boarding-House for Girl of the Franciscan-Sisters, Kronburg
near Zams, disbanded.
16. Hospital of the Brothers of Mercy in Kreckelmoos near Reutte,
seized.
17. Sanatorium of the Rev. Fathers of Saint Bernard, Mehrerau-
Bregenz, seized.
18. Saint- Joseph’s Home of the Sisters of Saint Benedict, Grins near
Landeck, seized.
19. All “Catholic Youth- or Association-Houses”
seized, so as for instance in Innsbruck- Wilten, Innsbruck-
St. Nicolaus, Innsbruck-Mariahilf, Innsbruck-Pradl, Inns-
bruck-Hotting, in Imst, Telfs, Landeck, Inzing, Tarrenz,
131
3278-PS
Haiming, Absam, Hall, Mils b/Hall, Wattens, Schwaz, Jen-
bach, Achental, Ehrwald, Tannheim, etc. etc.
20. The Journeymen - Association - Houses inlnns-
bruck, Hall, Schwaz, Lienz, etc. seized.
21. The Houses of the Saint Vincenz-Association Saint James, Inns-
bruck, Kapuziner-street Nos. 19, 21, 23, 25, 27, 29, 31, 33, 35,
37, 37a, were seized after the disbanding of the association.
22. All the catholic societies, Associations Unions, Congregations of
our Blessed Lady, ecclesiasticalalliances and ligues, Con-
fraternities etc., were disbanded and their fortune seized.
IV. Ecclesiastical Institutes, Schools
Institutions, etc.
1. Theological Faculty of the University in Innsbruck, disbanded.
2. Episcopal Seminary in Matrei, disbanded. Paulinum
3. Episcopal “Little” Seminary with College and Boarding-House,
Schwaz, disbanded.
4. College and Boarding-Houses of the Rev. Franciscan Fathers,
Solbad Hall disbanded.
5. College and Boarding-House of the Rev. Jesuit-Fathers in Feld-
kirch, called, Stella Matutina, disbanded.
6. College and Boarding-House of the Abbey of Meherau, Bregenz,
disbanded.
7. Teacher’s Pedagogical-Institute of the Christian-Schools
Brothers, Feldkirch, seized and disbanded.
8. Economy-School of the Christian-Schools-Brothers, with
Boardinghouse in Lienz, disbanded.
9. Trades-Schools with “shops” and workshops of the Rev. Fathers
of Saint Benedict, Martinsbuhel near Zirl, disbanded.
10. Institute of Saint Bonifacius of the Rev. Salesian-Fathers in
Fulpmes Stubai-valley, disbanded, forced-hired.
11. Highschool with Boarding-house of the Rev. Fathers of Saint
Benedict, Volders, disbanded and seized.
12. Elementary and High School of the Rev. Fathers of Saint
Benedict, Fiecht near Schwaz, disbanded and seized.
13. Teacher’s Pedagogical-Institute for Girls of the Sisters of
Charity, Zams, disbanded.
14. “Girls-Schools of the Sisters of Charity, Zams, disbanded.
15. Teachers’ Pedagogical-Institute for Girls of the Sisters of
Charity, Innsbruck, disbanded.
27 Dec. 45 Paulus Rusch
bishop
132
3278-PS
— Page 4 —
16. “Girls-Schools of the Sisters of Charity of Innsbruck, disbanded.
17. “Girls-Schools of the Ursulin-Sisters, Innsbruck, disbanded.
18. Girls-Schools of the Sisters of “Visitation” with Boarding-House,
Thurnfeld, disbanded.
19. Schools for Girls with Boarding-House of the Schools-Sisters in
PfafTenhofen, disbanded.
20. Schools for Girls of the Franciscan Tertiar-Sisters, Solbad,
Hall, disbanded.
21. Schools for girls of the Dominican-Sisters, Lienz, disbanded.
22. Schools for girls of the Dominican-Sisters, Altenstadt, dis-
banded.
23. Schools for girls of the Dominican-Sisters, Thalbach-Bregenz,
disbanded.
24. Schools for girls with Boarding-House, Marienberg, Bregenz,
disbanded.
25. Schools for girls with Boarding-House, Eiedenburg-Bregenz,
disbanded.
26. School of Householding, Gauenstein, near Schruns, disbanded.
27. Needle-work School/Industry-School/, Gwiggen, Hohenweiler,
disbanded.
28. Orphanage-asylum with elementary and High-School of the
Franciscan-Tertiar-Sisters, Schwaz, disbanded.
29. Girl-School with Boarding-House, of the Sisters of Saint Benedic,
Scharnitz, disbanded.
30. Girl-School with Boarding-House of Saint Joseph, of the Sisters
of the Holy Cross, Feldkirch, disbanded.
31. Girls-Schools with a House of religious Retreats, called “Saint
Antony’s of the Sisters of the Holy Cross, Feldkirch, dis-
banded.
N.B. Besides this all, the ecclesiastical teachers of the nun-convents
have been removed from all public-schools in the municipalities
and communities.
27 Dec . 45
Paulus Rusch
bishop
133
DOCUMENT 3279 PS
EXTRACT FROM CHARGE NUMBER 17 MADE BY THE POLISH
GOVERNMENT AGAINST THE DEFENDANTS INDICTED BEFORE
THE INTERNATIONAL MILITARY TRIBUNAL: PERSECUTION OF
THE CATHOLIC CLERGY; NUMBER OF PRIESTS EXECUTED AND
IMPRISONED 1940-41 IN THE ARCHDIOCESE OF POZNAN AND THE
DIOCESE OF CHELMO (EXHIBIT USA-574)
CERTIFICATE
The extract attached herewith and dealing with the “General
Conditions and Results of the Persecution”, is taken from the text
of Charge 17, page 5, par. IV, of the Polish Government against the
defendants named in the Indictment before the International
Military Tribunal, Subject: “Maltreatment and Persecution of the
Catholic Clergy in the incorporated Western Provinces of Poland”.
It is a true translation into English of the original Polish.
It is submitted herewith to the International Military Tribunal
in accordance with Article 21 of the Charter of the Court.
Dr. Cyprian
Dr. Tadeusz Cyprian
Polish Deputy Representative on
l) the United Nations War Crimes
Commission in London, signing on
behalf of the Polish Government
and of the Main Commission for
Investigation of GermanWarCrimes
in Poland, whose seal I hereby
attach .
Numberg, the 6th December 1945.
— Page 2 —
Extract from: CHARGE NO. 17 submitted by the POLISH GOVERN-
MENT, ENTITLED:
MALTREATMENT AND PERSECUTION OF THE
CATHOLIC CLERGY IN THEWESTERNPRO VINCE.
l) Official seal, stamped in purple ink
134
3279-PS
S: 5
IV GENERAL CONDITIONS AND RESULTS OF
THE PERSECUTION.
11. The general situation of the clergy in the Archdiocese of
Poznan in the beginning of April 1940 is summarized in the
following words of Cardinal HLOND’s second report:
“ 5 priests shot
27 priests confined in harsh concentration camps at
Stutthof and in other camps,
190 priests in prison or in concentration camps at
Bruczkow, Chludowo, Goruszki, Kazimierz Bis-
kupi, Lad, Lubin and Puszczykowo,
35 priests seriously ill in consequence of ill-treat-
ment
122 parishes entirely left without priests.”
12. In the diocese of Chelmo, where about 650 priests were
installed before the war only 3°/o were allowed to stay,
the 97% of them were imprisoned, executed or put into
concentration camps.
13. By January 1941 about 700 priests were killed,
3000 were in prison or concentration camps.
DOCUMENT 3287-PS
LETTER FROM VON NEURATH TO SIR NEVILE HENDERSON,
12 MARCH 1938, REJECTING BRITISH PROTEST IN CONNECTION
WITH GERMANY’S ACTION AGAINST THE INDEPENDENT STATE
OF AUSTRIA, AND GIVING AN ACCOUNT OF RECENT EVENTS
FROM THE POINT OF VIEW OF THE GERMAN GOVERNMENT (EX-
HIBIT USA-128)
EXPLANATORY NOTE:
3 parts
First Part:
I, SIR DAVID JOHN MONTAGU-DOUGLAS-SCOTT, K.C.M.G.,
A Deputy Under-Secretary of State for Foreign Affairs, HEREBY
CERTIFY that the document hereto attached and marked “I.”, is a
TRUE COPY of a despatch, dated 13th March, 1938, addressed by
135
3287-PS
the British Ambassador at Berlin to His Majesty’s Secretary of
State for Foreign Affairs in London;
AND I FURTHER CERTIFY that the document hereto attached
and marked “L.” is a TRUE COPY of the enclosure referred to in
the aforesaid document marked “I.”.
*) David Scott2)
LONDON
Foreign Office, London, S.W. 1.
29th. November, 1945.
Second Part:
No. 242 (52/248A/38)
HIS Majesty’s Ambassador at Berlin presents his compliments
to H.M.Secretary of State for Foreign Affairs and has the honour
to transmit to him the under-mentioned documents.
British Embassy,
Berlin.
13th March, 1938.
Reference to previous correspondence:
Berlin telegram No. 104 of 12th March
Description of Enclosure.
Name and Date
Subject.
From: Baron von Neurath to Sir
N. Henderson dated 12th
March.
German action in Austria.
*) British Foreign Office seal, red paper, green ribbon
2) Blue ink
136
S287-PS
Drittes S:
“L.”1)
Der President
des Geheimen Kabinettsrats Berlin, den 12. Marz 1938.
Herr Botschafter,
Mit Schreiben vom 11. Marz haben Euer Exzellenz mitgeteilt,
der Koniglich Britischen Regierung sei die Nachricht zugegangen,
dass in Wien ein deutsches Ultimatum gestellt worden sei, in dem
der Riicktritt des Bundeskanzlers, seine Ersetzung durch den Minister
des Innern, die Bildung eines neuen Kabinetts mit einer Zweidrittel-
mehrheit von nationalsozialistischen Mitgliedern und die Wieder-
zulassung der osterreichischen Legion gefordert worden sei. Fur den
Fall, dass diese Nachrichten zutrafen, hat die Koniglich Britische
Regierung gegen einen derartigen auf Gewalt gestiitzten Zwang
protestiert, der auf einen unabhangigen Staat ausgetibt worden sei,
um eine mit seiner nationalen Unabhangigkeit unvereinbare Lage
zu schaffen.
Namens der Deutschen Regierung muss ich demgegeniiber darauf
hinweisen, dass der Koniglich Britischen Regierung nicht das Recht
zusteht, die Rolle eines Beschiitzers der Unabhangigkeit Osterreichs
fur sich in Anspruch zu nehmen. Die Deutsche Regierung hat die
Kdniglich Britische Regierung im Laufe der diplomatischen Unter-
haltungen iiber die osterreichische Frage niemals dariiber im Zweifel
gelassen, dass die Gestaltung der Beziehungen zwischen dem Reich
und Osterreich lediglich als eine dritte Machte nicht beriihrende
innere Angelegenheit des deutschen Volkes angesehen werden kann.
Es eriibrigt sich, die historischen und politischen Grtinde dieses
Standpunkts noch einmal darzulegen.
Aus diesem Grunde muss die Deutsche Regierung den von der
Koniglich Britischen Regierung, wenn auch nur bedingt, eingelegten
Protest von vornherein als unzulassig zuruckweisen.
Gleichwohl will die Deutsche Regierung gegenuber der in ihrem
Schreiben erwahnten Nachricht, dass -die Reichsregierung in Wien
ultimative Forderungen gestellt habe, nicht unterlassen, zur Steuer
der Wahrheit hinsichtlich der Vorgange der letzten Tage folgendes
festzustellen:
/Vor
*) Ti (Blau)
137
3287-PS
Seiner Exzellenz
dem Koniglich Britischen Botschafter
Sir Nevile Henderson
Berlin.
— Seite 2 —
Vor wenigen Wochen hatte der Deutsche Reichskanzler in Er-
kenntnis der Gefahren, die sich aus der unertraglich gewordenen
Lage in Osterreich ergaben, eine Aussprache mit dem damaligen
Osterreichischen Bundeskanzler herbeigefiihrt. Das Ziel war, noch
einmal den Versuch zu machen, jenen Gefahren durch die Ver-
abredung von Massnahmen zu begegnen, die eine den Interessen
der beiden Lander wie den Interessen des gesamten deutschen Volks
dienende ruhige und friedliche Entwicklung sieherstellen konnten.
Die Vereinbarung von Berchtesgaden hatte, wenn sie auf osterreichi-
scher Seite im Geiste der Aussprache vom 12. Februar loyal
durchgefiihrt worden ware, eine solche Entwicklung tatsachlich
gewahrleistet.
Stattdessen hat der fruhere Osterreichische Bundeskanzler am
Abend des 9. Marz uberraschend den eigenmachtig von ihm gefassten
Beschluss bekanntgegeben, mit einer Frist von wenigen Tagen eine
Abstimmung zu veranstalten, die nach den obwaltenden Umstanden,
insbesondere nach den fiir die Durchfuhrung der Abstimmung
geplanten Einzelheiten, allein den Sinn haben konnte und sollte,
die iiberwiegende Mehrheit der Bevolkerung Osterreichs poiitisch zu
vergewaltigen. Dieses mit der Vereinbarung von Berchtesgaden in
flagrantem Widerspruch stehende Vorgehen hat, wie vorauszusehen,
zu einer aussersten Zuspitzung der inneren Lage in Osterreich
gefiihrt. Es war nur natiirlich, dass die an dem Abstimmungsbeschluss
nicht beteiligten Mitglieder der damaligen Osterreichischen Regierung
dagegen scharfsten Einspruch erhoben. Infolgedessen ist es in Wien
zu einer Kabinettskrise gekommen, die im Laufe des 11. Marz zum
Rucktritt des fruheren Bundeskanzlers und zur Bildung einer neuen
Regierung gefiihrt hat. Dass vom Reich aus auf diese Entwicklung
ein gewaltsamer Zwang ausgeiibt ware, ist unwahr. Insbesondere
ist die von dem fruheren Bundeskanzler nachtraglich verbreitete
Behauptung vollig aus der Luft gegriffen, die Deutsche Regierung
habe dem Bundesprasidenten ein befristetes Ultimatum gestellt,
nach dem dieser einen ihm vorgeschlagenen Kandidaten zum Bundes-
kanzler ernennen und die Regierung nach den Vorschlagen der
Deutschen Regierung zu bilden hatte, widrigenfalls der Einmarsch
deutscher
/ Truppen
138
3 287 -PS
— Seite 3 —
Truppen in Osterreich in Aussicht genommen werde. In Wahrheit
ist die Frage der Entsendung militarischer und polizeilicher Krafte
aus dem Reich erst dadurch aufgeworfen worden, dass die neu-
gebildete Osterreichische Regierung in einem in der Presse bereits
veroffentlichten Telegramm die dringende Bitte an die Reichs-
regierung gerichtet hat, zur Wiederherstellung von Ruhe und Ord-
nung und zur Verhinderung von Blutvergiessen baldmoglichst
deutsche Truppen zu entsenden. Angesichts der unmittelbar drohen-
den Gefahr eines blutigen Biirgerkriegs in Osterreich hat sich die
Reichsregierung entschlossen, diesem an sie gerichteten Appell Folge
zu geben.
Bei diesem Sachverhalt ist es vollig ausgeschlossen, dass das
Verhalten der Deutschen Regierung, wie in IhremSchreiben behauptet
wird, zu uniibersehbaren Ruckwirkungen fiihren konnte. Das Ge-
samtbild der politischen Lage ist in der Proklamation gekenn-
zeichnet, die der Deutsche Reichskanzler heute mittag an das deutsche
Volk gerichtet hat. Gefahrliche Ruckwirkungen konnten in dieser
Lage nur dann eintreten, wenn etwa von dritter Seite versucht
wiirde, im Gegensatz zu den friedlichen Absichten und legitimen
Zielen der Reichsregierung auf die Gestaltung der Verhaltnisse in
Osterreich einen Einfiuss zu nehmen, der mit dem Selbstbestim-
mungsrecht des deutschen Volkes unvereinbar ware.
Genehmigen Sie, Herr Botschafter, den Ausdruck meiner aus-
gezeichnetesten Hochachtung
(gez.) FREIHERR VON NEURATH
DOCUMENT 3302-PS
AFFIDAVIT BY SCHIRACH, 4 DECEMBER 1945, GIVING DATA ON
HIS LIFE STORY, HIS MEMBERSHIP OF THE NSDAP AND THE
POSTS HELD BY HIM (EXHIBIT USA-665)
BESCHREIBUNG:
Verbesserungen, hs Unterstreidiungen im T und BeglVm sowie P auf Seite
— 2 — n „7.“ r am Hand: Ti (blau) I U unter T jeder Seite und beide U’en
im BeglVm: Blei I Seite 1: 1 n T von „4“: 12 (Blei)
Erklaerung des Baldur von Schirach hinsichtlich saemtlicher von
ihm in der NSDAP., den dieser angeschlossenen Organisationen, in
139
3302-PS
der Regierung des Reiches Oder sonstwie bekleideten
Aemter Oder Stellungen.
1. Ich heisse Baldur von Schirach, bin am 9. Mai 1907 zu Berlin
geboren, verheiratet und Vater von vier Kindern. Meine
Jugend-und Schulzeit habe ich in Weimar verbracht und
studierte anschliessend ab 1927 an der Universitaet zu Muenchen
Germanistik und Kunstgeschichte.
2. Bereits im Jahre 1925 bin ich der NSDAP als Mitglied bei-
getreten und blieb es bis 1945. Ich war auf besonderen Wunsch
Hitlers nach Muenchen gegangen der diesen Wunsch schon
aeusserte als ich noch Schueler war undder mir dadurch Ge-
legenheit geben wollte, mich eingehender mit der Partei bekannt
zu machen. Nunmehr als Student in Muenchen widmete ich mich
besonders der Erfassung der Studenten fuer den National-
sozialismus und wurde bereits 1929 zum Fuehrer des bereits
bestehenden Nationalsozialistischen Studentenbundes gewaehlt.
Es war meine besondere Aufgabe, die Studentenschaft fuer die
NSDAP zu interessieren. Auf Grund meiner Arbeit in der
Studentenshcaft uebertrug mir Hitler 1931 auch die Fuehrung
der Hitlerjugend, worauf ich mich1) vollamtlich der Partei-
arbeit widmete. Ich wurde zum „Reichsjugendfuehrer der
NSDAP“ ernannt. Dieses Amt hatte ich bis 1940 inne. Die
Hitlerjugend selbst war im Jahre 1926 gegruendet worden.
3. Als Reichsjugendfuehrer der NSDAP war ich zunaechst im
Stabe der „Obersten S.A. Fuehrung“ unter Ernst Roehm, und
zwar von 1931 bis Anfang 1932.
4. Im Jahre 1932 wurde ich dann selbstaendiger „Amtsleiter
(spaeter: „Reichsleiter“) fuer die Jugenderziehung der NSDAP"
und dieses Amt habe ich bis 1945 innegehabt. Das Amt des
Reichsleiters stand an der Spitze der gesamten Jugendorgani-
sationen der NSDAP. Die Reichsleitung selbst bestand aus etwa
121) Reichsleitern, die Hitler unmittelbar unterstanden. Nach der
Ernennung eines Steilvertreters des Fuehrers wurden die
Reichs- und Gauleiter diesem unterstellt.
5. In der S.A. fuehrte ich von 1931 bis 1941 den Rang und Titel
eines Gruppenfuehrers (S.A. Gruppenfuehrers) und von 1941
bis 1945 Rang und Titel eines Obergruppenfuehrers.
Das obenerwaehnte Amt des „Reichsjugendfuehrers“ war
also in meiner Person mit dem uebergeordneten Amt des
„Reichsleiters“ verbunden. Es war meine Aufgabe, die Jugend
l) hs
140
3302-PS
im Sinne der Bestrebungen, Gedankengaenge und Richtiinien
der NSDAP zu erziehen und darueber hinaus sie zu leiten und
zu formen. Fuer die Politik der Jugendbewegung in der Partei
und spaeter im Reichsgebiet fuehle ich mich verantwortlich.
v. Schirach
— Seite 2 —
6. Im Jahre 1940 wurde ich dann in meiner Eigenschaft als
„Reichsleiter44 zum „Beauftragter des Fuehrers fuer die Inspek-
tion der gesamten Hitlerjugend44 ernannt und behielt diese
Stellung bis 1945 bei.
7. Ich war bis dahin seit ungefaehr 6-V2 Monaten, naemlich Januar
bis2) Juli 19403) bei der Wehrmacht und zwar zuletzt als Leutnant
und Fuehrer eines Machinengewehrzuges beim Infanterie-
Regiment „Grossdeutschland“ im Westen eingesetzt gewesen.
Mitte Juli 1940 wurde ich dann telegrafisch in Hitlers Haupt-
quartier im Sehwarzwald befohlen.
8. Ich wurde dort zum Gauleiter von Wien ernannt und hatte
dieses Amt bis 1945 inne. In dieser Eigenschaft war ich der
Fuehrer der Partei in Wien, und fuer die Fuehrung dieses
Reichsgaues verantwortlich.
Ich hatte folgende Regierungsposten inne:
9. „JUGENDFUEHRER DES DEUTSCHEN REI-
CHES1* und zwar von 1933 bis 1940. In dieser Stellung
ressortierte ich 1933 verwaltungsmaessig beim Reichsinnen-
ministerium, dann bis 1936 beim Reichsministerium fuer
Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung. Am 1.12.1936
wurde dann mein Amt Oberste Reichsbehoerde. Dieses
Amt wurde durch ein besonderes Gesetz geschaffen und stellte
die hoechste Instanz fuer die ausserschulische Erziehung dar.
Neben diesem Staatsamt behielt ich in der Partei das oben-
erwaehnte Amt als „Reichsleiter fuer die Jugenderziehung der
NSDAP“ bei. Die Hitlerjugend war urspruenglich eine Frei-
willigen-Organisation und stellte die groesste deutsche Jugend-
bewegung selbst vor der Machtuebernahme im Jahre 1933 dar.
Erst im Dezember 1936 kam dann das obenerwaehnte „ Gesetz
ueber die Hitlerjugend44 vom 1. Dezember 1936 heraus (Reichs-
gesetzblatt Teil I, Seite 993). Dieses Gesetz verfuegte kurzer-
hand dass die gesamte deutsche Jugend nunmehr in der
Hitlerjugend zusammengefasst wurde, wonach also die Hitler-
jugend aufhoerte, eine Freiwilligenorganisation zu sein.
2) hs verb
s) urspriinglich ,,1944“, hs verb: „0“
FS
141
3302-PS
10. Im Jahre 1940 wurde ich auch zum Reichsstatthalter
von Wien ernannt. Mein Arbeitsgebiet war die Leitung der
allgemeinen Verwaltung.
11. Gleichzeitig war ich automatisch als Reichsstatthalter Chef der
Gemeindeve^waltung Wien. Die S.S. unterstand mir nicht.
12. Ferner bekleidete ich durch Emennung zum gleichen Zeitpunkte
voruebergehend auch das Amt ies Reichs verteidigungs-
kommissars fuer den Wehrkreis XVII. Die Posten als
Reichsstatthalter in Wien und als Reichs verteidigungskommissar
v. Schirach
— Seite 3 —
von Wien habe ich bis 1945 innegehabt, waehrend ich die Posten als
Reichsverteidigungskommissar des Wehrkreises XVII nur bis 1941
bekleidet habe.
13. Ich war auch Praesident der Suedosteuropa-Gesellschaft in Wien
und zwar von 1940 bis 1945 und Praesident der Bibliophilen
Gesellschaft fuer die Zeit von 1941 bis 1945.
Ich versichere hierdurch an Eidesstatt die Wahrheit der vor-
stehend gemachten Angaben.
Nuernberg, Deutschland, den 4. Dezember 1945.
Baldur von Schirach
Als Zeuge: BALDUR VON SCHIRACH
Dr. Sauter
Dr. Fritz Sauter
Verteidiger
DOCUMENT 3308-PS
AFFIDAVIT, 28 NOVEMBER 1945, OF PAUL SCHMIDT, INTERPRETER
IN THE GERMAN FOREIGN OFFICE FROM 1923 TO 1945: ANALYSIS
OF NAZI PRE-WAR POLICY WITH SPECIAL REFERENCE TO ATTI-
TUDE OF GERMAN FOREIGN OFFICE THERETO (EXHIBIT GB-288)
— Page l —
AFFIDAVIT
Statement of
Gesandter Paul Otto Gustav Schmidt
I, PAUL OTTO GUSTAV SCHMIDT, being first duly sworn on
oath, state:
142
3308-PS
1. I was an interpreter in the German Foreign Office from
1923-1945. Prior to 1939, my duties consisted of interpreting and
keeping the minutes of discussions at diplomatic conferences. Be-
ginning in 1924 my primary assignments at diplomatic discussions
included the following :
1924 Conference of Stresemann and Herriot at London
concerning Dawes Plan.
1924-1927 German-French trade nogotiations in Paris.
1925 Locarno meetings
1926 Meetings of League of Nations Assembly,
Council and economic committees.
1927 World Economic Conference at Geneva.
1929 Hague Conference for final approval of Young Plan.
1930 Paris trade negotiations in reference to Saar, and
other economic conferences.
193011 International cartel meetings.
1931 Laval visit to Berlin.
Six Power Conference in London on economic
matters.
Visit of Bruening and Curtis to London.
1932 Geneva Disarmament Conference.
1933 League of Nations . Assembly ; other conferences in
London.
1933-1935 Meetings of German and French trade delegations.
1935 Visit of Eden and Simon to Berlin.
I was first called to interpret for Hitler in connection with the
1935 visit of Simon and Eden to Berlin. In fact, I served at virtually
every meeting at which Hitler and Ribbentrop participated, and was
with Goering when important visitors called and when he rep-
resented Germany in diplomatic conferences abroad. In recognition
of these services, I was made councillor1) of Legation in 1935,
Minister II Class after Munich, and Minister I Class after Compiegne.
Since 1939, I have been Director of BRAM (Buero des Reichsaussen-
ministers), and in 1944 I was made Chief of the POW and Civilian
Internee Section.
— Page 2 —
2. Whatever succes and position I have enjoyed in the Foreign
Office I owe to the fact that I made it my business at all times to
possess thorough familiarity with the subject matter under dis-
cussion, and I endeavoured to achieve intimate knowledge of the
mentality of Hitler and the other leaders. Throughout the Hitler
l) “Chancellor” stricken out, initialed “P.O.S.” in left margin
143
3308-PS
regime, I constantly endeavored to keep myself apprised as what
was going on in the Foreign Office and in related organizations, and
1 enjoyed such a position that it was possible to have ready access
to key officials and to key personnel in their offices.
3. The general objectives of the Nazi leadership were apparent
from the start, — namely , the domination of the European con-
tinent, to be achieved, first, by the incorporation of all German-
speaking groups in the Reich, and secondly, by territorial expansion
under the slogan of “Lebensraum”. The execution of these basic
objectives, however, seemed to be characterized by improvisation.
Each succeeding step apparently was carried out as each new
situation arose, but all consistent with the ultimate objectives
mentioned above.
4. The attempted putsch in Austria and the murder of Dollfuss
on 25 July 1934 seriously disturbed the career personnel of the
Foreign Office because these events discredited Germany in the eyes
of the world. It was common knowledge that the. putsch had been
engineered by the Party, and the fact that the attempted putsch
followed so closely on the heels of the blood purge within Germany
could not help but suggest the similarity of Nazi methods both in
foreign and in domestic policy. This concern over the repercussions
of the attempted putsch was soon heightened by a recognition of
the fact that these episodes were of influence in leading to the
Franco-Soviet Consultative Pact of 5 December 1934, a defensive
arrangement which was not heeded as a warning by the Nazis.
5. The announcement in March of the establishment of a German
Air Force and of the introduction of conscription was followed on
2 May 1935 by the conclusion of a mutual assistance pact between
France and the Soviet Union. The career personnel of the Foreign
Office regarded this as a further very serious warning as to the
potential consequences of German foreign policy, but the Nazi
leaders only stiffened their attitude toward the Western
— Page 3 —
Powers, declaring that they were not going to be intimidated. At
this time, the career officials at least expressed their reservations to
the Foreign Minister, Neurath. I do not know whether or not
Neurath in turn related these expressions of concern to Hitler.
6. The reentry of the German military forces into the Rhineland
was preceded by Nazi diplomatic preparation in February. A Ger-
man communique of 21 Feb 1936 reaffirmed that the French-Soviet
Pact of mutual assistance was imcompatible with the Locarno
Treaties and the Covenant of the League. On the same day Hitler
argued in an interview that no real grounds existed for conflict
144
3308-PS
between Germany and France. Considered against the background
statements in MEIN KAMPF offensive to France, the circumstances
were such to suggest that the stage was being set for justifying
some future act. I do not know how far in advance the march into
the Rhineland was decided upon. I personally knew about it, and
discussed it, approximately 2 or 3 weeks before it occurred. Con-
siderable fear had been expressed, particulary in military circles,
concerning the risk of this undertaking. Similar fears were felt by
many in the Foreign Office. It was common knowledge in the
Foreign Office, however, that Neurath was the only person in
government circles consulted by Hitler who felt confident that the
Rhineland could be remilitarized without armed opposition from
Britain and France. Neurath’s position throughout this period was
one which would induce Hitler to have more faith in Neurath than
in the general run of “old school” diplomats, whom he (Hitler)
tended to hold in disrespect.
7. Although Italy did not consult Germany prior to commence-
ment of its war against Ethiopia, the Nazi policy makers were
pleased with this technique for handling international affairs. They
saw also the possibility in this war to draw Italy away from Britain
and France toward Germany, as well as the possibility of its under-
mining the collective security system of the League of Nations. The
career officials in the Foreign Office were very much concerned with
the possibility of strong sanctions being applied, particularly if the
war should be seized as an opportunity to apply pressure on the
Fascist dictators. In this conflict, Germany gave assurances that it
would assist Italy economically2) to the utmost. This was done in
the beginning of the discussions regarding sanctions.
— Page 4 —
I am unfamiliar with the details of the assistance granted, but it is
probable that these matters were settled through the German com-
mercial attache in Rome or by means of trade delegations.
8. Plans for annexation of Austria were a part of the Nazi
program from the beginning. Italian opposition after the murder of
Dollfuss temporarily forced a more careful approach to this problem,
but the application of sanctions against Italy by the League, plus
the rapid increase of German military strength, made safer the
resumption of the Austrian program. When Goering visited Rome
early in 1937, he declared that union of Austria and Germany was
inevitable and could be expected sooner or later. Mussolini, hearing
these words in German, remained silent, and protested only mildly
2) “economically” inserted, initialed “P.O.S.” in left margin
145
3308-PS
when I translated them into French. The consummation of the An-
schluss was essentially a party matter, in which von Papen’s role
was to preserve smooth diplomatic relations on the surface while
the Party used more devious ways of preparing conditions for the
expected move. The speech delivered by Papen on 18 Feb 38,
following the Berchtesgaden meeting, interpreted the Berchtesgaden
agreement as the first step toward the establishment of a Central
European commonwealth under the leadership of Germany. This
v^as generally recognized in the foreign office as a clear prophecy
of a Greater Germany which would embrace Austria.
9. The facts stated above are true to the best of my knowledge,
information and belief. This declaration is made by me voluntarily
and without compulsion. After reading over this statement I have
signed and executed1 the same at OBERURSEL/ Germany this
28 day of November 1945.
( Signed) Paul Otto Gustav Schmidt
PAUL OTTO GUSTAV SCHMIDT
Subscribed and sworn to before me at OBERURSEL/ Germany this
28 day of November 1945.
(Signed) Rolf Wartenherg
ROLF WARTENBERG
1st Lt, INF
DOCUMENT 3309-PS
AFFIDAVIT OF OTTO MEISSNER, FORMER CHIEF OF THE PRESI-
DENTIAL CHANCELLERY, 28 NOVEMBER 1945: REPORT ON EVENTS
LEADING UP TO THE ACCESSION TO POWER OF HITLER AND
THE NATIONAL SOCIALIST PARTY (EXHIBIT GB-495)
EXPLANATORY NOTE:
Additions, deletions, and signatures in blue ink. Additions initialed: “mes.”
— Page 1 —
AFFIDAVIT
STATEMENT OF OTTO MEISSNER.
I, OTTO MEISSNER, being first duly sworn on oath, state :
1. I was Chief of the Presidential Chancellory from 1920 to 1924
under President Ebert; from 1924 to 1934 under President von Hin-
denburg; and from 1934 to 1945 under Hitler.
146
3309-PS
2. At the same time Chancellor Bruening took office, the right wing
parties, and in particular the National Socialists had been gaining
votes in all recent local and regional elections. It was doubtful
whether the Reichstag with its strong left wing representation
corresponded with the feelings of the German people, and there
consequently existed a serious threat that the National Socialists
might come into power nationally. This was a possibility which
President von Hindenburg was reluctant to acknowledge. He had
fear that Hitler’s appointment would lead to domestic oppression of
other parties and parts of the population and to difficulties in
foreign policies. Everybody knew that the risk of war in the event
of Hitler’s accession to power was Involved in Hindenburg’s
reticence. Beyond doubt, the dominant theme in Hindenburg’s
thoughts throughout the period leading up to Hitler’s appointment
as Chancellor — and in particular after the period of Bruening’s
fall — was the problem of how to handle the National Socialists,
in particular whether they could be kept out of power - or, if not,
what the conditions were under which they could be admitted to
the government. Hindenburg hoped that a right wing coalition
government might be formed, in which the Nazi threat would be
absorbed. On the other hand Hindenburg feared the possibility that
the Nazis might rise to power by force.
3. The attitude of the Papen cabinet toward the National Socialists
was not uniform. Some of the ministers such as Guertner, the
Minister of Justice, Schwerin von Krosigk, the Minister of Finance,
Freiherr von Braun, the Minister of Food and Agriculture, and, at
the beginning, also Schleicher, who had become Reichswehrminister,
believed that the correct line would be to draw nearer to the
National Socialists with the aim chiefly of taking some National
Socialists as ministers into the Reich Government. On the other
hand, Papen himself and Freiherr von Gayl, the Minister of the
Interior, believed a strictly defensive position was necessary against
the Nazis and against their setting up of semimilitary formations.
Schleicher wavered somewhat between these two viewpoints. It is
important for understanding of the events of this period to keep
clearly in mind the fact that Papen and Schleicher did not see eye
to eye with each other on this question of handling the National
Socialists and that, originally, Papen was more opposed to giving
them power than Schleicher.
4. Hindenburg, at this time, was of the opinion that the National
Socialists’ strength was ephemeral only and would disappear1) as
the economic situation improved. Moreover, he was unwilling to
entrust the National Socialists with government and did not change
*) “quickly” stricken out
147
3309-PS
his mind even when, in contrast to Papen’s hopes and expectations,
the elections of July 1932 brought an increase in National Socialist
votes.
The first meeting concerning this question between Hindenburg
and Hitler occured on 13 August 1932, following a personal request
by Hitler transmitted to me by Hiler’s adjutant, Brueckner. This
meeting was held in Hindenburg’s study, and, aside from Hinden-
burg and Hitler, only Goering and myself were present. Hitler
outlined in a long speech his general ideas and his political aims,
emphasizing that he wanted to come to power by legal means,
discussing at length the domestic reforms he hoped to achieve, as
well as declaring a desire to regain Germany’s sovereignty in the
military field and over the whole extent of German territory. At
this conference he stressed explicitly that he wanted to achieve all
these aims only by pacific means, through negotiation and per-
suasion. He stressed repeatedly that in order to achieve these aims
and to work successfully he needed to have full power, that he
would be unable to carry these plans with coalitions and promises
by rival groups. He therefore rejected any division of power with
other parties. Hindenburg stated that because of the tense situation
he could not in good conscience risk transferring the power of
government to a new party, such as the National Socialists, which
did not command a majority and which was intolerant, noisy, and
undisciplined.
— Page 2 —
At this point, Hindenburg, with a certain show of excitement,
referred to several recent occurrences - clashes between the Nazis
and the police, acts of violence committed by Hitler’s followers
against those who were of a different opinion, excesses against Jews
and other illegal acts. All these incidents had strengthened him in
his conviction that there were numerous wild elements in the Party
beyond effective control. With regard to foreign policy, Hindenburg
stated that conflicts with other states had to be avoided under all
circumstances. After extended discussion, Hindenburg proposed to
Hitler that he should declare himself ready to cooperate with the
other parties, in particular with the right and center and that he
should give up the one-sided idea that he must have complete power.
In co-operating with other parties, Hindenburg declared, he would
be able to show what he could achieve and improve upon. If he
could show positive results, he would acquire increasing and even
dominating influence even in a coalition government. Hindenburg
stated that this also would be the best way to eliminate the wide-
spread fear that a National Socialist government would make ill use
148
3309-PS
of its power and would suppress all other viewpoints and gradually
eliminate them. Hindenburg stated that he was ready to accept
Hitler and the representatives of his movement in a coalition
government, the precise combination to be a matter of negotiation,
but that he could not take the responsibility of giving exclusive
power to Hitler alone. In his reply, Hitler stated that it was not
his intention to place party members in all ministerial jobs and
leading positions, but that he would take in experts and experienced
civil servants. He was adamant, however, in refusing to put himself
in the position of bargaining with the leaders of the other parties
and in such manner to form a coalition government. As was an-
nounced in the communique following this meeting, Hindenburg and
Hitler failed to reach any agreement concerning participation in the
government by the Nazis.
In the period which followed Hindenburg had further discussions
with Hitler and Goering.2) Although Hitler continued to insist on
his demands for undivided power and upon his appointment as
Chancellor, he made some concessions insofar as he emphasized
repeatedly that he did not intend to give all ministerial positions to
members of his party, but would appoint tested experts quite
without reference to Party membership, and he would leave the
appointment of the Reichswehrminister to the Reichs President as
Commander in Chief of the Army, and, if the President desired, he
would also leave the Foreign Minister von Neurath in his position,
as an indication that no fundamental change in foreign policy was
intended.
I myself also remained in contact with the National Socialists
through Koerner, an intimate friend of Goering’s, who later became
State Secretary in the Four Year Plan. In general, these negotiations
and contacts gave the impression that, altough outwardly the
National Socialists insisted on their demand for full power, they
were nevertheless interested in getting into the government without
breaking off all contacts with the Reichs President.
This is not unimportant for understanding the development
which led to the replacement of Papen by Schleicher. Hindenburg
and Schleicher agreed that Hitler’s demand for full power would
have to be resisted, but that his inclusion in a coalition government
of the Reich, which would be formed on as broad a basis as possible,
was desirable and should be aimed at.
The negotiations recounted above and contacts with Gregor
Strasser had led Schleicher to the belief that he would be able to
achieve this. Papen seemed unsuited to such a task. Dissolution of
2) “as well as with Goring alone” stricken out
149
3309-PS
the Reichstag and new elections had not demolished but only
increased the National Socialist poll of votes, and Papen was without
support in the Reichstag. He thereupon tended his resignation.
5. Papen’s reappointment as Chancellor by President Hindenburg
would have been probable if he had been prepared to take up an open
fight against the National Socialists, which would have involved the
threat or use of force. Almost up to the time of his resignation,
Papen and some of the other ministers agreed on the necessity for
pressing the fight against the Nazis by employing all the resources
of the State and relying on Artical 48 of the Constitution, even if
this might lead to armed conflict. Other ministers, however, believed
that such a course would lead to civil war.
— Page 3 —
The decision was provided by Schleicher, who in earlier times
had recomended energetic action against the National Socialists —
even if this meant the use of police and army. Now, in the decisive
cabinet meeting, he abandoned this idea and declared himself for
an understanding with Hitler.
The gist of Schleicher’s report - which was given partly by
himself - partly by Major Ott, who adduced detailed statistical
material - was that the weakened Reichswehr, which was dispersed
over the whole Reich, even if supported by civilian volunteer
formations, would not be equal to military operations on alarge
scale, and was not suited and trained for civil war. The police, in
particular the Prussian police, had been undermined by propaganda
and could not be considered as absolutely reliable. If the Nazis
began an armed revolt, one must anticipate a revolt of the Com-
munists and a general strike at the same time. The forces of these
two adversaries were very strong. If such a “war against two
fronts” should take place, the forces of the State would undoubtedly
be disrupted. The outcome of a civil war would be at the least most
uncertain.
In his, Schleicher’s view, it was impossible to take the risks
implied in such a policy. In case of failure, which he believed likely,
the consequences for Germany would be terrible. All present in the
cabinet meeting were deeply impressed by Schleicher’s statement,
and even those who had been in favour of energetic action against
the National Socialists now change their mind, so that Papen3) felt
himself isolated.4)
In the interview which Papen had with Hindenburg after this
meeting on November 17th , 1932, Papen did not conceal his deep
3) “was isolated and” stricken out
4) “to be abandoned” stricken out
150
3309-PS
disappointment over Schleicher’s altered position. Although Hinden-
burg asked him to make a new attempt to form a government,
Papen stood on his decision to resign and Hindenburg gave in.
6. The weakening of Schleicher’s position as Chancellor is best
understood by referring to the foregoing review of the situation
which led to his elevation to that position - namely, the fact that
Papen was dismissed because he wanted to fight the National-
Socialists and did not find in the Reichswehr the necessary support
for such a policy, and the fact that Schleicher came to power because
he believed he could form a government which would have the
support of the National-Socialists. When it became clear that Hitler
was not willing to enter Schleicher’s cabinet and that Schleicher on
his part was unable to split the National-Socialist Party, as he had
hoped to do with the help of Gregor-Strasser, the policy for which
Schleicher had been appointed Chancellor was shipwrecked.
Schleicher was aware that Hitler was particularly embittered
against him because of his attempt to break up the Party, and
would never agree to cooperate with him. So now he had changed
his mind and decided to fight against the Nazis — which meant that
he now wanted to pursue the policy which he had sharply opposed
a few weeks before, when Papen had suggested it. Schleicher came
to Hindenburg therefore with a demand for emergency powers as
a necessary prerequisite of action against the Nazis. He deemed also
to be necessary the dissolution, and even temporary eliminations,
of the Reichstag, which was to be done by decrees of the President
on the basis of Article 48 — the transformation of his government
into a military dictatorship, and a government to be carried on
generally on the basis of Article 48.
Schleicher first made these suggestions to Hindenburg in the
middle of J anuary ’33, but Hindenburg at once evinced grave doubts
as to its constitutiionlity . In the meantime Papen had returned to
Berlin, and through arrangement with Hindenburg’s son, had had
several interviews with the President. When Schleicher renewed
his demand for emergency powers, Hindenburg declared that he
was unable to give him such a blank check and must reserve for
himself decisions on every individual case. Schleicher, for his part,
said that under these circumstances, he was unable to stay in
government and tended his resignation on January 28th 1933.
— Page 4 —
7. In the middle of January, when Schleicher was first asking for
emergency powers, Hindenburg was not aware of the contact
between Papen and Hitler, - particularly the meeting which had
taken place in the house of the Cologne banker, Kort von Schroeder.
151
3309-PS
In the second part of January, Papen played an increasingly impor-
tant role in the house of the Reichs president, but in spite of Papen’s
persuasions, Hindenburg was extremely hesitant - until the end
of January - to make Hitler chancellor. He wanted to have Papen
as chancellor once more. Papen finally won him to Hitler with the
argument that the representatives of the other right wing parties
which would belong to the Government would restrict Hitler’s
freedom of action. In addition Papen expressed his misgiving that,
if the present opportunity should again be missed, a revolt of the
National Socialists and civil war were likely.
Many of Hindenburg’s personal friends, such as Oldenburg -
Januschau, worked in the same direction as Papen, also General
vcn Blomberg. The President’s son and adjutant, Oskar von Hin-
denburg, was opposed to the Nazis up to the last moment. The
turning point which changed his mind came at the end of January.
Then, at the suggestion of Papen, a meeting had been arranged
between Hitler and Oskar von Hindenburg in the house of Ribben-
trop. Oskar von Hindenburg asked me to accompany him, 5) we
took a taxi, in order to keep the appointment secret, and drove out
to Ribbentrop’s house. When we arrived we found a large company
assembled; among these present were Goering and Frick.
Oskar von Hindenburg was told that Hitler wanted to talk to
him “under four eyes”, and as Hindenburg had asked me to
accompany him, I was somewhat astonished that he accepted this
suggestion and disappeared in another room for a talk which lasted
quite a while — about6) an hour. What Hitler and Oskar von Hin-
denburg discussed during this talk I do not know.
In the taxi on the way back Oskar von Hindenburg was ex-
tremely silent, and the only remark which he made was that it could
not be helped — the Nazis had to be taken into the Government.
My impression was that Hitler had succeeded in getting him under
his spell. I may add the amusing fact that early next morning
Schleicher telephoned and asked me what had been discussed with
Hitler the evening before; this shows that all our precautions to
keep the matter secret had been of no avail.
For a very long time I had taken a distinctly negative attitude
toward the accession of Hitler to power and up to the end did
nothing to dispell the doubts which the Reich’s President felt about
the wisdom of making Hitler Chancellor. (I had an exchange of
letters with Hitler about this, which were published in the papers
of the press.) I want also to add that I was eliminated from these
6) “and after we had been together at the opera” stricken out
8) “certainly more than” stricken out
152
3309-PS
last negotiations by Papen, who negotiated with the Reich’s Pres-
ident “under four eyes” and who barely kept me informed about
his discussions with the Reich President and his negotiations with
Hitler and Goering. This was in distinct contrast to the way in
which on previous occasions governments had been formed, — as,
for example, at the time of Bruening’s dismissal, when Hindenburg,
Schleicher and I spent considerable time going over various names
suggested as possible candidates for the position as Chancellor
before the name of Papen was definitely decided upon. In view of
this difference, what I know now in regard to the last manuevers
to place Hitler in office comes from the Reich President himself.
8. I also had no part in Papen’s negotiations on the personnel which
should compose the new government. Only after this issue had been
settled did I receive the list and the order to write out the formal
documents of appointment and to prepare the swearing in of the
new Chancellor and of the new Reich’s ministers. On the other
hand, when I saw that despite his hesitations Hindenburg had
decided to accept Papen’s proposals, I gave up my opposition.
9. The facts stated above are true to the best of my knowledge,
information and belief. This declaration is made by me voluntarily
and without compulsion. After reading over this statement I have
signed and executed the same at OBERURSEL/Germany this 28 day
of November 1945.
(Signed) Otto Meissner
OTTO MEISSNER
Subscribed and sworn to before me at OBERURSEL/Germany this
28 day of November 1945.
(Signed) 1st Lt R.A. Gutman
DOCUMENT 3311 PS
CHARGE NUMBER 6 OF THE POLISH GOVERNMENT AGAINST HANS
FRANK: MASS MURDERS OF JEWS SYSTEMATICALLY CARRIED
OUT AT THE EXTERMINATION CAMP OF TREBLINKA, ESTAB-
LISHED 1942; DESCRIPTION OF ATROCITIES THERE PERPE-
TRATED; FRANK’S RESPONSIBILITY FOR THESE CRIMES (EXHIBIT
USA-293)
Certificate
This will certify that the document entitled “Charge No 6, Camp
of Treblinka,”, concerning the extermination of Jews in this camp,
153
3311-PS
is hereby officially submitted by the Polish Government to the
International Military Tribunal by the undersigned under the pro-
visions set forth in Article 21 of the Charter.
Dr. Cyprian
Dr. Tadeusz Cyprian
*) Polish Deputy Representative
on the United Nations War
Crimes Commission in London
Nurnberg, the 5th December, 1945
Treblinka
CHARGE No. 6 .1 2)
*)
In accordance with article 6 of the Charter the Polish Govern-
ment indicts
Dr. Hans FRANK
Governor General of Poland,
of the following crime:
The German authorities acting under the authority of Governor
General Dr. Hans Frank established in March 1942 the extermina-
tion-camp at Treblinka, intended for mass killing of Jews by suf-
focating them in steam-filled chambers.
Particulars of the alleged Crime
In 1940 the German authorities established in the village of
Treblinka, near Malkinia close to the railway-line Warsaw - Bialy-
stok, a concentration camp for Poles who refused to deliver
contingents of agricultural products ordered by the German
administrative authorities. In November 1941, the District Governor
of Warsaw, Dr. FISCHER, proclaimed this camp as a general con-
centration camp for the whole district of Warsaw and ordered all
Poles to be deported there who some way or other contravened
against the orders or prohibitions of the German authorities. Later
on this camp was named “Treblinka A”.
In March 1942, the Germans began to erect another camp
“Treblinka B” /in the neighbourhood of “Treblinka A”/, intended
to become a place of torment for Jews.
1) Official seal, stamped in purple ink
2) Carbon copy
154
3311-PS
The erection of this camp was closely connected with the Ger-
man plans aiming at a complete destruction of the Jewish popula-
tion in Poland which necessitated the creation of a machinery by
means of which the Polish Jews could be killed in large numbers.
Late in April 1942, the erection of the first three chambers was
finished in which these general massacres were to be performed by
means of steam. Somewhat later the erection of the real “death-
building” was finished which contains ten death chambers. It was
opened for wholesale murders early in autumn 1942.
It may be mentioned here that there were several phases in
the development of the persecution of the Jews in Poland. During
the first period /till October 1940/ the Germans were aiming only
at the moral degradation and complete pauperisation of the Jews
by all kinds of restrictions of their rights, by the confiscation of
their property etc., but later on they turned to their gradual an-
nihilation and destruction as a nation. This change of policy is
apparent in their treatment of the ghettos, first they had only to
isolate the Jews from the Aryans but later on they were /the
ghettos/ the very means of the physical annihilation of the Jews.
Healthier and stronger Jews were deported for forced labor
while those who remained in the Ghettos were decimated by star-
vation and epidemics. As these methods did not produce the desired
results more drastic measures were adopted. Wholesale massacres
were organized in the Ghettos and, finally, a complete annihilation
of the ghettos was decided upon.
— Page 2 —
The Jews had simply ceased to exist. Special camps were
established for this purpose where the destruction of human lives
was carried on by mechanized means. The best known of these
death camps are those of Treblinka, Belzec and Sobiber /in the
Lublin district/. In these camps the Jews were put to death in
their thousands by hitherto unknown, new methods, gas and steam
chambers as well as electric current employed on a large scale.
The victims were recruited chiefly from the General Government,
and particularly from the following districts: Warsaw, Radom,
Lublin, Krakow and Lwow, but Jews from outside the General
Government were also sent there, particularly from the Bialystok
district where the Ghettos were maintained for a long time and
where in the summer months of 1943 about 10,000 Jews were
rounded up and transported to Treblinka for extermination.
The main part of the “work” was done in summer and autumn
1942. Winter 1942 and the year 1943 were used for “mopping up
155
3311-PS
operations”, i. e. for the extermination of those who managed to
dodge the main round-up and, of those younger Jews who were
employed in war industry. To indulge in their lust for destruction
the Germans did not hesitate to put to death even those younger
Jews although their man- power was badly needed and their loss
- as admitted by the Germans themselves - was a serious handicap
for the war effort.
The Camp B of Treblinka is situated in hilly, wooded country.
It covered an area of about 5,000 ha /8 sq.miles/ and was fenced
off by hedges and barbed wire. It is bordered in the north by a
young forest, in the west by a railway embankment while low
hills shut it off from the East and South. There are several obser-
vation posts in the camp for the camp guard /Lagerschutz/ as well
as searchlights used for securing the camp during the hours of
darkness. A side track leads from the main railway track on to
a loading platform adjoining a large open place fenced off by
barbed wire, where several thousands persons can be accom-
modated at the same time. To the north stands a large barrack
and in the south-western corner an observation post. The place to
the south of the barbed wire fence was used for sorting out pieces
of clothes of the victims which were fit for further use /Lumpen-
sortierungsplatz/. Further to the south is the place of execution
and a mass grave. A gate opens from the place to a road leading
to the buildings and one of them is divided by a narrow corridor
into two parts and measures approx. 40 yards by 25 yards. On each
side of the corridor are situated five chambers whose height is
about 6 and a half feet. There are no windows. The doors can be
shut hermetically.
The second building consists of three chambers and a boiler-
room. The steam generated in the boilers is led by means of pipes
to the chambers. There are terracota floors in the chambers which
become very slippery when wet. Along the southern wall of the
building runs a long platform Where the bodies of the victims were
piled up after execution. A well is situated near the boiler-room.
Behind this building and separated from the rest of the camp
by barbed wire stands a barrack and a kitchen destined for the
grave diggers. On both sides of these buildings are situated
observation posts. As the executions grew in numbers, mass graves
were dug out by motor driven machines and not by hand and
shovel as in the beginning.
The camp was guarded by Germans of the SS-detachments and
by Ukrainians. The officer to whom this guard was subordinated
was the SS-Capt. SAUER. This garrison /Lagerschutz/ performed also
duties of executioners, while menial services had to be performed
156
3311-PS
by the inmates of the camps themselves, so e.g. the unload-
ing of the trucks, stripping of the victims and sorting out of their
clothes and shoes /Lumpensortierung/, the emptying of the death
chambers and the burying of the bodies. When a new transport
arrived some of the Jews were picked out to do this work so long
till they broke down morally under the impression of this organized
and mechanized mass murder. Then they had to dig their own
graves and take up their position at them, whereupon they were
shot one by one by SAUER personally. Their last duty before dying
was to push the body of
— Page 3 —
the preceding victim into its own grave. A new party was then
chosen to continue their work in the camp. The sadism of SAUER
in enjoying the shooting personally sounds incredible, but his guilt
has been established beyond any doubt.
The average number of Jews dealt with at the camp in summer
1942 was about two railway transports daily, but there were days
of much higher efficiency. From autumn 1942 this number was
falling.
After unloading in the siding all victims were assembled in
one piace where men were separated from women and children.
In the first days of the existence of the camp the victims were
made to believe that after a short stay in the camp, necessary for
bathing and disinfection, they would be sent farther east, for work.
Explanations of this sort were given by SS Men who assisted at
the unloading of the transports and further explanations could be
read in notices stuck up on the walls of the barracks. But later,
when more transports had to be dealt with, the Germans dropped
all pretences and only tried to accelerate the procedure.
All victims had to strip off their clothes and shoes, which were
collected afterwards, whereupon all victims, women and children
first, were driven into the death chambers. Those too slow or too
weak to move quickly were driven on by rifle butts, by whipping
and kicking, often by SAUER himself. Many slipped and fell, the
next victims pressed forward and stumbled over them. Small
children were simply thrown inside. After being filled up to capa-
city the chambers were hermetically closed and steam was let in.
In a few minutes all was over. The Jewish menial workers had
to remove the bodies from the platform and to bury them in mass
graves. By and by, as new transports arrived, the cemetery grew
extending in eastern direction.
From reports received may be assumed that several hundred
thousands of Jews have been exterminated in Treblinka. Exact
157
3311-PS
figures are impossible to obtain as the Germans did not bother to
keep any records concerning the number of Jews deported to this
camp and killed there. It will be even impossible to establish some
correct figures because as early as spring 1943 the Germans began
to exhume the bodies and to burn them so as to destroy all evidence
of the crimes perpetrated. These exhumations continued until
summer 1943, when the victims were able to start a mutiny and
to kill some of the guards enabling thus several hundred Jews to
escape from the camp.
The above description of the mass murders in Treblinka gives
only a faint idea of the horrors which prevailed in the camp. It is
practically impossible to imagine the sufferings of the victims in
the camp and to grasp the full extent of the atrocities. For the
victims transported to the camp in cattle trucks and exposed for
several days to the most cruel sufferings of body and soul, death in
the steam chambers must have almost come as a welcome relief.
Their only crime consisted in the fact of belonging to a race con-
demned by Hitler to death.
The responsibility of Dr. Hans FRANK for the setting up of
the camp at Treblinka and for the mass killings described above
is inherent to his official position as Governor General of Poland.
The camp could not be set up without either his direct order
or, at least, his approval, and the numbers of people killed there
clearly indicate, that these atrocities were elements of a systematic
policy of extermination. All those connected with the “liquidation**
of ghettos and of the Jews themselves took their orders from the
Governor General.
Dr. Cyprian
DOCUMENT 3319-PS
MATERIAL OF VARIOUS KINDS 1938 TO 1944: ACTIVE PARTICI-
PATION BY RIBBENTROP AND THE GERMAN FOREIGN OFFICE
IN THE PERSECUTION OF THE JEWS, PARTICULARLY IN FOREIGN
COUNTRIES (EXHIBIT GB-287)
BESCHREIBUNG:
einundzwanzigteilig I alle S’e Phot I Viertes und elftes S nicht wiedergegeben
Erstes S : Entire exhibit photo, copy
158
3319-PS
JR
TELEGRAM RECEIVED
London
This telegram must be
closely paraphrased before FROM
being communicated
to anyone. (A)
Dated December 8, 1938
Rec’d 6:43 p.m.
Secretary of State,
Washington.
UNDER SECRETARY OF STATE
DEC 9 - 1938 * 2) *)
file
MR WELLES
1414, December 8, 7 p.m.
PERSONAL FOR THE ACTING SECRETARY FROM RUBLEE.
My 1403, December 7, 3 p.m.
The representative of the German Embassy assured us that we
would receive further explanation of the cancellation or postpone-
ment of the Brussels meeting in the course of yesterday. He said
that this telegram was being deciphered and that undoubtedly he
would have further details. However, late last evening he called
merely to state that it was now understood that the meeting had
to be put off in view of the sudden illness of the principal negotiator
on the German side. He regretted that he could tell us no more.
During the day we had a telephone call from Berenger’s office
in Paris. We were told that the matter of refugees had been raised
by Bonnet in his conversation with von Ribbentrop. The result
was very bad. Ribbentrop, when pressed, had said to Bonnet
-2- #1414, December 8, 7 p.m., from London.
that the Jews in Germany without exception were pickpockets,
murderers and thieves. The property they possessed had been
acquired illegally. The German Government had therefore decided
to assimilate them with the criminal elements of the population.
The property which they had acquired illegally would be taken
from them. They would be forced to live in districts frequented
by the criminal classes. They would be under police observation
like other criminals. They would be forced to report to the police
as other criminals were obliged to do. The German Government
could not help it if some of these criminals escaped to other
4) stamped on right margin: 840.48 REFUGEES/1072; FILED DEC 10 1938; FP
2) Rubber stamp
8) “862.4016” handwritten, left margin
that
159
3319-PS
countries which seemed so anxious to have them. It was not how-
ever willing for them to take the property which had resulted
from their illegal operations with them. There was in fact nothing
that it could or would do.
From our German contact we have information that the French
raised the question of refugees not only in principle but concretely
in respect to the financial aspects of the question. Berenger, while
attending the officers meeting, gave a hint that his Government
was preparing to take this line. We attempted to dissuade him
from crossing wires with our negotiation and he assured us that he
would do his best to keep the
discussion
-3- #1414, December 8, 7 p.m., from London.
discussion of refugees on a general plane but he added Chamberlain
had requested Daiadier to take the matter up with Ribbentrop and
so it would have to be taken up. Winterton denies this.
The British assured us this morning that they did not communi-
cate to the French the details of the financial plan which they now
tell us they have prepared but which they are holding back for
the present. They say that they are as mystified as we are about the
French move and do not know what specific financial proposals
Bonnet may have raised with Ribbentrop. With regard to the visit
of Schacht to London we have no conclusive information. The
British will say no more than that the visit is imminent. The
Germans say they are not at liberty to discuss the matter.
KENNEDY
HPD
Z weites S:
JOACHIM VON RIBBENTROP
Ribbentrop’s guilt as a participant in the criminal conspiracy
against the Jews derives from several facts.
He was an intimate advisor of Hitler, a close friend of Himmler,
and belonged to the innermost circle of the Nazi hierarchy. He thus
automatically is co-responsible for the entire anti- Jewish policy of
the Nazi Party and the preconceived plan for Jewish annihilation.
His attitude toward the treatment of the Jews is revealed by
an , interview with Bonnet in which he stated that
160
3319-PS
“the Jews in Germany without exception were pickpockets,
murderers and thieves. The property they possessed had
been acquired illegally. The German Government had there-
fore decided to assimilate them with the criminal elements
of the population. The property which they had acquired
illegally would be taken from them. They would be forced
to live in districts frequented by the criminal classes.
They would be under police observation like other criminals.
They would be forced to report to the police as other
criminals were obliged to do. The German Government could
not help it if some of these criminals escaped to other
countries which seemed anxious to have them. It was not
however willing for them to take the property which had
resulted from their illegal operations with them. There
was in fact nothing it could or would do. 1
In this conversation Ribbentrop clearly revealed advance knowl-
edge of anti- Jewish measures that were taken much later, i.e., the
establishment of Jewish ghettos and reservations and the placing
of Jews under police jurisdiction.
Ribbentrop’s mpre direct and immediate guilt, however, derives
from his activities as Minister for Foreign Affairs. In this capacity
he is responsible for the continuous and determined attempts of
German
1. State Department cable appended as Exhibit P 1.
— Page 2 —
agents ( official and unofficial ) to create and spread anti-Semitism
throughout the world, organize anti- Jewish actions, aryanize
German firms abroad, force anti-Jewish policy upon neutral and
satellite governments, as well as other more secret and criminal
activities usually associated with the SS, SD, and Gestapo.
To further these various criminal’ activities, Ribbentrop created
( within the framework of the Foreign Ministry ) a special section,
Inf. S telle XIV (Antijudische Auslandsaktion).2 This organi-
zation was specifically created by Ribbentrop to coordinate all anti-
Jewish activities of the Foreign Office with those of the various
other government agencies ( SS, Gestapo, Staff Rosenberg, anti-
Jewish Research Institutes, AO, etc. ) in order to execute German
anti-Jewish policy abroad. This section was headed by I. K. Schleier
who was given the rank of Minister and contained representatives
of seven important divisions of the Foreign Office, the RSHA, Staff
Rosenberg, and the Leader of the Institute for the Study of the
Jewish Question, Frankfurt.
161
3319-PS
The organization functioned through Judenberater who
had offices in the Embassies and Legations attached to neutral and
satellite countries and usually were members of the SS or Gestapo.
Although these Judenberater or Judenreferenten co-
operated with other German official agencies in carrying out anti-
Jewish measures, they were directly under the Foreign Office and
Ribbentrop must be held responsible for their activities.
2. A complete report on the aims and purposes of this
organization is appended as Exhibit P 2.
— Page 3 —
Evidence of the activities of these Judenberater is, at
present, limited to those of SS Hauptsturmfuhrer Richter, Juden-
berater of the German Legation in Bucharest, which may be
assumed to be typical of his colleagues in Bulgaria, Denmark,
France, Italy, Croatia, Portugal, Sweden, Switzerland, Slovakia,
Spain, and Turkey. From a study of the files of the Budapest office
it becomes evident that these officials of the Foreign Office took a
leading role in the deportation and extermination of Jews in the
countries to which they were attached,3 the “aryanization” of
German firms abroad,4 and dissemination of anti-Jewish prop-
aganda.5
More directly, Ribbentrop is responsible for the confiscation of
Jewish property outside Germany. This is apparent from a letter
from Goering to Rosenberg dated 21 November 19406 which refers
to a circular of the Foreign Minister proclaiming his responsibility
for acquisition of art treasures in occupied territory.
3. .Cf. Exhibits P3, P4, P5, P10.
4. .Cf. Exhibits P6, P7, P8, P9.
5. .Cf. Exhibit P2.
6. .Text in Exhibit B2
Drittes S: Bk dr I unter Datum in rediteckigem Stp: Deutsche Gesandt-
6chaft Bukarest 17. Marz 1944 I 1 unter U: A 3.4. ZdA (hs)
Auswartiges Amt
Inf. XIV
Antijiidische Auslandsaktion
—Nr. 73/44 —
Berlin W 8, den 4. Marz 1944
Wilhelmstr. 74 — 76
162
3319-PS
Betreff: Arbeitstagung der Judenref erenten
und Arisierungsberater.
Anfang April findet auf Weisung des Herrn RAM. in Krumm-
hiibel i.Rsgbg. eine Arbeitstagung der Judenref erenten und
Arisierungsberater statt. An diejenigen Missionen, welchen kein
Arisierungsberater des Reichssicherheitshauptamtes zugeteilt ist,
sind folgende Drahterlasse ergangen:
Am 17.2.44:
„Auf besondere Weisung soli antijiidische Auslandsinformation
mit alien Mitteln verstarkt werden. Zur Klarung aller mit
Materialbeschaffung und Nachrichtenverwertung zusammen-
hangenden Fragen ist Durchfuhrung Arbeitsbesprechung
angeordnet worden. Diese stattfindet gemeinsam mit Reichs-
sicherheitshauptamt voraussichtlieh 3. und 4. April. T&gungsort
folgt.
Erbitte Drahtbericht, welcher dortige Sachbearbeiter, der mit
Judenfrage in dortigem Land vertraut ist, zur Tagung entsandt
werden wird.
Schleier.“
Und am 26.2.44:
„Unter Bezugnahme auf DrahterlaB vom 17.2.,
Multex Nr. 196.
Sachbearbeiter fur Judenfragen muB sich vorbereiten auf
Tagung in Kurzreferat von hochstens 10 bis 12 Minuten zu
berichten liber Wirkung bisheriger antijudischer Auslandsinfor-
mation und Moglichkeiten fur deren Intensivierung, Moglich-
keiten der Materialbeschaffung und Materialverteilung, sowie
Anregungen und Vorschlage fiir die weitere Arbeit zu unter-
breiten.
Es ist beabsichtigt, wahrend der Arbeitstagung vom 3. bis
4. April eine moglichst vollstandige Schau des antijudischen
Propagandamaterials aus alien europaischen Landern zu zeigen.
Es wird deshalb um eine vollstandige Einsendung alien im
dortigen Land vorhandenen Propagandamaterials landeseigenen,
deutschen oder anderen Ursprungs bis zum 25.3. an Inf. XIV
gebeten. Darunter fallen Bucher, Zeitschriften, Broschiiren,
Plakate, Flugblatter, Klebezettel., Postkarten u.a.
die Deutsche Gesandtschaft
in Bukarest
163
3319-PS
— Seite 2 —
Der bei der dortigen Mission tatige Arisierungsberater wird
unmittelbar vom Reichssicherheitshauptamt zur Teilnahme an
der Tagung aufgefordert werden.
Es wird gebeten, dem Arisierungsberater Kenntnis von dem
Inhalt der beiden vorstehenden Drahterlasse zu geben, ihm alles
dort befindliche Material zur Judenfrage zur Verfiigung zu
stellen und ihm alle Wiinsche, Vorschlage und Anregungen fur
die Intensivierung des antijiidischen Auslandsinformations-
dienstes bekanntzugeben, damit er in der Lage ist, auf der
Tagung in einem Kurzreferat zu berichten.
Das fiir die bei der Tagung geplante Schau benotigte anti-
jiidische Propagandamaterial bitte ich so rechtzeitig abzusenden,
daB es spatestens am 25. Marz d.J. bei der Informations-Stelle
XIV vorliegt.
Im Auftrag
v . Thadden.
Fiinftes S:
Vertraulich!
Arbeitstagung der J u d e n r e f e r e n t en
der Deutschen Missionen in Europa.
♦ Krummhiibel, 3. und 4. April 194 4.
BegriiBung durch Gesandten Prof. Dr. Six, der Vorsitz an
Gesandten Schleier iibergibt. In seiner Eronnungsansprache
beschaftigt er sich mit den Aufgaben und Zielen der anti-
jiidischen Auslandsaktion. Gesandter Schleier verweist auf das
Bekenntnis des Fiihrers zum volkisch-rassischen Prinzip. Dies
bedeute Ablehnung aller fremdlandischen Einflusse und den Kampf
des Nationalsozialismus gegen das zersetzend und zerstorend
wirkende Judentum. Dieser Kampf habe uns den HaB des Juden-
tums eingebracht. Ges. Schleier erinnert an die ersten Opfer des
vom internationalen Judentum gegen das deutsche Volk entfesselten
Kampfes, Wilhelm Gustloff und Ernst v. Rath. Dieser Kampf stelle
einen wesentlichen Teil des groBen Ringens des deutschen Volkes
dar. Der Fuhrer habe daher auch die Weisung gegeben, in ver-
starktem MaBe den Kampf gegen das Judentum und fiir die Auf-
klarung liber dessen Rolle im gegenwartigen Krieg aufzunehmen.
In England und Amerika seien Ansatze zu antijiidischen Tendenzen
vorhanden.
164
3319-PS
Es stelle sich die Frage, welche Moglichkeiten sich den europaisch-
deutschen Missionen fur eine antijiidische Tatigkeit boten. Die zu
leistende Arbeit miisse von innen nach auBen und von auBen nach
innen verlaufen, erforderlich seien Meldungen iiber das Verhalten
des Judentums in dem betreffenden Lande und fiber antijiidische
Regungen daselbst. Antijiidische Propaganda in neutralen Landem
sei besonders schwierig, aber von groBter Wichtigkeit, da von dort
Ausstrahlungsmoglichkeiten nach England und Amerika bestanden.
Die neutralen Lander seien aber auch als Beobachtungsposten
wichtig. Presseausschnitte, Rundfunkberichte, Aufzeichnungen iiber
Vorgange im feindlichen Ausland und im jiidischen Lager, die von
Angehorigen der Gastlander berichtet werden, sowie Ansatze anti-
jiidischer Tendenz miissen sorgfaltig gesammelt und registriert
werden. Diese Meldungen miissen alle Lebensgebiete umfassen, die
von Juden beeinfluBt werden.
Dieses Material wiirde von Inf. XIV gesammelt und bearbeitet
und sodann an die Missionen zur Auswertung in Presse und Rund-
funk, durch Flugblatter, Broschiiren und durch die Kanale der
Fliisterpropaganda geleitet werden. Die Herausgabe erfolge iiber die
Presse-, Rundfunk- und Kulturpolitische Abteilung.
Ges. Schleier entwickelt sodann einige konkrete Projekte. So sei
daran
gedacht,
— Seite 2 —
gedacht, eine Wanderausstellung auf Schienen oder motor isiert, zu *ij
veranstalten. Weiter plane er die Herausgabe * eines anti-
jiidischen AbreiBkalenders, besonders fiir die Staaten
Siidosteuropas, und die Einrichtung eines groBen Archivs iiber
alle Probleme der Judenfrage in personeller und sachlicher Hin- ^
sicht, dem eine Bildersammlung anzuschlieBen sei.
Gesandter Six spricht sodann iiber die politische Struktur
des Welt judentums, die er weltanschaulich und historisch als Folge
der soziologischen Entwicklung seit der franzosischen Revolution
erlautert. Die Zeilen, die im Jahre 1933 vorlagen, ergaben etwa
17 Mill. Konfessions juden. Der eigentliche Kraftquell des Juden-
tums in Europa und Amerika sei das Ost juden turn. Es stelle den
Ausgangspunkt der Wanderbewegungen aus dem europaischen in
den amerikanischen Raum dar. Das Ostjudentum schiebe sich
langsam vom Osten nach dem Westen und zeige dabei nicht nur
ein religioses, sondem auch ein soziales Gefalle. Das Juden turn
in Europa habe seine biologische und gleichzeitig seine politische
Rolle ausgespielt. In den Landern der Feindmachte nehme das
Judentum eine fiihrende Stelle in dem Kampf gegen den National-
sozialismus und gegen das Deutsche Volk ein. In Sowjet-RuBland
1) von * bis * doppelter Randstrich
165
3319-PS
sei die jiidische Frage nicht mit besonderem Akzent hervorgehoben
worden; wir wissen aber aus der Praxis der Kriegfiihrung, daB der
Jude in der Hierarchie des Bolschewismus nach wie vor eine ent-
scheidende Rolle spiele. Die jiidische Infiltration habe sieh in der
Sowjet-Union gehalten.
Das zweite in diesem Zusammenhang wichtige Land sei England.
Das Judentum spiele dort eine traditionelle Rolle. Es sei gelungen,
auf Grund der plutokratischen Struktur Englands Juden in die
fiihrende Schicht zu entsenden, was sich* in der Politik der Ober-
schicht wahrend des 19. Jahrhunderts stark ausgewirkt habe. Diese
Versippung sei wichtig fur die Beurteilung der gegenwartigen Lage.
Das Zusammenspiel des englischen mit dem amerikanischen
Judentum habe eine entscheidende Rolle beim Ausbruch des
Krieges gespielt. In den Vereinigten Staaten befanden sich ca.
7 Mill. Juden. Ihre Position sei wirtschaftlich begrundet. Die
demokratische Weltanschauung habe sich als fruchtbarer Boden fur
den fortschreitenden EinfluB des Judentums erwiesen. Die starke
jiidische Durchsetzung der Fuhrungsschicht bei den 3 Deutschland
bekampfenden Machten sei ein Faktor von groBter Bedeutung.
Ges. Six wendet sich sodann dem Zionismus zu. Zionismus
bedeute Riickfuhrung aller Juden in das Heimat- und Ursprungland
Palastina. Man wolle sie dort politisch und biologisch zusammen-
fiigen. Die ganze Frage der Riickfuhrung sei jedoch politisch iiber-
lagert durch die arabische Fra-
ge.
— Seite 3 —
Frage. Durch die Balfour-Dekla ration von 1917 wurde den Juden
nach dem Kriege eine Heimstatte zugesichert. Das jiidische Element
habe sich in Palastina sehr breit gemacht auf Kosten des Araber-
tums.
Die phvsische Beseitigung des Ostjudentums entziehe dem
Judentum die biologischen Reserven. Seine heutige Struktur sei
durch seine Vereinigung mit den drei GroBmachten gekennzeichnet.
Diese Verbindung zeige sich in der Sowjet-Union durch die welt-
anschauliche Kombination des Judentums mit dem Bolschewismus,
in England durch das Eindringen in die Fuhrungsschicht und in
den Vereinigten Staaten durch die Beherrschung entscheidender
Schliisselstellung in der GroBfinanz. Nicht nur in Deutschland,
sondern auch international miisse die Judenfrage zu einer Losung
gebracht werden.
L e g.R at v. Thadden spricht uber die judenpolitische Lage in
Europa und uber den Stand der antijudischen Exekutiv-MaBnahmen
Der Redner gab einen Uberblick, aus welchem Grunde die zionistische
166
3319-PS
Palastina-Losung oder ahnliche Ersatzlosungen abgelehnt und die
Aussiedlung der Juden in die Ostgebiete durchgefiihrt werden
miisse. Er umriB sodann den derzeitigen Stand der antijudischen
MaBnahmen in samtliehen europaischen Landern.
Der Redner fiihrte dann aus, welche GegenmaBnahmen das
Weltjudentum gegen die deutschen antijudischen MaBnahmen in
Europa durchfiihrt.
Die Ausfiihrungen wurden mit folgenden Bitten an die Ver-
treter der Missionen geschlossen:
1. Unterdriickung jeder, auch antijiidisch getarnten Propaganda,
die geeignet ist, die deutschen Exekutiv-MaBnahmen zu hemmen
oder zu behinden.
2. Vorbereitung des Verstandnisses in alien Volkern fiir Exekutiv-
MaBnahmen gegen das Judentum.
3. Laufende Beriehterstattung iiber die Moglichkeit, auf diploma-
tischen Wegen verscharfte MaBnahmen gegen das Judentum in
den e inzelnen Landern zur Durchfiihrung zu bringen.
4. Laufende Beriehterstattung iiber Anzeichen fiir Gegenaktionen
des Welt juden turns, damit rechtzeitig Gegenminen gelegt werden
konnen.
(Da die von dem Referenten vorgetragenen Einzelheiten iiber
den Stand der Exekutiv-MaBnahmen in den einzelnen Landern
geheim zu halten sind, ist von der Aufnahme ins Protokoll
abgesehen worden.) “
SS-Hauptsturrpfiihrer Dr. Ballensiefen berichtet
iiber Erfahrungen bei der Durchfiihrung der antijudischen MaB-
nahmen in Ungarn im Zusammenhang mit den dortigen politischen
Ereignissen.
Prof.
— Seite 4 —
Prof. Dr. Mahr behandelt in seinem Referat die antijiidische
Auslandsaktion im Rundfunk. Er fordert die Durchsetzung der
deutschen Rundfunksendungen nach dem Ausland mit antijiidisch em
Aufklarungsmaterial und die Beeinflussung des Rundfunks der uns
nahestehenden oder verbiindeten Lander in ahnlichem Sinne unter
Wahrung der Souveranitat der betr. Lander. Im binnen deutschen
Funk sei fiir gutes Material zu sorgen.
Frl. Dr. Hauhsmann spricht iiber antijiidische Auslands-
aktion in der Presse und das Pressebild im Dienste der antijiidischen
Auslandsaktion. Der Bildbedarf in der in- und auslandischen Presse
sei groB. Bei der Beschaffung antijiidischer Bilder sei die Mitarbeit
167
3319-PS
der Missionen erforderlich. Wichtig sei auch die Besprechung anti-
judischer Bucher und jiidischer und antijiidischer Filme in der
Presse. Frl. Dr. Hauhsmann zeigt dann die praktischen Moglich-
keiten bei der Unterbringung von antijiidischen Meldungen in der
auslandischen Presse auf, wobei das Schwergewicht bei den Presse-
referenten der Missionen liegen muB.
Dr. W a 1 z behandelt die antijiidische Aktivinformation. Es konne
keinen wirklichen Frieden unter den Volkern geben, wenn das
Judenproblem nicht auf irgendeine Weise gelost wiirde. Die Inf or-
mationstatigkeit mlisse auf die jeweilige Mentalitat der Volker, auf
die in antijiidischem Sinne eingewirkt werden soli, Riicksicht
nehmen. Bei Flugblattern mliBten auslandische Muster als Vorbild
dienen. Es fehle bisher an einem antijiidischen Film, der nicht
bekannte jiidische Einzelpersonlichkeiten behandle, sondern den
kleinen jiidischen Kaufmann, den jiidischen Intellektuellen in ihrem
taglichen Wirken zeige.
LS. Dr. Kutscher spricht iiber die Propagandathesen im
Rahmen der antijiidischen Auslandsaktion. Jede Propaganda miisse
von gewissen Leitsatzen beherrscht sein. Als derartige Leitsatze und
Richtlinien fiir die Informationsarbeit seien die Thesen zu betrach-
ten. Sie miiBten den jeweiligen ortlichen Verhaltnissen angepaBt
werden. Sie seien fur den internen Gebrauch bestimmt. LS.
Dr. Kutscher formuliert sodann einige Leitsatze: Die Juden sind
die Urheber des Krieges. Sie haben die Volker in den Krieg hinein-
getrieben, weil sie an ihm interessiert sind. — Die Juden sind das
Ungliick aller Volker. — Ein jiidischer Sieg wiirde das Ende jeder
Kultur sein (Beispiel Sowjet-Union). — Kampft Deutschland gegen
den Juden, so tut es das nicht nur fiir sich, sondern fiir die ganze
europaische Kultur. — Der Jude hat sich mit diesem Krieg sein
eigenes Grab gegraben. — Aufgabe dieser Satze sei, den Menschen
bestimmte Tatsachen
vor Augen zu fiihren, so daB sie schlieBlich von deren Richtigkeit
iiberzeugt seien.2)
Dienstleiter Hagemeyer spricht iiber den intemationalen
antijiidischen KongreB und seine Aufgaben. Er verfolge das Ziel,
die europaischen Krafte, die sich mit der Judenfrage befaBt haben,
zu sammeln. Der KongreB miisse politisch aufgezogen werden.
Entscheidend sei die Zusammensetzung der Gaste. Dabei miisse auf
den Besuch von europaischen Wissenschaftlern Wert gelegt werden.
Der Redner bat die Vertreter der Missionen um ihre Unterstiitzung
bei der Auswahl der fiir den KongreB einzuladenden Gaste.
2) vor „scien“ urspriinglich „sind“, ms gestrichen
168
3319-PS
Es folgen nun die Berichte der Vertreter der einzelnen Missionen
ii die judenpolitische Lage in ihren Landern und die Moglichkeiten
a) der Beschaffung antijudischen Materials, b) der Durchfuhrung
antijiidischer Information durch Rundfunk, Presse, allgemeine In-
formationsmittel (Broschiiren, Plakate, Flugblatter, Klebezettel,
Postkarten, Fliisterpropagand und die Trager dieser Arbeit.
Dr. Klassen (Frankreich) gibt zunachst einen langeren
historischen Uberblick liber die Entwicklung des Judenproblems
und des Antisemitismus in Frankreich und verweist auf den Unter-
schied der Judenbehandlung in der Nord- und Siidzone. In der
Nordzone sei man zur Arisierung jiidischer Unternehmungen ge-
schritten, das jiidische Schrifttum sei eingezogen worden. Jiidischen
Schriftstellern und Schauspielem sei nach der franzosischen Juden-
gesetzgebung die Arbeit zwar nicht verboten, doch durften sie
weder eine Zeitung oder ein Theater besitzen noch leiten. Aus den
Staatsstellen sei der Juden v erschwunden. Im Jahre 1940 wurde in
Frankreich ein Judeninstitut gegriindet. Eine antijiidische Aus-
stellung habe groBen Erfolg gehabt. Abgesehen von einigen anti-
semitischen Geistlichen habe sich die katholische Kirche weitgehend
im Sinne der demokratischen Ideologic fur das Judentum eingesetzt.
Einige antisemitische Filme haben abschreckend gewirkt. Der Film
miiBte daher starker eingesetzt werden. Die Informationstatigkeit
miisse von der franzosischen Tradition ausgehen und als franzosische
Sache hingestellt werden. Bei den Anhangern Deats und des
franzosischen Faschismus fanden sich brauchbare Ansatzpunkte. Die
Lage in Franzosisch-Nordafrika eigne sich gut zur Auswertung.
Dr. Beinert (Spanien) berichtet, daB die Judenfrage unter
rassischen Gesichtspunkten in Spanien nicht als aktuell angesehen
werden. Nach der Vertreibung der Juden im 15. Jahrhundert werde
die Judenfrage als abgeschlossenes historisches Problem betrachtet.
Der antijudischen Information seien daher sehr enge Grenzen
gezogen, sie diirfe nicht als
deutsche
— Seite 6 —
deutsche Propaganda erscheinen und auch nicht als GroBaktion
aufgezogen werden.3) Hingegen konne die Hervorhebung eindrucks-
voller Einzelfalle, vor allem unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten,
wirksam s e in.
Auch Dr. Matthias (Portugal) unterstreicht die Schwierig-
keiten einer antijudischen Informationstatigkeit in Portugal. Ein
Judenproblem in unserem Sinne bestehe in Portugal nicht. Einmal
s) statt „aufgezogen werden44 urspriinglich „auftreten44
169
3319-PS
hat die bereits vor 1933 begonnene Abwanderung von Juden aus
Mitteleuropa, die nach 1933 und wahrend des Frankreichfeldzuges
besonders stark wurde, das Bild in Portugal nicht wesentlich ver-
andert, weil Portugal fur die jiidische Emigration im wesentlichen
nur Durchgangsland war. Zum Zweiten habe das urspriingliche
Judenproblem, das heiBt die Schwierigkeiten, die sich durch die
Einwanderung von Juden in Portugal in fruhester Zeit ergaben, im
Laufe der Jahrhunderte eine Losung gef unden, die keine Bereini-
gung des Judenproblems in unserem Sinne darstelle, sondern die
Spuren des Judentums als rassischen Bestandteil des Volkes ver-
wischte.
Die Beschaffung von antijiidischem Material aus USA. sei moglich,
doch mit hohen Kosten verbunden.
Vizekonsul Dr. Janke (Schweiz) weist darauf hin, daB
die groBe Mehrheit aller Schweizer aus gesundem Instinkt anti-
semitisch eingestellt sei, es fehle jedoch die Erkenntnis der
Aktualitat der Judenfrage. Der jiidische EinfluB sei weit geringer
als in den anderen demokratisch-plutokratisch regierten Staaten.
Eine antijiidische Informationstatigkeit miiBte mit groBter Vorsicht
gehandhabt werden und diirfe den deutschen Ursprung nicht ver-
raten, um die strengen gesetzlichen Bestimmungen nicht herauszu-
fordern und das MiBtrauen gegen Deutschland nicht wach zu rufen.
Dabei miisse auch die scharfe Zensur beriicksichtigt werden. Es
miisse daher getarnt gearbeitet werden. In Frage kamen anti-
jiidische Aufklarungsbroschiiren, deren Aufmachung standig zu
andern ware, ferner Auswertung von Judenskandalen, Zusammen-
stellung aller jiidischen Personlichkeiten, die eine fiihrende Rolle
in den Feindlandem spielen, und Verbreitung jiidischer Witze. Die
Einladung von schweizerischen Personlichkeiten zum Antijiidischen
KongreB werde auf Schwierigkeiten stoBen.
Konsul Dr. Meissner empfiehlt, bei der antijiidischen In-
formationsarbeit in Italien die starke jiidische Beteiligung an
verbotenen Handlungen (Schwarzhandel, Sabotage usw.) herauszu-
stellen, im iibrigen miisse sie sich aber an die italienische Intelligenz
wenden und eine
seriose
— Seite 7 —
seriose Basis haben. Die Herausgabe einer illustrierten Broschiire
mit einer sachlichen Darstellung des Judentums als Ferment der
Zersetzung konne wiirkungsvoll sein. Fiir eine Einladung zum
KongreB kamen Preziosi und Farinacci in Frage.
170
3319-PS
)*HerrDelbriick(Schweden) verweist auf die Schwierigkeiten
einer antijudischen Informationtatigkeit in Schweden. Bis zur
Judenaktion in Danemark und der dadurch verursachten starken
judischen Einwanderung in Schweden habe es in diesem Lande
* keine Judenfrage gegeben. Die judische Einwanderung habe jedoch
zu einer ablehnenden Reaktion gefiihrt. Sie konne daher als
Ansatzpunkt einer antijudischen Informationstatigkeit genommen
werden. Dabei miisse allerdings beriicksichtigt werden, daB alles,
was nach deutscher Propaganda aussehe, abgelehnt werde. In der
Presse stunden nur die wenigen deutschfreundlichen Zeitungen zur
Verfugung. Antisemitische Propagandaschriften miiBten ausschlieB-
lich in Schweden selbst gedruckt werden. Plakate seien nicht ein-
satzfahig, da dafiir keine Organisationen zur Verfugung stunden.
Audi Postkarten mit antijudischen Witzen konnten eingesetzt
werden. Im schwedischen Rundfunk sei keinerlei antisemitische
Propaganda moglich. Die Beteiligung fanatischer Idealisten am
KongreB sei durchaus moglich.
Herr Christensen (Danemark) teilt mit, daB die Samm-
lung von Material ohne weiteres moglich sei. Bildmaterial konne
auch aus der konigl. Bibliothek in Kopenhagen beschafft werden.
Was die Informationstatigkeit anbelange, so stehe die Presse fur die
Unterbringung sog. „Auflageartikel“ zur Verfugung. Allerdings sei
dabei klar ersichtlich, daB es sich um deutsche Propaganda handle.
Die Propaganda in Danemark miisse von danischer Seite durch-
gefiihrt werden und nicht von einer deutschen Zentrale.
Herr Weilinghaus (Rumanien) berichtet, daB die Juden-
frage in Rumanien bisher nur von der wirtschaftlichen und von der
allgemeinen politischen Seite her unter standiger Vernachlassigung
der rassischen und weltanschaulichen Gesichtspunkte behandelt
worden sei. Die rumanische Regierung nehme in der Judenfrage
eine vorsichtige Haltung ein. Sie hange sehr stark von der militari-
schen Lage ab. Fur unsere Arbei ergebe sich daraus die Notwenig-
keit, vorsichtig vorzugehen. Die rumanische Regierung habe uns
wissen lassen, daB die propagandistische Behandlung4 5) der Juden-
frage unerwunscht sei. So bleibe uns als Hauptmittel die Fliister-
propaganda. Weil in der iibrigen Presse antijiidische Artikel nicht
angenommen werden, bleibe nur das einzige zugelas-
zugelassene antisemitische Organ „Porunca Vremii“ auf diesem
Gebiet. Das in dieser Zeitung Gebrachte werde dann als Sonder-
druck in groBerer Auflage verbreitet. Ferner bestehe die Moglich-
keit des Riickgriffes auf altes Material, das vor den verscharften
4) von * bis * hs Randstrich
5) statt „Behandlung“ urspriinglich „Beurteilung44
171
S319-PS
Zensurbestimmungen genehmigt sei. SchlieBlich konnten auch
Artikel in die Provinzpresse gebracht werden, da die provinzialen
Zensurbehorden in der Regel weniger aufmerksam seien. Die von
den Rumanen gewiinschte und unterstlitzte antibolschewistische
Propaganda biete die wirkungsvolle Moglichkeit der Koppelung mit
der antijudischen Propaganda. Die Einladung rumanischer Person-
lichkeiten zum antijudischen KongreB halt der Referent z. Zt. im
Hinblick auf die derzeitige politische Lage nicht fiir angebracht.
Ob. Reg. Rat Dr. Hoffmann (Bulgarien) erklart, daB die
Beschaffung antijudischen Materials durchaus moglich sei. vDie
Informationstatigkeit konne nicht auf weltanschaulicher Grundlage
erfolgen. Die Bulgaren seien in der Judenfrage auf ihren Erwerbs-
instinkt und auf ihre nationalen Gefiihle anzusprechen. Die bulga-
rische Regierung habe in der Judenfrage ein durchaus lovale
Haltung eingenommen Es sei den Bulgaren klar zu machen daB die
bulgarischen Juden bulgarischen Inspirationen gegeni iber verstand-
nislos seien. Der Rundfunk stehe in beschranktem Umfange zur
Verfiigung. Flugblatter diirften sich nicht durch zu iippige Auf-
machung verdachtig machen. Zum KongreB ware der Sobranje-
Abgeordnete Andrejeff einzuladen.
Prof. Dr. Walz(Kroatien) verweist auf das Mischlingsnroblem
und die jiidische Versippung der fiihrenden Kreise, die in Kroatien
eine auBerordentlich groBe Rolle spielten. Antijudische Tendenzen
seien in Kroatien immer vorhanden gewesen. Das antiiiidische
Problem im Siidosten stehe unter dem EinfluB der militarischen
Lage. Weitere antijudische MaBnahmen seien sehr schwierig durch-
zufiihren, solange nicht das Grundubel, die jiidische Versippung der
fiihrenden Kreise bereinigt sei. In der Ustascha-Bewegung seien
antisemitische Kreise vorhanden, die auch fiir eine Beteiligung am
KongreB in Betracht kamen.
Herr Korselt (Slowakei) betont, daB eine Fortsetzung der
antijudischen Informationstatigkeit erst nach Wiederaufnahme der
MaBnahmen gegen die Rassejuden moglich sei, da sonst die Bevol-
kerung den Eindruck der Inkonsequenz der Staatsfiihrung haben
wiirde. Die antijudische und antibolschewistische Aufklarung miisse
kombiniert werden. Der Antisemitismus miisse eingesetzt werden
gegen den weit gediehenen Panslawismus, indem darauf hingewiesen
werde, daB nicht der Slawe in RuBland herrsche, sondern der Jude.
Die slowakische Intelligenz sehe im Juden einen intelligenten und
sympathischen Vertreter des GroBstadtlebens. Als Gegen-
maBnahme
— Seite 9 —
GegenmaBnahme miisse die intemationale Verflechtung des Juden-
tums mit iiberzeu gender statistischer und Tatsachenschilderung
172
3319-PS
nachgewiesen werden. Es erscheine zweckmaBig, den Juden im Film
und in Jugendschrif ten zu zeigen. Die Moglichkeit fur die Entsendung
eines Teilnehmers an dem KongreB bestehe.
HerrPosemann (Tiirkei): Anfang vergangenen Jahres habe
die tiirkische Regierung einen Schlag gegen das Judentum in Ver-
bindung mit Versuch zur Losung des Minderheitenproblems durch-
gefiihrt. Bei Durchfiihrung dieser Aktion sei sehr rigoros
vorgegangen worden: Vermutungen alliierter Kreise, daB es sich um
einseitige antijiidische MaBnahmen handle, seien von der Tiirkei
mit Hinweis auf gleichzeitige MaBnahmen gegen die Minderheiten
zuriickgewiesen worden. Immerhin habe die Tiirkei weitere MaB-
nahmen zur Losung des Minderheitenproblems und damit der
Judenfrage zuriickgestellt. Daher miisse auch eine von uns gesteuerte
antijiidische Propaganda im gegenwartigen Augenblick unbedingt
unterbleiben, da dies unerwiinscht und eine Belastung fiir die
tiirkische gegenwartige AuBenpolitik ware. Abgesehen von Kari-
katuren und Witzbiichern liber Juden seien in der Tiirkei keine
antijiidischen Schriften vorhanden. Erste Ansatzpunkte einer Er-
kenntnis der GroBe der internationalen Judenherrschaft seien in der
Ubersetzung der „Protokolle der Weisen von Zion“ und des Buches
von Ford „Der internationale Jude" zu sehen. Der Absatz dieser
Broschiiren und deren Verbreitung seien von der Botschaft gefordert
worden. Zunachst sei nur eine Arbeit in diesem engen Rahmen
moglich, da, wie bereits betont, eine sichtbare deutsch gesteuerte
antijiidische Propaganda fiir uns ungiinstige politische Komplika-
tionen hervorrufen konne. AbschlieBend weist Herr Posemann auf
die bevorstehende Erschwerung jeder auslandischen Propaganda
in der Tiirkei hin. Die Teilnahme einer fiihrenden tiirkischen Per-
sonlichkeit am geplanten internationalen KongreB sei vollig aus-
geschlossen.
AnschlieBend spricht Dr. Schickert iiber das Thema
„Wissenschaft und Judenfrage4*. Mit der Propaganda allein sei es
nicht getan. Man miisse versuchen, Dinge heranzuholen, die noch
nicht bekannt sind. Die Judenfrage miisse in ihrem ganzen Ernst
und Tiefe „salonfahig“ gemacht werden. Es komme auf die wissen-
schaftliche Behandlung der Judenfrage an. Eine Beeinflussung der
auslandischen Wissenschaftler sei erforderlich.
Im AnschluB an den Bericht der Vertreter der Missionen faBt
Ges. Schleier das Ergebnis der Arbeitstagung zusammen, wobei
er noch einmal besonders auf die Frage der Materialbeschaffung und
der Arbeit der Judenreferenten bei den Missionen als Material-
verteilungsstelle an
die
173
3319-PS
— Seite 10 —
die Sachbearbeiter fiir Presse, Rundfunk, Kult, Politik und Wirtschaf t
verweist. Fiir die Arbeit von Inf. XIV sei die Beschaffung aller
Reden und Stellungnahmen grundsatzlicher Art zum Judenproblem
von Wichtigkeit. Die Materialbeschaffung miisse u.a. auch anti-
jiidische Witzblatter, Fotografien von jiidischen Personlichkeiten,
Bilder iiber Vorgange und Kundgebungen, Bilder aus dem Leben
der Juden umfassen. Zur Kontrolle und zur laufenden Anregung
der Arbeit sei der regelmaBige Eingang von Erfolgs- und Vollzugs-
meldungen unerlaBlich. Was den anti jiidischen WeltkongreB anbe-
lange, miiBten die Judenreferenten baldigst zur Frage der Einladung
amtlicher und prominenter Vertreter Stellung nehmen. Es miisse
auch die Frage gepriift werden, inwieweit in Deutschland lebende
wichtige auslandische Personlichkeiten fiir eine Einladung in
Betracht kommen.
Aussprache zu den Referaten:
Prof. Mahr regt an, fiir das geplante Archiv Duplikate von Hand-
und Nachschlagebiichern zu beschaffen und nach Krummhiibel zu
schicken. Er empfiehlt ferner die Anlage von Listen jiidisch ver-
sippter Hochgradfreimaurer, Journalisten, Schriftsteller und Wirt-
schaftler. Er regt schlieBlich die Herausgabe eines diplomatischen
Handbuches der jiidischen Welt politik an, das auch in englischer und
franzosischer Sprache veroffentlicht werden konne. Konsul Meiss-
ner gibt einige Hinweise zum Judenproblem in Japan und Ostasien,
wobei er besonders auf die zahlreichen deutschen Juden in Shanghai
verweist, wozu Ges. S c h 1 e i e r einige erganzende Richtigstellungen
bringt. LR. v. Thadden hat drei Wiinsche an die Missionen:
a) bei der Berichterstattung zur Judenfrage miisse die Einhaltung
richtiger Dimensio nen beachtet werden, b) Meldungen hatten erst
dann Wert, wenn sie mit Namensangaben versehen und lokalisiert
seien, c) in Bezug auf die Materiallieferung miiBten samtliche
Spezialwiinsche bekannt gegeben werden. Vizekonsul J a n k e mochte
die von Prof. Mahr vorgeschlagene Liste auf England, U.S.A. und
die Sow jet-Union beschrankt. Er stellt ferner die Frage nach der
Finanzierung der antijiidischen Informationsarbeit im Ausland. Herr
Hagemeyer will die Zusammenstellung der Liste vor allem in
Bezug auf die Sowjet-Union unterstiitzen. SS-Hauptsturmfuhrer
Ballensiefen regt an, die Liste durch Aufnahme jiidischer
Organisationen zu erganzen. Herr Posemann bittet, antijiidische
Meldungen iiber die Tiirkei in der deutschen Presse sehr sorgfaltig
zu behandeln, um kein politisches Porzellan zu zerschlagen. Herr
Richter verweist auf die Siidafrikanische Union und Australien
174
3319-PS
als Materialquellen. Vizekonsul J a n k e verweist auf den EinfiuB
des Judentums beim Interna tionalen Roten Kreuz in Genf.
Ges. Schleier spricht hierauf das SchluBwort und schlieBt die
Tagung mit einem Siegheil auf den Fiihrer.
SechstesS:Bkdr I In Datum Stp: „Deutsche Gesandtschaft Bukarest
Eing. 3. Mai 1944 Tgb. Nr. 2803 Antw Sch Anl.“, („280344 hs) I 1 im
Bk von „Nr.44 durch „In“ von ,, Inhalt44 durchgehend P: M I schrager Strich
durch „u“ von „Judenreferenten44 bis iiber ,,W 8“ im Datum I von 1 Rand
liber „tagung“ im T durch „t“ in „Arbeitstagung44 in Inhaltsangabe bis Hohe
Datum schrager Strich I 1 unter ,, Inhalt44 P: K (?) I 1 n T untereinander
drei Namen (hs, uni), darin Abzeichnungs-Vm’e, unter letztem: 9/5 (hs) I es
folgen schrag darunter drei Worte (hs, uni), durchstrichen I darunter hs: 9/5,
P uni I unter .,GroBdeutschen Reichs44: zdA (hs), darunter P: S 10/5 I unter
,,hagen44 von ,,Kopenhagen44: Pol. 4 M 5 (hs)
Auswartiges Amt Berlin W 8. den 20. April 1944
Inf. XIV Wilhelmstr. 74—76
— Nr. 118/44 —
— 1 Anlage —
Inhalt: Arbeitstagung der Judenreferenten
der deutschen Missionen am 3.U.4. April d. J.
In der Anlage wird Abschrift des Protokolls der Arbeits-
tagung der Judenreferenten der Missionen, die am 3. und 4. April
d.J. in Krummhubel sfattfand, zur Kenntnisnahme iibersandt.
Die Ausfiihrungen von LR. v. Thadden und SS.-Hauptsturm-
fiihrer Ballensiefen vom Reichssicherheitshauptamt sind ihres
geheimen Charakters wegen in das Protokoll nicht aufgenom-
men worden.
GemaB Multex Nr. 246 vom 28. 2. 44 wurden anlaBlich der
Tagung von den meisten Missionen, teilweise unter Riickerbit-
tung, Zusammenstellungen von antijiidischem Propaganda-
material aus den betreffenden Landern, wie Bucher, Zeitschriften,
Plakate, Flugblatter usw. iibersandt. Es ist beabsichtigt, von der
Ruckgabe dieses Materials abzusehen und es in das im Aufbau
begriffene umfassende Judenarchiv, das auch den Missionen zur
Verfugung steht, einzureihen. Dieses Archiv wird in Krumm-
hubel aufgestelt, so daB die Sicherheit vor Kriegssehaden
gewahrleistet ist. Mit Rucksicht auf die Wichtigkeit einer lucken-
losen Erfassung des gesamten einschlagigen Materials fiir die
antijtidische Informationsarbeit wird gebeten, auf die Ruckgabe
dortseits zur Verfugung gestellten Materials zu verzichten.
Schleier
(Schleier)
175
3319-PS
die Deutsche Botschaft Ankara
die Dienststelle des Bevollmachtigten des GroBdeutschen Reichs
fiir Italien in Fasano
die Deutsche Botschaft Madrid
die Deutsche Botschaft Paris
die Deutsche Gesandtsehaft Lissabon
die Deutsche Gesandtsehaft PreBburg
die Deutsche Gesandtsehaft Sofia
die Deutsche Gesandtsehaft Stockholm
die Deutsche Gesandtsehaft Agram
die Deutsche Gesandtsehaft Bern
die Deutsche Gesandtsehaft Bukarest
die Deutsche Gesandtsehaft Kopenhagen
Siebentes S:
Auswartiges Amt
Inf. XIV
Antijiidische Auslandsaktion
Nr. 137 g
1 Anlage
Inhalt: Antijiidische Auslandsaktion.
Im Anschluss an Drahterlass Multex Nr. 196 vom 17.2.44.
1. Der Herr Reichsaussenminister hat die Bildung der Inf. Stelle XIV
(Antijiidische Auslandsaktion) unter Leitung des Gesandten
I.K. Schleier angeordnet, deren Aufgabe es ist, durch Zusam-
menfassung aller an der antijiidischen Auslandsinformation
interessierten und beteiligten Sachbearbeiter der Abteilungen
und Arbeitseinheiten des Auswartigen Amts, in enger Zusam-
menarbeit mit alien in der antijiidischen Arbeit tatigen Dienst-
stellen ausserhalb des Auswartigen Amts und mit den deutschen
Missionen in Europa, die antijiidische Auslandsinformation zu
vertiefen und zu verstarken.
Neben
An die Deutsche Botschaft in Ankara, Madrid, Paris
die Dienststelle des Reichsbevollmachtigten fiir- Italien, Fasano
die Deutsche Gesandtsehaft in Agram, Bern, Budapest,
Bukarest, Helsingfors, Lissa-
bon, Sofia, Stockholm
Berlin den 28.4.44
Am Karlsbad 8
CEHEIM
176
3319-PS
die Dienststelle des Reichsbevollmachtigten in Danemark
in Kopenhagen
das Deutsche Generalkonsulat Tanger
die Dienststelle Athen des Sonderbevollmaehtigten des
Auswartigen Amts fur den
Siidosten
die Dienststelle Belgrad des Sonderbevollmaehtigten des
Auswartigen Amts fur den
Siidosten
die Dienststelle des Auswartigen Amts in Brussel
den Vertreter des Auswartigen Amts im Stabe des Reichs-
kommissars fur die besetzten niederlandischen Gebiete in
Den Haag
den VAA. beim Reichskommissar Ostland in Riga
— je besonders —
— Seite 2 —
Neben der unmittelbar der Inf.-Stelle XIV zugeteilten Mit-
arbeitern gehoren dieser Verbindungsreferenten an von:
Handelspolitische Abteilung
Kulturpolitische Abteilung,
Nachrichten- und Presse-Abteilung,
Rundfunkpolitische Abteilung,
Inland II
Amerika-Aussehuss,
England- Ausschuss,
Beauftragter fur das Informationswesen, f e r n e r
ein standiger Vertreter des RSHA
ein Vertreter der Dienststelle des Reichsleiters Rosenberg und
der kommissarische Leiter des Instituts zur
Erforschung der Judenfrage, Frankfurt.
Es wird angestrebt, das auch andere, auf dem Gebiet der
antijiidischen Arbeit tatige oder daran interessierte Dienststellen
standige Vertreter zu Inf. XIV abstellen.
2. Zur Durchfiihrung der Inf. XIV gestellten Aufgabe ist es
erforderlich, dass die Missionen a 1 1 e s ihnen zugangliche
Material liber jiidische oder antijiidische Vor-
gange in grosstmoglicher Vollstandigkeit und
auf schnellstem Wege iibermittel n.Es kommt dabei
nicht nur auf Material aus dem betreffenden Lande an, sondern
es muss besonderer Wert auch auf die Beschaffung von Unter-
lagen gelegt werden, die dritte Lander betreffen, mit denen
Deutschland im Kriege steht. Dieses Material muss und kann
fast ausschliesslich liber neutrale Lander beschafft werden.
177
3319-PS
Das bei Inf. XIV zusammenlaufende Material wird ent-
sprechend verarbeitet und den Missionen zur best-
und grosstmoglichen Verwertung zugeleitet werden.
Es ist Pflicht der Missionen, das ihnen zu-
gehende Material auf jede nur mogliche Weise
zu verwerten:
als Gesprachsunterlage fur die Mitglieder der Mission,
in der Presse,
im Rundfunk des betreffenden Landes,
mit alien der Aktiv-Information zur Verfiigung stehenden
Mitteln.
— Seite 3 —
3. Aus dem Ausland eingehende Einzelmeldungen fiber be-
stimmte Vorkommnisse jiidischer oder antijiidiseher Art
werden durch Inf. XIV fur die weitere Verbreitung den
zustandigen Abteilungen des Amtes mit geeigneten An-
regungen weitergegeben.
Die Presse- Abteilung verwertet dieses Material so weit
moglich in den Agentur-Meldungen wie DNB, TO-EP und
NPD.
Die Rundfunkpolitische Abteilung verwertet die Meldungen
in den an das Ausland gerichteten deutschen und fremd-
sprachigen Sendungen.
Es ist Aufgabe der Presse- und Rundfunkreferenten der
Missionen, alles bei ihnen eingehende Material daraufhin zu
iiberpriifen, ob antijiidische Meldungen vorliegen und ob und
wie diese in der Presse und im Rundfunk ihres Landes ver-
wertet werden konnen.
Inf. XIV wird jeweils durch Drahterlass die Missionen auf
Meldungen, auf deren Verbreitung besonderer Wert gelegt
wird, besonders aufmerksam machen.
Neben diesen fiber Presse und Rundfunk laufenden Nach-
richten wird von Zeit zu Zeit den Missionen eine Zusammen-
stellung des Materials zugehen, das von alien Missionen einlauft
und das fiber den Tag hinaus eine gewisse Bedeutung und
Moglichkeit fur Verwertung besitzt.
Ausser Meldungen fiber aktuelle Einzelvorgange werden den
Missionen von Inf.XIV laufend Unterlagen zu bestimmten
Themen zugeleitet werden, entweder als Rohunterlagen oder
als fertige Kommentare und Artikel. Dieses Material ist eben-
falls bestmoglich zu verwerten.
173
3319-PS
Die Missionen werden gebeten, baldigst mitzuteilen, in
wieviel Ausfertigungen sie das Material jeweils zu erhalten
wiinschen, damit das durch Kurier abgehende Material von
vornherein mit der fur die praktische Arbeit' der Missionen
benotigten Zahl von Exemplaren abgesandt wird.
— Seite 4 —
4. (Iber die praktische Verwertung des Materials
im Auslandeistlaufendund — so weit moglich —
unter Einsendung von B e 1 e g u n t e r 1 a g e n zu
berichten. Auf diese Berichterstattung wird seitens des
Herrn Reichsaussenministers besonderer Wert gelegt.
5. Um alle mit der antijudischen Auslandsaktion zusammen-
hangenden Fragen innerhalb der Missionen zusammenzufassen,
ist ein Mitglied der Mission — jedoch moglichst
nicht den K u 1 1 u r r e f e r e n t e n — als Juden-
referent zu beauftragen.
(vgl. Drahterlass Multex Nr. 196 vom 17.2.)
Es wird um Drahtbericht gebeten, wer endgultig fur die Mis-
sion als Judenreferent bestellt worden ist. Die Aufgabe der
Judenreferenten ist es, das von Inf. XIV einlaufende Material
alien fur eine Auswertung in Frage kommenden Referenten der
Missionen zuzuleiten, fur die Sammlung des bei der Mission
anfallenden judischen Oder antijudischen Materials und seine
Weiterleitung an Inf. XIV zu sorgen sowie die Erfassung und
Einsendung der Durchfuhrungs- bzw. Erfolgsmeldungen und
-unterlagen an Inf. XIV zu iiberwachen.
6. Bei Inf. XIV wird ein A r c h i v errichtet, in dem alle dem Aus-
wartigen Amt und den Missionen erreichbaren Unterlagen fiber
jiidische und antijiidische Vorgange planmassig erfasst, gesam-
melt und ausgewertet werden sollen.
Es wird den Missionen zur besonderen Pflicht gemacht, das in
ihrem Dienstbereich anfallende Material vollzahlig dem Archiv
zuzuleiten. Einzelheiten uber das zu erfassende Material sind aus
der Anlage ersichtlich. Das im Archiv gesammelte Material soli
selbstverstandlich auch fur die Zwecke der Missionen ausgewertet
werden. Inf. XIV wird den Missionen auf Grund der Unterlagen
fiber einzelne Personlichkeiten oder Vorgange von Fall zu Fall
Auswertungsberichte zuleiten.
— Seite 5 —
7. Mittel, die fur die Beschaffung jiidischen oder antijudischen
Materials erforderlich sind, miissen aus den den Missionen
zur Verfiigung stehenden Fonds entnommen werden.
179
3319-PS
8. Die Missionen werden gebeten, die ihnen unterstellten Konsular-
behorden entsprechend anzuweisen und in die Arbeit einzu-
schalten
gez. Steengracht
A c h t e s S :
— Seite 6 —
Anlage zum Erlass Nr. 137 g
v. 28.4.44 Inf. XIV.
Jiidisches und anti jiidisches Archiv des Auswartigen Amts.
(Inf. XIV, Antijudische Auslandsaktion)
I. Das Archiv wird wie folgt gegliedert:
1) Personalarchiv: enthaltend alle Unterlagen uber jiidische und
antijudische Personlichkeiten, einschliesslich Aufsatzen und
Wiedergaben von Reden dieser Personenkreise.
2) Sacharchiv: enthaltend alle die Judenfrage betreffenden Vor-
gange, geordnet nach Einzelvorgangen. Dazu gehoren die
Berichte der Missionen zur Judenfrage und uber antijudische
Massnahmen in den einzelnen Landern; Berichte oder Unter-
lagen uber bestimmte Einzelfragen, z.B.
Juden in der Wirtschaft,
Juden im Kulturleben,
Palastina-Weissbuch, u. a.
3) Bildarchiv:
II. An Material fur dieses Archiv kommt in Frage:
Aus der Presse: Alle Zeitungs- und Agenturberichte (letztere auch
dann, wenn nicht in der Presse verwertet) fiber alle Vorgange
jiidischer und antijiidischer Art.
Reden von Juden und Antisemiten.
Allgemeine Artikel und Berichte liber Juden.
Staatliche Massnahmen gegen die Juden und ge gen Antisemiten.
Jiidische Zeitungen und Zeitschriften.
Antijudische Zeitungen und Zeitschriften.
Witzblatter mit antijiidischer Tendenz.
Bilder: Fotografien (moglichst Original- Abziige, Hochglanz,
jedoch notfalls auch Reproduktionen aus Zeitungen, Zeitschriften
und Biichern) von Juden und Antisemiten.
180
3319-PS
— Seite 7 —
Fotografien iiber Vorgange judischer und antijiidischer Art
(jiidische Kundgebungen, Feste usw., antijiidische Kundgebungen,
Demonstrationen u.a.).
Rundfunk: Abhorberichte der nationalen Sender des betreffenden
Landes, so weit sie judische oder antijudische Vorgange be-
handeln.
Kult. Pol.: Alle Zeitschriften, Bucher, Plakate, Flugblatter,
Klebezettel judischer und antijiidischer Tendenz.
Besprechungen judischer und antijiidischer Biicher und Filme,
jiidische oder antijudische Zitate aus der Literatur des betreffen-
den Landes unter genauer Angabe, in welchem Werk und an
welcher Stelle diese Zitate entno mmen wurden.
Neben diesen wichtigsten Quellen fiir die Beschaffung von
Material fiir das Archiv kommen in Frage:
Aufzeichnungen der Missionsangehorigen, anderer Reichsdeut-
scher und von Auslandern iiber Besprechungen, die jiidische
oder antijudische Personlichkeiten oder Vorgange behandeln;
den Missionen zugangliche Berichte anderer Dienststellen iiber
solche Vorgange.
Beschaffung von personellen Angaben jiidischer und antijiidischer
Personlichkeiten (moglichst vollstandiger Lebenslauf).
Vorgange iiber Juden im Wirtschaftsleben des betreffenden ,
Landes.
Soweit moglich und sofern nicht mit besonderen Kosten ver-
bunden, wird gebeten, das Material in mindestens
2-facher Ausfertigung einzusenden.
Berichte und Aufzeichnungen der Missionen
sollen j e d o c h 5-fach eingesandt werden, damit ohne weitere Arbeit
und Zeitverlust die erforderlichen Arbeitsexemplare an die inter-
essierten Abteilungen weitergegeben werden konnen.
Neuntes S: iiber Datum: G 771/44 (hs) I unter Datum rechtcckiger Stp
mit hs Nummer: „Deutsche Gesandtschaft Bukarest 2. Mai 1944 G 771/41
Antw.Sch. . . . Anl“ I Eingangs-Stp teilw iiberdeckend Stp: Gebeim I 1 im Bk
statt „731g“ urspriinglich: 1126, bs gestridien I unter Bk 1 : L M (hs), darunter
schrager Stridi von 1 u nach r o I darunter P : K I unter U: 2/V, P uni I
darunter: Richter I unter „An die deutsche Gesandtschaft44: „An Herrn GR.
181
3319-PS
v. Rantzau im Hause44; schrag durch ,.R44 von „Rantzau44: f I 1 von „im Hause44:
„Herrn Weilinghaus44 (?), darunter zwei Buchstaben uni I r davon: P uni
12/5 (?) (alles hs)
Auswartiges Amt Berlin, den 20. April 1944
Kult Pol FuSt 731 g Gen IIJ
Ceheim
In der Anlage wird das laufende antijiidische Informationsmaterial
tibersandt. Das Material ist zum Teil alteren Datums, da urspriing-
lich eine Bearbeitung unter besonderen Gesichtspunkten diesseits
beabsichtigt war. Aus ZweckmaBigkeitsgriinden wird das Material
nunmehr in der beiliegenden Form herausgebracht mit der Bitte um
geeignete Auswertung in den entsprechenden Kanalen. In Zukunft
geht das Material regelmaBig zu.
Im Auftrag
An die Richter
deutsche Gesandtschaft,
Bukarest
Zehntes S:
Pa/We. 13. Juni 1944
1) An den
Chef der Sicherheitspolizei und des SD
— Attache-Gruppe —
Berlin.
B e t r. : Erlass des Auswartigen Amtes iiber antijiidische Aus-
lands-Aktion.
V o r g. : Ohne,
A n 1 g. : 1 (geheftet)
Anliegend iiberreiche ich Abschrift eines Erlasses. des
Auswartigen Amtes fiber die Errichtung einer Informations-
stelle XIV (antijiidische Auslandsaktion) mit der Bitte um
Kenntnisnahme.
In Vertretung:
P (uni)
^-Obersturmfiihrer
2) z.d.A. Kriminalkommissar
182
3319-PS
Zwolftes S:
Abschrift.
Der Reichsminister
fur die besetzten Ostgebiete
Nr. 1/602/41 geh.
D III 238
An das
Auswartige Amt
Berlin W 8
Wilhelmstr. 72-76
Berlin W 35 , den 11. Marz 42
Rauchstr. 17/18
Geheim !
Stempel: Auswartiges Amt
D III 260 g
eing. 13.Mrzl942
Betr.: Abschiebung von rumanischen Juden am Bug
Unter Bezugnahme auf die Besprechung mit Legationsrat
Rademacher und Obersturmbannfuhrer Eichmann mit meinem
Sachbearbeiter Amtsgerichtsrat Dr. Wetzel iibersende ich Ihnen
in der Anlage Abschrift der Vereinbarungen von Tighina vom
30. August 1941 mit der Bitte um gefl. Kenntnisnahme. Ich ver-
weise insbesondere auf Ziffer 7 der Vereinbarungen. In meinem
Schreiben vom 5. Marz 1942 habe ich hierzu bereits Stellung
genommen.
Im Auftrag
gez. Dr. Brautigam
Siegel — Beglaubigt
gez. Unterschrift
Regierungsinspektor
Dreizehntes S: schrag nach u durch Riickspradie-Vm: W/23/10 (hs), P
uni I darunter: 2. zA. (Evakuierungen); 23/10, P uni (alles hs)
Aktennotiz.
Wie Generaldirektor Lecca heute mitteilte, werden 110.000
Juden aus der Bukowina und aus Bessarabien evakuiert, und zwar
in zwei Waldern in der Gegend des Bup. Sowfeit er erfahren konnte,
183
S319-PS
sei diese Aktion auf einen Befehl des Marschall Antonescu zuriick-
zufiihren. Sinn der Aktion sei die Liquidierung dieser Juden.
Bukarest, den 17. Oktober 1941.
Unterschrift (uni)
SS-Hstuf.
L) Zur Riicksprache mit Vizeministerprasidenten Antonescu.
1/8
Vierzehntes S: liber Datum hs: 30/11, P uni I Geheim-Vm Stp
Uebersetzung
Ministerprasidium Bukarest, den 25.11.1943.
Nr. 311 256/R
Direktion der GEHEIME REICHSSACHE1
Verbindungsabteilung
zu den Ministerien
Herr Generalkommissar!
Bezugnehmend auf Ihr Schreiben Nr.1126 vom 24. November
d.Js. beehren wir uns, Ihnen einen Auszug aus dem Stenogramm
iiber den Ministerrat vom 17. November d.Js. betreffend das
Problem der Evakuirung der Juden aus Transnistrien zu iiber-
senden.
Empfangen Sie bitte, Herr Generalkommissar, die Versiche-
rung unserer vorziiglichst Hochaehtung.
Generalsekretar:
i.A.
gez. Basarabeanu
Herrn
Generalkommissar fur Judenfragen
Stellv.Generaldirektor
i.A.
gez.Unterschrift
184
3319-PS
Fiinfzehntes S: unter Datum-Stp: Geheim I r n U Sip rechtcckig mit
hs Nummer: „Auswartiges Amt Ini II 2777 g eing. 5. OKT. 1943 Anl. (-fach)
Dopp. cl. Eing.“ I unter „Miiller“ Rund-Stp, Mi Hoheitszeichen, Umschrift: Der
Reichsfiihrer SS und Chef der Deutschen Polizei im Reichsministerium des
Innern
Der Chef der Sicherheitspolizei
und des SD Berlin, den 23. September 1943.
IV B 4 b — 2314/43g (8 2)
Geheim
Schnellbrief.
a) alle Staatspolizei(leit)stellen,
b) den Befehlshaber der Sicherheitspolizei und des SD, Zentral-
amt fur die Regelung der Judenfrage in Bohmen und Mahren,
in P r a g ,
c) den Befehlshaber der Sicherheitspolizei und des SD,
in P r a g ,
d) den Befehlshaber der Sicherheitspolizei und des SD fur die
besetzten niederlandischen Gebiete,
in Den Haag,
7
\
e) den Befehlshaber der Sicherheitspolizei und des SD fur den
Bereich des Militarbefehlshabers in Frankreich,
in Paris,
f) den Beauftragten des Chefs der Sicherheitspolizei und des
SD fur den Bereich des Militarbefehlshabers in Belgien und
Nordfrankreich,
in Brussel,
g) den Befehlshaber der Sicherheitspolizei und des SD,
in M e t z ,
h) den Befehlshaber der Sicherheitspolizei und des SD,
in Strassburg,
— Seite 2 —
i) das Einsatzkommando Luxemburg,
in Luxemburg,
185
3319-PS
j) den Befehlshaber der Sicherheitspolizei und des SD,
in Oslo,
k) den Befehlshaber der Sicherheitspolizei und des SD im
Generalgouvernement,
in Krakau,
l) den Befehlshaber der Sicherheitspolizei und des SD Ostland,
in Riga,
m) den Befehlshaber der Sicherheitspolizei und des SD Ukraine,
in K i e w ,
n) den Chef der Einsatzgruppe B,
in Smolensk,
o) den Kommandeur der Sicherheitspolizei und des SD in
Karnten und Krain,
in Veldes,
p) den Kommandeur der Sicherheitspolizei und des SD in der
Untersteiermark,
in Marburg.
Nachrichtlich
An
a) die Hoheren fi- und Polizeifuhrer im Reich und Bohmen
und Mahren,
b) den Hoheren jf- und Polizeifuhrer beim Reichskommissar fur
die besetzten niederlandischen. Gebiete,
in Den Haag,
— Seite 3 —
c) den Hoheren jf- und Polizeifuhrer in Frankreich,
in Paris,
d) den Hoheren ff- und Polizeifuhrer beim Reichskommissar fur
die besetzten norwegischen Gebiete,
in Oslo,
e) den Hoheren ff- und Polizeifuhrer, Staatssekretar fur das
Sicherheitswesen,
i n K r a k a u ,
f) den Hoheren und Polizeifuhrer Nord (101),
in Riga,
186
3319-PS
g) den Hoheren H- und Polizeifiihrer Mitte (102),
in Minsk,
h) den Hoheren H- und Polizeifiihrer Slid (103),
in K i e w ,
i) die Inspekteure der Sicherheitspolizei und des SD.
Betrifft: Behandlung von Juden auslandischer Staatsangehorig-
keit im deutschen Machtbereich.
Bezug: Erlass vom 5.3.43, FS-Erlass Nr. 53579 vom 24.3.43
und
FS-Erlass Nr. 91535 vom 18.5.43 — IV B 4 b
2314/43 g (82).
Im Einvernehmen mit dem Auswartigen Amt konnen nunmehr
samtliche nach Abschluss der sog. Heimschaffungsaktion im deutschen
Machtbereich verbliebenen Juden mit der Staatsangehorigkeit der
nachstehend aufgefiihrten Lander
1. ) Italien,
2. ) Schweiz,
3. ) Spanien,
4. ) Portugal,
5. ) Danemark,
6. ) Schweden,
7. ) Finnland,
8. ) Ungarn,
9. ) Rumanien,
10.) Tiirkei
in die Abschiebungsmassnahmen einbezogen werden.
— Seile 4 —
Da aus aussenpolitischen Griinden die Abschiebung dieser Juden
nach dem Osten zur Zeit noch nicht erfolgen kann, ist fur die vor-
laufige Unterbringung der mannlichen Juden iiber 14 Jahre das KL.
Buchenwald und fiir die Unterbringung von Jiidinnen sowie von
Kindern das KL. Ravensbriick vorgesehen.
Die erforderlichen Massnahmen sind beziiglich
a) der Juden italienischer Staatsangehorigkeit sofort,
b) der Juden tiirkischer Staatsangehorigkeit am 20.10.43,
J) c) * der Juden mit der Staatsangehorigkeit der iibrigen oben
* angefiihrten Lander am 10.10.1943 Rumanien.
durchzufiihren.
Fiir die Uberstellung an das KL. ist ein besonderer Schutzhaftantrag
nicht erforderlich, es ist jedoch der KL.-Kommandantur mitzuteilen,
dass die Uberstellung an das KL. im Rahmen der Abschiebungs-
massnahmen erfolgt.
l) von * his * hs Strich
187
3319-FS
Fur die Behandlung des Vermogens und hinsichtlich der Mitnahme
von Gepack gelten die Bestimmungen des obenbezeichneten Rund-
erlasses vom 5.3.43.
Soweit die in dem vorbezeichneten Runderlass bereits angeordnete
Abschiebung von Juden auslandischer Staatsangehorigkeit noch nicht
durchgeflihrt ist, ist dies unverziiglich nachzuholen.
Abschliessend weise ich darauf hin, dass Juden, die mit Ehepartnern
deutschen oder artverwandten Blutes verheiratet sind, nach wie
vor von samtlichen Massnahmen auszunehmen sind. Nach Durch-
fiihrung samtlicher Massnahmen ist Abschlussbericht erforderlich.
(Spatester Termin 1.11.1943).
Zusatz fur den Befehlshaber der Sicherheits-
polizei und des SD fur diebesetzten niederlandi-
schen Gebiete:
— Seite 5 —
2) *
Beziiglich der Juden rumanischer Staatsangehorigkeit in
den Niederlanden ist die Sonderregelung vom gleichen Tage
zu beachten.
* In Vertretung:
gez. Muller.
Beglaubigt:
Unterschrift (uni)
Ini . II 9947 g Kanzleiangestellte.
Sechzehntes S: iiber U im BeglVm Rund-Stp, Mi Hoheitszeidien, Um
sdirift: Der Reichsfiihrer SS und Chef der Deutschen Polizei im Reichsmini
sterium des Innern
Der Chef der Sicherheitspolizei Berlin, den 2. Oktober 1943.
und des SD
IVB4b — 2314/43 g (8 2) — .
An das
Auswartige Amt
z.Hd. von Herrn Legationsrat von Thadden
in BerlinW 8,
Wilhelmstr.
2) von * his * hs Randstrich
188
3319-PS
mit der Bitte um Kenntnisnahme iibersandt. Die von dort, wie in
den friiheren Besprechungen mit dem Unterzeichneten vereinbart,
fur erforderlich gehaltenen Einzelausnahmen werden gesondert
behandelt.
Im Auftrage:
gez. H u n s c h e.
Beglaubigt:
Untersdirift (uni)
Kanzleiangestellte.
Ra.
Siehzehntes S: iiber Datum hs: G 1810/43, 33/43 I darunter: Geheim-
Stp I 1 n Datum Stp rechteckig mit hs Nummer: „Deutsche Gesandtschaft
Bukarest Eing. 18 OCT. 1943 Tgb.Nr. G 1810/43 Antw.Sdi Anl. 1“ I In
U P: ,,K44 (?), ,,19/X.44, darunter einige Buchstaben uni, dann: ,,Roederi4,
darunter Zeichen uni, dann: „Richter44 I r n U: 20/10, P uni I unter U:
„Tgb B Ilia44, darunter: 21/10, P uni (alles hs)
Berlin W 8, den 12,Oktober 1943
Wilhelmstr. 74—76
Geheim
In Abschrift
der Deutschen Gesandtschaft
in Bukarest
mit der Bitte um Kenntnisnahme iibersandt.
Im Auftrag
v.Thadden
Auswartiges Amt
Nr.Inl.II 2777 g
Acbtzehntes S: iiber Aufzeidinungs-Vm: 4/8, P uni I unter U: :„I z A.,
Juden44 (diirchstrichen) „Entjudung reidisdeutsdier Betriebe in Rumanien,44
darunter: Aktaulage 7 10, P uni (alles hs)
Durchschlag an SS-Hauptsturmfiihrer Pg. Richter
Aufzeichnung fii r den Landesgruppenleiter Pg. Kohlhammer.
Bukarest, den 2. August 1943
Betr.: Judenabbau aus reichsdeutschen Firmen.
Im Sinne unserer Auffassung iiber einen sofortigen Abbau der noch
in reichsdeutschen Firmen in Bukarest befindlichen Juden, habe ich
189
3319-PS
mit Pg. Richter von der Deutschen Gesandtschaft folgendes fest-
gelegt:
Pg. Richter wird sofort an Hand der ihm zur Verfugung stehenden
Listen durch die rumanischen Behorden den Entzug des Arbeits-
buches der noch in reichs deutschen Firmen tatigen Juden verlangen.
Die Aktion selbst wird durch die Gesandtschaft gestartet, womit sie
einen offiziellen Charakter tragt und laufend in Abstimmung mit
dem Wirtschaftsberater der Landesgruppe durchgefuhrt wird.
M
/ H.Musmacher /
Wirtschaftsberater der Landesgruppe
Neunzehntes S:
Abschrift
Landesgruppenleiter Bukarest, den 5. VIII. 1943.
Zur Kenntnisnahme
an meine Mitarbeiter der Dienststelle und
an die Hocheitstrager in Temeschburg, Arad,
Hermannstadt, Kronstadt, Galatz,Braila,Czernowitz.
B e t r : Judenabbau aus reichsdeutschen Firmen.
Ich habe bereits auf dem letztwochigen Appell ausfiihrlich darauf
aufmerksam gemacht, dass ich im vierten Kriegsjahr und im totalen
Kriegseinsatz kein Verstandnis mehr dafiir habe
a) wenn eine deutsche Firma heute noch einen Juden beschaftigt
oder
b) wenn sie von deutschen Stellen die Erlaubnis ansucht, ein oder
mehrere Juden weiterbeschaftigen zu konnen.
Als guter Kenner der hiesigen Wirtschaftsverhaltnisse, kann ich
mir keinen einzigen Fall vorstellen wo eine deutsche Firma durch
sofortigen Judenabbau ihre Existenz irgendwie gefahrden wiirde.
Wenn eine deutsche Firma heute durch sofortigen Judenabbau das
eine oder andere Geschaft verlieren sollte, so ist das wirklich ein
ganz kleines Opfer gegeniiber jenen riesigen Schwierigkeiten und
Opfern, die jene Firmen uberbriicken und ertragen mussten, die,
die Entjudung noch in der jiidischen Aera Konig Carol-Lupescu
durchfiihren mussten.
Die Praxis hat in fast alien Fallen bewiesen, dass je friiher und
griindlicher die Arisierung durchgefuhrt wurde, desto schneller eine
zuverlassige und gesunde Geschaftsentwicklung eintraf.
190
3319-PS
Wer noch einen Juden beschaftigt, dem kann ich nur folgenden
Rat geben: Rede Dir eindringlich ein: Dein Itzig ist gestern schwer
krank geworden, oder er wurde zum Arbeitsdienst eingezogen
Das, was Du dann machen musstest1) das mache jetzt sofort.
Wer die Entjudung nicht sofort durchfiihrt, kann im vierten
Kriegsjahr nicht mehr den Anspruch erheben als deutscher Unter-
nehmungsfuhrer bewertet, behandelt und angesprochen zu werden.
Wir diirfen nicht vergessen, daB unsere -zig Tausenden von
deutschen Menschen deswegen um Hab und Gut gekommen und
obdachlos geworden sind, weil jiidische Verbrecherinstinkte und
jiidisches Kapital die verwerf lichen Terrorangriffe erdachten, orga-
nisierten und durchfuhren. Wir sind es unseren schwer gepriiften
Volksgenossen in den bombardierten Gebieten schuldig uns sofort
von jeder jiidischen Verb indung zu trennen.
Falle wo sogenannte deutsche Firmen in den nachsten 1 oder
2 Monaten sich von den restlichen Bindungen Juden gegeniiber nicht
riickhaltlos trennen, sind mir zu melden.
Heil Hitler !
gez.Ludwig Kohlhammer
Landesgruppenleiter
ZwanzigstesS: 1 o teilw tie eke rid iilier Bk reehteekiger Stp: „DURCH-
SGHLAG von der Landesgruppe in Rimiiinien an“ I von * his * gewellter
hs Strich
SS-Hauptsturmfiihrer Richter
Deutsche Gesandschaft Bukarest
Landesgruppenleiter 6. August 1943.
Streng vertraulich!
Amt III
der Auslands-Organisation der NSDAP.
Lieber Parteigenosse Stempel,
Einliegend iibersende ich Ihnen ein vertrauliches Rundschrei-
ben an meine nachsten Mitarbeiter und mochte Sie bitten das-
selbe auch Pg. Christians zur Kenntnis zu bringen. Ich habe
meinem Wirtschaftsberater scharfste Weisungen erteilt, die bis
dahin geiibte Toleranz unbedingt aufzugeben und in scharfster
!) vor „miisstest“ urspriinglich „wurdest“, ms gestridien
191
3319-PS
Weise gegen deutsche Firmen, die noch Juden beschaftigen, vor-
* zugehen. Seit Jahren warnen wir diese Unternehmen und immer
wieder finden sie Mittel und Wege die Entjudung hinauszuzogern.
Der Berater fur Judenfragen in der Deutschen Gesandschaft,
SS-Hauptsturmfiihrer Richter, wird auf meine Veranlas-
sung, engstens mit meinem Wirtschaftsberater zusammen-
* arbeiten, damit das Ziel in alter Kiirze erreicht wird.
Der Deutsche Gesandte v.Killinger ist jedenfalls
hundertprozentig mit meinem Vorgehen einverstanden und
ich hoffe,dass wir in kurzester Zeit judenfreie deutsche Betriebe
in Rumanien haben.
Ich begriisse Sie mit
Heil Hitler !
Ihr
L.Kohlhammer
(Ludwig Kohlhammer)
Landesgruppenleiter
Anlage erwahnt.
Einundzwanzigstes S: 1 u nach ,,2. W.V. 5.11.“: P uni
Bukarest, den 16. Oktober 1943.
Berater fur Judenfragen
1. An den
Wirtschaftsstellenleiter
der AO der NSDAP
Pg. Musmacher
Bukarest.
B e t r. : Entjudung der reichsdeutschen Firmen.
V o r g. : Bekannt.
Anlg. : 1 gegen Riickgabe.
Beiliegend iibersende ich mit der Bitte um Riickgabe eine
Aufstellung des Regierungskommissars fur Judenfragen iiber die
in reichsdeutschen Firmen beschaftigten Juden . Der Regierungs-
kommissar fur Judenfragen hat auf meine Veranlassung auf
192
3319-PS
2.
Grund dieser Liste nunmehr die Aufkiindigung der Arbeits-
Camets samtlicher in diesen Firmen beschaftigten Juden vor-
genommen.
Ich bitte nach Auswertung dieser Liste um Riickgabe.
16/10
W.V. 5.11
(Richter)
P (uni)
ff-Hauptsturmfiihrer.
DOCUMENT 3324-PS
FROM A SPEECH BY FUNK IN VIENNA, 14 OCTOBER 1939: THE
ORGANIZATION OF GERMAN WAR ECONOMY THROUGH THE
FOUR YEAR PLAN UNDER GORING AND, BY FUNK AS PLENI-
POTENTIARY FOR ECONOMY (EXHIBIT USA-661)
A u s : Deutschland im Kampf. Herausgeber: Alfred-Ingemar Berndt und Oberst-
leutnant von Wedel. 1. — 15. Oktober 1939, Berlin 1939.
— Seite 62 —
Funk iiber die Organisation der Kriegswirtschaft
14. 10.39
Reichswirtschaf tsminister Funk, der zur Eroffnung der ersten
Kriegsmesse GroBdeutschlands in Wien weilte, sprach auf einer
Kundgebung der ostmarkischen Wirtschaft iiber die Organisation
und die Aufgaben der deutschen Kriegswirtschaft und fiihrte in
seiner Rede u. a. aus:
— Seite 63 —
Was der Vierjahresplan in der wirtschaftlichen Kriegsvorberei-
tung bedeutet, vermag man erst dann richtig zu ermessen, wenn
man bedenkt, daB der Vierjahresplan ja nicht nur die Ernahrungs-
und Rohstoffwirtschaft umfaBt, nicht nur das ganze gewerbliche
Wirtschaftsleben in sich schlieBt, sondern auch den AuBenhandel,
die Geld- und Devisenwirtschaft und das Finanzwesen umspannt,
so daB also alles wirtschaftliche Leben und Schaffen in Deutschland
von ihm maBgebend bestimmt und ausgerichtet worden ist. Waren
193
3324-PS
mithin in die Aufgaben und die Arbeit des Vierjahresplanes unter
Leitung des Geiieralfeldmarschalls Goring samtliche Wirtschaftk-
und Finanzressorts eingespannt, so wurde die kriegswirt-
schaftliche Vorbereitung Deutschlands auch noch auf
einem anderen Sektor seit Jahr und Tag in aller Stille vorangetrie-
ben, namlicb durch die Errichtung eines staatlichen Lenkungsappa-
rates fiir die besonderen kriegswirtschaftlichen Aufgaben, die in
dem Augenblick zu bewaltigen waren, wo der Kriegszustand eintrat.
Auch fiir diese Arbeit waren samtliche Wirtschaftsressorts in einer
Verwaltungsbehorde zusammengefaBt, namlich bei dem General-
bevollmachtigten fiir die Wirtschaft, zu dem mich der Fiihrer
vor etwa eineinhalb Jahren berufen hat.
DOCUMENT 3348-PS
PARTY DIRECTIVES, 11 AUGUST 1937, AND 30 NOVEMBER 1940:
ADMISSION OF MEMBERS OF THE HITLER YOUTH TO THE NSDAP;
EMPLOYMENT OF FORMER HITLER YOUTH LEADERS FOR POLITI-
CAL WORK IN THE PARTY (EXHIBIT USA-410)
A u s : Verfiigungen / Anordnungen / Bekanntgaben. I. Band. Herausgegeben
von der Parteikanzlei, Verlag Franz Eher Nachf., JVIiinchen.
— Seite 298 —
Nachwuchsfragen
Allgemeines
A. 99/37
voni 11. 8. 1937
Aufnahme von Angehorigen der Hitler-Jugend und des Bundes
Deutscher Madel in die NSDAP.
Die Partei ist die Zusammenfassung der besten National-
sozialisten. Deshalb hat sie es als eine ihrer wichtigsten
Aufgaben zu betrachten, die besten Deutschen der Bewegung
zuzufiihren und aus ihnen das politische Fiihrerkorps des
deutschen Volkes zu bilden. Nur wer in der Hitler-Jugend
bewiesen hat, daB er tapfer, mutig und treu ist, daB er opfern
kann und gewillt ist, sein Ich der Gemeinschaft unterzuordnen,
nur wer seine hochste und heiligste Pflicht im unermiidlichen
194
3348-PS
Dienst fur das Volk sieht, wer nicht verzagt und miide wird
und mit hartem Willen den Stiirmen der Zeit entgegentritt, ist
wiirdig, in die Partei eingereiht zu werden.
— Seite 803 —
Fuhrernachwuchs aus der HJ.-Fuhrerschaft
A. 11/40
vom 30. 11. 1940
Um dem hauptamtlichen Fiihrerkorps der nationalsozialisti-
schen Bewegung den erforderlichen Nachwuchs zu sichern,
sollen neben der Heranbildung und Bereitstellung des Flihrer-
nachwuchses durch die Ordensburgen der NSDAP. und neben
der Erganzung aus den Reihen der ehrenamtlichen Unterfuhrer
der Bewegung u.a. geeignete hauptamtliche HJ.-Fiihrer nach
ihrem Ausscheiden aus dem HJ.-Dienst zur Fortsetzung ihrer
politischen Arbeit im Parteidienst verwandt werden.
DOCUMENT 3349-PS
DESCRIPTION OF THE ORGANIZATION OF THE PRESS AND PROP-
AGANDA OFFICE OF THE REICH YOUTH LEADERSHIP, AS OF
1936 (EXHIBIT USA-666)
Aus: Organisationsbuch der NSDAP. Herausgeber: Der Reichsorganisations-
leiter der NSDAP, Verlag Franz Eher Nachf., Miinchen, 1936.
— Seite 452 —
Presse- und Propagandaamt
Im Presse- und Propagandaamt der Reichsjugendfuhrung ist die
gesamte Presse- und Propagandaarbeit der Hitler- Jugend, zusam-
mengefaBt. Mittel der Propaganda sind Zeitschriften, Zeitungen,
Broschiiren, Lichtbilder, Filme, Kurzfilme, Plakate, Handzettel usw.
Das Presse- und Propagandaamt der Reichsjugendfuhrung glie-
dert sich in zwei Hauptreferate.
195
3349-PS
I. Hauptreferat Presse
II. Hauptreferat Propaganda
III. Selbstandige Referate
a) Referat Verbindungsstelle
b) Referat Reichsbildstelle der HJ.
I. Das Hauptreferat Presse gliedert sich in folgende Referate:
1. Referat HJ-Presse und HJ-Presseschulung
2. BDM-Presse
3. Jungvolkpresse
4. Archiv
5. Sozialarbeit
6. Agrarpolitische Arbeit (Landdienst usw.).
II. Das Hauptreferat Propaganda gliedert sich in:
1. Aktive Propaganda
2. Referat Rednerwesen
3. Referat Film.
— Seite 453 —
Mit dem Presse- und Propagandaamt der Reichsjugendfuhrung
sind die Schriftleitungen verbunden.
Die Reichsjugendfuhrung gibt heraus:
1. den „Reichsjugend-Pressedienst“ (RJP.)
2. die Reichszeitung ,,Die HJ.“
3. das Fuhrerorgan der nationalsozialistischen Jugend „Wille
und Macht“
4. die Zeitschrift fur soziale Fragen „Das Junge Deutschland"
5. die illustrierte Zeitschrift ,,Die Fanfare"
6. die Zeitschrift des BDM. ,,Das Deutsche Madel"
7. die Zeitschrift des Jungvolks „Morgen“
8. die Zeitschrift der gehorlosen HJ. „Die Quelle"
9. „Der Segelflieger"
10. „Musik und Volk"
11. die Blindenzeitschrift „Der Weckruf".
Die Gebiete geben heraus:
1. „Die Fanfare" (Geb. Mittelrhein, Kurhessen, Hessen-Nassau,
Westmark)
2. „Die junge Garde" (Geb. 5 Pommern)
3. ,,Die junge Gefolgschaft" (Geb. 18 Franken)
4. „Der Vorposten" (Geb. 25 Saarpfalz)
196
3349-PS
5. „Junger Wille“ (Geb. 16 Sachsen)
6. ,,Nordmarkjugend“ (Geb. 6 Nordmark)
7. ,,Reichssturmfahne44 (Geb. 20 Wiirttemberg)
8. „Der Sturmtrupp44 (Geb. 17 Thiiringen)
9. „Die Volksjugend44 (Geb. 21 Baden)
10. „Unsere Fahne“ (Geb. 9 Westfalen).
Der RJP. erscheint in einer taglichen Ausgabe A mit den
Beilagen „Jugend im Ausland44, „Kultur und Unterhaltung44,
„Erziehung“,# „Die Schule44, „Der Student44, „Der Hitlerjunge44,
,,Jungvolk44, „Das Deutsche Madel44, ,,HJ.-Funk“, ,,Sportdienst44,
„Soziale Arbeit44, „Technik und Wirtschaft44 und ,,Landjugend“.
Eine Wochenausgabe B stellt eine wochentlich Mittwochs erschei-
nende Zusammenfassung der taglichen Ausgaben dar, und eine
Maternausgabe C kommt jeweils am 2. und 4. Donnerstag eines
jeden Monats fur kleinere Zeitungen heraus.
Die Arbeit des Jung volkref era tes verteilt sich auf alle Aufgaben-
gebiete des Amtes und dient der pressemaBigen und propagandi-
stischen .Vertretung der Jungvolkfragen in der Offentlichkeit unter
Benutzung samtlicher gegebener Moglichkeiten.
Das Hauptreferat Propaganda steht organisatorisch durch Ver-
bindungsmanner mit dem Reichsministerium fur Volksaufklarung
und Propaganda und der Reichspropagandaleitung in dauemder
Verbindung.
— Seite 454 —
Das BDM-Hauptreferat des Amtes fur Presse und Propaganda be-
stimmt die Ausrichtung der Madelarbeit in der nationalsozialistischen
Presse durch eine standige tJberprufung der Beilagen und Artikel
in der Tages- und HJ-Presse sowie durch Auswahl, Schulung und
sachliche Ausbildung der Pressereferentinnen.
AuBerdem bearbeitet das BDM-Referat die monatlich erscheinende
Zeitschrift des BDM. ,,Das deutsche Madel44 sowie eine standige
Madelbeilage und die BDM-Nachrichten im „Reichsjugend-Presse-
dienst44.
197
DOCUMENT 3352-PS
HITLER’S DECREE, 21 MARCH 1942, CONCERNING SAUCKEL’S
APPOINTMENT AS PLENIPOTENTIARY FOR ALLOCATION OF
LABOR; GORING’S EXECUTORY ORDER THERETO AS PLENI-
POTENTIARY FOR THE FOUR YEAR PLAN, 27 MARCH 1942; VARI-
OUS ORDERS BY SAUCKEL RESPECTING THE ORGANIZATION OF
HIS DEPARTMENT, AND CONCERNING THE TREATMENT OF
FOREIGN WORKERS (EXHIBIT USA-206)
Hinweis: 3352-PS enthalt auBerdem 3044-PS in Seit© 516 — 566, da materieller
Zusammenhang.
A u s : Verfiigungen / Anordnungen / Bekanntgaben. II. Band. Herausgegeben
von der Parteikanzlei, Verlag Franz Eher Nacbf., Miinchen.
— Seite 507 —
Ernennung des Generalbevollmachtigten fur den Arbeitseinsatz
H. 12/42 g
vom 22. 2. 1942
Die Sicherstellung aller fiir den Arbeitseinsatz notwendigen
Arbeitskrafte erfordert eine einheitliche Steuerung und noch straffere
Zusammenfassung des Arbeitseinsatzes. Das kann nur durch Ver-
einigung aller mit dem Arbeitseinsatz zusammenhangenden Auf-
gaben in der Hand einer mit besonderen Vollmachten ausgestatteten
Personlichkeit erreicht werden. Der Fiihrer hat deshalb auf Vor-
schlag von Reichsminister Speer mit nachstehendem ErlaB den Gau-
leiter Parteigenossen Sauckel in unmittelbarer Unterstellung
unter den Beauftragten fiir den Vierjahresplan, Reichsmarschall
Parteigenossen Goring, zum Generalbevollmachtigten fur den
Arbeitseinsatz bestellt.
ErlaB des Fiihrers liber den Generalbevollmachtigten fiir den
Arbeitseinsatz vom 21. Marz 1942.
Hinweis: ErlaB wurde bereits unter 1666-PS abgedruckt.
— Seite 508 —
Parteigenosse Sauckel hat vorgeschlagen — und ich habe mich
mit diesem Vorschlag einverstanden erklart — , daB die Gauleiter
als seine Bevollmachtigten in den Gauen tatig werden. Hierdurch
wird in entscheidender Form die Zusammenarbeit aller Krafte von
Partei, Staat und Wirtschaft gesichert. Unter Fiihrung der Partei
soli bei voller Wiirdigung der Zustandigkeit der entsprechenden
Reichsbehorden ein hochster Nutzeffekt auf dem Gebiet des Arbeits-
einsatzes gewahrleistet sein.
198
3352-PS
Dieses Rundschreiben hat lediglich den Zweck der Unterrichtung.
Weisungen fur die Durchfiihrung Ihrer Arbeiten gehen Ihnen durch
Parteigenossen Sauckel in Kiirze zu. Es ist selbstverstandlich, daB
die Partei ihn in seiner verantwortungsvollen Arbeit nach besten
Kraften unterstiitzt.
r H/4" - Generalbevollmachtigter fiir den Arbeitseinsatz
vom ci. 3. 1942 Durchfuhrungsanordnung
Im AnschluB an das Rundschreiben Nr. 12/42g vom 22. 3. 1942
iiber die Bestellung von Gauleiter Parteigenossen Sauckel zum
Generalbevollmachtigten fiir den Arbeitseinsatz gebe ich nach-
stehend die Durchfuhrungsanordnung des Beauftragten fiir den
Vierjahresplan vom 27. 3. 1942 bekannt.
Hinweis: Durchfuhrungsanordnung wurde bereits unter 1666-PS abgedruckt.
— Seite 509 —
Einstellung hauptberuflicher Krafte fiir die Bearbeitung von R.
Angelegenheiten des Arbeitseinsatzes vom l- 7
Wie mir mitgeteilt wurde, haben verschiedene Gauleiter die
Absicht, in ihrer Eigenschaft als Beauftragte des Generalbevoll-
machtigten fiir den Arbeitseinsatz — Gauleiter Sauckel — in den
Gauen und Kreisen hauptamtliche Krafte fiir dieses Aufgabengebiet
einzustellen. Zur Klarstellung weise ich auf folgendes hin:
Die Ernennung der Gauleiter als Beauftragte des Generalbevoll-
machtigten fiir den Arbeitseinsatz — Gauleiter Sauckel — erfolgte
deshalb, um Gauleiter Sauckel die Moglichkeit zu geben, die
Autoritat der Gauleiter als Personlichkeiten zur Durchfiihrung
seines kriegsentscheidenden Auftrages einzusetzen. Mit Gauleiter
Sauckel hat von vornherein Ubereinstimmung dariiber bestanden,
daB nicht die Partei als solche, sondern lediglich die Gauleiter in
Person diesen Auftrag durchzufiihren haben. Eine weitergehende
Regelung wurde die Einschaltung der Partei in Exekutivaufgaben
des Staates bedeuten, die grundsatzlich abgelehnt werden muB.
Den Gauleitern stehen die Behorden der Arbeitseinsatzverwaltung
in ihren Gauge-
199
3352-PS
— Seite 510 —
bieten zur Durchfiihrung ihres Auftrages zur Verfiigung. Die Ein-
stellung hauptamtlicher Krafte in die Partei fur diese Aufgaben
eriibrigt sich daher.
ErlaB des Fiihrers zur Durchfiihrung des Erlasses iiber einen
V. X. 74/968 0
voni 13. 11. 1942 Generalbevollmachtigten fiir den Arbeitseinsatz
Hinweis: ErlaB wurde bereits unter 1903-PS abgedruckt.
— Seite 510/512 —
v l 53/712 Anordnungen des Generalbevollmachtigten fiir den Arbeitseinsatz
vcm 29. 7. 1942
Die Partei-Kanzlei iibersendet hiermit eine Zusammenstellung
der bisher erschienenen Anordnungen des Generalbevollmachtigten
fiir den Arbeitseinsatz.
Anordnung Nr.l des Generalbevollmachtigten fiir
den Arbeitseinsatz iiber Bestellung und Auf-
gaben seiner Bevollmachtigten vom 6.April 1942.
„Hiermit bestelle ich
die Gauleiter der NS DAP.
zu meinen Bevollmachtigten fiir den Arbeitseinsatz in den ihnen
unterstellten Gaugebieten.
A. Ihre Aufgaben sind:
1. H e r b e i f ii h r u n g einer r e i b u n g s 1 o s e n Zusam-
menarbeit aller mit Fragen des Arbeitsein-
satzes bef aBten Dienststellen des Staates, der
Partei, der Wehrmacht und der Wirtschaft
und damit Ausgleich zwischen den verschie-
denartigen Auffassungen und Forderungen
zur Erzielung des hochsten Nutzeffektes auf
dem Gebiete des Arbeitseinsatzes. (Hierbei ist zu
beriicksichtigen, daB in den Wehrkreisen es den Reichsvertei-
digungskommissaren obliegt, entsprechend ihren Aufgaben nach
der VO. vom 1. 9. 1939 (RGB1. I S. 1565) die Verbindung
zwischen den zi vilen Behorden und den Dienststellen der Wehr-
macht zu gewahrleisten.)
2. Besondere Fiirsorge fiir alle im Arbeitseinsatz befind-
lichen Dienstverpflichteten, die auBerhalb ihres
Wohnsitzes eingesetzt sind.
3. Schutz von zum Arbeitseinsatz kommenden Frauen und
Jugendlichen gegen Schadigung ihrer Gesundheit an Leib
und Seele.
200
3352-PS
4. Uberpriifung der Auswirkungen des Einsatzes aller fremd-
landischen Arbeiter und Arbeiterinnen.
5. tfoerpriifung der ordnungsmaBigen Ernahrung, Unterbringung
und Behandlung aller fremdlandischen Arbeitskrafte und im
Arbeitseinsatz befindlicher Kriegsgefangener.
6. Propaganda und Aufklarung tiber die kriegsentscheidende Be-
deutung des Arbeitseinsatzes.
7. Weitgehende Unterstiitzung der Arbeitseinsatzbehorden bei
Durchfiihrung der Anweisungen des Generalbevollmachtigten
fiir den Arbeitseinsatz.
8. Auslosung des Einsatzes der Jugend und der Schulen zur
Sicherung aller notwendigen landwirtschaftlichen Arbeiten im
Rahmen der reichseinheitlichen Bestimmungen.
9. Sicherung der Durchfiihrung des ubergebietlichen Einsatzes mit
Riicksicht auf die Gesamtplanung.
10. Laufende Unterrichtung iiber die Lage und Verhaltnisse des
Arbeitseinsatzes in den Gauen und iiber die Auswirkung der
EinsatzmaBnahmen.
B. Durchfiihrung.
1. Die Prasidenten der Landesarbeitsamter sind angewiesen,
mit ihren Mitarbeitem den Gauleitem zu jeglicher Auskunft
und Beratung zur Verfiigung zu stehen und die Anregungen
und Wiinsche der Gauleiter zum Zwecke von Verbesserungen
beim Arbeitseinsatz im Rahmen der bestehenden Vor-
schriften und Gesetze und des geordneten Geschaftsganges
zu erfiillen. Hieriiber erfolgen besondere Bestimmungen.
2. Die Behorden der allgemeinen und inneren Verwaltung
sowie der Wirtschaft, insbesondere die Landwirtschaftsamter
und Landesernahrungsamter, sind ebenfalls laut Ver-
einbarung mit den zustandigen Herren Reichsministern
gehalten, sich fiir die Zusammenarbeit beim Arbeitseinsatz
den Gauleitern unter Beobachtung ihrer Dienstvorschriften
zur Verfiigung zu stellen. Hieriiber erfolgen besondere
Bestimmungen. Ebenso sind die Organisationen der gewerb-
lichen Wirtschaft zu beteiligen.
Mit vorstehender Beauftragung der Gauleiter der NSDAP. beab-
sichtige ich, soweit als irgend moglich und als es die eigene Ver-
antwortlichkeit der Dienststellen der Partei, des Staates, der
Wehrmacht und der Organisationen der Wirtschaft gegeniiber ihren
obersten Dienststellen nur immer zulaBt, durch das Zusammen-
wirken aller Krafte den Arbeitseinsatz zum groBten Erfolg fiir die
deutsche Riistungs-, Kriegs- und Ernahrungswirtschaft zu fiihren
201
3352-PS
und insbesondere die gewaltigen inneren Krafte der nationalsoziali-
stischen Weltanschauung auf dem Gebiet der Menschenbetreuung
und Menschenflihrung durch die Partei zu diesem Zwecke mit ein-
zusetzen.“
gez.: S a u c k e 1.
Weggelassen:
Anordnung Nr. 2: Versuch Sauckels seine Zustandigkeit fur Arbeitseinsatj und
Lohngestaltung gegeniiber Einmisdiungen von Parteistellen zu wahren.
Anordnung Nr. 3 iiber die Betreuung deutscher Arbeitskrafte.
— Seite 516 —
Anordnung Nr. 4 des Generalbevollmachtigten
fur den Arbeitseinsatz iiber die Anwerbung,
Betreuung, U n t e r b r i n g u n g , Ernahrung und
Behandlung auslandischer Arbeiter und
Arbeiterinnen vom 7. Mai 194 2.
,,In dem gewaltigen Schicksalskampf Europas ist das GroB-
deutsche Reich darauf angewiesen, zur Sicherstellung seiner
Riistung und Ernahrung eine gewaltige Anzahl nichtdeutscher
(auslandischer) Arbeiter und Arbeiterinnen ins Reich herein-
zunehmen. Alle diese Arbeiter und Arbeiterinnen, darunter auch
die Kriegsgefangenen, werden, wie es den altesten Traditionen
des deutschen Volkes und unserer Rasse entspricht, korrekt,
anstandig und menschlich behandelt.
Die Anwerbung der auslandischen Arbeitskrafte erfolgt
grundsatzlich auf der Grundlage der Freiwilligkeit. Dort jedoch,
wo in besetzten Gebieten der Appell der Freiwilligkeit nicht
ausreicht, miissen unter alien Umstanden Dienstverpflichtungen
und Aus-
— Seite 517 —
hebungen vorgenommen werden. Es ist dies ein undiskutierbares
Erfordernis unserer Arbeitslage.
Die Durchfiihrung der Anwerbung hat in einer Weise zu
erfolgen, die dem Ansehen des GroBdeutschen Reiches und dem
Willen des Fiihrers entspricht. Unverantwortliche Verspre-
chungen hinsichtlich der Lohne, Akkorde, der wohnlichen
Unterbringung, der Freizeitgestaltung usw. haben zu unter-
bleiben. Die Lebensverhaltnisse in Deutschland selbst, die besser
sind als irgendwo in Europa, konnen und sollen unterstrichen
202
3352-PS
werden, ohne daB tJbertreib ungen notwendig sind. Judische
Methoden der Menschenf angerei, wie sie aus dem kapitalistischen
Zeitalter gerade in den demokratischen Staaten iiblich gewesen
sind, sind des nationalsozialistischen GroBdeutschen Reiches
unwurdig.
Unter Zugrundelegung vorstehender Grundsatze bestimme
ich im einzelnen folgendes:
I. Allgemeines.
1. Die Anwerbung auslandischer Arbeitskrafte in den von Deutsch-
land besetzten Gebieten, verbiindeten, befreundeten Oder neu-
tralen Staaten wird ausschlieBlich durch meine Beauftragten
oder die fur die Aufgaben des Arbeitseinsatzes zustandigen
deutschen militarischen oder zivilen Dienststellen durchgefiihrt.
Anderen Stellen, Organisationen oder Personen ist die
Anwerbung auslandischer Arbeitskrafte nicht gestattet. Aus-
nahmen bediirfen meiner ausdriicklichen Genehmigung. Ich
bestimme auch, ob, in welcher Art und in welchem Umfang
Unternehmungen (Organisationen, Betriebe, Verwaltungen) bei
der Anwerbung auslandischer Arbeitskrafte zu beteiligen sind.
Die an der Anwerbung Beteiligten sind wahrend der Durch-
fuhrung der Anwerbung meinen Beauftragten oder den zustan-
digen militarischen oder zivilen Arbeitseinsatzdienststellen
unterstellt.
Meine Beauftragten im verbiindeten, befreundeten oder neu-
tralen Ausland sind die bisherigen Auslandsdienststellen der
Hauptabteilung V des RAM. Diese fiihren ab sofort die Dienst-
stellenbezeichnungen :
„Der Beauftragte fur den Vierjahresplan
Der Generalbevollmachtigte fur den Arbeitseinsatz Dienst-
stelle (z. B. Italien usw.)“
Die Einsetzung von Beauftragten in weiteren Landern behalte
ich mir vor.
— Seite 518 —
2. Die Betreuung der auslandischen Arbeitskrafte wird durch-
gefiihrt:
a) bis zur Reichsgrenze:
von meinen Beauftragten oder — in den besetzten Gebieten
— von den zustandigen militarischen oder zivilen Arbeits-
einsatzdienststellen.
Die Betreuung erfolgt in Zusammenarbeit mit den jeweiLs
zustandigen auslandischen Organisationen;
203
3352-PS
b) innerhalb des Reichsgebiets:
1. von der Deutschen Arbeitsfront bei nichtlandwirtschaft-
lichen Arbeitskraften,
2. vom Reichsnahrstand bei landwirtschaftlichen Arbeits-
kraften
Die Deutsche Arbeitsfront und der Reichsnahrstand sind bei
der Durchfiihrung ihrer Betreuungsaufgaben an meine Wei-
sungen gebunden.
Die Dienststellen der Arbeitseinsatzverwaltung sind gehalten,
die Deutsche Arbeitsfront und den Reichsnahrstand bei der
Erfullung ihrer Betreuungsaufgaben weitgehend zu unterstiitzen.
Durch die Beauftragung der Deutschen Arbeitsfront und des
Reichsnahrstandes mit der Betreuung der auslandischen Arbeits-
krafte wird meine Zustandigkeit fur die Durchfiihrung dieser
Aufgaben nicht beriihrt.
II. Durchfiihrung der Anwerbung.
i. a) Fur die Durchfiihrung der Anwerbung im verbundeten,
befreundeten Oder neutralen Ausland sind ausschlieBlich
meine Beauftragten verantwortlich. Diese haben in alien
Fragen von politischer Bedeutung das Einvernehmen mit dem
Leiter der jeweiligen deutschen diplomatischen Vertretung
herzustellen und sind insoweit an dieWeisungen des Missions-
chefs Oder seines Beauftragten gebunden. Die Missionschefs
sind iiber alle grundsatzlichen Fragen des Arbeitseinsatzes
zu unterrichten. Verhandlungen mit auslandischen Behorden
und Organisationen im Ausland von grundsatzlicher Bedeu-
tung sind im Einvernehmen mit der jeweiligen Reichs-
vertretung Oder auf Grund ihrer Vermittlung zu fiihren.
Besprechungen mit auslandischen Behorden und Organisa-
tionen im Ausland iiber Fragen der technischen Durchfiihrung
der Anwerbung konnen von meinen Beauftragten unmittel-
bar gefiihrt werden.
— Seite 519 —
Das Auswartige Amt hat die Leiter der deutschen diploma-
tischen und konsularischen Vertretungen im Ausland
angewiesen, meine Beauftragten weitgehend bei ihrer Arbeit
zu unterstiitzen und im Rahmen der bestehenden politischen
Moglichkeiten insbesondere dafiir zu sorgen, daB meine Beauf-
tragten ihre Aufgabe frei von unbegriindeten Hemmun gen
durch auslandische Behorden, Organisationen oder sonstige
Stellen und Personen durchfiihren konnen. Falls in den
204
3352-PS
Anwerbegebieten Volksdeutsche ansassig sind, ist von mei-
nen Beauftragten mit der jeweiligen Fuhrung der deutschen
Volksgruppe enge Fiihlung zu halten, soweit dies die poli-
tischen Verhaltnisse zulassen und es von dem Leiter der
jeweiligen deutschen diplomatischen Vertretung gutgeheiBen
wird.
b) Fur die Anwerbung von Arbeitskraften in den von Deutsch-
land besetzten Gebieten sind ausschlieBlich die Arbeits-
einsatzdienststellen der in diesen Gebieten eingesetzten
deutschen Militar- oder Zivilverwaltung verantwortlich. Ich
behalte mir vor, zu diesen Dienststellen von Fall zu Fall
besondere Beauftragte zu entsenden.
c) Mit den fur die Anwerbung im verbiindeten befreundeten
oder neutralen Ausland zustandigen auslandischen Behorden
und Organisationen, insbesondere mit den in den jeweiligen
zwischenstaatlichen Vereinbarungen bestimmten Stellen,
haben meine Beauftragten bei der Durchfuhrung ihrer Auf-
gabe eng zusammenzuarbeiten. Dabei ist darauf zu achten,
daB die Fuhrung der Anwerbung, soweit irgend durchsetz-
bar, immer auf deutscher Seite liegt. Im iibrigen miissen sich
meine Beauftragten stets dessen bewuBt sein, daB sie bei
ihrer Arbeit wie bei ihrem auBerdienstlichen Auftreten von
den Auslandern, mit denen sie in Beruhrung kommen, als
Reprasentanten des nationalsozialistischen GroBdeutschlands
angesehen werden.
2. Bei der Anwerbung sind folgende Gesichtspunkte zu beriick-
sichtigen.
a) Vorbereitung der Anwerbung (Propaganda).
Vor Aufnahme der Werbung muB durch die Presse des
Werbelandes oder durch sonstige Werbemittel der Bevolke-
rung vollige Klarheit daruber gegeben werden, fur welche
Berufe, fur welche zu verrichtenden Arbeiten und fur welche
Arbeitsorte die Arbeiter benotigt werden.
— Seite 520 —
Bei der Durchfuhrung der Werbungspropaganda ist im Ein-
vernehmen mit der zustandigen Reichsvertretung vorzugehen.
b) Bekanntgabe der Arbeits- und Lohnbedin-
gungen sowie der Bestimmungen liber Lohn-
iiberweisungen.
1. Den auslandischen Arbeitern sind bei der Anwerbung an
Hand der Vermittlungsauftrage die Lohn- und Arbeits-
bedingungen des reichsdeutschen Betriebes in alien
205
3352-PS
Einzelheiten bekanntzugeben, soweit dies irgend moglich
ist. Hierbei sind auch Angaben uber die ungefahre Hohe
der Lohnabzuge zu machen, damit die Angeworbenen
ein moglichst klares Bild iiber ihren tatsachlichen
Arbeitsverdienst im Reich erhalten. Keinesfalls
diirfen den Angeworbenen unrichtige Oder
unerfiillbare Versprechungen gemacht
w e r d e n.
2. Auch iiber die fur die Oberweisung von Lohnerspamissen
bestehenden Moglichkeiten sind die Angeworbenen genau
zu unterrichten.
c) Hinweis auf die allgemeinen Lebensbedin-
gungen im Reich.
Die auslandischen Arbeiter sind bei der Anwerbung
dariiber aufzuklaren, daB die Lebensverhaltnisse im
Deutschen Reich besser sind als im iibrigen Europa. Dabei
muB jedoch zur Vermeidung jeglicher Unklarheit darauf
hingewiesen werden, daB in Deutschland ebenso wie in
der Heimat der Angeworbenen die Unterbringung, die
Verpflegung und die sonstigen Lebensverhaltnisse kriegs-
bedingten Einschrankungen unterworfen sind.
d) Fachliche Eignung.
Es muB sichergestellt werden, daB Facharbeiter und an-
gelernte Arbeiter grundsatzlich fur eine Tatigkeit in ihrem
Beruf angeworben werden. Kommt ausnahmsweise nur ein
Einsatz auBerhalb des Berufs in Betracht, sind die Betrof-
fenen hieriiber aufzuklaren.
Der Anwerber hat zuerst die fachliche Eignung zu uber-
priifen. Hierbei sind etwa vorhandene Berufsnachweise zu
verwerten, erf orderlichenf alls Sachverstandige des Werbe-
landes zu beteiligen. In besonderen Fallen werden deutsche
Sachverstandige zur Verfiigung gestellt.
- Seite 521 —
e) Gesundheitliche Oberprufung.
Die auslandischen Arbeiter sind im unmittelbaren AnschluB
an die fachliche Uberpriifung durch amtlich bestellte Arzte
des Anwerbelandes nach den amtlichen deutschen Richt-
linien auf ihren Gesundheitszustand zu untersuchen (Einzel-
untersuchungen). Hierbei ist im allseitigen Interesse ein
strenger MaBstab anzulegen. Gegebenenfalls werden zur
206
3352-PS
arztlichen Untersuchung deutsche Arzte zur Verfiigung
gestellt. Es konnen auch nichtdeutsche Arzte verpfiichtet
werden.
f) AbschluB von Arbeits vertragen, Ausstel-
lung von Anwerbebestatigungen.
Mit den auslandischen Arbeitern sind entsprechend den
zwischenstaatlichen Vereinbarungen grundsatzlich schrift-
liche Arbeitsvertrage abzuschlieBen. Soweit keine zwischen-
staatlichen Vereinbarungen bestehen, sind in jedem Falle den
Angeworbenen schriftliche Anwerbebestatigungen auszu-
stellen, die die Lohn- und Arbeitsbedingungen enthalten.
Jedem Arbeiter ist bei der Anwerbung eine Ausfertigung
des Arbeitsvertrages oder eine Anwerbebestatigung in seiner
Muttersprache zu iibergeben. Sofern der AbschluB von
Sammelarbeitsvertragen vorgesehen ist (z. B. in der Land-
wirtschaft), ist eine Ausfertigung des Vertrages in der
Muttersprache des Arbeiters dem jeweiligen Gruppenfiihrer
auszuhandigen.
Abweichungen von vorstehender Regelung behalte ich
mir von Fall zu Fall vor.
g) Bekleidung, Schuhwerk.
Die kriegsbedingten Verhaltnisse im Deutschen Reich
erfordern, daB die auslandischen Arbeiter die ihrer Arbeit
entsprechende Arbeitskleidung einschlieBlich Schuhwerk mit-
bringen. Soweit die Fiirsorge fiir Arbeitskleidung und -schuh-
werk nicht schon durch zwischenstaatliche Vereinbarungen
dem Anwerbeland auferlegt ist, muB die Anwerbestelle dieser
Frage ihre besondere Sorge widmen. Auch sonstige Beklei-
dung, Wasche und Schuhwerk miissen die Arbeiter aus der
Heimat mitbringen, weil die Beschaffung derartiger Sachen
im Reich fiir sie zur Zeit nicht moglich ist.
h) Personalausweise.
Die auslandischen. Arbeiter miissen beim Uberschreiten der
— Seite 522 —
deutschen Grenze und wahrend ihres Aufenthalts im Reichs-
gebiet einen giiltigen HeimatpaB oder wenigstens ein in
Deutschland anerkanntes amtliches PaBersatzpapier besitzen.
Der PaB, oder das PaBersatzpapier miissen fiir die Einreise
einen amtlichen deutschen Sichtvermerk der zustandigen
deutschen Vertretung tragen. Bei Sammeltransporten geniigen
Sammelsichtvermerke,die auf den Transportlisten angebracht
werden.
207
3352-PS
j) Allgemeines Merkblatt.
Dan auslandischen Arbeitern ist bereits bei der Anwerbung,
soweit vorgesehen, ein kurzes Merkblatt fiber die Lohn- und
Arbeitsbedingungen auszuhandigen, das in groBen Ziigen
allgemeine Aufklarung iiber Arbeitszeit, Sozialversicherung,
Steuern, Arbeitskleidung, Lohniiberweisungen, Urlaub, Fami-
lienheimfahrt, PaBangelegenheiten und sonstige Arbeits-
bedingungen (Rechte und Pflichten) gibt, unter denen die
Arbeiter und Arbeiterinnen im Reich zu arbeiten haben.
III. Die Durchf iihrung der Transportein das Reich
a) Grundsatzliches.
Nach der Anwerbung und auf dem Transport in das Reich
ist fiir eine korrekte, einwandfreie Behandlung der Arbeiter
und Arbeiterinnen zu sorgen, damit nicht etwa schon wah-
rend des Transports die Arbeitslust und das Vertrauen der
Angeworbenen zerstort werden.
Die angeworbenen Arbeiter sind in der Regel in Sammel-
transporten mit Sonderziigen, erforderlichenfalls in Gruppen-
transporten mit Regelziigen, zu fiihren.
b) Die Zusammenstellung und Fiihrung der
Transport e.
Die Zusammenstellung und Fiihrung der Transporte bis zum
Arbeitsort ist Aufgabe meiner Beauftragten, in den besetzten
Gebieten der Arbeitseinsatzdienststellen der Militar- und
Zivilverwaltung. In den Landern, in denen Beauftragte des
Auslandes die Transporte bis zur Landesgrenze zu fiihren
haben, muB sich die deutsche Werbestelle in die Uberwachung
und Betreuung der Transporte einschalten.
Der Transportftihrer hat dafur zu sorgen, daB wahrend
des Transports
1. unbedingte Ordnung und Sauberkeit herrschen. Die not-
— Seite 523 —
wendigen hygienischen Vorkehrungen sind bei jedem Trans-
port und, wenn eine vorlaufige Unterbringung in einem
Sammellager erfolgt, in jedem Sammellager unter alien
Umstanden zu gewahrleisten;
2. eine Uberbelegung der Wagen unterbleibt;
3. eine ausreichende Zahl von Aborten — auch an den Halte-
stellen und in den Sammellagern (gegebenenfalls Latrinen)
— zur Verfiigung steht;
208
3352-PS
4. mannliche und weibliche Transportteilnehmer voneinander
getrennt sind;
5. Volksdeutsche, soweit moglich, von fremdvolkischen
Transportteilnehmern abgesondert werden;
6. durch geeignete Unterbringung Reibungen zwischen fremd-
volkischen Transportteilnehmern verschiedener Volkszugeho-
rigkeit vermieden werden. Im iibrigen obliegt es der
Tiichtigkeit und Findigkeit des fur die Zusammenstellung
und Fuhrung des Transports Verantwortlichen, den Transport
unter alien Umstanden in einer Weise zu organisieren, daB
die Transportteilnehmer durch den Transport nicht Schaden
erleiden, der sie fur einen vollgiiltigen Arbeitseinsatz im
Reich von vornherein unbrauchbar macht.
c) Transportverpflegung.
Die Verpflegung der Transporte gewerblicher Arbeiter inner-
halb des Reichsgebietes ist Aufgabe der DAF., Amt fur
Arbeitseinsatz. Im iibrigen veranlassen die Transport-
verpflegung meine Dienststellen. Hierbei ist zu beachten, daB
einzelnen Werbelandern auf Grund der getroffenen zwischen-
staatlichen Vereinbarung die Verpflegung der Transporte bis
zur Landesgrenze obliegt.
Die Sicherstellung einer ausreichenden und bekommlichen
Verpflegung der Transportteilnehmer im Rahmen der gegebe-
nen kriegsbedingten Moglichkeiten ist von besonderer
Bedeutung. Der Losung dieser Frage ist daher besondere
Sorgfalt zu widmen.
d) Entwesung.
Soweit die auslandischen Arbeiter aus Gebieten stammen,
aus denen die Einschleppung ansteckender Krankheiten
befiirchtet werden muB, miissen sie, wenn notig, mehrmals
entwest werden. Die zweite Entwesung ist mit einer noch-
maligen arztlichen Durchmusterung zu verbinden; sie hat
innerhalb der Reichsgrenzen in den hierfiir vorgesehenen
Durchgangslagern stattzufinden.
— Seite 524 —
Auch wahrend des Aufenthalts in den Entwesungsstationen
ist eine korrekte, einwandfreie Behandlung der Arbeiter und
Arbeiterinnen unter alien Umstanden erforderlich.
/
IV. Durchfiihrung der Betreuung.
Die Betreuung der im Reich eingesetzten auslandischen Arbeits-
krafte wird durchgefiihrt:
209
3352-PS
a) von der DAF. bei nichtlandwirtschaftlichen Arbeitskraften,
b) vom Reichsnahrstand bei landwirtschaftlichen Arbeitskraften.
Die iiberwiegend lagermaBige Unterbringung der nichtlandwirt-
schaftlichen auslandischen Arbeiter und Arbeiterinnen erfordert eine
besonders straffe Zusammenfassung und Ausrichtung der Betreu-
ungsmaBnahmen. Ich bestimme deshalb folgendes:
1. Samtliche Lager mit auslandischen nichtlandwirtschaftlichen
Arbeitskraften, gleichgiiltig, von wem die Lager eingerichtet
worden sind und unterhalten werden, werden von der Deutschen
Arbeitsfront (Amt fur Arbeitseinsatz) betreut.
Das Lagerpersonal darf demgemaB in alien diesen Lagern nur
im Einvernehmen mit der Deutschen Arbeitsfront (Amt fur
Arbeitseinsatz) bestellt werden. Der Lagerfiihrer bedarf fur die
Ausiibung seiner Tatigkeit in jedem Falle der Bestatigung durch
die Deutsche Arbeitsfront (Amt fur Arbeitseinsatz).
Die Deutsche Arbeitsfront (Amt fur Arbeitseinsatz) ist fur die
einheitliche Ausrichtung und laufende Schulung des Lagerperso-
nals verantwortlich.
Die Bestellung des Wach- und Betreuungspersonals in den
Lagern mit sowjetrussischen Arbeitskraften bleibt der besonde-
ren Regelung auf Grund einer Vereinbarung zwischen dem
Reichsfiihrer M und dem Leiter der Deutschen Arbeitsfront vor-
behalten.
2. Die Betreuung der auslandischen Arbeitskrafte durch heimische
Organisationen (Betreuer) ist nur zulassig, wenn diese im Rahmen
der Organisation der Deutschen Arbeitsfront errichtet und tatig
sind.
3. In den Lagern ist nur die von der Deutschen Arbeitsfront im Ein-
vernehmen mit mir und den sonst zustandigen Stellen aufgestellte
Lagerordnung verbindlich.
Fur die Durchflihrung der Betreuung stelle ich folgende
Grundsatze auf:
a) Unterbringung.
Die Unterkiinfte der auslandischen Arbeiter und Arbeiterin-
nen miissen hinsichtlich Ordnung, Sauberkeit und Hygiene
vorbildlich und mit allem Notwendigen ausgestat-
— Seite 525 —
tet sein. Alle Arbeitseinsatzbehorden, die Dienststellen der
DAF. und des Reichsnahrstandes und die Betriebsfuhrer
miissen darin miteinander wetteifern, zu erreichen, daB alle
eingesetzten fremdlandischen Arbeiter und Arbeiterinnen
210
3352-PS
a) von deutscher Uberlegenheit, von deutschem Konnen und
von deutscher Organisation ebenso uberzeugt werden wie
b) von deutscher Gerechtigkeit, Unbestechlichkeit und Sauber-
keit im offentlichen Leben, ganz gleich, um welche Volker
es sich auch immer handeln mag, um Volker artverwand-
ten Blutes oder um Menschen aus den Sowjetgebieten.
Im einzelnen ist folgendes zu beachten:
Die gewerblichen auslandischen Arbeiter werden
grundsatzlich in Gemeinschaftslagern untergebracht. So-
weit irgend moglich, sind fur die einzelnen Nationen ge-
trennte Lager einzurichten. Auf jeden Fall mussen fur die
Angehorigen der einzelnen Nationalitaten getrennte Ba-
ra cken vorgesehen werden; hierbei ist auf die politische
Einstellung der Nationen zueinander unbedingt Riicksicht
zu nehmen.
Eine Unterbringung in 'Privatquartieren kommt nur in
besonderen Fallen (z. B. Angestellte) in Betracht.
Die Lager mussen in gesundheitlicher Hinsicht unter
alien Umstanden einwandfrei sein. Die Ausstattung muB
zweckentsprechend sein, jedoch auf die kriegsbedingten
Verhaltnisse abgestellt bleiben. Zum Beispiel richtet sich
die Hergabe von Bettwasche nach den Bestanden der
Betriebe.
Neue Bettwasche konnen die Betriebe nur noch aus-
nahmsweise und nur fur weibliche Arbeitskrafte beschaffen.
Die Unterbringung der auslandischen Landarbei-
t e r erfolgt nach den gleichen Grundsatzen entsprechend
den besonderen Verhaltnissen in der deutschen Landwirt-
schaft.
Entscheidender Wert ist darauf zu legen, daB in der
Unterbringung den nationalen Gewohnheiten der auslan-
dischen Arbeiter und Arbeiterinnen weitestgehend ent-
sprechend den gegebenen kriegsbedingten Moglichkeiten
Rechnung getragen wird.
b) Ernahrung.
Die auslandischen Arbeiter erhalten die vom Reichsminister
fur Ernahrung und Landwirtschaft festgelegten Verpflegungs-
satze, die die Normalverpflegung der deutschen Zivilbevolke-
rung zur Grundlage haben. Bei lagermaBiger
— Seite 526 —
Unterbringung wird durchweg Gemeinschaftsverpflegung
gewahrt. Hierbei ist, soweit es die kriegsbedingten Verhaltnisse
211
3352-PS
irgend zulassen, auf die heimatlichen Gewohnheiten der
fremdvolkischen Arbeiter Riicksicht zu nehmen.
Der Einsatz von Kochen aus den Heimatlandern wird
angestrebt.
c) Freizeitgestaltung.
Die Gestaltung der Freizeit der auslandischen Arbeiter und
Arbeiterinnen innerhalb und auBerhalb der Lager hat im
Rahmen der gegebenen kriegsbedingten Moglichkeiten und
nach MaBgabe der besonderen Eigenheiten der Betreuten zu
erfolgen. Auf die nationalen Gewohnheiten der auslandischen
Arbeiter und Arbeiterinnen ist hierbei weitestgehend Riick-
sicht zu nehmen.
Bei der Planung und Durchfuhrung der geistig-kulturellen
Behandlung der auslandischen Arbeitskrafte ist im Einver-
nehmen mit den bei der DAF. vertretenen Organisationen der
auslandischen Arbeiter und nach MaBgabe der Richtlinien zu
verfahren, die das Auswartige Amt fur die einzelnen Natio-
nalitaten jeweils in Vorschlag bringt.
Die DAF. und der Reichsnahrstand werden sich bei der
Durchfuhrung dieser Aufgabe der Erfahrungen der in Deutsch-
land bestehenden amtlich anerkannten zwischenstaatlichen
Gesellschaften bedienen.
d) Uberweisung der Lohnersparnisse.
Die Arbeiter konnen ihre Lohnersparnisse nach MaBgabe der
hierfiir bestehenden Bestimmungen ganz Oder teilweise an
ihre Angehorigen in der Heimat iiberweisen. Die Hohe der
Betrage ist fur die einzelnen Lander sowie fur landwirtschaft-
liche und nichtlandwirtschaftliche Arbeiter verschieden und
aus den Merkblattern ersichtlich, die die Betriebsfiihrer und
Arbeiter von den Stellen erhalten, die die Lohniiberweisung
durchfiihren.
e) Brief- und Paketverkehr.
Der Brief- und Paketverkehr der auslandischen Arbeiter mit
den Angehorigen in ihren Heimatlandern ist sicherzustellen.
f) Urlauberverkehr.
Die Steuerung und Durchfuhrung der Urlauberfahrten der
auslandischen Arbeitskrafte obliegt der DAF. in Zusammen-
arbeit mit den fur diese Fragen sonst zustandigen Dienst-
stellen.
212
3352-PS
— Seite 527 —
V. Sonderbehandlung einzelner Gruppen von
auslandischen Arbeitskraften.
Die besonderen Bestimmungen liber die Behandlung einzelner
Gruppen von auslandischen Arbeitskraften bleiben unberiihrt.
VI. Uberwachung und Prufung der MaBnahmen.
In den deutschen Gauen iibernehmen die Gauleiter das Inspek-
tions- und Kontrollrecht liber die Durchflihrung dieser Anordnung.
gez.: S a u c k e 1.
Weggelassen:
Anordnung Nr. 5 v. 11. Juli 1942 (Versuch der Wahrung der Zustandigkeit
des G.B.A.)
Anordnung Nr. 6 iiber AnlernmaBnahmen in den Betrieben.
— Seite 529 —
Anordnungen des Generalbevollmachtigten flir den Arbeitseinsatz
Im AnschluB an die in den „Vertraulichen Informationen“
Folge 53/42 — Beitrag 712 — veroffentlichten Anordnungen Nr.l — 6
werden nachstehend die inzwischen ergangenen Anordnungen Nr. 9
und 10 bekanntgegeben:
(Anordnung Nr. 7 wird nicht veroffentlicht, Anordnung Nr. 8
wird spater abgedruckt.)
Anordnung Nr. 9 des Generalbevollmachtigten
flir den Arbeitseinsatz vom 1 5.7.1942 liber die
Uberprlifung der Unterklinfte, der Ernahrung,
der Heizung und Instandhaltung der Lager durch
Lagerhandwerker.
1. a) Alle Arbeitsamter prlifen bis zum lO.August 1942 alle Betriebe,
die fremdlandische Arbeiter beschaftigen, in ihrem Bereich
daraufhin nach, ob sie alle Anordnungen und Erlasse liber
Unterbringung, Ernahrung, Behandlung fremdlandischer Ar-
' beiter, Arbeiterinnen und Kriegsgefangenen ordnungs-
— Seite 530 —
gemaB durchgeflihrt haben. Bei dieser Prlifung bitte ich die
Dienststellen der NSDAP. und der DAF. maBgeblich zu
beteiligen.
Bei Feststellung von Mangeln ist dem Betriebsflihrer eine
Frist zu ihrer Abstellung zu setzen. Sofern die Mangel auf
213
3352-PS
Schwierigkeiten in der Beschaffung von Material usw. beruhen,
ist dem Betriebsfuhrer jede erdenkliehe Unterstutzung bei der
Behebung von Hemmnissen zu gewahren.
b) liber die Ergebnisse sind Protokolle anzufertigen und schnell-
stens den Gauleitern und Prasidenten der Landesarbeitsamter
zu iibermitteln. Die Landesarbeitsamter geben einen Gesamt-
bericht bis zum 15. August 1942 an den Generalbevollmach-
tigten fur den Arbeitseinsatz. Derselbe muB vom zustandigen
Gauleiter gegengezeichnet sein.
2. a) Alle Betriebe, die fremdlandische Arbeitskrafte beschaftigen,
setzen sich sofort mit ihren zustandigen Ernahrungsamtern
Abt.A in Verbindung, um fiir den kommenden Winter die
Ernahrung ihrer bei ihnen in Lagern untergebrachten fremden
Arbeitskrafte zu sichern.
DaB dies fur die dienstverpflichteten deutschen Arbeiter
ganz besonders sorgfaltig geschehen muB, ist selbstverstandlich.
Rechtzeitige und sachgemaBe Einlagerung von Bestanden gibt
ein Gefiihl der Sicherheit und erleichtert die Transportfrage.
b) Insbesondere ist schon jetzt der Kartoffelbedarf festzustellen.
Mit den Ernahrungsamtern sind die Lieferanten zu bestimmen
und der Antransport mit moglichster Entlastung der Eisenbahn
vorzubereiten. Jeder Verderb muB verhiitet werden. Sofern
Arbeitskrafte zur Errichtung solcher Lagerstatten benotigt
und aus den Reihen der fremdlandischen Arbeiter des Betriebes
nicht gestellt werden konnen, sind sie beim Arbeitsamt anzu-
fordern.
Ahnlich ist bei alien Nahrungsmitteln, die gelagert werden
konnen, zu verfahren.
c) In alien Lagern und Unterkiinften, in denen es nur immer
moglich ist, soli noch in diesem Jahre Spatgemiise angepflanzt
werden (natiirlich durch die fremden Arbeiter selbst). Fiir das
nachste Jahr ist dieser Anbau grundsatzlich und systematised
durchzufuhren, u. a. auch Sonnenblumen.
Bei gemeinsamen Ausgangen soil unter Anleitung und
unter Aufsicht Wildgemiise gesammelt werden.
— Seite 531 —
3. Alle Betriebe treffen Vorsorge, daB die Lager und Unterkiinfte
bei eintretender kalter Witterung geheizt werden konnen und
das notwendigste Heizmaterial rechtzeitig bestellt und gelagert
wird. Sie haben ihren Bedarf sofort ihrem zustandigen Wirt-
schaftsamt mitzuteilen. Durch strenge Vorschriften muB bei
der Heizung die groBte Sparsamkeit gewahrleistet sein und
jede Vergeudung unterbunden werden. Sicherheits vorschriften
sind zu erlassen.
214
3352-PS
Die Stunden, wahrend deren geheizt werden darf, sind
festzulegen. Fur das Heizen selbst sind bestimmte Personen
anzuleiten und verantwortlich zu machen.
4. Von groBter Bedeutung ist die gute Instandhaltung der Lager
und Unterkiinfte aller fremdlandischen Arbeiter und Arbeite-
rinnen. Es muB dies durch sie selbst geschehen.
Zu diesem Zweck sind fur jedes Lager mehrere geeignete
fremde Arbeiter zu bestimmen, die fiir ihre Landsleute diese
Instandhaltung durchfiihren. Sie werden vom Betrieb bezahlt.
Sie haben fur Sauberkeit und Ordnung zu sorgen und alle
notwendigen Reparaturen durchzufiihren.
Sie konnen auch zur Verbesserung und Verschonerung der
Anlagen durch gartnerische Arbeiten usw. beitragen.
Ebenso lohnend, ja wichtig ist es, eine Schuster-Schneider-
werkstatt in jedem Lager einzurichten. Dariiber hinaus soil
alien fremdlandischen Arbeitskraften Gelegenheit gegeben
werden, ihre Freizeit in ihrem eigenen Interesse zur Ver-
besserung ihre Unterkiinfte und zur Anfertigung notwendiger
Gebrauchsgegenstande auszunutzen. Natiirlich nur im Rahmen
der kriegswirtschaftlichen Moglichkeiten.
gez. S a u c k e 1.
Anordnung Nr. 10 des Generalbevollmachtigten
fiir den A r b e i t s e i n s a t z iiber den Einsatz von
Arbeitskraften der besetzten Gebiete vom
2 2. August 194 2.
Um die Arbeitskrafte der besetzten Gebiete bei der Neuordnung
des Arbeitseinsatzes im europaischen Raum zu mobilisieren, miissen
auch diese Krafte einer straffen und einheitlichen Lenkung unter-
worfen werden. Sowohl die zweckmaBige und sinnvolle Verteilung
dieser Krafte zur Befriedigung des Kraftebedarfs des Reichs und
der besetzten Gebiete wie ihre hochstmogliche Arbeitsleistung muB
sichergestellt werden. Auf Grund der mir erteilten Vollmachten
crdne ich deshalb an:
— Seite 532 —
1. Nach dem ErlaB des Fiihrers iiber den Generalbevollmachtigten
fiir den Arbeitseinsatz vom 21. Marz 1942 (Reichsgesetzbl. I. S. 179)
und der Anordnung des Beauftragten fiir den Vierjahresplan zur
Durchfiihrung dieses Erlasses vom 27. Marz 1942 (Reichs-
gesetzbl. I S 180) obliegen mir auch der zweckmaBige Einsatz der
Arbeitskrafte der besetzten Gebiete sowie alle MaBnahmen zur
Leistungssteigerung des Einsatzes dieser Krafte. Die fii-r die
215
3352-PS
Aufgaben des Arbeitseinsatzes und der Lohnpolitik zustandigen
deutschen Dienststellen oder meine Beauftragten fiihren diesen
Einsatz und alle MaBnahmen zur Leistungssteigerung nach
meinen Weisungen durch.
2. Diese Anordnung erstreckt sich auf alle wahrend dieses Krieges
von der deutschen Wehrmacht besetzten Gebiete, soweit sie unter
deutscher Verwaltung stehen.
3. Die verfiigbaren Arbeitskrafte der besetzten Gebiete sind in
erster Linie zur Befriedigung des kriegswichtigen Bedarfs in
Deutschland selbst einzusetzen.
In den besetzten Gebieten sind sie nach folgender Rangord-
nung einzusetzen:
a) Fur notwendige Aufgaben der Truppe, der Besatzungs-
dienststellen und der zivilen Dienststellen,
b) fur deutsche Rustungsaufgaben,
c) fur Aufgaben der Ernahrungs- und Landwirtschaft,
d) fur gewerbliche im deutschen Interesse liegende Aufgaben
auBerhalb der Rustungswirtschaft,
e) fur gewerbliche Aufgaben im Interesse der Bevolkerung
des betreffenden Gebietes.
4. Es ist vielfach festgestellt worden, daB Arbeitskrafte in den
besetzten Gebieten nicht den Kriegserfordernissen entsprechend
sparsam und zweckmaBig angesetzt werden. Die Arbeitsleistungen
sind haufig zu gering.
Alle beteiligten Stellen in den besetzten Gebieten haben des-
halb dafiir Sorge zu tragen, daB die Arbeitskrafte hochst sparsam
und verbunden mit hochstmoglicher Arbeitsleistung eingesetzt
werden. Das Horten von Arbeitskraften ist wie im Reichsgebiet
verboten. Um eine Vergeudung von Arbeitskraften auszu-
schlieBen, haben Auftraggeber mit Unternehmern grundsatzlich
nur Leistungsvertrage abzuschlieBen; bestehende Unternehmer-
vertrage anderer Art sind soweit irgend moglich auf Leistungs-
vertrage umzustellen.
5. Von den in den besetzten Gebieten beschaftigten nichtdeutschen
Arbeitskraften muB grundsatzlich die gleiche Arbeitsleistung
wie von deutschen Arbeitskraften verlangt werden.
— Seite 533 —
Zu diesem Zwecke muB die Arbeitszeit angeglichen werden. Die
Mindestarbeitszeit soli in der Regel 54 Stunden betragen. Durch
Arbeitszeitverlangerung freigestellte Arbeitskrafte sind dem
Arbeitseinsatz anderweitig zur Verfiigung zu stellen.
210
3352-PS
Ebenso wie von den deutschen Arbeitskraften muB auch von
den fremdlandischen in den besetzten Gebieten erforderlichen-
falls Sonn- und Feiertagsarbeit geleistet werden.
6. Auch in den besetzten Gebieten ist die hochstmogliche Arbeits-
leistung durch Einfuhrung von Akkord- und Pramienarbeit
sicherzustellen.
Soweit bereits in Betrieben Akkorde bestehen, sind die
Akkordsatze mit dem Ziele zu iiberprufen, soweit wie moglich
Leistungsreserven freizumachen.
In den Fallen, in denen keine Akkord- oder Pramienarbeit
moglich ist, ist zu priifen, inwieweit zur weiteren Erhohung der
Arbeitsleistung Leistungszulagen eingefuhrt werden konnen.
Der stabile Lohnstand darf hierdurch jedoch nicht gefahrdet
werden.
7 Die fremdlandischen Arbeitskrafte der besetzten Gebiete haben
wie die deutschen Arbeiter strengste Arbeitsdisziplin zu wahren.
Arbeitsbummelei und unberechtigtes Verlassen des Arbeits-
platzes sind auf das strengste zu ahnden.
8. Diese Anordnung gilt entsprechend auch fur Kriegsgefangene.
9. Die Betriebsfiihrer und alle mit der Anleitung oder Beaufsich-
tigung der fremdlandischen Arbeiter betrauten Krafte sind mit
dieser Anordnung und den auf Grund der Anordnung erlassenen
Vorschriften bekanntzumachen. Hierbei sind sie auf die Not-
wendigkeit des sparsamsten Einsatzes der fremdlandischen
Arbeiter und der Steigerung ihrer Arbeitsleistung besjonders hin-
zuweisen.
10. Die fur die Aufgaben des Arbeitseinsatzes und der Lohnpolitik
zustandigen deutschen Dienststellen oder meine Beauftragten
erlassen die zur Durchfiihrung dieser Anordnung erforderlichen
Bestimmungen und iiberwachen die Durchfiihrung,
gez. S a u c k e 1
Zusammenarbeit der Arbeitseinsatzdienststellen mit denGauleitungen J 712°°i942
Im AnschluB an die in den „vertraulichen Informationen“ ver-
offentlichte Anordnung Nr. 1 vom 6. April 1942 hat der General-
bevollmachtigte fur den Arbeitseinsatz den Prasidenten der
Landesarbeitsamter mit ErlaB vom 14. Oktober 1942 — V a 5550/736
noch folgende Ausfiihrungen zugehen lassen:
217
3352-PS
— Seite 534 —
„Mit der Einsetzung der Gauleiter zu meinen Bevollmachtigten
fur den Arbeitseinsatz in den Gauen sollen die gewaltigen inneren
Krafte der nationalsozialistischen Weltanschauung auf dem Gebiet
der Menschenbetreuung und Menschenfiihrung durch die Partei
fur die Durchfiihrung der Aufgaben des Arbeitseinsatzes erschlossen
und damit der Arbeitseinsatz zum groBten Erfolg fur die deutsche
Riistungs-, Kriegs- und Ernahrungswirtschaft gefiihrt werden. Ich
hatte hierzu angeordnet, daB die Prasidenten der Landesarbeits-
amter mit ihren Mitarbeitern den Gauleitern zu jeglicher Auskunft
und Beratung zur Verfiigung zu stehen und die Anregungen und
Wiinsche der Gauleiter zum Zwecke von Verbesserungen beim
Arbeitseinsatz im Rahmen der bestehenden Vorschriften und Ge-
setze und des geordneten Geschaftsganges zu erfiillen haben.
Dariiber hinaus ist es jedoch erforderlich, daB Sie Ihrerseits
die fur Ihren Bezirk zustandigen Gauleiter standig iiber alle wich-
tigen Fragen auf dem Gebiet des Arbeitseinsatzes unterrichtet
halten. Es wird Ihre Aufgabe sein, zu diesem Zweck in dauernder
Fiihlung mit den Gauleitern zu bleiben und auch sicherzustellen,
daB eine gleiche Fiihlungnahme zwischen Ihren Mitarbeitern und
den zustandigen Sachbearbeitern bei den Gauleitungen unterhalten
wird. Nur wenn die Gauleiter und durch sie samtliche Hoheits-
trager der Partei jederzeit dariiber unterrichtet sind, welche Ziele
es auf dem Gebiet des Arbeitseinsatzes zu erreichen gilt, und welche
Wege gegangen werden miissen, um zu diesen Zielen zu gelangen,
konnen die Dienststellen der Arbeitseinsatzverwaltung bei ihrer
Arbeit von den Dienststellen der Partei die Hilfe erhalten, die sie
zur Durchfiihrung ihrer Aufgaben benotigen.
Insbesondere ist es unbedingt notwendig, daB die politischen
Dienststellen im einzelnen iiber Fragen und Aufgaben unterrichtet
sind, die sich aus der Durchfiihrung der mir iibertragenen Aufgaben
des Arbeitseinsatzes und vor allem aus dem Einsatz einer groBen
Anzahl fremdvolkischer Arbeitskrafte fiir den einzelnen deutschen
Volksgenossen ergeben. Wenn in einem Gaubezirk noch kiirzlich
erklart wurde: „Wenn in diesem Winter im Gau jemand erfrieren
muB, so sollen zunachst die Russen (d. h. die im Gau eingesetzten,
russischen Zivilarbeiter) erfrieren“, so laBt eine solche AuBerung
deutlich erkennen, daB in diesem Gaubereich die Verbindung
zwischen Arbeitseinsatzverwaltung und den zustandigen politischen
Stellen noch nicht eng genug ist: denn es ist ja gerade eirie der
wichtigsten Aufgaben des Arbeitseinsatzes und der Zusammenarbeit
zwischen Ihnen und den Gauleitern als meinen Bevollmachtigten
fiir den Arbeitseinsatz, dafiir Sorge zu tragen, daB die der deutschen
Riistungs- und Ernahrungswirtschaft
218
3352-PS
— Seite 535 —
zugefiihrten fremdvolkischen Krafte so gehalten werden, daB sie
ein HochstmaB an Leistung zu vollbringen vermogen. Es geht des-
halb keinesfalls an, nur die deutschen Volksgenossen vor Mangel-
erscheinu ngen schutzen zu wollen und unbedenklich eine
ungeniigende Versorgung der fremdvolkischen Arbeitskrafte in Kauf
zu nehmen, vielmehr ist es notwendig, sich jederzeit bewuBt zu sein,
daB zur Erringung des Sieges nicht allein von den deutschen Volks-
genossen, sondern auch von den fremdvolkischen Arbeitskraften ein
HochstmaB an Leistung verlangt werden muB, und es unsinnig
ware, fremdvolkische Arbeitskrafte unter hohem Aufwand fur die
deutsche Wirtschaft heranzuholen und einzusetzen, sie dann aber
infolge mangelnder Versorgung in ihrer Leistungsfahigkeit absinken
oder vielleicht zugrunde gehen zu lassen.
Ich mache es Ihnen und Ihren Mitarbeitern deshalb nochmals
zur Pflicht, mit den Gauleitern und deren Sachbearbeitem in alien
wichtigen und grundsatzlichen, Fragen des Arbeitseinsatzes auf das
engste zusammenzuarbeiten und insbesondere die Gauleiter fort-
laufend dariiber unterrichtet zu halten, welche Aufgaben auf dem
Gebiet des Arbeitseinsatzes in Ihrem Bezirk zu bewaltigen sind.“
(Vgl. „Der Gauwirtschaftsberater“ Nr.92/42).
— Seite 563 —
Stellung der auslandischen Arbeiter im Betrieb. vom 4
Das Amt fur Arbeitseinsatz hat im Einvernehmen mit dem Amt
Soziale Selbstveranwortung und nach Genehmigung durch die
Partei-Kanzlei zur Frage der Stellung der auslandischen Arbeiter im
Betrieb folgende Richlinien bekanntgegeben:
„Der deutsche Betriebsfuhrer hat die Aufgabe, mit der deutschen
Gefolgschaft und den auslandischen Arbeitskraften Hochstleistungen
zu erzielen. Dabei ist davon auszugehen, daB die deutsche Gefolg-
schaft in erster Linie Trager der Leistungen des Betriebes ist. Die
Arbeitsfreude und Einsatzbereitschaft der deutschen Arbeitskame-
raden darf darum auf keinen Fall durch eine materielle Besserstel-
lung der auslandischen Arbeitskrafte gefahrdet werden.
Die Zusammenarbeit der deutschen Frau mit Auslandern muB
auf ein MindestmaB beschrankt sein. Soweit es die Verhaltnisse und
die Fertigung irgendwie erlauben, muB eine Zusammenarbeit der
deutschen Frau mit Auslandern ganz unterbleiben.
Bei der Behandlung der auslandischen Arbeitskrafte ist davon
auszugehen, daB diese freiwillig nach Deutschland gekommen sind
219
-3352-FS
und ihre Arbeitskraft fur die Durchfiihrung kriegswichtiger Auf-
gaben zur Verfiigung stellen. Fur die Erhaltung ihrer Arbeitsfreude
ist die Beachtung der vertraglichen Bedingungen, absolut gerechte
Behandlung und eine umfassende Fursorge und Betreuung Voraus-
setzung.
I. Die arbeitsrechtliche Gleichstellung der
auslandischen Arbeitskrafte.
Zur Sicherung des Arbeitsfriedens im Betrieb und zur Erhaltung
der Leistungsbereitschaft der auslandischen Arbeitskrafte ist diesen
die Gleichstellung hinsichtlich der Arbeitsbedingungen und der Be-
handlung mit vergleichbaren deutschen Arbeitskraften zugesichert.
— Seite 564 —
Ein Anspruch auf betriebliche Sonderleistungen, die auf Grund der
nationalsozialistischen Fursorgepflicht des Betriebsfiihrers gegenuber
seiner Gefolgschaft gewahrt werden, wie Kinder- und Geburten-
beihilfen, ubertarif liche Leistungen in Krankheitsfallen, Unterstiitzung
bei wirtschaftlicher Not, Treuepramien und Ausbildungsbeihilfen,
ist nur fur reichs- und volksdeutsche Gefolgschaftsangehorige
berechtigt.
Soweit auf Grund der gegenwartigen Fassung der Betriebs-
ordnungen auch auslandische Arbeitskrafte Anspruch auf diese
Leistungen erheben konnen, werden entsprechende Abanderungen
der Betriebsordnungen begriiOt, um diesen Grundsatz , zur Durch-
fuhrung zu bringen.
II. Unterbringung.
Die auslandischen Arbeitskrafte miissen in Gemeinschaftslagern
untergebracht werden.
Die Privatunterbringung ist nur zulassig bei Angestellten sowie
voriibergehend bei Arbeitern bis zur Erstellung der erforderlichen
Wohnlager.
In den Lagern sind die verschiedenen Nationalitaten getrennt
unterzubringen. Ein Zusammenwohnen Deutscher Oder Volks-
deutscher mit auslandischen Arbeitskraften ist auf jeden Fall zu
vermeiden.
III. Teilnahme an Feiern und Veranstaltungen.
Eine gemeinsame Freizeit- und Feiergestaltung deutscher
und auslandischer Arbeitskrafte ist nicht durchfuhrbar.
Den einzelnen Nationalitaten ist bei der Gestaltung ihrer
gebrauchlichen Feiertage weitgehend Selbstandigkeit zugestanden
220
3352-PS
worden. Das Recht auf Arbeitsruhe fur die politischen und kirch-
lichen Feiern ist fur die einzelnen Nationalitaten durch die zwischen-
staatlichen Vertrage und durch Anordnungen der zustandigen
deutschen Behorden geregelt. Bei der Gestaltung dieser Feiern haben
die einzelnen Nationalitaten weitgehend Selbstandigkeit. Ebenso ist
bei der Freizeitgestaltung und bei der kulturellen Betreuung den
einzelnen Nationen weitgehend Selbstandigkeit eingeraumt worden.
Auf der anderen Seite sind die Betriebsappelle, politischen Feiern
und Betriebsgemeinschaftsfeste ausschlieBlich den deutschen Gefolg-
schaftsangehorigen vorbehalten. Auslander konnen an ihnen nur als
Gaste auf Einladung des Betriebsfiihrers, die in Ubereinstimmung
mit dem Betriebsobmann zu erfolgen hatte, teilnehmen.
Betriebliche Zusammenkiinfte, die der einheitlichen Ausrichtung
— Seite 565 — * . . * ^
samtlicher im Betrieb Beschaftigten dienen, sind als Betriebs- oder
Belegschaftsversammlungen durchzufiihren. Sie sind nicht als Be-
triebsappelle Oder Gemeinschaftsversammlungen zu bezeichnen.
IV. BeitragsmaBige Erfassung durch die DAF.
Die beitragsmaBige Erfassung aller nichtlandwirtschaftlichen aus-
landischen Arbeitskrafte durch die Deutsche Arbeitsfront ist durch
die Betreuungsarbeit der DAF. begriindet, die auch dem Auslander
zugute kommt.
Die Dienststellen der DAF. sind fiir den Dienstgebrauch mit
diesen Richtlinien versehen worden. Zur einheitlichen Ausrichtung
fur die Bearbeitung von Merkblattern zur Aufklarung der Betriebs-
fiihrer und ihrer Gefolgschaften wurde die DAF., Amt fiir Arbeits-
einsatz, veranlaBt, eine Uberpriifung der in den Gauwaltungen der
DAF. herausgegebenen Merkblatter auf diesem Gebiet vorzunehmen.
Die Uberpriifung ist bereits eingeleitet und wird unter Zugrunde-
legung der oben bekanntgegebenen Richtlinien vorgenommen. Die
daraufhin neu herauszugebenden Merkblatter werden mit der Partei-
Kanzlei, der Reichspropagandaleitung, dem Auswartigen Amt, dem
Generalbevollmachtigten fiir den Arbeitseinsatz und dem Reichs-
sicherheitshauptamt abgestimmt. Dariiber hinaus wird beschleunigt
ein allgemeines Schulungsmaterial fiir die Aufklarung der deutschen
Arbeiter in den Betrieben fiber den Auslandereinsatz und das Ver-
halten zu den Auslandern vorbereitet.“
Stellung und Behandlung der Arbeitskrafte aus dem Osten v- L 38/515
vom 29. 5. 1942
Der Reichsfiihrer it und Chef der Deutschen Polizei hat in seiner
Anordnung vom 9. April 1942 folgendes verfugt: «
221
3352-PS
„Die Arbeitskrafte aus dem altsowjetischen Gebiet durfen nach
wie vor ihre Unterkiinfte nur zur Verrichtung der Arbeit verlassen.
Das absolute Ausgehverbot wird jedoch dahin gelockert, daB
bewahrten Arbeitskraften — gewissermaBen als Belohnung —
in geschlossenen Gruppen unter hinreichender deutscher
A u f s i c h t Ausgang gewahrt werden darf. Die Aufsicht ist von
den Wachmannschaften oder dem Betriebspersonal zu stellen. Bei
MiBstanden, Flucht u. a. m. ist die Ausgangserlaubnis zu sperren.
Da die Arbeitskrafte aus dem altsowjetischen Gebiet zum Ver-
lassen der Unterkiinfte nur zur Verrichtung ihrer Arbeit berechtigt
sind und dies in ihrem Ausweis vermerkt ist, ist darauf zu achten,
daB sich das deutsche Begleitpersonal legitimieren und gegebenen-
— Seite 566 — '
falls seine Berechtigung zum Ausfiihren der Arbeitskrafte durch
Bescheinigung des Betriebes nachweisen kann.
Im iibrigen spielt sich die gesamte Freizeit der Arbeitskrafte aus
dem altsowjetischen Gebiet wie bisher in den Unterklinften ab.“
Fur die Unterbringung und Bewachung der aus dem altsowjeti-
schen Gebiet stammenden Arbeitskrafte hat der Reichsfiihrer ft
und Chef der Deutschen Polizei mit ErlaB vom 9. April 1942 folgende
Bestimmungen getroffen:
„Unterbringung:
1. Die Umzaumung der Lager darf nicht mit Stacheldraht ver-
sehen sein. Bisher verwendeter Stacheldraht ist zu entfernen.
2. In kleineren landwirtschaftlichen Betrieben, in denen der Einzel-
einsatz gestattet 1st, kann, falls eine geschlossene Unterbringung
auf uniiberwindliche Schwierigkeiten stoBt (z. B. in weit ausein-
andergezogenen Dorfern), auch fiir mannliche Arbeitskrafte aus
dem altsowjetischen Gebiet eine Einzelunterbringung in fest ver-
schlieBbaren und gut zu uberwachenden Unterkunften gestattet
werden, w e n n sich eine deutsche mannliche Arbeitskraft auf
dem Grundstiick befindet, die die Kontrolle iibernehmen kann.
3. Familien brauchen auch in den Unterkunften nicht getrennt zu
werden. In geschlossenen Lagern hat ihre Unterbringung mog-
lichst in besonderen Raumen zu erfolgen. Sind sie in kleineren
landwirtschaftlichen Betrieben eingesetzt, kann eine Unterbringung
der Familien unter den zu Ziffer 2 genannten Voraussetzungen
erfolgen.
Bewachung:
1. Konnen im Einzelfall die vorgesehenen Wachmannschaften Wegen
Personalmangels nicht bereitgestellt werden, oder wiirden bei
222
3352-PS
kleinen Lagern die Kosten fur die Wachmannschaften nach Fest-
stellung der zustandigen Staatspolizeileitstelle die Betriebsfiihrer
liber Gebiihr belasten, so kann unter Aufsicht der Staatspolizei-
leitstelle bzw. der von ihr bestimmten Polizeidienststelle durch
die Betriebe eine hinreichende Bewachung — etwa in Form eines
Selbstschutzes — siehergestellt werden.
2. Soweit unter den obengenannten Voraussetzungen eine Einzel-
unterbringung gestattet ist, bedarf es nicht des Einsatzes
besonderer Wachmannschaften. Die auf dem Grundstiick befind-
lichen deutschen mannlichen Arbeitskrafte sind zu laufender
Kontrolle verpflichtet.“
— Seite 567 —
Arbeitseinsatz von Ostarbeitern; hier: Merk- r. 122 42
blatter fur Betriebsfiihrer und Ostarbeiter vom 4* 8
Der Generalbevollmachtigte fiir den Arbeitseinsatz hat, nachdem
nunmehr die Ostarbeiter starker zum Einsatz kommen, Merkblatter
fiir die Betriebsfiihrer und fiir die Ostarbeiter herausgegeben. Zu
Ihrer Unterrichtung fiige ich die Lagerordnung der DAF. bei; den
Betriebsfiihrern gehen die Merkblatter liber die1)
Bei der Fassung der Merkblatter hat der Generalbevollmachtigte
fiir den Arbeitseinsatz die verschiedenen Anregungen der Gauleiter
beriicksichtigt. Die von den Dienststellen des Reichsfiihrers jfjf vor-
geschriebenen MaBnahmen zur Sicherstellung des notwendigen
Abstandes des deutschen Volkes gegeniiber den Ostarbeitern sind
ebenfalls aufgenommen.
Einem Wunsche des Generalbevollmachtigten fiir den Arbeits-
einsatz, Gauleiter Sauckel, entsprechend, empfehle ich, daB sich die
Hoheitstrager gelegentlieh in den Betrieben von der Durchfiihrung
der fiir den Einsatz von Ostarbeitern getroffenen Bestimmungen
iiberzeugen. Diese Einschaltung der Hoheitstrager erschein.t zweck-
maBig, um einerseits die Betriebsfiihrer zur Befolgung der vom
Generalbevollmachtigten fiir den Arbeitseinsatz herausgegebenen
Bestimmungen anzuhalten und andererseits zu verhindern, daB
politisch ungeschickte Betriebsfiihrer den Ostarbeitern ein tJbermaB
an Betreuung zukommen lassen und damit berechtigte Verargerung
unter den deutschen Arbeitern hervorrufen.
Lagerordnung fiir Ostarbeiter
Ostarbeiter! Du findest in Deutschland Lohn und Brot und sicherst
mit Deiner Arbeit auch die Versorgung Deiner Familie in der Heimat.
Du erwartest in Deutschland eine anstandige Behandlung. Diese
x) Im Dokument fehlt die Fortsetzung
1942
223
3352-PS
wird Dir zuteil, wenn Du Dich ordentlich und anstandig verhaltst,
Deine Arbeit piinktlich und zuverlassig verrichtest und den Anord-
nungen und MaBnahmen der deutschen Behorden, Deines neuen
Betriebsfiihrers und seiner Beauftragten pflichtgetreu naehkommst.
Das Zusammenwohnen vieler Menschen in einem Lager macht eine
strenge Disziplin notwendig. Darum ist fur Dich erste Pflicht die
Beachtung folgender
Lagerordnung :
1. Die Leitung des Lagers liegt in den Handen des deutschen *
Lagerfiihrers. Zur Durchfiihrung seiner Aufgaben bedient er
sich des Lagerpersonals und der Wache.
— Seite 568 —
2. Den Anordnungen des Lagerfiihrers, des Lagerpersonals, der
Wache und des Dolmetschers ist unbedingt und sofort Folge zu
leisten.
3. Der Lagerfuhrer ernennt aus cier Belegschaft fur jede Stube
Stubenordner und fur das gesamte Lager den Lageraltesten (in
groBeren Lagern werden mehrere Stuben unter Bestellung eines
Barackenordners zusammengefaBt). Den Anordnungen dieser
Personen, die auf Weisung des Lagerfiihrers tatig werden, ist
unverziiglich nachzukommen.
4. Der Lageralteste ist fur Ruhe, Ordnung und Sauberkeit, Ver-
meidung von Brandgefahr in dem Lager und Durchfiihrung der
ihm iibertragenen Aufgaben verantwortlich. Die zur Aufrecht-
erhaltung der Ordnung und Sauberkeit innerhalb des Lagers
erforderlichen Manner bestimmt der Lageralteste abwechselnd
aus samtlichen Baracken bezw. Stuben.
5. Die Baracken- bezw. Stubenordner sorgen fur Ruhe, Ordnung
und Sauberkeit, fur Vermeidung von Brandgefahr in Baracken,
Stuben, Waschraumen und Aborten. Alle anfallenden Arbeiten,
wie Reinigung der Stuben, Fensterputzen, Feuerungsempfang
usw., besorgen die Stubeninsassen selbst. Die hierfiir erforder-
lichen Personen werden von dem Baracken- bzw. Stubenordner
abwechselnd dazu bestimmt.
6. Das eigenmachtige Verlassen des Lagers ist strengstens ver-
boten. Der Ausgang von Lagerinsassen wird vom Lagerfuhrer
geregelt. Das Verlassen des Lagers ist nur in geschlossenen
Trupps und unter Fiihrung eines vom Wachhabenden Bestimm-
ten zulassig.
7. Die Lagerinsassen haben sich stets hoflich und anstandig zu
betragen und dem Lagerfuhrer wie dem gesamten Lagerpersonal
mit Respekt zu begegnen.
224
3352-PS
Betreten Mitglieder der Betriebsfiihrung sowie Uniformtrager
der Partei und der Wehrmacht die Stuben, so haben alle In-
sassen sofort aufzustehen, sofem nicht bereits Bettruhe ein-
getreten ist.
Streitigkeiten unter der Stubenbelegschaft regelt der
Stubenordner und meldet sie, falls sein Einschreiten ohne Erfolg
ist, unverziiglich der Lagerfiihrung.
8. Fur die genaueste Einhaltung der Verdunklungsvorschriften
ist der Barackenordner und Stubenordner sowie die gesamte
Stubenbelegschaft verantwortlich. Zwischen Sonnenuntergang
und Sonnenaufgang darf kein Licht eingeschaltet werden, so
lange die Verdunkelung nicht ordnungsgemaB durchgeflihrt
— Seite 569 —
ist. Bei VerstoBen gegen die Verdunkelungsvorschriften werden
alle Stubeninsassen zur Verantwortung gezogen.
9. Die Stubenordner haben . ein Verzeichnis der betriebs- oder
lagereigenen Einrichtungsgegenstande aufzustellen und sichtbar
aufzuhangen. An der Bettstatt eines jeden Stubeninsassen ist
sein Namensschild anzubringen.
10. Fur empfangene Decken, Bettwasche, Handtiicher, Geschirr usw.
haftet in erster Linie jeder Lagerinsasse selbst.
Das gleiche gilt fiir Beschadigungen oder Abhandenkommen
der emofangenen Sachen.
11. Mutwillige Beschadigungen, Beschmieren und Beschmutzen von
Gegenstanden und Einrichtungen des Lagers ist streng verboten.
12. Jeder Lagerinsasse ist verpflichtet, seinem Stubenordner Mit-
teilung zu machen, wenn er von ansteckenden Krankheiten und
Ungeziefer befallen ist. Diese Meldung iiber das Vorhandensein
von Ungeziefer in den Stuben sowie allgemeine Krankmeldung
hat der Stubenordner sofort der Lagerfiihrung mitzuteilen.
13. Im Lagergebiet hat groBte Sauberkeit und Ordnung zu herrschen.
Papier und sonstige Gegenstande durfen nur in die dafiir
bestimmten Behalter geworfen werden.
14. Trotz des Krieges ist der Postverkehr mit der Heimat ermoglicht
worden, so daB jeder an seine Angehorigen auf dem ordentlichen
Postwege schreiben kann. Die Benutzung eines anderen Weges
zur Obermittlung von Nachrichten (z.B. durch Feldpostnummern)
ist verboten. Jeder Briefschreiber muB sich dariiber klar sein,
daB seine Mitteilungen der Wahrheit entsprechen miissen.
Die ausgehende Post ist bei der Lagerfiihrung abzugeben.
Briefmarken durfen von den Lagerinsassen auf die Umschlage
nicht aufgeklebt werden.
225
3S52-PS
Es soil nicht haufiger als zweimal im Monat geschrieben
werden, um die Zustellung aller Briefsendungen zu gewahr-
leisten.
Die eingehende Post wird von der Lagerfuhrung verteilt.
15. Gliicksspiele aller Art um Geld oder Wertgegenstande (z. B.
Kleidungsstiicke) sind verboten.
16. Schadenfeuer, Waldbrande und ahnliche plotzliche Schadens-
falle im Lager oder in unmittelbarer Nahe des Lagers sind
unverzuglich der Wache zu melden. Jeder Lagerinsasse hat sich
zur Hilfeleistung bereitzuhalten. Bei derartigen Ereignissen
haben sich die Lagerinsassen ruhig zu verhalten, die Weisurn
— Seite 570 —
gen der Lagerfuhrer abzuwarten und vor alien Dingen auch
hierbei nicht eigenmachtig das Lager zu verlassen.
17. Der Essensempfang wird fur das gesamte Lager oder Teile
desselben durch Anschlag bekanntgemacht. Die bekanntgegebe-
nen Zeiten sind genau einzuhalten, da auBerhalb derselben
keinerlei Verpflegung ausgegeben wird.
18. Das Wecken richtet sich nach dem Beginn der Arbeitszeit. Die
Zeiten der Bettruhe werden durch die Lagerfuhrung durch An-
schlag bekanntgegeben. Jeder Arbeiter hat Anspruch auf Ruhe.
Darum ist nach Eintritt der Bettruhe jeder Larm und jede
Storung der Nachtruhe zu vermeiden.
19. Wer Anspruch darauf erhebt, im Lager als ordentlicher und
[anstandiger Mensch zu gelten und behandelt zu werden, muB]1)
auch seine Arbeit an dem ihm im Betrieb zugewiesenen Arbeits-
platz pflichtgetreu erfiillen. Es darf sich daher keiner um die
Arbeit driicken, Krankheit vorschiitzen oder seine Arbeit nach-
lassig verrichten.
Die Baracken- und Stubenordner haben auch in dieser Hin-
sicht belehrend auf ihre Baracken- bzw. Stubenangehorigen
einzuwirken.
20. Jeder Lagerinsasse hat das Recht, Wiinsche oder Beschwerden
beim Lagerfuhrer bzw. dem Lagerpersonal vorzubringen. Er
soil sich aber zunachst an seinen Stubenordner wenden. Wer
Beschwerden hat, soil sich aber selbst dazu bekennen. Sie sind
daher von jedem einzelnen vorzubringen.
Das Sammeln von Unterschriften fur Beschwerdeschriften
usw. ist verboten. Glauben mehrere, aus dem gleichen AnlaB
Grund zur Beschwerde zu haben, so tragen sie dies ihrem
Stuben- bzw. Barackenordner vor, der diese unverzuglich der
l) [ ] dieser Text ist im Dokument als Zeile irrtiimlich hinter Nr. 18 gesetzt.
226
3352-PS
Lagerfiihrung mitzuteilen hat. Auf keinen Fall werden aber
wegen angeblichen Vorliegens von Besehwerdegriinden Zusam-
menrottungen Oder Larmszenen geduldet. Ein solches Verhalten
wird als Meuterei betrachtet.
21. VerstoBe gegen die vorgenannten Bestimmungen werden je
nach der Schwere des Vergehens bestraft. Wer bereits einmal
wegen unbotmaBigen Verhaltens mit Strafe belegt worden ist,
wird bei abermaligen Verfehlungen mit scharferen Strafen zu
rechnen haben.
Jeder Lagerinsasse, vor alien Dingen aber die Stubenbeleg-
schaften sind verpflichtet, beabsichtigte Verfehlungen einzelner
Elemente, vor allem auch das unberechtigte Verlassen des Lagers
von vornherein zu verhindern und zu unterbinden. Desgleichen
sind begangene Verfehlungen ebenfalls der Lager-
— Seite 571 —
fiihrung mitzuteilen, so wie sie bekannt werden. Werden die
Tater nicht ermittelt oder wird festgestellt, daB die Belegschaft
den Tater nicht in moglicher Weise von der Tat abgehalten hat,
wird die gesamte Stuben-, Baracken- bzw. Lagerbelegschaft mit
Strafe belegt werden.
Es besteht nicht die Absicht, moglichst viel Strafen auszu-
sprechen. Darum sorge jeder selbst fur ein anstandiges Ver-
halten seiner Person und seines Nachbarn. Dann wird von den
Strafmoglichkeiten nur wenig Gebrauch gemacht werden und
sich jeder einer anstandigen Behandlung erfreuen.
Fiihrung der Ostarbeiterlager obliegt der DAF. v. 1.55/737
vom 4. 8. 1942
Die Deutsche Arbeitsfront hat die Betriebsfiihrer und Betriebs-
obmanner tiber diesen Fragenbereich wie folgt unterrichtet:
„Nach der Anordnung Nr. 4 vom 7. Mai 1942 des Generalbevoll-
machtigten fiir den Arbeitseinsatz, Gauleiter Sauckel, obliegt der
Deutschen Arbeitsfront, Amt fiir Arbeitseinsatz, auch die Betreuung
der Ostarbeiter im Reich. Demzufolge hat der Lagerfuhrer in Ost-
arbeiterlagern die Betreuungsaufgaben der Deutschen Arbeitsfront
durchzufuhren. Er wird vom Betrieb eingesetzt und muB von der
DAF. und der Staatspolizei bestatigt sein. Hinsichtlich der Betreu-
ungsaufgaben untersteht er der zustandigen Dienststelle der DAF.,
hinsichtlich der Sicherungsaufgaben dem politischen Abwehrbeauf-
tragten. Der Lagerfuhrer ist fur die ordnungsmaBige Fiihrung seines
Lagers, insbesonders die Einhaltung der Lagerordnung, verant-
wortlich.
227
3352-PS
Die Lagerordnung fiir Ostarbeiter muB in alien Raumen und an
alien Anschlagtafeln gut sichtbar angebracht sein. Sie wird drei-
sprachig (deutsch, russisch, ukrainisch) gedruckt und ist durch die
Betriebe vom Verlag der Deutschen Arbeitsfront, Abteilung Buch-
vertrieb, Berlin C 2, Markischer Platz 1, zu beziehen.
Die Anweisungen fur Lagerfiihrer von Ostarbeiterlagern werden
den Lagerfiihrern iiber die Gau- bzw. Kreisdienststellen der DAF.
zugestellt. Betriebe bzw. Lager, die noch nieht im Besitz dieser An-
weisungen sind, fordern dieselben bei der zustandigen DAF.-Kreis-
waltung an“.
Kennzeichnung der Ostarbeiter vom 13
Verschiedentlich wurde bei den Generalbevollmachtigten fiir den
Arbeitseinsatz angeregt, den .ukrainischen Ostarbeitern eine beson-
dere Kennzeichnung zu geben, da diese in dem Abzeichen
— Seite 572 —
„Ost“ eine Diffamierung sehen. Der Reichsfiihrer und Chef der
Deutschen Polizei hat hierzu wie folgt Stellung genommen:
„Unter Bezugnahme auf die in meinem Schreiben vom 20. 5. 1942
dargelegten Griinde kann ich mich auchheute nicht dazu entschlieBen,
von einer Kennzeichnung der Arbeitskrafte aus dem altsowjetischen
Gebiet mit dem Kennzeichen ,Ost‘ abzugehen.
Ich bin selbstverstandlich auch Ihrer in dem oben angefiihrten
Schreiben dargelegten Auffassung, daB der deutsche Mensch den
Osten nicht mit „RuBland“ gleichsetzen darf. Die Kennzeichnung der
Arbeitskrafte aus dem altsowjetischen Gebiet mit dem Kennwort
.Ost‘ kann aber einer Gleichsetzung des Begriffs Osten mit dem Be-
griff „RuBland“ zumindest so lange nicht forderlich sein, als man
von Ostarbeitern, besetzten Ostgebieten spricht und auch sonst
laufend Redewendungen braucht, die sich immer wieder auf das
,Ost‘ beziehen. In Anbetracht der im Verhaltnis zur Gesamtzahl der
Ostarbeiter geringen Zahl der im Reich eingesetzten volkstums-
maBigen Russen besteht z. Z. zwar keine Gefahr, daB durch eine
Kennzeichnung mit ,R‘ das Gegenteil von der beabsichtigten Wirkung,
namlich eine Gleichsetzung von dem ,Osten‘ und ,RuBland‘ herbei-
gefuhrt wiirde. Praktische Schwierigkeiten ergeben sich aber vor
allem auch bei der Kennzeichnung der Ukrainer mit ,U‘, da es ja
Hunderttausende von Ukrainern aus dem Generalgouvemement
gibt, die nicht gekennzeichnet sind. Wenn man nun von der Be-
zeichnung , Ostarbeiter* abgeht und dafur die Bezeichnung Russen,
228
3352-PS
Ukrainer usw. wahlen wiirde, wozu eine unterschiedliche Kenn-
zeichnung notwendigerweise fiihren miiBte, so wiirde dies vor alien
Dingen in den Betrieben zu einer weit groBeren Verwirrung fiihren
als bisher und die Schwierigkeiten einer den Vorschriften entspre-
chenden unterschiedlichen Behandlung, die auf die Ukrainer aus
dem Generalgouvernement einerseits und aus dem Reichskommis-
sariat Ukraine andererseits anzuwenden ist,wiirden noch vergroBert.“
W e g g e 1 a s s e n sind:
Verordnung I. 6/64 vom 21. Januar 1942 iiber die arbeitsrechtliche Stellung der
Polen in der Land- und Forstwirtschaft
— Seite 574 —
Verordnung I. 73/958 vom 10. November 1942 iiber den Urlaub der im Reich
eingesetzten polnischen Zivilarbeiter und -arbeiterinnen.
— Seite 577 —
Verordnung I. 38/415 vom 4. September 1941 iiber Verbot der Teilnahme am
Betriebssport fur polnische Arbeiter.
Verordnung I. 3/6 vom 9. Oktober 1940 iiber Ausbildung von polnischen Jugend*
lichen fiir die gewerblidie Wirtschaft
— Seite 578 —
Anordnung 65/42 vom 12. September 1942 (RVB1) iiber Einsatz hauswirtschaft<
licher Ostarbeiterinnen.
— Seite 583 —
Sonderaktion des GBA zur Hereinholung von Ostairbeiterinnen zugunsten kin-
derreicher stadtischer und landlicher Hausbaltungen vom 8. September 1942.
— Seite 589 —
Merkblatt fiir Hausfrauen iiber die Beschaftigung hauswirtschaftlicher Ostarbei-
terinnen vom 8. September 1942.
— Seite 596 —
Verordnung I. 73/952 vom 10. November 1942 iiber Einsatz hauswirtschaftlicher
Ostarbeiterinnen.
Verordnung I. 23/314 vom 25. Marz 1942 iiber Erhebung von Betreuungsbeitra-
gen zur DAF. von auslandischen landwirtschaftlichen Arbeitern.
Verordnung I. 61/815 vom 11. September 1942 iiber Wochenzeitungen fiir aus-
landische Arbeitskrafte in Deutschland.
229
3352-PS
— Seite 598 —
Verordnung I. 24/204 vom 28. Mai 1941 iiber Filmische Betreuung der Arbeits
lager.
Verordnung I. 34/464 vom 12. Mai 1942 iiber Ausstattung von Norwegerinnen
mit deutschen Kleiderkarten.
— Seite 599 —
Verordnung I. 6/51 vom 6. Februar 1941 iiber Familienheimfahrten wahrend
der Kriegszeit fiir auslandische Arbeitskrafte im Deutscben Reicb.
•
Verordnung I. 34/462 vom 12. Mai 1942 iiber Gewahrung von Familienheimfahr-
ten an franzosische Arbeitskrafte, die „en menage44 leben.
RunderlaB 121/41 vom 13. Oktober 1941 iiber Vermeidung von MiBstimmung
und Verbitterung unter den im Reich als Arbeitskrafte tatigen Angehorigen
anderer Nationen.
Verordnung I. 29/270 vom 3. Juli 1941 iiber Boykott in den besetzten Gebieten
gegen im Reich beschaftigte auslandische Arbeiter.
— Seite 600 —
Verordnung I. 30/401 vom 24. April 1942 iiber Abhoren auslandischer Rund-
funksender durch in Deutschland beschaftigte auslandische Arbeiter.
— Seite 601 —
Verordnung I. 52/700 vom 21. Juli 1942 iiber Tragen der OT.-Uniform durch
auslandische Arbeitskrafte.
Verordnung I. 16/191 vom 25. Februar 1942 iiber Aufsammlung von Feind
flugblattern durch auslandische Arbeiter und Gefangene.
Verordnung I. 60/802 vom 4. September 1942 iiber Behandlung der aus dem
Westen zum Arbeitseinsatz kommenden polnischen Arbeitskrafte.
— Seite 602 —
Verordnung I. 60/805 vom 4. September 1942 iiber brieflichen Verkehr zwischen
Wehrmachtangehorigen und fremdvolkischen Arbeitskraften aus den Ostgebieten.
— Seite 603 —
Verordnung I. 11/80 vom 25. Februar 1941 iiber Behandlung von Angehorigen
der Feindstaaten und polnischen Arbeitern in den Krankenanstalten.
— Seite 604 —
Verordnung I. 41/551 vom 9. Juni 1942 iiber Behandlung von Angehorigen der
Feindstaaten sowie von polnischen und sowjetrussischen Arbeitern in Kranken-
anstalten.
230
DOCUMENT 3355-PS
AFFIDAVIT OF ROBERT KEMPNER, 8 DECEMBER 1945: MARTIN
BORMANN’S CRIMINAL RECORD; HIS SENTENCE 1924 FOR COM-
PLICITY IN A POLITICAL MURDER (EXHIBIT USA-682)
AFFIDAVIT
I, ROBERT M. W. KEMPNER, an expert Consultant of the War
Department appeared before the undersigned attesting officer and
having been duly sworn stated as follows:
In my capacity as Superior Government Counsellor and Chief
Legal Advisor of the pre-Hitler Prussian Police Administration, I
became officially acquainted with the criminal record of Martin
Bormann, identical with the Defendant Martin Bormann now under
indictment before the International Military Tribunal in Niirnberg,
Germany.
The official criminal record of Martin Bormann contained the
following entry:
BORMANN, MARTIN, sentenced on May 15, 1924, by the State
Tribunal for the protection of the Republic, in Leipzig, Germany,
to one year in prison, for having been an accomplice in the com-
mission of a political murder.
Robert M W Kempner
ROBERT M. W. KEMPNER
Subscribed and sworn to before me this 8th day of December
1945.
Norman A. Stoll
NORMAN A. STOLL
Captain, JAGD
231
DOCUMENT 3357-PS
CORRESPONDENCE BETWEEN PAPEN, HITLER AND HINDENBURG,
7 TO 10 APRIL 1933: PAPEN RESIGNS FROM HIS OFFICE AS REICH
COMMISSIONER FOR PRUSSIA; GORING IS APPOINTED PRUSSIAN
PREMIER (EXHIBIT GB-239)
BESCHREIBUNG:
U im BegIVm Ti (blau)
Briefwechsel zwischen dem Reichspa-asidenten, Adolf Hitler, dem Reichs-
kommissar fiir PreuBen Franz von Papen (und Reichsminister Goring) vom
7. bis 10. April 1933 uber den Riicktritt des Reichskommissars und die Ernen-
nung Gorin gs zum PreuBischen M inis ter p*r aside n ten.
Entnomraen aus „Dokumente der deutschen Politik44.
Papen an Hitler.
Sehr verehrter Herr Reichskanzler!
Mit der am heutigen Tage vom Reichskanzler verabschiedeten
Vorlage eines Gesetzes zur Gleichschaltung der Laender mit dem
Reich ist ein Gesetzgebungswerk begonnen, das fuer die staats-
politische Entwicklung des Deutschen Reiches von historischer
Bedeutung sein wird. Der Schritt, den die mir seinerzeit unter-
stellte Reichsregierung am 20. Juli 1932 zur ' Beseitigung des
Dualismus zwischen Reich und Preussen getan hat, erhaelt seine
Kroenung durch die nunmehrige neue enge gesetzliche Verflech-
tung der Interessen des Landes Preussen mit denen des Reichs.
Sie, Herr Reichskanzler, werden, wie einst der Fuerst Bismarck,
nunmehr in der Lage sein, die Politik des groessten der deutschen
Laender in alien Punkten mit der des Reiches gleichzuschalten.
Nachdem das neue Gesetz Ihnen die Moeglichkeit gibt, den Preus-
sischen Ministerpraesidenten zu ernennen, bitte ich Sie, dem
Herrn Reichspraesidenten die Mitteilung machen zu wollen, dass
ich das Amt des Reichskommissars fuer das Land Preussen
gehorsamst in seine Haende zuruecklege.
In vorzueglicher Hochachtung
Ihr aufrichtig ergebener
gez. von Papen.
Hitler an Hindenburg.
Hochverehrter Herr Reichspraesident!
Der Vizekanzler von Papen hat an mich ein Schreiben gerichtet,
das ich zu Ihrer guetigen Kenntnisnahme diesem Briefe beilege.
232
3357-PS
Herr von Papen teilte mir schon in den letzten Tagen mit, er sei
mit Minister Goering uebereingekommen, von sich aus zurueck-
zutreten, sowie durch das neue Gesetz der Gleichschaltung der
Politik in Reich und Laendern die Einheitlichkeit der Fuehrung
der Regierungsgeschaefte in Reich und Preussen gewaehrleistet
sei.
Am Abend nach der Verabschiedung des neuen Gesetzes ueber
die Einsetzung der Reichsstatthalter sah Herr von Papen dieses
Ziel erreicht und bat mich, nunmehr die Ernennung des Preus-
sischen Ministerpraesidenten vorzunehmen, wobei er sich selbst
zur weiteren Mitarbeit an der Reichsregierung nunmehr voll zur
Verfuegung stellte.
Herr von Papen hat sich durch die Uebernahme der kommissa-
rischen Leitung Preussens in dieser schweren Zeit seit dem
30. Januar ein grosses Verdienst fuer die Durchsetzung des Ge-
dankens der Gleichschaltung der Politik in Reich und Laendern
erworben. Seine Mitarbeit im Reichskabinett, fuer die er nun-
mehr seine ganze Kraft zur Verfuegung stellt, ist eine unendlich
wertvolle, mein inneres Verhaeltnis zu ihm ein so herzlich freund-
schaftliches, dass ich mich aufrichtig freue ueber die grosse Hilfe,
die mir nunmehr dadurch zuteil wird.
In tiefer Verehrung
gez. Adolf Hitler.
3512
Hindenburg an Papen.
Lieber Herr von Papen! Ihrem Antrage um Entbindung von dem*
Amte des Reichskommissars fuer das Land Preussen habe ich
soeben entsprochen. Es draengt mich, Ihnen bei dieser Gelegen-
heit namens des Reiches wie eigenen Namens aufrichtig fuer die
grossen Verdienste zu danken, die Sie sich durch die Beseitigung
des Dualismus zwischen Reich und Preussen fuer die Durch-
setzung des Gedankens einer einheitlichen politischen Fuehrung
in Reich und Laendern erworben haben. Dass nunmehr Ihre
ganze Arbeitskraft der Reichsregierung zur Verfuegung steht,
begruesse ich mit Genugtuung.
Mit den besten Gruessen bin ich
in treuer Kameradschaft Ihr ergebener
von Hindenburg, Reichspraesident.
233
3357-PS
I, L.A. Hill, Major, hereby certify that the above is a correct and
true copy of an extract from D.d.d.P. Vol. I,p. 158.
Lt. Hill
Maj.
DAAG.
DOCUMENT 3358-PS
CIRCULAR OF THE GERMAN FOREIGN OFFICE TO GERMAN
REPRESENTATIVES ABROAD, 25 JANUARY 1939, ON NATIONAL
SOCIALIST POLICY IN RESPECT TO JEWS: ALL JEWS TO EMI-
GRATE FROM GERMANY, LEAVING THEIR PROPERTY BEHIND;
NO JEWISH STATE TO BE FORMED; WIDE DISTRIBUTION OF
JEWS DESIRED; ANTI-SEMITISM TO BE FOSTERED IN ALL
COUNTRIES TO GREATEST POSSIBLE DEGREE (EXHIBIT GB-158)
BESCHREIBUNG:
dreiteilig I begl. Phot
E r s t e s S : Bk 1 o dr I unter Anschrift Stp: zu Nr. 611/39 geh.Ausl. I Ecke
r u: 4244 (hs) darunter Wort uni
Auswartiges Amt
83-26 19/1 Ang.II Berlin, den 31.Januar 1939
In der Anlage iibersende ich mit der Bitte um Kenntnis-
nahme einen RunderlaB an die deutschen Auslandsbehorden
liber das Thema „Die Judenfrage als Faktor der AuBenpolitik
im Jahre 1938“.
Im Auftrag
Unterschrift (uni)
An
alle obersten Reichsbehorden
und AuBenpolitisches Amt der NSDAP
234
3358-PS
Zweites S: Phot einer begl. Phot, da eine Beschreibung spatere gedankliche
Rekonstruktion nicht moglich erscheinen laBt
hi i(c)
'o1 / ‘i « «
^*1
t ,) * 6 J )
o
:}
i
n n -
<fo .* £ >JL
- -?■ , • 15 £ V, \ J
235
3358-PS
Drittes S: Bk 1 o dr I Seite 1 Ecke o 1: RKM-Heer (hs) I unter T und r
unter Anschrift Stp: „Anl.zu Nr.1193/39 g.W.Wi“ (Zahlen hs) I 1 davon Zahlen
oder Buchstaben verstlimmelt I Ecke r u: 4244 (hs) I jeweils von ** bis *2
l n T Randstrich (hs)
Auswartiges Amt Berlin, den 25.Januar 1939.
83-26 19/1.
Inhaltsangabe:
Die Judenfrage als Faktor der
AuBenpolitik im Jahre 193 8.
1. Die deutsche Judenpolitik als Voraus-
setzung und Konsequenz der auBenpoli-
tischen Entsehliisse des Jahres 1938
2. Ziel der deutschen Judenpolitik: Aus-
wanderung
3. Mittel, Wege und Ziel der jiidischen
Auswanderung
4. Der ausgewanderte Jude als beste Pro-
paganda fur die deutsche Judenpolitik.
Es ist wohl kein Zufall, daB das Schicksalsjahr 1938 zugleich mit
der Verwirklichung des groBdeutschen Gedankens die Judenfrage
ihrer Losung nahegebracht hat. Denn die Judenpolitik war sowohl
Voraussetzung wie Konsequenz der Ereignisse des Jahres 1938. Mehr
vielleicht als die machtpolitische Gegnerschaft der ehemaligen Feind-
bundmachte des Weltkriegs hat das Vordringen jiidischen Einflusses
und der zersetzenden jiidischen Geisteshaltung in Politik, Wirtschaft
und Kultur die Kraft und den Willen des deutschen Volkes zum
Wiederaufstieg gelahmt. Die Heilung dieser Krankheit des Volks-
korpers war daher wohl eine der wichtigsten Voraussetzungen fur
die Kraftanstrengung, die im Jahre 1938 gegen den Willen einer
Welt den ZusammenschluB des groBdeutschen Reiches erzwang.
alle diplomatischen und berufskonsula-
rischen Vertretungen im Ausland
— Seite 2 —
Die Notwendigkeit fur eine radikale L5sung der Judenfrage ergab
sich aber auch als Konsequenz c(er auBenpolitischen Entwicklung, die
zu den im Altreich lebenden 500 000 Glaubensjuden weitere 200 000
in Osterreich einbrachte. Der unter dem Schuschnigg-System ins
237
3358-PS
* 1
* 2
MaBlose gewachsene EinfluB des Juden turns in der osterreichischen
Wirtschaft machte sofortige MaBnahmen notwendig, die die Aus-
schaltung des Judentums aus der deutschen Wirtschaft und den Ein-
satz des jiidischen Vermogens im Interesse der Allgemeinheit zum
Ziele hatten. Die als Vergeltung fiir die Ermordung des Gesandt-
schaftsrats vom Rath einsetzende Aktion hat diesen ProzeB so
beschleunigt, daB der jiidische Einzelhandel — bisher mit Ausnahme
auslandischer Geschafte — im StraBenbild vollig verschwunden ist.
Die Liquidierung der jiidischen GroBhandels- und Fabrikations-
betriebe und des Haus- und Grundbesitzes in der Hand von Juden
wird allmahlich so weit gefordert, daB in absehbarer Zeit von jiidi-
schem Besitz in Deutschland nicht rnehr gesprochen werden kann.
Allerdings ist darauf hinzuweisen, daB es sich nicht um eine ent-
schadigungslose Beschlagnahme jiidischen Vermogens handelt wie
z.B. bei der Konfiskation der Kirchengiiter wahrend der franzo-
sischen Revolution. Vielmehr erhalt der enteignete Jude fiir seinen
Besitz Reichsschuldverschreibungen, deren Zinsen ihm zustehen.
Das letzte Ziel der deutschen Judenpolitik ist die Auswanderung
aller im Reichsgebiet lebenden Juden. Es ist vorauszusehen, daB
schon die einschneidenden MaBnahmen
auf
— Seite 3 —
auf wirtschaftlichem Gebiet, die den Juden „vom Verdienst auf die
Rente“ gesetzt haben, den Auswanderungswillen fordem werden.
Im Riickblick auf die vergangenen 5 Jahre seit der Machtergreifung
ist jedenfalls festzustellen, daB weder das Gesetz zur Wiederherstel-
lung des Berufsbeamtentums noch die Niirnberger Judengesetze mit
ihren Durchfiihrungsvorschriften, die jede Assimilierungstendenz
des Judentums unterbanden, wesentlich zur Abwanderung der deut-
schen Juden beigetragen haben. Im Gegenteil hat in jeder Periode
innerpolitischer Beruhigung ein soldier Riickstrom jiidischer Emi-
granten eingesetzt, daB sich die Geheime Staatspolizei veranlaBt
sah, jiidische Riickwanderer mit deutschem PaB zunachst zur poli-
tischen Kontrolle in einem Schulungslager unterzubringen.
Aus Politik und Kultur war der Jude ausgeschaltet. Aber bis
1938 war seine wirtschaftliche Machtposition in Deutschland und
damit sein zaher Wille, bis zum Anbruch „besserer Zeiten“ aus-
zuhalten, ungebrochen. Bezeichnend fiir diese Taktik des hinhalten-
den Widerstands ist das Programm einer in Polen neu gegriindeten
jiidischen Partei, alien auf Emigration des Judentums gerichteten
polnischen MaBnahmen den Kampf anzusagen. Solange der Jude
noch in der deutschen Wirtschaft verdienen konnte, so lange brauchte
in den Augen des Weltjudentums die jiidische Bastion in Deutsch-
land noch nicht aufgegeben zu werden.
238
3358-PS
Der Jude hatte aber die Konsequenz und die Kraft
des
— Seite 4 —
des nationalsozialistischen Gedankens unterschatzt. Zugleich mit
dem in Versailles zur Niederhaltung Deutschlands geschaffenen
Staatensystem in Mitteleuropa brach 1938 auch die jiidische Macht-
position in Wien und Prag zusammen. Italien stellte sich mit seiner
Rassengesetzgebung Deutschland im Kampf gegen das Judentum an
die Seite. In Bukarest tibemahm ein Kenner der Judenfrage Pro-
fessor Goga mit einem gegen das Judentum gerichteten Programm
die Regierung, ohne sich allerdings gegen den iibermachtigen inter-
nationalen Druck von Paris und London durchsetzen zu konnen. In
Ungarn und Polen wurde das Judentum unter Sondergesetzgebung
gestellt. Oberall beginnt jetzt der deutsche auBenpolitische Erfolg
von Mtinchen wie ein Erdbeben in seinen Auslaufem auch in ent-
fernten Staaten die seit Jahrhunderten befestigte Position des
Juden turns zu erschiittern.
Es ist auch verstandlich, wenn das Weltjudentum, „das sich
Amerika als Hauptquartier ausersehen hat“, das Abkommen von
Mtinchen, das nach amerikanischer Auffassung den Zusammenbruch
der demokratischen Front in Europa bedeutet, als eigene Niederlage
empfindet. Denn das System der parlamentarischen Demokratie hat
erfahrungsgemaB stets dem Juden auf Kosten der Gastvolker zu
Reichtum und politischer Macht verholfen. Wohl zum ersten Mai in
der modemen Geschichte muB das Judentum jetzt eine bereits
gesicherte Stellung wieder raumen.
Dieser EntschluB wurde erst 1938 gefaBt. Er auBerte
sich
— Seite 5 —
sich in dem Bemiihen der westlichen D.emokratien, insbesondere der
Vereinigten Staaten von Amerika, den nunmehr endgiiltig beschlosse-
nen jiidischen Riickzug aus Deutschland d.h. die Abwanderung des
Judentums unter internationale Kontrolle und Protektion zu stellen.
Der amerikanische President Roosevelt, „der bekanntlich in seinem
engeren Rat von einer ganzen Reihe von Exponenten des Judentums
umgeben ist“, berief bereits Mitte 1938 eine Staatenkonferenz zur
Beratung der Fliichtlingsfrage ein, die in Evian ohne besondere
sachliche Ergebnisse tagte. Beide Fragen, deren Beantwortung die
Bedingung einer geordneten jiidischen Abwanderung bildet, blieben
offen: einmal die Frage, wie diese Auswanderung zu organisieren
und zu finanzieren sei, zweitens die Frage, w o h i n die Auswande-
rung zu lenken sei.
239
3358-PS
Zur Beantwortung der ersten Frage schien insbesondere das
Internationale Judentum nicht geneigt zu sein, einen Beitrag zu
liefern. Vielmehr betrachtete es die Konferenz — und das spater
von ihr in London unter Fiihrung des Amerikaners Rublee gebildete
Komitee — als ihre Hauptaufgabe, Deutschland unter internationalem
*1 Druck zur Freigabe des jiidischen Vermogens in moglichst weitem
AusmaB zu zwingen. Deutschland sollte also die Abwanderung
seiner 700 000 Juden mit der Preisgabe deutschen Volks vermogens
*2 erkaufen. Dabei ist zu bezweifeln, ob das internationale Judentum
iiberhaupt ernstlich die Massenabwanderung seiner Rassegenossen
aus Deutschland und aus
anderen
— Seite 6 —
** anderen Staaten ohne das Aquivalent eines Judenstaats wunscht.
Die in den bisherigen jiidischen Vorschlagen eingeschlagene Taktik
zielt jedenfalls weniger auf die Massenabwanderung von Juden als
*2 auf den Transfer jiidischen Vermogens ab.
Es ist selbstverstandlich, daB der Transfer auch nur eines Bruch-
teils jiidischen Vermogens devisentechnisch unmoglich ware. Die
Finanzierung einer Massenabwanderung deutscher Juden ist daher
noch ungeklart. Auf Anfrageri ware gesprachsweise zu erwidem,
daB deutscherseits damit gerechnet werde, daB das internationale
Judentum — insbesondere die Verwandten der auswandernden
Juden — die Abwanderungsaktion ebenso nachdriicklich unterstiitzen
wiirde, wie es seinen mittellosen Rassegenossen zu einer Zeit, als
Deutschlands Schwache den Zustrom der Ostjuden nicht aufhalten
konnte, die Einwanderung nach Deutschland ermoglicht habe. Es sei
jedenfalls an Hand der Polizei- und Steuerakten nachzuweisen, daB
die groBe Masse der Juden mittellos nach Deutschland einwanderte
und in wenigen Jahren Oder Jahrzehnten zu Vermogen gelangte,
wahrend das deutsche Volk durch die Tributbestimmungen des
Versailler Vertrages seinen Besitz verlor oder in Arbeitslosigkeit
verkam. Es bestehe daher deutscherseits auch kein Verstandnis fin-
das Mitleid, mit dem eine angeblich humanitare Welt die Enteignung
dieses dem deutschen Volke durch jiidische Geschaftsmethoden ent-
zogenen Besitzes als ein Unrecht beklage.
Die
— Seite 7 —
Die zweite Frage, in welche Ziellander eine organisierte Abwan-
derung der Juden gelenkt werden soil, konnte von der Konferenz
240
3358-PS
in Evian ebenso wenig beantwortet werden, da jedes der beteiligten
Lander unter Bekundung grundsatzlicher Anteilnahme an dem
Fiiichtlingsproblem sich auBerstande erklarte, groBere Massen
jiidischer Auswanderer auf seinem Territorium aufnehmen zu
konnen. Nachdem noch in den Jahren 1933/34 iiber 100 000 Juden
aus Deutschland legal oder illegal den Weg ins Ausland gefunden
hatten und sich mit Hilfe ihrer jiidischen im Ausland lebenden Ver-
wandten oder des Mitleids humanitar eingestellter Kreise in einen
neuen Gaststaat einnisten konnten, haben inzwischen fast alle
Staaten der Welt ihre Grenzen gegen die lastigen jiidischen Ein-
dringlinge hermetisch verschlossen. Das Problem der jiidischen
Massenauswanderung ist damit zunachst praktisch festgefahren
Viele Staaten sind bereits so vorsichtig geworden, von ordnungs-
maBig einreisenden Juden mit deutschen Passen eine Bescheinigung
der deutschen Behorden zu verlangen, daB ihrer Riickreise nichts
entgegensteht.
Bereits die Wanderungsbewegung von nur etwa 100 000 Juden
hat ausgereicht, um das Interesse wenn nicht das Verstandnis vieler
*i Lander fiir die jiidische Gefahr zu wecken. Wir konnen ermessen, '
daB sich die Judenfrage zu einem Problem der internationalen
Politik ausweiten wird, wenn groBe Massen der Juden aus Deutsch-
* 2 land, aus Polen, Ungarn und Rumanien durch den zunehmenden
Druck ihrer
Gastvolker
— Seita 8 —
Gastvolker in Bewegung gesetzt werden. Auch fiir Deutschland wird
die Judenfrage nicht ihre Erledigung gefunden haben, wenn der
letzte Jude deutschen Boden verlas sen hat.
Es ist bereits heute fiir die deutsche Politik eine wichtige Auf-
gabe, den Strom der jiidischen Wanderung zu kontroliieren und
nach Moglichkeit zu lenken. Allerdings besteht keine Veranlassung,
mit anderen Staaten wie Polen, Ungarn und Rumanien, die selbst
die Abwanderung ihrer jiidischen Bevolkerungsteile anstreben, an
der Losung dieses Problems zusammenzuarbeiten. ErfahrungsgemaB
konkurrieren bei dieser Prozedur die gleichgerichteten Interessen
und hemmen die Verwirklichung des vordringlichen deutschen An-
spruchs auf Aufnahme der deutschen Juden in andere Ziellander.
Zwar hat die Rumanische Regierung einen offiziellen Appell an
die Reichsregierung unter dem Motto der menschlichen Moral und
Gerechtigkeit gerichtet, an einer internationalen Aktion zur Losung
der Judenfrage mitzuarbeiten. Andererseits hat aber Polen Ende
241
3358-PS
Oktober v.J. eine Verordnung erlassen, deren Durchfuhrung die
Riickkehr von 60 000 in1) Deutschland ansassigen Juden polnischer
Staatsangehorigkeit nach Polen praktisch unmoglich gemacht hatte.
Bekanntlich muBte sich die Reichsregierung daraufhin entschlieBen,
etwa 16 000 Juden polnischer Staatsangehorigkeit, denen ihre
Familien folgen werden, kurz vor Inkrafttreten der polnischen Ver-
ordnung nach Polen abzuschieben. — Die Ungarische Regierung hat
allerdings insoweit Verstandnis
fur
— Seite 9 —
fur die deutsche Judenpolitik gezeigt, als sie von sich aus die Ari-
sierung jiidisch-ungarischer Geschafte in Deutschland d.h. Ersetzung
der judischen Geschaftsinhaber durch nationale Ungarn in Aussicht
gestellt hat. Im allgemeinen zeigt sich aber das Bild, daB das
egoistische Interesse der beteiligten Staaten an einer vorzugsweisen
Abschiebung ihrer eigenen judischen Volksteile vor jeder inter-
national Losung den Vorrang besitzt. Deutschland wird daher
selbst die Initiative ergreifen, um zunachst fur die Abwanderung
der Juden aus Deutschland Mittel, Wege und Ziel zu finden.
Palastina, das der Volksmund bereits schlagwortartig zum Aus-
wanderungsland bestimmt hat, kommt als Ziel der judischen
Auswanderung schon deswegen nicht in Frage, weil seine Aufnahme-
fahigkeit fur einen Massenzustrom von Juden nicht ausreicht. Unter
dem Druck des arabischen Widerstands hat die Britische Mandats-
regierung die jiidische Einwanderung nach Palastina auf ein Mini-
mum beschrankt. Von deutscher Seite war zunachst die
Auswanderung deutscher Juden nach Palastina durch AbschluB
eines Abkommens mit der Vertretung des Judentums in Palastina,
das den Transfer judischen Vermogens im Wege zusatzlichen Ex-
ports ermoglichte, weitgehend gefordert worden (Haavara-Abkom-
men). Abgesehen da von, daB durch diese Methode lediglich einer
geringen Anzahl vermogender Juden, aber nicht der Masse
besitzloser2) Juden die Auswanderung ermoglicht wurde,
standen auch grundsatzliche auBer-
politische
„in“ (hs) anstelle von „aus“; unter „in Deutschland44 urspriinglich K1 zur
Einfiigung dieser Worte hinter „Staatsangehorigkeit44; Kl wieder hs durch-
strichen
2) unter „besitzloser44 Strich bis unter T, r n Ende des Striches: ,,gibt es die
denn?44 (hs)
242
3358-PS
— Seite 13 —
politische Erwagungen dieser Form der Auswanderung entgegen:
der Transfer judischen Vermogens aus Deutschland trug nicht un-
** wesentlich zum Aufbau eines Judenstaats in Palastina bei. Deutsch-
land muB aber in der Bildung eines Judenstaates, der auch in
Miniaturform fiir das Weltjudentum eine ahnliche Aktionsbasis wie
der Vatikanstaat fur den politischen Katholizismus bilden wtirde
*2 und der nur einen Bruchteil der Juden absorbieren konnte, eine
Gefahr sehen. Die Erkenntnis, daB das Judentum in der Welt stets
der unversohnliche Gegner des dritten Reiches sein wird, zwingt zu
dem EntschluB, jede Starkung der judischen Position zu verhindern.
Ein judischer Staat wiirde aber dem Weltjudentum einen volker-
rechtlichen Machtzuwachs bringen. Alfred Rosenberg hat diese
Gedanken in seiner Rede in Detmold am 15.Januar d.J. folgender-
maBen formuliert:
„ Das Judentum erstrebt heute einen Judenstaat in Palastina.
Aber nicht etwa, um den Juden in aller Welt eine Heimat zu
geben, sondem aus anderen Grunden: das Weltjudentum miisse
einen kleinen Miniaturstaat haben, um exterritoriale Gesandte
und Vertreter in alle Lander der Welt senden und durch diese
seine Herrschaftsgeliiste vorwartstreiben zu konnen. Vor allem
aber will man ein jiidisches Zentrum, einen judischen Staat
. haben, in dem man die judischen Hochstapler aus aller Welt, die
von der Polizei anderer Lander verfolgt werden, unterbringen,
mit neuen Passen ausriisten und dann in andere Teile der Welt
schicken
— Seite 11 —
schicken kann. Es ist zu wiinschen, daB die Judenfreunde in der
Welt, vor allem die westlichen Demokratien, die uber soviel
Raum in alien Erdteilen verfiigen, den Juden ein Gebiet auBer-
halb Palastinas zuweisen, allerdings nicht um einen
judischen Staat, sondern um ein jiidisches
Reservat einzurichten.“
Das ist das Programm der auBenpolitischen Haltung Deutsch-
lands in der Judenfrage. Es besteht deutscherseits ein groBeres
Interesse daran, die Zersplitterung des Judentums aufrecht zu erhal-
ten. Die Kalkulation, daB sich damit in der ganzen Welt Boykott-
herde und antideutsche Zentren bilden wiirden, laBt die bereits jetzt
zu beobachtende Erscheinung auBer acht, daB der Zustrom der Juden
243
3358-PS
in alien Teilen der Welt den Widerstand der eingesessenen Bevol-
kerung hervorruft und damit die beste Propaganda fur die deutsche
Judenpolitik darstellt.
In Nordamerika, in Siidamerika, in Frankreich, in Holland,
Skandinavien und Griechenland — liberall, wohin sich der jiidische
Wanderungsstrom ergieBt, ist bereits heute eine deutliche Zunahme
des Antisemitismus zu verzeichnen. Diese antisemitische Welle zu
fordern, muB eine Aufgabe der deutschen AuBenpolitik sein. Sie
* 2 vvird weniger erfiillt durch deutsche Propaganda im Ausland, als
durch die Propaganda, die der Jude zu seiner Verteidigung in Gang
zu setzen gezwungen ist. Sie wird sich in ihrer Wirkung zuletzt
gegen ihn selbst wenden. Die Berichte der deutschen Auslands-
behorden beweisen die
Richtigkeit
— Seite 12 —
Richtigkeit dieser Auffassung:
Presse und amtliche Berichterstattung aus Nordamerika melden
laufend von antijiidischen Kundgebungen der Bevolkerung. Es ist
vielleicht symptomatisch fur die innenpolitische Entwicklung in
USA., daB die Horerschar des bekannten antijiidisch eingestellten
„Radiopriesters“ Coughlin auf uber 20 Millionen angewachsen ist.
— Die Gesandtschaft in Montevideo berichtet am 12.Dezember v.J.,
„daB der jiidische Zustrom monatelang Woche fiir Woche andauert
Es steht auBer Frage, daB der Antisemitismus hier wachst.“ —
Saloniki berichtet unter dem 30. November 1938: „daB Krafte am
Werke sind, um den HaB gegen die Juden zu schuren“, und gleich-
zeitig, daB das griechische Freimaurertum die antisemitische Bewe-
gung zu hemmen bemiiht ist. — In Frankreich sollte sich im April
d.J. die Pariser Stadtversammlung uber einen Antrag aussprechen,
auf Grund dessen die Naturalisierung von Juden in Zukunft abge-
lehnt werden sollte. Die Beratung uber die Judenfrage endete mit
einer Schlagerei der Debatteredner. — Lyon berichtet am 20.De-
zember v.J.:„Die Einwanderung jiidischer Fliichtlinge hat hier
letzthin zu Unliebsamkeiten gefiihrt. Die allgemein in Frankreich
bestehende, auf geschaftlichen und Konkurrenzgriinden beruhende
Abneigung gegen die neuen Eindringlinge ist unverkennbar.“ —
Diese Abneigung ist inzwischen so gewachsen, daB sich bereits eine
judische Abwehr gegen den Antisemitismus in Frankreich organi-
siert hat(Bericht Paris vom 19. November v.J.). — Die Gesandtschaft
im
244
3358-PS
— Seite 13 —
im Haag berichtet am 30.Dezember v.J. : „Unter dem Eindruck der
zahlreichen Emigranten aus Deutschland, die sich namentlich in
Amsterdam sehr breit machen, ist der Antisemitismus in Holland im
starken Zunehmen. Und wenn es so weitergeht, kann der Fall leicht
eintreten, daB der Hollander fiir das Vorgehen Deutschlands gegen
die Juden nicht nur Verstandnis gewinnt, sondern auch den Wunsch
empfindet, es ebenso zu machen wie wir.“ — Die Gesandtschaft in
Oslo berichtet am 8. April v.J.: „Wahrend noch vor wenigen Jahren
das StraBenbild Oslos kaum durch Juden entstellt wurde, ist hierin
in letzter Zeit ein starker Wandel eingetreten. Auf den StraBen, in
den Restaurants und vor allem in den Kaffeehausem sitzen die
Juden zu scheuBlichen Klumpen geballt. Die Norweger werden mehr
und mehr verdrangt. Die norwegische Presse, die bisher so garkein
Verstandnis fiir die Judenfrage hatte, merkt plotzlich,was es heiBt,
wenn eines Tages die Kinder Israels wie die Heuschrecken in ein
Land einfallen. Es wird eine ganz heilsame Lehre sein, die Norwegen
hier erteilt wird.“
Diese Beispiele aus der Berichterstattung der Auslandsbehorden
konnen beliebig vermehrt werden. Sie bestatigen die Richtigkeit der
Erwartung, daB die Kritik an den mangels Tatbestandes in vielen
Landern nicht verstandlichen MaBnahmen zur Ausschaltung der
Juden aus dem deutschen Lebensraum eine tlbergangserscheinung
darstellt und sich in dem Augenblick gegen das
selbst
— Seite 14 —
selbst wenden wird, wo der Augenschein die Bevolkerung lehrt, was
die jiidische Gefahr fiir ihren Bestand bedeutet. Je armer und damit
belastender fiir das Einwanderungsland der einwandernde Jude ist,
desto starker wird das Gastland reagieren und desto erwiinschter ist
die Wirkung im deutschen propagandistischen Interesse. Das Ziel
dieses deutschen Vorgehens soil eine in der Zukunft liegende inter-
na tionale Losung der Judenfrage sein, die nicht von falschem Mit-
leid mit der „vertriebenen religiosen jiidischen Minderheit“, sondern
von der gereiften Erkenntnis aller Volker diktiert ist, welche Gefahr
das Judentum fiir den volkischen Bestand der Nationen bedeutet.
Im Auftrag
Unter9cbrift (uni)
245
DOCUMENT 3360-PS
TELEGRAM FROM THE INSPECTOR GENERAL OF FRONTIERS TO
THE SECRET STATE POLICE NUREMBERG-FtlRTH, 12 FEBRUARY
1944: WORKERS FROM THE EAST WHO HAD ESCAPED ARE TO
BE TRANSFERRED TO A CONCENTRATION CAMP ON RECAPTURE
(EXHIBIT USA-499)
BESCHREIBUNG:
zweiteilig
Erstes S: 1. Seite: Fernsdhreibformular dr; durch Feuer besonders r am
Rand verstiimmelt I T auf aufgeklebtem Fernschreibstreifen I im Raum f Ur
Eingangsstempel lila Stp: „Inspekteur (Wort uni) olizei (darunter Zahlen und
Worte uni) Eingeg. 14.Feb.1944 (Wort uni) B.Nr. 0544 (eingestempelt schwarz),
I (Zeichen uni), II, III Stabsf.“ I im Aufgenommen-Feld unter „durch“: P uni
(Blau)
Geheime Staatspolizei
Staatspolizeistelle Niirnberg-Furth
Fernschreib-Nebenstelle
Tag
Aufgenommen
Monat Jahr Zeit
12.Feb.1944 *)
von
durch
Tag
Befordert
Monat Jahr
Zeit
an
durch
FS Nr
Raum fur Eingangsstempel
2) * RSHA ROEM 4 FI — 45/44 — DER GENERALGRENZ-
INSPEKTEUR — DRINGEND. SOFORT VORLEGEN. —
BEHANDLUNG WIEDERERGRIFFENER FLUECHTIGER OST-
ARBE AUF GRUND EINES BEFEHLS DES RFSS SIND AB
SOFORT SAEMLICHE WIEDERERGRIFFENEN FLUECHTIGEN
OSTARBEITER OHNE JEDE AUSNAHME DEN KONZENTRA-
TIONSLAGERN ZUZUFUHREN. ZWECKS BERICHTERSTAT-
TUNG AN RFSS BITTE ICH UM EINMALI MELDUNG DURCH
FS. AN DAS REFERAT ROEM 4 D ( AUSL. ARB. ) AM 10.3.44,
WIEVIEL DERARTIGE OSTARBEITER BZW. OSTARBEITE-
RINNEN VOM HEITIGEN TAGE BIS ZUM 10.3.44 EINEM KON-
ZENTRATIONSLAGER ZGEX SIND. — * DIE UEBLICHE
b Stp (lila)
2) von * bis * T in roter Kl
246
3360-PS
GEMAESS ERL. V. 27. 5. 43 VORGESCHRIEBENE MONATS-
SAMMET .MET .DUNG UEBER IN KL . EINGEWIESENE OST-
ARBEITER AN DAS REFERAT ROEM 4 D 5 — BZW. DIE
GEMAESS ERL . V . 15.12.43 S — ROEM 4 D ( AUSL. ARB .)
— 479/42 VORGESCHRIEBENE STATISTISCHE MONATSMEL-
DUNG UEBER DIE BEKAEMPFUNG DES
ITSKRAEFT RLVN
— Riickseite —
UNTER3) OBIGEM AKTENZEICHEN AUSSERDEM 1ST MIR
VIERTEL AEHRLICH EINMAL, ERSTMALIG ZUM 5. BZW.
10.3.44 , JEDEN MONATS, ERSTMALIG BIS ZUM 10.3.44 DEM
RSHA GESAMTZAHL DER IM GRENZABSCHNITT VORHAN-
DENEN AUSLAEN ICHEN ARBEITNEHMER, DIE ALS GRENZ-
GAENGER IM RAHMEN DES KLEINEN GRENZVERKEHRS DIE
GRENZE ZU IHREM IM REICH GELEGENEN TSPLATZ
UEBERS CHREIBEN ZU MELDEN.
Zweites'S: Ds
Betrifft: Konzentrationslager,
hier Einlieferung fliichtiger Ostarbeiter,
Erlass Reichssicherungshauptamt vom 12.2.1944,
Nach dem beiliegenden Erlass des Reichssicherungshauptamtes vom
12.2.1944 waren auf Grund eines von Himmler ergangenen Befehles
ab sofort alle wiederergriffenen fliichtigen Ostarbeiter ohne jede
Ausnahme den Konzentrationslagem zuzufiihren.
Verantwortlich fur denErlass und seine Durch-
fiihrung waren:
1) Reichssicherungshauptamt, insbes. Referat IV D (Ausl.Arbeiter)
2) Der Generalgrenzinspekteur
3) Alle Staatspolizeileitstellen
3) „unter“ gestrichen (Blei)
247
DOCUMENT 3375-PS
PAPEN'S SPEECH, 2 NOVEMBER 1933: APPEAL TO GERMAN
CATHOLICS TO VOTE FOR HITLER AT THE ELECTION ON
12 NOVEMBER 1933, AND REFERRING TO HITLER’S GUARANTEE
OF COMPLETE FREEDOM FOR THE CHURCHES (EXHIBIT GB-245)
Aug: Volkischer Beobachter, Siiddeutsche Ausgabe, Samstag, 4. November 1933,
Spalte 6.
Mit dem Fiihrer unterwegs.
Essen, 2. November
Terboven bittet darauf, den Vizekanzler Papen, zur
Versammlung zu sprechen.
Der Appell des Vizekanzlers v. Papen
Seitdem die Vorsehung mich dazu berufen hatte, der Wegbereiter
der nationalen Erhebung und der Wiedergeburt unserer Heimat zu
werden, habe ich versucht, das Werk der national-
s o z i a 1 i s t i s c h e n Bewegung und ihres Fiihrers
mit alien meinen Kraften zu stiitzen, und wie ich
damals bei der Obernahme der Kanzlerschaft dafiir geworben habe,
der jungen kampfenden Freiheitsbewegung den Weg zur Macht zu
ebnen, wie ich am 30. Januar durch ein giitiges Geschick dazu be-
stimmt war, die Hande unseres Kanzlers und Fiihrers indieHand
des geliebten Feldmarschalls zu legen, so fiihle ich
heute wieder die Verpflichtung, dem deutschen Volk und alien, die
mir ihr Vertrauen bewahrt haben, zu sagen:
Der liebe Gott hat Deutschland gesegnet, daB
er ihm in Zeiten tiefer Not einen Fiihrer gab, der es iiber
alle Note und Schwachen, iiber alle Krisen und Gefahrenmomente
hinweg mit dem sicheren Instinkt des Staats-
mannes zu einer gliicklichen Zukunft fiihren
wi r d.
Als ich im Vorjahre die Ehre hatte, in Lausanne fur die deutschen
Interessen zu kampfen, um Deutschland vor der Last der Tribute zu
befreien, habe ich dem damaligen franzosischen und englischen
Ministerprasidenten wiederholt mit tiefster Eindringlichkeit gesagt:
Das R e p a r a t i o n s p r o b 1 e m ist nicht allein ein
materielles, es ist in noch viel hoherem Mafie
ein moralisches. Deutschland will endlich frei werden von
den Diskriminationen, die es zu einem zweitrangigen Volk machen.
248
3375-PS
Aber diese Staatsmanner waren nicht mit dem Ol psychologischer
Erkenntnis gesalbt, sie haben die Stunde damals nicht begriffen und
sie haben sie ebenso in diesen Oktobertagen in Genf nicht begriffen.
Die Geschichte ist ihren Lauf gegangen und der Fiihrer hat die
Erkenntnis, daB fur Deutschland auf dem Parkett der Abriistungs-
konferenz und des Volkerbundes nichts mehr zu suchen sei, m i t
demEntschluB desAustritts in die Tat umgesetzt.
Das deutsche Volk ist ihm dankbar fur diesen EntschluB, der eine
klare Lage schafft.
Die Wahl des 12. November ist das demokratischste aller Mittel,
festzustellen, ob das deutsche Volk die Politik seiner
Regierung billigt, und ob es mit der Entwicklung, die ihm
der Nationalsozialismus vorzeigt, einverstanden ist.
Und was konnte dem Ausland besser die Verbundenheit des
Fiihrers mit dem Volke zeigen, als diese Wahl, diese Frage nach dem
Vertrauen der Nation. Deshalb ist es notig, daB alle Deutschen
begreifen: diesmal geht es nicht um Parteien Oder Systeme, um
Personen Oder Gesetze, sondern es geht schlechthin
um Deutschland.
Lassen Sie mich daher in dieser Stunde noch ein Wort an jene
richten, die heute nicht unter uns sind, an jene, die der Entwicklung
der letzten Monate vielleicht nur schwer zu folgen vermochten, weil
sie durch ein Lebensalter hindurch dem Irrweg einer sozialistischen
Weltanschauung folgten oder irgendeine Parteimeinung vertraten.
Diese Deutschen erinnere ich daran, daB es der Wunsch und
Wille des Fiihrers ist, die ganze deutsche Nation, alle Klassen
und Stande mit seiner Bewegung zu umfangen und sie zu einer
volklichen und politischen Einheit zusammenzuschweiBen.
Der beste Beweis dafiir ist, daB er den Kirchen die voile Freiheit
lhres hohen geistlichen Amtes garantierte, daB er bereit war, ihnen
mehr zur Ausiibung ihrer hohen Mission zu geben, als jemals
irgendeine liberale Regierung des vergangenen Jahrhunderts.
Hier im Herzen einer in der Mehrzahl katholischen Provinz richte
ich die dringende Bitte an meine katholischen Mit-
burger, dieses groBziigige Bekenntnis des Fiihrers zu dem christ-
lichen Fundament des Dritten Reiches zu belohnen mit der Hingabe
ihres ganzen Vertrauens in die Zukunft und mit der Abgabe ihrer
Stimme fur ihn.
Der Fiihrer wiinscht — ich weiB es — fur alle die, die in den
Jahren des Kampfes nicht in seinen Reihen standen, die V e r -
sohnung zu dem grofien Ziele, das er im Herzen
tragt. Der katholische Volksteil hat auf den Schlachtfeldem sein
Blut mit gleicher Treue dem Lande hergegeben, wie jeder andere
249
3275-FS
Volksgenosse. Der katholische Volksteil Deutsch-
land s, ganz gleich wo immer er politisch gestanden haben mag,
wird auch am 12. November nicht zuriickstehen,
wenn es gilt, ein Bekenntnis fur die nationale Ehre und fur das
Vertrauen in den Fiihrer abzugeben.
Lassen Sie uns in dieser Stunde dem Fiihrer des neuen Deutsch-
lands sagen, daB wir an ihn und sein Werk glauben.
DOCUMENT 3385-PS
OFFICIAL PARTY DECREE, 14 DECEMBER 1938: THE DUTIES OF
THE SD AND ITS POSITION WITHIN AND IN RELATION TO THE
NATIONAL SOCIALIST PARTY (EXHIBIT GB-257)
A u s : Verfiigungen / Anordnungen / Bekanntgaben. IV. Band. Herausgegeben
von der Parteikanzlei, Verlag Franz Eher Nachf., Miinchen.
Anordnung Nr.201/38
( Nicht zur Veroffentlichung ) vom 14.Dezember 1938
Betrifft: Die Stellung des Sicherheitsdienstes des Reichsfiihrers SS
(SD.) in der Partei.
1.
Der Sicherheitsdienst des Reichsfiihrers SS ist durch meine An-
ordnung vom 9. 6. 1934 als einziger politischer Nachrichten- und Ab-
wehrdienst der NSDAP., ihrer Gliederungen und angeschlossenen
Verbande eingesetzt worden.
Der SD. — RF. SS ist also eine Einrichtung der
Partei. Der organisatorische und menschliche
Trager dieser Einrichtung ist die SS als Glie-
derung der Partei.
2.
Soweit die Partei — sei es nach auBen oder sei es im eigenen
Bereich — nachrichtendienstliche Unterlagen sich zu beschaffen oder
auszuwerten hat, obliegt die Beschaffung und die Bear-
beitung dieses Materials dem SD.
250
3385-PS
3.
Die Gauleiter sind berechtigt, im Rahmen ihrer Zustandigkeit den
SD.-Dienststellen, die nach der anliegenden Aufstellung fiir den
Gaubereich zustandig sind, Auftrage zu erteilen.
(Aufstellung wird nachgereicht.)
4.
Die fur die Gaue zustandigen SD.-Fiihrer sind neben der Fort-
fiihrung ihrer bisherigen Tatigkeit alleinige Sachbearbeiter fiir
Nachrichtenbeschaffung und -bearbeitung der Gauleiter im Sinne
meiner Anordnung vom 9. 6. 1934.
5.
Im iibrigen verweise ich nochmals auf den von mir mit Rund-
schreiben Nr.24/36 mitgeteilten Befehl des Chefs des Sicherheits-
hauptamtes der SS, wonach der SD. nicht seine Aufgabe darin sieht,
die Partei, sondem die Feinde der Partei zu iiberwachen.
DOCUMENT 3387-PS
HITLER’S ASSURANCE, GIVEN IN HIS REICHSTAG SPEECH,
23 MARCH 1933, TO RESPECT TREATIES CONCLUDED BETWEEN
THE CHRISTIAN CHURCHES AND THE COMPONENT STATES OF
THE GERMAN REICH (EXHIBIT USA-566)
A u s : Volkischer Beobachter, Siiddeutsche Ausgabe, 83. Ausgabe, Freitag,
24. Marz 1933, Seite 1, Spalte 1, 2 und 5.
Berlin, 23. Marz.
Zur zweiten Sitzung des Reichstages, die piinktlich um 14 Uhr
begann, waren bei vollbesetztem Hause die Tribiinen wiederum
liberfullt.
Reichskanzler Adolf Hitler begriindete dann das Ermachtigungs-
gesetz mit folgenden Ausfiihrungen:
Indem die Regierung entschlossen ist, die politische und moralische
Entgiftung des offentlichen Lebens durchzufiihren, schafft und
sichert sie die Voraussetzungen fiir ein wirkliches religioses Leben.
Die Regierung sieht in den beiden christlichen Konfes-
sionen den wichtigsten Faktor der Erhaltung des Volkstums. Sie
251
3387-PS
wird die zwischen ihnen und den Landern abgeschlossenen Vertrage
respektieren. Sie erwartet aber, daB ihre Arbeit die gleiehe Wiir-
digung erfahrt. Sie wird alien anderen Glaubensgemeinschaften mit
objektiver Gerechtigkeit gegeniibertreten. Sie kann aber niemals
dulden, daB die Zugehorigkeit zu einer bestimmten Konfession oder
einer bestimmten Rasse jemals ein Freibrief fiir Begehung oder
Tolerierung von Verbrechen ist. Die Sorge der Regierung gilt dem
aufrichtigen Zusammenleben zwischen Kirche und Staat.
DOCUMENT 3389-PS
ATTITUDE OF THE GERMAN BISHOPS, 28 MARCH 1933, TOWARDS
THE NATIONAL SOCIALIST PARTY (EXHIBIT USA-566)
A u 8 : Volkischer Beobachter, Siiddeutsdie Ausgabe, Ausgabe A, Mittwoch,
29. Marz 1933, Seite 2, Spalte 2 und 3.
Die Fuldaer Bischofskonferenz zieht Warnungen und
Verbote gegen die N.S.D.A.P. zuriick
Koln, 28. Marz.
Der Erzbischof von Koln, Kardinal Schulte,,
gibt fiir die Erzdiozese Koln eine Kundgebung der Fuldaer
Bischofskonferenz bekannt, in der es heiBt:
„Die Oberhirten der Diozesen Deutschlands haben aus triftigen
Griinden, wie wiederholt dargelegt wird, in ihrer pflichtma Bigen
Sorge der Reinerhaltung des katholischen Glaubens und fiir den
Schutz der unantastbaren Aufgaben und Rechte der katholischen
Kirche in den letzten Jahren gegeniiber der nationalsozialistischen
Bewegung eine ablehnende Haltung durch Verbote und Warnungen
eingenommen, die so lange und die so weit in Geltung bleiben
sollten, wie diese Griinde fortbestehen.
Es ist nunmehr anzuerkennen, daB von dem hochsten Vertreter
der Reichsregierung, der zugleich autoritarer Fiihrer jener Bewe-
gung ist, offentlich und feierlich Erklarungen gegeben wurden,
durch die der Unverletzlichkeit der katholischen Glaubenslehre und
den unveranderliehen Aufgaben und Rechten der Kirche Rechnung
getragen wird, sowie die vollinhaltliche Geltung der von den ein-
zelnen deutschen Landern mit der Kirche abgeschlossenen Staats-
vertrage durch die Reichsregienmg ausdriicklich zugesichert wird.
252
3389-PS
Ohne die in unseren friiheren MaBnahmen liegende Verurteilung
bestimmter religios-sittlicher Irrtiimer aufzuheben,
glaubt daher der Episkopat das Vertrauen hegen zu konnen, daB
die vorgezeichneten allgemeinen Verbote und Wamungen nicht
mehr als notwendig betrachtet zu werden brauchen
DOCUMENT 3396-PS
SEYSS-INQU ART’S LETTER, 11 NOVEMBER 1937, TO DR. JURY:
ASSESSMENT OF THE SITUATION IN AUSTRIA (EXHIBIT USA 899)
BESCHREIBUNG:
Ds I r unter Datum: „66“ (Blei)
Wien, am ll.November 1937.
Dr.S/K.
Lieber Herr Doktor !
Heute in aller Ruhe gefiihrte Gesprache mit Herrn Keppler
waren noch aufschlussreich. Ich glaube zwar nicht, dass die Dinge
schon so spruchreif sind, wie es auf der nationalen Seite und im
Reich zu sein scheint,immerhin glaube ich, dass die kiinftige Ent-
wicklung, sofem nicht besondere Umstande eintreten, sich bereits
abzuzeichnen beginnen. Ich ware angenehm iiberrascht wenn hier
der Beginn der Losung noch im Laufe dieses Jahres erfolgen wiirde,
ich selbst glaube, dass erst das Friihjahr sichtbare Dinge bringt.
Inzwischen habe ich eine authentische Nachricht aus Linz be-
kommen, dass der bekannte Artikel in der Tagespost nicht ein
Pflichtartikel der VF ist, Bitte kontrollieren Sie Ihre Gewahrsleute,
deren Nachrichten bestimmt falsch — hoffentlich nicht tendenzios
falsch — sind. Der Artikel ist eine eigene Erzeugung. Ich glaube
auch,dass diese Auskunft nicht so ganz stimmt und bleibe bei meiner
Vermutung.
Ich bitte Sie nun auch in der Frage des Volksbundes mit dem
massgeblichen Personlichkeiten auf Grund der Ihnen iibergebenen
Aufstellungen zu sprechen, da diese Sache
253
3396-PS
— Seite 2 —
einigermassen dringlich ist. Wir rniissen doch anfangs nachster
Woche ein Ergebnis sehen.
Mit besten Griissen verbleibe ich
als Ihr ergebener
Hochwohlgeboren
Herm Dr.Hugo Jury
St. P 6 1 1 e n. Wienerstrasse.
DOCUMENT 3397-PS
LETTER FROM KEPPLER TO SEYSS-INQUART, 8 JANUARY 1938:
GORING DOES NOT WISH SEYSS-INQUART TO RELINQUISH THE
COMMISSION ENTRUSTED TO HIM (EXHIBIT USA-702)
BESCHREIBUNG:
U Kop I r o Ecke: „54“ (Blei)
Berlin, d. 8.Januar 1938.
An
Herrn Staatsrat Dr. Seyss-Inquart
Wien
Am Hof 5.
Durch das Auswartige Amt.
Sehr geehrter Herr Staatsrat!
Dieser Tage hatte ich den Besuch des Herrn PI., der uns liber
den Stand der Dinge Bericht gab, und dariiber Mitteilung machte,
daB Sie emstlich vor der Frage stehen, ob Sie nicht gezwungen
sind, das Ihnen iibertragene Mandat zuriickzugeben.
254
3397-PS
Ich habe Generaloberst Goring tiber die Situation schriftlich
orientiert, und G. hat mir soeben mitteilen lassen, daB ich unbedingt
bemiiht sein muB, zu verhindern, daB dieser Schritt nun Ihrerseits
oder von anderer Seite erfolgt. Es ist dies in dem gleichen Sinne,
wie auch G. vor Weihnachten mit Dr. J. gesprochen hat. Jedenfalls
laBt G. Sie bitten, unter keinen Umstanden etwas in diesem Sinne
zu unternehmen, bevor er selbst Gelegenheit hatte, Sie nochmals
zu sprechen.
Ich kann Ihnen ferner mitteilen, daB G. weiterhin bemiiht ist,
LI. zu sprechen, um seinerseits fur Abstellung gewisser MiBstande
zu sorgen.
Es
— Seite 2 —
Es tut mir sehr leid, daB sich die Situation so zugespitzt hat,
und ich habe selbst das Empfinden, daB obiger Wunsch fur Sie
zur Zeit etwas peinlich ist. Ich muB Ihnen aber offen sagen, daB
ich von seiten G. ’s eigentlich keine andere Stellungnahme erwartet
habe.
Mit besten GriiBen
Ihr sehr ergebener
Keppler.
DOCUMENT 3398-PS
LETTER FROM SEYSS-INQUART TO HIMMLER, 4 NOVEMBER 1939,
CONCERNING HIS QUARREL WITH BURCKEL. CAUSE: BURCKEL’S
INTENTION TO DEPORT JEWS FROM VIENNA TO POLAND, AND
SEYSS-INQUART’S OBJECTION THAT SUCH ACTION IS THE
RESPONSIBILITY OF THE SD (EXHIBIT USA-885)
BESCHREIBUNG:
Ds I U nicht eigenhandig (Ti) I unter Datum: ,,58“ (Blei) I Seite 1 u r in
Ecke Stp Iila: 4. Nov. 1939 I darauf P uni
255
3398 -PS
ZZt.Wien,4.November 1939
REICHSFUHRER!
Vor kurzem bat ich Sie, die Angelegenheit Burckel zu einer
KJarung zu bringen. Ei neuer Vorfall bestarkt mich in dieser meiner
Stellungnahme und wiederhole ich daher meine Bitte.
Als ich in Lodz war wurde mir mitgeteilt, in Krakau sei ein
Telegramm eines Sekretars Biirckels namens T r u m eingelangt, in
welchem ich aufgefordert werde, mich in Hinkunft gefalligst nicht
8Ji den Biirgermeister der Stadt Wien, sondern an den Gauleiter
zu wenden. Der Inhalt des Telegramms war mir vollkommen unklar
und habe ich durch Dr.Langoth aus meinem Stabe bei Trum an-
fragen lassen. Trum teilte Langoth mit, Gauleiter Burckel hatte
beabsichtigt, Wiener Juden nach Polen abzuschieben, doch hatte ich
dies verhindert. Gauleiter Burckel hatte daran die Bemerkung
geschlossen,ich (Seyss-Inquart) moge doch personliche Dinge nicht
mit sachlichen verquicken.
Ich muB gegen diese Unterstellung scharfstens protestieren und
sehe mich deshalb genotigt, nunmehr die Bereinigung der Ange-
legenheit Burckel zu verlangen, weil ich nicht zweifle, daB der
letztere derartige Bemerkungen auch anderen
— Seite 2 —
Personlichkeiten gegeniiber machen wird, um auf diese mir nun
von ihm bekannte Methode die entsprechende Stimmung zu schaffen.
Zur Angelegenheit selbst bemerke ich, daB mir ein Referent in
Krakau mitteilte, sowohl aus dem Protektorat wie aus Wien beab-
sichtige man, Juden nach Polen abzuschieben, worauf ich die An-
weisung gab, daB derartige Aktionen nur im Einvemehmen mit
dem SD und bei Durchfuhrung dieser Aktion durch den SD gemacht
werden konnen, daB ich aber wilde Aktionen nicht zulassen konne.
Ich habe eine solche Anweisung auch an den Vertreter Strecken-
bachs in Krakau oder schon an Harster gegeben.
258
3398-PS
Ich wiederhole meine eingangs gestellte Bitte und verbleibe mit
Heil Hitler!
Ihr stets ergebener
gez . D Seyss-Inquart
An den
Reichsfiihrer SS und Chef der deutschen Polizei
Reichsleiter Heinrich Himmler,
Berlin SW 11,
Prinz-Albert-Strasse Nr.9.
DOCUMENT 3401-PS
EXTRACT FROM AN ESSAY IN THE “VOLKISCHER BEOBACHTER”,
24 MAY 1934, ON THE FOREIGN ORGANIZATION OF THE NSDAP
(EXHIBIT GB-263)
A u s : Volkischer Beobachter, Miindiner Ausgabe, Ausgabe A, Donnerstag,
24. Mai 1934, Seite 2
Nationalsozialismus und deutsches AuBenvolkstum. Ein Besudh bei der Aus-
landsorganisation der N.S.D.A.P. in Hamburg. (Von unserem nach Hamburg
entsandten Schriftleiter Karl Troebs)
Hamburg, im Mai 1934
Nationalsozialismus ist Weltanschauung
er erfaBt unsere Volksgenossen und starkt sie in dem Festhalten
an deutscher Art und Sitte. Er breitet sich aus iiber die Staats-
grenzen und selbst fiber den deutschen Volksraum hinaus: er
erfaBt bereits Teile fremder Nationen. RassebewuBte und artstolze
257
3401-PS
Volksgemeinschaften auf der Erde sind die beste Garantie fur die
Achtung der Rechte der Volker untereinander. Der National-
sozialismus erneuert das Denken uber Staat und Volk in der Welt
und wird dadurch auch unseren Volksgenossen in ihrem schweren
Kampfe nicht nur Erleichterung, sondern Erlosung bringen. Die
Stelle fur die praktische Durchfiihrung dieser Grundsatze ist die
Auslandsorganisation der N.S.D.A.P. , die dem Stell-
vertreter des Fiihrers, Reichsminister Rudolf HeB, unmittelbar
unterstellt ist. Der Leiter, Gauleiter Ernst Wilhelm Bohle, gab uns
mit seinen einzelnen Mitarbeitem zusammen bei einem Besuch in
den einzelnen Abteilungen der Organisationsstelle am Harveste-
huderweg 22 einen Uberblick uber Aufgaben und Gliederung der
Auslandsorganisation, die in den letzten Wochen und Monaten so
rege arbeitet, daB der Widerhall dieser zahen und zielbewuBten
Arbeit auch in Hamburg selbst deutlich wahmehmbar war. Das
Wirken der Auslandsorganisation erstreckt sieh buchstablich rund
um den Erdball, und mit Fug und Recht konnte der Wahlspruch an
ihrer Arbeitsstatte am Harvestehuderweg in Hamburg stehen:
„Mein Feld ist die Welt.“ Die Auslands-Organisation unter Leitung
von Gauleiter E. W. Bohle, dem ein groBer Stab sachkundiger und
befahigter Mitarbeiter zur Seite steht, umfaBt heute uber
350 Landesgruppen und Stiitzpunkte der N.S.D.A.P.
in alien Weltteilen und betreut daruber hinaus eine groBe
Anzahl Einzelparteigenossen an den verschiedensten Platzen.
DOCUMENT 3420-PS and 3423-PS
PHOTOGRAPHS OF SPECIMENS OF TATTOOED HUMAN SKIN USED
FOR ORNAMENTAL PURPOSES, FOUND AT BUCHENWALD CON-
CENTRATION CAMP (EXHIBIT USA-252)
EXPLANATORY NOTE:
Four photographs reproduced. See 3421-PS for documentation
258
3420-PS
259
3420-PS
261
3420-PS
263
3420-PS
265
DOCUMENT 3421-PS
CERTIFICATION OF ORIGIN OF EXHIBIT USA-252 (3420-PS) AND
ACCOUNT BY GERMAN PRISONER OF WAR OF THE KILLING OF
PRISONERS IN BUCHENWALD CONCENTRATION CAMP TO OBTAIN
TATTOOED HUMAN SKIN FOR ORNAMENTAL PURPOSES (EXHIBIT
USA-253)
OFFICE OF U. S. CHIEF OF COUNSEL
FOR THE PROSECUTION OF AXIS
CRIMINALITY
16 November j.945
CERTIFICATE
I, GEORGE C. DEMAS, LIEUT., USNR, associated with the
United States Chief of Counsel for the Prosecution of Axis Crim-
inality, hereby certify that the attached exhibit, consisting of parch-
ment, was delivered by the War Crimes Section, Judge Advocate
General, U. S. Army, to me in my above capacity, in the usual
course of official business, as an exhibit found in Buchenwald Camp
and captured by military forces under the command of the Supreme
Commande, Allied Expeditionary Forces.
NAME George C D em as
RANK Lieutenant, USNR
FILE NO. 3 0 1 9 7 3
AFFIDAVIT
Before me, Sidney N. Schreiber, 2nd Lieutenant AC, being
authorized to administer oaths, personally appeared Jack R. Nowitz,
2nd Lieutenant AUS, who, being by me first duly sworn, made and
subscribed the following statement:
1. That sometime during the period of April to July 1945, the
exhibit attached hereto, labeled “Section of ‘Human Skin Lamp
Shade,” Buchenwald Concentration Camp,” was described to me
by Raymond M. Givens, Lieutenant Colonel, Infantry, to have been
secured by him as follows:
That during the investigation and preparation of
evidence regarding war crimes committed as the said
267
3421-PS
Buchenwald Concentration Camp, he had acted as
Investigator-Examiner assigned to the Judge Advocate
Section, War Crimes Branch, Third United States Army:
That the above exhibit was secured by him at said
camp during the period of the investigation and turned
over to the War Crimes Branch of the Judge Advocate
Section, Third United States Army, along with the
other evidence secured in the case.
2. That the attached exhibit is the one referred to in the above
statements made to me.
Jack R. Nowitz,
JACK R. NOWITZ,
2nd Lt., AUS.
Subscribed and sworn to before me at Munich, Germany, on
3 November 1945
Sidney M. Schreiber
SIDNEY N. SCHREIBER,
2nd Lt., AC,
Investigator-Examiner.
SECRET
Mobile Field Interrogation Unit No. 2
PW INTELLIGENCE BULLETIN
No 2/20 19 December 1944
Address Briefs and Requests to HQ, FID, MIS, APO 887
EXTRACT
13. Concentration Camp, BUCHENWALD
Preamble. The author of this account is PW Andreas
PFAFFENBERGER, 1 Coy, 9 Landesschuetzen Bn. 43 years old and
of limited education, he is a butcher by trade. The substantial
agreement of the details of his story with those found in PWIS
(H)/LF/736 establishes the validity of his testimony.
PW has not been questioned on statements which, in the light
of what is known, are apparently erroneous in certain details, nor
has any effort been made to alter the subjective character of PW’s
268
3421-PS
account, which he wrote without being told anything of the intel-
ligence already known. Results of interrogation on personalities at
BUCHENWALD have already been published (PWIB No 2/12
Item 31).
* * * *
In 1939, all prisoners with tattooing on them were ordered to
report to the dispensary. No one knew what the purpose was. But
after the tattooed prisoners had been examined, the ones with the
best and most artistic specimens were kept in the dispensary, and
then killed by injections, administered by Karl B E I GS , a criminal
prisoner. The corpses were then turned over to the pathological
department, where the desired pieces of tattoed skin were detached
from the bodies and treated. The finished products were turned
over to SS Standartenfuehrer KOCH’s wife, who had them fash-
ioned into lampshades and other ornamental household articles.
I myself saw such tattoed skins with various designs and legends
on them, such as “Hans’l und Gret’l”, which one prisoner had had
on his knee, and ships from prisoners’ chests. This work was done
by a prisoner named WERNERBACH.
There I also saw the shrunken heads of two young Poles who
had been hanged for having had relations with German girls. The
heads were the size of a fist, and the hair and the marks of the
rope were still there.
19 November 1945
Certified to be a true copy
James B. Donovan
Commander, USNR
DOCUMENT 3422-PS
PHOTOGRAPH OF SHRUNKEN HUMAN HEAD FOUND IN BUCHEN-
WALD CONCENTRATION CAMP, AND CERTIFICATION (EXHIBIT
USA-254)
EXPLANATORY NOTE:
Photo of head reproduced. Extract from PW Intell. Bulletin reproduced under
3421-PS
269
3422-PS
OFFICE OF U.S. CHIEF OF COUNSEL
FOR THE PROSECUTION OF AXIS
CRIMINALITY
16 November 1945.
CERTIFICATE
I, GEORGE C. DEMAS, LIEUT., USNR, associated with the
United States Chief of Counsel for the Prosecution of Axis Crim-
inality, hereby certify that the attached exhibit, consisting of one
shrunken head, was delivered by the War Crimes Section, Judge
Advocate General, U.S. Army, to me in my above capacity, in the
usual course of official business, as an exhibit found in Buchenwald
Camp and captured by military forces under the command of the
Supreme Commander, Allied Expeditionary Forces.
Receipt for the two following exhibits of Concentration Camp
Buchenwald is hereby acknowledged:
NAME GEORGE C. DEMAS
RANK Lieutenant, USNR
FILE NO. 3 0 1 9 7 3
WAR CRIMES BRANCH1;
Records Subsection
10 November 1945
Item 105 3 pieces of human skin (tattooed)
Item 106 Human head ( shrunken)
exhibit B 2
exhibit B 3
GEORGE C DEMAS
Lt
USNR
) carbon copy
270
3422-PS
271
DOCUMENT 3423-PS (see 3420-PS)
DOCUMENT 3425-PS
SEYSS-INQUART’S DECLARATION, 10 DECEMBER 1945, COVERING
HIS POLITICAL CAREER UP TO 1938 AND HIS PARTICIPATION IN
THE EVENTS WHICH LED TO THE “ANSCHLUSS” OF AUSTRIA TO
THE GERMAN REICH (EXHIBIT USA-701)
BESCHREIBUNG:
Verbesserungen irn T Seite 3 und 4 Blei I U auf jeder Seite, Ortsangabe,
Datum und U „Steinbauer“ auf Seite 4: Ti (blau)
Dr. ARTHUR SEYSS-INQUART Niimberg, den 10.12.1945.
Ich bin Rechtsanwalt von Beruf. Ich bestand meine juristischen
Abschlussexamen (Rigorosen) und erhielt meinen juristischen Doktor-
titel im Jahre 1917. In dieser Zeit war ich Offizier im Tiroler
Kaiser jager-Regiment der osterreichisch-ungarischen Armee, in dem
ich von 1914 — 1918 im ersten Weltkrieg diente. 1921 begann ich
meine juristische Praxis als Rechtsanwalt in Wien, Osterreich. Dort
schuf ich mir schliesslich eine grosse Praxis, darunter auch Indu-
strielle und Juden. Ich hatte meine Anwaltspraxis solange in Wien
bis ich zum Innen- und Sicherheitsminister in Osterreich am
16.2.1938 emannt wurde.
Im Jahre 1918 wandte sich mein Interesse der Anschlussfrage
Osterreichs an Deutschland zu. Von diesem Jahre an bemiihte, plante
und arbeitete ich zusammen mit anderen, die gleicher Ansicht
waren, um einen Amschluss Osterreichs mit Deutschland zustande
zu bringen. Es war mein Wunsch, diesen Zusammenschluss der zwei
Staaten in evolutionarer Art und mit legalen Mitteln zu schaffen.
Unter meinen osterreichischen Mitarbeitem waren zuerst Dr. Neu-
bacher, Stadtrat Speiser, die Univ.Prof. Hugelmann und Dr. Wilhelm
Bauer, Prof. Wettstein u.a.m., spater, als die Nationalsozialisten
aufkamen, Dr. Friedrich Rainer, Dr. Jury, Glaise-Horstenau, Maj.
Klausner, Dr. Miihlmann, Globotschnigg und andere. Ich unter-
stiitzte auch die nat.-soz. Partei, solange sie legal war, weil diese
mit besonderer Entschiedenheit fur den Anschluss eintrat. Vom
Jahre 1932 ab machte ich der Partei geldliche Zuwendungen, horte
aber mit dieser finanziellen Unterstiitzung auf, als sie im Jahre
1934 verboten wurde. Vom Juli 1934 bis zum Jahre 1936 unter-
stiitzte ich einzelne Nationalsozialisten als Rechtsanwalt und in
Zusammenarbeit mit dem Hilfswerk Langoth in Linz. Vom Juli
1936 an bemiihte ich mich, den Nationalsozialisten zu einer legalen
Betatigungsmdglichkeit zu verhelfen, und schliesslich, ihnen eine
273
3425-PS
Teilnahme an der Regierung zu verschaffen. Ich wusste, dass vor
allem in der Zeit des Parteiverbots bis Juli 1934 das radikale
Element in der illegalen Partei terroristische Akte ausfiihrte, z.B.
auf Eisenbahnen,Briicken, Telefonanlagen usw. Ich wusste, dass die
Regierung beider Kanzler, Dollfuss und Schuschnigg, obwohl sie
grundsatzlich auf gesammtdeutschem Standpunkt standen, im Hin-
blick auf das nat.-soz. Regime im Reich damals gegen den Anschluss
waren. Ich sympathisierte mit den Anstrengungen der osterr.
Nationalsozialisten, zu politischer Betatigung und entsprechendem
Einfluss zu kommen, weil sie fur den Anschluss waren.
Am Tage des erfolglosen Putsches, dem 25.7.1934, war ich in
meiner Heimat Stannern bei Iglau, Tschechoslowakei. Ich erfuhr
spater, dass der Mord des Bundeskanzler Dollfuss an diesem Tage
das Resultat eines Putschplanes war, an dem SS-Kreise massgeb-
lich beteiligt waren, den Kanzler in Haft zu nehmen und eine
osterr. Regierung mit nat.-soz. Beteiligung durchzusetzen. Acht Oder
zehn Tage vor diesem erfolglosen Putsch sandte Kanzler Dollfuss
nach mir. Wir sprachen fiber die Unruhen und das Durcheinander,
die durch die Radikalen unter den osterr. Nationalsozialisten ver-
ursacht worden waren. Ich riet Kanzler Dollfuss, ein Arrangement
mit Hitler zu treffen, denn die osterr. Nationalsozialisten und zwar
auch die radikalen Elemente wiirden Hitlers Weisungen gehorchen.
Ich vermutete — spater fand ich die Bestatigung — dass diese
Terrorakte gewisse Unterstiitzung im Reich fanden. Kanzler Doll-
fuss sagte mir, er wolle sich die Dinge uberdenken und stellte eine
weitere Besprechung in Aussicht. Ich informierte von diesem
Gesprach u.a. auch Bekannte, von denen ich wusste, dass sie bei
den osterr. Nationalsozialisten Einfluss hatten. Ungefahr eine
Woche spater liess mir Dollfuss sagen, dass er im Augenblick keine
Zeit zu einer weiteren Besprechung
Seyss-Inquart
— Seite 2 —
habe. Ohne jemanden zu informieren fuhr ich dann in meine Heimat.
Vor dem Anschluss arbeitete ich fur die legale, politische
Betatigung der osterr. Nationalsozialisten unter den in der osterr.
Verfassung gegebenen Bedingungen.
Am 10. Marz 1938 schlug ich Kanzler Schuschnigg zur Losung
der durch seinen Abstimmungsplan entstandenen Schwierigkeiten
vor, osterr. Nationalsozialisten ins Kabinett zu berufen, nachdem
ich im Mai 1937 Staatsrat und danach am 16.2.1938 Minister des
Inneren und Sicherheitswesens geworden war. Ich besprach ver-
schiedene Male mit yon Papen, dem deutschen Gesandten, nachdem
ich Staatsrat geworden war, die Moglichkeiten der Verstandigung
274
3425-PS
zwischen der osterr. Regierung einerseits und den osterr. National-
sozialisten bezw. dem Reich anderseits. Uber den Anschluss als
aktuelles Programm haben wir nicht gesprochen. Doch waren wir
offenbar beide der Ansicht, dass einer gelungenen Verstandigung
der Anschluss in irgend einer Form im evolutionaren Wege mit
der Zeit folgen wiirde. Das letzte Mai sprach ich mit von Papen im
Januar 1938 in Garmisch, wo ich ihn zufallig getroffen hatte.
Meine Ernennung zum Staatsrat war offenbar eine Folge des
Ubereinkommens zwischen Osterreich und Deutschland vom 11.7.36.
Meine Ernennung zum Minister des Inneren und Sicherheitswesens
ein Ergebnis der Berchtesgadner Konferenz zwischen Schuschnigg
und Hitler am 12.2.1938. Aussenminister Guido Schmid, damals
Staatssekretar, war mit Kanzler Schuschnigg in Berchtesgaden.
Dr. Miihlmann war ebenfalls in Berchtesgaden, aber nicht als Mit-
glied der Delegation Schuschniggs. Die osterr. Nationalsozialisten
haben meine Ernennung zum Minister des Inneren und Sicher-
heitswesens sicherlich als Zeichen ihres Rechts auf Aktivitat auf-
gefasst, mehr noch aber die Bestimmung des Ubereinkommens vom
12.2.1938, derzufolge sie ihre Gesinnung bekennen diirften. Dieses
Recht benutzten sie zu sich immer mehr ausbreitenden Demon-
strationen.
Nach meiner Ernennung zum Staatsrat arrangierte Staats-
sekretar Keppler fiir mich einen Besuch bei Hess und Goring. Ich
erklarte ihnen meine Absichten und Plane, namlich Erwirkung der
legalen Betatigungsmoglichkeit fiir die osterr., von der Reichs-
partei unabhangigen Nationalsozialisten. Hess sprach sein Interesse
aus und sagte mir u.a. : Er bedaure, dass ich kein alter Kampfer
sei. Ich glaube, dass damals Goring schon direkte Beziehungen
zum osterr. Staatssekretar Guido Schmid hatte.
Nach meiner Ernennung zum Minister des Inneren und Sicher-
heitswesens in Osterreich fuhr ich zu einem Besuch Hitlers nach
Berlin. Ich kam am 17.2.1938 in Berlin an, wo mich Keppler
erwartete und zu Himmler fiihrte. Dieser Besuch war in meinem
Programm nicht vorgesehen. Himmler wollte iiber polizeiliche Dinge
sprechen, ich erklarte mich aber nicht fur informiert. Ratschlage,
die er mir gab, befolgte ich nicht. Ich begriisste Hitler mit erhobener
Hand — nach dem Abkommen vom 12.2. erlaubt — erklarte aber
sofort, dass fiir mich als osterr. Minister meine Verantwortung in
Osterreich lage. Ich setzte Hitler meine Plane auseinander, namlich:
Ich miisse fur Dr. Schuschnigg der lebendige Garant des evolutio-
naren Weges sein. Die osterr. Nationalsozialisten diirfen sich nur
auf dem Boden der osterr. Verfassung betatigen und von da aus
den Weg zum Reich suchen, sie diirfen keinen Totalitatsanspruch
geltend machen und keinen Kulturkampf fiihren. Die Fiihrung der
osterreichischen Nationalsozialisten muss von Reich unabhangig
275
3425-PS
sein und in Osterreich verantwortlich bleiben. Gegen jede illegale
Betatigung musse ich als Sicherheitsminister einschreiten. Daflir
sollten die osterreichischen Nationalsozialisten voile Betatigungs-
moglichkeit erhalten und
— Seite 3 —
Seyss-lnquart
Osterreich und Deutschland aufs engste zusammengehen. Hitler
driickte seine Zustimmung zu meinen Planen aber auch gewisse
Zweifel aus, ob Dr. Schuschnigg soweit gehen werde. Wahrend
meiner Konferenz mit Hitler warteten Keppler und Ribbentrop im
Vorzimmer von Hitlers Biiro. Nach meiner Riickkehr nach Wien
berichtete ich Kanzler Schuschnigg den Inhalt meiner Gesprache
und bat ihn, zu einem Entschluss in der Frage der osterreichischen
Nationalsozialisten zu kommen. Dann nahm ich an Versammlungen
osterreichischer Nationalsozialisten teil, um ihnen den Inhalt meiner
Konferenz mit Hitler mitzuteilen. Dies geschah mit Kenntnis des
Kanzlers Schuschnigg und Minister Zernatto und zwar vor allem
in Graz und Linz. Die Linzer Rede am 5.3.38 wurde im oster-
reichischen Rundfunk iibertragen.
Dann entschloss sich Kanzler Schuschnigg, eine Volksabstimmung
iiber die osterreichische Unabhangigkeit abzuhalten. Ich schrieb
einen Brief an Kanzler Schuschnigg und opponierte gegen das
Plebiszit , weil die Art, in der es ausgefiihrt wurde, dem oster-
reichischen Volk nicht erlauben wiirde, seinen wahren Willen aus-
zudriicken. Eine Abschrift meines Brief es an Kanzler Schuschnigg
gab ich im Sinne der Vereinbarung vom 12.2.38 , die mich zum
Verbindungsmann zwischen der osterreichischen Regierung einer-
seits und den osterreichischen Nationalsozialisten bzw. dem Reich
anderseits gemacht hatte, den nationalsozialistischen Fiihrern. Diese
Abschrift brachte Globotschnigg nach Berlin zu Hitler. Ich ver-
handelte mit Dr. Schuschnigg insbesondere am 10.3. abends und wir
waren einem Weg nahegekommen, um die entstandenen Schwierig-
keiten zu iiberwinden. Sohin begab ich mich ins Hotel „ Regina “ ,
wo — wie ich verstandigt wurde — Klausner war, um ihn liber
das Ergebnis meiner Besprechung mit Schuschnigg zu in/ormieren.
Dort traf ich 8 — 12 Nationalsozialisten, die ich zum Teil kannte.
Klausner, Dr. Rainer und Globotschnigg hatten eine Besprechung
in einem Nebenzimmer, an der ich nicht teilnahm und deren Inhalt
mir auch nicht mitgeteilt wurde. Als Klausner kam, woilteiich ihn
fiber den Inhalt meiner Besprechung mit Kanzler Schuschnigg
informieren. Klausner zeigte wenig Interesse, teilte mit, das s das
Reich die Abstimmung ablehne und dass ich morgen einen Brief
Hitlers mit der genaueren Stellungnahme erhalten werde. Er
forderte die Anwesenden auf , fur ihn morgen erreichbar zu sein.
276
3425-PS
Glaise - Horstenau kam am 11.3. friih mit elnem Flugzeug in Wien
an und teilte mir mit, dass man in Berlin sehr erregt sei und dass
militarische Schritte in Vorbereitung seien. Ich erhielt Hitlers Brief
durch einen Kurier. Er enthielt die Ablehnung der Abstimmung
und verlangte deren Verschiebung und modifizierte Abhaltung.
Diesbezuglich waren aber einige Irrtumer im Schreiben, die ich in
meinem Vortrag beim Kanzler richtigstellte. Femer gab Hitler
seiner Vermutung Ausdruck, dass es in Osterreich zu Unruhen
kommen werde, wenn Dr. Schuschnigg nicht nachgeben sollte, und
dass das Reich bereit ware, zu Hilfe zu kommen, wenn dies aus
Osterreich verlangt werde. Um 10 Uhr vormittags begaben sich
Glaise-Horstenau und ich ins Bundeskanzleramt und konferierten
etwa 2 Stunden mit Dr. Schuschnigg. Wir machten ihm von allem,
was wir wussten, riickhaltslos Mitteilung insbesondere auch von der
Moglichkeit von Unruhen und den Vorbereitungen im Reich. Der
Kanzler sagte seine Entscheidung bis 14 Uhr zu. Als ich mit Glaise-
Horstenau um diese Zeit
Seyss-Inquart
— Seite 4 —
bei Dr. Schuschnigg war, wurde ich wiederholt ans Telefon gerufen,
um mit Goering zu sprechen . Dieser — die Forderungen des Reichs
nach und nach steigemd — teilte mir mit, dass das Reich vom
Uebereinkommen vom 12.2. zuruecktrete, den Ruecktritt Dr. Schusch-
niggs verlange und meine Emennung zum Bundeskanzler. Ich teilte
alles woertlich Dr. Schuschnigg mit und zog mich aus den Verhand-
lungen zurueck.
Inzwischen kam Keppler aus Berlin und verhandelte im Bundes-
kanzleramt, wie ich glaube, auch mit Praesident Miklas. Dieser
weigerte sich, den Forderungen nachzukommen und versuchte ver-
schiedene andere Loesungen. Als Keppler aus Berlin kam, zeigte
er mir den Wortlaut eines Telegrammes, das ich als Fuehrer einer
provisorischen oesterr. Regierung an Hitler senden sollte und in
welchem ich um die Entsendung deutscher Truppen zur Nieder-
schlagung von Unruhen bitten sollte. Ich lehnte dies ab, da ich
mich nicht als provisorische Regierung etablieren wollte und in
Oesterreich keine Unruhen waren. Keppler sprach mich wiederholt
auf dieses Telegramm an. Etwa um 6 Uhr nachm. sagte ich ihm, er
kenne meinen Standpunkt und solle mit Berlin machen, was er
wolle. Keppler hat, wie ich auf Grund vorliegender Urkunden nun-
mehr feststellte, meine Antwort richtig verstanden und zu dieser
Stunde das Telegramm nicht abgesandt. Etwa um V2 8 Uhr abends
meldete ein Grenzpolizeiposten, dass die deutschen Truppen ein-
marschieren. Daraufhin hielt Dr. Schuschnigg seine bekannte
277
3425-PS
Abschiedsrede ueber den Rundfunk. Anschliessend sprach ich nach
Aufforderung von verschiedener Seite auch ueber den Rundfunk.
dass ich als Innen - und Sicherheitsminister noch in Funktion sei,
forderte zur Aufrechterhaltung von Ruhe und Ordnung auf und gab
die Weisung, den deutschen Truppen keinen Widerstand zu leisten.
Wie ich aus den vorliegenden Urkunden entnehme, wurde ich
etwa um 10 Uhr abends nochmals aufgefordert, einem etwas
geaenderten Telegrammwortlaut meine Zustimmung zu geben,
wovon ich Praesident Miklas und Dr. Schuschnigg Mitteilung machte.
Schliesslich hat Praesident Miklas mich zum Bundeskanzler emannt
und einige Zeit spaeter die von mir vorgeschlagene Ministerliste
genehmigt.
Am 12. Maerz vormittags fuehrte ich ein Telefongesprach mit
Hitler, in dem ich vorschlug, dass, waehrend deutsche Truppen in
Oesterreich einzoegen, oesterr. Truppen im Reich als Symbol mar-
schieren sollten. Hitler stimmte diesem Vorschlag zu und wir
kamen ueberein, uns spaeter an diesem Tage in Linz, Oberoester-
reich, zu treffen. Ich flog dann mit Himmler nach Linz, der von
Berlin nach Wien gekommen war . In Linz begruesste ich Hitler
auf dem Balkon des Rathauses und sagte, dass der Art. 88 des Ver-
trages von St.Germain unwirksam sei. Am 13. Maerz trat Praesident
Miklas ohne bezuegliche Aufforderung von mir zurueck und die
Funktion des Bundespraesidenten gingen nach der Verfassung auf
mich ueber. Vor seinem Ruecktritt hatte Praesident Miklas Kalten-
brunner zum Staatssekretaer fuer das Sichenheitswesen ernannt. Im
Laufe des 13. Maerz wurde im oesterr. Ministerrat das Wieder-
vereinigungsgesetz beschlossen, dieser Beschluss war formal-recht-
lich nach der Verfassung vom 1.5.34 in Ordnung. Ich fuhr dann
nach Linz und berichtete Hitler ueber die Annahme des Anschluss-
gesetzes. Bei der oeffentlichen Kundgebung am 15.3. in Wien liess
er mich als „Reichsstatthalter fuer Oesterreich" vorstellen. Hitler
uebergab mir die Zivilverwaltung in Oesterreich, waehrend die
politischen Angelegenheiten von Gauleiter Buerckel gehandhabt
werden sollten. Nach kurzer Zeit wurde Buerckel zum Reichs-
kommissar fuer die Wiedervereinigung bestellt, an dessen Wei-
sungen ich in der zi vilen Verwaltung gebunden war.
Ich war glUecklich, dass der Anschluss Oesterreichs an das
deutsche Reich nach den vielen vergeblichen Bemuehungen seit
1918 endlich zustande gekommen war, denn ich war unter alien
Umstaenden fuer den Anschluss Oesterreichs an das Reich . Mir
waren wohl auch die Haerten des nationalsoz. Regimes wenigstens
zum Teil bekannt, aber ich war der Meinung, dass diese beiden
deutschen Laender zusammen gehoeren und dass das deutsche Volk
die eigenen Angelegenheiten und Schwierigkeiten intern regeln
278
3425-PS
solle. Ich war ueberzeugt, dass die Haerten des nat.-soz. Regimes
gerade durch die Erfuellung der nationalen Ziele — Beseitigung der
Diskriminierung der Friedensvertraege und Erfuellung des Selbst-
bestimmungsrechtes — mit der Zeit ueberwunden werden wuerden.
Niirnberg, 10. Dezember 1945 Seyss-lnquart
Dr. Gustav Steinbauer
als Zeuge der Unterschrift.
DOCUMENT 3427-PS (see 2938-PS, Exhibit USA-511)
DOCUMENT 3428-PS
REPORT BY KUBE, COMMISSIONER GENERAL FOR WHITE RU-
THENIA, TO LOHSE, REICH COMMISSIONER FOR THE EASTERN
TERRITORIES, 31 JULY 1942 (FOUND IN THE BUILDING OF THE
MINISTRY FOR THE EAST IN BERLIN): IN THE DISTRICT-GENERAL
OF WHITE RUTHENIA, 55,000 JEWS HAVE BEEN KILLED IN 10
WEEKS; MORE MASS MURDERS ARE PLANNED, EXCEPTIONS
BEING MADE TEMPORARILY ONLY IN THE CASE OF JEWS
WORKING FOR THE WEHRMACHT (EXHIBIT USA-827)
BESCHREIBUNG:
U Ti I Bk und 1 o Hoheitszeichen dr, ,,507/42 g44 Ti I Geheim-Stp rot I iiber
Datum lila Stp: „Abt. Ila Nr. 2407/42 g44 (Zifferneintrag Ti) I r n Adr: P uni,
,,10/8“ und uni Zeidien (alles Ti) 1 unter Bk lila Stp: „Der Reichskommissar
fiir das Ostland Tgb Nr.1122/42 g“ (Zifferneintrag Ti) I darunter ms: „Geheim“
durch Streichung (Ti) verbessert aus „Geheime Reichssache!44 I r davon unter
Bk: „Mir mit altem Vorgang Tr. 12.8. 44 (Blei) I darunter: ,,Vorgange beigf.
(P uni) 19./8.44 (Blei) I r unterhalb des Adr lila Stp: „Reichskommissar Ostland
7. VIII 1942 Hauptabt44 I im Stp: ,,II Pol44 (Braun) I darunter: „II Verw44
(Braun) I davor P uni (Griin)
279
3428-PS
Geheim!
Der Generalkommissar
fiir Weissruthenien
Minsk, am„..31. Juli 1942.
Abtlg. Gauleiter / G. - 507/42 g -
(Bei Beantwortung unbedingt anzugeben!)
Herm
Reichskommissar fiir das Ostland
Gauleiter Hinrich L o h s e,
Riga
Geheim
Betreff: Partisanenbekampfung und Judenaktion
im GeneralbezirkWeiBruthenien.
Bei alien ZusammenstoBen mit Partisanen in WeiBruthenien hat
es sich herausgestellt, daB das Judentum sowohl im ehemals polni-
schen wie auch im ehemals sowjetischen Teil des Generalbezirks
zusammen mit der polnischen Widerstandsbewegung im Osten und
den Rotarmisten Moskaus im Osten Haupttrager der Partisanen-
bewegung ist. Infolgedessen ist die Behandlung des Juden turns in
WeiBruthenien angesichts der Gefahrdung der gesamten Wirtschaft
eine hervorragend politische Angelegenheit, die infolgedessen auch
nicht nach wirtschaftlichen,sondern nach politischen Gesichtspunkten
gelost werden miiBte. In eingehenden Besprechungen mit dem
SS-Brigadefiihrer Zenner und dem hervorragend tiichtigen Leiter
des SD, SS-Obersturmbannfiihrer Dr.jur. Strauch, haben wir in
WeiBruthenien in den letzten 10 Wochen rund 55.000 Juden liqui-
diert. Im Gebiet Minsk-Land ist das Judentum vollig ausgemerzt,
ohne daB der Arbeitseinsatz dadurch gefMhrdet worden ist. In dem
iiberwiegend polnischen Gebiet Lida sind 16.000 Juden, in Slonim
8.000 Juden usw. liquidiert worden. Durch einen dorthin bereits
berichteten Ubergriff des Riickwartigen Heeresgebietes sind die
von uns getroffenen Vorbereitungen fiir die Liquidierung der Juden
im Gebiet Glebokie gestort worden. Das Riickwartige Heeresgebiet
hat, ohne Fuhlung mit mir zu nehmen, 10.000 Juden liquidiert, deren
systematische Ausmerzung von uns sowieso vorgesehen war. In
Minsk-Stadt sind am 28. und 29.Juli rund 10.000 Juden liquidiert
worden, da von 6.500 russische Juden — iiberwiegend Alte, Frauen
und Kinder — der Rest bestand aus nichteinsatzfahigen Juden, die
iiberwiegend aus Wien, Briinn, Bremen und
280
3428-PS
— RUckseite —
Berlin im November des v.J. nach Minsk auf den Befehl des Fiihrers
geschickt worden sind.
Auch das Gebiet Sluzk ist um mehrere tausend Juden erleichtert
worden. Das Gleiche gilt fiir Nowogrodek und Wilejka. Radikale
MaBnahmen stehen noch fiir Baranowitschi und Hanzewitschi bevor.
In Baranowitschi leben allein in der Stadt noch rund 10.000 Juden,
von denen 9.000 Juden im nachsten Monat liquidiert werden.
InMinsk-Stadt sind 2.600 Juden aus Deutschland iibrig geblieben.
AuBerdem sind noch samtliche 6.000 russisdie Juden und Jiidinnen
am Leben, die als Arbeitseinsatz wahrend der Aktion bei den sie
beschaftigenden Einheiten verblieben sind. Minsk wird auch in Zu-
kunft noch immer den starksten Judeneinsatz behalten, da die
Zusammenballung der Riistungsbetriebe und die Aufgaben der
Eisenbahn das vorlaufig notwendig macht. In samtlichen iibrigen
Gebieten wird die Zahl der zum Arbeitseinsatz kommenden Juden
vom SD und mir auf hochstens 800, nach Moglichkeit aber auf 500,
festgesetzt, sodaB wir nach Beendigung der noch angekiindigten
Aktionen in Minsk 8.600 und in den 10 iibrigen Gebieten, ein-
schlieBlich des judenfreien Gebietes Minsk-Land, etwa 7000 Juden
iibrig behalten. Die Gefahr, daB die Partisanen sich in Zukunft
noch wesentlich auf das Judentum stiitzen konnen, besteht dann
nicht mehr. Mir und dem SD ware es natiirlich das liebste, nach
Wegfall der wirtschaftlichen Anspriiche der Wehrmacht, das Juden-
tum im Generalbezirk WeiBruthenien endgiiltig zu beseitigen.
Vorlaufig werden die notwendigen Anspriiche der Wehrmacht, die
in der Hauptsache Arbeitgeber des Judentums ist, beriicksichtigt.
Zu dieser eindeutigen Einstellung dem Judentum gegeniiber
kommt noch die schwere Aufgabe fiir den SD in WeiBruthenien
immer wieder neue Judentransporte aus dem Reich ihrer Bestim-
mung zuzufiihren. Das nimmt die materiellen und seelischen Krafte
der Manner des SD iiber Gebiihr in Anspruch und entzieht sie ihren
Aufgaben, die im Raume WeiBrutheniens selbst liegen.
Ich ware daher dankbar, wenn der Herr Reichskommissar es
— Blatt 2 — zum geheimen Schreiben des Generalkommissars vom
31.7.42 an den Herrn Reichskommissar in Riga.
ermoglichen konnte, weitere Judentransporte nach Minsk wenigstens
solange zu stoppen, bis die Partisanengefahr endgiiltig iiberwunden
worden ist. Ich brauche den SD im hundertprozentigen Einsatz
gegen die Partisanen und gegen die polnische Widerstandsbewegung,
281
3428-PS
die beide alle Krafte der nicht iiberwiegend starken SD-Einheiten
in Anspruch nehmen.
Nach Beendigung der Minsker Judenaktion meldet mir
heute Nacht mit gerechter Emporung SS-Obersturmbannfiihrer
Dr. Strauch, daB plotzlich ohne Weisung des Reichsfiihrers SS und
ohne Benachrichtigung des Generalkommissars ein Transport
von 1.000 Juden aus Warschau fur den hiesigen Luftgau
eingetroffen sind.
Ich bitte den Herrn Reichskommissar (bereits durch Fern-
schreiben vorbereitet), derartige Transporte als hochster
Hoheitstrager im Ostland zu unterbinden. Der polnische Jude ist
genau wie der russische Jude ein Feind des Deutschtums. Er stellt
ein politisch gefahrliches Element dar, dessen politische Gefahr
weit das ubertrifft, was er als Facharbeiter wert ist. Unter keinen
Umstanden konnen in einem Gebiet der Zivilverwaltung Wehr-
machtsdienststellen des Heeres Oder der Luftwiaffe oibne Genehmigung
des Herrn Reichskommissars aus dem Generalgouvernement oder
anderswoher Juden hier einfuhren, die die gesamte politische Arbeit
und die Sicherung des Generalbezirks gefahrden. Ich bin mit dem
Kommandeur des SD in WeiBruthenien darin vollig einig, daB wir
jeden Judentransport, der nicht von unseren vorgesetzten Dienst-
stellen befohlen oder angekundigt ist, liquidieren, um weitere
Beunruhigungen in WeiBruthenien zu verhindern.
Der Generalkommissar fur
WeiBruthenien
Kube.
DOCUMENT 3429-PS
EXTRACTS FROM THE PROPAGANDA PAMPHLET OF THE
WAFFEN-SS : “THE SS IS CALLING YOU” (EXHIBIT USA-446)
Aus: Dich ruft die fjr . Herausgeber: Der Reichsfiihrer ^f-Hauptamt, Berlin-
Wilmersdorf 1, Hohenzollerndamm 31, (nach April 1942)
— Seite 4/5 —
Deutscher Junge!
Die ft wendet sich mit dieser Schrift an dich, an unseren jungen
Frontkameraden von morgen. Du sollst noch mehr als bisher ver-
traut gemacht werden mit dem Geist, der die Waffen-ff beseelt,
282
3429-PS
mit der Fiihrung, dem Aufbau, der Ausriistung und Bewaffnung
jener Truppe, die dem Fuhrer besonders nahe steht und einen
stolzen Anteil an den deutschen Siegen im Westen und Osten, im
Norden und Siiden besitzt.
Du weiBt, daB Soldat sein und sich als Soldat bewahren die Pflicht
jedes Deutschen ist. Jene jungen Deutschen aber, die iiber ihre
Kameraden an Haltung und Charakter hinausragen, wollen mehr
als Soldaten sein; sie wollen nicht warten, bis sie eingezogen werden,
sie wollen als Freiwillige kampfen.
Die besonderen Aufgaben der Schutzstaffel zwingen dazu, die unab-
anderlichen Gesetze der Auslese anzuwenden und die wertvollsten
Kraft e fiir die zu gewinnen. Vertrauensvoll soli sich der junge
Deutsche der Eignungsuntersuchung unterziehen, ob er ff-maBig
und gesundheitlich fur die Waffen-^ geeignet ist. Bei Ablehnung
bleiben noch viele Moglichkeiten, sich der Nation vollwertig nutz-
bar zu machen.
Man hat oft gesagt, die Manner der Waffen-^ seien besondere
Draufganger. Das trifft zu, aber nie in dem Sinne, daB dem Einsatz
der Waffen-^ keine vorsorgliche Planung und iiberlegene Fiihrung
zugrundeliegen wiirde. Die Fuhrer der Waffen-^ sind durchweg
hundertfach erprobte, erfahrene und geschulte Manner. Die Ver-
luste der Waffen-^ entsprechen der Harte des Einsatzes, sind aber
prozentual nicht hoher und nicht niedriger als die anderer Verbande
des Heeres.
Wenn du dem Rufe der Waffen-ff folgst und dich als Freiwilliger
einreihst in die grofie Front der ^-Divisionen, so wirst du einer
Truppe angehoren, die von allem Anfang an ausgerichtet ist auf
besondere Leistungen, die dafiir auch eine K a m e r a d schaft von
besonderer Tiefe entwickelt. Du wirst Waffentrager in einer Truppe
sein, die die wertvollsten Krafte der jungen deutschen Generation
umfaBt. Dariiber hinaus bist du mit der nationalsozialistischen
Weltanschauung besonders verbunden. Deine Kameraden kommen
a us alien deutschen Gauen und den volksdeutschen Gebieten. In
ihrer weltanschaulichen Ausweitung umfaBt die Waffen-W auch die
Freiwilligen der germanischen Lander. Diese Wehrgemeinschaft
mit den ^-Kameraden aus Norwegen, Danemark, den Niederlanden
und Flandern und den Freiwilligen aus Finnland ist ein groBer
Beitrag fiir die Verwirklichung jener neuen Schicksalsgemeinschaft
in Europa, zu deren Vorkampferin, Tragerin und Kerntruppe sich
die gemacht hat.
Die Jugend des nationalsozialistischen Reiches weiB, daB sie sich
selbst bemiihen muB, um ihren Wehrdienst in der Waffen-^ ab-
leisten zu konnen. DaB sich soviele j unge Deutsche zur
Waff en-ff melden, ist ein sprechendes Zeugnis
fiir das Vertrauen, das von der heutigen jungen
283
3429-PS
Generation gerade der Waf f en-)f, ihrem Geist und
vor allem ihrer Fiihrung entgegengebracht wird.
Es ist aber auch ein stolzer Beweis fur die welt-
anschaulich sichere Haltung dieser deutschen
Jugend, daB sie den Sinn des Kampfes der ff ver-
standenhat undgenau w e i B, warum die Waffen-ff
eine dem Fiihrer besonders v e r pf 1 i c h t e t e Ge-
meinschaft bildet. So wird auch auf deinem
KoppelschloB der Wahlspruch stehen, den der
Fiihrer selbst am 1. April 1931 seiner H verliehen
hat:
MEINE EHRE HEISST TREUE!
— Seite 18 —
DER EID DES ff-MANNES
ICH SCHWORE DIR,
ADOLF HITLER,
ALS FUHRER UND
KANZLER DES REICHES
TREUE UND TAPFERKEIT.
ICH GELOBE DIR
UND DEN VON DIR
BESTIMMTEN V ORGESETZTEN
GEHORSAM BIS IN
DEN TOD,
SO WAHR MIR
GOTT HELFE.
DOCUMENT 3430-PS
EXTRACTS FROM SEYSS-INQUART’S SPEECHES IN THE NETHER-
LANDS, 1941 AND 1943 (EXHIBIT USA-708)
A u 8 : SeyB-Inquart: Vier Jahre in den Niederlanden. Gesammelte Reden.
Volk und Reich Verlag, Amsterdam, 1944.
— Seite 57 —
Auszug. aus Rede gehalten vor der:
VERSAMMLUNG
DES ARBEITSBEREICHES DER NSDAP
Amsterdam, 12. Marz 1941
Ich erklare, dass mein Wort „Wir wollen das niederlandische
Volkstum nicht bedriicken und ihm unsere Uberzeugung nicht auf-
drangen“ nach wie vor gilt, aber es gilt nur fur das niederlandische
284
3430-PS
Volk. Die Juden werden von uns nicht als ein Bestandteil des nieder-
landischen Volkes angesehen. Die Juden sind fur den National-
sozialismus und das nationalsozialistische Reich der Feind. Vom
Augenblick ihrer Emanzipation an war ihr Wirken darauf gerichtet,
die volkischen und moralischen Werte im deutschen Volk zu ver-
nichten und an Stelle einer national bewussten und verantwortlichen
Weltanschauung einen internationalen Nihilismus zu setzen. Vollends
klar wurde die verhangnisvolle Bedeutung des Judentums fur das
deutsche Volk in den Jahren des Weltkrieges. Sie eigentlich waren es
ja, die jenen Dolch schliffen, dessen Stoss in den Riicken der deutschen
Heere dann den Widerstand der Deutschen brach, und vom Jahr
1918 an waren sie es, die alle traditionellen volkischen, aber auch
sittlichen und religiosen Glaubenswerte im deutschen Volk auflosen
und zersetzen wollten. Die Juden sind fur uns nicht Niederlander.
Sie sind jene Feinde mit denen wir weder zu einem Waffenstillstand
noeh zu einem Frieden kommen konnen. Dies gilt hier, wenn Sie
wollen, fur die Zeit der Besetzung. Erwarten Sie von mir keine
Verordnung, die dies festsetzt, ausser Regelungen polizeilicher Natur.
Wir werden die Juden schlagen, wo wir sie treffen, und wer mit
ihnen geht, hat die Folgen zu tragen. Der Fiihrer hat erklart, dass
die Juden in Europa ihre Rolle ausgespielt haben, und daher haben
sie ihre Rolle ausgespielt. Das einzige, woriiber wir reden konnen,
ist die Schaffung eines ertraglichen Ubergangszustandes unter
Wahrung des Standpunktes, dass die Juden Feinde sind, also unter
Beobachtung aller Vorsichten, die man Feinden gegeniiber anwendet.
Was aber die Zeit anlangt, in der einmal Deutschland nicht als Be-
satzungsmacht hier fur die Aufrechterhaltung der Ordnung und des
offentlichen Lebens zu sorgen hat, so wird das niederlandische Volk
vor die Wahl gestellt sein, ob es das kameradschaftliche Zusarrtmen-
gehen mit dem deutschen Volk den Juden zuliebe auf das Spiel
setzen will.
— Seite 118 —
Auszug aus Rede gehalten:
ZUM 10. JAHRESTAG DER MACHTtJBERNAHME
VERSAMMLUNG DES ARBEITSBEREICHES DER NSDAP
Den Haag, 29. Januar 1943
Voraussetzung aber fur das Eingehen in die Ordnung nach den
Grundsatzen des Nationalsozialismus als der zweckmassigsten Ord-
nung des Gemeinschaftslebens ist, aus eigener Entschlusskraft den
Nationalsozialismus als Lebensgrundlage anzuerkennen. Darum kann
diese nationalsozialistische Lebensform auch einem germanischen
Volk nicht im Wege einer innerpolitischen Machtergreifung zugeteilt
werden, sondern es ist die erste Aufgabe der Nationalsozialisten, die
285
3430-PS
Voiksgenossen von der Richtigkeit ihrer politischen Ideen zu iiber-
zeugen und sie fur diese Idee und ihre Verwirklichung zu ge-
winnen. Darum haben wir hier in diesem Lande auch alle politischen
Organisationsformen auf den Boden der Freiwilligkeit gestellt.
— Seite 124/125 —
Ich werde meine Anordnungen geben. Sie miissen von alien
strikte durchgeflihrt werden. In der heutigen Situation wiirde die
Weigerung, eine solche Anordnung durchzufiihren, nicht anders
gewertet werden konnen denn als Sabotage. Es ist ebenso klar,
dass wir mehr denn je jeden Widerstand, der sich gegen diesen
Existenzkampf richtet, unterdriicken mussen. Vor einiger Zeit
haben die Vertreter der Kirchen an den Herm Wehrmachtbefehls-
haber und an mich ein Schreiben gerichtet, in dem sie ihre Vor-
stellungen gegen die Vollstreckung jener Todesurteile vorbringen,
von denen inzwischen eine Verlautbarung des Herrn Wehrmacht-
befehlshabers Kunde gegeben hat. Hiezu kann ich nur folgendes
sagen: In einem Augenblick, in dem unsere Manner, Vater und
Sohne mit eiserner Entschlossenheit ihrem Schicksal im Osten
entgegensehen und unerschiitterlich und unerschiittert den hochsten
Einsatz leisten, ist es unertraglich, Konspirationen zu dulden, die
es sich zum Ziel setzen, den Riicken dieser Ostfront unsicher zu
machen. Wer dies wagt, muss vernichtet werden. Hart sein und
noch harter werden gegen uns selbst und gegen unsere Gegner, das
ist das Gebot eines unerbittlichen Ablaufs notwendiger Ereignisse
und fiir uns eine vielleicht menschlich schwere, aber doch heilige
Pflicht. Wir bleiben menschlich, indem wir unsere Gegner nicht
qualen, wir mussen hart bleiben, indem wir sie vernichten.
— Seite 131 —
Auszug aus Rede gehalten vor der:
VERSAMMLUNG
DES ARBEITSBEREICHES DER NSDAP
Hengelo, 19. Mai 1943
Standgerichte haben eine sehr schwere Aufgabe. Sie haben
einerseits durch blitzschnelles Zugreifen zu warnen und ein Weiter-
greifen zu verhindern, und sie mussen doch dabei moglichst den
Schuldigen und Verantwortlichen treffen. Das ist sehr schwer, denn
die Verantwortlichen, die wirklich Schuldigen, laufen bei solchen
Ereignissen gewohnlich nicht auf der Strasse herum. Ich glaube
sagen zu konnen, dass hier die Standgerichte ihr moglichstes getan
haben. Sie haben, wo sie konnten, die verantwortlichen Stellen,
Dienststellenleiter, Betriebsfiihrer usw. gegriffen, und wenn sie
deren Verantwortung festgestellt haben, hat ihnen ihre Stellung
286
3430-PS
keinen Vorteil verschafft, sondern im Gegenteil, dann wurden sie
als noch verar\j:wortungsvoller befunden. Ich weiss, mit welcher
Sorgfalt die Gerichte gearbeitet haben, denn es gab etwas, was bei
Standgerichten selten vorkommt, es gab Freispruche, es gab Ver-
weisungen an die ordentlichen Gerichte, wenn der Sachverhalt
nicht klar war, und es gab eine ganz grosse Zahl Verurteilungen,
bei denen mir das Standgericht sofort gesagt hat, bitte vollstrecken
Sie die Todesurteile vorlaufig nicht, warten wir, wie es weiter geht.
— Seite 144 —
Es ist mir manchmal entgegengehalten worden, dass ich auf
alien Gebieten des offentlichen Lebens den Nationalsozialismus zur
Fiihrung kommen lasse. Das ist fur mich kein Vorwurf, das ist mein
geschichtlicher Auftrag, den ich hier zu erfiillen habe. Denn dieses
Europa ist nur zu retten, wenn sich das nationalsozialistische
Deutschland als Wall dieser Welle aus dem Osten entgegenwirft,
und dieses Entgegenwerfen, diese Bewahrung, das gibt eben den
Anspruch auf die Fiihrung. Ich werde immer als Nationalsozialist
handeln, das verspreche ich Euch alien. Das bedeutet aber nicht,
dass ich auch nur einem Menschen den Nationalsozialismus auf-
zwingen will. Der Nationalsozialismus ist eine Sache der inneren
Uberzeugung.
Nun gibt es hier zwei Gruppen von Organisationen. Das eine sind
die politischen, bei denen ich Wert darauf lege, dass jedes einzelne
Mitglied zum Nationalsozialismus gefiihrt wird. Das sind aber
durchaus freiwillige Organisationen, und wenn in deren Bereich
irgendwo ein Zwang ausgeiibt wird, dann hochstens ein Zwang von
manchen Geistlichen, um die Leute aus der nationalsozialistischen
Organisation herausbringen. Daneben gibt es berufsstandische
Organisationen. Das sind die, die gewisse Aufgaben, die sich aus den
Notwendigkeiten der heutigen Zeit ergeben und die den einzelnen
Berufsgruppen zufallen, zu erfiillen haben. Da ist gleichgiiltig,
welche Gesinnung der einzelne Mann hat, wenn er nur eben seine
Aufgabe aus seinem Beruf heraus erfiillt.
— Seite 166/167 —
Auszug aus Rede gehalten:
ZUR VEREIDIGUNG
DER NIEDERLANDISCHEN LANDWACHT
Weert, 1. August 1943
Etwas anderes ist es, wenn einige, und ich kann mit Genugtuung
feststellen — nur wenige, der Meinung sind, dass nunmehr die Zeit
gekommen ist, Gewalttaten mit einer bemerkenswerten Grausam-
keit zu begehen. Sie erinnem sich des Falles, dass ein junger Mann
287
3430-PS
eine hochschwangere Frau mit Messerstichen zerfieischt hat Oder
dass zwei andere junge Manner einen alten und dazu noch invaliden
Mann bewusstlos geschlagen und in voller Kenntnis, dass dieser
Mann noch lebt, in einer Sandgrube verscharrt und dem qualvollen
Erstickungstod preisgegeben haben. Falle solcher brutalsten Hin-
mordung ereignen sich nunmehr. Dies hat mit einer, wenn auch
vollkommen irregeleiteten patriotischen Haltung nichts mehr zu
tun. Es ist auch nur das Zeichen einer schmahlichen Gesinnung,
wenn die durch Raububerfalle in die Hande dieser Ubeltater gelang-
ten Lebensmittelmarken fur teures Geld verkauft werden und
hiedurch iiberdies die ausserst angespannte Lebensmittelverteilung
fiir das niederlandische Volk aufs ausserste gefahrdet wird. Und in
welche Kategorie menschlicher Gefiihle ist der nicht allein stehende
Fall einzureihen, dass Juden, die sich der Abschiebung entziehen zu
konnen geglaubt haben und irgendwo im Lande untergetaucht sind,
nach einiger Zeit, wenn sie offenbar fur die Gewahrung des not-
wendigsten Lebensunterhaltes ausgepliindert worden waren, ermor-
det und in Papier eingewickelt in einem Strassengraben gefunden
werden?
Das ist nackte Anarchie, die hier in diesem Lande, das sich doch in
einer iiberheblichen Selbstgefalligkeit gegen jede derartige Ent-
wicklung gefeit glaubte, unter dem Einfluss der in den Widerstands-
kreisen immer mehr Boden gewinnenden kommunistischen Radels-
ftihrer Platz greift. Ich habe alle Anordnungen gegeben, um diese
Erscheinungen mit jener Harte zu unterdriicken, die der Brutalitat
dieser Verbrechen entspricht. Wenn bei diesen Massnahmen nieder-
landische Burger in Mitleidenschaft gezogen werden und Schwierig-
keiten und Beschrankungen besonderer Art iiber sich ergehen lassen
miissen, so haben sie die Schuld hierfiir einzig und allein bei diesen
Ausbriichen einer anarchistischen Geisteshaltung einzelner Ubeltater
und der ebenso verbrecherischen Duldung, zumindest Gleichgiiltig-
keit in ihren eigenen Kreisen zu suchen.
— Seite 193
Auszug aus Kede gehalten:
ZUM 9. NOVEMBER
Utrecht, 7. November 1943
Das Wesen Europas ist die ungemeine Mannigfaltigkeit, der
Blutenreichtum der arteigenen blutgebundenen Kulturen und
Volkspersonlichkeiten, die hier in den einzelnen Landern und
Landschaften gleichsam wie in grossen und schonen von der Natur
dargebotenen Schalen ihr Vokstum entwickelt haben. Wir wurden
aufhoren Europaer zu sein, wenn wir unsere Berufung nicht mehr
288
3430-PS
darin sehen wiirden, diesen Blutenreichtum der arteigenen und blut-
gebundenen Kulturen der europaischen Volker zu erhalten und zu
fordem. Wenn wir uns tiber dieses unser Wesen im klaren sind,
dann erkennen wir das Verheerende des Einflusses vom Osten her,
der unsere Rassen vemichten will, aber auch das Verderbliche des
Einflusses des Westens, der ja auch unsere Volkspersonlichkeiten
nivellieren will, damit die Menschen hier so wie in Amerika alle
wie am laufenden Band zu Millionen erzeugt ausschauen.
— Seite 201 —
Warum greifen denn die Deutschen in den Niederlanden in alles
ein? Warum kiimmern sie sich iiberhaupt um alle Angelegenheiten,
warum beschranken sie sich nicht auf die militarischen Besatzungs-
angelegenheiten? Das hangt damit zusammen, dass wir in einem
totalen, im totalsten Krieg stehen, dass es uns, die wir vier Jahre
Weltkrieg und noch mehr erlebt haben, ganz klar ist, dass es zum
Schluss einen Spannungsaugenbhck gibt, in dem es iiberhaupt keine
Abgrenzungen mehr gibt zwischen dem, was kriegswichtig und
militarisch, und dem, was privat und zivil ist.
DOCUMENT 3441 -PS (see 1856-PS, Exhibit USA-437)
DOCUMENT=3442=PS
EXTRACTS FROM HITLER’S REICHSTAG SPEECH ON 13 JULY 1934:
GORING’S PARTICIPATION IN THE EVENTS OF 30 JUNE 1934
(EXHIBIT USA-576)
A u s : Das Archiv. Nachschlagewerk fur Politik, Wirtschaft, Kultur. Heraus-
geber: Ministerialrat Dr. Kurt Jahnke, Bearbeiter: Gaupresseamtsleiter Ernst
Jaenicke. Jahrgang 1934/35, Juli 1934, Berlin.
— Seite 495 —
Die Reichsregierung berief den Reichstag zusammen, um eine
Erklarung des Reichskanzlers Adolf Hitler iiber die Vorgange des
30. Juni entgegenzunehmen . . .
289
3442-PS
Der Fiihrer erklarte u.a.:
— Seite 505 —
. . . Ministerprasident Goring hatte unterdes von mir schon vor-
her den Auftrag bekommen, im Falle der Aktion der Reinigung
seinerseits sofort die analogen MaBnahmen in Berlin und PreuBen
zu treffen. Er hat mit eiserner Faust den Angriff auf den national-
sozialistischen Staat niedergeschlagen, ehe er zur Entwicklung
kam. . . .
DOCUMENT 3444-PS (see 2324-PS, Exhibit USA-233)
DOCUMENT 3447-PS
INITIALED LETTER FROM LAMMERS TO SEYSS-INQUART, BE-
GINNING OF NOVEMBER 1938: HITLER HAS APPROVED THE
DRAFT OF A DECREE FOR THE CONFISCATION IN AUSTRIA OF
PROPERTY BELONGING TO ENEMIES OF THE PEOPLE AND STATE
(EXHIBIT USA-887)
BESCHRE1BUNG:
U (P „L“) Griin I r unterhalb davon P: Kr 1/11. (Blau)
3.) An
den Reichsstatthalter in Osterreich
Herrn Dr.SeyB-Inquart
Wien I
Ballhausplatz 2
Auf das Schreiben vom 24.0ktober 1938
— Akt.Zch.: Z1.43-762-Prot.l/38 — .
Sehr geehrter Herr Reichsstatthalter!
Die Einziehung volks- und staatsfeindlichen Vermogens in
Osterreich soil durch eine von dem Reichsminister des Innern zu
erlassende Verordnung geregelt werden. Der Fiihrer, bei dem
290
3447-PS
ich gestern den von dem Reichsminister des Innem vorgelegten
Entwurf einer Verordnung liber die Einziehung volks- und
staatsfeindlichen Vermogens im Lande Osterreich zum Vortrag
gebracht habe, hat gegen den Erlafi der Verordnung keine
Bedenken. Ich nehme daher an, daB die Verordnung in den
nachsten Tagen erlassen werden wird.1)
Heil Hitler!
Ihr sehr ergebener
(N.d.H.RMin.)
L
4.) Nach Abgang dem Referenten
wiedervorzulegen (Behandlung des eingez. Verm.).2)
DOCUMENT 3448-PS
LETTER FROM SEYSS-INQUART TO LAMMERS, 24 OCTOBER 1938,
REQUESTING THE PROMULGATION OF A LAW FOR THE CON-
FISCATION OF PROPERTY BELONGING TO ENEMIES OF THE
STATE (EXHIBIT USA-886)
BESCHREIBUNG:
U Ti I Bk dr auBer Aktennummer I 1 iiber Bk pr Hoheitszeichen I dariiber
Stp (schwarz): „RK. 22393 B 30. OKT.193844 (,,22393 B44 Ti) I „193844 angehakt,
dahinter: Kri (Blei) I r liber Datum: P uni, 29/10 (Blau) I unter Datum:
Kr 11/1. (Blau) I darunter: Gg., P uni, 29/10. (Blau) I r unter „Reichsstatt-
halter44: „Vorg. — Zuletzt Rk 20323 B — i Gg. (Min.)44, (Blei); „i Gg. (Min)44
durchstrichen (Blei), dariiber: lb (Blei) I iiber Anrede ovaler Stp rosa: „S.Ang.
v.1/11.44 (Datum Ti) I Ecke u 1: Osterreich 1 (Blei)
DER REICHS ST ATTH ALTER
AKTENZEICHEN : Zl. 43-762-Prot.l/38
WIEN 1, DEN 24.0ktober 1938.
BALLHAUSPLATZ 2
FERNRUF: U 24-5-20
Sehr geehrter Herr Reichsminister !
Darf ich mich und mit mir das Gesetz iiber die Beschlagnahme
staatsfeindlichen Vermogens in Erinnerung bringen? Auf diesem
M statt: „daB die Verordnung in den nachsten Tagen erlassen werden wird.44
(hs’es Ti), urspriinglich: „daB der ErlaB der Verordnung unmittelbar bevor-
steht.44 (ms)
2) bs’es Ti I Abs. „4.)“ lautete urspriinglich: „4.) Z.d.A44 (ms, „Z.d.A.“ unter-
strichen) I unter T von ,,4.)44: Herrn Rabe erg. Kr 2/11 (Blei), daneben:
P uni, 2./11. (Kop)
291
3448-PS
Gebiete ist die Verwaltung etwas in Unordnung geraten und ich
mochte die Ordnung nicht mit unzulanglichen Mitteln herbeizufiihren
suchen, weil dies nichts niitzt.
Ich glaube, dass dieses Gesetz soweit fertig ist, dass es zur
Unterschrift fur den Fiihrer bereit liegt und ich hoffe, dass Sie,
sehr geehrter Herr Reichsminister bald Gelegenheit haben werden,
diese Unterschrift einzuholen.
Indem ich Sie bestens begriisse, verbleibe ich mit
Heil Hitler!
Ihr sehr ergebener
Seyss-Inquart
Herm
Reichsminister und Chef der Reichskanzlei
Dr. L a m m e r s ,
Berlin W 8., Wilhelmstrasse 78.
DOCUMENT 3450-PS
EXTRACT FROM A REVISED DRAFT OF THE DECREE FOR THE
CONFISCATION OF PROPERTY IN AUSTRIA BELONGING TO
ENEMIES OF THE STATE, 1938 (EXACT DATE NOT GIVEN) (EXHIBIT
USA-888)
BESCHREIBUNG:
Verv
Zu la 2 1 0 6 / 3 8 '
3804
Neufassung des Entwurfs einer
Verordnung iiber die Einziehung volks- und
staatsfeindlichen Vermogens im Lande
Osterreich.
Vom 1938.
Auf Grund des Artikels III des Gesetzes iiber die Wiedervereini-
gung Osterreichs mit dem Deutschen Reich vom 13. Marz 1938
(Reichsgesetzbl. I S. 237) wird folgendes verordnet:
§ 1
(1) Der Reichsstatthalter (Osterreichische Landesregierung) in
Wien oder die von ihm bestimmten Stellen konnen Vermogen von
292
3450-PS
Personen oder Personenvereinigungen, die volks- und staatsfeind-
liche Bestrebungen gefordert haben, so\vie Sachen und Rechte, die
zur Forderung solcher Bestrebungen gebraucht oder bestimmt
waren, zu Gunsten des Landes Osterreich einzuziehen. Der Reichs-
minister des Innern oder die von ihm bestimmten Stellen stellen test,
welche Bestrebungen a Is volks- und staatsfeindlich anzusehen sind.
Naeh Anhorung des Reichskommissars fur die Wiedervereinigung
Osterreichs mit dem Deutschen Reidi und mit Zustimmung des
Reichsministers des Innern kann die Einziehung auch zu Gunsten
einer anderen Rechtsperson erfolgen.
(2) Uber das zu Gunsten des Landes' Osterreich eingezogene
Vermogen verfiigt der Reichsstatthalter (Osterreichische Landes-
regierung) in Wien im Einvernehmen mit dem Reichskommissar fur
die Wiedervereinigung Osterreichs mit dem Deutschen Reich.
— Seite 3 —
§ 5
Personenvereinigungen, deren Vermogen eingezogen wird, sind
damit aufgelost. Eine Liquidierung findet nicht statt.
— Seite 4 —
§ 7
Einziehungen, die vor dem Inkrafttreten dieser Verordnung von
der Geheimen Staatspolizei verfiigt worden sind, gelten als Ein-
ziehungen im Sinne dieser Verordnung. Fiir diese Einziehungen
gelten an Stelle des § 6 die Vorschriften der §§ 8 bis 15.
— Seite 6 —
§ 17
Der Reichsminister des Innern wird ermachtigt, im Einvernehmen
mit den sonst beteiligten Reichs ministern die zur Durchfiihrung und
Erganzung dieser Verordnung erforderlichen Rechts- und Ver-
waltungsvorschriften zu erlassen.
Berlin, den 1938
Der Reichsminister des Innern
Der Stellvertreter des Fiihrers
Der Reichsminister der Finanzen
Der Reichsminister der Justiz
Der Reichswirtschaftsminister.
293
DOCUMENT 3458-PS
EXTRACT FROM GORING’S SPEECH IN THE REICHSTAG, 15 SEP-
TEMBER 1935, WHEN THE NUREMBERG RACIAL LAWS WERE
PASSED (EXHIBIT USA-588)
A u s : Gerd Riihle: Das Dritte Reich. Dokumentarische Darstellung des Auf-
baues der Nation. Das dritte Jahr. 1935. Hummelverlag Berlin.
— Seite 256 —
Pg. Hermann Goring zur Begrundung der Niirnberger Gesetze:
— seite 257 —
. . . Diese Freiheit nach innen gait es vielleicht oft schwerer zu
erringen. Sie ist aber moglich, und darum werden heute auch die
Grundsatze festgelegt werden, die diese Freiheit im Innem ein fur
allemal stabilisieren werden; denn diese Freiheit kommt a u s d e m
Blut, und nur durch die Reinheit der Rasse kann
diese Freiheit auch fur ewig behauptet werden.
Gott hat die Rassen geschaffen. Er wollte nichts Gleiches, und wir
weisen es deshalb weit von uns, wenn man versucht, diese Rassen-
reinheit umzufalschen in eine Gleichheit. Wir haben erlebt, was es
heiBt, wenn ein Volk nach den artfremden und naturwidrigen Ge-
setzen einer Gleichheit leben muB. Denn diese Gleichheit gibt es
nicht. Wir haben uns nie zu ihr bekannt, und deshalb miissen wir
sie auch in unseren Gesetzen grundsatzlich ablehnen und miissen
uns bekennen zu jeiner Reinheit der Rasse, die von der Vorsehung
und der Natur bestimmt gewesen ist.
DOCUMENT 3460-PS (see 1856-PS, Exhibit USA-437)
294
DOCUMENT 3462-PS
INTERROGATION OF BERTUS GERDES, 20 NOVEMBER 1945: HIS
CLOSE RELATIONS WITH KALTENBRUNNER; OBSERVATIONS BY
KALTENBRUNNER, FOR EXAMPLE: THAT THE EASTERN PEOPLES
MUST BE FORCED TO DIE OUT BY MEANS OF STERILIZATION AND
EXTERMINATION OF THEIR HIGHER CLASSES; THAT GERMANS
WHO KILLED ENEMY PARACHUTISTS SHOULD NOT BE PUNISHED.
ORDER BY KALTENBRUNNER, APRIL 1945, THAT THE CONCEN-
TRATION CAMP DACHAU AND TWO JEWISH LABOR CAMPS
SHOULD BE DESTROYED BY THE GERMAN LUFTWAFFE OR BY
MASS POISENING (EXHIBIT USA-528)
BESCHREIBUNG:
Seite 1 — 7 in Ecke r u: G (Ti) I Seite 8: U „Bertus Gerdes46, sowie U unter
und Monatstag „18“ im BeglVm Ti
COUNTER INTELLIGENCE CORPS
NURNBERG SUB-REGIONAL OFFICE
20. November 1945.
Denkschrift an den verantwortlichen Offizier.
Ueber: Verhoer von Bertus GERDES
Betreffs: Obergruppenfuehrer Ernst Kaltenbrunner.
1. Am 19.November 1945 uebergab sich der obenerwaehnte Bertus
Gerdes, vormals Gaustabsamtsleiter von Oberbayem in den
Gewahrsam des Counter Intelligence Corps (C.I.C.) in Nuernberg.
2. In dem folgenden Verhoer beschreibt Gerdes seine Beziehungen
zu Kaltenbrunner und legt Kaltenbrunners Verantwortlichkeit
fuer verschiedene Ausrottungsbefehle von alliierten Fliegem,
Untertanen von besetzten Gebieten und Konzentrationslager-
insassen test.
1. Frage: Wie heissen Sie?
Antwort: Bertus Gerdes.
2. Frage: Wie alt sind Sie ? •
Antwort: 33 Jahre.
3. Frage: Waren Sie ein Mitglied der Hitler- Jugend?
Antwort: Ja, im Jahre 1929.
4. Frage: Waren Sie ein Mitglied der NSDAP.?
Antwort: Ja, seit 1930.
295
3462-PS
5. Frage: Waren Sie ein Mitglied der SA.?
Antwort: Ja, seit 1930.
— Seite 2 —
6. Frage: Was war Ihre letzte Stellung in der Partei?
Antwort: Ich war Gaustabsamtsleiter von Oberbayern mit der
Dienststelle in Muenchen.
7. Frage: Wer war Ihr Chef?
Antwort: Gauleiter Giesler.
8. Frage: Kennen Sie Ernst Kaltenb runner?
Antwort: Ja.
9. Frage: Beschreiben Sie in Einzelheiten all Ihre Beziehungen zu
Kaltenbrunner.
Antwort: Ich habe den frueheren SS-Obergruppenfuehrer Kalten-
brunner zum ersten Mai anlaesslich einer Gaustabsamtsleiter-
Tagung, bei der die Gauleiter-Stellvertreter anwesend waren,
in Weimar im Hotel „Zum Elefanten“ kennengelemt. Das
war im Fruehjahr 1944. Bei dieser Gelegenheit gab Kalten-
brunner einen Ueberblick ueber das Verhaeltnis der Gestapo
und des Sicherheitsdienstes (SD) zur Partei. Er sagte, die
Gestapo sei dem Fuehrer gegenueber insbesondere dafuer
verantwortlich Unruhen jeglicher Art, die sich auf Grund der
Kriegslage entwickelten im Keime zu ersticken. Die Gestapo
habe daher im Zusammenhang mit dem Sicherheitsdienst eine
Organisation geschaffen die in alle Dienststellen, alle groesse-
ren Unternehmen und sogar bis in die kleinsten B etriebe
eingedrungen war. Er sagte femer, das s es eine unzaehlige
Menge von Vertrauensmaenner gaebe, von deren Existenz
die breite Masse, sowie auch die Parteiorganisationen ueber-
haupt nichts wussten. Es sei die Aufgabe seiner Vertrauens-
maenner alle Vorfaelle und vor alien Dingen die Stimmung
des Volkes zu registrieren und dem Reichssicherheitshauptamt
zu melden. Kaltenbrunner appelierte an die Tagungsteil-
nehmer ihm fuer diese Aufgabe
— Scite 3 —
aus den Kreisen der Parteifuehrerschaft geeignete und be-
waehrte politische Leiter zur Verfuegung zu stellen, um eine
engere Zusammenarbeit mit der Partei zu gewaehrleisten.
Kaltenbrunner sagte femerhin, dass die Gestapo und der
Sicherheitsdienst auf aehnliche Art und Weise in den besetzten
Gebieten arbeitete und dass er voellig von der Taetigkeit in
diesen Gebieten orientiert sei. Er griff die Renault-Werke
296
3462-PS
in Frankreich als ein Beispiel heraus und schilderte seine
Organisation in diesem Ruestungsbetrieb.
Nach der Tagung hatte ich Gelegenheit mit Ka It enb runner
im engsten Kreis zusammen zu sein. Ausser mir waren noch
Oberbefehlsleiter Friedrichs (Parteikanzlei in Muenchen) und
Gauinspekteur Flemisch zugegen. Soweit ich mich noch genau
entsinnen kann, aeusserte sich Kaltenbrunner wie folgt:
„ Deutschland muss dafuer Sorge tragen, dass die Ostvoelker
und der groesste Teil der Balkan- und Donaustaaten zum
Aussterben gezwungen werde durch Sterilisierung und Ver-
nichtung der Herrenschicht dieser Laender. Um jedoch den
Fuehrungsanspruch des deutschen Volkes zu sichem und
gleichzeitig die deutsche Bevoelkerung zu steigem, muessen
a lie ledigen und verheirateten deutschen Frauen soweit diese
noch nicht vier Kinder haben im Alter bis zu 35 Jahren ver-
pflichtet werden von reinrassigen einwandfreien deutschen
Maennem vier Kinder zu zeugen. Ob diese Maenner ver-
heiratet sind, spielt dabei keine Rolle. Jede Familie die bereits
4 Kinder hat, muss den Mann fuer diese Aktion freigeben.“
Im Dezember 1944 Oder Januar 1945 hatte ich im Dienst-
zimmer des Gauleiters Giesler in Muenchen, Ludwigs-
strasse 28 Gelegenheit von
— Seite 4 —
einer Geheimverfuegung Kaltenbrunners Kenntnis zu
nehmen. Der Gauleiter Giesler erhielt diesen Befehl in meiner
Gegenwart durch Kurier und nach dem mir die Erlaubnis
gegeben wurde es zu lesen, wurde es zerstoert in Ueberein-
stimmung mit dem Vermerk: „Nach Kenntnis zu vemichten.“
Der Befehl der von Kaltenbrunner unterzeichnet war, lautete
ungefaehr wie folgt: „ Ich habe im Einvernehmen mit dem
Reichsfuehrer SS erwirkt, und alle hoeheren Polizeidienst-
stellen angewiesen, dass jeder Deutsche der sich in Zukunft
an der Verfolgung und Vernichtung der abgesprungenen
feindlichen Flugzeugbesatzungen beteiligt, straffrei auszu-
gehen habe.“
Giesler erzaehlte mir, dass Kaltenbrunner in dauernder
Verb indung mit ihm sei, da er sich grosse Sorge um das Ver-
halten der auslaendischen Arbeiter und vor alien Dingen der
Insassen der Konzentrationslager Dachau, Muehldorf und
Landsberg mache, die im Zuge der sich naehernden alliierten
Armeen befanden. An einem Dienstag, Mitte April 1945
erhielt ich vom Gauleiter einen Anruf mich fuer eine Nacht-
besprechung freizuhalten. Im Laufe unserer persoenlichen
Unterhaltung an diesem Abend, wurde mir von Gauleiter
297
3462* PS
Giesler eroeffnet, dass er von Obergruppenfuehrer Kalten-
brunner eine Weisung erhalten habe, im Auftrage des Fuehrers
unverzueglich eine Planung ueber die Liquidierung des Kon-
zentrationslagers Dachau und der beiden juedischen Arbeiter-
lager Landsberg und Muehldorf auszuarbeiten. Die Weisung
sah vor, die beiden juedischen Arbeiterlager in Landsberg
und Muehldorf durch die deutsche Luftwaffe zu vemichten,
da die Baustellen dieser Lager in letzter Zeit wiederholt von
feindlichen Luftangriffen heimgesucht wurden. Diese Aktion
erhielt den Decknamen „Wolke A 1“.
— Seite 5 —
Giesler gab mir den Auftrag mich ueber die Durchfueh-
rung dieses Planes mit dem General Galland in Verb indung
zu setzen. General Galland der sich auf dem Flugplatz Riem
aufhielt, war mir bis dahin noch unbekannt und daher luden
wir ihn fuer den naechsten Tag zum Mittagessen im Seehaus
(Kleinhesseloher See im Englischen Garten) im kleinsten
Kreise ein. Bei dem Essen wurden nur allgemeine Fragen
eroertert und der Einsatz des neuen Du esen jaegers besprochen.
Bei dieser Gelegenheit sollte ich mit Galland einen Termin
vereinbaren, wo wir ueber das obenangefuehrte Vorhaben
sprechen koennten. Diese Unterhaltung fand jedoch nie statt.
Wiederholt versuchte ich nun mit Maennem des Fuehrer-
hauptquartiers — wie Walkenhorst,der Personal - Chef des
Reichsleiters Bormann,und Treitsch, der Verbindungsmann
Himmlers zu Bormann — Verb indung zu erhalten. Beiden
Anrufe gelangen mir schliesslich, jedoch waren sie sehr kurz.
Walkenhorst teilte mir mit, dass ihm von einem solchen
Fuehrerauftrag nichts bekannt sei, jedoch wuerde er naehere
Erkundigungen einholen und wieder anrufen. Dieser zweite
Anruf kam jedoch nicht zustande. Mit Treitsch war die Ver-
bindung sehr klaeglich, dafuer teilte er mir mit, dass
Kaltenb runner der Vertreter Himmlers sei und wir seinen
Anweisungen unbedingt Folge zu leisten haetten.
Da ich von beiden Maennern somit kedne wunschgemaesse
Auskunft erhalten konnte, versuchte ich den Gauleiter wegen
der Durchfuehrung des ungeheuren Planes umzustimmeta.
Schliesslich teilte Gauleiter Giesler mir mit, dass ich die
Durchfuehrung dieses Auftrages mit meinem Gewissen ver-
einbaren muesste.
— Seite 6 —
Ich war mir darueber im Klaren diesen Auftrag niemals
zur Durchfuehrung zu bringen. Da die Aktion „Wolke A 1“
298
3462-PS
schon laengst zur Ausloesung gekommen sein sollte, wurde ich
foermlich ueberlaufen von den Kurieren Kaltenbrunners und
ich sollte auch die Einzelheiten der Muehldorfei* und Lands-
berger Aktionen mit den beiden Kreisleitern besprochen
haben. Die Kuriere in den meisten Faellen SS-Offiziere,
gewoehnlich SS-Untersturmfuehrer gaben mir kurze und
harte Befehle zum Lesen und Abzeichnen. Die Befehle drohten
mir bei Nichtbefolgung die fuerchterlichsten Strafen an, ein-
schliesslich Hinrichtung im Falle der Nichtbefolgung. Ich
konnte die Nichtausfuehrung jedoch immer mit schlechtem
Flugwetter, Benzin- und Bombenmangel begruenden. Kalten-
brunner befahl daher die Landsberg-Juden im Fussmarsch
nach Dachau zu fuehren um sie in die Daehauer Vergiftungs-
Aktionen einzuschliessen, und dass die Muehldorfer Aktionen
die Gestapo zur Durchfuehrung bringen sollte.
Fuer das Konzentrationslager Dachau befahl Kalten-
brunner eine Aktion „Wolkenbrand“, die vorsah die Insassen
des Konzentrationslagers Dachau mit Ausnahme der arischen
Angehoerigen der Westmaechte mit Gift zu liquidieren.
Gauleiter Giesler erhielt diesen Befehl direkt von Kalten-
brunner und besprach in meinem Beisein mit dem Gau-
gesundheitsfuehrer Dr. Harrfeld, die Beschaffung der
erforderlichen Mengen von Giftstoffen. Dr.Harrfeld versprach
diese Mengen auf Befehl zu beschaffen und wurde angewiesen
meine weiteren Befehle abzuwarten. Da ich auf jeden Fall
die Ausfuehrung dieser Aktion verhindern wollte, gab ich
keite weiteren Anweisungen an Dr.Harrfeld.
Seite 7 —
Kaum waren die Insassen von Landsberg in Dachau ein-
geliefert als bereits durch Kurier von Kaltenbrunner die
Ausloesung des Kennwortes „Wolkenbrand“ gegeben wurde.
Die Durdifuehrung der Aktion „Wolke A 1“ und „Wolken-
brand“ verhinderte ■ ich dadurch, dass ich Giesler die Be-
gruendung gab, dass die Front zu Nahe sei und ihn um
Weiterbefoerderung an Kaltenbrunner bat.
Kaltenbrunner gab daher schriftliche Anweisungen an
Dachau, alle Haeftlinge der westlichen europaeischen Nationen
per Lastwagen in die Schweiz zu transportieren und die
uebrigen Insassen zu Fuss ins Oetztalgebiet (Tirol) zu fuehren,
wo die endgueltige Liquidierung der Haeftlinge so oder so
stattfinden sollte. Kaltenbrunner gab diese Weisung durch
Kurier an Giesler, von dem ich es erfuhr.
299
3462-PS
Der Gauleiter teilte mir mit, dass die Dienststelle Kalten-
brunner foermlich tobte, als ich bei der Ausloesung des
Kennwortes „Wolkenbrand“ nicht funktionierte und er teilte
mir vertraulich mit, dass ich mich schwer in Acht nehmen
muesste, da die Gestapo hinter mir her waere. Es war mir
aus Kaltenbrunners Androhungen klar, dass meine Nichtaus-
fuehrung seiner Befehle betreffs der Operationen „Wolke A 1
und Wolkenbrand“ nicht nur meine, sondem auch die Aus-
rottung meiner Frau und meiner vier Kinder zur Folge haben
wuerde. Gauleiter Giesler bestand daher darauf, dass ich
meine Wohnung in Muenchen sofort zu verlassen habe und
ich mich im Befehlsbunker des Gauleiters unter seinen per-
soenlichen Schutz aufzuhalten habe.
Am 2 7. April gab mir der Gauleiter eine Moeglichkeit unter
einem dienstlichen Vorwand Muenchen zu verlassen um mich
um meine Familie zu kuemmern, die ich jedoch leider nicht
mehr vorfand. Nach Muenchen
— Seite 8 —
kehrte ich nicht mehr zurueck.
10. Frage: Hatten Sie irgendwelche weitere Beziehungen zu Kalten-
brunner?
Antwort: Nein.
Johannes Imhoff
Special Agent
Ich, Bertus Gerdes versichere, dass
die obigen Angaben freiwillig von
mir gemacht wurden und dass
kein Druck auf mich ausgeuebt
wurde diese Aussagen zu machen.
Ich versichere fernerhin, dass sie
wahr und vollstaendig sind zu
meinem besten Wissen und Ge-
wissen und dass sie die Tatsachen
so beschreiben wie sie stattgefun-
den haben.
Bertus Gerdes
Unterschrieben und beschworen
vor mir heute, am 18 Dezember
1945 in Nuernberg, Deutschland.
Capt. A. Wulff
Infantry, AUS
300
DOCUMENT 3463- PS
EXTRACT FROM: HANS VOLZ, “SOME DATA ON THE HISTORY
OF THE NSDAP” (EXHIBIT USA-592)
Aus: Hans Volz: Daten der Geschichte der NSDAP, 9. Auflage, Berlin 1939
— Seite 40/41 —
1932. STURZ DES KABINETTS BRUNING (MAI 1932).
28.Mai: Leipziger Oberreichsanwalt weist Severings Landesverrats-
klage gegen die NSDAP als unbegriindet zuriick; auf -dieses Material
hat Groener teilweise sein SA-Verbot aufgebaut (Hochverratsver-
fahren am 7. August eingestellt).
In Anbetracht des bevorstehenden Sturzes Brunings Zusammen-
kunft zwischen dem friiheren preuBischen Zentrumsabgeordneten
Franz von Papen und dem Fiihrer in Berlin (erste personliche Fuh-
lungnahme im Friihjahr 1932); der Fiihrer sagt Tolerierung eines
Kabinettes Papen durch die NSDAP zu, falls SA-, Uniform- und
Demonstrationsverbot aufgehoben und Reichstag aufgelost wird.
— Seite 46 —
1933. BERUFUNG DES FUHRERS (JANUAR 1933).
4.Januar: Vertrauliche Besprechung desFiihrers mit Papen imHause
des Bankiers Kurt von Schroder in Koln (in Gegenwart von HeB
und Himmler) iiber die Beteiligung an einer kiinftigen Regierung.
DOCUMENT 3464-PS
PURPOSE OF THE NS GERMAN STUDENTS’ ASSOCIATION: IDE-
OLOGICAL-POLITICAL EDUCATION OF. THE STUDENTS AT GER-
MAN UNIVERSITIES AND TECHNICAL COLLEGES (EXHIBIT
USA-666)
Aus: Organisationsbuch der NSDAP. Herausgeber: Der Reichsorganisations
leiter der NSDAP. Verlag Franz Eher Nachf., Miinchen 1936.
— Seite 262 —
. . . NSD.-Studentenbund
Der Nationalsozialistische Deutsche Studentenbund ist eine
Gliederung der NSDAP. Er wurde im Jahre 1926 auf Befehl des
Fiihrers gegriindet.
301
3464-PS
Der NSDStB. ist der Kampftrupp der nationalsozialistischen Be-
wegung an den Hoch- und Fachschulen. An die Stelle der liberlebten
Formen friiherer studentiseher Erziehung und friiheren studenti-
schen Gemeinschaftslebens setzt der NSD.-Studentenbund die Er-
ziehung zum volksverbundenen nationalsozialistischen Studenten.
Der NSD-Studentenbund hat von Partei und Staat die hohe
Aufgabe der weltanschaulich-politischen Erziehung aller deutschen
Hoch- und Fachschiiler libertragen bekommen. Die Einsatzfahigen
und Einsatzbereiten aus der Gesamtheit werden zunachst als An-
warter und dann nach 1 bis 2 Semestern ihrer Bewahrung als
Vollmitglieder in den NSD.-Studentenbund aufgenommen.
DOCUMENT 3465-PS (see 2233-PS)
Document 3465-PS (see 2233-PS, Exhibit USA-614, Frank’s Diary 1940/11, repro-
duced in Volume XXIX, Page 400)
DOCUMENT 3468-PS
FRANK’S FIRST DEGREE CONCERNING THE ADMINISTRATIVE
ORGANIZATION IN THE OCCUPIED POLISH TERRITORIES, *26 OC-
TOBER 1939 (EXHIBIT USA-705)
Aus: Dokumente der Deutschen Politik. Herausgeber: Prof. Dr. F. A. Six,
Bearbeiter: Dr. Hans Volz, Band VII, Teil 2, Verlag Junker und Diinnhaupt,
Berlin 1940.
— Seite 674 —
129. Erste Verordnung des Generalgouverneurs Dr. Frank liber den
Aufbau der Verwaltung der besetzten polnischen Gebiete vom
26. Oktober 1939.1)
Auf Grund des § 5 Abs. 1 des Erlasses des Fuhrers und Reichs-
kanzlers liber die Verwaltung der besetzten polnischen Gebiete2)
vom 12. Oktober 1939 verordne ich:
§ 1.
' Das Generalgouvemement fur die besetzten Gebiete3) umfafit die
von den deutschen Truppen besetzten Gebiete, soweit sie nicht in
das Deutsche Reich eingegliedert sind.
§ 2.
Der Dienstsitz des Generalgouverneurs ist Krakau.4)
302
3468-PS
§ 3.
(1) Dem Generalgouverneur und seinem Stellvertreter5) unmittel-
bar unterstellt sind der Chef des Amtes des Generalgouverneurs6)
und der Hohere ft- und Polizeifiihrer.7)
(2) Im Amt des Generalgouverneurs8) werden fur die Bearbeitung
der einzelnen Verwaltungszweige Abteilungen gebildet.
(3) Dem Hoheren ff- und Polizeifiihrer sind der Befehlshaber
der Ordnungspolizei und der Befehlshaber der Sicherheitspolizei
unterstellt.
*) Verordnungsblatt G. G.P., S. 3 (deutscher und polnischer Wort-
laut.) — Am gleichen Tage erlieB Generalgouverneur Dr. Frank noch
weitere acht Verordnungem iiber den Aufbau der Rechtspflege im
Generalgouvemement (unten S. 676 f. [Dok. 130]), iiber Sicherheit
und Ordnung im Generalgouvemement, iiber die Einfiihrung der
Arbeitspflicht fiir die polnische Bevolkerung des Generalgouveme-
ments (unten S. 677 f. [Dok. 131 a]), iiber die Einfiihrung des Arbeits-
zwangs fiir die jiidische Bevolkerung des Generalgouvemements
(unten S. 678 f. [Dok. 131 b]), iiber das Schachtverbot, iiber Bin- und
Ausreisebewilligungen fiir das Gebiet des Generalgouvemements,
iiber die Herausgabe von Druckerzeugnissen sowie iiber die Ein-
fiihrung von Kennkarten im Generalgouvemement.
2) Oben S. 671 (Dok. 127).
3) Seit 31. Juli 1940 lautet nach einem ErlaB des Generalgouver-
neurs Dr. Frank die Bezeichnung nur: „ Generalgouvemement".
4) Am 7. November 1939 hielt der Generalgouverneur hier seinen
feierlichen Einzug. Vgl. oben S. 668 f.
5) Der Fiihrer emannte am 12. Oktober 1939 Reichsminister (seit
1. Mai 1939) Dr. Arthur SeyB-Inquart, vom 15. Marz 1938 bis 1. Mai
1939 Reichsstatthalter in Osterreich, zum Stellvertreter des
Generalgouverneurs (oben S. 671 und Anm. 4).
6) Ministerialrat Dr. Josef Biihler.
7) ^-Obergruppenfiihrer Friedrich Wilhelm Kriiger.
8) Seit 31. Juli 1940 lautet nach einem ErlaB des Generalgouver-
neurs Dr. Frank die Bezeichnung: „Regierung des Generalgouveme-
ments“ (statt „Amt des Generalgouverneurs").
— Seite 675 —
§4.
Das Generalgouvemement wird eingeteilt in vier Distrikte
Krakau, Lublin, Radom und Warschau.
§ 5.
(1) An der Spitze des Distrikts steht der Distriktschef.1) Der
Distriktschef fiihrt im Namen des Generalgouverneurs die gesamte
Verwaltung des Distrikts.
303
3468-PS
(2) Dem Distriktschef unmittelbar unterstellt sind der Chef des
Amtes des Distriktschefs und der ff- und Polizeifuhrer.
§ 6.
(1) Die Distrikte werden eingeteilt in Land- und Stadtkreise.
An der Spitze des Landkreises steht der Kreishauptmann. Er fiihrt
die gesamte Verwaltung des Landkreises.
(2) fiber die Verwaltung der Stadte und Gemeinden ergeht
Sonderregelung.* 2)
§ 7.
Das Generalgouvemement 1st Trager eigener Rechte und Ver-
bindlichkeiten. Es wird vertreten durch den Generalgouverneur und
die von ihm bevollmachtigten Dienststellen.
§ 8.
(1) Das bisherige polnische Recht bleibt in Kraft, soweit es nicht
der tJbemahme der Verwaltung durch das Deutsche Reich und der
Ausubung der militarischen Hoheitsrechte widerspricht.
(2) Das durch den Oberbefehlshaber des Heeres und die von ihm
beauftragten Stellen gesetzte Recht3) bleibt in Geltung, soweit es
nicht durch die Einrichtung des Generalgouvemements gegenstands-
los ist.
§ 9.
Die Amtssprache im Generalgouvemement ist deutsch. Die
polnische Sprache ist zugelassen.
§ 10.
(1) Die Verordnungen des Generalgouverneurs werden im Ver-
ordnungsblatt fiir die besetzten polnischen Gebiete in deutscher und
polnischer Sprache verkiindet. Fiir die Auslegung ist der deutsche
Text maBgebend.
(2) Die Verordnungen treten, soweit nichts anderes bestimmt ist,
am Tage nach ihrer Verkxindung in Kraft.
x) Staatskommissar ^-Oberfiihrer Dr. Otto Waechter (vorher
Staatssekretar in der osterreichischen Landesregierung [Dokumente
Bd. 6, S. 212]) (Krakau), Stellvertretender Gauleiter Friedrich
Schmidt, dann Ernst Zorner (Lublin), Reichsamtsleiter Dr. Dr. Karl
Lasch (Radom), Reichshauptamtsleiter Dr. Ludwig Fischer (Warschau).
2) Vgl. unten S. 682 f. (Dok. 136).
3) Von dem vom Oberkommando des Heeres herausgegebenen
Verordnungsblatt fur die besetzten Gebiete in Polen erschienen im
ganzen 12 Nummern.
304
DOCUMENT 3469-PS
\FFIDAVIT BY FRITZSCHE: HIS LIFE HISTORY; HIS DUTIES AND
SCOPE OF HIS RESPONSIBILITY IN THE MINISTRY OF PROPA-
GANDA (EXHIBIT USA-721)
BESCHREIBUNG:
Verv I U’en jeweils am Ende der Seite und Verbesserungen Blei
ERKLAERUNG DES HANS FRITZSCHE
Nuernberg, Deutschland
7. Januar 1946.
Ich, Hans Fritzsche, gegenwaertig Angeklagter vor dem Inter-
aationalen Militaergericht, erklaere hiermit und sage wie folgt aus,
aachdem ich meinen Verteidiger konsultiert habe:
1. Ich heisse Hans Fritzsche und wurde am 21. April 1900 in
Bochum/Westfalen geboren. Ich besuchte das humanistische
Gymnasium in Halle/Saale, Breslau und Leipzig, studierte an-
schliessend Geschichte, Philosophie und Volkswirtschaft.
2. Ich begann meine praktische Taetigkeit im Jahre 1923 als
Schriftleiter der Preussischen Jahrbuecher (Wirtschaftspolitische
Rundschau). Ich habe diese Position etwa 1 Jahr innegehabt.
Der Herausgeber dieser Zeitschrift war Dr. Walther Schotte.
3. Einer Partei gehoerte ich nicht an, nachdem ich aus der Deutsch-
Nationalen Volkspartei nach kaum halbjaehriger Mitgliedschaft
circa 1923 wieder ausgeschieden war. In den Jahren 1923 und
1924, das heisst, bevor ich in der Telegrafen-Union Internationa-
len Nachrichten G.m.b.H. eintrat, schrieb ich Beitraege fuer
andere Zeitungen und Zeitschriften nicht.
Mein Weg von der sogenannten Hugenbergpresse zum Propa-
ganda-Ministerium war der folgende:
4. Der Alfred Hugenberg-Konzem bestand im wesentlichen meines
Wissens aus den folgenden Untemehmungen oder Gruppen von
Unternehmungen: Universum Film Aktiengesellschaft (UFA);
Vera Verlagsanstalt G.m.b.H.; Deulig-Film A.-G.; Telegraphen-
Union Internationale Nachrichten G.m.b.H. (T.U. und allgemein
Telegrafen-Union genannt. Nach dem WolfFschen Telegrafen-
Buero rangierte T.U. als die bedeutendste Nachrichten-Agentur
in Deutschland); Auslands - G.m.b.H.; Auslands-Anzeigen-
G.m.b.H.; Scherl-Verlag G.m.b.H. (Holdings-Gesellschaft fuer
ungefaehr 10 Tageszeitungen und Zeitschriften); Allgemeine
305
3469-PS
Anzeigen G.m.b.H.; Ala-Haasenstein & Vogler G.m.b.H.; Zei-
tungsbank Mutuum Darlehens A.-G. (zur Beteiligung und Kre-
ditgewaehrung an Zeitungen. Diese Bank uebte Kontrolle ueber
eine grosse Anzahl von Tageszeitungen aus); Wirtschaftsstelle
der Provinzpresse (Wipro) (zur Herausgabe einer gedruckten
Korrespondenz und einer Matemkorrespondenz); Westend-
Verlag G.m.b.H; Westdeutsche Handelsdienst und Deutsche
Handelsdienst G.m.b.H.; Deutsche Lichtbildgesellschaft. Der
Hugenberg-Konzern war bei weitem der groesste und einfluss-
reichste Pressekonzern in Deutschland. Alfred Hugenberg war
Mitglied der Deutschen Nationalversammlung und des Reichs-
tags seit 1920 bis nach der Machtuebernahme im Jahre 1933.
Dr. Fritz Hans Fritzsche.
— Seite 2 —
Er war Vorsitzender des Parteivorstandes der Deutschnationalen
Volkspartei von 1928 bis zur Aufloesung der Partei im Jahre
1933. Er wurde Reichswirtschaftsminister in der Papen-Regie-
rung im Jahre 1932. Er verblieb Mitglied des Hitler-Kabinetts
vom 30. Januar 1933 bis zur vollstaendigen Machtuebernahme
im Maerz 1933.
5. Ich war von ca. 1924 bis 1932 in der Telegraphen-Union Inter-
nationaler Nachrichtendienst, als Schriftleiter taetig. Die Tele-
graphen-Union gehoerte zum und war kontrolliert durch den
Alfred Hugenberg-Konzern. Ich bearbeitete dort als Haupt-
schriftleiter die Auslandsbriefe, einen Auslandsartikeldienst
fuer deutsche Zeitungen. Daneben schrieb ich fuer mehrere
Inlandsdienste des gleichen Verlags fast taeglich einen Leit-
artikel, meistens ueber aussenpolitische Fragen, darunter haeufig
gegen den Versailler Vertrag, ueber den damals fast staendig
in Genf Oder einer anderen Stadt verhandelt wurde. Die
Zeitungen und Zeitschriften, die meine Aufsaetze druckten,
gehoerten alien Parteien an, vom Zentrum bis zu den National-
sozialisten, meistens jedoch dem sogenannten Generalanzeigertyp,
einer buergerlichen, nationalen, gemaessigten Zeitungsgruppe,
die in fast jeder groesseren deutschen Provinzstadt vertreten
war.
6. Im Spaetsommer 1932, wahrscheinlich im August, fragte mich der
Direktor der Telegraphen-Union, Otto Mejer, (Korvetten Kapi-
taen a.D.), ob ich die Leitung des Rundfunknachrichtendienstes
uebernehmen wollte, des sogenannten Drahtlosen Dienstes.
Mejer war von einem Mitglied der damaligen Regierung Papen
— wer das war, weiss ich nicht — gebeten worden, mich zu
306
3469-PS
diesem Zweck freizugeben, weil der bisherige Chefredakteur,
Dr. Josef Raeuscher, politisch nicht tragbar sei. Ich lehnte nach
einer ersten Pruefung das Angebot ab. Darauf besuchte mich
Dr. Raeuscher, den ich seit langem kannte, und der schon in der
Telegraphen-Union als Chefredakteur der Auslandsbriefe mein
Vorgaenger war. Er riet mir zu, den Auftrag zu uebemehmen,
versprach mir, mich noch einige Monate in die mir voellig neue
Arbeit einzufuehren und bat mich dann seinerseits, ihm behilf-
lich zu sein, einen Posten als deutscher Korrespondent im Aus-
land zu finden. Nunmehr nahm ich das Angebot an, loeste den
Vertrag mit der T.U. mit der Massgabe, nach einem Jahr
zurueckkehren zu koennen und schloss einen neuen Vertrag mit
der Reichsrundfunkgesellschaft, die den drahtlosen Dienst be-
trieb. (Die Reichsrundfunk-Gesellschaft gehoerte dem Reich und
wurde unter Aufsicht eines Ausschusses aller Parteien von der
Postverwaltung betrieben). Dr. Raeuscher wurde als Korre-
spondent des demokratischen Berliner Tageblattes, das dem
juedischen Verlagshaus Mosse gehoerte, nach Paris verpflichtet.
7. Ich begann im September 1932 persoenlich Rundfunk-Sendungen
an das deutsche Volk zu geben unter dem Programm:„Politische
Zeitungsschau" ueber die nachfolgenden Stationen: Deutschland-
sender, Stuttgart, Koenigsberg, Breslau, Koeln. Meine Sendun-
gen behandelten Zitate von Stellungnahmen der Zeitungen aller
Parteien zu aktuellen Ereignissen. Waehrend ich fuer den Draht-
losen Dienst arbeitete, habe ich nur noch ganz selten Artikel
fuer die Telegraphen-Union geschrieben.
8. Im September 1932 uebernahm ich, von Dr. Raeuscher freundlich
unterstuetzt, mein neues Amt. Ich nahm an der Redaktion und
an dem sonstigen Personal nicht eine einzige Aende-
rung vor. Unter dem Gesamtpersonal von etwa 30 befanden sich
ca. 5 Juden und Juedinnen.
Dr. Fritz Hans Fritzsche.
— Seite 3 —
9. Ich war mit Dr. Goebbels seit 1928 bekannt. Er hatte anscheinend
Gefallen an mir gefunden, abgesehen davon, dass ich in meiner
Propagandataetigkeit die Nationalsozialisten bis 1931 freundlich
behandelt hatte. Schon vor 1933 hatte Goebbels, der Heraus-
geber des „Angriff“, einer Nazi-Zeitung war, mehrfach schmei-
chelnde Bemerkungen ueber Form und Inhalt meiner Arbeiten
gemacht, die ich als Mitarbeiter vieler nationaler Zeitungen
und Zeitschriften schrieb, unter denen sich auch reaktionaere
befanden.
307
3469- PS
10. Am 30. Januar 1933, abends, meldete sich bei mir im Auftrage
der Nationalsozialisten, der neuen Regierungspartei, deren
Rundfunkreferent Dressler-Andrees und dessen Mitarbeiter
Sadila-Mantau. Sie erklaerten mir, ihr Vorgesetzter, der Propa-
gandaleiter ihrer Partei, Dr. Goebbels, sei mir noch boese wegen
eine.s Aufsatzes unter dem Titel „Potempa“, mit dem ich oeffent-
lich scharf Stellung gegen Hitler genommen hatte, als dieser
einigen wegen politischen Mordes verurteilten Nazis ein Sym-
pathie-Telegramm geschickt hatte. Er sei mir aueh noch gram
wegen meiner Stellung gegen die Nazis in einer organisato-
rischen Frage, deren Darstellung hier zu welt fuehren wuerde.
Sie fuegten hinzu, Dr. Goebbels respektiere aber meinen publi-
zistischen Erfolg seit dem vergangenen Herbst im Rundfunk
und er wolle mich behalten, wenn ich verschiedene Bedingungen
erfuelle.
11. Ich sollte sofort fristlos die Juden entlassen. und bis zum l.IV.
1933 die uebrigen Angestellten, um Parteimitglieder einzustellen.
Ich lehnte das erstere ab unter Hinweis auf die Vertraege sowie
auf die Tatsache, dass ausser dem juedischen Redakteur Frank
alle Juden nur technische Hilfskraefte waren. Ueberdies wurden
Personalvertraege nicht von mir, sondem von der Personal-
abteilung der mir uebergeordneten Reichsrundfunk-Gesellschaft
geschlossen. Tatsaechlich erreichte ich, dass keinem einzigen
Juden gekuendigt wurde. Allerdings suchten diese sich andere
Stellungen im Laufe der naechsten 3 Monate, denn das Ver-
langen der Partei blieb nicht geheim. Eine juedische Sekretaerin
ging zu Verwandten nach London, drei fanden Anstellung bei
dem Verlag Mosse, und Frank fand durch Raeuschers Vermitt-
lung eine Arbeit in Paris. Alle erhielten ihre Gehaelter aus-
bezahlt, mehrere, z.B. die Frau des Herrn Frank, bedankten sich
bei mir fuer den Schutz vor fristloser Entlassung. Die Entlassung
der anderen Angestellten hatte ich ebenfalls abgelehnt. Dagegen
stimmte ich der Einstellung eines Nationalsozialisten zu. Es war
Sadila-Mantau. Hiemach liess man mich etwa zwei Monate in
Ruhe; abgesehen von 4 — 5 ueberfallartigen Besuchen von
SA-Trupps, die immer die Durchgabe einer Nachricht im Rund-
funk verlangten, was ich mit einiger Muehe ablehnte. Vom
Januar 1933 bis zum April 1933 habe ich regelmaessig, wenig-
stens einmal woechentlich, ueber den Rundfunk gesprochen. In
meinen Rundfunkreden habe ich die damals bestehende Deutsch-
national-Nationalsozialistische Koalitionsregierung unterstuetzt.
12. Etwa Anfang April 1933 rief mich dann Dr. Goebbels zu sich,
der inzwischen am 17.3.33 Minister fuer Volksaufklaerung und
Propaganda geworden war. Er schlug mir vor, den Drahtlosen
308
3469-PS
Dienst aus der Reichsrundfunk-Gesellschaft heraus- und in sein
neues Ministerium einzugliedern. Termin 1. Mai. Bei einer
nochmaligen Besprechung wurde das Personal ^esprochen, das
mit ins Ministerium herueberkommen sollte. ’ Nach langer
Debatte erlaubte Dr. Goebbels, dass fast alle Redakteure mit-
kamen. Ich erinnere mich noch der Namen Dr. Kuehner, Zen-
trum, und
Dr. Fritz Hans Fritzsche .
— seite 4 —
Dr.1) Thormeier, parteilos, die ins Ministerium uebernommen
wurden. Ich wurde Mitglied der N.S.D.A.P. am 1. Mai 1933 und
verblieb darin bis zum Zusammenbruch im Jahre 1945. Bei
meinem Eintritt in das Propaganda-Ministerium musste ich nur
zwei Sekretaerinnen, die Parteimitglieder waren, neu einstellen.
Die dafuer Entlassenen, Frl. Kiepsch und Krueger, brachte ich
bei der Reichsrundfunk-Gesellschaft unter, wo sie noch anfangs
1945 in inzwischen gehobenen Stellungen taetig waren. Den
Redakteur Hartmann, Sozialdemokrat, konnte ich nach einer
Pause dort ebenfalls unterbringen, wo er auch bis Kriegsende
noch taetig war. Den ebenfalls zu entlassenden Redakteur
Eckert, Demokrat, mit einigen juedischen Vorfahren, konnte ich
nicht gleich unterbringen. Er musste sich ein bis zwei Jahre als
freier Mitarbeiter kuemmerlich durchschlagen. Dann konnte ich
ihn bei der meiner Dienstaufsicht unterstehenden Transocean-
Agentur unterbringen, wo er noch beim Zusammenbruch in
einer guten Stellung war.
13. Als ich gegen Ende April 1933 Dr. Goebbels meldete, dass ich
die Umorganisation vollendet hatte, die ja viele technische und
organisatorische Umbauten bedingte, und als ich ihn bat, nun
in die mir offengehaltene Stellung bei der Telegraphen-Union
zurueckkehren oder als freier Schriftsteller taetig sein zu
duerfen, forderte er mich auf, zu bleiben. Mein Gehalt muesste
von 1500. — Mark monatlich auf 700. — gesenkt werden. Das sei
nun mal so im Ministerium, das ginge nicht anders. Aber er
wolle mir zu der Leitung meiner bisherigen Redaktion eine sehr
interessante Aufgabe hinzugeben, naemlich die Neuorganisation
der verschiedenen kleinen deutschen Nachrichtenagenturen, wie
z.B. Transocean G.m.b.H., Europa-Press, Eildienst G.m.b.H., die
fast alle eingeschlafen waren.
Angesichts dieser mich als Fachmann sehr interessierenden Auf-
gabe nahm ich die Aufforderung, ins Ministerium einzutreten,
vor „Thormeier“ gestrichen: „Dr.“
309
3469-PS
an. Zunaechst trat ich also am 1.V.1933 mit dem groessten Teil
meines Mitarbeiterstabes als Leiter des Drahtlosen Dienstes von
der Reichyundfunk-Gesellschaft m.b.H. in die Presseabteilung
des Reichsministeriums f. Volksaufklaerung und Propaganda
ein.
Das ist eine ehrliche Darstellung der Umstaende, unter denen
ich von der sogenannten Hugenbergpresse zum Propaganda-
Ministerium kam. Viele meiner frueheren Kollegen vom Draht-
losen Dienst vermochten in ihren alten Stellungen zu verbleiben,
oder beim Propaganda-Ministerium Beschaeftigung zu finden.
In einigen Faellen konnte ich ihnen in meiner Regierungsposi-
tion darin behilflich sein. Meine frueheren Kollegen von der
Telegraphen-Union wurden bei der Fusion der Telegraphen-
Union mit dem Wolff schen Nachrichtenbuero fast ausnahmslos
in das damit begruendete Deutsche Nachrichtenbuero ueber-
nommen.
Um meine Funktionen und Beziehungen innerhalb des Propa-
ganda-Ministeriums klarzustellen, unterbreite ich die folgenden
Feststellungen:
14. Die Hauptabteilung des Propaganda-Ministeriums fuer die Ver-
breitung und Kontrolle von Nachrichten war die „Presseabtei-
lung der Reichsregierung", die vom Sommer 1938 bis Februar
1945 unter der Leitung von Dr. Otto Dietrich stand. Diese
Abteilung war ab 1938 aus drei Unterabteilungen zusammen-
gesetzt, naemlich der „Abteilung Deutsche Presse“, der weitaus
bedeutendsten und groessten; der „Abteilung Zeitschriften-
Presse“; und der „Abteilung Auslandspresse“. Leiter der „ Ab-
teilung Deutsche Presse“ waren nacheinander Geheimrat Walter
Alexander Heide, von ungefaehr Maerz 1933 bis Juni 1933;
Ministerialrat Dr. Kurt Jahncke, von Juni 1933 bis ungefaehr
1935; Ministerialdirektor Alfred Ingemar Berndt,
Dr. Fritz Hans Fritzsche.
— Seite 5 —
von ungefaehr 1935 bis 23. Dezember 1938; ich selbst, vom
23. Dezember 1938 bis 3. Nov. 1942; Ministerialrat Erich Fischer,
vom 3. November 1942 bis Februar 1945; Stellvertreter der
vorgenannten Leiter der „Abteilung Deutsche Presse" waren
nacheinander: Ministerialrat Werner Stephan, von ungefaehr
1933 bis 1938; Ministerialrat Dr. Hans Brauweiler, von ungefaehr
Anfang 1938 bis ungefaehr Juni 1938; ich selbst von Juni 1938
bis 23. Dezember 1938.
310
3469-PS
15. Waehrend der ganzen Periode von 1933 bis 1945 war es die
Aufgabe der „Abteilung Deutsche Presse", die gesamte inlaen-
dische Presse zu ueberwachen und sie mit Richtlinien zu ver-
sehen, wodurch diese Abteilung ein wirksames Instrument in
der Hand der aeutschen Staatsfuehrung wurde. Mehr als 2.300
deutsche Tageszeitungen waren dieser Kontrolle unterworfen.
Das Ziel dieser Ueberwachung und Kontrolle in den ersten
Jahren nach 1933 war, die Bedingungen, unter denen die Presse
sich vor der Machtuebemahme befand, grundlegend zu aendern,
das heisst, diese Zeitungen und Zeitschriften, die im Dienste
von kapitalistischen Sonder-Interessen oder der Parteipolitik
standen, der Neuen Ordnung gleichzuschalten. Waehrend die
Verwaltungsfunktionen, wo immer es moeglich war, durch die
berufsstaendischen Fachverbaende und die Reichspressekammer
ausgeuebt wurden, war die Abteilung Deutsche Presse mit der
politischen Fuehrung der deutschen Presse betraut. Der Leiter
der „Abteilung Deutsche Presse" hielt taeglich Pressekonfe-
renzen ab, und zwar im Ministerium, fuer die Vertreter saemt-
licher deutscher Zeitungen. Hierbei wurden den Pressevertretern
alle Instruktionen gegeben, die der Reichspressechef, Dr. Otto
Dietrich, dem Leiter der „Abteilung Deutsche Presse" fast aus-
nahmslos taeglich in einem festgelegten Wortlaut, der sogenann-
ten „Tagesparole des Reichspressechefs", meist fernmuendlich
aus dem Hauptquartier uebermittelte. Vor der Festlegung dieses
Wortlautes leitete der Chef der ,, Abteilung Deutsche Presse"
ihm die aktuellen Pressewuensche von Dr. Goebbels und anderen
Ministerien zu, insbesondere die des Auswaertigen Amtes, ueber
die Dr. Dietrich immer selbst oder durch seine Vertreter im
Hauptquartier, Helmut Suendermann, und Hauptschriftleiter
Lorenz entseheiden wollte. Die praktische Auswertung der Aus-
richtung in Einzelheiten war auf diese Weise ganz und gar der
individuellen Arbeit des einzelnen Redakteurs ueberlassen;
daher ist es keineswegs wahr, dass die Zeitungen und Zeit-
schriften das Monopol der „Abteilung Deutsche Presse" gewesen
waeren, oder dass Aufsaetze und Leitartikel durch sie dem
Ministerium unterbreitet werden mussten. Dies geschah selbst
im Kriege nur in Ausnahmefaellen. Die weniger bedeutenden
Zeitungen und Zeitschriften, welche nicht bei der taeglichen
Pressekonferenz vertreten waren, erhielten ihre Information
auf unterschiedliche Weise, indem sie entweder mit fertigen
Artikeln und Berichten versehen, oder mit einer vertraulichen,
gedruckten Weisung belief ert wurden ! Die Veroeffentlichungen
aller anderen offiziellen Dienststellen waren darueberhinaus
gleichfalls von der „Abteilung Deutsche Presse" geleitet und
ausgerichtet.
311
3469-PS
Um die Zeitschriften in den Stand zu setzen, sich ihrerseits mit
den taeglichen politischen Problemen der Zeitungen vertraut zu
machen, und diese eingehender zu behandeln, wurde die„Infor-
mationskorrespondenz“ speziell fuer Zeitschriften herausgege-
ben. Sie wurde spaeter von der Abteilung Zeitschriftenpresse
uebernommen. Die „Abteilung Deutsche Presse“ befasste sich
gleicherweise und in soweit mit der Bildberichterstattung, als
sie die Beschaeftigung von Bildberichterstattern bei bedeutenden
Ereignissen dirigierte. Auf diese
Dr. Fritz Hans Fritzsche .
— Seite 6 —
Weise und wie es durch die jeweilige politische Lage bedingt
war, wurde die ganze deutsche Presse durch die „Abteilung
Deutsche Presse“ zu einem staen digen Instrument des Propa-
ganda-Ministeriums gemacht und dadurch wurde die gesamte
deutsche Presse der politischen Zielsetzung der Regierung unter-
geordnet. Dies wird exemplifiziert durch die zeitliche Bemessung
und die emphatische Herausstellung soldier Pressepolemiken
wie sie zum Beispiel fuer die nachfolgenden Themen am wirk-
samsten erschien: Der Klassenkampf in der Systemzeit; das
Fuehrerprinzip und der Authoritaer Staat; die Parteien und
Interessenpolitik in der Systemzeit; das Judenproblem; die Ver-
schwoerung des Weltjudentums; die bolschewistische Gefahr; die
plutokratische Demokratie im Auslande; das allgemeine Rassen-
problem; die Kirche; das Wirtschaftselend im Auslande; die
Auslandspolitik; und Lebensraum.
16. Schliesslich war ein Hauptreferat „Archiv und Lectorat“ der
,, Abteilung Deutsche Presse“zugeordnet. Dieses Hauptreferat
beschaeftigte ungefaehr 30 Kraefte. In diesem Hauptreferat
wurde die Grundlage fuer die Gesamtarbeit der Abteilung durch
die Herstellung von Zeitungsausschnitten, Auszuege aus und Zu-
sammenfassung der Inhalte einheimischer und auslaendischer
Zeitungen und Zeitschriften gelegt. Das bei ihm anfallende
Material wurde auch den hoechsten Reichsbehoerden regel-
maessig, falls speziell angefordert, auch in Einzelfaellen, zur
Verfuegung gestellt. In einer anderen Arbeitsgruppe, dem „Zim-
mer 24 2)“, liefen alle Neumeldungen, Anfragen, Vorschlaege
und Rueckfragen bei einem zu diesem Zwecke eingerichteten
Tag- und Nachtdienst zusammen. Hier lag gewissermassen der
Hauptnerv der gesamten Abteilung.
2) urspriinglidie Zahl „29“ hs gestricben, 1 n T hs: „24“
312
3469-PS
Mit der Darstellung der „Abteilung Deutsche Presse“, ihrer
Organisation und Aufgaben kann ich nun meine eigene Stellung
innerhalb des Propaganda-Ministeriums umschreiben:
17. Wie ich schon vorher angab, trat ich am 1. Mai 1933 als Leiter
des Drahtlosen Dienstes von der Reichsrundfunk-Gesellschaft
m.b.H. in die Presseabteilung des Propaganda-Ministeriums
ueber. Zu dieser Zeit schlug Dr. Goebbels mir, als dem nach-
richtentechnischen Spezialisten, die Gruendung und Leitung
eines Referats „Nachrichtenwesen“ in der Presseabteilung seines
Ministeriums vor zur Durchorganisation und Modemisierung
der deutschen Nachrichtenagenturen. In Durchfuehrung des an
mich von Dr. Goebbels ergangenen Auftrages erfasste ich in
meinem Arbeitsgebiete das gesamte Nachrichten wesen fuer die
deutsche Presse und den deutschen Rundfunk gemaess den
Richtlinien des Propaganda-Ministeriums, zunaechst mit Aus-
nahme des deutschen Nachrichtenbueros (D.N.B.). Ich erzielte
diese Durchorganisierung und Modernisierung mit Hilfe der
folgenden Personen, Methoden und technischen Mittel:
1.) Pruefung der Aktualitaet der Bueros, gemessen an ihrer
auslaendischen Konkurrenz. 2.) Verbesserung ihrer Nachrichten-
beschaffung. 3.) Erhoehung des Reiehszuschusses an diese Bueros
von 400.000 auf 4.000.000. — Mark. 4.) Anstellung guter Fach-
kraefte z.B. von United Press. 5.) Beschleunigung des Vorgangs
der Verarbeitung von Nachrichten. 6.) Befreiung von hemmen-
der Zensur. 7.) Grosszuegige Einfuehrung von Fernschreiber
und Schreibfunk. 8.) Im Ministerium hatte ich hierfuer keinen
einzigen Mitarbeiter. 9.) Fuer Transocean engagierte ich den
Chefredakteur von Homeyer, frueher Kairo; fuer Europa-Press
den Chefredakteur Noesgen, frueher Paris.
Dr. Fritz Hans Fritzsche.
— Seite 7 —
Die Richtlinien des Propaganda-Ministeriums, die ich dabei zu
befolgen hatte, waren im wesentlichen die folgenden:
1.) Vergroesserung des Abdrucks deutscher Nachrichten im
Ausland um jeden Preis. 2.) Kein Gratisangebot an auslaendische
Zeitungen, damit Verdacht der Propaganda vermieden wurde.
3.) Vermeidung gegenseitiger Konkurrenz an einem Auslands-
platz. 4.) Verbreitung guenstiger Nachrichten ueber inneren
Aufbau und friedliche Absichten des nationalsozialistischen
Systems.
Zu einem spaeteren Zeitpunkt, ungefaehr im Sommer 1934,
wurde die Fusionierung der Telegrafen-Union und des WolfF-
schen Telegrafen-Bueros (W.T.B.) (der beiden bedeutendsten
313
3469-PS
Nachrichtenbueros) im DNB vom damaligen Reichspressechef
Funk durchgefuehrt. Ich war niemals Hauptschriftleiter der
Nachrichtenagentur DNB, noch war ich als irgend eine andere
Kapazitaet dort angestellt. Hauptschriftleiter, bzw. Direktor des
deutschen Nachrichtenbueros war meines Wissens von seiner
Gruendung an ungefaehr im Jahre 1934 bis 1945 Dr. Gustav
Albrecht ein frueherer Direktor des W.T.B.. Der fruehere
Direktor der Telegrafen-Union, Otto Mejer, der zunaechst auch
Generaldirektor des D.N.B. wurde, schied spaeter aus. Leiter
der Rundfunkabteilung des Propaganda-Ministeriums waren
nacheinander meines Wissens Ministerialrat Horst Dressler-
Andress, Eugen Hadamovsky, Alfred Ingemar Berndt, Hans
Gottfried Kriegler, Wolfang Diewerge und spaeter bis 1945 ich
selbst. Als Leiter des Referats „Nachrichtenwesen“ erweiterte
ich den Betrieb der Transocean G.m.b.H. und erbaute ich
mehrere modernste Kurzwellensender.
Ich intensivierte die Taetigkeit der Agentur Europa-Press und
stellte die wirtschaftliche Nachrichtengebung in der Eildienst
G.m.b.H. auf eine neue Basis. Die Transocean G.m.b.H. gehoerte
vorher und nachher dem Reich und stand unter der Leitung
von Chefredakteur Schwedler. Die Europa-Press gehoerte vorher
und nachher dem Reich und stand unter der Leitung von Chef-
redakteur Fleischer. Die Eildienst G.m.b.H. gehoerte vorher und
nachher dem Reich und stand unter der Leitung von Min.Rat
Puhlmann. Etwa 1937 grenzte ich die Arbeit dieser Bueros im
Inland, im europaeischen und ueberseeischen Ausland gegen-
einander und gegenueber dem D.N.B. ab, in das ich zum ersten
Mai eingriff mit der Einrichtung des drahtlosen Fernschreib-
funks. Die Aufgabe des Referats war also bis dahin eine rein
journalistisch-organisatorische; aktuellpolitische Weisungen
wurden lediglich von dem Leiter der Presseabteilung oder
seinem damit Beauftragten an die Nachrichtenbueros gegeben.
18. Als ich in das Ministerium eintrat, war die Aufgabe zunaechst
befristet, wurde aber von Jahr zu Jahr verlaengert. Ca. vier
Jahre weigerte ich mich, Beamter des Ministeriums zu werden.
Ich blieb Angestellter mit gegenseitiger Kuendigungsmoeglich-
keit. Ich erinnere mich, die von Dr. Goebbels beabsichtigte
Ernennung zum Regierungsrat und damit zum Beamten mehr-
fach schriftlich abgelehnt zu haben. Endlich aber nahm mich die
schoene und freie Arbeit, die ich auf dem Gebiete der Organi-
sation des Nachrichtenwesens von 1933 bis 1937 leisten konnte,
so gefangen, dass ich meiner Ernennung zum Oberregierungsrat
zustimmte und damit Beamter unter Beibehaltung des alten
Arbeitsgebietes wurde.
314
3469-PS
Was meine Einkommensverhaeltnisse waehrend meiner Taetig-
keit im R.P.M. anbelangt, erklaere ich bei dieser Gelegenheit
das folgende:
Nach Mai 1933, als Angestellter im Ministerium, bezog ich ein
Gehalt von ca. 700. — RM. monatlich; darueberhinaus hatte ich
ein monat-
Dr. Fritz Hans Fritzsche.
— Seite 8 —
liches Honorareinkommen von ca. 300. — bis 500. — RM. aus
meiner Rundfunk-Taetigkeit, aus Beitraegen fuer Zeitungen und
Zeitschriften; ab 1937, nachdem ich Beamter des Reichspropa-
ganda-Ministeriums geworden war, bezog ich bis 1945 ein
langsam steigendes Monatsgehalt von 600, — RM. (als Ober-
regierungsrat) bis ca. 1500. — RM. (als Ministerialdirektor).
Dazu kamen sehr stark schwankende Einzelhonorare im monat-
lichen Durchschnitt von 1000. — RM; ab 1942 fielen diese Hono-
rare fast alle fort.
19. Nachdem ich ungefaehr am 23. Dezember 1938 Leiter der
„Abteilung Deutsche Presse “ geworden war, hatte ich etwa
Mitte 1939 noch die Moeglichkeit, die Tagesparolen in der
Pressekonferenz frei zu kommentieren, waehrend ich mich von
da ab auch in dieser Kommentierung noch an die Richtlinien
Dr. Dietrichs halten musste. Im uebrigen gruendete ich, unge-
faehr im Sommer 1939 innerhalb der „Abteilung Deutsche
Presse“ ein Referat „Schnelldienst“. Dieser Schnelldienst", Leiter
Oberregierungsrat Walther Koerber mit einem Personal von
zuletzt ungefaehr 6 Personen hatte zunaechst die Aufgabe, die
Richtigkeit von Auslandsmeldungen nachzupruefen. Spaeter,
ungefaehr Herbst 1939, bearbeitete dieses Referat auch Zusam-
menstellungen von Material, das der ganzen deutschen Presse
zur Verfuegung gestellt wurde, z.B. Daten aus der Britischen
Kolonialpolitik, politische Aeusserungen des Britischen Premiers
aus frueherer Zeit, Schilderungen sozialer Not in feindlichen
Laendem usw. Fast alle deutschen Zeitungen benutzten solches
Material als Unterlage fuer ihre Polemiken, wodurch eine grosse
Geschlossenheit in der Kampffront der Deutschen Presse
erreicht wurde. Die Bezeichnung „Schnelldienst“ wurde
gewaehlt, weil mit besonderer Schnelligkeit Unterlagen fuer
aktuelle Kommentare geliefert wurden.
20. In meiner Stellung als Leiter der „Deutsche Presse Abteilung“
wurde ich innerhalb von vier Jahren dreimal befoerdert und
zwar meines Wissens:
315
3469-PS
(a) vom Oberregierungsrat zum Ministerialrat am 28. Jan. 1939;
(b) vom Ministerialrat zum Ministerialdirigenten am 9. Okt. 1940;
(c) vom Ministerialdirigenten zum Ministerialdirektor am
16. Okt. 42.
21. Ich verblieb in meiner Position als Leiter der „ Abteilung Deutsche
Presse" bis zum 3. November 1942, obwohl ich vom Maerz
1942 bis zum obigen Tage Angehoeriger der Wehrmacht war.
Waehrend meiner Dienstzeit bei der Wehrmacht habe ich in
losem Zusammenhang mit einer Propaganda-Kompanie (P.K.)
der Wehrmacht als Soldat bei der kaempfenden Truppe auf dem
oestlichen Kriegsschauplatz gestanden bis Oktober 42. Ich habe
waehrend dieser Zeit nur 3 Oder 4 Rundfunksendungen durch-
gefuehrt. Die ausuebende Leitung der „Abteilung Deutsche
Presse“ lag waehrend jener Zeit in den Haenden meines Stell-
vertreters, Erich Fischer. Fischer wurde am 3. November 1942
mein Nachfolger als Leiter der „ Abteilung Deutsche Presse“.
Ueber die Lenkung der Propaganda bei den grossen aussen-
politischen Ereignissen zwischen 1936 und 1941 kann ich
folgendes aussagen:
22. Saemtliche, den Zeitungen gegebene Weisungen sind schon
lange vor Ausbruch des Krieges taeglich in einer sogenannten
Tagesparole des Reichspressechefs zusammengefasst worden.
Auch die zwischendurch gegebenen Eilanweisungen wurden
immer in die naechste faellige Tagesparole auf-
Dr. Fritz Hans Fritzsche.
— Seite 9 —
genommen, damit deren Vollstaendigkeit gewahrt blieb. Ab-
schriften dieser Tagesparole wurden an jedes Reichspropaganda-
amt versandt. Alle fuehrenden Blaetter haben diese Richtlinien
erhalten, die allerdings unter Verantwortung des Hauptschrift-
leiters verschlossen und aufgehoben werden mussten.
23. Fuer die Wiederbesetzung des entmilitarisierten Rheinlandes am
16. Maerz 1936 wurde vorher ueberhaupt keine Propaganda
gemacht. Ich — damals Hauptschriftleiter des Drahtlosen
Dienstes — erfuhr von der bevorstehenden Aktion erst am
Vorabend des Einmarsches durch Dr. Goebbels im Beisein von
Staatssekretaer Hanke — dem spaeteren Gauleiter von
Schlesien. Dr. G. liess mich gegen Mitternacht rufen, schilderte
die Sachlage und forderte mich auf, im Rundfunk die aussen-
politische Begruendung der Aktion, den franzoesisch-russischen
316
3469-PS
Vertrag — moeglichst stark herauszuarbeiten. Ausserdem bat
er mich, darauf hinzuweisen, dass der Fuehrer die anderen Ver-
traege nicht als verletzt betrachte und sie deshalb zu halten
entschlossen sei. Fuer die Presse erhielt aehnliche Anweisungen
der stellvertretende Leiter der Presse-Abteilung, Ministerialrat
Stephan in meiner Anwesenheit. Der damalige Leiter der Presse-
Abteilung, Ministerialdirektor Alfred Ingemar Berndt, war, wie
ich dort erst erfuhr, mit einigen Journalisten, die er schnell
zusammengerufen hatte, bereits unterwegs nach Koeln. Ebenfalls
auf dem Wege dahin war mit einigen Rundfunksprechern der
damalige Reichssendeleiter Hadamovsky. Deren aktuelle Berichte
beherrschten bald Presse und Radio. Die Aktion rollte am
naechsten Tage propagandistisch ohne besondere Anweisungen
ab. Ich erinnere mich lediglich, dass die Frage, ob die Franzosen
daraufhin marschieren wuerden, in der Presse nicht gestellt und
eroertert werden durfte.
24. Die Propaganda im Zusammenhang mit dem Dollfuss-Putsch,
der am 25. Juli 1934 stattfand, erfolgte kurz gefasst in folgender
Form: Ich hoerte mittags von der Meldung, die die Aufstaendi-
schen ueber den Sender Wien verbreitet hatten. Nach Pruefung
gab ich sie unter Zitat und Vorbehalt im deutschen Rundfunk.
Dr. Goebbels forderte mich auf, Meldungen ueber Ausdehnung
und Erfolge des Aufstandes zu verbreiten, die der sogenannte
Nazi-Landesleiter von Oesterreich, Habicht, anbot. Ich lehnte
dies ab, da ich dessen erste Meldungen als falsch und ueber-
trieben erkannt hatte. Daraufhin enthob mich Dr. G. meines
Amtes und setzte Habicht als den Verantwortlichen fuer die
Rundfunknachrichten ein. Er gab Meldungen ueber die deutschen
Sender, die die oesterreichische Aufstandsbewegung foerdern
sollten. Als der Putsch am Abend gescheitert war, wurde ich
aus meiner Wohnung geholt und uebernahm wieder mein Amt.
25. Die Eingliederung Oesterreichs brachte schon etwas kompli-
ziertere Probleme. Seit dem fehlgeschlagenen Putsch gegen
Dollfuss war es der Presse mit wenigen Ausnahmen verboten
gewesen, sich ueberhaupt mit Oesterreich zu beschaeftigen. Erst
kurz vor dem Besuch Schuschniggs im Februar 1938 bei Hitler
wurde dieses Verbot aufgehoben und es erschienen einzelne,
aber scharfe Aufsaetze ueber die Regierung Schuschnigg. Es
wurde ihr Volksfremdheit vorgeworfen, Grausamkeit im Kon-
zentrationslager Woellersdorf und schliesslich Abhaengigkeit von
deutsch-feindlichen Maechten. Nach der Unterredung erschienen
freundliche Aufsaetze.
Dr. Fritz Hans Fritzsche.
317
3469-PS
— Seite 10 —
26. Die Nachricht von der ploetzlichen Anberaumung einer Volks-
abstimmung durch Schuschnigg wurde auf Anweisung von
Berndt zunaechst beim Deutschen Nachrichtenbuero zurueckge-
halten. Nach Ruecksprache mit Dr.Dietrich, dem Pressechef des
Fuehrers und mit Geheimrat Aschmann, dem damaligen Presse-
chef des Auswaertigen Amtes aber gab Berndt diese Meldung
dann frei. Er gab dazu alien deutschen Zeitungen die Anweisung,
diese Meldung als grosse Schlagzeile aufzumachen und als Bruch
der Abmachungen mit dem Fuehrer zu kennzeichnen. Alle Zei-
tungen, die bis zum Beginn des Einmarsches noch erschienen,
brachten dann Einzelheiten ueber die neuartige Abstimmungs-
methode, die dieser Abstimmung zugrunde liegen sollte, ueber die
Empoerung der oesterreichischen Nationalsozialisten usw. Nach
erfolgtem Einmarsch, der am 13. Maerz 1938 stattfand, fuellten
sich die Zeitungen und der Rundfunk von selbst mit den gehal-
tenen Reden und mit Augenzeugenberichten. Letztere kamen
von einigen Dutzend Journalisten, die schnell zusammengerufen
und in Flugzeug und Auto der sogenannten Fuehrer-Kolonne
nachgeworfen wurden. Eine vollstaendige Sammlung aller im
Zusammenhang der ganzen Aktion vom Deutschen Nachrichten-
buero herausgegebenen Nachrichten hat in Buchform ver-
oeffentlicht Frithjof Melzer. Abschluss und noehmalige
Zusammenfassung der ganzen Oesterreich- Aktion war dann ein
Bericht Gerickes, der in der Berliner Illustrierten Zeitung
erschien unter dem Titel „So geht es nicht, Herr Bundeskanzler“.
27. Am ausschlaggebendsten war die Rolle der deutschen Propa-
ganda vor dem Muenchner Abkommen ueber das Sudetenland,
das am 1. Oktober 1938 besetzt wurde. Sie wurde gefuehrt von
Berndt. Die Aktion, die mir zunaechst nicht als Aktion erkennbar
war, begann mit der Aufhebung des seit Jahren fuer die deutsche
Presse bestehenden Verbotes, sich mit der Tschechoslowakei
kritisch zu beschaeftigen. Etwa seit Sommer 1938 wurde die
Presse in den taeglichen Anweisungen aufgefordert, sich mit
den Problemen der verschiedenen Volkszugehoerigkeit der Be-
wohner der Tschechoslowakei zu beschaeftigen, ein andermal
mit der antideutsch orientierten Politik dieses Staates, usw..
Besonders sorgfaeltig wurde die gesamte Auslandspresse
daraufhin durehstudiert, ob und wie sie zu den gleichen Fragen
sich verhielt. Gab es im Ausland brauchbare Stichworte, dann
wurden sie auf Weisung von der ganzen deutschen Presse auf-
genommen, oder, wenn das richtiger erschien, von dem einen
oder anderen besonders angesehenen Blatt oder Schrifts teller.
Die Mission Runcimans bot besonders guten Anlass hierzu.
318
3469-PS
Jedesmal waehrend einer Konferenz Oder Besprechung —
Berchtesgaden, Godesberg, Muenchen — wurden der Presse mit
der Weisung sensationellster Aufmachung Berichte ueber Unter-
drueckung Oder Entrechtung von Sudetendeutschen zugeleitet,
sowie Meldungen ueber aktuelle Zwischenfaelle. Diese letzteren
waren ein sehr heikles Kapitel. Sie wurden von Bemdt persoen-
lich gemacht und dem deutschen Nachrichtenbuero gegeben. Er
bauschte geringe Vorkommnisse sehr stark auf, verwendete mit-
unter alte Ereignisse als neu, ja, es kamen Klagen aus dem
Sudetenland selbst, dass manche in der deutschen Presse ersehie-
nenen Meldungen unglaubhaft seien. Tatsaechlich trat nach dem
grossen aussenpolitischen Erfolg von Muenchen im September
1938 eine spuerbare Krise ein im Vertrauen des deutschen
Volkes zu der Glaubhaftigkeit seiner Presse. Dies war ein
Grund fuer die Abberufung Berndts im Dezember 1938 nach
Abschluss der Sudeten-Aktion und meine Beauftragung mit der
Leitung der „Abteilung Deutsche Pressed Im uebrigen hatte
Bemdt mit seinen zwar erfolgreichen, aber doch sehr primitiven
exerziermaessigen Befehlen an die deutsche Presse das Ver-
trauen der deutschen Schriftleiter verloren.
Dr. Fritz Hans Fritzsche.
— Seite 11 —
28. Die Aktion zur Eingliederung von Boehmen und Maehren, die
am 15. Maerz 1939 stattfand, waehrend der ich Leiter der „Ab-
teilung Deutsche Presse" war, wurde nicht von so langer Hand
vorbereitet, wie die Sudeten-Aktion. Ich erhielt nach meiner
Erinnerung im Februar von dem Reichspressechef Dr. Dietrich
die Anweisung und wiederholt vom Gesandten Paul Schmidt
vom A.A. die Bitte, die Aufmerksamkeit der Presse auf die
Selbstaendigkeitsbestrebungen der Slowakei und die fortgesetzt
antideutsche Koalitionspolitik der Prager Regierung zu lenken.
Ich tat das. Die Tagesparolen des Reichspressechefs und die
Pressekonferenz-Protokolle der damaligen Zeit lassen den
Wortlaut der entsprechenden Anweisungen erkennen. Dies
waren die typischen Schlagzeilen fuehrender Zeitungen und die
gross aufgemachten Leitartikel der deutschen Tagespresse zu
diesem Zeitpunkt: (1) Terrorisierung Volksdeutscher im tsche-
chischen Gebiet durch Verhaftung, Beschiessung von Volks-
deutschen durch die Gendarmerie, und Vernichtung und
Beschaedigung deutscher Haeuser durch tschechischen Mob; (2)
Konzentrierung tschechischer Truppen an der Sudeten-Grenze;
(3) Verschleppung, Deportierung und Verfolgung slowakischer
319
3469-PS
Minderheiten durch die Tschechen; (4) die Tschechen muessen
aus der Slowakei heraus; (5) Geheimsitzung roter Funktionaere
in Prag.
Wenige Tage vor dem Besuch Hachas erhielt ich die Weisung,
die ueber Unruhen in der Tschechoslowakei einlaufenden Mel-
dungen ganz gross in der Presse herauszubringen. Solche
Meldungen erhielt ich nur zum Teiil vom Deutschen Nachrichten-
buero, meist von der Presseabteilung des Auswaertigen Amtes
und einige von grossen Zeitungen mit eigenem Nachrichten-
dienst. Hierunter vor allem vom Voelkischen Beobachter, der,
wie ich spaeter erfuhr, diese von dem SS-Standartenfuehrer
Gunter D’Alquen bekommen hatte, der zu jener Zeit in Press-
burg weilte. Ich hatte alien Nachrichtenbueros und Zeitungen
verboten, Meldungen ueber Unruhen in der Tschechoslowakei
herauszugeben, ehe ich sie gesehen hatte. Ich wollte eine Wie-
derholung der unerfreulichen Nebenerscheinungen der Sudeten-
Aktion-Propaganda vermeiden und keinen Prestigeverlust mit
unwahren Nachrichten erleiden. So waren alle von mir gepruef-
ten Nachrichten wohl voller Tendenz, aber nicht erfunden. Nach
dem Besuch Hachas in Berlin und nach dem Beginn des Ein-
marsches der deutschen Truppen, der am 15. Maerz 1939
stattfand, hatte die deutsche Presse StofT genug an diesen
Schilderungen. Historisch-politisch wurde das Ereignis mit dem
Hinweis begruendet, dass die Selbstaendigkeitserklaerung der
Slowakei ein Eingreifen notwendig gemacht habe, dass Hacha
mit seiner Unterschrift einen Krieg vermieden und eine tausend-
jaehrige Gemeinschaft zwischen Boehmen und dem Reich
wiederhergestellt haette.
29. Die Aktion gegen Memel, die am 22. Maerz 1939 erfolgte, kam
etwas spaeter. Es war soldi eine grosse Ueberraschung fuer
mich und fuer die Presse, dass einige der von mir schnell ent-
sandten Pressevertreter in Swinemuende nur noeh das SchifI
abfahren sahen, mit dem Hitler nach Memel fuhr.
30. Sehr kompliziert und wechselnd war die pressemaessige und
propagandistische Behandlung des Falles Polen. Unter der
Wirkung des deutsch-polnischen Abkommens war es der deut-
schen Presse lange Jahre grundsaetzlich verboten, irgendetwas
ueber die Lage der deutschen Minderheit in Polen zu veroeffent-
lichen. Dies blieb auch zunaechst so, als im Fruehjahr 1939 die
deutsche Presse aufgefordert wurde, in der Frage Danzig etwas
mehr aus sich herauszugehen.
Dr. Fritz Hans Fritzsche.
320
3469-PS
Seite 12 —
Auch als die ersten polnisch-englischen Besprechungen statt-
fanden und der deutschen Presse ein schaerferer Ton gegen-
ueber Polen insgesamt nahegelegt wurde, blieb die Frage der
deutschen Minderheit zunaechst noch im Hintergrund. Erst im
Laufe des Sommers wurde dieses Thema aufgegriffen und gab
im Augenblick eine fuehlbare Verschaerfung der Stimmung. Es
lag naemlich eigentlich bei jeder groesseren deutschen Zeitung
seit Jahr und Tag eine Fuelle von Material ueber Klagen und
Beschwerden dieser Deutschen in Polen vor, ohne dass die
Redaktionen dieses Material haetten verwenden koennen. Die
deutschen Zeitungen hatten noch aus der Zeit der Genfer
Minderheiten-Debatten Korrespondenten oder freie Mitarbeiter
in Kattowitz, Bromberg, Posen, Thorn usw.. Deren Material
kam nun mit einem einzigen Schwung heraus. Hierzu brachten
die fuehrenden deutschen Zeitungen auf Grund der fuer die
sogenannten Tagesparolen ausgegebenen Richtlinien in grosser
Aufmachung folgende Veroeffentlichungen heraus:
(1) Grausamkeit und Terror gegen Volksdeutsche und Aus-
rottung Volksdeutscher in Polen; (2) Schanzarbeiten Tausender
volksdeutscher Maenner und Frauen in Polen; (3) Polen, Land
der Knechtschaft und Unordnung, Fahnenflucht polnischer
Soldaten, Verstaerkung der Inflation; (4) Provokation von
Grenzzwischenfaellen auf Veranlassung der polnischen Regie-
rung, polnische Eroberungsgelueste; (5) Verfolgung von Tschechen
und Ukrainern durch die Polen. Die polnische Presse antwortete
ueberaus scharf. Als die deutsche Presse im Laufe des August
mit stetig wachsender Lautstaerke gegen Polen schreiben
, sollte, waren die Unterlagen dafuer nur zu leicht zu haben. Die
polnischen Zeitungen, vor allem die Blaetter des polnischen
Westmarken-Vereins hatten noch vor der deutschen Presse ein-
fache Schmaehungen ausgestossen. Sie schrieben etwa, dass
Deutschland bisher keinen richtigen Gegner gehabt habe, dass
Polen aber hart bleibe und zeigen wolle, wie die deutsche
Wehrmacht nur in Blumenkriegen siegen koenne, wie Deutsch-
land nur ein Koloss auf toenernen Fuessen sei und wie man
vor den Toren Berlins eine siegreiche Vemichtungsschlacht
schlagen werde. Die deutsche Presse zitierte alle diese pol-
nischen Stimmen und erhielt den Auftrag, diese starke polnische
Sprache auf die Wirkung des offenen englischen Hilfs-
versprechens, der sogenannten Blankovollmacht, zurueck-
zufuehren. Die deutsche Presse war damals und blieb auch
spaeter der Ansicht, dass die polnische Schaerfe der kleinen
Forderung Hitlers nach Danzig und einer Strasse durch den
Korridor gait.
321
3469-PS
31. Am 1. September, dem Tage des Beginns der Kampfhand-
lungen gegen Polen, gab Hitlers Rede im Reichstag die Sprach-
regelung fuer die Presse, vor allem in der heiklen Frage der
Haltung der Westmaechte. Am Sonnabend, dem 2. September
1939 ging ich spaet nachts nachhause mit der mir von Goebbels,
von Dietrich und dem Vertreter des A. A. gegebenen Versiche-
rung, es gaebe keinen Krieg. Auf Vermittlung Mussolinis
sollten die deutschen Heere in ihrem Vormarsch Halt machen.
Deutschland, England, Frankreich haetten diesen Vorschlag
angenommen, der Zeit fuer eine Konferenz lassen sollte. Am
Sonntag wurde ich telefonisch von Dr. Goebbels aus dem Bett
geholt, eilte ins Ministerium, fand dort Dr. G. vor einem bereits
eingeschalteten Mikrofon. Stumm nahm ich ein Manuskript, das
vorzulesen er mich aufforderte. Erst beim Lesen merkte ich,
worum es sich handelte, die. Fuehrer-Aufrufe zum Kriegs-
eintritt Englands und Frankreichs. Als ich das Mikrofon ver-
liess, fand ich zahlreiche, von der eben von mir
Dr. Fritz Hans Fritzsche.
— Seite 13 —
verlesenen Rundfunknachricht alarmierte Pressevertreter ver-
sammelt. Ich musste eine Presse-Konferenz abhalten. Schnell
versuchte ich irgendwelche Orientierungen von Dr. G. oder
Dr. Dietrich, aus der Fuehrerwohnung, Oder dem Auswaertigen
Amt zu erhalten. Ich erhielt nichts. Ich musste ohne Informa-
tion oder Anweisung die erste Pressekonferenz im Kriege
abhalten. So beschraenkte ich mich darauf, den anwesenden
und aufs tiefste bestuerzten Journalisten einige Worte des
Trostes, des Mutes und des Gottvertrauens zu sagen, sowie
einige Worte des Vertrauens auf unsere, wie ich damals fest
glaubte, gerechte und mit dem Willen zum Frieden gefuehrte
Sache.
32. Waehrend des der Invasion nach Jugoslavien vom 6. April 1941
unmittelbar vorangehenden Zeitpunktes brachte die Deutsche
Presse in Schlagzeilen und Leitartikeln die folgenden Ankuen-
digungen gross heraus: (1) Planmaessige Verfolgung Volks-
deutscher in Jugoslavien einschliesslich das Niederbrennen von
deutschen Doerfern durch serbische Soldateska, sowie die Ver-
schleppung Volksdeutscher in Konzentrationslager, sowie
koerperliche Misshandlung von deutschsprechenden Personen;
(2) Bewaffnung serbischer Banditen durch die serbische Regie-
rung; (3) Aufreizung Jugoslaviens durch die Plutokraten gegen
322
3469-PS
Deutschland; (4) Anwachsen der anti-serbischen Stimmung in
Kroatien; (5) chaotische Situation der wirtschaftlichen und
sozialen Bedingungen in Jugoslavien.
33. Waehrend der Nacht vom 21. auf den 22. Juni 1941 berief mich
Ribbentrop zu einer Konferenz im Auswaertigen Amt Berlin
auf ca. 5 Uhr morgens, bei der die Vertreter der in- und aus-
laendischen Presse anwesend waren. Ribbentrop unterrichtete
uns dahin, dass der Krieg gegen die Sowjet-Union am selben
Tage beginnen werde8) und bat die deutsche Presse, den Krieg
gegen die Sowjet-Union als einen Vorbeugungskrieg zur Ver-
teidigung des Vaterlandes darzustellen, der durch die unmittel-
bare Gefahr eines Angriffs der Sowjet-Union gegen Deutschland
uns aufgezwungen war. Die Behauptung, dass dies ein Vor-
beugungskrieg sei, wurde spaeterhin von den Zeitungen, die
ihre Instruktionen von mir waehrend der ueblichen Tages-
parole des Reichspressechefs erhielten, wiederholt. Ich habe
auch meinerseits diese Darstellung der Kriegsursache in meinen
regelmaessigen Rundfunkreden gegeben.
34. Im November 1942 wurde die von Reichsminister Dr. Goebbels
eben neugeschaffene Stellung als „Beauftragter fuer die poli-
tische Gestaltung des Grossdeutschen Rundfunks" mir ueber-
tragen, gleichzeitig auch die Leitung der ,,Abteilung Rundfunk"
in seinem Ministerium. Beide Aemter habe ich bis zum
deutschen militaerischen Zusammenbruch 1945 innegehabt.
35. Gegen Ende des Jahres 1942 wurde dem Rundfunk in Deutsch-
land eine wachsende Bedeutung beigemessen fuer die Unter-
stuetzung der Kriegsfuehrung durch die breiten Massen. Der
Rundfunk erschien als das einzige Mittel, den Raum hinter den
damals weit gespannten deutschen Fronten zu fuellen. Es
wurde daher dem Rundfunkwesen innerhalb des Reichsmini-
steriums fuer Volksaufklaerung und Propaganda eine ver-
haeltnismaessig unabhaengige Stellung eingeraeumt. Waehrend
meine Vorgaenger als Leiter der ,,Abteilung Rundfunk" Rueck-
sicht hatten nehmen muessen z.B. auf die Wuensche der
Abteilungen Propaganda,
Dr. Fritz Hans Fritzsche .
— Seite 14 —
Presse, Ausland und Musik, konnte ich eine solche Ruecksicht
nach und nach fallen lassen mit Ausnahme der gegenueber der
Presse, die ich zwar seit Januar 1943 durch Konkurrenz zu
einer realistischeren Nachrichtengebung zwang, die aber den-
noch wegen der ueberlegenen Stellung des Reichspressechefs
3) urspriinglicher T: „werden wird“ (hs geandert)
323
3469-PS
Dr. Dietrich beim Fuehrer ein Primat gegenueber dem Rund-
funk behielt, bis Dr. Goebbels im Februar 1945 den Dr. Dietrich
stuerzte. Auf dem Rundfunkgebiet selbst wurde ich in immer
staerkerem Masse zur einzigen Autoritaet im Ministerium und
beseitigte eine der fuer meine Vorgaenger stoerende Neben-
regierungen nach der anderen. Als Beauftragter fuer die poli-
tische Gestaltung des Grossdeutschen Rundfunks hatte ich nun
Vollmachten fuer die politischen Inlandssendungen. Etwa
6 Monate spaeter, im Fruehjahr 1943, uebernahm ich auch die
Oberaufsicht ueber die unter der Leitung des Direktors
Dr. Winkelnkemper stehenden Auslandssendungen, etwa wei-
tere 6 Monate spaeter uebernahm ich aus der Hand des Mini-
sterialdirektors Hinkel auch die Oberleitung ueber die
musikalischen Teile des Rundfunkprogramms. Im Fruehjahr
1945 wollte ich auch die noch unter fremder Leitung stehen-
den Sendungen in Ostsprachen unter meine Kontrolle nehmen,
doch ist es hierzu nicht mehr gekommen. Jedenfalls war ich in
meiner Amtstaetigkeit als Leiter Rundfunk auf dem Gebiete
der Rundfunkpublizistik in meinen Entschluessen und Mass-
nahmen lediglich abhaengig von den allgemeinen grossen
politischen Grundlinien, von der bis in viele Einzelheiten
gehenden Beaufsichtigung durch Dr. Goebbels persoenlich und
von der Ruecksicht auf die rundfunkpolitische Abteilung des
Auswaertigen Amtes, das einen totalen Fuehrungsanspruch auf
dem Gebiete der Sendungen in fremden Sprachen geltend
machte.
36. Was meine Taetigkeit als Leiter der Abteilung Rundfunk
anbetrifft, so oblag mir hier das folgende Arbeitsgebiet.
1. Planung und Gestaltung des gesamten aeutschen Rundfunk -
und Fernsehwesens, 2. der Erlass von entsprechenden Anord-
nungen an die nachgeordneten Dienststellen, sowie die
Ausarbeitung und Unterbreitung von Vorschlaegen fuer die
anderen Dienststellen der Reichsregierung. Zwecks Durchfueh-
rung dieser Aufgaben war die Abteilung im Wesentlichen wie
folgt gegliedert: A. Rundfunkkommandostelle, ein Referat, das
Tag und Nacht besetzt war, Befehle entgegennahm und an die
verschiedenen Stellen des Rundfunks weitergab, bei Sende-
oder Programmstoerungen eigene Entschluesse fasste U.S.W.
B. Referat Erkundungsdienst, das, nach Sachgebieten Oder
Herkunftslaendem gegliedert, Extrakte gab aus den riesigen
Materialmengen des Rundfunkabhoerdienstes namens Seehaus.
C. Referat Rundfunk Ausland, eine kleine Verwaltungsstelle
mit duerftigen Aufgaben, da ich die praktische Arbeit in taeg-
lichen Besprechungen mit dem Auslandsdirektor der Reichs-
funkgesellschaft selbst erledigte. Eine Sonderabteilung fuer die
324
3469-PS
Organisation des Rundfunkwesens im Kriegsfall existierte zu
meiner Zeit nicht, sollte es sie frueher gegeben haben, dann
haette sie m.E. nichts geleistet, denn als ich den Rundfunk
uebernahm, standen sogar seine wichtigsten Sender aus
Roehrenmangel vor der Notwendigkeit, ihre Sendungen auf
wenige Stunden taeglich zu beschraenken. Lediglich einige
fahrbare Sender waren in der Vorkriegszeit entwickelt worden,
sowie in der Kriegszeit selbst immer bessere und kleinere
tragbare Aufnahmegeraete fuer die Front. D. Referat Rund-
funkwirtschaft, dem die Forderung des Baus und der Beschaf-
fung von Rundfunkempfangsgeraeten oblag. Mein Amt stellte
praktisch die Befehlszentrale des deutschen Rundfunks dar.
Dr. Fritz Hans Fritzsche.
— Seite 15 —
37. Der Leiter der Rundfunkabteilung war meines Wissens bei
alien meinen Vorgaengern gleichzeitig Reiehsamtsleiter Rund-
funk der Reichspropagandaleitung der NSDAP gewesen. Ich
wurde dies n i c h t ,da ich stets als parteipolitisch unzuverlaessig
gait, und mir Ansehen und Einfluss als Fachmann erworben
hatte. Reiehsamtsleiter Rundfunk war zuletzt Gruppenfuehrer
der SA Schaefer. Dieser aber konnte sich mir gegenueber
nicht durchsetzen. Schwieriger fuer mich war die Tatsache,
dass Dr. Goebbels dem Kulturreferenten der Parteileitung,
Reichshauptamtsleiter Cerff, Vollmachten hinsichtlich der Be-
ruecksichtigung der nationalsozialistischen Weltanschauung im
Rundfunkprogramm gab. Cerff machte mir die groessten
Schwierigkeiten, bis ich ihn nach einem im Kreise aller meiner
Mitarbeiter von ihm angerichteten Skandal herauswarf.
Dr. Goebbels schickte ihn im November 1944 nach Italien und
gab ihm keinen Nachfolger und ich fuehlte mich freier in der
Gestaltung des Rundfunkprogramms. Ich fuehrte in der Folge
z.B. den Gottesdienst im Rundfunk, der unter meinen Vor-
gaengern verboten worden war, wieder ein und zwar auf dem
Umweg ueber Zeitfunkaufnahmen von Gottesdiensten in katho-
lischen und evangelischen Kirchen in der Naehe der Front. Das
Wesen meiner Arbeit als Leiter Rundfunk laesst sich dahin
zusammenfassen: es war meine Aufgabe, die Auffassung
meiner Regierung ueber Entstehung, Wesen und Ziel des
Krieges in Deutschland, in den besetzten Gebieten, im Ausland.
ja sogar in den Feindlaendern so weit als moeglich zu ver-
breiten, ein moeglichst gutes kuenstlerisches und unterhaltendes
Rundfunkprogramm zu gestalten, das erlahmte Interesse des
deutschen Volkes am Rundfunk wieder zu erweeken und ihm
moeglichst Gelegenheit zum Hoeren vieler Sendungen zu geben.
325
3469-PS
38. Auf meinen Vorschlag wurden die von mir fuer meine
Mitarbeiter im Rundfunk taeglich auch schriftlich fixierten Wei-
sungen und Informationen ebenfalls den saemtlichen Reichs-
propagandaaemtern fernschriftlich zugeleitet, die sie dann nach
eigenem Belieben verwerten konnten und oft ihren Gauleitern
mitteilten. Dieses Material bestand a) aus einer sogenannten
Rundfunkparole, die ich bis 1943 oder 1944 nach der taeglichen
Morgenkonferenz bei Dr. Goebbels zusammen mit dem Ver-
treter des Auswaertigen Amtes und dem Leiter der Auslands-
abteilung des Propagandaministeriums selbstaendig erarbeitete,
und die dann spaeter von Dr. Goebbels im Wortlaut gegeben
wurde, sowie b) aus Erlaeuterungen hierzu, die einer meiner
Mitarbeiter auf Grund des Kommentars abfasste, den ich
mittags auf der Rundfunkkonferenz gab.
Dr. Goebbels gab von sich aus taeglich einen durch Mikrofon
gesprochenen, ueber Sonderleitungen verbreiteten streng ver-
traulichen Rundspruch an die Gauleiter persoenlich. Bei
Abwesenheit vertrat ihn hierin der Staatssekretaer Dr. Nau-
mann. War auch dieser nicht da, dann fiel der Rundspruch aus.
Dr. Goebbels lehnte eine vom Staatssekretaer vorgeschlagene
Vertretung durch mich bei diesen Rundspruechen an die Gau-
leiter stets ab, waehrend ich ihn mehrfach bei Einzelvortraegen,
etwa vor Generaelen, vertreten habe.
39. Vom Herbst 1932 bis April 1945 habe ich regelmaessig Rund-
funkansprachen gehalten, u.z. meiner Erinnerung nach bis
Herbst 1939 einmal woechentlich, bis Dezember 39 taeglich,
dann 3 mal, dann 2mal, dann wieder lmal woechentlich. Waeh-
rend ich in meinen Anweisungen an Presse bzw. Rundfunk als
Leiter der Abteilung Deutsche Presse und spaeter Rundfunk
meist streng an die Weisungen meiner Vorgesetzten gebunden
war, genoss ich in diesen Ansprachen eine groessere Freiheit.
Dr. Goebbels hatte einmal den Versuch gemacht, mich zur vor-
Dr. Fritz Hans Fritzsche.
— Seite 16 —
herigen Vorlage meiner Texte zu veranlassen. Ich hatte das
abgelehnt mit dem Hinweis, dass ich nur unmittelbar vor der
Sendung eine knappe freie Niederschrift zu diktieren pflegte,
also halbfrei spraeche. Er verzichtete daraufhin auf die Vor-
lage unter der Bedingung, dass ich auf Wunseh wenigstens
bestimmte Themen behandeln wuerde. Die Vortraege hiessen
frueher politische Zeitungs- und Rundfunkschau und fuehrten
spaeter lediglich den Titel: es spricht Hans Fritzsche. Ich
326
3469-PS
beschaeftigte mich in diesen Vortraegen mit politischen und
menschlichen Fragen aller Art und mit Berichterstattungen
ueber die allgemeine Lage. Zur Judenfrage habe ich meines
Wissens jahrelang ueberhaupt nicht Stellung genommen, zumal
ich das von mir als Leiter der Abteilung Deutsche Presse zwei-
mal versuchte Verbot des Stuermers nicht durchzusetzen ver-
mochte. Spaeter, besonders im Kriege, habe ich mehrfach, meist
auf Aufforderung, zu den Aeusserungen juedischer Einzel-
personen oder Organisationen gegenueber Deutschland pole-
mische Stellung genommen. Die Schaerfe dieser Polemik blieb,
wie grundsaetzlich die Schaerfe aller meiner Polemiken ueber-
haupt stets um einige Grade hinter der Schaerfe des jeweiligen
publizistischen Gegners zurueck. Ich erinnere mich, darauf hin-
gewiesen zu haben, dass juedische Emigranten auf die Not-
wendigkeit eines Krieges gegen Deutschland schon Jahre vor
dem tatsaechlichen Kriegsausbruch verwiesen. Ich erinnere
mich weiter, auf die Rolle dieser juedischen Propaganda beim
Zustandekommen des Buendnisses zwischen Westmaechten und
Sowjet-Union hingewiesen zu haben, das nach meiner damaligen
Kenntnis ja nicht durch die deutsche Kriegserklaerung an
Russland, sondern schon durch einen Englisch-Russischen
Geheimvertrag vom Sommer 1940 geschaffen worden sein
sollte. Die Verwertung der Produktionskraft der besetzten
Gebiete zur Verstaerkung des deutschen Kriegspotentials habe
ich offen und ruehmend hervorgehoben, zumal die zustaendigen
Stellen mir viel Material besonders ueber die Freiwilligkeit
des Einsatzes von menschlicher Arbeitskraft zur Verfuegung
stellten. Wo i c h Leistungen aus den besetzten Gebieten in
Anspruch nahm, z.B. 3 franzoesische Rundfunksender fuer
spanische und portugiesische Sendungen des Nachts, da habe
ich jede Beschlagnahme abgelehnt und Privatvertraege mit den
Besitzern der Sender abschliessen lassen. Im uebrigen hatte ich
den Eindruck, dass manche Produktionsverlagerungen aus dem
Reich heraus sogar viele Vorteile fuer die anderen Gebiete mit
sich brachten und Nachteile fuer das Reich. Auf meinem Gebiet
waren z.B. gewisse musikalische Produktionen nur noch in Prag
zu machen, wohin Menschen, Maschinen und Geld flossen. Die
gesamten Fabrikanlagen der deutschen Schallplattenindustrie
kamen nach Prag. Eine direkte oder indirekte Aufforderung
zur ruecksichtslosen Ausnutzung besetzter Gebiete durch mich
kam um so weniger in Frage, da sie ein Schlag gegen meine
eigene Propaganda gewesen waere, deren Ziel es war, das Herz
der Bewohner der besetzten Gebiete zu gewinnen.
40. Im Jahre 1939 als ich fast taeglich im Rundfunk sprach, bat ich
um eine Pauschale von monatlich, wie ich mich erinnere,
327
346i*-PS
750. — RM. fuer diese Taetigkeit. Als ich die Leitung des Rund-
funks uebernahm, gab Dr. Goebbels die Anweisung, dass mir
die Rundfunkgesellschaft den Unterschied zahlte zwischen
meinem Gehalt als Beamter (ca. 1500. — ) und dem Gehalt eines
Direktors der Reichsrundfunkgesellschaft (3.000. — ) so dass ich
insgesamt 3000. — RM. brutto erhielt, naemlich 1500. — RM.
als Beamter und 1500. — RM. von der Reichsrundfunkgesell-
schaft. Aus meiner uebrigen schriftstellerischen Taetigkeit bezog
Dr. Fritz Hans Fritzsche.
— Seite 17 —
ich bis 1942 jaehrlich im Durchschnitt 5000. — , soweit ich mich
erinnere. Nach Uebernahme des Rundfunks fiel diese Einnahme
fast voellig fort.
41. Meines Wissens niemals als Leiter der Abteilung „Deutsche
Pressed wohl aber mehrfach als Leiter der Rundfunkabteilung
und zwar erst ab 1943 uebernahm ich in Abwesenheit von
Dr. Goebbels und des Staatssekretaers Dr. Naumann die Leitung
der taeglichen 11-Uhr Konferenz, die Dr. Goebbels mit seinen
engeren Mitarbeitern abhielt. Das war durchschnittlich
woechentlich einmal der Fall. Er pflegte mir dann die Wei-
sungen in Form eines telephonisch uebermittelten Manuskriptes
zugehen zu lassen. Insgesamt an vielleicht 5 Tagen blieben
solche Weisungen aus; in diesen Faellen veranlasste ich selbst
das aktuell-publizistisch Notwendige.
42. Im Anfang 1942, als ich Soldat im oestlichen Kriegsschauplatz
war, sah ich die ausgedehnten Vorbereitungen, die fuer die
Besetzung und Verwaltung der Gebiete, die sich bis nach der
Krim erstreckten, gemacht worden waren und ich kam aus
meinen persoenlichen Beobachtungen zu dem Schluss, dass der
Krieg gegen die Sowjet-Union schon lange vor seinem Aus-
bruch geplant gewesen war.
Die Richtigkeit meiner vorstehenden Angaben
versichere ich hiermit an Eidesstatt.
Nuernberg, Deutschland,
7. Januar 1946
Hans Fritzsche
HANS FRITZSCHE
Als Zeugnis:
Dr. Fritz
Dr. FRITZ, Verteidiger.
328
DOCUMENT 3471-PS
LETTER FROM KEPPLER TO BODENSCHATZ, CONTAINING A RE-
PORT ON CAPT. LEOPOLD; SECRET LETTER FROM THE CHIEF
OF THE SECURITY MAIN OFFICE TO KEPPLER, CONCERNING THE
POSSIBLE APPOINTMENT OF KLAUSNER AS NSDAP LEADER
(LANDESLEITER) IN AUSTRIA. ALL DOCUMENTS, 21 FEBRUARY
1938 (EXHIBIT USA-583)
BESCHREIBUNG:
dreiteilig
Erstes S: U Kop I Bk dr, dariiber pr Hoheitszeichen I 1 n T: P uni (Lila) I
an Stelle * eingefugt: ,.oder der ?“ (Kop)
Berlin W 8, den 21.Februar 1938.
Behrenstra Be 39A
Zentralstelle Fernruf: 16 58 61
fur die
wirtschaftspolitischen Organisationen
der NSDAP.
Leiter: W. Keppler .
An
Herrn General Bqdenschatz
Berlin W. 9
Leipziger Platz 11.
Sehr geehrter Herr General!
Anbei iibersende ich Ihnen die bereits telephonisch durch-
gegebene Meldung betr. der Tatigkeit fur * Hauptmann Leopold
in Osterreich.
Des weiteren erlaube ich mir, Ihnen Abschrift einer mir aus
Osterreich zugegangenen Nachricht beziiglich eventueller Be-
rufung des Majors Klausner zum Landesleiter beizufiigen.
Heil Hitler!
Ihr sehr ergebener
2 Anlagen. Keppler
Z w e i t e S :
21.Februar 1938.
Auf Grund einer soeben erfolgten telephonischen Mitteilung des
Vertrauensmannes von Dr. Seyss-Inquart erfahren wir, daft
329
3471-PS
im Laufe des Samstag oder Sonntag folgende Anweisung an die
Parteifunktionare in Osterreich durchgegeben wurde:
Leopold habe eine mehrstiindige Aussprache mlt General-
feldmarschall Goring gehabt und von ihm die Zusage erhalten,
daB er in den nachsten Tagen mit neuen Vollmachten nach Oster-
reich zuriickkehren wird. Er gibt weiter bekannt, daB seine bisherige
Haltung fur richtig befunden wurde und nunmehr die Aktivitat in
den eigenen Reihen bis zum auBersten zu steigern ist. Es richte sich
nunmehr die Spitze gegen Minister Dr. Seyss-Inquart, der in
erster Linie zum Sturz gebracht werden solle, um in seiner Nach-
— folge jemanden zu bekommen, der ein absolut verlaBliches Instru-
ment in der Hand Leopold ’s ist.
Weiter ist in der „Reichspost“ eine Mitteilung erschienen, daB
Dr. T a v s nicht daran denke, Osterreich zu verlassen und eine
Weisung aus Berlin in diesem Sinne als Einmengung in innerdster-
reichische Verhaltnisse bedeuten wurde.
!) r ittcs S: D*
Abschrift.
Der Reichsfiihrer SS Berlin, d. 21.Februar 1938.
Der Chef des Sicherheitshauptamtes
III 224/1 AZ. 1261/38
Ro/Ed. Geheim!
An
SS-Gruppenfiihrer Wilh. K e p p 1 e r
Berlin W.8
Behrenstr. 39A.
Betr.: Bestellung des ehem. Gauleiters Major
Klausner zum Landesleiter.
Vorg. Telef. Obermittlung v o m 2 0. 2. 1 9 3 8.
Nachstehend wird die Bereits am 20.2.1938 telef. iibermittelte
Meldung nochmals schriftlich zur Kenntnis gebracht:
„Im Auftrage des Oberftihrer K. ist dem Gruppenfiihrer zur Weiter-
leitung an den Fiihrer folgendes zu melden:
330
3471-PS
Die Fiihrer samtlicher Gliederungen einsehlieBlich des zu ernen-
nenden SA-Obergruppenfiihrers Leutnant Lukesch begruBen die
Bestellung des ehem. Gauleiters Major Klausner zum Landesleiter."
Der Chef des Sicherheitshauptamtes
i.A.
Der Chef des Abwehramtes
gez. Jost
SS-Oberftihrer.
DOCUMENT 3472-PS
LETTER FROM KEPPLER TO GORING, 9 FEBRUARY 1938: DISCUS-
SIONS BETWEEN NSDAP LEADER (LANDESLEITER) LEOPOLD AND
CHANCELLOR SCHUSCHNIGG; ADVISABILITY OF PROHIBITING
SUCH DISCUSSIONS (EXHIBIT USA-582)
BESCHREIBUNG:
LF Ti I Bk dr, dariiber pr Hoheitszeichen I unter „Fernruf 16 58 61“: von
Frl Ernst telefonisch am 11/2.38 an Herrn Keppler durchgegeben G. 11/2.38
(Blei) 1 unter Bk: zdA. (Blei) I 1 von Abs 2 senkrechter Strich (Blau) 1
1 daneben und unter T: Einverstanden! am besten gibt Minister Hess oder Herr
Bormann diesen Befehl! Keppler soli dies telefonisch veranlassen! B. (Blau)
Zentralstelle
fur die
wirtschaftspolitischen Organisationen
der NSDAP.
Leiter: W. Keppler
Berlin W 8, den Q.Februar 1938.
BehrenstraBe 39A
Fernruf: 16 58 61
An
Herrn Ministerprasident
Generalfeldmarschall Goring.
Hochverehrter Herr Generalfeldmarschall!
Gestern erreiehte mich die Nachricht, daB Landesleiter Leopold
nun auch seinerseits Besprechungen mit Bundeskanzler Schusch-
n i g g aufgenommen habe. Ich habe daraufhin das Auswartige Amt
gebeten, die Richtigkeit dieser Meldung nachzuprufen und gege-
benenfalls daftir Sorge zu tragen, daB derartige Unterhandlungen
unterbleiben, da doch hierdurch nur der Fortgang der iibrigen Ver-
handlungen gestort werden kann.
331
3472-FS
Soeben teilt mir das Auswartige Amt mil, daB nunmehr eine
Meldung der Gesandtschaft in Wien vorliegt, die den Tatbestand
bestatigt. Ich erlaube mir daher die Anfrage, ob es nicht zweck-
maBig ist, Landesleiter Leopold und den anderen Mitgliedern der
Landesleitung diese Verhandlungen mit Bundeskanzler Schusch-
n i g g wie auch jede Unterhandlung mit osterreichischen Regierungs-
stellen wegen Durchfiihrung des Abkommens vom ll.Juli 1936 zu
verbieten, soweit sie nicht nach Fiihlung-
nahme
- Seite 2 —
nahme und im Einverstandnis mit den maBgebenden Stellen im
Reich erfolgen.
Heil Hitler!
Ihr aufrichtig ergebener
With. Keppler.
DOCUMENT 3473-PS
LETTER FROM KEPPLER TO GORING, 6 JANUARY 1938, CONCERN-
ING SEYSS-INQU ART’S POSSIBLE RESIGNATION, AND CONCERNING
THE POLICY PURSUED BY CAPT. LEOPOLD IN CONTRAVENTION
OF REICH DIRECTIVES; GORING’S REACTION TO THIS (EXHIBIT
USA-581)
BESCHREIBUNG:
zweiteilig
Erstes S: U Kop I Bk dr, dariiber pr Hoheitszeichen I unler „Fernruf:
16 58 51“ Stp (violett): Ministerprasident Generaloberst Goring Zentralsekre-
tariat Eing.: -6.JAN.1938
Zentralstelle Berlin W 8, den 6. Januar 1938
fur die BehrenstraBe 39A
wirtschaftspolitischen Organisationen Fernruf: 16 58 61
der NSDAP.
Leiter: W. Keppler
An
Herrn Ministerprasident Generaloberst Goring
Berlin W. 8
Leipziger Str. 3.
Hochverehrter Herr Generaloberst!
Staatsrat Dr. Seyss-Inquart hat einen Kurier zu mir ge-
schickt mit der Meldung, daB seine Verhandlungen mit Bundes-
kanzler Dr. Schuschnigg vollig festgefahren seien, so daB er
332
3473-PS
gezwungen sei , das lhm iibertragene Mandat zuruckzugeben.
Dr. Seyss-Inquart wiinscht dieserhalb eine Aussprache mit
mir, bevor er entsprechend handelt.
Darf ich Sie um Nachricht bitten, ob im Augenblick ein der-
artiger Schritt, der wohl automatisch auch den Rucktritt des Bundes-
ministers G 1 a i s e von Horstenau zur Folge hatte, angebracht
erscheint oder ob ich mich bemiihen soil, eine derartige Aktion noch
hinauszuschieben.
Weiterhin liegt mir die Mitteilung vor, daB Landesleiter Haupt-
mann Leopold Herm Dr. Jury, wahrend dieser hier in Deutsch-
land war, als seinen Stellvertreter abgesetzt hat.
Hauptmann Leopold versucht immer wieder,
seine
— Seite 2 —
seine eigene Politik zu machen, die im Gegensatz zu den Wunschen
der maBgebenden Stellen im Reich steht, und erschwert fortgesetzt
die schwebenden Verhandlungen, die von Dr. Seyss-Inquart,
Dr. Jury und den volkspolitischen Referenten gefiihrt werden.
Ich erlaube mir, Ihnen ferner anbei Abschrift1) eines Erlasses
von militarischer Seite zu iibermitteln, der mir zufallig in die Hande
gekommen ist, aus dem weitere MaBnahmen, die deutsche Grenze
betreffend, ersichtlich sind.
Darf ich Sie, sehr verehrter Herr Generaloberst, nochmals um
einen Empfang zwecks Besprechung meiner Weiterarbeit auf wirt-
schaftspolitischem Gebiet bitten.
Heil Hitler!
Ihr aufrichtig ergebener
Keppler.
Zweitcs S: l Kop I r o iiber T: zdA (Kop) I 1 am Rand n erster Z: ..Tel.:
16 58 61“ (Kop) I darunter: tel. erledigt 7.Jan.37 Limberger (Kop)
Fraulein Grundtmann
Keppler soli telefonisch mitgeteilt werden:
1. Er mochte alles daran setzen, um einen Rucktritt von Staatsrat
Dr. Seyss-Inquart und Bundesminister Glaise von Horstenau zu
verhindern. Sollte die Sache Schwierigkeiten machen, dann
sollte Herr Seyss-Inquart zuerst zu ihm kommen.
l) die Ab bat deni IMT nidht vorgelegen.
333
3473-PS
2. Herr Leopold sei bereits bestellt, habe aber zur Zeit noch nicht
die Ausreiseerlaubnis erhalten. Der Herr Generaloberst wolle
ihn am 14. oder 15. Jan. empfangen, um ihm sehr deutlich
Bescheid zu sagen.
Carinhall, den 6. Jan. 1938.
G. Limberger
DOCUMENT 3474-PS
FILE MEMORANDUM BY BODENSCHATZ ON A DISCUSSION BY
HIGH-RANKING AIR FORCE OFFICERS UNDER GORING’S CHAIR-
MANSHIP, 2 DECEMBER 1936: SPAIN; THE WORLD-POLITICAL
SITUATION; EXPANSION OF THE AIR FORCE (EXHIBIT USA-580)
BESCHREIBUNG:
T tind U Ti 1 Bk dr I Datum unterstridien (Rot) I von *x his *2 und von
*3 his *4 jeweils doppelter Randstrich (Kop)
Ministerprasident
Generaloberst Goring
Chef des Stabsamtes
Berlin W 8, den 2. 12. 1936,-
Leipziger Str. 3
Fernsprecher: A 2 Flora 6451
Aktenvermerk
iiber
Besprechung vom 2. 12. 1936.
11 — 12,05.
Anwesend:
Gen. Oberst Goring
General d. FI. Milch .
Generallt. Kesselring
Generallt. Riidel .
Generalmjr. Stumpf.
Generalmajor Christiansen.
Generalmajr. Volkmann
Min.Dir. Fisch.
Generallt. Witzleben.
Generalmajor Kitzinger
Oberst Udet.
Oberst Bodenschatz.
334
3474-PS
Gen. Oberst : Weltpresse regt sich auf iiber Landung von
5000 Mann deutscher Freiwilliger in Spanien. — England
— Riickseite —
beschwert sich offiziell u. nimmt Verbindung mit Frankreich auf.
Italien schlagt vor, dafi Deutschland u. Italien je eine Division
Erdtruppen nach Spanien schicken. Es ist aber notwendig , dafi
Italien als interessierte Mittelmeermacht vorher eine politische Er-
klarung abgibt. Eine Entscheidung ist erst in einigen Tagen zu
erwarten.
Die allgemeine Lage ist sehr ernst. Rufiland will den Krieg.
England riistet sehr stark auf. Also Befehl : Von heute ab hochste
Einsatzbereitschaft. Keine Riicksicht auf finanzielle Schwierigkeiten;
Generaloberst iibernimmt voile V erantwortung.
Erwiinscht ist Ruhe bis 1941. Wir konnen aber nicht wissen , ob
schon vorher V erwickelungen kommen. Wir befinden uns bereits im
*- Kriege , nur wird noch nicht geschossen.
— Blatt 2 —
Ministerprasident Berlin W 8, den
Generaloberst Goring Leipziger Str. 3
Chef des Stabsamtes Fernsprecher: A 2 Flora 6451
Feldmarschall v. Blomberg icird morgen durch den Fiihrer *»
unterrichtet. '**
Ab 1.1.37 laufen alle Fabriken der Luftfahrt-lndustrie mobil-
machungsmafiig.
Geld mehr verwenden fur Flugzeuge , Ausriistung , Gerdt, Nach-
schub, weniger fur letzten Ausbau der Kasernen u. Flugplatze.
Frage an Oberst Udet, ob Erfahrungsgruppe Oberstlt. v. Richt-
hofen in Spanien gut arbeitet. Udet bejaht die Frage.
Gen. Oberst befiehlt, dafi Kdeure nicht allzusehr mit Schrift-
verkehr belastet werden. Gen. Oberst empfiehlt engste Zu-
sammenarbeit mit Oestreich. Kein zu altes und kein zu neues
Gerdt abgeben.
Ostreich wird nie gegen uns kampfen.
— Riickseite —
Oestreich soil moglichst viele Flugzeugfiihrer, Ingenieure und
Monteure bei uns ausbilden lassen.
335
3474-PS
Osstreich soil in 1. Linie seine Bodenorganisationen ausbauen .
Immer mufi unser Inter esse im Vordergrunde stehen. General-
oberst wiinscht bald Vortrag iiber die getroffenen Mafinahmen
von den Amtschefs.
Generaloberst bespricht die Aufgaben der einzelnen Flugzeug-
typen} ferner iiber V ereinheitlichung der Motor en, Ankauf aus-
landischer Motoren , Etatsfragen , Nachschub, weiteren Ausbau
der Flakwaffe .
Bodenschatz.
DOCUMENT 3475-PS
SURVEY, 1943, OF THE DEPARTMENTS OF THE REICH MINISTRY
FOR THE INTERIOR AND THE OFFICIAL BODIES SUPERVISED BY
THAT MINISTRY (EXHIBIT USA-710)
Aus: Taschenbuch fur Verwaltungsbeamte 1943 — Mit eiiiem Geleitwort von
H. Pfundtner, Leitender Staatssekretar im Reicbsministerium des Innern. Her-
ausgegeben von Dr. Warnack, Direktor im Statistischen Reichsamt. Carl Hey-
rnanns Verlag in Berlin.
— Seite 12 —
II Reichsministerium des Innern
Reichsminister des Innern: Dr. Frick.
Leiter desMinisterbiiros: Dr. Draeger, MinR.
Adjutant: Radtke, Maj. d. Gend.
Generalreferent des Ministers: Dr. Draeger, MinR.
Juristischer Referent: Dr. Rudmann, MinR.
Leitender Staatssekretar: Pfundtner, Stejlvertr. des
Ministers.
— Seite 13 —
Z. p e r s. V e r f . d. Sttssekr.: Kaibel, MinR; * Presseref e-
rent: Dr. Draeger, MinDirig.
Staatssekretare: Dr. Stuckart * Dr. Conti, Reichsgesund-
heitsfuhrer.
Reichsfiihrer if u. Chef der Deutschen Polizei i.
R e i c h s m i n d. Inn.: Himmler.
Reichsarbeitsfiihrer im Reichsmin. d. Inn.: Hierl,
Reichsleiter.
Ministerialburodirektor: Weber, ORR.
Fachschaftsgruppenwalter: Sevecke, MinR.
336
3475-PS
Dem Reichsminister d. Innern unmittelbar unterstellt:
Reichsverwaltungsschule in Pirna (Sachsen). Weitere
Schulen sind im Aufbau begriffen.
Zentralabteilung (Haushalts-, Kassen- und Rechnungswesen, Ge-
schaftsverkehr und -verteilung, Kabinettsachen, Bucherei usw.).
Staatssekretar Dr. Stuckart.
Ihm sind die Abteilungen I (Verfassung, Gesetzgebung, Verwaltung
und eingegliederte Gebiete) und I R (zivile Reichsverteidigung
und besetzte Gebiete), ferner der Geschaftsbereich des Stabs-
leiters des Generalbevollmachtigten fur die Reichsverwaltung
unterstellt.
Vertreter: Ehrensberger, MinDir.
Zur pers. Verf. d. Staatssekr.: Kettner, MinR.
Zur pers. Verf. d. MinDir.: von Herder, RR.
Abteilung I (Verfassung, Gesetzgebung, Verwaltung und eingeglie-
derte Gebiete) mit 7 Unterabteilungen.
Leiter der Gesamtabteilung I: Dr. Stuckart, Sttssekr.
Standiger Vertreter: Ehrensberger, MinDir.
Unterabteilung lOrg. (Verfassung und Organisation).
Unterabteilung I Verw. (Gesetzgebung und Verwaltungs-
recht).
Unterabteilung I St a. R. (Staatsangehorigkeit und Rasse).
— Seite 14 —
Unterabteilung I Siidost (Neuordnung im Siidosten).
Unterabteilung I B M (Protektorat Bohmen und Mahren).
Unterabteilung I Ost (Neuordnung im Osten).
Unterabteilung I West (Neuordnung im Westen).
Abteilung I R (Zivile Reichsverteidigung und besetzte Gebiete) mit
3 Unterabteilungen.
Leiter: Ehrensberger, MinDir.
Unterabteilung I R-V (Reichsverteidigung).
Unterabteilung I R-W (Wehrrecht und Wehrpolitik).
337
3475-PS
Unterabteilung I R-S (Kriegsschaden).
Abteilung P (Personalabteilung).
Leiter : Dr. v. Helms, MinDir.
Unterabteilung A (Allg. Angelegenheiten; Personalien der
politischen Beamten und des Nachwuchses).
— Seite 15 —
Unterabteilung B (Personalien des sonstigen hoheren
Dienstes).
Unterabteilung C (Personalien der Beamten des geh., mitt-
leren und einfachen Dienstes sowie der Angestellten und Lohn-
empf anger).
Abteilung II (Beamtentum und Reichsprufungsamt).
Unterabteilung A (Allgemeines Beamtenrecht, Beamten-
politik, Beamtennachwuchs, Vor-, Aus- und Fortbildung der
Beamten).
Unterabteilung B (Besoldung, Nebentatigkeit, Reisekosten,
Umzugskosten, Fursorge fiir Beamte, Militaranwarterrecht, An-
gelegenheiten der Angestellten und Arbeiter).
Unterabteilung C (Versorgung).
R e i c h s p r ii f u n g s a m t f ii r den hoheren und denge-
hobenen Verwaltungsdienst.
President: Rudiger, MinDir.
Staatssekretar Dr. Conti, Reichsgesundheitsfuhrer.
Ihm sind die Abt. Ill (Veterinarwesen) und IV (Gesundheits-
wesen und Volkspflege) unterstellt.
Abteilung III (Veterinarverwaltung).
Leiter: Dr. Weber, Prof., MinDir.
— Seite 16 —
Unterabteilung A:
Unterabteilung B:
338
3475-PS
Abteilung IV (Gesundheitswesen und Volkspflege).
L e i t e r : Dr. Cropp, MinDir.
Unterabteilung IV A (Organisations-, Verwaltungs- und Haus-
haltsangelegenheiten).
Unterabteilung IV B (Personalangelegenheiten).
Unterabteilung IV C (Erb- und Rassenpflege).
Unterabteilung IV W (Wohlfahrtspflege).
Unterabteilung IV J (Jugendpflege).
Abteilung V (Kommunalabteilung).
L e i t e r : Dr. Suren, MinDir.
— Seite 17 —
Unterabteilung I:
Unterabteilung II:
GemaB § 16 Abs. 3 des Gesetzes liber die Verfassung und Verwaltung
der Reichshauptstadt Berlin vom 1. 12. 1936, des § 11 des Gesetzes
liber die Verfassung und Verwaltung der Hansestadt Hamburg
sowie des § 5 der 1. Durchf.-Verordnung zum Ostmarkengesetz
gehort zum Aufgabenkreis der Abteilung V:
Gemeindeprlif ungsamt bei dem R e i c h s m i n i s t e r
des Innern (Reichshauptstadt Berlin, Hanse-
stadt Hamburg, Wien).
Abteilung VI (Deutschtum, Grenzlandflirsorge, nichtdeutsche Volks-
gruppen, Archivwesen, Stiftungen, Kolonialfragen, Kolonial-
schulen und Vermessungswesen).
L e i t e r : Dr. Vollert, MinDir.
Abteilung VIII (Sport und Leibeslibungen).
L e i t e r : z. Z. unbes.
— Seite 18 —
Angegliedert:
Reichsfeststellungsbehorde beim RMdI.
L e i t e r : Dr. Sibeth, MinR.
339
3475-PS
GroBe Kammer.
Erste Kleine Kammer.
Zweite Kleine Kammer.
Dritte Kleine Kammer.
Reichsfiihrer it und Chef der Deutschen Polizei im Reichsministerium
des Innern
Chef: Himmler, Reichsfiihrer tj, Reichsleiter, PrSttsR, M. d. R.,
Reichskommissar fur die Festigung des deutschen Volkstums.
A. Ordnungspolizei
Chef: Daluege, Generaloberst der Polizei, ^-Oberst-Gruppenf.,
PrSttsR, M. d. R.
G e n e r a 1 i n s p e k t e u r e : ....
— Seite 19 —
Amt Verwaltung und Recht.
Chef: Bracht, MinDir., ^-Gruppenf.
Leiter der Amtsgruppe I: Rheins, MinR.
Leiter der Amtsgruppe II: Dr. Bader, MinDirig., ^-Bri-
gadef.
Leiter der Amtsgruppe III: Scheidel, MinDirig.
Gruppenleiter (Ministerialrate): ....
Kommandoamt.
Chef: Winkelmann, GenLt. d. Pol., ^-Gruppenf.
Leiter der Amtsgruppe I: Griinwald, GenMaj. d. Pol.,
^-Brigadef.
Leiter der Amtsgruppe II: Geibel, Oberst d. Gend.,
^-Standartenf.
Leiter der Amtsgruppe III: Dr. Wenzel, Generalarzt d. Pol.,
ff-Brigadef.
Amt Feuerwehren.
Leiter: Schnell, GenMaj. d. Pol.
340
3475-PS
Amt Technische Nothilfe.
Lei ter: Weinreich, GenLt. d. Pol., ^-Gruppenf.
Techn. und Pol.-Akademie.
Kommandeur: Prof. Dr. Gerloff, GenMaj. d. Pol., ff-Brigadef.
— Seite 20 -
B. Sicherheitspolizei und SD (Reichssicherheitshauptamt) ....
Chef: Dr. Kaltenbrunner, Gen. d. Pol.
Amtschefs:
I. Streckenbach, ff-Gruppenf., GenLt. d. Pol.
II. Dr. Siegert, ff-Standartenf., MinR (vtrw.).
III. Ohlendorf, ff-Brigadef., GenMaj. d. Pol.
IV. Muller, ff-Gruppenf., GenLt. d. Pol.
V. Nebe, ff-Gruppenf., GenLt. d. Pol.
VI. Schellenberg, ff-Standartenf., ORR (vtrw.).
VII. Dr. Six, ff-Oberf., Prof.
Geschaftsbereich
1. Reichsverwaltungsgericht ....
Durch ErlaB des Fiihrers und Reichskanzlers vom 3. April 1941
(RGB1. I S. 201) sind das PreuBische Oberverwaltungsgericht,
der Reichsdienststrafhof, das Reichswirtschaftsgericht, der Ver-
waltungsgerichtshof in Wien, die Obersten Spruchstellen fiir
Umlegungen und fiir Wasser- und Bodenverbande, das Ent-
schadigungsgericht sowie das Reichskriegsschadenamt mit Wir-
kung vom 1. Mai 1941 zum Reichsverwaltungsgericht vereinigt
worden.
President: Dr. Hueber.
Vizeprasident: Dr. Bach.
2. Reichssippenamt ....
L e i t e r : Dr. Mayer (Kurt), Dir.
3. Reichsbeauftragter fiir das Wahlpriifungsverfahren ....
Reichsbeauftragter: Dr. Medicus, MinDirig. im Reichsmin.
d. Inn.
— Seite 21 —
4. Reichswahlleiter
Reichswahlleiter: Godlewski, Prs. d. Statist. Reichsamts
5. Reichsverlagsamt ....
L e i t e r : Dr. Hubrich, MinDirig. i. Reichsmin. d. Inn.
341
3475-PS
6. Reichsanstalt fur Tierseuchenbekampfung
Leiter : Prof. Dr. Gerlach.
7. Reichsgesundheitsamt ....
President: Dr. Reiter, Prof.
8. Kommissar der Freiwilligen Krankenpflege ....
Kommissar: Karl Eduard Herzog v. Sachsen-Coburg u. Gotha.
9. Robert-Koch-Institut, Reichsanstalt zur Bekampfung der iiber-
tragbaren Krankheiten ....
President: Dr. Gildemeister, Prof.
10. Reichsanstalt fur Wasser- und Luftgiite ....
President: Dr. Konrich, Prof.
11. Reichsanstalt fur Vitaminpriifung und Vitaminforschung in Ber-
lin ... .
President: Dr. Scheunert, Prof.
— Seite 22 —
12. Reichsbeauftragter fur die Heil- und Pflegeanstalten ....
Reichsbeauftragter: Dr. Linden, MinDirig. im RMdL
13. Reichsstelle fiir das Auswanderungswesen ....
Direktor: z. Z. unbes.; m. d. Leitung beauftr.: Dr. Muller, MinR.
14. Reichsarchiv Potsdam ....
Leiter: Dr. Zipfel, GenDir. d. Staatsarchive.
15. Reichsarchiv Wien ....
Leiter: Prof. Dr. Bittner, Dir.
16. Reichsamt fur Landesaufnahme
President: Vollmar.
17. Zentralnachweiseamt fiir Kriegerverluste und Kriegergraber
Direktor: m. d. Leitung beauftr.: Weinholtz, GehRR, MinR.
18. Reichssportamt und Reichsakademie fur Leibesiibungen ....
Reichssportf iihrer : z. Z. unbes.
— Seite 23 —
19. Reichsleitung des Reichsarbeitsdienstes (mit 38 AuBendienststellen
des Reichsarbeitsdienstes der Manner u. 26 der weibl. Jugend) —
Reichsarbeitsfiihrer: Hierl, Reichsleiter.
Chef des Stabes: Dr. Decker, Ob.-Gen.-Arb.-Fiihrer.
342
3475-PS
20. Finanzausgleichsamt beim Reichsministerium des Innern
L e i t e r : Neefe, LtRDir.
21. Landesveterinaramt ....
Vorsitzender: Dr. Miissemeier, Prof., MinDirig., Dir. i. Reichs-
Gesundheitsamt.
22. Landesgesundheitsrat ....
P r a s i d e n t : z. Z. unbes. .
23. Hygienische Institute zu Landsberg (Warthe), Beuthen (Oberschl.)
und Saarbriicken.
24. PreuB. Landesanstalt fiir Lebensmittel-, Arzneimittel- u. gericht-
liche Chemie ....
President: Dr. Prause, Prof.
25. Priifungsausschiisse fiir die arztlichen, zahnarztlichen, pharma-
zeutischen usw. Priifungen.
26. Reichsprufungsamt fiir die staatstierarztliche Priifung ....
27. Priifungsamt fiir den hoh. vermessungstechn. Verwaltungsdienst
28. Reichsforschungsanstalt Insel Riems.
Unter Aufsicht des R e i c h s m i n i s t e r i u m s des In-
nern:
1. Deutscher Gemeindetag ....
Vorsitzender: Fiehler, Reichsleiter, OBgm., Mtinchen.
Stellvertreter: Dr. Dr. Weidemann, Prof., OBgm., Halle a. d. S.
— Seite 24 —
2. Akademie fiir Deutsches Recht (s. S. 37).
3a. Reichsarztekammer ....
L e i t e r : Dr. Conti, Sttssekr., Berlin.
Stellv. Leiter: Dr. Blome, Prof., Berlin.
3b. Deutscher Aerztegerichtshof ....
— Seite 25 —
4a. Reichstierarztekammer ....
Leiter: Dr. Weber, Prof.
4b. Deutscher Tierarztegerichtshof ....
343
5a. Reichsapothekerkammer ....
L e i t e r : Reichsapothekerfiihrer, Pharm.-Rat Schmierer, Berlin.
5b. Apothekergerichtshof: ....
6. ReichsausschuB fiir Volksgesundheitsdienst e. V
L e i t e r : Dr. Cropp, MinDir.
7. Deutsches Institut fiir Jugendhilfe E. V
L e i t e r : Dr. Webler.
8. Deutsches Rotes Kreuz, Presidium ....
President: Karl Eduard Herzog v. Sachsen-Coburg u. Gotha.
Geschaftsfiihr. President: Dr. Grawitz, Prof., ^-Gruppen-
fiihrer, Generallt. d. Waffen-ff, Reichsarzt if u. Polizei.
DOCUMENT 3501-PS
AFFIDAVIT BY MAX AMANN, 19 DECEMBER 1945, FUNK’S LEADING
ROLE IN THE MINISTRY OF PROPAGANDA (EXHIBIT USA-657)
BESCHREIBUNG:
alles hs’e Ti I bei * jeweils „A“ (hs)
Ich, Max1) Amann, nachdem ich gehoerig vereidigt wurde, stelle
hiermit fest, wie folgt:
1. Seit 1933, als die Nazipartei in Deutschland an die Macht kam,
hatte ich die Stellung eines Reichsleiters fuer die Presse und
Praesidenten der Reichspressekammer inne. Bei der Ausfuehrung
meiner Pflichten und Aufgaben wurde ich mit der Taetigkeit und
und der Organisation des Ministeriums fuer Propaganda und
Volksaufklaerung bekannt.
2. Walter Funk war praktisch der Minister des Ministeriums fuer
Propaganda und Volksaufklaerung und leitete das Ministerium.
Funk war die Seele des Ministeriums und ohne ihn2) haette’es
Goebbels nicht aufbauen koennen. Goebbels stellte mir gegen-
ueber einmal fest, dass Funk sein „tuechtigster Mann“ sei. Funk
uebte umfassende Kontrolle ueber alle Mittel der Ausdrucksweise
„x“ hs vcrbessert aus „n“
2) „n“ hs vcrbcsscrt
3501-PS
in Deutschland aus: Ueber die Presse, das Theater, Radio und
Musik. Als Pressechef der Reichsregierung und spaeter als Staats-
sekretaer3) des Ministeriums hatte Funk tagliche Besprechungen
mit dem Fuehrer und eine taegliche Pressekonferenz, in deren
Verlauf er die Richtlinien ueber die in der deutschen Presse zu
veroeffentlichenden 4) Materialien ausgab.
* 3. Ich habe die vorstehende Erklaerung gelesen, ich verstehe sie
vollkommen und pflichte ihr vollkommen bei.
Beschworen von mir 19th Max Amann
am December 1945 Max Amann
Thomas S. Hinkel
Lt Col, I G D
DOCUMENT 3505-PS
DESCRIPTION, 1941, OF FUNK’S ACTIVITIES AS: REICHSLEITER,
HITLER’S ADVISER ON ECONOMIC POLICY, MIDDLEMAN FOR IN-
DUSTRY AND FINANCE; HIS ATTITUDE TO THE PRESS (EXHIBIT
USA-653)
Aus: Walther Funk. Ein Leben fur die Wirtschaft. Herausgeber: Dr. Paul
Oestreich, 2. Auflage, Verlag Franz Eher Nachf., Miinchen 1941.
— Seite 80 —
IV.
Eintritt in die NSDAP.
Der Fuhrer hatte seinen EntschluB schon gefaBt. Sobald die Zeit der
Bindung Funks an die „Berliner Borsenzeitung“ mit dem 31. Dezem-
ber 1930 abgelaufen war, berief er ihn in die Reichsleitung der
Partei und erwahlte ihn zu seinem personlichen wirtschaftlichen
Berater. Das war ein Beweis groBten Vertrauens. Seit den Reichs-
tagswahlen vom September 1930 empfand das ganze deutsche Volk,
daB das Ende des Weimarer Systems gekommen und seine Ablosung
durch etwas anderes in nicht zu ferner Zeit unvermeidlich war.
Adolf Hitler stellte sich selbst und die gesamte Partei, ohne auch
nur einen Augenblick zu verlieren, auf diese Entwicklung ein in
dem Wissen und mit dem Willen, daB der nun bevorstehende Ab-
schnitt des innenpolitischen Kampfes die Entscheidung liber
3) „t“ hs verbessert
4) vor „Staatssekretar“ urspriinglich „Unter“, hs gestrichen: „S“ hs verbessert
aus „s“
345
3505-PS
den Besitz der Macht zu bringen hatte. In dieser Zeit lieB er eine
besonders sorgfaltige Behandlung den wirtschaftspolitischen Fragen
angedeihen. Denn einerseits muBte die alte gegnerische Behauptung,
daB der Nationalsozialismus nichts von der Wirtschaft verstehe und
sie, falls er an die Macht kame, ruinieren wiirde, in uberzeugender
Weise zuruckgewiesen werden, und andererseits sollte ein aus der
Erfahrung gewonnener Grundsatz befolgt werden, den der Fuhrer
in ,,Mein Kampf “ im Abschnitt iiber die Gewerkschaftsfrage all-
gemein wie folgt aussprach: „Ich hatte damals und besitze auch
heute noch die unverruckbare Uberzeugung,
— Seite 81 — ’
Zur Verfiigung des Fiihrers
daB es gefahrlich ist, einen groBen politisch-weltanschaulichen Kampf
zu friihzeitig mit wirtschaftlichen Dingen zu verknupfen. Besonders
bei unserem deutschen Volk gilt dies. Denn hier wird in einem
solchen Falle das wirtschaftliche Ringen sofort die Energie vom
politischen Kampf abziehen.“ Es konnte dem Fuhrer also nicht
darum gehen, die wirtschaftlichen Programme und Taten der Regie-
rung und der anderen Parteien, die er niederzwingen wollte, in
Einzelheiten zu kritisieren oder zu verbessern, sondern alle Wirt-
schaftsprobleme des Augenblicks waren in den Rahmen seines eige-
nen Programmes fur den revolutionaren Wandel der deutschen
Zustande und des deutschen Menschen hineinzustellen und auf dieser
Grundlage fur sie Losungen zu finden und anzugeben, die den Aus-
weg und die Errettung aus der mit dem Bankenkrach vom Juli 1931
auf ihren Hohepunkt gelangten Wirtschaftskrisis wiesen.
Hierbei dem Fuhrer Berater und Sachbearbeiter zu sein, war
fur Walther Funk eine nicht nur hochst ehrenvolle, sondern auch
hochst bedeutungsvolle Aufgabe, an die er begeistert unter Einsatz
aller seiner Krafte und Kenntnisse heranging. 1931 erhielt er ein
Reichstagsmandat. Ein Dokument seiner damaligen Tatig-
keit ist das in der zweiten Halfte des Jahres 1932 von ihm for-
mulierte „ Wirtschaftliche Aufbauprogramm der
N S D A P.“, das die Genehmigung Adolf Hitlers erhielt und als
verbindlich fur alle Gauleitungen, Fachredner, wirtschaftspolitischen
und sonstigen Gaufachberater der Partei erklart wurde. Es waren
darin unter anderen folgende Punkte enthalten:
Direkte Arbeitsbeschaffung durch staatliche und pri-
Seite 82 —
Ein wirtschaftliches Aufbauprogramm
vate Neuinvestitionen, wozu ein besonderes Arbeitsbeschaffungs-
programm beigefiigt war.
346
3505-PS
Produktive Kreditschopfung durch die Reichsbank, aber keine
Inflation, sondern Wiederherstellung einer gesunden Wahrung und
einer gesunden produktionsfordernden Geld- und Kreditwirtschaft.
Allgemeine Zinssenkung unter Beriicksichtigung der individuellen
Verhaltnisse in der Wirtschaft.
Schaffung eines AuBenhandelsamtes und einer Devisenzentrale.
Neuregelung der wirtschaftlichen Beziehungen zum Auslande
unter Voranstellung der Lebensnotwendigkeiten des Binnenmarktes,
aber unter Beriicksichtigung des fur Deutschland lebensnotwendigen
Exportes.
Sanierung der offentlichen Finanzen unter EinschluB der offent-
lichen Versicherungen. Beseitigung der unhaltbaren Methoden der
Etatbalancierung.
Staatliche SchutzmaBnahmen fur die Landwirtschaft.
Wiederaufbau des Haus- und Grundbesitzes nach den Gesichts-
punkten der Produktivitat und der Volksgesundheit.
Erweiterung der deutschen Rohstoffgrundlage, Schaffung neuer
nationaler Industrie- und Gewerbezweige, technische und fabrika-
torische Umstellungen.
Als grundlegend gab Funk damals den Parteirednern folgende
Satze mit auf den Weg:
„Wir haben in Deutschland geniigend nationales Kapital. Und
wir konnen durch Arbeit neues Kapital schaffen, so daB unser
Volk leben und sich weiter entwickeln kann. Auf das internatio-
nale Kapital konnen
— Seite 83 —
Ein wirtschaftliches Aufbauprogramm
und miissen wir verzichten, und wir haben dariiber hinaus die
Aufgabe, die deutsche Wirtschaft von den Fesseln des inter-
national Kapitals zu befreien. Der deutschen Landwirtschaft
und ebenso der gesamten deutschen Wirtschaft kann nur geholfen
werden durch den nationalen Staat.
Den notwendigen Neubau der deutschen Wirtschaft kann nur
eine Regierung durchfiihren, die, vom Vertrauen des Volkes
getragen, mit unerbittlicher Konsequenz die nationalen und
sozialistischen Grundsatze durchfiihrt, die allein die national-
sozialistische Bewegung Adolf Hitlers zu eigen hat.“
DaB dieses Programm verwirklicht worden ist und den erstrebten
Erfolg gehabt hat, ist eine historische Tatsache, welche jetzt auch
diejenigen nicht mehr bestreiten konnen, die wie die angeblich wirt-
schaftlich so sachverstandigen jiidischen Emigranten und viele im
Ausland als FinanzgroBen gefeierte Personlichkeiten die National-
sozialisten als wirtschaftliche Scharlatane, als zum Bankrott be-
stimmte Hasardeure hingestellt haben. Das plutokratische Europa,
347
3505-PS
das sich allein wirtschaftlich im Besitz des Steins der Weisen wahnte,
ist nicht nur militarisch dem Deutschland Adolf Hitlers unterlegen,
sondern auch wirtschaftlich, und es bestatigt sich, daB Adolf Hitler
auch eine Revolution des Wirtschaftsdenkens herbeigefiihrt hat und
auch wirtschaftlich der Bahnbrecher einer neuen Zeit geworden ist.
Nicht weniger wichtig als das, was Funk auf programmatischem
Gebiet in den Jahren 1931 und 1932 geleistet hat, war seine damalige
Tatigkeit als Mittelsmann des Fuhrers zu den leitenden Mannern
der deutschen Wirt-
— Seite 84 —
Der 30. Januar 1933
schaft in Industrie, Gewerbe, Handel und Finanz. Seine personlichen
Beziehungen zu den deutschen Wirtschaftsfuhrern waren auf Grund
seiner bisherigen Arbeit groB und weitreichend. Er konnte sie jetzt
in den Dienst Adolf Hitlers stellen und so manchem nicht nur
authentisch Rede und Antwort stehen, sondern ihn auch iiberzeugen
und zum Forderer der Partei werben. Das war damals eine ungeheuer
wertvolle Arbeit. Jeder in ihr erzielte Erfolg bedeutete eine mora-
lische, politische und wirtschaftliche Starkung der Kampfkraft der
Partei und trug dazu bei, das Vorurteil zu zerstoren, auch der Natio-
nalsozialismus sei nur eine Partei des Klassenhasses und des Klassen-
kampfes.
Von solcher Tatigkeit sieht und erfahrt die Offentlichkeit wenig
oder nichts. DaB aber der Fiihrer mit Walther Funk in diesen beiden
Jahren des Entscheidungskampfes vor der Machtergreifung zufrie-
den gewesen ist, hat er vielfach zu erkennen gegeben. In der bezwin-
gendsten Form vielleicht im Augenblick des Sieges. Als er an dem
historischen 30. Januar 1933 abends die jubelnden Huldigungen der
Massen vom Fenster der wenige Stunden vorher bezogenen Reichs-
kanzlei entgegennahm, hatte er an den hellerleuchteten Fenstern
neben sich seine Allergetreuesten und einer von ihnen war Walther
Funk, der den Fuhrer zusammen mit dem damaligen Staatssekretar
der Reichskanzlei, jetzigen Reichsminister Dr. L a m m e r s , am
Eingang zur Reichskanzlei begriiBt hatte nach der historischen Fahrt
vom Kaiserhof zur Reichskanzlei am Nachmittag des 30. Januar 1933.
In den spaten Nachmittagsstunden f and die erste Kabinetts-
s i t z u n g unter Vorsitz des Reichskanzlers Adolf
— Seite 85 —
Der 30. Januar 1933
Hitler statt, an der Funk bereits als Pressechef der Reichs-
regierung teilnahm. Bis auf den heutigen Tag hat keine Sitzung
348
3505-PS
des Kabinetts stattgefunden, an der Walther Funk nicht teilgenom-
men hat, zunachst als Pressechef und Staatssekretar, spater al3
Reichsminister.
— Seite 87 —
Es ist ihm mancher der in Berlin und auBerhalb tatig gewesenen
Joumalisten dankbar geblieben fur die Art, wie er sich um ihre
Wiinsche und Beschwerden besonders in der Obergangszeit gekiim-
mert hat.
Von Funk stammt das spater oft zitierte Wort, daB „die
Presse keine DrehorgeT sein diirfe, womit er sich gegen
die Uniformitat der Presse wandte und ein individuelles Gesicht
von ihr verlangte. Aber er nahm die Presse auch in Schutz vor
Bestrebungen der Amtsstellen, „ihren eigenen Kohl breitzutreten",
eine ebenso gut pointierte Formulierung wie die andere, daB „ d i e
Presse nicht der Priigelknabe“ werden solle, wenn
zwei Regierungsstellen ihre Meinungsverschiedenheiten durch eine
Pressepolemik auszutragen versuchen. . . .
DOCUMENT 3S28-PS
DECLARATION SIGNED BY DARRfi, HIMMLER, HIERL, LUTZE AND
SCHIRACH, JULY 1934, SHOWING AGREEMENT WITH ROSENBERG’S
ATTEMPT TO UNITE THE WHOLE NSDAP IDEOLOGICALLY AND
POLITICALLY BY MEANS OF SO-CALLED “COMMUNAL SCHOOLS”
(EXHIBIT USA-599)
Aus: Gerd Riihle: Das Dritte Reich. Dokumentarische Aufstellung des Auf-
haues der Nation. Das zweite Jahr, 1934. Hummelverlag Berlin.
— Seite 297 —
In besonders starkem MaBe aber kam die Einheit aller national-
sozialistischen Gliederungen zum Ausdruck, als auf Anregung des
Reichsleiters Pg. Alfred Rosenberg (dessen weltanschauliche und
schulungsmaBige Gesamtbeauftragung am 24. Januar wir bereits
im 2. Abschnitt behandelten) folgende gemeinsame Kundgebung
erfolgte:
,,Wir stimmen dem Ersuchen des Beauftragten des Fiihrers fur die
Uberwachung der gesamten geistigen und weltanschaulichen Er-
ziehung und Schulung der NSDAP, Pg. Alfred Rosenberg bei, zwei-
mal im Jahre Gemeinschaftsschulen aller Gliederungen der NSDAP
349
3528-PS
einzurichten, um durch diese gemeinsame Arbeit die weltanschau-
liche und staatspolitische Einheit der NSDAP und die Unerschiitter-
lichkeit des nationalsozialistischen Wollens zu dokumentieren.“
Berlin, im Juli 1934.
gez. R.Walther Darre, Reichsbauernfiihrer, Reichsminister.
gez. Konstantin Hierl, Reichsfiihrer des Arbeitsdienstes,
Staatssekretar.
gez. Heinrich Himmler, Reichsfiihrer der SS.
gez. Viktor Lutze, Stabschef der SA.
gez. Baldur von Schirach, Jugendfiihrer des Deutschen Reiches.
DOCUMENT 3529-PS
ESTABLISHMENT OF ADOLF HITLER SCHOOLS, 15 JANUARY 1937,
AS UNITS OF THE HITLER YOUTH. CURRICULUM DETERMINED
BY LEY, SCHIRACH AND ROSENBERG (EXHIBIT USA-365)
A u s : Dokumente der Deutschen Politik. Von der GroBmacht zur Weltmacht
1937. Herausgeber: Paul Meier-Benneckenstein, Bearbeiter: Dr. Hans Volz.
Band V, 2. Auflage, Verlag Junker und Dunnhaupt, Berlin 1939.
— Seite 389—392 —
69a. Verfiigung des Fiihrers und Reichskanzlers iiber die
Adolf-Hitler-Schulen vom 15. Januar 1937.
Nach Vortrag des Reichsorganisationsleiters der NSDAP. und
des Jugendfiihrers des Deutschen Reiches genehmige ich, daB die
neu zu errichtenden nationalsozialistischen Schulen, die gleichzeitig
als Vorschulen fur die nationalsozialistischen Ordensburgen gelten
sollen, meinen Namen tragen.
Berlin, den 15. Januar 1937. Adolf Hitler.
69b. Erklarung der Reichsleiter Dr. Ley und Schirach iiber
die Adolf-Hitler-Schulen vom 17. Januar 1937.2)
Der Fiihrer hat auf Grund eines von uns gemeinsam aus-
gearbeiteten Planes die obige Verfiigung iiber die Adolf-Hitler-
Schulen der NSDAP. erlassen. NSDAP. und Hitlerjugend haben
damit einen neuen gewaltigen Auftrag erhalten, der weit iiber diese
Zeit hinaus in die feme Zukunft reicht.
350
3529-PS
Nahere Einzelheiten iiber die „Adolf-Hitler-Schulen“ werden
heute noch nicht veroffentlicht. Wir teilen jedoch, um Unklarheiten
zu vermeiden, die nachfolgenden Grundsatze mit:
1. Die Adolf-Hitler-Schulen sind Einheiten der Hitler jugend und
werden von dieser verantwortlich gefuhrt. Lehrstoff, Lehrplan und
Lehrkorper werden von den unterzeichneten Reichsleitern reichs-
einheitlich bestimmt.
2. Die Adolf-Hitler-Schule umfaBt sechs Klassen. Die Aufnahme
erfolgt im allgemeinen mit dem vollendeten 12. Lebensjahr.
3. Aufnahme in die Adolf-Hitler-Schulen linden solche Jungen,
die sich im Deutschen Jungvolk hervorragend bewahrt haben und
von den zustandigen Hoheitstragern in Vorschlag gebracht werden.
4. Die Schulausbildung in den Adolf-Hitler-Schulen ist unent-
geltlich.
5. Die Schulaufsicht gehort zu den Hoheitsrechten des Gauleiters
der NSDAP. Er iibt sie entweder selbst aus oder iibergibt die Aus-
iibung dem Gauschulungsamt.
6. Nach erfolgter Reifepriifung steht dem Adolf-Hitler-Schiiler
jede Laufbahn der Partei und des Staates offen.
Der Reichsorganisationsleiter der NSDAP.: gez. Dr. Ley.
Der Jugendfiihrer des Deutschen Reiches: gez. Baldur von Schirach.
Miinchen, den 17. Januar 1937.
2)VB. vom 19. Januar 1937. — Diese Adolf-Hitler-Schulen bilden, wie
Reichsorganisationsleiter Dr. Ley am 23. November 1937 auf der
Ordensburg Sonthofen ausfiihrte, als erste Stufe des Ausleseprinzips
ein wichtiges Glied im Erziehungssystem des nationalsozialistischen
Fuhrernachwuchses (VB. vom 24. November 1937):
Der Lehrplan ist von Reichsleiter Rosenberg in Gemeinschaft mit
dem Reich»rganisationsleiter und dem Reichsjugendfiihrer festgelegt
worden. . . .
DOCUMENT 3530-PS
ROSENBERG’S POLITICAL INTERESTS AND POLITICAL CAREER
IN THE PARTY (EXHIBIT USA-593)
Aus: Das Deutsche Fiihrerlexikon 1934/1935. Berlin 1934
351
3530-PS
— Seite 394 —
Rosenberg, Alfred, Reichsleiter der NSDAP, Beauftragter des
Fuhrers zur Uberwachung der weltanschaulichen Erziehung der
NS-Bewegung, Berlin W 35, Margaretenst.r.17.
im November 1918 erster Vortrag fiber die Judenfrage; reist dann
nach Deutschland, um aufklarend fiber den Bolschewismus zu wirken;
1919 Zusammenarbeit mit Dietrich Eckart; Bekanntschaft mit Adolf
Hitler; ab 1921 Schriftleiter des „Volkischen Beobachters‘: bis heute;
Schriftleiter der NS-Monatshefte; 1930 Reichstagsabgeordneter und
Vertreter der AuBenpolitik der Bewegung; 1931 diplomatische Reisen
nach London; 1932/33 nach Rom und London; ab April 1933 Leiter
des AuBenpolitischen Amtes der NSDAP; dann zum Reichsleiter
ernannt; Januar 1934 fibertragt ihm der Ffihrer die Uberwachung
der weltanschaulichen Erziehung der NSDAP, der Deutschen Arbeits-
front und aller gleichgeschalteten Verbande; . . .
DOCUMENT 3531-PS
ROSENBERG’S MISSION AS COMMISSIONER FOR THE SPIRITUAL
AND IDEOLOGICAL EDUCATION OF THE NATIONAL-SOCIALIST
PARTY AND ITS ORGANIZATIONS (EXHIBIT USA-597)
Aus: Nationalsozialislisches Jahrlmch 1938. Herausgeber: Reichsleiter Philipp
Bouhler, 12. Jahrgang, Verlag Franz Eher Nachf., Munch en.
— Seite 180/131 —
Dienststelle des Beauftragten des Fuhrers fur die gesamte geistige
und weltanschauliche Erziehung und Schulung der NSDAP.
Reichsleiter Alfred Rosenberg
Das Aufgabengebiet des Beauftragten des Fuhrers fur die gesamte
geistige un*d weltanschauliche Schulung und Erziehung der
Bewegung, ihrer Organisationen einschlieBlich des Werkes1 „Kraft
durch Freude“ erstreckt sich auf die einheitliche Ausrichtung der
gesamten Schulungsarbeit der Partei und der angeschlossenen Ver-
bande. Die von Reichsleiter Rosenberg aufgebaute Dienststelle hat
die Aufgabe, das weltanschauliche Schulungsmaterial bereitzustellen,
die Lehrplanung durchzufuhren und fur die Heranbildung der fur
die Schulungs- und Erziehungsarbeit geeigneten Lehrkrafte Sorge
zu tragen.
352
DOCUMENT 3532-PS
OBSERVATIONS BY ROSENBERG IN AN INTRODUCTORY ARTICLE
TO THE “SCHULUNGSBRIEF” (TRAINING LETTER) OF 1934: OVER-
RIDING IMPORTANCE OF NATIONAL-SOCIALIST IDEOLOGY IN
EDUCATIONAL WORK (EXHIBIT USA-528)
A u 8 : Der Schulungsbrief. Herausgeber: Reichsleiter Dr. Robert Ley, Zentrales
Monatsorgan der NSDAP. und der DAF., 1. Jahrgang, 1934
— Seite 9 —
Alfred Rosenberg: Die neue Aufgabe
Die erste groBe Etappe des nationalsozialistischen Kampfes wurde
am 30. Januar 1933 abgeschlossen. Die ganze Wucht unseres bis-
herigen Ringens richtete sich in erster Linie gegen unsere inner-
politischen Gegner, gegen alles das, was mit Marxismus und
Demokratie zusammenhing, und so muBten alle Energien auf diese
wenigen Punkte konzentriert werden. Trotz allem waren wir uns
aber vom ersten Tage an bewuBt, daB diese groBen Frontalangriffe
gegen die alte Welt nicht nur auf politischem Boden gefiihrt
wurden, sondern einen weltanschaulichen Charakter trugen.
Wir hatten die feste Uberzeugung, die genannten Gegner seien nicht
nur mit Hilfe der Staatsmacht zu iiberwinden, sondern daB vor
alien Dingen eine innerliche Zertriimmerung aller Ideen und Ge-
danken der marxistisch-demokratischen Bewegung die Voraussetzung
fur einen dauernden Sieg des Nationalsozialismus bilden muBte.
Jeder These des Marxismus wurde deshalb eine Gegen these von uns
gegenubergestellt. Wenn im wesentlichsten Punkte der Marxismus
eine Internationale anrief und das Wesen der Rasse leugnete, so
wurde an diesem entscheidenden Punkte der Kampf aufgenom-
men, und aus dem einmal bekenntnism&Big gefaBten Kern ent-
wickelte sich immer klarer und folgerichtiger das, was wir heute
mit Stolz „nationalsozialistisdhe Weltanschauung44 nennen konnen.
DerDienstfiirdieseWeltanschauungstehtnun-
mehr im Brennpunkt unserer ganzen Erziehungs-
arbeit, und von demErgebnis dieses Wirkens wird
es abhangen, ob der Nationalsozialismus mit
unserem kampf erischen Geschlecht ins Grab
steigt oderob erwirklich.sowiewirglauben, den
Beginn eines neuen Zeitalters darstellt. Auf den
Schultern eines jeden Nationalsozialisten ruht deshalb eine unge-
heure Verantwortung. Gleichviel, auf welchen Platz ihn Be-
gabung und Verantwortung gestellt haben, gleich, wie hoch er auch
stehen oder wie bescheiden sein Wirken im groBen und ganzen
353
— 3532-PS —
se in mag: Jeder muB diese Verpflichtung als seine ureigenste
P f 1 i c h t anerkennen. Deshalb wird der Wert auch dieser
Schulungsbriefe danach zu bemessen sein, ob sie imstande
sein werden, fortlaufend und folgerichtig den Gedanken der national-
sozialistischen Bewegung zu entwickeln und ihn immer fester in
Herz und Hirn der Millionen einzusenken.
DOCUMENT 3533- PS
STATEMENT SIGNED BY WALTHER FUNK AND HIS COUNSEL,
21 DECEMBER 1945, LISTING POSITIONS AND ACTIVITIES OF FUNK
FROM 1931 TO 1945 (EXHIBIT USA-651)
EXPLANATORY NOTE:
All changes and additions in pencil. Funk’s signature in pencil. Dr. Sauter’s
in ink.
I hereby certify that I had the following positions and activities:
( a) Member of the Nazi Party — 1931-1945
(b) Personal economic adviser of Hitler — 19311) hat es nicht
gegebenl
( c) Chief of Division of the Central Nazi Party Directorate in
charge of private economy, Munich. 1932.2) (wenige Monate)
( d) Chairman of the Committee of the Nazi Party on Economic
Policy — December 1932 to January 1933.
( e) Deputy Chairman of the Reich Economic Council of the
NSDAP — 1931. Dann weiss ich nichts!
( f) National Socialist Deputy to the Reichstag — July 1932-February
1933.
( g) Press Chief of the Reichsregierung — 30 January 1933 to 1937.
(h) Under-Secretary of the Reich Ministry for Public Enlighten-
ment and Propaganda — 1 March 1933 to 1937.
( i) Vice-president of the Reich Chamber of Culture — 1933 to 1945.
( j) Member and vice-president3) of the Reich Senate for Culture
1933-1945.
( k) Vice-president of the Film Credit Bank — 1933.
( 1) Chairman of the Administrative Council of the Board concern-
ing Advertising by German Business — 1933-1937.
l) Item (b) stricken out
*) Item (c) stricken out
s) “and vice-president” stricken out
354
3333-PS
(m) Chairman of the Board of Directors of the Reich Broadcasting
Company — 1933-1937.
( n) Reich and Prussian Minister of Economics — 1938-1945.
( o) Member of the Prussian State Council — 1938-1945.
( p) Chief Plenipotentiary for Economics — appointed 1938.
Seit Dezember 1939 auf Reichswirtschaftsministerium und
Reichsbank beschrankt!
( q) President of German Reichsbank — 19 January 1939 to 1945.
( r) Chairman of the Board of Directors of the Deutsche Golddiskont-
bank— 1939-1945.
( s) Member of the Ministerial Council for the Defense of the
Reich— 1939-1945:
( t) Chairman of the Board of Directors of the Continental Oil
Company — 1941-1945.
( u) Member of the Central Planning Board— September 1943 to
1945.
Ich kann dieses Schriftstiick nur
mit den von mir vorgenommenen
Dr.Sauter Durchstreichungen und Abdnde -
R A. rungen unterzeichnen.
21. Dez .
WaltherFunk
DOCUMENT 3544-PS
INTERROGATION OF WALTHER FUNK, 22 OCTOBER 1945, BY
LIEUTENANT COLONEL MURRAY I. GURFEIN, IGD, OUSCC, RE-
GARDING ECONOMIC PREPARATIONS FOR WAR AGAINST POLAND
AND RUSSIA; USE OF FORCED LABOR IN GERMAN INDUSTRY;
EXCLUSION OF JEWS FROM BUSINESS AND INDUSTRY; SS
DEPOSITS OF GOLD IN THE REICHSBANK; PAYMENT OF REPA-
RATIONS BY CONQUERED COUNTRIES (EXHIBIT USA-660)
EXPLANATORY NOTE:
Carbon copy. All corrections in pencil, initial “MIG” in left margin.
Testimony of Walter Funk, taken at Nurnberg, Germany, 22 October
1945, 1430-1645, by Lt. Col. Murray Gurfein, IGD, OUSCC. Also
present: Capt. H. W. Frank, Interpreter and John Wm. Gunsser,
Court Reporter.
355
3544-PS
COL. GURFEIN TO THE WITNESS:
Q. Remember we talked .yesterday about the period just before
the outbreak of the war with Poland, that is, the several months
preceding?
A. Yes.
Q. And I called your attention to the fact that you had some
discussion with Goering in that period, do you remember?
A. Yes.
Q. Now, you said that you were going to think it over, and I
want to ask you this afternoon what you thought about that.
A. Yes. I remember two things which are very important. First,
that I wasn’t in Berlin at all during July. In July I was undergoing
treatment because of my diabetes in Kissingen. And as far as I
remember I came back from there at the beginning of August, so
that all these discussions could only have taken place as late as
August; Further, I remember the following: some time about the
middle of August I lunched with the Fuehrer, together with a lot
of other people. During the lunch, the tension with Poland was
discussed. After the lunch the Fuehrer told me that he had put
proposals to Poland regarding Danzig and the Corridor, and that
he was under the impression that the Poles would accept these
proposals. But that it was also possible that the Poles, under the
protection of the British guarantee, would become more hostile
towards us.
And during that discussion I briefly explained to the Fuehrer
that in the event of such a war it would be important that prices
and wages and finances were controlled in such a manner that the
banks of issue would exert their influence by means of war taxes;
and that it now became clear to me what the passage in this letter
refers to, namely, that I had already talked with the Fuehrer about
that matter. And that must have been before my birthday, that is
to say, the 15th or 16th of August, since he did not set forth con-
gratulations to my birthday in that letter. My birthday is on the
18th of August. Therefore I can imagine that I may have told the
Fuehrer — although
(FUNK)
— Page 2 —
I cannot remember exactly that I proposed to talk to Goering about
these matters, since he was responsible in that respect.
' Since furthermore Goering informed me or had me informed that
he. discussed these matters with the Fuehrer, probably via Neumann,
and that theFuehrer was in agreement with my plans.lt is probable,
356
3544-PS
therefore, that the Fuehrer has discussed, probably in the presence
of Neumann, these civil economic questions and particularly the
points referring to prices, wages, etc. And furthermore, Goering
would have reported to the Fuehrer on the subject and would have
had me informed probably through Neumann that I should occupy
myself with these questions. Any nomination for the plenipotentiary
of economy did not take place before the 28th of August, something
which I gathered from the indictment. Subsequently it is probable,
and I seem to remember that I have had conversations with Goering
on these subjects, and I remember one conversation during which
Neumann was also present. And on that occasion Goering gave me
the task to negotiate with my ministerial colleagues in accordance
with my own proposals.
Q. So that just to clarify it, when you saw Hitler, as you say,
in the middle of August, Hitler told you if he could not succeed by
negotiation with the Poles in effect that he would have to attack
them; is that correct?
A. I wouldn’t put it precisely like that, but in any case he must
have expected the possibility of a war.
Q. And that is what he told you in effect, that you were to take
part in the preparation of this war?
A. No, but that the proposals that I had mentioned to him
referring to prices, wages, etc., should be discussed between Goering
and myself.
Q. But when the Fuehrer told you that war was likely to come
you volunteered the suggestion that you ought to get up a plan
for the control of wages and prices; is that right?
A. That is correct, yes, and that is the explanation for the
wording of the letter referring to my proposals. That refers to the
conversation with the Fuehrer. That has now come back to me.
That was about the middle of August, which was the last time I
saw him before the actual outbreak of the war.
Q. So that you were a man who always felt that you could not
successfully prosecute a war without internal control of the economy
by way of price and wage regulation?
(FUNK)
— Page 3 —
A. Yes, certainly. If a war was to break out, price and wage
controls were necessary, and these things would have to be fixed
to prevent the Reichsbank from having to meet considerable
expenditure right away. These war measures had been prepared
by the Minister of Finance separately1) from me already. He was
l) “Bentley” changed to “separately”
357
3544-PS
proposing a simply colossal taxation for that event, which appeared
quite unnecessary to me, and I said if he introduced it evei'ybody
would go bankrupt.
Q. How long before that were these tax plans made before the
contingencies of war?
A. That was all around about the same time.
Q. And that was part of the program that you were coordinating
for Hitler?
A. Yes, that was part of it; that was included in the points.
And subsequently from that the Minister of Finance had made
similar preparation, which in my opinion went much too far.
Q. So that in effect you were urging upon the Fuehrer a total
preparation for war, and you were in effect preparing for the war
itself within your own sphere?
A. Well, I don’t know about total war; we are only concerned
here with the war against Poland.
Q. You don’t understand me. When I say total war I mean the
total regimentation of the economy for war.
A. Yes; and the fact that I was against such far-reaching measures
as proposed by the Minister of Finance can be explained from my
conviction that I did not think that there would be a world war,
but that I was thinking simply of a war against Poland, because
if one was of the opinion that a world war was about to break out
the preparation would have been quite different.
Q. Yes, but that means that you thought that you could have
a war against Poland without the other powers interfering; is that
right?
A. Yes, certainly. And that was my personal conviction and
everyone else’s, that England would not start a war for the sake
of Danzig.
Q. And also you did not consider it to be excluded that the
Poles would resist any diplomatic attempt to get Danzig, and that
it might be necessary to attack them?
(FUNK)
— Page 4 —
A. Yes, but the Fuehrer said during that lunch that he thought
that the Poles would accept those proposals regarding Danzig, which
in fact were eventually made to the Poles.
(FUNK)
— Page 5 —
Q. Yes, but he also said that in the event he could not succeed
diplomatically he would have to go into a war?
358
3544-PS
A. Well, he himself didn’t say that, but it was my own personal
opinion that in the event of failure of political efforts of war against
Poland being inevitable; he himself never said that.
Q. Why did you think that?
A. Because the situation in Poland deteriorated from day to
day, which was later on confirmed by people coming back from
Poland. I myself had relations there, and the conduct of the Poles
was unforgiveable.
Q. So that you felt you would have to, if they did not agree
peaceably, to force them by arms to get rid of this situation?
A. Yes, because the Poles carried things so far that we in Ger-
many no longer had any other possible way. And after all, Germany
at that time was already a very powerful country. You can’t take
just everything from the Poles.
Q. You mean you could not take insults from the Poles?
A. After all, Germany could only condone this sort of thing up
to a point: and there were incidents at the frontier when Germans
were massacred; they had their noses and ears cut off.
Q. You knew at that time that German propaganda said for a
long time that it had been going on all summer?
A. Yes, but it was later on confirmed by Germans, in fact, by
my own relatives who were living in Gonetz in Poland, just how
the Poles treated the Germans there and what dreadful things they
committed against them.
Q. So you agreed with Hitler that the only thing to do was to
liquidate the Polish problem, and if it could not be done by diplo-
macy it should be done by force of arms; is that right?
A. Yes, but I didn’t actually make the statement on the subject
because I didn’t have the authority to discuss that sort of thing with
the Fuehrer. But it was my own conviction that that was the action
which events would have to take.
Q. But the effect of the conversation that you yourself related
with the Fuehrer, as you say, in the middle of August 1939 was
to cause you immediately to tell the Fuehrer what economic prep-
arations should
(FUNK)
— Page 6 —
be made for war?
A. Yes, because that was my duty. If war was about to break
out then one had to make the necessary preparations.
Q. Yes, but you wouldn’t have been afraid to tell the Fuehrer
any such thing if the Fuehrer told you that he was going to get
359
3544 -PS
a peaceful settlement? How could you suddenly tell him you were
going to prepare for war?
A. No, because one also had to tell him that certain prepara-
tions had to be made in the event of a war.
Q. But you just told us you couldn’t speak about such matters
with the Fuehrer.
A. No, but one had to tell the Fuehrer that in the event of an
outbreak of war that these, that, and these measures had to be
taken for such an emergency.
Q. But that means you felt that you were the one that decided
that war was likely to come, and that Hitler gave you no such
intimation. How could that be?
A. Well, no, I personally, and everybody else I knew, was con-
vinced that the solution to the problem could be found in the
diplomatic field, but if this should fail it was our duty and my
personal duty to see to this, that should war break out that necessary
economic preparations were made.
Q. But it wasn’t for you to suggest to the Fuehrer, was it?
A. Well, no. If one discusses that sort of thing with the Fuehrer,
and he suggests that the diplomatic effort would succeed whilst
on the other hand the possibility of a conflagration cannot altogether
be excluded, then it was the duty of the Minister of Economy to
put before the Fuehrer such economic measures as I considered
necessary.
Q. Only because you thought that war was imminent?
A. Not because I thought so, but because I visualized that
possibility.
Q. And the possibility, as you said, was because the British
might intervene?
A. No; because the Poles, under protection of British guarantee,
refused to be reasonable and forced us into war.
(FUNK)
— Page 7 —
Q. Now, in connection with the events I asked you about in
1941, put your mind back on that for a moment, will you. Do
you remember you said that you knew about the likelihood of an
attack upon Russia in June or July of 1941?
A. Well, the fact that there was a threat of a war against Russia
was known to me in May and June 1941.
Q. I want to ask you whether you didn’t know it as early as
the 20th of April 1941, when there was a decree by the Fuehrer
appointing Rosenberg to take charge of eastern territory?
360
3544 -PS
A. Well, that I don’t know. I don’t know whether I have seen
that decree.
Q. Don’t you remember appointing Schlotterer2) to be your
secretary?
A. Yes, but I don’t remember whether that was on that date.
Q. Don’t you remember that it was several months before the
attack on Russia?
A. That I don’t know. I can’t remember exactly when I detached
Schlotterer2) for duty with Rosenberg, but it must have been after
the nomination of Rosenberg. It also tallies with the date of my
conversation with Hess towards the end of April. It was during
the last days of April in Munich. It was then that Hess asked me
whether I was aware of the fact that a war with Russia was
threatening.
Q. What did you say?
A. I said, yes, that sort of thing is being talked about, naturally.
And then Hess asked me, as I have told you before, how things
stood regarding the Russian deliveries, and whether the loss of
such deliveries would not be serious.
Q. I want to refresh your recollection. You make it very diffi-
cult sometimes. The Fuehrer issued an order on the 20th of April
1941 appointing Rosenberg as a deputy for a centralized treatment
of problems concerning the eastern territories?
A. I don’t know whether I saw that. Well, I don’t know. I can’t
say that. You would have to ascertain whether this decree was
passed on to the department. That wasn’t so easy in our case.
Q. Isn’t it a fact that this decree of the 20th of April 1941 by
the Fuehrer was a very secret decree which was shown only to
Goering,
(FUNK)
— Page 8 —
Funk and Keitel?
A. I don’t know that. If you say so it must be correct. But I
don’t remember it; I don’t know.
Q. Look, you keep saying that you knew nothing about high
policy and that you were only a small man in effect.
A. Yes, I was.
Q. Now here we have a decree which is the first step towards
the preparations of the war against Russia, and the only people
in the Reich who were permitted to see it were Hitler, Lammers,
that is the State Secretary, Keitel, Chief of the OKW, Goering, the
delegate for the Four Year Plan, and yourself.
2) “Schlauter” changed to “Schl otterer"
361
3544- PS
A. In that case it must have been that this decree was only
sent to the
(FUNK)
— Page 9 —
ministers who were members of the Defense Council of the Reich,
and I was one of them, and that is possible.
Q. But regardless of that, I want to ask you now whether you
don’t remember seeing the decree as early as two months before
the attack on Russia?
A. Well, yes, if it has been ascertained that it has been sent
to me I must have seen it, but I cannot now remember that. It is
possible, but I cannot deny it; it is so long ago.
Q. In any event, based on this decree or based on this conference
with Hess, and the other knowledge you had before that conversa-
tion, it is clear that in April 1941, you knew that a war with Russia
was in contemplation?
A. That a conflict with Russia was threatening.
Q. And you knew that you had to mobilize your resources for
an attack on Russia within a reasonable period of time?
A. Well, I didn’t have any mobilizing to do in that connection.
All I had to do was to place at Rosenberg’s disposal Schlotterer2)
and various other people when his ministry opened. I couldn’t
introduce any measures in economy in this particular case. All this
could concern was the strengthening of armament, which was not
under my jurisdiction; but it was Goering’s and the OKW’s concern.
Q. But it also had to do with the exploitation of the eastern
territory after it was occupied?
A. Yes, but that was a task for the Four Year Plan.
Q. In which you appointed Schlotterer2) to cooperate with
Rosenberg?
A. Yes. I delegated him to Rosenberg, and Rosenberg, as far
as these parts were concerned, were also subordinate to the Four
Year Plan; because the only department which could give orders
in that connection on economic subjects was the Four Year Plan.
Q. But Schlotterer2) was put in there to be an economic advisor
to the whole problem of the taking of properties out of the eastern
countries, was he not?
A. Yes, but only so far as the east. And as far as Rosenberg
was concerned, I tried to avoid that Rosenberg should open a new
organization, which is what he was proposing to do.
(FUNK)
2) “Schlauter” changed to “Schlofferer”
362
3544-PS
— Page 10 —
Q. Why were you against that?
A. Because this would have created another ministerial com-
petitor on economic questions. We had enough competitors. We
had the Four Year Plan, and this would have introduced
another one.
Q. So that you didn’t want to give up the jurisdiction over
economic matters in the eastern territories to Rosenberg; is that it?
A. Well, jurisdiction isn’t right. I wanted to avoid yet a new
organization, and the handling of the matter was Rosenberg’s
concern. Therefore I detached Schlotterer2) and various other people
to Rosenberg’s office, and they did of course retain their connec-
tions with my office.
Q. What kind of connections did they continue to have with
you?
A. They concerned mainly the collecting of consumer goods,
because the raw material questions and some such business was
handled by the Four Year Plan, in particular Pleiger. It was
together with Rosenberg that we created those firms in the east,
that is to say, we took firms in the Reich who had to carry out
business in the occupied eastern territories. They had to buy out
of their own funds. But nothing much materialized because the Army
had already collected a very considerable amount of things. And
as far as the important materials were concerned, such as coal, oil,
etc., that was already being handled by the Four Year Plan and
taken out. And the only subject on which I cooperated with Rosen-
berg, as far as the eastern territories were concerned, was that of
these firms. But matters of an important nature, such as the collec-
tion of factories, smelting works, electric works, etc., that was dealt
with outside the Ministry of Economics and I believe also outside
of Rosenberg’s organization.
Q. But there is evidence, Funk, that every firm that got anything
in the east had to go to you and Goering and get the agreement
of both of you before they could do anything.
A. No.
Q. Now, in connection with consumer goods that you controlled,
were coal mines included in that?
A. No. Raw materials from occupied territories came under the
Four Year Plan.
Q. I am not talking about the occupied territory; I am talking
about in general.
(FUNK)
2) “Schlauter” changed to “Schlotterer”
363
3544-PS
— Page 11 —
A. Oh, I see. In 1941, coal mines in Germany still came under
the Ministry of Economics.
Q. When did you lose jurisdiction over coal?
A. It was the middle of 1943.
Q. That was at the time when you became a member of the
Central Planning Board, was it not?
A. That was the compensation which I was given for taking
away from me the production questions.
Q. But up to the end of 1943, when you say you were in charge
of consumer industries, you were in charge of coal as well?
A. Yes, until 1943 the coal came under the Minister of Economics.
Q. So that requirements for coal miners, for example, were part
of your responsibility?
A. No, I had nothing to do with miners; that was the concern
of the Ministry of Work.
Q. Didn’t you have to ask for enough miners to keep up the
coal production.
A. Well, of course, if the mines were short of workers or had
difficulty with the miners they could come to the Minister of
Economy and tell him that they were in difficulty and the Minister
of Economy then consulted with the Four Year Plan which in turn
would settle the matter with the Minister of Labor.
Q. But you had the responsibility then to insure through the
Four Year Plan and Ministry of Labor a steady flow of laborers
to work the coal mines that were under your jurisdiction?
A. It wasn’t my responsibility, but I had to intervene when the
coal industry came to me and complained about the shortage of
workers. In that connection I would have to take action.
Q. And what kind of workers did you get for this? Were they
all German workers or foreign workers or were some prisoners
of war or what?
A. What sort of workers eventually arrived in the mines was
no concern of mine. That was decided by the Ministry of Labor
and later on by Sauckel, and later of Speer claimed additional
authority, but I was in no way connected.
Q. When did you first find out that foreign workers were being
brought to Germany to work in the coal mines?
(FUNK)
— Page 12 —
A. That is another very difficult question. I assume that when
workers became available in Russia some of them were transferred
to the German coal industry.
364
2544 -PS
Q. I want to ask you: when did you first find out that the
involuntary — that is, that foreign workers who came against their
will were first brought to Germany to work in the coal mines?
(FUNK)
— Page 13 —
A. I can't say that at all, because I have never concerned myself
with that question.
Q. When did you first find out that foreign workers were being
brought to Germany against their will in any industry?
A. I don’t know at all that foreign workers were brought to
Germany against their will. That wasn’t a task for the Minister of
Economy.
Q. I didn’t ask you whether it was a task for the Minister of
Economy; I asked you when you first knew about it. Do you want
the record to stand as it is, that you were probably the only man in
Germany that didn’t know that workers were brought to Germany
against their will?
A. That could have only been after Sauckel was nominated. It
was his task. Before that I never heard that workers in large
numbers were forcibly transferred to Germany.
Q. Were you ever present in any meeting where the task of
Sauckel was defined?
A. No, not which were concerned with the nomination of SauckeL
Q. I don’t mean the nomination of Sauckel; I mean the discus-
sions concerning Sauckel’s functions and what the general program
was going to be about labor.
A. I believe that the first time that I was present at such dis-
cussion was when Speer was already in office.
Q. What discussion are you referring to now?
A. Such as referred to the transfer of foreign workers on a large
scale to Germany by Sauckel.
Q. You mean against their will?
A. Well, that I don’t know. Sauckel never said during such con-
ferences that they were brought in against their will.
Q. But you knew? I just want to ask you. This is the first
question: we will come to something important later. Certainly you
knew that such a large number of people — millions — couldn’t be
brought to Germany voluntarily?
A. Certainly. Well, yes, but you are referring to the statement
by Sauckel that they were transferred against their will. That they
365
3M4-PS
did not come voluntarily was something, certainly, one would have
to assume.
(FUNK)
— Page 14 —
Q. When you were asking for labor on behalf of the coal industry
for the Four Year Plan from the Minister of Labor, you knew that
among those who would be recruited for those mines would be many
who were foreign workers brought involuntarily to Germany?
A. That’s right; yes. But there is something else I must say in
that connection, that is, that such questions on behalf of the coal
mines were made directly by Pleiger to Sauckel and had nothing to
do with the Minister of Economy.
Q. But you said a little while ago, did you not — I listened to you
very carefully, and it is perfectly clear what you said — that first you
had jurisdiction over the coal mines until late in 1943; second, that
the coal mine owners came to you for a labor supply which you in
turn would have to request from the Four Year Plan and the
Ministry of Labor; is that correct?
A. Yes, until Sauckel arrived and until Pleiger became the chief
of coal questions. After that it was done by Pleiger independently.
Q. Leave out the coal situation for the moment. You also
required workers for the consumer industries which were under
your jurisdiction; did you not?
A. The consumer goods industries were restricted more and more
every year. In fact, it had to concede workers to more important
industries. • '
Q. As a matter of fact, you were using German workers for
security reasons in war production industries and therefore required
a substitution of foreign workers in the consumer industries?
A. Yes; but certainly no foreign workers on a large scale were
used in the consumer goods industry at the beginning.
Q. But later? What happened later? Didn’t you finally use
foreign workers in the consumer industry?
A. Yes, but the consumer goods industry was deprived of every
worker they could spare. They were deprived of more workers than
any other industry. I fought continually against having to lose these
workers from the consumer goods industry.
Q. Wait a minute. When you went on to this Central Planning
Board in the Fall of 1943 did you receive copies of the minutes
after that?
(FUNK)
366
3544- PS
— Page 15 —
A. Yes.
Q. As a matter of fact, you were present at many of the
meetings, were you not?
A. I only joined the meetings of the Central Planning Board
when I required something for my own small sector, that is to say,
something to do with sport and consumer goods industries, for
example, iron, and I had to fight on each occasion to get just a few
thousand tons for my consumer goods industry.
Q. Yes, but during those meetings you attended you heard, did
you not, discussions concerning foreign labor?
A. Oh, yes, I did.
Q. And you knew from those meetings that the policy was to
bring in more and more foreign workers to the Reich against their
will?
A. Yes, certainly.
Q. And you never objected to that, I take it?
A. No. Why should I have objected? It was somebody else’s task
to bring those foreign workers in.
Q. Did you believe it was legal to take people against their will
from their homes and bring them into Germany?
A. Well, many things happen in wartime which aren’t strictly
legal. I have never racked my brains about that. But there is
another thing, and that is, that I tried my best to prevent the
importation of too many workers from France, for instance, because
we in the consumer goods section were interested to see that their
industry at home was kept going.
Q. Yes, but what about workers from the east, from the Ukraine,
for example; you were interested in getting them into Germany to
work, were you not?
A. I personally, no.
Q. But you were in agreement with the general policy?
A. Well, that foreign workers should be brought into Germany
from foreign countries, that I considered perfectly proper so that
war production could continue and increase. But I was never aware
that this was illegal.
Q. Do you remember that in France there were collected prop-
erties held by enemy property custodians?
(FUNK)
— Page 16 —
A. That a custodian for enemy property existed, that is some-
thing I know, but I never concerned myself with the questions
themselves.
367
3544- PS
Q. Do you remember that there was a decision made in 1943 to
utilize the funds in French banks by taking the deposits and putting
them into the Aero Bank?
A. Yes. Lange made a report on that to me. The vice-president
of the Reichsbank, Lange, made a long report to me in which he
explained to me that funds which were held under the jurisdiction
of the custodian for enemy property were to be transferred to the
Aero Bank so as to create liquid funds for war production.
(FUNK)
— Page 17 —
Q. That is to say, these deposits stood in French francs, and the
deposits were transferred to the Aero Bank, putting at the disposal
of the German armament people French francs; is that right?
A. No, that is not how I understood it to be. The way I under-
stood it was that these liquid funds which were under the super-
vision of the custodian for enemy property were to be loosened so
that they would be at the disposal of the entire French economic
system. In fact, Lange, who was working in France — I myself never
went to France, in fact, I have never been to any occupied territory
— reported to me that the French were extremely pleased with this
suggestion.
Q. Don’t you remember that the purpose was to obtain French
francs which would be used to finance the armament industry in
France?
A. That has never been reported to me in that way.
Q. Well, we have a letter from the military administration in
France protesting against this transaction; and the Ministry of
Economics that you were in favor of it.
A. Well, I didn’t write that letter. The way it was described to
me was that this concerned a transaction in the money market such
as did not exist in France, and that the French were extremely
pleased to see that such a transaction was being carried out, and
nobody mentioned the armament industry in that connection, and
a protest was not mentioned po me.
Q. You were buying a lot of goods in France at that time, were
you not?
A. We? Who?
Q. You.
A. As far as I was concerned I was only interested in consumer
goods.
Q. But you were also interested in money and exchange, because
you were the president of the Reichsbank?
368
3544- PS
A. But that was done on the spot, and in conjunction with the
Bank of France they had an official there whose name was Schaefer.
Q. But you also had something to do with the Reichsverechnungs-
kassen as well?
A. Yes, but I don’t know how they came into that transaction.
That I don’t know.
(FUNK)
— Page 18 —
Q. But the fact is that you were in general charge of the follow-
ing: the Reichsbank, the Reichskreditkassen, and the Reichsverech-
nungskassen?
A. Well, I wasn’t chief of the Reichskreditkassen, but it is part
of the money system.
Q. Well, the whole clearing arrangement, for example, was under
your general policy supervision; was it not?
A. Yes, but I have never concerned myself with these matters
in detail.
Q. But now, basically, you were in charge, were you not, of the
whole execution from a policy point of view of the clearing arrange-
ments?
A. Yes.
Q. And as such you had a general policy control over the Reichs-
verechnungskassen, which were the banks ior the clearing?
A. Together with the Minister of Finance.
Q. So that the question of how much should be exported and
how much should be imported was partly within your jurisdiction?
A. Yes, with reference to Verrechnungskassen. The jurisdiction
of money matters was with the Minister of Finance and not me.
Q. But with respect to the amounts of the clearings you had
something to do with that; did you not?
A. Yes, all this belongs into the problems of foreign trade, which
now is handled by me alone, but was centralized and part of the
Foreign Office. All departments which were interested in foreign
trade were represented in the HPA, which is the trade political
board. The chairmanship was held by the Foreign Office, and to this
department the Armament Minister and the Minister of Food
reported their claims; and the Minister of Finance was concerned
with the execution of the program while the Minister of Economy
and the Reichsbank were concerned with the technical execution of
those matters.
369
3544-PS
Q. So that the question of how much Germany was indebted or
should be indebted to these countries was a problem that came
within your jurisdiction?
A. Not only my responsibility, but all those people concerned,
including mine; but particularly the Minister of Finance.
Q. But in any event, during these years of the war the amount
of debts owed by Germany to these occupied and satellite countries
increased
(FUNK)
— Page 19 —
greatly; did it not?
A. Yes, but the responsible person for this debt of the Reich was
in the first place the Minister of Finance.
Q. Did you intend to pay back any of these credits after the war
if Germany won?
A. Yes, certainly. I have always emphasized that. I have always
stated that publicly.
Q. Don’t you remember a meeting in 1944 in which you stated
that it was unnecessary to consider that these debts would have to
be repaid in the event of a German victory?
A. I don’t know what that conference was, but it was my point
of view that these clearing debts were genuine debts, and that Ger-
many in the event of a victory would certainly be in a position to
repay these debts by supplying goods. But that whenever foreign
countries were concerned — and this is probably what you are
talking about now — the question of reparations should have to be
taken into consideration in this connection. But it was my idea that
this whole problem of clearing debts would have to be included in
the large reconstruction program in Europe.
Q. Didn’t you tell Hitler in 1944 that there was no intention to
pay back these debts in the event that Germany won the war?
A. No. How can Hettlage3) say things like that. Well, if for
instance, these countries were to make reparations they could have
been used to cancel these clearing debts.
Q. That means that you had a clear idea that if Germany won
the war you were going to impose reparations on the defeated
countries?
A. Yes; that they would have to pay some compensation.
Q. Do you remember how much you figured out these countries
should pay in the event of a German victory?
s) “Hettlager” changed to “Hettlage”
370
3544-PS
A. I have never imagined any figures; that is quite impossible.
Q. Well, don’t you remember, for example, that you put forward
that England should pay a billion in gold?
A. No, I don’t know about that.
Q. Well now, don’t you remember having a meeting on the 22nd
of July 1940 at which you presided, with most of the ministers
present, at which time you made that suggestion?
(FUNK)
— Page 20 —
A. Well, I may have said something like that jokingly, but no
reasonable person could imagine that I could have said a thing like
that as early as 1940 and be serious about it.
Q. As a matter of fact, you stated what you were going to do
with this billion in gold, did you not?
A. Well, I don’t know about that.
Q. Well, as a matter of fact you said that you would use it as a
manipulation fund for the first imports, and that you would be able
to discontinue rationing?
A. Whoever said that must have had a vivid imagination. I can’t
remember this. It is quite unthinkable that one would think
anything like that as early as 1940.
Q. Don’t forget that this was after the victory over France.
A. Yes, but this is certainly wrongly represented.
Q. Let me see. Weren’t you told by Goering on the 22nd of June
1940 that you should do research on the problem of including into
the greater German economy all annexed and occupied territory?
A. Yes, that is quite right.
Q. And immediately after that —
A. Yes, Goering gave me a task in that connection.
Q. Let me refresh your recollection further then. A month after
this commission you received from Goering, didn’t you call a
meeting of the ministers to discuss these questions?
A. Yes, that is possible. That I imagine.
Q. Do you remember Ley, Darre and Gross?
A. I don’t know about Ley.
Q. And Wagner, Popitz and Lammers?
A. Yes.
Q. You do remember the meeting, don’t you?
A. Yes.
i
371
3544-PS
Q. And in that meeting, I ask you, didn’t you make the statement
that you mentioned before, that in the event of a German victory, a
billion dollars in gold was to be paid to Germany by England?
(FUNK)
— Page 21 —
A. Well, now, I don’t recollect that at all. I can’t remember what
I said.
Q. Do you deny that you said it?
A. No, but I can’t confirm it either.
Q. But if the minutes show it you are ready to accept that
as true?
A. Yes, certainly, if the minutes say so.
Q. Let me ask you further. Didn’t you also say this, that the
solution of the foreign indebtedness question is necessary to regain
freedom of currency?
A. Yes, that is quite probable, and it would be right too.
Q. And didn’t you also say that upon termination of the war
there will not be any indebtedness to England, France, Holland or
Switzerland?
A. That I don’t know any more.
Q. Yes, but that is what I asked you before, Funk.
A. Well, that I do not know any longer. I do not remember these
details.
Q. These are not details. I asked you before whether in connec-
tion with the clearing of debts you had not made the suggestion that
it would be unnecessary to pay them in the event of a German
victory?
A. What I did say was that after a German victory, after the
war, Germany would produce so many goods that they could be
used to pay off these debts. After all, we couldn’t ask Switzerland
for reparations.
Q. That is exactly the point; you included Switzerland.
A. In that case this is being wrongly represented. That would
mean that I was crazy. That is quite out of the question, and in that
case I deny this because it is wrongly represented.
Q. Let me ask you something else: Do you remember the gold
that the SS was collecting from the concentration camps?
A. I have never concerned myself with that gold.
Q. Do you remember receiving gold into the Reichsbank from
the SS?
372
3544-PS
A. Vice-president Puhl once reported to me that an account for
the SS did exist in the Reichsbank, but I never assumed that the
Reichsbank could make us of this deposit since it was an account
established for the SS.
(FUNK)
— Page 22 —
Q. Well, you know, Funk, that as a matter of fact, the Reichs-
bank sold that gold and converted it into money for the SS?
A. I do not know that.
Q. You know that at the beginning of the whole transaction you
had a conversation with Himmler about it?
A. About these questions? No, I never discussed them with
Himmler.
Q. The testimony is clear that you came back and reported to
the Reichsbank directors of a conference that you had with Himmler
before the gold was received.
A. That is a point which I would certainly remember if I had
talked to Himmler about this sort of thing, and I have never talked
to him about it.
Q. As a matter of fact, you came to people in the Reichsbank,
Funk — see if you can remember this now — you came to people in
the Reichsbank and you told them that you had a conversation with
Himmler in which he told you that there was certain gold of the SS
that they wanted to put into the Reichsbank, and you instructed
that that SS gold be received?
A. No, that is not right. That is a wrong statement. I must deny
that. I have no recollection of ever having discussed this matter
with Himmler.
Q. With whom in the SS did you discuss it?
A. I have not discussed any such matter with anybody in the SS.
Puhl merely made a report to me that such an account for the SS
existed.
Q. What was the reason for such a report? What was strange
about this account?
A. Puhl made that report to me together with other current
reports, and I now remember exactly what he said. He said, we have
also got a deposit, from the SS, but I don’t know what is in it.
It never occurred to me, however, that any such deposit could
possibly be used by the Reichsbank.
Q. But how many deposits do you have in the Reichsbank? You
must have had thousands.
(FUNK)
373
3E44-PS
— Page 23 —
A. Yes, certainly, but such deposits as this there was only one
like that.
Q. Like what?
A. Well, a deposit which contained gold and foreign currency,
although I don’t know what was in them, really. The same question
arose, for instance, when the problem arose where we were to take
in gold from Holland. Once more my attitude was that this would
have to be made a deposit which was not to get mixed up with the
current accounts of the Reichsbank. And Puhl
(FUNK)
— Page 24 —
and Wilhelm will be able to confirm that.
Q. Yes, but the fact is this, that you knew there was gold in
those accounts, didn’t you — the SS accounts?
A. Yes, that was reported to me by Puhl.
Q. Puhl also told you, didn’t he, that that gold consisted of gold
teeth and other kinds of gold articles, — gold watches and all the
gold that was taken from the people in concentration camps?
A. I don’t recollect that Puhl told me anything like that. Puhl
even told me, if I remember rightly, I don’t want to know what is
in that deposit.
Q. And were you in agreement that you didn’t want to know
what was in that?
A. We didn’t generally look into the deposits, and that was a
deposit of the SS. And that these things came from concentration
camps Puhl certainly did not tell me.
Q. Why didn’t you want to look into it?
A. Me?
Q. Yes.
A. I have never concerned myself with these matters in detail.
Q. What did you understand from Puhl when he said he didn’t
want to know what was in there?
A. Well, probably that he was of the opinion that as this came
from the SS this was a matter we had better not concern ourselves
with, and it remained in the possession of the SS and was not trans-
ferred to the Reichsbank; it was a deposit; it did not become the
property of the Reichsbank.
Q. But Puhl came to you and asked your permission to retain
this deposit; is that right?
374
3544-PS
A. No. He only told me that the SS was opening such a deposit
in the Reichsbank. The question of retaining it or not retaining it
never cropped up; he simply reported to me together with other
current affairs that a deposit was being opened by the SS.
Q. But you knew that the account did not stand in the name of
the SS, didn’t you?
A. No; to the contrary, I understood that was in the name of
the SS.
(FUNK)
— Page 25 —
Q. You knew it was in the name of a person and not in the name
of the SS?
A. No, I did not know that.
Q. That is what he was telling you, Puhl, didn’t he?
A. No, he did not mention the name to me; all he told me was,
this is a deposit from the SS.
Q. Why wouldn’t it interest you?
A. Well, because it is not a common occurrence that a political
organization opened a deposit in the Reichsbank, and Puhl must
have considered that this was something he ought to inform me
about.
Q. Returning for a moment to this question of the fine against
the Jews that we discussed in 1938, Funk, you were a party to all
the laws that were put into effect in November 1938 after the Cristar
Week?
A. I was only participating so far as the legal rulings of the
Jewish property was concerned. So far as the fine was concerned
I had not participated in that. This was a matter for the minister
of finance.
Q. All the decrees excluding the Jews from industry were yours,
were they not?
A. Yes. We had to do this because otherwise Jewish property
would have been free for everybody to loot, and we had to do
something to protect it. And it was my proposal that the Jews should
be allowed to retain any shareholdings, and that any property which
they had to give over to other people they would receive an interest
from the recipient. And their retaining their shareholdings, their
retention of their shareholdings, was refused by Goering during a
meeting, and so far as the interests on their property was concerned
that was later on refused by the minister of finance. I must explain
something to you in this connection. So far as my participation in
375
3544-PS
this Jewish affair is concerned, that was my responsibility and 1
have regretted it later on that I ever did participate. The Party had
always brought pressure to bear on me previously to make me agree
to the confiscation of Jewish property, and I had refused repeatedly,
But later on, when the anti- Jewish measures and the force used
against the Jews came into force, something legal had to be done
to prevent the looting and confiscation of all Jewish property.
(FUNK)
— Page 26 —
Q. You know that the looting and all that was done at the
instigation of the Party, don’t you?
(Here witness weeps)
A. Yes, most certainly. That is when I should have left in 1938 .
Of that I am guilty. I am guilty. I admit that I am a guilty party
here.
Q. Well, now, just to make the record clear, this law which
prohibited Jews from operating retail stores and wholesale establish-
ments and other things was a law that you drafted yourself, was
it not?
A. Yes, because we had to make such legislation simply because
if we hadn’t done it the Jews would have been subjected to uncon-
trolled looting as had already been done. All that was a point as
the result of which I should have resigned.
Q. As a matter of fact, you predicted as the result of these
decrees and other things that the Reich would become the possessor
of a half billion shares of capital stock?
A. Yes, that was my estimation of the Jewish property. But to
start with — and this must be in the document — I demanded at the
beginning of this affair that the shares should not be taken away
from them.
Q. Tell me, Funk, these measures against the Jews, weren’t they
taken at that time in 1938 partly as a preparation for the war,
because you didn’t want any important parts of the German industry
to be under the control of Jews when the war came?
A. I had never thought at that time that a war could happen.
After all, that was in 1938.
Q. In any event, with respect to the fine of a billion marks, you
were present at the meeting where that was discussed, weren’t you?
A. Yes. It came from Goering or the minister of finance, and
the minister of finance carried it out.
(FUNK)
376
3544-PS
— Page 27 —
Q. Well, now, just to come back to something that I was asking
you about before, when you put Schloiterer2) into Rosenberg’s
ministry, how often did you see him after that?
A. Very rarely.
Q. But he was to report to you generally as your deputy,
wasn’t he?
A. But that was generally done by my state secretary, Land-
friede. I personally received Schlotterer2) very rarely to make
reports.
Q. In connection with the fixing of the occupation costs, you
were concerned, were you not, as the president of the Reichsbank?
A. Yes. They were fixed by the minister of finance and the OKW.
And this is another point: I have always advocated a reasonable
figure for these occupation costs so as to prevent the overdrawing
of the French,
(FUNK)
— Page 28 —
overburdening of the French currency. And those moneys were
used to buy in France.
Q. What do you mean by that, Funk, that the occupation moneys
were used? Levies were used to purchase goods in France; is that
what you mean?
A. Yes, certainly. The army must have used it for that purpose.
Where would they have gotten the money otherwise? How was it
possible otherwise that the army formations and Luftwaffe could
make these purchases whilst I was fighting a continuous fight
against the arrangements?
Q. As a matter of fact, the plan was to buy goods on the black
market in France, wasn’t it?
A. Yes, and where would they have had the money from other-
wise? It must have come from the occupation costs in France.
Q. That means then, that if they had no other money available,
when they needed goods to bring into Germany they would have to
use occupation money for the purchases?
A. Well, it wasn’t as clear as that, but the separate army forma-
tions must have been in the position of financial means not con-
trolled by us which they must have used for these purposes. My
state secretary, Hiller, Puhl, and Landfriede, if you interrogate them,
will back me up and confirm that I have always fought against
2) “Schlauter” changed to “Schlofferer”
377
3544-PS
exploitation and against the fact that these means would be used to
buy out these foreign countries.
Q. Do you consider these men to be truthful men, Hiller, Puhl,
and Landfriede?
A. Yes, I would. They will confirm that, and I sent dozens of
letters on that subject to Goering, the minister of finance, Lammers,
Bormann, and all these people asking them not to break the
financial system in these countries.
Q. Yes, but you know that purchases were being made through
these various corporations, including the Rogus Corporation, with
moneys obtained from occupation levies?
A. Yes, but Rogus was a controlled affair. That I believe was
controlled, and these were regular business matters.
(FUNK)
— Page 29 —
Q. But where did Rogus get the money to make his purchases?
A. They must have received these moneys from the ministry of
economy. That was a matter which was controlled. These moneys
must have been allotted to them for the purpose of making regular
purchases.
Q. But I want to ask you, wasn’t part of the money that they
used moneys which were obtained from occupation levies against
the French?
A. So far as these normal purchases were concerned, certainly
not; they were done via clearing. These were controlled purchases
controlled by the Ministry of Economy.
Q. Well, the amount of the clearing purchases though was
dicated by the Reich, were they not?
A. You can’t say dictated; you can say granted.
Q. But the point is that the German Reich owed three accounts
already, and weren’t you in effect making these people give further
credit to Germany?
A. Yes, but these purchases were part of normal business and
something was supplied in exchange.
Q. But that is silly, because the net balance was always in favor
of Germany?
A. Yes, always passive. But what I want to say is that any part
of the occupation costs which were expended were used for the
army formations and used by the buyers and crooks etc. We were
always wondering where the financial means for these giant
purchases were coming from.
Q. Well, did you ask anybody about them?
378
3544-PS
A. We always tried to find out where they came from, but in
vain. We didn’t know who was using them. It must have been the
minister of finance.
Q. We will come back to thise some other time, Funk. I want to
ask you one thing. Do you remember that in your discussion in the
spring of 1941 with respect to the war against Russia that there was
a date fixed of the 15th of May as the date on which all preparations
had been finished — as early as the time you were discussing it in
April?
A. Nobody knew about a date.
(FUNK)
— Page 30 —
Q. Well, didn’t you ever see an order from Hitler as far back as
December 1940, December 18, 1940, saying that all long-term prep-
arations would have to be finished for the Russian war by the 15th
of May 1941?
A. No, I have never seen such an order from Hitler.
Q. You still say that the first time you heard about the proposed
war with the Russians was in April 1941?
A. Yes, approximately April 1941.
APPROVED:
(Interrogator)
W. Frank
(Interpreter)
John Wm. Gunsser
(Reporter)
(FUNK)
DOCUMENT 3545-PS
STATEMENTS BY FUNK IN A SPEECH, 15 NOVEMBER 1938: ELIMINA-
TION OF JEWS FROM GERMANY’S ECONOMIC LIFE; CONFISCATION
OF PROPERTY BELONGING TO JEWS (EXHIBIT USA-659)
BESCHREIBUNG:
zweiteilig
Erstes S : begl. Phot I teilw W
379
3545-PS
A u s : Frankfurter Zeitung, Morgenblatt, Donnerstag, 17. November 1938,
Nummer 587, Seite 3, Spalte 2.
Staat und Wirtschaft sind eine E i n h e i t. Sie mfissen nach den
gleichen Grundsatzen geleitet werden. Den besten Beleg hierfiir gibt
die jiingste Entwicklung des Judenproblems in Deutschland. Man
kann nicht die Juden aus dem Staatsleben ausschalten, sie aber in
der Wirtschaft leben und arbeiten lassen. DaB die letzte gewaltsame
Entladung der Emporung des Volkes auf Grund eines ver-
brecherischen jfidischen Anschlags gegen das deutsche Volk sich in
einem Zeitpunkt ereignete, wo wir kurz vor dem AbschluB der wirt-
schaftlichen MaBnahmen zur Ausschaltung der Juden aus dem
deutschen Wirtschaftsleben standen, ist eine Folge davon, daB wir
in den vergangenen Jahren dieses Problem nicht rechtzeitig und
konsequent angefaBt hatten. Jedenfalls hatten die Verordnungen des
Beauftragten fur den Vierjahresplan, Generalfeldmarschall Go-
ring, der als erster die Bereinigung dieses Problems in Angriff
genommen hat, bereits die Voraussetzungen fur eine vollkommene
Ausschaltung der Juden auch aus der Wirtschaft geschaffen. Inzwi-
schen waren die Juden durch die unter behordlicher Aufsicht vor-
gendmmenen Arisierungen bereits aus den Borsen und Banken ganz
und aus den groBen Geschaftshausern und alien wichtigen Industrie-
unternehmungen nahezu vollig ausgeschieden. Von dem auf Grund
der Verordnung fiber die Anmeldung des Vermogens von Juden
festgestellten Nettovermogen von rund 7 Milliarden Reichsmark
sind inzwischen schatzungsweise bereits 2 Milliarden
Reichsmark in deutschen Besitz iibergefiihrt
worden. Die bisher getroffenen Vorbereitungen ermoglichen es nun-
mehr, in einiger Zeit die Juden aus dem deutschen Geschaftsleben
restlos auszuschalten und den noch vorhandenen jfidischen
Besitz gegen eine Abfindung in Rentenwerten in
deutsche Hande zu uberfiihren. Hierbei wird besonders darauf
geachtet werden, daB die flir uns im Zeichen des Vierjahresplanes so
uberaus wichtigen und wertvollen Warenvorrate ohne Wert- und
Substanzverminderung dem Verbrauch des deutschen Volkes sach-
und zweckmaBig zugeflihrt werden, und es muB weiterhin verhin-
dert werden, daB durch die Bewegung und Festlegung groBer
Kapitalien flir die Arisierung der Kapitalmarkt flir die notwendigen
Investitionen und die Reichsanleihezeichnungen unertraglich ein-
geengt wird.
380
Zweites S: U Ti
3545-PS
Numberg.
3rd January 1946'
CERTIFICATE
I, LEO LOEB, U. S. Civilian of the Office of U. S. Chief of
Counsel, hereby certify that the attached document, # 3545-PS,
consisting of 1 photostated page
of the “Frankfurter Zeitung” Morgenblatt
dated 17 November 1938 is a true copy of a document which the
Wiener Library, 19 Manchester Square, London, delivered to me in
the usual course of official business, as the original of a German
publication.
Leo Loeb
LEO LOEB
DOCUMENT 3546-PS
EXTRACTS FROM THE DIARY OF THE DIRECTOR OF THE SO-
CALLED ASSOCIATION FOR RESEARCH AND STUDY (FOR-
SCHUNGS- UND LEHRGEMEINSCHAFT, “DAS AHNENERBE”), 1944.
NOTES ON COLLABORATION WITH DR. RASCHER AND OTHERS
IN MEDICAL EXPERIMENTS ON CONCENTRATION CAMP IN-
MATES SELECTED FOR THIS PURPOSE (EXHIBIT GB-551)
BESCHREIBUNG:
Dokument in rosa Papp-Schnellhefter mit Aufschrift: Germanische Leitstelle
(Ti) I dariiber Stp rot: Geheime Reichssache I r n „Leitstelle“: P A 88 (Ti),
darunter: Krenhausen (Ti) I untere Mi: TB 44 (Blau) I teilw W
Dg I samtliche U’en Faksimile-Stp I Verbesserungen Ti
A u s : Forschungs- und Lehrgemeinschaft „Das Ahnenerbe“
Tagebuch 1944
gefiihrt vom Reichsgeschaftsfiihrer
SS - Standartenfiihrer Sievers
381
3546-PS
— Seite 7 —
6. J a n u a r :
1 8.30 :
2. SS-Hstuf. Dr. Rascher:
a) ...
b) . . . .
c) Schreiben Reichsfiihrer-SS an SS-Ogruf. Pohl wegen
Unterstiitzung wissenschaftlicher Forschungsarbeiten
d) Raumlichkeiten fiir Durchfiihrung der Erfrierungsunter-
suchungen
— Seite 24 —
2 3. Januar:
ll.30: Vortrag beim RF-SS zusammen mit SS-Ostubaf.Dr.Brandt:
1. Wir sollen Berichte von Prof. Schilling zugeleitet bekommen.
— Seite 30 —
2 8. Januar:
9.00 : RFR, SS-Brif. Prof. Dr. Schwab:
1. . ..
2. Zusammenarbeit mit Institut R , Dachau
— Seite 32 —
2 9. J a n u a r :
17.30 : Mit SS-Hstuf. Rascher und Dr. Pacholegg nach
Dahlem.
— Seite 37 —
2.Februar:
13. CA-Arbeit / Erstmalige Darstellung lebender Krebszellen
und ihre Bekampfung / Hirt gelang die Darstellung lebender
Krebszellen und dabei der Nachweis, dass Tripaflavin in Zell-
kern eindringt als krebszellenschadigender Farbstoff /
21. Fleckfieberschutzimpfung von Prof. Hagen / Die Fleckfieber-
schutzimpfung lauft in Natzweiler mit gutem Erfolg.
— Seite 53 —
2 2. Februar:
1 3.3 0 - 1 5.00 :
1
382
3546-PS
2. Besprechung mit Dr. habil. Ed. May:
a) ...
b) Zusammenarbeit mit Dr. Plotner und Prof. Schilling
c) ...
— Seite 58 —
2 5. Februar:
9.00 - 1 5. 20 :
3. Berichterstattung fur RFR.
.... Prof. B 1 om e (fmdl): Befehl RF-SS wegen seiner Ar-
beiten in Dachau und Zusammenarbeit mit Rascher bekannt-
gegeben.
— Seite 81 —
2 2. M a r z :
1 8.30 - 2 l.00 : SS-Hstuf. Dr. Rascher:
.... Vorbereitung der Kalteversuche fiir Winterhalbjahr 44/45
— Seite 103 —
1 4. A p r i 1 :
13.00-15.15: Station Rascher:
Stand der Arbeiten / Zukiinftige Arbeiten / Anweisungen fiir
die vorlaufige Fortfiihrung / SS-Hstuf. Dr. Plotner eingewiesen:
Dringendste Aufgabe: Polygalpriifung / Anweisung wegen Fort-
fuhrung der Arbeiten Punzengruber / P.Rottw.Neff berichtet,
daB Polygal-Fabrikation in Schlachters fur drei Monate ge-
sichert ist. / Feix berichtet iiber Fabrikationserfahrung und
legt erste Ergebnisse aus Schlachters vor. / In Schlachters soil
durch Gauwirtschaftsberater die Betriebsbuchhaltung angelegt
werden. / Maschineneinkaufe.
1 5.1 5 : Politische Abteilung wegen Flucht Pacholegg.
15.25: SS-Ostubaf. Weiter wegen Station Rascher und Weiter-
fuhrung der Arbeit.
— Seite 142 —
2 3. M a i :
1 2.00 - 1 3. 30 : Reichsarzt -SS:
Besprechung SS-Ogruf.Grawitz, SS-Staf.Poppendiek, SS-Hstuf.
Dr.Plotner.
Zusammenarbeit.
Abgrenzung gegeniiber Arbeitsbereich Schilling
333
3546-PS
1 3.3 0 - 1 5.3 0 : SS-Hstuf .Dr.Plotner.
Aufnahme personlicher Verbindung mit SS-Stubaf. Prof. I>r. Hirth
— Seite 150 —
3 l.Mai :
1 7.4 5 - 2 0.3 0 : SS-Hstuf .Dr. Plotner
1. Verfugung Reichsarzt-SS betr. Zusammenarbeit mit Prof.
Schilling
2. . . .
3. Haftlingseinsatz aufgrund Befehl RFSS vom 25.5.44
— Seite 179 —
2 7. J u n i :
1 5.00 - 1 9.00 : Besprechung mit SS-Staf. Dr. Brandt
SS-Hstuf. Berg:
24. Errichtung einer wissenschaftlichen Forschungsstatte in
einem KL:
Bericht liber Besprechung vom 15.6. 1944 mit SS-Ogruf. Pohl.
— Seite 205 —
2 5. Juli:
7.30 : Mit SS-Ostubaf. Klumm nach Oranienburg:
Besprechung bei SS-Staf. Maurer, Oranienburg uber Haftlings-
einsatz fur wissenschaftliche Aufgaben
— Seite 206 —
2 6. J u 1 i :
8.30 - 1 9.00 : RFR.
SS-H’Stuf. Dr. Fischer (frndl.):
Anweisung It. Riicksprache mit SS-Staf.Maurer vom 25.7.1944
schnellstens samtliche Lager zu bereisen zur endgiiltigen Fest-
stellung der Personen.
— Seite 279 —
2 1. Oktober:
1 5.00- 1 5.45:
2. Weiterfiihrung der Untersuchungen SS-Stubaf.Prof. Dr.Hirt,
384
3546-PS
Wiederfreigabe dazu von Stabsarzt Dr. Wimmer and Bereit-
stellung des Chemiker SS-Ostuf. Martinek laut Schreiben vom
6.10.1944
Seite 281 —
2 3. Oktober:
1 6.45 - 1 6.55 : SS-Staf. Dr. Poppendieck (fmdl.):
Ubernahme von biologischen Untersuchungen durch SS-H’StuL
Dr. Plotner in Dachau.
DOCUMENT 3552-PS
ROSENBERG’S LEADING ROLE IN THE EDUCATION OF FUTURE
LEADERS AT THE “ORDENSBURGEN” (HIGHER PARTY COLLEGES)
(EXHIBIT USA-577)
A us: Gerd Riihle: Das Dritte Reich. Dokumentarische Darstellung des Auf-
haues der Nation. Das vierte Jahr. 1936. Hummelverlag Berlin.
— Seite 21 —
Die Erziehung
in den Ordens-
burgen.
Die nach solchen Gesichtspunkten fur den Fuhrernachwuchs aus-
gesuchten Parteigenossen (die ihrer Arbeitsdienstpflicht und ihrer
Wehrpflicht genugt haben mussen) sollen in den Ordensburgen
durch die besten Lehrer in Geschichte und Rassenkunde, Philosophie
und Kultur, Wirtschafts- und Soziallehre usw. unterrichtet
werden. Den geistigen Inhalt dieser Schulung zu bestimmen, die
geeigneten Lehrer auszusuchen bzw. heranzubilden, ist Aufgabe
des Reichsleiters Pg. Alfred Rosenberg in seiner Eigenschaft als
Beauftragter des Fiihrers fur die Uberwachung der gesamten
geistigen und weltanschaulichen Schulung und Erziehung der
NSDAP.
385
DOCUMENT 3553-PS
ROSENBERG ON THE GREAT HISTORICAL (“WORLD-REVOLUTION-
ARY”) IMPORTANCE OF HIS BOOK, “MYTHUS DES 20. JAHR-
HUNDERTS”, IN AN INTRODUCTION TO THE 35TH— 36TH EDITION,
1934 (EXHIBIT USA-352A)
A u s : Alfred Rosenberg. Der Mythus des 20. Jahrhunderts. 35. — 36. Auflage,
Hoheneichen-Verlag, Miinchen, 1934.
— Seite 13 —
Zum 150. Tausend
Der „Mythus“ hat heute tiefe, nicht mehr auszutilgende Furchen
in das Gefiihlsleben des deutschen Volkes gezogen. Immer neue
Auflagen sind ein deutliches Zeichen dafiir, daB ein entschei-
d e n d e r geistig-seelischer Umbruch zu einem geschichtlichen Er-
eignis heranwachst. Vieles, was in meiner Schrift scheinbar
absonderliche Idee war, ist bereits staatspolitische Wirklichkeit
geworden. Vieles andere wird, so hoffe ich, noch als weiteres Er-
gebnis des neuen Lebensgeftihls seine Verkorperung finden.
Das Inquisitionskollegium der romischen Kirche hat den
„Mythus“ feierlich auf den Index gesetzt. Dieser ohnmachtige
Protest wird fur die weitere Verbreitung des Werkes das seinige
beitragen. Ich befinde mich auf dem Index in bester Gesellschaft.
Die staatspolitische Revolution ist beendet, die Umwandlung der
Geister aber hat erst begonnen. In ihrem Dienst steht nunmehr
der „Mythus des 20. Jahrhunderts" mit in erster Reihe.
Berlin, im Mai 1934.
A.R.
— Seite 479 —
Das Wesen der heutigen Weltrevolution liegt im Erwachen der
rassischen Typen. Nicht in Europa allein, sondern auf dem ganzen
Erdenrund. Dieses Erwachen ist die organische Gegenbewegung
gegen die letzten chaotischen Auslaufer des liberalwirtschaftlichen
Handlerimperialismus, dessen Ausbeutungsobjekte aus Verzweiflung
dem bolschewistischen Marxismus ins Garn gingen,
— Seite 480 —
um zu vollenden, was die Demokratie begonnen hatte: die Aus-
rottung des Rasse- und VolksbewuBtseins
386
DOCUMENT 3554-PS
REVIEW, NOVEMBER 1942, OF ROSENBERG’S “MYTHUS DES
20. JAHRHUNDERTS” : ITS FUNDAMENTAL IMPORTANCE FOR
THE NATIONAL SOCIALIST EDUCATION OF THE GERMAN
PEOPLE (EXHIBIT USA-601)
A u s : Biicherkunde. Monatshefte fur das deutsche Schrifttura. Herausgeber:
Hans Hagemeyer, Leiter des Hauptamtes Schrifttumspflege bei dem Beauftragten
des Fiihrers fiir die tlberwadiung der gesamten geistigon und weltanschaulichen
Schnlung und Erziehung der NSDAP., Ausgabe B, 9. Jahrgang, November 1942,
Heft 11.
Der Mythus des 20. Jahrhunderts
Inmitten des gewaltigsten Ringens des deutschen Volkes um seine
naturliche und kulturelle Existenz begehen wir das Jubilaum eines
Buches, das neben dem Buche des Fiihrers in einmaligem AusmaBe
teilhatte am Aufstieg und geistigseelischer Ausrichtung dieses
Volkes. Zwolf Jahre nach dem ersten Erscheinen des „Mythus“ von
Alfred Rosenberg sind eine Million Exemplare des Buches erschie-
nen und verbreitet worden. Wie diese hohe Zahl schon ein Beweis
fiir die auBergewohnlich groBe Wirkung dieses Buches ist, wird sie
es in vielfacher Steigerung, wenn wir berticksichtigen, wie viele
Leser durch diese eine Million Bucher erreicht worden sind. Wir
erinnern uns noch der Jahre nach 1930, in denen iiberall im Reiche
kleine Gemeinschaften zusammenkamen, um an Hand des „Mythus
des 20. Jahrhunderts« vorzustoBen in eine neue Weltschau. Gerade
an diesem Buche haben wir in der Kampfzeit das gemeinsame Lesen
und Besprechen des Erarbeiteten wieder gelernt. So gehen wir
nicht fehl in der Annahme, daB viele Millionen Deutscher den
„Mythus« nicht nur dem Namen nach kennen, sondern ihn selbst
gelesen haben.
Die Wirkung eines Buches wird gewiB nicht nur an der Auflage-
ziffer und Leserzahl nachzumessen sein. Dieses Buch aber muBte
seine revolutionare Aufgabe erfiillen, weil es sich an die Besten des
Volkes, an die Kampfer wandte. Sie vermittelten in ihrer Haltung
und mit eigenen Worten die grundlegenden Gedanken Alfred Rosen-
bergs den vielen deutschen Volksgenossen, die der Lektiire eines
derart »schweren« Buches zunachst femstanden und noch fern-
stehen. Und so ist es zu erklaren, daB die von Alfred Rosenberg
gepragten Satze aus seinem Werke in das BewuBtsein des gesamten
Volkes getragen wurden und sich gerade heute beweisen als Pfeiler
eines weltanschaulichen Gebaudes, um dessen Vollendung nicht zu-
letzt heute gekampft wird. Dr. Stg.
387
DOCUMENT 3557-PS
DESCRIPTION, 1939, OF THE BEGINNINGS OF THE NATIONAL
SOCIALIST MOVEMENT 1918 AND 1919; ROSENBERG’S CONTRI-
BUTION THERETO (EXHIBIT USA-592)
A u s : Dr. Hans Volz. Daten der Geschichte der NSDAP. 9. Auflage, Verlag
A. G. Ploetz, Berlin-Leipzig 1939.
— Seite 4 —
II. Die Vorgeschichte der NSDAP (1919).
1919. Die „Deutsche Arbeiterpartei“.
Im Sommer 1919 kommt der volkische, antisemitisch eingestellte
Dichter Dietrich Eckart (* 23.Marz 1868 in Neumarkt/Oberpfalz), der
ahnliche Ziele verfolgt, auf Grund eines Zeitungsartikels mit der
„Deutschen Arbeiterpartei“ in Verbindung, stellt sich ihr fur Vor-
trage (erstmalig am 15. August) und sonstige Mitarbeit zur Ver-
ftigung und gibt seinen Plan einer „Deutschen Burgervereinigung“
auf; starker EinfluB auf die geistige Gestaltung der Partei. Seit
dem 7. Dezember 1918 gibt Eckart die gegan die Novemberver-
brecher, das Judentum und die Zinsknechtschaft gerichtete Wochen-
schrift: „Auf gut deutsch“ heraus unter Mitarbeit (seit Februar 1919)
des Deutschbalten Alfred Rosenberg (* 12.Januar 1893 in Reval) und
Gottfried Feders. Am 12.September 1919 besucht Hitler im dienst-
lichen Auftrage eine Versammlung der damals noch vollig unbe-
kannten „Deutschen Arbeiterpartei“ (oben S.3). Kurz darauf
(16.September) wegen seiner Diskussionsrede (gegen den separa-
tistisch eingestellten Prof.Baumann) im Gasthaus „Altes Rosenbad“
in der Herrnstrasse als 7.Mitglied des ,jArbeiterzirkels“ und der
„Deutschen Arbeiterpartei“ aufgenommen. Damit beginnt erst die
Geschichte der nationalsozialistischen Bewegung.
DOCUMENT 3559-PS
PRAISE OF ROSENBERG, 1942: ON ACCOUNT OF HIS CONTRIBU-
TION TO THE DEVELOPMENT OF NATIONAL SOCIALIST IDE-
OLOGY HE BECAME THE FIRST WINNER OF THE GERMAN
NATIONAL PRIZE IN THE YEAR 1937 (EXHIBIT USA-600)
A us: Alfred Rosenberg. Der Mann und sein Werk. Ilerausgeber: F. Th. Hart,
S. Auflage, Verlag J. F. Lebmann, Miinchen/Berlin 1942.
388
3559-PS
Seitc 50 —
Rosenbergs hervorragendes Verdienst fur die geistige Durch -
setzung der Bewegung, von der wir die Gestaltung des deutschen
Schicksals in den kommenden Jahrhunderten erwarten diirfen, hat
der Fiihrer mit der hochsten Auszeichnung des Deutschen Reiches,
mit der Verleihung des Deutschen Nationalpreises gewiirdigt. Die
Stiftung des Deutschen Nationalpreises geht bekanntlich auf einen
ErlaB vom 30.Januar 1937 zuriick, mit dem der Fiihrer die unerhorte
Herausforderung des deutschen Volkes durch die Verleihung des
Friedens-Nobelpreises an den 1931 vom Deutschen Reichsgerichtshof
wegen Landesverrats zu Gefangnis verurteilten Literaten Karl von
Ossietzky beantwortete. Der StiftungserlaB, der die Verteilung des
Nationalpreises alljahrlich an drei verdiente Deutsche in der Hohe
von je 100 000 Reichsmark bestimmt, schlieBt gleichzeitig das Ver-
bot der kiinftigen Annahme des Nobelpreises durch Deutsche ein.
E r s t e r Nationalpreistrager wurde Alfred Rosenberg auf dem
Reichsparteitag 1937 mit der im Wortlaut folgenden Begriindung:
„Alfred Rosenberg hat in seinen Werken in hervorragendstem
MaBe die Weltanschauung des Nationalsozialismus wissenschaftlich
und intuitiv begriinden und festigen geholfen. In einem unermiid-
lichen Kampf um die Reinerhaltung der nationalsozialistischen
Weltanschauung hat er sich ganz besondere Verdienste erworben.
Erst eine spatere Zeit wird voll zu ermessen vermogen, wie tief der
EinfluB dieses Mannes auf die weltanschauliche Gestaltung des
nationalsozialistischen Reiches ist. Die nationalsozialistische Bewe-
gung und dariiber hinaus das ganze deutsche Volk wird es mit
tiefer Genugtuung
— Seite 51 —
begruBen, daB der Fiihrer in Alfred Rosenberg einen seiner altesten
und treuesten Mitkampfer durch Verleihung des deutschen National-
preises auszeichnete.“
Die Nachricht von der Auszeichnung Rosenbergs hat wahrhaft
Genugtuung im deutschen Volk ausgelost, bei den vielen, vielen
namenlosen Tausenden, die im Bekenntniseifer ihrer Herzen seinen
mannhaften, stolz und unbeugsam gefiihrten Kampf in schweren
Jahren mitgetragen haben. Und eine tiefe Freude wird es fur alle
diese auch sein zu wissen, daB der „Mythus des 20. Jahrhunderts“
zusammen mit Hitlers „Mein Kampf“ in den Grundstein der Kon-
greBhalle zu Niimberg eingemauert ist, in der in aller Zukunft von
Parteitag zu Parteitag die Marschlosung fur die Deutsche Nation
ausgegeben werden wird.
389
DOCUMENT 3562-iPS
SECRET MINISTERIAL CONFERENCE, 30 MAY 1939. MINUTES,
ATTENDANCE LIST, REPORTS, APPENDICES, AND COVER NOTE
FROM THE PLENIPOTENTIARY FOR ECONOMY (EXHIBIT USA-662)
BESCHREIBUNG:
sechsteilig 1 Geheim-Stp rot
Erstes S: Ds I Bk dr auBer Aktenzeichen „GBW 8/2669/39 g.Rs.“ (ms) I
im Bk: „Antworten . . bis „... im Amt“ rot dr I im BeglVm: U Ti I
1 n BeglVm Rund-Stp, violett, Mi Hoheitszeichen, umlaufend: ,.Reichswirtschafts-
ministerium44 I Geheim-Stp schrag durchstrichen (Blei) I 1 davon Doppelkreuz
(Rot) I im Adr „b44) schrag unterstrichen (Rot) I linker Rand u in Hohe U:
Herrn Minister zur gef. Kenntnisnahme vorzulegen., P uni. 5/6. (Ti rot); quer
durchzeichnet mit „erl44 (Griin)
Der Generalbevollmachtigte
fur die Wirtschaft
GBW 8/2669/39 g. R s.
Antworten sind zu richten:
An den Fiihrungsstab GBW
z. Hd. von Herrn
Ministerialdirektor Sarnow
oder Vertreter im Amt
Berlin, W 8, den 1. Juni 1939.
BehrenstraBe 63
Fernsprecher:
Sammelnummer 11 69 51
Oeheime Reidissadie
An
a) Herrn Staatssekretar Reinhardt,
Reichsfinanzministerium,
b) Herrn Staatssekretar Dr. Landfried,
Reichswirtschaftsministerium
c) den Chef des Wehrwirtschaftsstabes
Herrn Generalmajor Thomas
d) Herrn Staatssekretar Dr. Neumann,
Preussisches Staatsministerium
e) Herrn Reichsbankdirektor P u h 1,
Reichsbankdirektorium
f) den Herrn Generalbevollmachtigten fur die Reichsverwal-
tung im Reichsministerium des Innern, z.Hd. von Herrn
Staatssekretar Dr. Stuckart, oder Vertreter im Amt
g) Herrn Ministerialdirigent Dr. Michel,
Reichswirtschaftsministerium
Berlin
390
3562-PS
h) Herrn Ministerialrat Sussdorf
i m H a u s e
In der Anlage libersende ich ergebenst eine Niederschrift
liber die Besprechung am 30. Mai 1939 liber Kriegsfinanzie-
rung. Sobald mir die neuen Vorschlage des Herrn Reichs-
finanzministers libermittelt worden sind, darf ich mir
vorbehalten, auf die Sache zurlickzukommen.
In Vertretung
gez. Dr. Posse.
Beglaubigt:
Unterschrift (uni)
Justizsekretar.
ZweitesSrDs I Geheim-Stp durchstrichen (Blei) I hs Kl’n bei bis *2.
*3 bis *4, *5 bis *6
Anlage zu GBW 8/2669/39 g. R s. Geheime Reichssache
8Ausf erti g u n g e n
2.Ausfertigung
Die Besprechung liber Fragen der Kriegsfinanzierung fand am
30. Mai 1939 vormittags 11 Uhr unter dem Vorsitz von Herrn Staats-
sekretar Dr. Landfried statt.
Anwesenheitsliste liegt bei.
Herr Staatssekretar Dr. Landfried eroffnete die Sitzung und gab
bekannt, dass Herr Staatssekretar Dr. Posse erkrankt sei. Er
beauftragte darauf Ministerialrat Dr. Holtz, die Stellungnahme
des GBW zu den Fragen der Kriegsfinanzierung vorzutragen. ** Es
gelangte darauf der Inhalt des ,,Vermerks zur Frage der inneren
Kriegsfinanzierung" vom 9. Mai d.J. (Anlage zu GBW 8/2179/39
g.Rs.) zum Vortrag, in dem auch die mir vom Reichsfinanzministei
genannten Zahlen erortert wurden. Es wurde darauf hingewiesen,
dass es dem GBW in erster Linie darauf ankame, den Gedanken
einer Finanzierung der Kriegsausgaben durch Vorgriffe auf klinf-
tige, nach dem Krieg zu erwartende Einnahmen des Reiches in die
Kriegsfinanzgesetzgebung einzufiihren,*2 dass aber die vorgetragenen
und in dem den beteiligten Herrn libersandten Vermerk naher dar-
gelegten Einzelheiten nur als Diskussionsgrundlage dienen sollten.
Bei der Anregung, ein besonderes Kreditpapier fiir Kriegsfinanzie-
rungszwecke herauszugeben, sei von dem Grundgedanken des Neuen
Finanzplans ausgegangen worden. Die Anregungen lehnten sich an
391
:i562-FS
die Steuergutscheine des Neuen Finanzplans an, fur die jedoch mit
Riicksicht auf die Kriegsbedfirfnisse eine langere Laufzeit und
andere Ausstattung vorgesehen werden miisse. Dieses Kreditpapier
sei vorlaufig als ,,Kriegsablosungsschuld“ bezeichnet worden.
Herr Staatssekretar Dr. Landfried wies vorab auf einen beson-
deren Punkt hin, der auf Seite 14 des Vermerks fiber Kriegsfinanzie-
rung behandelt worden ist. Er vertrat die Auffassung, dass von
Lohnherabsetzungen und Einkommenskiirzungen im Kriegsfall nicht
abgesehen werden diirfe. Es miisse von dem Grundsatz ausgegangen
werden, dass der Daheimbleibende in der Regel nicht mehr ver-
dienen solle als der Soldat im Felde. Eine entsprechende Regulierung
aller Einkommen und Herabsetzung aller Preise stehe nach seiner
Auffassung deshalb in erster Linie.
— Seite 2 —
Herr Staatssekretar Reinhardt fiihrte aus, dass er in den
letzten Tagen von dem iibersandten Vermerk Kenntnis genommen
und einen zunachst unverbindlichen Kriegsfinanzierungsplan aus-
gearbeitet habe. Dieser sei noch nicht endgiiltig. Er werde einen
genaueren Plan ausarbeiten lassen und voraussichtlich in etwa
10 Tag2n iibersenden. Die bisherigen Referentenentwiirfe des Reichs-
finanzministeriums fiber Kriegssteuem wiirden damit voraussicht-
lich iiberholt werden. Nach seinen vorlaufigen Schatzungen wfirden
sich die Reichseinnahmen im Kriege auf etwa 22 V2 Md. stellen. Sie
wfirden sich durch Verwaltungseinnahmen des Reiches und zu
erhebende Wehrbeitrage der Gemeinden (1,5 Md.), der Reichsanstalt
und der Rentenversicherungen, sowie durch 1,9 Md. Reichskredit-
kassenscheine und 0,8 Md. Rentenbankscheine auf rd. 31 Md. erhohen
lassen. Dariiber hinaus miissten die Kriegsausgaben in erster Linie
durch Steuern finanziert werden. Es wfirde ein Wehrbeitrag der
natfirlichen Personen in Hohe von 25 °/o des Einkommens, und zwar
neben samtlichen Friedenssteuern, zu erheben sein, ebenso ein
Wehrbeitrag von samtlichen Kapitalgesellschaften in Hohe von 25 %
der Gewinne. Bei den natfirlichen Personen ware dann mit einem
Aufkommen von etwa 15 Md., bei den Kapitalgesellschaften von
etwa 1,7 Md. zu rechnen. Wenn man von einer Reichsausgabe im
Kriege von 55 Md. ausginge, blieben nur noch etwa 9 Md. ungedeckt.
Diese sollten dann imWege von Steuergutscheinen finanziert werden.
Dazu miissten die Steuergutscheine anders ausgestattet werden wie
im „Neuen Finanzplan“; sie miissten insbesondere eine langere
Laufzeit haben und lombardfahig sein. Die Bezeichnung Steuergut-
schein sollte bestehen bleiben. Die Einzelheiten waren noch aus-
zuarbeiten. In dieser Berechnung seien noch Reserven zur Deckung
etwaiger Einnahmeausfalle enthalten; die Auflegung von Kriegs-
anleihen sei nicht vorgesehen.
392
3562-PS
*3 Herr Staatssekretar Neumann stellte zunachst zur Erorte-
rung, ob die Produktion den Anforderungen der Wehrmacht im
Kriegsfall in dem angenommenen Umfange werde folgen konnen,
insbesondere dann, wenn die Anforderungen der Wehrmacht sich,
wie vorgetragen worden sei, auf rd. 14 Md. fur die ersten drei
Kriegsmonate erhohten. Wenn man die Produktionsfahigkeit des
gegenwartigen Reichsgebietes zugrunde legte, so habe er Zweifel an
der Moglichkeit einer derartigen Produktionssteigerung.*4
— Seite 3 —
Allerdings ei auch er der Auffassung, dass die mogliche Produktion
fur den Kriegsbedarf der Wehrmacht auch werde finanziert werden
miissen. Was die Finanzierung angehe, so sei er der Auffassung,
dass im Falle eines kurzen Krieges eine bis aufs Ausserste
angespannte Besteuerung am Platze sei. Wenn man mit einer lan-
geren Kriegsdauer rechnen miisse, so sei allerdings zu erwagen, ob
dann das Schwergewicht der Finanzierung nicht starker auf die
Kreditseite gelegt werden miisse, selbstverstandlich ohne auf eine
zulassige scharfe Steueranspannung zu verzichten. Herr General-
major Thomas und Herr Ministerialdirektor T i s c h b e i n
fuhrten aus, dass die Frage der Bemessung des Kriegsbedarfes und
der Produktionsfahigkeit der Wirtschaft zur Zeit einer besonderen
Priifung unterlage. *5Die Anforderungen der Wehrmacht seien in
den ersten drei Kriegsmonaten voraussichtlich hoher als im weiteren
Verlauf des Krieges.*6 Was die erorterte Herabsetzung der Lohne
angehe, so sei die Auffassung, dass der Mann in der Heimat nicht
mehr verdienen solle als der im Felde, vom soldatischen Standpunkt
aus besonders zu begrussen. Nach den besonders in letzter Zeit
gemachten praktischen Erfahrungen aber sei es doch nicht unzweifel-
haft, ob man tatsachlich von dem Prinzip des Leistungslohnes werde
abgehen konnen. In der weiteren Erorterung fiihrte Herr Reichs-
bankdirektor K r e t zsch m a n n aus, dass vom Standpunkt der
Reichsbank aus das Schwergewicht der Kriegsfinanzierung auf
Herabsetzung von Einkommen und Preisen und Heraufsetzung von
Steuern gelegt werden miisse. Es wurde sodann noch die Frage
erortert, ob eine genauere Berechnung der Kriegsausgaben moglich
sein wurde, wenn man von bestimmten, angenommenen Kriegslagen
ausgehen konne.
Herr Staatssekretar Dr. Landfried schloss die Sitzung und
bemerkte, dass die weiteren Einzelheiten zweckmassig erst dann
erortert werden konnten, wenn der neue Entwurf eines Kriegs-
steuergesetzes vom Reichsfmanzministerium vorlage.
393
3562-PS
D r i t t e s S : Ds
Anlage zu GBW 8/2669/39 g.Rs.
Geheime Reidissadie
Anwesenheitsliste
bei der Sitzung vom 30. Mai 1939
iiber Kriegsfinanzierung.
*
Dr. Landfried
Staatssekretar
RWiMin.
Dr. Holtz
Ministerialrat
GBW
Reinhardt
Staatssekretar
RFiMin.
Dr. Neumann
Staatssekretar
Vierjahresplan
Dr. Kadgien
Regierungsrat
>>
Kretzschmann
Reichsbankdirektor
Reichsbank
Tischbein
Ministerialdirektor
OKW
Dr. Danckwerts
Ministerialdirigent
RMdl
Jacobi
Oberregierungsrat
RMdl
Sussdorf
Ministerialrat
GBW
Dr. Michel
Ministerialdirigent
RWiMin.
Thomas
Generalmajor
OKW
Viertes S: Verv I Seite 1: Geheim-Stp schrag durchstrichen (Blei) I Stp
1 daneben rot, hs Eintragungen Ti 1 hs Unterstreichungen Rot I „4.“ in
,,4. Ausfertigung44 Ti I Seite 2: bis ,,III.44 Unterstreichungen violett Rot I
K1 von bis *2 (Blei) I 1 n T der beiden letzten Z’en Randstrich, daneben
Vm: ,,manche Kreise doch!44 (alles hell Rot) I Seite 3: vor Randan^treichung
von *3 bis *4 am Rande 1 ein Fragezeichen (beides hell Rot), sonstige hs Unter-
streichungen violett Rot I Seite 4 bis 6; hs Unterstreichungen violett Rot I
Seite 7: 1 vor Randanstrcicbung *5 bis *6 ein Fragezeichen, beides und die Rand-
anstreichung *7 bis *8 hell Rot
Geheime Reichssache!
zu St. M. Dev. 5692139 g Rs. 8 Ausfertigungen.
...4.
Aufzeichnungen betr. Kriegsf inanzierung.
I. Die Aufgabe der Kriegsfinanzwirtschaft
besteht in erster Lime darin, die Produktion zwischen
dem zivilen und dem militarischen Sektor rich tig zu
394
3562-PS
verteilen. Alles, was die Wehrmacht braucht und was aus
der Wirtschaft herausgeholt werden kann, muB der Wehr-
macht zur Verfiigung gestellt werden. Die Zivilbevolke-
rung kann im Kriege aus der laufenden Erzeugung nur
das Existenzminimum erhalten, d.h. nur soviet, wie
zur Aufrechterhaltung der physischen Kraft und des Willens
zum Durchhalten unbedingt erforderlich ist.
Die Kriegsfinanzwirtschaft muB demgemaB vor
allem dafiir sorgen, daB der Staat iiber die Mittel zum
Ankauf der fiber das Existenzminimum der Zivilbevolke-
rung hinausgehenden Erzeugung zugunsten der Wehrmacht
und der iibrigen off mt lichen Bedarfstrager verfiigt.
Daneben muB sie der Zivilbevolkerung die Kaufkraft zur
Deckung ihres Mindestbedarfs belassen. Die letztere Auf-
gabe ist nicht minder wichtig als die erstgenannte, weil bei
ihrer Vernachlassigung in einem langer dauemden Kriege
schwere Storungen der Kriegsfiihrung unvermeidbar sind.
Die Hohe der Mittel, die die Kriegsfinanzwirtschaft bereit-
zustellen hat, wird durch den Umfang der volkswirtschaftlichen
Gesamtproduktion im Kriege bestimmt. Fur ihre Verteilung
ist einerseits der Bedarf des Staates und andererseits der
Mindestbedarf der vom Staat nicht versorgten Zivilbevolke-
rung zuziiglich etwaiger privater Neuinvestitionen maBgebend.
II. Der Umfang der Gesamterzeugung und der
Mindestbedarf der Zivilbevolkerung im Kriege hangen von
dem Gebiet und von der Volkszahi ab,
fiber die Deutschland dann verfiigt, also von heute noch nicht
sicher zu iibersehenden GroBen. Fur die Losung der Kriegs-
finanzierungsaufgabe ist ihre Kenntnis aber auch nicht not-
wendig, da deren Umfang und Jnhalt durch die groBdeutschen
Verhaltnisse entscheidend bestimmt wird.
Was
— Seite 2 —
**Was zunachst den Umfang der Gesamterzeugung an-
betrifft, so ist sicher, daB die Wirtschaftskraft des Pro-
tektorats und etwa noch weiter zu erwerbender Gebiete
selbstverstandlich fur die Zwecke der Kriegsfiihrung voll-
standig ausgeschopft werden muB. Es ist aber ebenso
klar, daB diese Gebiete fiir die Leistungen, die sie uns im
Kriege zur Verfiigung zu stellen haben, irgendeine Gegen-
leistung aus der groBdeutschen Volkswirtschaft nicht
erhalten konnen, weil deren Kraft fiir den Krieg und die Ver -
sorgung der heimischen Zivilbevolkerung voll eingespannt
395
35C2-PS
werden muB.*2 Es ist deshalb iiberfliissig, dem Soli der inner-
deutschen Kriegsfinanzierung noch einen Betrag fur solche
Gegsnleistungen hinzuzufiigen. Die Frage, welche Arbeits-
krafte, Rohstoffe und andere Giiter in dem Protektorat und
den noch zu erwerbenden Gebieten fur uns nutzbar gemacht
werden konnen und wie diese Giiter aufgebracht und gegebe-
nenfalls von uns zu bezahlen sein werden, kann daher aus
dieser Untersuchung ausscheiden. Soweit man den „besetzten“
Gebieten aus politischen Griinden Leistungen ohne Aussicht
auf Entgelt nicht sollte zumuten konnen, wird man mit Schuld-
verschreibungen des Reichs bezahlen konnen, fiber deren
Regelung nach KriegsschluB Rat geschaffen werden muB. Eine
Deckung fur diese Reichsschuld innerhalb des Steuer- und
Kreditvolumens der groBdeutschen Wirtschaft ist jedenfalls
wahrend der Kriegszeit nicht notwendig.
DaB die Deckung des Mindestbedarfs der Zivilbevolkerung
in den im Kriege zu unserem Herrschaftsgebiet hinzukom-
menden Landern eine interne Aufgabe dieser Gebiete bleibt,
ist selbstverstandlich. Fur die Kriegsfinanzierung kommt also
ebenfalls nur der Mindestbedarf der Zivilbevolkerung in GroB-
deutschland in Betracht.
III. Wo die unterste Grenze fur den Mindestbedarf der
Zivilbevolkerung im Kriege liegt, lassen gewisse
Erfahrungen vermuten. Selbst wenn man die Opferwilligkeit
des deutschen Volkes unter der straffen nationalsozialistischen
Fiihrung sehr hoch einschatzt, wird man ihm wahrend eines
langen Krieges kaum eine groBere Verbrauchseinschran-
kung zumuten konnen als die, die es sich wahrend
der
— Seite 3 —
** der Briining’schen Elendszeit im Jahre 1932 hat auf-
erlegen miissen. Die damaligen Zustande sind noch in aller
Erinnerung. Der Verbrauch, d.h. der Auf wand der
*A Bevolkerung fiir Ernahrung, Bekleidung, Wohnung und Dienst-
leistungen betrug bei 64,9 Mill. Menschen im Jahre
1932, ausgedriickt in Preisen des Jahres 1938, ca.
53 Mia RM. Bei gleicher Lebenshaltung miissen fiir die
79,8 Mill. Menschen GroBdeutschlands rd. 64,4 Mia als
Verbrauchsausgaben eingesetzt werden. Fiir eine kurze, kri-
tische Zeit kann man selbstverstandlich an dieser Zahl noch
Abstriche machen. Wenn man dagegen mit einem langeren
Kriege rechnet, wird man wesentliche Betrage kaum kiirzen
konnen.
396
3562- PS
IV. Bei Berechnung des Umfangs der Gesamt-
produktion GroBdeutschlands im Kriege ist —
wenn man von den schwierigen Rohstoff- und Kapazitatsfragen
zunachst einmal absieht — davon auszugehen, daB sich zwei
fur die Hohe der Produktion besonders wichtige Faktoren,
namlich die Zahl der Erwerbstatigen und „die
Leistungsergiebigkeit pro Kopf“, riicklaufig entwickeln
werden. Was zunachst die Zahl der Erwerbs-
tatigen anbetrifft, so werden im Altreich im Durch-
schnitt des Jahres 1939 ohne Kranke voraussichtlich 31,1 Mill.
Erwerbstatige arbeiten, in der Ostmark 2,7 Mill, und im
Sudetengebiet 1,1 Mill., in GroBdeutschland zusammen also
35,4 Mill.; diese Zahl gliedert sich in 22,6 Mill, erwerbstatige
Manner und 12,8 Mill, erwerbstatige Frauen. Die Volkszahlung
wird in einigen Monaten noch genauere Zahlen liefern. Jm
Kriegsfall wird die Wehrmacht rd. 7 Mill. Manner und
0,25 Mill. Frauen brauchsn. Es miissen also zu den rd. 2 Mill,
heute bereits bei den verschiedenen Formationen dienenden
Mannern aus der Zahl der 22,6 Mill, erwerbstatigen
Manner etwa 5 Mill, und von den 12,8 Mill, erwerbs-
tatigen Frauen 0,25 Mill, eingezogen werden. Zur teil-
weisen Deckung dieses Ausfalls sollen der Wirtschaft nach dem
Syrup’schen Plan etwa 3,5 Mill. Frauen, die heute noch nicht
im Erwerbsleben stehen, zusatzlich zur Verfiigung gestellt
werden. Schatzt man die Arbeitskraft der Frauen durchschnitt-
lich halb so hoch ein wie die der Manner, was in Anbetracht
der groBen Zahl der nach diesem Plan im Kriege einzu-
setzenden, vollig ungeubten, weiblichen Arbeitskrafte wahr-
scheinlich noch zu giinstig ist, so ergibt sich nach
Anlage
- Seite 4 —
Anlage 1 rechnungsmaBig eine EinbuBe von 11,4% an
Arbeitskraften.
Die Leistungsergiebigkeit je Kopf, die heute
rd. 30 % hoher ist als im Jahre 1932 und 15 % hoher als im
Jahre 1929, wird im Kriege durch Umstellungen in den
Betrieben, durch mangelnde Belieferung mit Hilfsmaterial,
durch steigenden Rohstoff mangel, Verkehrsschwierigkeiten,
Ruckgang der Emahrung Requisitionen, Feindeinwirkungen
usw. nachteilig beeinflusst werden. Rechnet man optimistisch
bei den im Kriege fur die Erzeugerwirtschaft noch verfiigbaren
Arbeitskraften nur mit einem Ruckgang der Leistungs-
ergiebigkeit auf den Stand des Jahres 1929, so wiirde das
397
3562-PS
Produktionsvolumen in GroBdeutschland von dem
fiir 1939 geschatzten Gesamt-betrage von 103 Mia RM
auf 77 Mia RM sinken. Da man davon ausgehen kann,
daB der deutsche Arbeiter im Kriege das AllerauBerste aus
sich herausholen wird und daB nach kurzer Zeit die Arbeits-
kraft einer groBeren Zahl Kriegsgefangenen eingesetzt werden
kann, soil im folgenden von einer Produktion von
8 0 M i a statt der — bei optimistisch Betrachtung —
errechneten 77 Mia ausgegangen, also nur mit einem durch-
schnittlichen Riickgang der Produktion von ca. 21 % im Kriege
gerechnet werden. Wie groBziigig diese Schatzung ist, ergibt
sich schon daraus, daB die S telle fiir Ernahrungssicherung
im Reichsnahrstand mit einem Riickgang der landwirt-
schaftlichen Produktion bis zu 30 °/o schon im ersten
Kriegswirtschaftsjahr rechnet, obgleich gerade zur
Aufrechterhaltung der landwirtschaftlichen Produktion die
auBersten Anstrengungen gemacht werden.
V. Vor Beantwortung der Frage, wie die verringerte Produk-
tion von 80 Mia RM im Kriege auf die offentliche Hand bezw.
auf den privaten Sektor aufgeteilt werden kann, ist zunachst
klar zu stellen, wie sich diederzeitigeProduktion
im Friedenauf den off entlichen und den pri-
vaten Sektor verteilt. Ein Vergleich zwischen der
Summe der Gesamtproduktion und den in den Etats des
Reichs- der Lander und Gemeinden ausgewiesenen Einnahmen
ist nicht moglich, denn die off entlichen Etats werden
durch zahlreiche Buchungsposten aufgeblaht, die finanztechnisch
auBerst wichtig,fiir die Verteilung der Produktion zwischen
dem zivilen und dem offentlichen Sektor aber ohne
Belang sind;
zu
— Seite 5 —
zu diesem Buchungsposten gehoren die von den Beamten aus
ihrem Gehalt gezahlten Steuern, die Schulden-
tilgungen, soweit ihnen neue Schuldaufnahmen gegeniiber-
stehen usw. Die Nettobelastung der Erzeugerwirtschaft durch
offentliche Abgaben und Zwangsbeitrage alter Art sowie durch
offentliche Anleihen kann nur geschatzt werden. Nach den
Schatzungen der unter Leitung von Dr. Griinig
stehenden Abteilung fiir zentrale Wirtschaftsbeobachtung bei
der Reichswirtschaftskammer, deren Berechnungen auch im
iibrigen im wesentlichen zu Grunde gelegt sind, hat
398
3562-PS
die Erzeugerwirtschaft des Altreichs im Jahre
1 9 3 8 von ihrer Gesamtproduktion im Werte
von etwa 90,5 Mia RM dem offantlichen Sektor rd.
35 Mia RM abgegeben, namlich rd. 15,5 Mia RM fur
den personlichen Bedarf der von der offantlichen Hand alimen-
tierten Personen, 7.5 Mia RM fur den laufanden Sachbedarf
einschliesslich der Ersatzanlagen des Staates und rd. 12 Mia
RM fur Neuinvestitionen des Staates einschliesslich der offant-
lichan Lagerbildung (vgl. Anlage 2). Die Belastung der
Erzeugerwirtschaft des Altreichs durch die offentliche Hand
betrug also im Jahre 1938 bei einer Gesamtproduktion von
90,5 Mia 38%, von denen etwa 4/s auf Steuer-
belastung und Vs auf Anleihen entf alien werden. Die Erzeuger-
wirtschaft der Ostmark und des Sudetenlandes wird im Jahre
1938 zu Gunsten der offantlichen Hand mit etwa 25 % be^astet
gawesen sein, einer Quote, die ungefahr den Altreichverhalt-
nissen des Jahres 1929 entspricht.
Jm Jahre 1 9 3 9 wird die Beanspru-
chung der Erzeugerwirtschaft fur den offantlichen
Bedarf voraussichtlich noch hoher sein. Nach
den Berechnungen des Reichswirtschaftsmlnisteriums wird
durch die heute schon zu iibersehende, zusatzliche Beanspru-
chung voraussichtlich nicht nur der Leistungszuwachs
der Wirtschaft des Altreichs gegenuber 1938 in Hohe von
etwa 3,5 Mia RM voll aufgezehrt werden, sondem es
werden dariiber hinaus Mehranforderungen in einer
GroBenordnung von 10 — 20 Mia RM gestellt, liber
deren volkswirtschaftliche Aufbringung noch keine voile
— Seite 6 —
Klarheit
Klarheit besteht.
VI. Geht man bei der VerteilungderProduktion im
Kriegsfall von der Annahme aus, dab im Kriege der
gesamte Produktionsriickgang von 23 Mia dem zivilen Sektor
durch Kiirzung seines Anteils an der Erzeugung zur Last ge-
legt werden wird, daB also die Erzeugerwirtschaft im Kriegs-
fall der offantlichen Hand insgesamt die gleichan Leistungen
zur Verfugung zu stellen hat, wie im Jahre 1938, vielleicht fiir
Ostmark und Sudetenland noch 0,5 Mia mehr, insgesamt also
rd. 37.5 Mia RM, so bleiben fiir die Bediirfnisse der nicht vom
Fiskus versorgten Personen im Kriegsfall nur 80 — 37,5 = 42,5
Mia RM iibrig, gegenuber 66 Mia RM bei der derzeitigen
399
3562-PS
Gesamtproduktion von 103 Mia RM. Die Verminderung
belauft sich also auf ca. 35% , die in Anlage 2 errechnete Ver-
brauchsverminderung auf 32 %. Wenn man den Verbrauch der
vom Fiskus alimentierten Personen zu Gunsten der Kriegsaus-
gaben ebenfalls um ca. 35 %, namlich von 15,5 Mia RM auf rd.
10 Mia RM kiirzt, so wiirden sich die gesamten Ausgaben
der Bevolkerung im Kriege auf 42,5 plus 10 = 52.5 Mia RM
gegeniiber 81,5 Mia im Frieden belaufen, also das
oben (III) errechnete Verbrauchsminimum der Briining-
schen Zeit von 64,4 Mia erheblich, namlich um 18,5 %,
unterschreiten. Um diesen Prozentsatz waren also die auf
den Kopf der Bevolkerung berechneten Verbrauchsquoten
geringer als die des Jahres 1932. Fur private Neuinvestitionen,
fur die 1938 ca. 3,8 Mia RM aufgewendet worden sind, bliebe
selbstverstandlich nichts tibrig, auch Aufwendungen fur die
Erhaltung des Produktionsapparates hatten keinen Raum mehr.
VII. Jm groBen gesehen, diirfte sich die Aufgabe der Finanz-
politik im Kriege hiernach darauf beschranken, zur Deckung
des laufenden Bedarfs des Fiskus diesem von der
vermindertenProduktion auBerstenfalls den gleichen Betrag zu
sichern, den er im Frieden von der wesentlich hoheren Produk-
tion erhalt. Hierbei mussen bereit9 die am Ende von VI.
genannten schwerwiegenden Folgen in Kauf genommen werden.
Zur Aufbringung der erforderlichen Betrage mussen die
Steuerriickgange, die wegen des mit der Produktion sinkenden
Volkseinkommens eintreten werden, so ausgeglichen werden,
daB die offentliche Hand den gleichen Nominalbetrag aus
Steuern und Anleihen bekommt wie im Frieden,
vielleicht
— Seite 7 —
vielleicht noch mit einem Zuschlag von 0,5 Mia fiir die Ostmark
und das Sudetenland. Jst die Auflegung von Anleihen wegen
mangelnder Kapitalbildung unmoglich, so muB der auf der
Wirtschaft lastende Steuerdruck im Mittel auf 46 % gegen-
iiber 30 % im Jahre 1938 erhoht werden.
AuBerdem muB aber einmalig bei Kriegsbeginn
ein Betrag fiir die Bezahlung der requirierten
G ii t e r bereitgestellt werden. Diese Summe wird durch Ab-
schopfung des letzten im Frieden gebildeten Kapitals mittels
Auflegung einer von den groBen Kapitalsammelbecken (Ver-
sicherungen, Sparkassen usw.) zu tibernehmenden Anleihe be-
*6 schafft werden konnen.
400
3562-PS
VIII. Bei der Wahl der Methode zur Auffiillung der
Steuereinkommen auf den Friedensstand muB
besonders darauf Bedacht genommen werden, daB ungunstige
Riickwirkungen auf den Produktionsumfang als solchen ver-
mieden werden. Das setzt vor allem voraus, daB das Gewinn-
streben als Anreiz zu wirtschaftlicher Hochstleistung nicht zu
weitgehend ausgeschaltet wird.
Technisch am einfachsten werden die Steuerausfalle durch
eine neue, kraftige Steuer vom Einkommen auszugleichen sein.
Da diese MaBnahme bei alien Zensiten zu einer sehr fiihlbaren
Einschrankung und wegen der ungleichmaBigen Produktions-
und Einkommensentwicklung im Kriege bei sehr vielen
Zensiten zu emster Notlage fiihren wird, ist zu iiberlegen, ob
die zusatzliche Einkommensteuer unter dem Titel einer bis zum
Kriegsende unverzinslichen und nicht riickzahlbaren Zwangs-
anleihe, „Volksopfer zur Reichsverteidigung“ eingezogen
werden kann, auf deren Ruckzahlung und# Verzinsung die Be-
volkerung bei giinstigem Kriegsausgang hoffen kann. Man
wird auf diese Weise den mit der rigorosen Steuererhohung
*8 verbundenen, psychologischen Druck vermindern und alien
Volksgenossen augenfallig klar machen, was der Kriegsaus-
gang fur sie auch finanziell bedeutet. Die Anleihe konnte frei
handelbar sein, damit Zensiten, die durch den Produktions-
riickgang besonders schwer betroffen werden, sich durch Ver-
kauf der Stiicke helfen konnen.
IX.
— Seite 8 —
IX. Es ist finanztechnisch sicher moglich, die der offentlichen
Hand im Kriege zur Verfugung stehende Geldsumme liber den
durch die laufenden Steuern und die Zwangsanleihe aufzu-
bringenden Betrag hinaus mittels Kreditoperationen
der verschiedensten Artzu vermehren. Alle solche
MaBnahmen miissen aber dazu fiihren, daB die offentliche
Hand mehr Kaufkraft erhalt als sie nach dem den Mindest-
bedarf der Bevolkerung beriicksichtigenden Plan bekommen
kann, und daB infolgedessen die Versorgung der Zivilbevolke-
rung durch steigende Preise Oder iibermaBige Verknappung
der wichtigsten Bedarfsgiiter unertraglich geschmalert wird.
Derartige MaBnahmen konnen deshalb wohl nur fiir eine
letzte, zeitlich eng begrenzte, ungeheure Anstrengung vor-
bereitet werden, bei der der Zivilbevdlkerung auch schwerste
Versorgungsstorungen zugemutet werden miissen.
401
3562 PS
Die Tatsache, daB im Jahre 1914 gewisse inflatorische MaB-
nahmen mit Erfolg angewandt worden sind, konnte ahnliche
Schritte im gegenwartigen Augenblick schwerlich recht-
fertigen. Denn die Verhaltnisse lagem im Jahre 1914 ganz
anders als heute. Jm Jahre 1914 zogen wir in den Krieg mit
einer Wirtschaft, die iiber reiche Kapazitats- Menschen- und
Rohstoffvorrate verfiigte, deren Einsatz fur den Krieg durch
MaBnahmen der Kreditausweitung begiinstigt wurde. Heute
ist unsere Wirtschaft bereits kriegsmaBig auf das auBerste an-
gespannt und verfiigt iiber nennenswerte Reserven nicht mehr.
Jede inflatorische MaBnahme kann demnach jetzt nur zu Ver-
schiebungen bei der Beteiligung der einzelnen Sektoren am
Produktionsergebnis, nicht aber zu einer Erweiterung der
Produktion selbst fiihren.
X. Ergebnis:
a) Fur den offentlichen Sektor ist aus der groBdeutsehen
Volks wirtschaft im Kriege auBerstenfalls die gleiche Leistung
wie im Frieden herauszuholen. Bereits die Aufrechterhaltung
des Friedensanteils der offentlichen Hand an der Erzeugung
macht eine Beschrankung des Verbrauchs um 18,5 % unter das
Existenzminimum (Briiningzeit) notwendig.
Finanztechnisch
— Seite 9 —
Finanztechnisch ist hierzu die Aufrechterhaltung des
Friedensnominaleinkommens der offentlichen Hand aus Steuem
und Anleihen im Kriege notig.
b) Jnnerhalb des offentlichen Sektors miissen die Anforde-
rungen der Zivilressorts einschliesslich der Anforderungen der
Lander und Gemeinden rucksichtslos gekiirzt werden, damit
der Mehrbedarf der Wehrmacht moglichst weitgehend befrie-
digt werden kann.
c) Die Wehrmacht kann aus der groBdeutsehen Volkswirtschaft
im Kriege nachhaltig nur mit Leistungen im Rahmen des im
Frieden auf den offentlichen Sektor entfallenden Produktions-
anteils — gekiirzt um den Minimalbedarf der Zivilressorts —
rechnen. Zur Deckung von Mehranforderungen der Wehrmacht
muB die Wirtschaftskraft des Protektorats und der im Laufe
des Feldzuges zu erwerbenden Gebiete herangezogen werden,
wie weit das moglich ist, wird eine besondere Untersuchung
ergeben. Die Aufgabe der Kriegsfinanzierung wird hierdurch
nicht beriihrt.
402
3562-PS
Flinftes S: Verv
A n 1 a g e 1
An Arbeitskraften fiir die Wirtschaft sind verfiigbar:
Frieden: Krieg:
Erwerbstatige Manner
22,6
17,6
Erwerbstatige Frauen
12,8 = Manner
6,4
16,3 =
Manner
8,1
29,0
25,7
Zusammen der Wert von
mannlichen Arbeitskraften.
Sechstes S: Verv
A n 1 a g e 2
n-
>r-
erun-
sn
m
GroBdeutsche Gesamtproduktion
im Jahre 1939 (ohne Protek-
torat) in Preisen von 1938
(Sachbedarf des Staates 19,5
(
( Personlicher Bedarf der von der
( offentlichen Hand versorgten
( Personen einschl. Sozialversicherten 15,5
( ..
( Offentlicher Bedarf Altreich
(
( Zuschlag fiir Ostmark und
( Sudetenland
(
( Offentlicher Gesamtbedarf
( GroBdeutschlands
Frieden: Krieg:
in Milliarden R JC
103
80
25
10
35
35
2,0
2,5
37,0
37,5
—
403
3562-PS
Frieden: Krieg:
in Milliarden R Jl
Fiir Erzeugerwirtschaft verfugbar
66,0
42,5
Dazu:
Personlicher Bedarf der von der
offentlichen Hand Versorgten
15,5
10,0
Gesamtausgaben der Bevolkerung
GroBdeutschlands
81,5
52,5
Private Neuinvestitionen
3,8
Verbrauchsausgaben der groBdeutschen
Bevolkerung einschl. der Ausgaben
fiir die Unterhaltung des Produktions-
apparates, die „Ersatzinvestitionen“,
die im Jahre 1938 rd. 6,5 Mia.
erforderten
77,7
52,5
Gesamtbelastung der Erzeugerwirt-
schaft durch den Staatsbedarf
(Steuem und Anleihen)
36 #/o
46 "/»
V erbrauchseinschrankung
Krieg gegen Frieden:
32 °/o
DOCUMENT 3563-PS
QUOTATIONS, 1932 TO 1942, INDICATING FUNK’S CAREER IN
CONNECTION WITH HIS WORK FOR THE NATIONAL SOCIALIST
PARTY (EXHIBIT USA-652)
BESCHREIBUNG:
dem IMT lag vor: Englische tlbersetzung der dentschen Original© mit amtlichen
RichtigkeitsVm von Leo Loeb, Civilian X 046 344 vom 3. Januar 1946
I. A u 8 : Edgar v. Schmidt-Pauli. Die Manner um Hitler. Berlin 1932.
— Seite 92-96 —
Kapitel: „Walther Funk, Wirtschaftspolitischer Berater.“
— Seite 92 —
„Zu diesem Typ gehort Walther Funk, heute der personliche
wirtschaftspolitische Berater Hitlers, der Mann vor allem, der die
__ personlichen Faden zwischen dem Fuhrer der NSDAP und den
Wirtschaftsfuhrern im Reich kniipft."
404
3563-PS
II. A u s : Degener, Wer Ist’s? Berlin 1935 unter Kapitel Funk:
— Seite 463 —
„Seit 1931 Wirtschaftsberater des Fiihrers der NSDAP.“
III. A u 8 : Das Deutsche Fiihrerlexikon, Berlin 1934/35
Die Titelseite des Buches stellt fest: „Gegen die Herausgabe
dieser Schrift werden seitens der NSDAP. keine Bedenken erhoben.
Miinchen, den lS.Juni 1934.“
— Seite 12 — #
„Es ware uns unmoglich gewesen, die Aufgabe, die wir uns
gestellt hatten, durchzufiihren, wenn wir nicht die Herausgabe des
Werkes in Zusammenarbeit mit den zustandigen amtlichen Stellen
getatigt hatten.”
— Seite 139 —
„1. Juli 1916, Redakteur der , Berliner Borsen-Zeitung'; 1922
Chefredakteur bis Ende 1930, seitdem Wirtschaftsbeauftragter des
Fiihrers der NSDAP. Hauptabteilungsleiter bei der Reichsleitung in
Miinchen und Vorsitzender der Kommission fiir Wirtschaftspolitik
sowie Stellvertretender Vorsitzender des Reichswirtschaftsrates der
NSDAP.“
IV. A us : Osterreich, Walther Funk, Ein Leben fiir die Wirtschaft, Miinchen 19411)
— Seite 80 —
„Der Fiihrer hatte seinen EntschluB schon gefaBt. Sobald die
Zeit der Bindung Funks an die Berliner Borsen-Zeitung mit dem
31. Dezember 1930 abgelaufen war, berief er ihn in die Reichsleitung
der Partei und erwahlte ihn zu seinem personlichen wirtschaftlichen
Berater. Das war ein Beweis groBten Vertrauens.“
V. Aus: Reichsleitung der NSDAP. Nationalsozialistisches Jahrbuch 1933 Miinchen.
— Seite 350 —
„2. Vorsitzender des R.W.R.: Walther Funk.“
VI. Aus: Reichsband Adressenwerk der Dienststellen der NSDAP, des Staates,
der Berufsorganisationen. Berlin 1941/42.
— Seite 9 —
„Mitglieder des Reichskultursenats.
Vizeprasidenten: Reichsminister Walther Funk und Staatssekretar
Karl Hanke.“
1) ausfiihrlicher abgedruckt nnter 3505-PS (Beweisstiick US-653)
405
DOCUMENT 3564hPS
AFFIDAVIT BY MEISSNER, 27 DECEMBER 1945: FRICK’S RESPONSI-
BILITY FOR THE DECISIVE ROLE PLAYED BY THE NSDAP IN THE
APPOINTMENT OF OFFICIALS IN THE REICH; HIS CO-OPERATION
IN THE LEGISLATION AGAINST JEWS; HIS PARTICIPATION IN
THE NOVEMBER COUP, 1923, AND OTHER MATTERS (EXHIBIT
USA-709)
BESCHREIBUNG:
ganze Urk hs (Ti blau)
Affidavit
Oberursel, 27. Dez. 1945.
Ich, Otto L. Meissner , gebe folgende eidliche Erklarung:
Als fruherer Staatssekretar und spaterer Staatsminister und Chef
der Prasidial-Kanzlei bin ich mit der Bedeutung des Reichsinnen-
ministeriums bekannt, dessen Chef Wilhelm Frick seit 1933 fur etwa
10 Jahre war.
Frick hat es durchgesetzt, dass fur die Ernennung der Beamten
in jedem Falle die Zustimmung der N.S.D.A.P. erforderlich war ,
ebenso fur die Zusammensetzung der Selbstverwaltung (local
governments). Er hatte das Verdienst, Reich und Lander gleich-
geschaltet zu haben , ein alter Programmpunkt Hitlers. Frick hatte
als uberzeugter N ationalsozialist das Vertrauen des ,Fuhrers( und
der Partei, da er , alter KampfeF war und schon Hitler beim No-
vemberputsch 1923 unterstutzt hatte. Die Judengesetzgebung wurde
unter Frick ausgearbeitet. Frick hat auch durchgesetzt , zusammen
mit dem Braunschweig er Minister Klagges, dap Hitler 1932
deutscher Staatsbilrger dadurch wurde, dafi er zum Regierungsrat
von Braunschweig ernannt wurde. Dies geschah um Hitler die Kan -
didatur zum Reichsprasidenten Amt zu ermoglichen.
Vorgelesen, unter schrieben , beeidigt.
Otto Meissner.
Given, signed and sworn before me:
R.A.W. Kempner,
Office Chief of Counsel.
406
DOCUMENT 3568-PS
LETTER FROM THE SS CENSUS OFFICE, 25 JULY 1942, TO THE
OFFICE FOR RACE AND 'SETTLEMENT, TOGETHER WITH QUES-
TIONNAIRE CONCERNING SPEER, REASON: FINAL ACCEPTANCE
OF SPEER INTO THE SS (EXHIBIT USA-575)
BESCI1REIBUNG:
zweiteilig
Erstes S: Bk dr I U Ti (blau) I n U Stp rechteckig, violett: „Rasse- und
Siedhings-Hauptamt SS Nr 27.Jul. 1942“, P uni (Kop), es folgen zwei
Reihen zu je sechs kleinen Quadraten im Stp, in erster Reihe Quadrat 1 — 3:
„Aufnahme“ (Kop)
DER REICHSFUHRER- M
M -Hauptamt-Erf assungsamt
III 1(a) — Az.: 9 b — R/B r.
Bitte in der Antwort vorstehendes Ge-
schaftszeichen und Datum anzugeben
B e t r. : Auf nahme des Herrn Reichsministers Albert Speer,
geb. 19.3.05, in die it.
Bezug: Ohne.
Anlg. : -1-
An das
Rasse- und Siedlungshauptamt-^
Berlin
Anliegend wird die Ahnentafel des Reichsministers Albert Speer
mit der Bitte um weitere Veranlassung und Priifung iiberreicht.
Reichsminister Speer wurde auf Anordnung des Reichsfuhrers-^
mit Wirkung vom 20.7.1942 unter der ^-Nr. 46 104 als ff-Mann
beim Personl. Stab RF ff aufgenommen.
Reichsfuhrer-^ wiinscht nicht, daB Reichsminister Speer z.Zt.
wegen der an sich auBerst unvollstandigen Aufnahmeunterlagen
angeschrieben wird. Es wird daher gebeten, die Urkunden zur
Ahnentafel bei den in Frage kommenden Stellen (Standesamtern
usw.) von Amts wegen anzufordern.
Nach Priifung wird um Mitteilung gebeten, damit der ^f-AV-
Schein zur Abzeichnung iibersandt werden kann.
I.V.
Unterschrift (uni)
ft -Sturmbannf iihrer
Berlin W 35, den 25.7.1942.
LutzowstraBe 48/49
PostschlieBfach 43
407
Heft rand
3568-PS
Z w e i t e s S : Fragebogenformular, alle Antworten ms
Name und Vorname des ff-Angehorigen,
R. u. S.-Fragebogen der fur sich oder seine Braut Oder Ehe-
(Von Frauen sinngemaB frau den Fragebogen einreicht:
auszufiillen!)
Dienstgrad: ff-Nr „
Sip. Nr
Name (leserlich schreiben): S peer Albert
in ff seit Herbst •1932 Dienstgrad: ff-Einheit:
Motor-
in SA von ...1.3.1931.... bis ...Herbst....l932...., in HJ von — bis
Mitglieds-Nummer in Partei: 474 481 f^-Nr.:
geb. am 19.3.1905 zu Mannheim Kreis:
Land: ....Baden jetzt Alter: .. .37 Glaubensbekenntnis: ....gottgl.
Jetziger Wohnsitz: ....Berlin-Wannsee Wohnung: ....Inselstr. 18
Beruf und Berufsstellung: Architekt
Wird offentliche Unterstiitzung in Anspruch genommen? —
Liegt Berufswechsel vor? —
AuBerberufliche Fertigkeiten und Berechtigungsscheine (z. B: Fuhrer-
schein, Sportabzeichen, Sportauszeichnung):
Fiihrerschein
Staatsangehorigkeit: deutsch
Ehrenamtliche Tatigkeit: ... Senator der Reichskulturkammer, Prasi-
dialrat der Reichskammer d.b.K., Mitglied der Pr.Akademie der
Klinste und der Akademie des Bauwesens
Dienst im alten Heer: Truppe — von — bis ....--
Freikorps — von — bis ....--
Reichswehr -- von ...: — bis ... —
Schutzpolizei -- von — bis ....--
Neue Wehrmacht — von — bis ....—
Letzter Dienstgrad: — •
Frontkampfer: - bis - ; verwundet: -
Orden und Ehrenabzeichen, einschl. Rettungsmedaille: Goldenes..
Ehrenzeichen
Personenstand (ledig, verwitwet, geschieden — seit warm):
Verheiratet, seit 28.8.1928
408
3568-PS
Welcher Konfession ist der Antragsteller? gottglaubig die zu-
kiinftige Braut (Ehefrau)? ....gottgl
(Als Konfession wird auch auBer dem herkommlichen jedes andere
gottglaubige Bekenntnis angesehen.)
Ist neben der standesamtlichen Trauung eine kirchliche Training
vorgesehen? Ja — nein.
Hat neben der standesamtlichen Trauung eine kirchliche Trauung
stattgef unden? Ja — nein.
Gegebenenfalls nach welcher konfessionellen Form?
Ist Ehestands-Darlehen beantragt worden? Ja — nein.
Bei welcher Behorde (genaue Anschrift)? ..
Wann wurde der Antrag gestellt?
Wurde das Ehestands-Darlehen bewilligt? Ja — nein.
Soil das Ehestands-Darlehen beantragt werden? Ja — nein.
Bei welcher Behorde (genaue Anschrift)?
SSVR7 ff-Vordruckverlag W. F. Mayr, Miesbach (Bayer. Hochland^
14924
DOCUMENT 3569-PS
Document 3569-PS appears as a defense document under Speer-87.
DOCUMENT 3572-PS
SECRET DECREE, 25 APRIL 1938, BY THE GERMAN FOREIGN
OFFICE (WEIZSACKER), INSTRUCTING GERMAN REPRESENTATIVES
ABROAD TO MAKE CERTAIN PREPARATIONS FOR MOBILIZA-
TION AND TO SUBMIT IMMEDIATE SUGGESTIONS FOR APPRO-
PRIATE MEASURES “IN CASE OF WAR” (“FUR DEN ERNSTFALL”)
(EXHIBIT GB-478)
BESCHREIBUNG:
begl Phot eines deutschen Mikrofilmes
Pol.I 260 g.Rs. Berlin, den 25. April 1938
Im AnsehluB an den ErlaB vom
2. April 1937
— Pol.1 1686/37 g.Rs.—
Nachdem die Arbeiten auf dem Gebiet der Mobilmachungs-
Vorbereitung im Inland bei der Wehrmacht und alien Zivilver-
waltungen einschlieBlich Auswartiges Amt weitere Fortschritte
409
3572-PS
gemacht haben, ist es erforderlich, daB nunmehr auch bei den
Auslandsbehorden unverziiglich daran gegangen wird, entspre-
ehende MaBnahmen fur ihren Amtsbezirk zu treffen und sie mit
den der Heimat obliegenden Aufgaben in Einklang zu bringen.
Der Eintritt einer Spannungszeit oder des Mobilmachungsfalles
stellt die Auslandsbehorden auf den mannigfaltigsten Gebieten
vor groBe und schwierige Aufgaben, deren Art und Umfang
infolge ortlicher und politischer Verhaltnisse sehr verschieden
sein werden. Es seien u. a. erwahnt: Die Verstarkung des
Personals, die Verwendung von Reichsdeutschen fur Sonder-
zwecke (Chiffrier- und Sonderfunkdienst, Propaganda, usw.), die
Sicherung der Archive und Vernichtung von Geheimsachen, die
Sicherst el-
lung
An
alle diplomatischen Vertretungen;
an die Deutschen Generalkonsulate
in Addis Abeba, Batavia, Beirut,
Danzig, Jerusalem, Kalkutta,
Ottawa, Singapore, Sydney;
an die Deutschen Konsulate
in Colombo, Hanoi, Hongkong,
Luanda, Lourengo, Marques, Manila,
Monrovia — Liberia, Nairobi, Tetuan. — je besonders —
Fur R.M. Pers.1)
— Seite 2 —
lung des Geldmittelbedarfs, die Sicherstellung der Nachrichten-
iibermittlung, die Riickbeforderung der Wehrpflichtigen, der
Schutz von deutschen Personen und Eigentum, die Mitwirkung
an der im Aufbau begriffenen wehrwirtschaftlichen Planung,
welche zwangslaufig auch die wirtschaftlichen Moglichkeiten im
Ausland erfassen muB.
Die Aufgabengebiete im einzelnen werden in weiteren Er-
lassen von seiten der verschiedenen Abteilungen des Auswartigen
Amtes mitgeteilt werden. Die dann von den Auslandsbehorden
zu leistenden Arbeiten sind vorweg in Angriff zu nehmen. Die
Durchfiihrung aller vorbereitenden Mob.MaBnahmen, die selbst-
verstandlich als „Geh.Reichssache“ zu behandeln sind, steht unter
personlicher Aufsicht und Verantwortung des Behordenleiters.
In Friedenszeiten miissen sie mit dem vorhandenen Personal
bewaltigt werden.
*) Vm unter Vert (hs)
410
3572-PS
Ich bitte die Behordenleiter — ohne Vorliegen naherer Wei-
sung — sich schon jetzt die fiir den dortigen Wirkungskreis im
Ernstfalle in Frage kommenden MaBnahmen zu iiberlegen und
alsbald entsprechende Vorschlage zu machen. Im Interesse der
unbedingten Geheimhaltung muB strengstens darauf geachtet
werden, daB der Kreis der Eingeweihten auf das geringste MaB
beschrankt bleibt. Gegebenenfalls sind die Berichte vom Behor-
denleiter selbst handschriftlich zu fertigen
Diesen
— Seite 3 —
Geheime Reichssache2)
Diesen ErlaB, der vom Leiter der Behorde versiegelt unter
VerschluB zu halten ist, bitte ich schriftlich und zwar nur mit
den Worten: „ErlaB vom 25.April Pol.I 260/38 g.Rs. habe ich
erhalten" zu bestatigen.
Weizsacker
DOCUMENT 3575-PS
ADDRESS BY GORING AT A MEETING OF THE REICH DEFENSE
COUNCIL, 18 NOVEMBER 1938: ORGANIZATION OF THE COUNCIL;
ITS AIMS, VIZ: TRIPLING OF GERMAN ARMAMENTS (AND MEAS-
URES TO ACCOMPLISH THIS); IMPROVEMENT OF TRANSPORT SYS-
TEM; RELIEF OF THE CRITICAL FINANCIAL SITUATION THROUGH
VARIOUS MEANS, INCLUDING SEIZURE OF JEWISH PROPERTY
AND A SO-CALLED “NATIONAL THANKS OFFERING” (EXHIBIT
USA-781)
BESCHREIBUNG:
Phot I 1 iiber Datum Stp: ,,Hat Jem Herrn R.M. vorgelegen44 I 1 daneben
schrag: ab 2(Vll (hs, unterstrichen) I 1. Seite r u: Vert-Vm durdhzeichnet von
P „R-4i (unterstrichen) I r davon, unter T hs-Vm: „Doppel bei Handakten
vorhanden.44, P uni I darunter: ,,-Mil-44 (hs)
Berlin, den 19. November 1938.
Geheime Reichssache.
Ve r m e r k
iiber die Sitzung des Reichsverteidigungsrats
am 18. November 1938.
2 ) Stp
411
3575-PS
Vorsitzender: Generalfeldmarschall Goring.
Anwesend samtliche Reichsminister und Staatssekretare mit
wenigen Ausnahmen, ferner der Oberbefehlshaber des Heeres, der
Oberbefehlshaber der Kriegsmarine, die Generalstabschefs der drei
Wehrmachtsteile, Reichsleiter Bormann fur den Stellvertreter des
Fiihrers, General Daluege, ff-Gruppenfiihrer Heydrich, der Reichs-
arbeitsfiihrer, der Preiskommissar, der President des Reichsarbeits-
amts und andere.
Die Sitzung bestand ausschlieBlich aus einem fast dreistiindigen
Vortrag des Generalfeldmarschalls. Eine Diskussion fand nicht statt.
Wichtigste Punkte der Sitzung:
I. Organisation des Reiehsverteidigungsrat s.
Der Reiehsverteidigungsrat war bereits durch Kabinettsbeschlusse
von 1933 und 1934 ins Leben gerufen, ist aber nie zusammengetreten.
Durch das Reichsverteidigungsgesetz vom 4. September 1938 ist er
neu gegriindet. Vorsitzender ist der F iihrer, der Generalfeldmar-
schall Goring mit seiner standigen Vertretung beauftragt hat.
Der Generalfeldmarschall bezeichnete es als Aufgabe des
Reichsverteidigungsausschusses, alle Krafte der Nation fur den
beschleunigten Aufbau der deutschen Riistung zusammenzufassen.
Die Riistung im engeren Sinne bleibe Sache der Wehrressorts,
die Einbeziehung der Wirtschaft Aufgabe des Generalbevollmachtig-
ten fur den Vierjahresplan. Der Reiehsverteidigungsrat habe die
Aufgabe, alle mit der Riistung zusammenhan-
genden
R.M.
Biiro St.S.
Pol. I
— Seite 2 —
genden Aufgaben zusammenzufassen, zwischen sich widerstreitenden
Interessen einen Ausgleich zu schaffen und in seinen Sitzungen end-
giiltige Beschliisse zu fassen, die dann, soweit dies notig ist, durch
den Generalfeldmarschall in Form von Verordnungen des General-
bevollmachtigten fur den Vierjahresplan oder in anderer Form di?
rechtliche Unterlage erhalten sollen.
In der Regel werde nicht ein so groBer Kreis wie heute ein-
berufen werden, sondern nur die jeweils an den einzelnen Fragen
beteiligten Reichsminister. Diese sollten in der Regel selbst erschei-
nen. Im Falle der Behinderung miisse der Vertreter zur Mitwirkung
bei verbindlichen Entscheidungen in der Sitzung selbst ermachtigt
sein. Die Minister konnten ihre Staatssekretare mitbringem Refe-
renten konnten ins Vorzimmer mitgebracht werden und wiirden im
412
3575-PS
Einzelfall zu ihrem Thema hereingerufen. Einzelfragen wiirden vom
Reichsverteidigungsrat zur Durchberatung an den Reichsverteidi-
gungsausschuB verwiesen, dessen Arbeiten dann wieder an den
Reichsverteidigungsrat zur BeschluBfassung zuriickgingen.
Die Worte Federfiihrung oder Zustandigkeit kenne er, der Gene-
ralfeldmarschall, nicht und wolle sie nicht mehr horen. Es werde in
jedem Fall die Stelle mit den Arbeiten beauftragt werden, die dafiir
die geeignetste sei.
Die im Reichsverteidigungsrat vertretenen Minister miiBten alle
Ressorteinzelwunsche, so berechtigt sie erscheinen konnten, zuriick-
stellen, wenn sie nicht dem einen Zwecke der Wehrhaftmachung des
Volkes dienen, und alle Entscheidungen nicht vom Blickpunkt ihres
Ressorts sondern mit dem Blick auf das allgemeine Interesse treffen.
Die Verhandlungen und Beschliisse des Reichsverteidigungsrats
und des Reichsverteidigungsausschusses seien ganz geheim und
diirften auch innerhalb der Ressorts nur bekanntgegeben werden,
soweit dies zur Durchfiihrung der Aufgaben notig sei.
II.
— Seite 3 —
II. Die materiellen Aufgaben.
Die Aufgabe ist, das Riistungsniveau von einem Stand von 100
auf einen Stand von 300 zu bringen.
Dem stehen fast uniiberwindliche Hindemisse entgegen, da schon
jetzt Mangel an Arbeitern besteht, da die Kapazitat der Fabriken
voll ausgenutzt ist, da durch die Aufgaben des letzten Sommers die
Devisenreserven erschopft sind und da die Finanzlage des Reichs
ernst ist und schon jetzt ein Defizit aufweist. Trotzdem musse die
Aufgabe gelost werden.
Die erste Aufgabe ist Sicherung der Ernahrungsbasis, die zweite
Steigerung der Riistung, die dritte ebenso wichtige eine erhebliche
Steigerung des Exports als Devisenbringer.
Organisatorische MaBnahmen seien zu treffen fur die Erfassung
der Menschen, fur die Bereitstellung des Materials, fiir die VergroBe-
rung und Ausnutzung der -Produktionsstatten und schlieBlich fur
Finanzen und Devisen.
1. Erfassung der Menschen.
Durch die Griindung einer Volkskartei (General Daluege) soli
eine restlose Ubersicht iiber alle Deutschen geschaffen werden, die
zu einer Planung des richtigen Arbeitseinsatzes fiihren soil. Das bei
den Arbeitsamtern bereits vorhandene Materiall soli dabei nutzbar
gemacht werden.
413
3575-PS
Arbeitsamter, Arbeitsfront, Betriebe und Wehrmacht miissen fur
diese Aufgaben zusammenarbeiten.
Es wird Aufgabe des Reichsverteidigungsausschusses sein, die
Wichtigkeit von Behorden und anderen Organisationen im Hinblick
auf die Reichsverteidigung festzustellen. In den Amtern miissen
Einsparungen vorgenommen werden, wofiir der Generalbevollmach-
tigte fur die Verwaltung zu sorgen hat. Dort, wo der Staat bereits
Aufgaben hat, sei es uberfKissig, daB sich noch andere Organisationen
mit den gleichen Fragen
beschaftigten.
— Seite 4 —
beschaftigten. Eine grundlegende Vereinfachung der Justiz miisse
bis 15. Februar durchgefiihrt werden, damit sei zugleich die Aufgabe
verbunden, die Justiz volksnaher zu machen. Erhebliche Einsparun-
gen an Menschen konnten in der Finanzverwaltung vorgenommen
werden, und zwar durch eine ra dikale Vereinfachung der Steuer-
gesetzgebung.
Es sei zweifelhaft, ob der Arbeitsdienst nicht zu viel Menschen
der gestellten Aufgabe entziehe. Trotzdem sei er, der Generalfeld-
marschall, fur die Beibehaltung, vor alien Dingen, um Reserven fur
einen geschlossenen Einsatz bei plotzlich eintretenden Aufgaben zu
haben.
Der weibliche Arbeitsdienst sei auszubauen.
MaBnahmen zur Behebung des landlichen Arbeitermangels.
2. Material.
Der Vierjahresplan werde fur unsere Generation aufrechterhalten
bleiben miissen. Die wichtigsten zu bearbeitenden Rohstoffe seien
Eisen, Stahl und Zement; deren Bewirtschaftung werde durch Gene-
ralbevollmachtigte geschehen.
Die groBenBauaufgabendes Fuhrers wiirdendurchgefiihrt, da sie
moralische und psychologische Bedeutung hatten. Im iibrigen starkste
Baueinschrankungen. Hierfur eine besondere Stelle, die unmittelbar
dem Generalfeldmarschall unterstellt wird.
Grundlegende Anderungen im Kraftfahrwesen durch den hierfur
eingesetzten Generalbeauftragten. Einsparungen durch starkste
Typisierungen.
Neuorganisation der Reichsbahn.
Festlegung der Dringlichkeit aller Vorhaben. .Hierfur kleine
Kommissionen beim Vierjahresplan.
tiberpriifung aller Produktionsstatten auf Notwendigkeit.
Uberpriifung des Arbeitsprozesses und Beschleunigung
des
414
3575-PS
— Seite 5 —
des Arbeitstemplos.
Berufserziehung, Umschulung usw.
Starkste Forderung der Exportindustrie. Entscheidung im Einzel-
fall, ob Riistungsaufgabe oder Exportforderung wichtiger.
Lieferung von Waffen ins Ausland nicht mehr gegen politische
Kredite, sondern nur gegen Devisenzahlung oder ausnahmsweise
unter Beriicksichtigung der politischen Situation mit dem einzelnen
Lande, wenn lebenswichtige Rohstoffe hereinkommen.
Ra dikales Verbot jeder Zerstorung von Sachwerten, wie bei den
letzten Judenkundgebungen und den Kundgebungen gegen Bischofe;
vom Fiihrer ausdriicklich genehmigt.
Weiterer Ausbau der Reichsautobahnen.
3. Finanzen.
Sehr kritische Lage der Reichsfinanzen. Abhilfe zunachst durch
die der Judenschaft auferlegte Milliarde und durch die Reichs-
gewinne bei Arisierung jiidischer Unternehmungen.
In Aussicht gestellt „Dankopfer der Nation" (ohne Festlegung
auf dieses Wort) in Form einer einmaligen Abgabe vom Vermogen,
die ein Vielfaches des Wehrbeitrages aus der Vorkriegszeit dar-
stellen wird. Keine naheren Angaben iiber Datum und Einzelheiten.
Aufgabe, in groBztigiger Weise Riistung sicherzustellen.
Starke SparmaBnahmen an alien Stellen.
Weitere Aufgabe des Reichsverteidigungsrats: Neufassung der
gesamten Kriegsgesetzgebung.
Zur AuBenpolitik erwahnte der Generalfeldmarschall, daB diese
so gefiihrt werden miisse, daB das vorgesehene Riistungsprogramm
durchgeftihrt werden konne.
Woermann
DOCUMENT 3590-JPS
CHARGES AND JUDGMENT IN THE TRIAL OF MARTIN GOTTFRIED
WEISS AND OTHERS AT DACHAU, NOVEMBER AND DECEMBER
1945, FOR CRUELTIES PERPETRATED AGAINST INMATES AT
DACHAU AND LANDSBERG (EXHIBIT USA-664)
EXPLANATORY NOTE:
Charges submitted in English and German certified mimeocopy.
415
3590-PS
RESTRICTED
HEADQUARTERS
THIRD U S ARMY AND EASTERN MILITARY DISTRICT
APO 403
SPECIAL ORDERS 2 November 1945
NUMBER 304
— EXTRACT —
3. Pursuant to authority delegated to the Commanding General,
Third United States Army by Commanding General, United States
Forces, European Theater, a General Military Government Court
constiting of the following officers is hereby appointed to meet at
the time and place designated by the President thereof for the trial
of such persons as may be properly brought before it.
DETAIL FOR THE COURT
BRIG GEN JOHN M LENTZ 010343 USA Hq XV Corps
COL GEORGE E BRUNER 012416 Inf 1st Inf Div
COL GEORGE R SCITHERS 014685 FA 71st Inf Div
COL LAIRD A RICHARDS 0110058 CWS Hq XXII Corps
COL WENDELL BLANCHARD 015528 Cav 4th Armd Div
COL JOHN R JETER 016342 Inf 90th Inf Div
COL LESTER J ABELE 0267147 JAGD Hq XII Corps
COL PETER O WARD 018574 Inf 9th Inf Div
LT COL WILLIAM D DENSON 0900415 JAGD Hq Third US
Army Trial Judge Advocate
CAPT WILLIAM D LINES 0575368 AC Hq USFET Asst
Trial Judge Advocate
CAPT RICHARD G MC CUSKEY 01798597 CMP Hq USFET
Asst Trial Judge Advocate
CAPT PHILIP HELLER 01795794 CMP Hq USFET A s s t T r i a 1
Judge Advocate
LT COL DOUGLAS T BATES 0336110 FA Hq Third US Army
Defense Counsel
MAJ MAUTICE J MC KEOWN 0902553 AC Hq Third US Army
Asst Defense Counsel
CAPT JOHN A MAY 0281072 Inf Hq USFET Asst Defense
Counsel
CAPT DALWIN J NILES 01798385 CMP Hq Third US Army
Asst Defense Counsel
The employment of enlisted reporters is authorizes.
BY COMMAND OF LIEUTENANT GENERAL TRUSCOTT:
DON E. CARLETON,
Brigadier General, U.S. Army,
Chief of Staff.
416
3590-PS
HEADQUARTERS THIRD US ARMY
OFFICIAL
L.L. MANLY
Colonel, Adjutant General’s Department,
Adjutant General.
DISTRIBUTION:
Ea 0 Concerned (Dist by JA)
1
Orders Sec
1
Records
5
TJA
10
G-l this Hq
3
Def C
2
Pers
2
JA this Hq
50
CG USFET (AG Mil Pers Div-l,G-5 Div-1)
4
Incl # 1
RESTRICTED
— Page 1 —
MILITARY GOVERNMENT COURT
CHARGE SHEET
NAMES OF THE ACCUSED:
Martin Gottfried Weiss
Friedrich Wilhelm Ruppert
Josef Jarolin
Franz Xaver Trenkle
Engelbert Valentin Niedermeyer
Josef Seuss
Leonhard Anselm Eichberger
Wilhelm Wagner
Johann Kick
Dr. Fritz Hintermayer
Dr. Wilhelm Witteler
Johann Baptist Eichelsdorfer
Otto Foerschner
Dr. Hans Kurt Eisele
Dr. Klaus Karl Schilling
Christof Ludwig Knoll
Dr. Fridolin Karl Puhr
Franz Boettger
Peter Betz
Anton Endres
Simon Kiern
Dachau, Germany
2 November 1945
Michael Redwitz
Wiihelm Welter
Rudolf Heinrich Suttrop
Wilhelm Tempel
Hugo Alfred Erwin Lausterer
Fritz M. K. Becher
Alfred Kramer
Sylvester Filleboeck
Vinzenz Schoettl
Albin Gretsch
Johann Viktor Kirsch
Hans Aumeier
Emil Erwin Mahl
Walter Adolf Langleist
Johann Schoepp
Amo Lippmann
Hans Bayer
Fritz Degelow
Otto Moll
Otto Schulz
Friedrich Wetzel
are hereby charged with the following offences:
417
35&0-PS
FIRST CHARGE: Violation of the Laws and Usages of War.
Particulars: In that Martin Gottfried Weiss, Friedrich Wilhelm
Ruppert, Josef Jarolin, Franz Xaver Trenkle, Engelbert Valentin
Niedermeyer, Josef Seuss, Leonhard Anselm Eichberger, Wilhelm
Wagner, Johann Kick, Dr. Fritz Hintermayer, Dr. Wilhelm Witteler,
Johann Baptist Eichelsdorfer, Otto Foerschner, Dr. Hans Kurt Eisele,
Dr. Klaus Karl Schilling, Christof Ludwig Knoll, Dr. Fridolin Karl
Puhr, Franz Boettger, Peter Betz, Anton Endres, Simon Kiern,
Michael Redwitz, Wilhelm Welter, Rudolf Heinrich Suttrop, Wilhelm
Tempel, Hugo Alfred Erwin Lausterer, Fritz M.K. Becher, Alfred
Kramer, Sylvester Filleboeck, Vinzenz Schoettl, Albin Gretsch,
Johann Viktor Kirsch, Hans Aumeier, Emil Erwin Mahl, Walter
Adolf Langleist, Johann Schoepp, Arno Lippmann, Hans Bayer, Fritz
Degelow, Otto Moll, Otto Schulz and Friedrich Wetzel, acting in
pursuance of a common design to commit the acts hereinafter
alleged, and as members of the staff of Dachau Concentration Camp
and camps subsidiary thereto, did, at, or in the vicinity of Dachau
and Landsberg, Germany, between about 1 January 1942 and about
29 April 1945, willfully, deliberately and wrongfully encourage, aid,
abet and participate in the subjection of civilian nationals of nations
then at war with the then German Reich
Incl # 2
— Page 2 —
to cruelties and mistreatment, including killings, beatings, tortures,
starvation, abuses and indignities, the exact names and numbers of
such civilian nationals being unknown but aggregating many thou-
sands who were then and there in the custody of the German Reich
in exercise of belligerent control.
SECOND CHARGE: Violation of the Laws and Usages of War.
Particulars: In that Martin Gottfried Weiss, Friedrich Wilhelm
Ruppert, Josef Jarolin, Franz Xaver Trenkle, Engelbert Valentin
Niedermeyer, Josef Seuss, Leonhard Anselm Eichberger, Wilhelm
Wagner, Johann Kick, Dr. Fritz Hintermayer, Dr. Wilhelm Witteler,
Johann Baptist Eichelsdorfer, Otto Foerschner, Dr. Hans Kurt Eisele,
Dr. Klaus Karl Schilling, Christof Ludwig Knoll, Dr. Fridolin Karl
Puhr, Franz Boettger, Peter Betz, Anton Endres, Simon Kiern,
Michael Redwitz, Wilhelm Welter, Rudolf Heinrich Suttrop, Wilhelm
Tempel, Hugo Alfred Erwin Lausterer, Fritz M.K. Becher, Alfred
Kramer, Sylvester Filleboeck, Vinzenz Schoettl, Albin Gretsch,
Johann Viktor Kirsch, Hans Aumeier, Emil Erwin Mahl, Walter
Adolf Langleist, Johann Schoepp, Arno Lippmann, Hans Bayer,
418
3590-PS
Fritz Degelow, Otto Moll, Otto Schulz and Friedrich Wetzel, acting
in pursuance of a common design to commit the acts hereinafter
alleged, and as members of the staff of Dachau Concentration Camp,
did, at or in the vicinity of Dachau, Germany, between about
1 January 1942 and about 29 April 1945, willfully, deliberately and
wrongfully encourage, aid, abet and participate in the subjection
of members of the armed forces of nations then at war with the
then German Reich, who were then and there surrendered and
unarmed prisoners of war in the custody of the then German Reich,
to cruelties and mistreatment, including killings, beatings, tortures,
starvation, abuses and indignities, the exact names and numbers of
such prisoners of war being unknown but aggregating many
hundreds.
— Page 3 —
OFFICER PREFERRING CHARGES:
David Chavez Jr.
DAVID CHAVEZ, Jr., Col., JAGD.
Army of the United States.
The above charges are referred for trial to The General Military
Court, appointed by Par.3, Special Order Nomber 304, Headquarters
Third United States Army and Eastern Military District, dated
2 November 1945, to be held at Dachau, Germany, on or about,
15 November 1945.
By Command of Lieutenant General TRUSCOTT:
A. J. Fischer
A. J. Fischer,
Capt., Inf.,
Actg.Asst.Adj .Gen.
— Page 4 —
I certify that on 2 November 1945 the foregoing charges and
particulars were read aloud in English and in German to: Martin
Gottfried Weiss, Friedrich Wilhelm Ruppert, Josef Jarolin, Franz
Xaver Trenkle, Engelbert Valentin Niedermeyer, Josef Seuss, Leon-
hard Anselm Eichberger, Wilhelm Wagner, Dr. Fritz Hintermayer,
Johann Baptist Eichelsdorfer, Otto Foerschner, Dr. Hans Kurt Eisele,
Dr. Klaus Karl Schilling, Christof Ludwig Knoll, Dr. Fridolin Karl
Puhr, Franz Boettger, Peter Betz, Anton Endres, Simon Kiern,
Michael Redwitz, Wilhelm Welter, Rudolf Heinrich Suttrop, Hugo
419
J590-PS
Alfred Erwin Lausterer, Fritz M.K. Becher, Alfred Kramer, Syl-
vester Filleboeck, Vinzenz Schoettl, Albin Gretsch, Johann Viktor
Kirsch, Walter Adolf Langleist, Johann Schoepp, Otto Schulz, Freid-
rich Wetzel, and that a copy of the foregoing charges and partic-
ulars were delivered to each of the above named accused on
4 November 1945.
I further certify that on 4 November 1945 the foregoing charges
and pariculars were read aloud in English and in German to:
Johann Kick, Wilhelm Tempel, Emil Erwin Mahl, Amo Lippmann,
Fritz Degelow, Otto Moll and Dr. Wilhelm Witteler, and that a
copy of the foregoing charges and pariculars were delivered to
each of the persons named in this paragraph on the same date.
William D. Denson
William D. Denson
Lt. Col., J.A.G.D.
Trial Judge Advocate
Dachau, Germany
12 December 1945
FINDINGS
President: It is the desire of this court to announce the findings,
and, later on, the sentences, in open court. The court desires to
caution the audience that it will tolerate no expressions of approval
or disapproval. Will the accused and counsel arise? The court, in
closed session, at least two-thirds of the members present at the
time the vote was taken concurring in each finding of guilty, finds
Martin Gottfried Weiss, Friedrich Wilhelm Ruppert, Josef Jarolin,
Franz Xaver Trenkle, Engelbert Valentin Niedermeyer, Josef Seuss,
Leonhard Anselm Eichberger, Wilhelm Wagner, Johann Kick, Doctor
Fritz Hintermayer, Doctor Wilhelm Witteler, Johann Baptist Eichels-
dorfer, Otto Foerschner, Doctor Hans Kurt Eisele, Doctor Klaus Karl
Schilling, Christof Ludwig Knoll, Doctor Fridolin Karl Puhr, Franz
Boettger, Peter Betz, Anton Endres, Simon Kiem, Michael Redwitz, Wil-
helm Welter, Rudolf Heinrich Suttrop, Wilhelm Tempel, Hugo Alfred
Erwin Lausterer, Fritz M. K. Becher, Alfred Kramer, Sylvester
Filleboeck, Vinzenz Schoettl, Albin Gretsch, Johann Viktor Kirsch,
Emil Erwin Mahl, Walter Adolf Langleist, Johann Schoepp, Amo
Lippmann, Fritz Degelow, Otto Moll, Otto Schulz, Friedrich Wetzel,
of all particulars and charges, guilty.
Incl # 3
420
3590-PS
— Page 1 —
Dachau, Germany
13 December 1945
SENTENCES.
President: It is the desire of this court to announce the sentences
in open court. We will do that only if the audience demonstrates
ability to maintain complete silence, no exclamations of approval
or disapproval.
This court desires to make certain comments before announcing
sentences. The evidence presented to this court convinced it beyond
a doubt that the Dachau Concentration Camp subjected its inmates
to killings, beatings, tortures, indignities and starvation to an extent
and to a degree that necessitates an indictment of everyone, high
and low, who had anything to do with conducting and operating
the camp. This court reiterates that although appointed by a con-
quering nation as a military government court in a conquered land
it sits in judgment under international law and under such laws
of humanity and customs of human behaviour that is recognized
commonly by civilized people. Many of the acts committed at Camp
Dachau had clearly the sanction of the high officials of the then
government of the German Reich and of the de facto laws and
customs of the then German government itself. It is the view of
this court that when a sovereign state sets itself up above reasonably
recognized and constituted international law or is willing to tran-
scend readily recognizable civilized customs of humane and decent
Incl # 4
— Page 2 —
treatment of persons, the individuals effecting such policies of their
state must be held responsible for their part in the violation of
international law and the customs and laws of humanity.
The accused and the counsel will stand. The accused will present
themselves individually in the order in which they are numbered
before the bench.
Martin Gottfried Weiss, the court in closed session, at least two
thirds of the members present at the time the vote was taken,
concurring, sentences you to death by hanging at such time and
place as higher authority may direct.
Friedrich Wilhelm Ruppert, the court in closed session, at least
two thirds of the members present at the time the vote was taken,
concurring, sentences you to death by hanging at such time and
place as higher authority may direct.
421
3590-PS
Josef Jarolin, the court in closed session, at least two thirds of
the members present at the time the vote was taken, concurring,
sentences you to death by hanging at such time and place as higher
authority may direct.
Franz Xaver Trenkle, the court in closed session, at least two
thirds of the members present at the time the vote was taken,
concurring, sentences you to death by hanging at such time and
place as higher authority may direct.
Engelbert Valentin Niedermeyer, the court in closed session, at
least two thirds of the members present at the time the vote was
taken, concurring, sentences you to death by hanging at such time
and place as higher authority may direct.
— Page 3 —
Josef Seuss, the court in closed session, at least two thirds of
the members present at the time the vote was taken, concurring,
sentences you to death by hanging at such time and place as higher
authority may direct.
Leonhard Anselm Eichberger, the court in closed session, at
least two thirds of the members present at the time the vote was
taken, concurring, sentences you to death by hanging at such time
and place as higher authority may direct.
Wilhelm Wagner, the court in closed session, at least two thirds
of the members present at the time the vote was taken, concurring,
sentences you to death by hanging at such time and place as higher
authority may direct.
Johann Kick, the court in closed session, at least two thirds of
the members present at the time the vote was taken, concurring,
sentences you to death by hanging at such time and place as higher
authority may direct.
Dr. Fritz Hintermayer, the court in closed session, at least two
thirds of the members present at the time the vote was taken,
concurring, sentences you to death by hanging at such time and
place as higher authority may direct.
Dr. Wilhelm Witteler, the court in closed session, at least two
thirds of the members present at the time the vote was taken,
concurring, sentences you to death by hanging at such time and
place as higher authority may direct.
Johann Baptist Eichelsdorfer, the court in closed session, at least
two thirds of the members present at the time the vote was taken,
concurring, sentences you to death by hanging at such time and
place as higher authority may direct.
422
3590-PS
— Page 4 —
Otto Foerschner, the court in closed session, at least two thirds
of the members present at the time the vote was taken, concurring,
sentences you to death by hanging at such time and place as higher
authority may direct.
Dr. Hans Kurt Eisble, the court in closed session, at least two thirds
of the members present at the time the vote was taken, concurring,
sentences you to death by hanging at such time and place as higher
authority may direct.
Dr. Klaus Karl Schilling, the court in closed session, at least
two thirds of the members present at the time the vote was taken,
concurring, sentences you to death by hanging at such time and
place as higher authority may direct.
Christof Ludwig Knoll, the court in closed session, at least two
thirds of the members present at the time the vote was taken,
concurring, sentences you to death by hanging at such time and
place as higher authority may direct.
Dr. Fridolin Karl Puhr, the court in closed session, at least two
thirds of the members present at the time the vote was taken, con-
curring, sentences you to death by hanging at such time and place
as higher authority may direct.
Franz Boettger, the court in closed session, at least two thirds
of the members present at the time the vote was taken, concurring,
sentences you to death by hanging at such time and place as higher
authority may direct.
Peter Betz, the court in closed session, at least two thirds of the
members present at the time the vote was taken, concurring,
sentences you to life imprisonment, commencing forthwith, at such
place as may be designated by competent military authority.
— Page 5 —
Anton Endres, the court in closed session, at least two thirds
of the members present at the time the vote was taken, concurring,
sentences you to death by hanging at such time and place as higher
authority may direct.
Simon Kiern, the court in closed session, at least two thirds of
the members present at the time the vote was taken concurring,
sentences you to death by hanging at such time and place as higher
authority may direct.
Michael Redwitz, the court in closed session, at least two thirds
of the members present at the time the vote was taken, concurring,
423
S590-PS
sentences you to death by hanging at such time and place as higher
authority may direct.
Wilhelm Welter, the court in closed session, at least two thirds
of the members present at the time the vote was taken, concurring,
sentences you to death by hanging at such time and place as higher
authority may direct.
Rudolf Heinrich Suttrop, the court in closed session, at least two
thirds of the members present at the time the vote was taken, con-
curring, sentences you to death by hanging at such time and place
as higher authority may direct.
Wilhelm Tempel, the court in closed session, at least two thirds
of the members present you to death by hanging at such time and
place as higher authority may direct.
Hugo Alfred Erwin Lausterer, the court in closed session, at
least two thirds of the members present at the time the vote was
taken, concurring, sentences you to be imprisoned for a term of ten
years commencing 13 December 1945 at such place as may be
designated by competent military authority.
— Page 6 —
Fritz M. K. Becher, the court in closed session, at least two thirds
of the members present at the time the vote was taken, concurring,
sentences you to death by hanging at such time and place as higher
authority may direct.
Alfred Kramer, the court in closed session, at least two thirds
of the members present at the time the vote was taken, concurring,
sentences you to death by hanging at such time and place as higher
authority may direct.
Sylvester Filleboeck, the court in closed session, at least two
thirds of the members present at the time the vote was taken, con-
curring, sentences you to death by hanging at such time and place
as higher authority may direct.
Vinzenz Schoettl, the court in closed session, at least two thirds
of the members present at the time the vote was taken, concurring,
sentences you to death by hanging at such time and place as higher
authority may direct.
Albin Gretsch, the court in closed session, at least two thirds of
the members present at the time the vote was taken, concurring,
sentences you to be imprisoned for a term of ten years commencing
13 December 1945 at such place as may be designated by competent
military authority.
424
3590-PS
Johann Viktor Kirsch, the court in closed session, at least two
thirds of the members present at the time the vote was taken, con-
curring, sentences you to death by hanging at such time and place
as higher authority may direct.
Emil Erwin Mahl, the court in closed session at least two thirds
of the members present at the time the vote was taken, concurring,
sentences you to death by hanging at such time and place as higher
authority may direct.
— Page 7 —
Walter Adolf Langleist, the court in closed session, at least two
thirds of the members present at the time the vote was taken, con-
curring, sentences you to death by hanging at such time and place
as higher authority may direct.
Johann Schoepp, the court in closed session, at least two thirds
of the members present at the time the vote was taken, concurring,
sentences you to be imprisoned for a term of ten years, commencing
13 December 1945, at such place as may be designated by competent
military authority.
Amo Lippmann, the court in closed session, at least two thirds
of the members present at the time the vote was taken, concurring,
sentences you to death by hanging at such time and place as higher
authority may direct.
Fritz Degelow, the court in closed session, at least two thirds
of the members present at the time the vote was taken, concurring,
sentences you to death by hanging at such time and place as higher
authority may direct.
Otto Moll, the court in closed session, at least two thirds of the
members present at the time the vote was taken, concurring,
sentences you to death by hanging at such time and place as higher
authority may direct.
Otto Schulz, the court in closed session, at least two thirds of
the members present at the time the vote was taken, concurring,
sentences you to death by hanging at such time and place as higher
authority may direct.
Friedrich Wetzel, the court in closed session, at least two thirds
of the members present at the time the vote was taken, concurring,
sentences you to death by hanging at such time and place as higher
authority may direct.
425
3590-PS
— Page 8 —
Dachau, Germany
15 December 1945
I, Brigadier General John M. Lentz, President of the General
Military Court appointed by paragraph 3, Special Orders No. 304,
Headquarters Third U. S. Army and Eastern Military District, dated
2 November 1945, do hereby certify that the foregoing documents
attached hereto and in this order: (1) Extract of orders appointing
court, (2) Charge Sheet with certificate of service, (3) Findings of
the court on the Charges, and (4) Sentence of the court, are true
and correct copies of the original documents used in the trial of the
Dachau Concentration Camp case
JOHN M. LENTZ
JOHN M. LENTZ
Brigadier General, U. S. Army
President.
Incl # 5
DOCUMENT 3592-PS
CHARGES AND SENTENCES IN THE TRIAL OF ALFONS KLEIN AND
OTHERS AT WIESBADEN, SEPTEMBER AND OCTOBER 1945, FOR
THE KILLING OF POLISH AND RUSSIAN PRISONERS AT HADAMAR
(EXHIBIT USA-718)
CERTIFIED COPIES OF THE
CHARGES,
SPECIFICATIONS,
FINDINGS, and
SENTENCE,
IN THE CASE OF THE UNITED STATES vs. ALFONS KLEIN
AND OTHERS TRIED AT WIESBADEN, GERMANY, BEFORE A
MILITARY COMMISSION APPOINTED BY THE COMMANDING
GENERAL, SEVENTH UNITED STATES ARMY, IN SEPTEMBER
AND OCTOBER ,1945.
“ The Hadamar Case ”.
426
3592-PS
— Page 2 —
CHARGE: VIOLATION OF INTERNATIONAL LAW.
Specification: In that ALFONS KLEIN, ADOLF WAHLMANN,
HEINRICH RUOFF, KARL WILLIG, ADOLF MERKLE, IRM-
GARD HUBER, and PHILIPP BLUM, acting jointly and in
pursuance of a common intent and acting for and on behalf of
the then German Reich, did, from on or about 1 July 1944 to on or
about 1 April 1945 at Hadamar, Germany, wilfully, deliberately
and wrongfully, aid, abet and participate in the killing of human
beings of Polish and Russian nationality, their exact names and
number being unknown but aggregating in excess of 400, and
who were then and there confined by the then German Reich as
an exercise of belligerent control.
Anklage: Verletzung des Voelkerrechts.
Einzelheiten: ALFONS KLEIN, ADOLF WAHLMANN, HEINRICH
RUOFF, KARL WILLIG, ADOLF MERKLE, IRMGARD HUBER
und PHILIPP BLUM werden angeschuldigt, gemeinsam, in Aus-
fuehrung eines gameinschaftlichen Vorsatzes und fuer und im
Interesse des damaligen deutschen Reiches handelnd, in der Zeit von
ungefaehr 1. Juli 1944 bis ungefaehr 1. April 1945, in Hadamar,
Deutschland, vorsaetzlich, mit Vorbedacht und rechtswidrig bei der
Toetung von mindestens 400 Menschen Russischer und Polnischer
Staatsangehoerigkeit, deren genaue Namen und Zahl unbekannt
sind, und die zu der Zeit dort vom damaligen deutschen Reich unter
der Machtbefugnis einer kriegfuehrenden Partei gefangen gehalten
wurden, mitgewirkt, Beilhilfe geleistet und teilgenommen zu haben.
Diese Uebersetzung dient ausschliesslich zum Verstaendnis fuer
die Angeklagten und deren Verteidiger
( Signature of accuser) Meade F. Griffin
It! MEADE F. GRIFFIN,
Lt. Col., Inf.
(Grade, organization, arm,
or service)
AFFIDAVIT
Before me, the undersigned, authorized by law to administer
oaths in cases of this character, personally appeared the above-
named accuser this 19 day of September, 1945, and made oath that
he is a person subject to military law and that he personally signed
the foregoing charges and specifications, and further that he has
427
3592-PS
investigated the matters set forth in specification of the Charge and
the Charge, and that the same are true in fact, to the best of his
knowledge and belief.
(Signature) Charles H. Taylor
(Grade and organization)
/t/ CHARLES H. TAYLOR
C a p t., J A G D
(Official character, as summary
court, notary public, etc.
— Page 3 —
Upon secret written ballot, two-thirds of the members present at
the time the vote was taken concurring in each finding of guilty,
as to each accused, the Commission finds the accused:
ALFONS KLEIN
Of the Specification and the Charge: Guilty.
ADOLF WAHLMANN
Of the Specification and the Charge: Guilty.
HEINRICH RUOFF
Of the Specification and the Charge: Guilty.
KARL WILLIG
Of the Specification and the Charge: Guilty.
ADOLF MERKLE
Of the Specification and the Charge: Guilty.
IRMGARD HUBER
Of the Specification and the Charge: Guilty.
PHILIPP BLUM
Of the Specification: Guilty, except the words “ 1 April 1945”
and “400,” substituting respectively therefor
the words “23 August 1944” and “70,” of
the excepted words Not Guilty, of the sub-
stituted words Guilty.
Of the Charge: Guilty.
The Commission , upon secret written ballot, two-thirds of the
members present at the time the vote was taken concurring, as to
each accused, sentences the accused:
ALFONS KLEIN
To be hanged by the neck until dead.
428
3592-PS
ADOLF WAHLMANN
To be confined at hard labor, at such place as the reviewing
authority may direct, for the rest of his natural life.
HEINRICH RUOFF
To be hanged by the neck until dead.
KARL WILLIG
To be hanged by the neck until dead.
ADOLF MERKLE
To be confined at hard labor, at such place as the reviewing
authority may direct, for thirty-five (35) years.
— Page 4 —
IRMGARD HUBER
To be confined at hard labor, at such place as the reviewing
authority may direct, for twenty-five (25) years.
PHILIPP BLUM
To be confined at hard labor, at such place as the reviewing
authority may direct, for thirty (30) years.
The president announced the findings and sentences.
I certify that the foregoing three pages contain a true and
accurate copy of the Charges and Specifications, the Findings as
to each accused, and the Sentence as to each accused, in the case of
United States v Alfons Klein, et al.
Samuel Sonenfield
SAMUEL SONENFIELD,
Captain, JAGD.
War Crimes Branch.
DOCUMENT 3593-PS
EXCERPT OF INTERROGATION OF HERMANN GORING, 13 OCTO-
BER 1945, REGARDING THE REICHSTAG FIRE IN FEBRUARY 1933
(EXHIBIT USA-712)
EXPLANATORY NOTE:
Carbon copy.
429
3593-PS
INTERROGATION OF
HERMANN GOERING
( taken at Nurnberg, Germany on 13 October 1945 at 1045
by Dr. R. M. Kempner)
Q. How could you tell your press agent, one hour after the Reichs-
tag caught fire, that the Communists did that, without any
investigation?
A. Did the public relation offices say that I said that?
Q. Yes. He said you said it.
A. It is possible when I came to the Reichstag the Fuehrer and his
gentlemen were there. I was doubtful at the time, but it was
their opinion that the Communists had started the fire.
Q. But you were the highest law enforcement official in a certain
sense. Daluege was your subordinate. Looking back at it now
and not in the excitement that was there once, wasn’t it too
early to say without any investigation that the Communists
started that fire?
A. Yes, that is possible, but the Fuehrer wanted it this way.
Q. Why did the Fuehrer want to issue at once a statement that the
Communists had started the fire?
A. He was convinced of it.
Q. It is right if I say that he was convinced without having any
evidence or any proof of that at this moment?
A. That is right, but you must take into account that at that time
the Communist activity was extremely strong, that our new gov-
ernment as such was not very secure.
APPROVED:
R. M. Kempner
( Interrogator)
R. W. Sonnenfeldt
( Interpreter)
William A. Weigel
( Reporter)
430
DOCUMENT 3601-PS
AFFIDAVIT OF FORMER GERMAN ATTORNEY SIDNEY MENDEL,
28 DECEMBER 1945: GERMAN MINISTRY OF THE INTERIOR UNDER
FRICK REFUSED INTERVENTION IN CASES OF ILLEGAL ARREST
AND TORTURE OF CONCENTRATION CAMP INMATES WHEN
THESE CASES WERE REPORTED BY MENDEL IN THE YEARS 1933
AND 1934 (EXHIBIT GB-324)
SIDNEY MENDEL
INSURANCE BROKER
12 EAST 44TH STREET
NEW YORK 17. N. Y.
TELEPHONE MURRAY HILL 2-7050
December 28th, 1945
AFFIDAVIT
Sidney Mendel, Doctor of Laws, being first duly sworn,
deposes and says that, until the end of 1938, he was
a member of the Berlin bar and admitted as attorney-at-law
to the German courts. His legal residence is now 85-20
Elmhurst Avenue, Elmhurst, L.I., State of New York.
In his capacity as attorney he handled numerous concen-
tration camps cases in the years 1933 to 1938. He remembers
distinctly that, in the years of 1934 and 1935, he approached
in several cases Frick’s Reichs Ministery of the Interior
as the Agency superior to the Gestapo for the release of
concentration camp inmates. Frick’s Ministery had special
control functions over concentration camps.
The deponent further states that he informed the Ministery
about illegal arrests, beatings, torture and mistreatment
of inmates. But the Ministery declined the release and
upheld the decisions of the Gestapo.
The deponent is able and willing to testify to these facts
as a witness under oath.
431
Sidney Mendel
Sidney Mendel
3601 -PS
Subscribed and sworn to before me at New York City, State
of New York, this 28th day of December, 1945
STATE OF NEW YORK)
County of New York
Mary K. Costello
MARY K. COSTELLO
NOTARY PUBLIC, KINGS COUNTY
Kings Co. Clk’s No 665, Reg. No. 516-C-7
Certificate filed in
N.Y. Co. Clk’s No 919 Reg. No. 759-C-7
Commission expires March 30, 1947
DOCUMENT 3614-PS
LETTER FROM RIBBENTROP TO THE CHIEF OF THE HIGH
COMMAND OF THE ARMY, 3 AUGUST 1940, CONCERNING THE
DUTIES OF AMBASSADOR ABETZ IN FRANCE (EXHIBIT RF-1061)
BESCHRFJBUNG:
o Rand Mi: z. Pol. Akte (Kohle, nnterj trichen) I eckige K1 1 von Abs „7.“
(Rot) I Unterstreichungen bei i): Blau, bei 2): Kohle, bei s): Rot
Abschrift. z.Zt. Fuschl, den 3.August 1940.
Auf die an das Oberkommando der \
Wehrmacht gerichtete, von diesem
dem Auswartigen Amt femmundlich
weitergegebene Anfrage des General-
quartiermeisters vom 23.VII.1940
Nr. 10.883/40.
Der Fiihrer1) hat den bisherigen Gesandten
Abetz2) zum Botschafter2) ernannt und auf
meinen Vortrag folgendes verftigt:
I. Der Botschafter Abetz hat in Frankreich folgende Aufgaben:
1. Beratung der militarischen Stellen in politischen Fragen,
432
3614-PS
2. Standiger Kontakt mit der Vichy- Regierung und ihren
Beauftragten im besetzten Gebiet,
3. Einflussnahme auf die massgebenden politischen Personlich-
keiten des besetzten und unbesetzten Gebiets in dem von
uns gewiinschten Sinne,
4. Politische Leitung von Pres se, Rundfunk und Propaganda
im besetzten un'd Einflussnahme auf erfassbare Instrumente
der offentlichen Meinungsbildung im unbesetzten Gebiet,
5. Betreuung der aus Internierungslagem zuriickkehrenden
reichsdeutschen, franzosischen und belgischen Staatsange-
horigen,
6. Beratung der Geheimen Feldpolizei und Geheimen Staats-
polizei bei der Beschlagnahme politisch wichtiger Dokumente,
7. Sicherstellung und Erfassung des offentlichen Kunstbesitzes,
ferner des privaten und vor allem jiidischen Kunstbesitzes
auf Grund besonderer hierzu erteilter Weisungen.
II. Der Fiihrer hat hierbei ausdriicklich angeordnet, dass aus-
schliesslich Botschaf ter Abetz fur die Behandlung aller politischen
Fragen im besetzten und unbesetzten Frankreich verantwortlich
ist.2) Soweit durch seine Aufgabe militarische Interessen
berlihrt werden sollten, wird Bot-
schafter
— Seite 2 —
ter Abetz nur im Einvemehmen mit dem Militarbefehlshaber
in Frankreich handeln.
III. Botschafter Abetz wird dem Militarbefehlshaber in Frankreich
als sein1) Beauftragter zugeteilt. Sein Sitz bleibt wie
bisher Paris. Die Weisungen zur Durchfuhrung seiner Aufgaben
erhalt er von mir und ist mir ausschliesslich hierfiir ver-
antwortlich.3)
Ich ware dankbar, wenn das Oberkommando der Wehrmacht mit
moglichster Beschleunigung die erforderlichen Befehle an die be-
teiligten militarischen Stellen ergehen lassen wlirde.
gez. Ribbentrop3)
An den Herm Chef des Oberkommandos der Wehrmacht. Berlin.
433
DOCUMENT 366HPS
PROTEST BY THE DISTRICT COMMISSIONER IN SCHAULEN,
8 SEPTEMBER 1941: THE SS HAS NO RIGHT TO TRY TO GAIN
POSSESSION OF PROPERTY TAKEN AWAY FROM JEWS (EXHIBIT
GB-601)
BESCHREIBUNG:
Phot
Abschrift.
Der Gebietskommissar in Schaulen
Schaulen, am 8. September 41
Schr-Hp.
An den
Herm Reichskommissar fuer das Ostland
Riga.
Betr.: SS-Standartenfuehrer Jaeger.
Heute erschien auf der Dienststelle des Gebietskommissariats in
Schaulen ein Hauptmann Stasys S e n u 1 i s, wohnhaft in Schadow,
Kreis Ponnewesch, um zu erklaeren, dass er im Auftrage des
SS-Standartenfuehrers Jaeger alle Silber- und Goldgegenstaende,
die aus juedischem Besitz stammen, zu uebemehmen haette. Er sei
nun in Schadow und ausserdem in Radviliskis gewesen. Beide
Buergermeister haetten sich — auf eine Anordnung des Gebiets-
kommissars hin — geweigert, diese Gegenstaende auszuhaendigen.
Ich habe dem Senulis die Durchfuehrung des Auftrages von
SS-Standartenfuehrer Jaeger strikte untersagt und bitte Sie, dem
Standartenfuehrer Jaeger alle Eigenmaechtigkeiten in Judenange-
legenheiten zu untersagen.
Die beiden Bescheinigungen, die in Abschrift beiliegen, wurden dem
Hauptmann Senulis abgenommen.
Dieser neue Vorfall beweist eindeutig, dass Standartenfuehrer
Jaeger sich ueber die vom Reichskommissar und Gebietskommissar
zur Erfassung des juedischen Vermoegens erlassenen Anordnungen
hinwegsetzt und sich um Sachen kuemmert, die ihn nichts angehen.
Wenn diese Uebergriffe der SS nicht endlich aufhoeren, muss ich
als Gebietskommissar die Verantwortung fuer eine ordnungs-
maessige Erfassung des juedischen Vermoegens ablehnen. Im
uebrigen werde ich bei jeder sich bietenden Gelegenheit die Kreis-
chefs und Buergermeister schaerfstens anweisen, ausser vom
434
3661-PS
ReichskoanmissOT, Generalkammissar und Gebietskommi-ssar von
keiner Dienststelle Anweisungen entgegenzunehmen. Der Wichtig-
keit halber erhielt der Herr Generalkommissar in Kauen ein
Schreiben gleichen Inhalts.
Anlage gez.:Gewecke
DOCUMENT 3663-PS
LETTER FROM THE MINISTRY OF THE EAST TO THE REICH
COMMISSIONER FOR THE EAST, 31 OCTOBER 1941, ASKING
WHETHER THE REICH COMMISSIONER HAD FORBIDDEN EXECU-
TIONS OF JEWS IN LIBAU. DRAFT OF REPLY FROM THE REICH
COMMISSIONER, 15 NOVEMBER 1941: IS THIS QUESTION TO BE
TAR££\ As an order to destroy all jews in the occupied
eastWn territories without reference to the needs
OF C^fclAN WAR ECONOMY? (FOUND ON THE PREMISES OF THE
MINISTRY OF THE EAST IN BERLIN) (EXHIBIT USA-825)
BESCHREIBUNG:
zweiteilig
E r s t e 8 S : Bk dr I „/259144 im Bk Ti I unter Datum Stp, violett: „Reich»-
kommissar Ostland 5. XI. 1941 Hauptabt IIa“, („IIa44 hs) I durch „Reich9-
kommissar44 und „Ostland“ Schragstrich (Kop) I 1 n Stp: RK (Blau) I unter
Stp: P uni (Blau) I r u n Stp Schragstrich (Blau) I darunter: Tr.7.XI. (Ti) I
unter U: BeglVm Stp, blau, mit uni U (Ti) ! daneben Rund-Stp mit Hoheit9-
zeichen, umlaufend: „Reichsministerium fiir die besetzten Ostgebiete44
Berlin W 35, den 31. Oktober 1941
Der Reichsminister RauchstraBe 17/18
fur die besetzten Ostgebiete Fernsprecher: 21 95 15 und 39 50 46
Drahtanschrift: Reichsministerost
N r. I / 2 59 1 / 4 1
Es wird gebeten, dieses Geschaftszeichen und den
Gegenstand bei weiteren Schreiben anzugeben.
An den
Reichskomraissar Ostland
in Riga
Hermann Goring Str. 26
Von seiten des Reichs- und Sicherheitshauptamtes wird Be-
schwerde daniber gefiihrt, daB der Reichskommissar Ostland
435
S663-PS
Judenexekutionen in Libau untersagt habe. Ich ersuche in der
betreffenden Angelegenheit um umgehenden Bericht.
Im Auftrag
gez. Dr. Leibbrandt
Beglaubigt
Unterschrift (uni)
Regierungsinspektor
Zweites S : (auf der Riickseite des ersten S): gesamter T Ti I P Rot I r n
Bk: Kreuz (Rot) I Geheim-Stp rot I 1 n „Berichterstatter“: ab 18/11 R (Ti) I
im T: Satz beginnend mit „Selbstverstandlich“ bis „gebracht werden.“ in
anderer Handschrift hinzugefiigt I Unterstreichung des \Viedervorlage-Vm Rot I
darunter: vorgelegt 1. 12. R (Ti) I r daneben: Ma. 1/12. (Blei) I iiber „Tr.
8. 11. „Tru“ (?) (Grim) I im Datum „15.fcfc mit Blei eingeliigt
Der Reichskommissar f.d . Ostland
11a 4 M. 219141 g
Oeheim
V
Riga, den
11.41
1. An
den Herm Reichsminister
f.d. besetzten Ostgebiete
Betr. Judenexekutionen
Bez. Erlass v. 31. 10. 41 1/259141 Berlin
Berichterstatter: Reg. Rat Trampedach Rauchstr.17/18
Ich habe die wilden Judenexekutionen in Libau untersagt, weil
sie in der Art ihrer Durchfiihrung nicht zu verantworten waren.
Ich bitte, mich zu unterrichten, ob Ihre Anfrage v.31.10 als da -
hingehende Weisung aufzufassen ist, dass alle Juden im Ostland
liquidiert werden sollen? Soil dieses ohne Riicksicht auf Alter und
Geschlecht und wirtschaftliche lnteressen (z.B. der Wehrmacht an
Facharbeitern in Rilstungsbetrieben) geschehen? Selbstverstandlich
ist die Reinigung des Ostlandes von Juden eine vordringliche Auf -
gabe; ihre Losung muss aber mit den N otwendigkeiten der Kriegs-
wirtschaft in Einklang gebracht werden.
Weder aus den Anordnungen zur Judenfrage in der „braunen
Mappe“ noch aus anderen Erlassen konnte ich bisher eine solche
Weisung entnehmen.
2. Wv. 1.12.41 L.
Tr.8.11.
436
DOCUMENT 3666-PS
LETTER FROM THE MINISTRY OF THE EAST TO THE REICH
COMMISSIONER FOR THE EAST, 18 DECEMBER 1941: IN THE
MATTER OF THE EXECUTION OF JEWS, NO CONSIDERATION IS
IN PRINCIPLE TO BE GIVEN TO ECONOMIC INTERESTS (FOUND
ON THE PREMISES OF THE MINISTRY OF THE EAST IN BERLIN)
(EXHIBIT USA-826)
BESCHREIBUNG:
U Kop ! Bk dr I .,157“ im Bk (Ti) I zwiscfoen Bk tind Datum: 28 (Rot I 1
unter Bk: Tgb. Nr. 394/41 g RS (Ti) I darunter: A 6 T 1 (hs) I r unterhalb
Bk: Tru (?) 12T (Griin) I darunter: Eingegangen 22/12 R (Ti) I darunter: Ila
Tr. A. I. (Kop) I darunter: Ma 23/1. (Blei) I durch ..Tr.A.I.“ vom Rand r bb
unter ..Ostland“ Schraestricb (Rot) I Gebeim-Stp rot I 1 n erster Z des Adr’en:
„1)“ (Ti) I I unterhalb T: 2) Z.d.A. Ila 4. Ma 26/1. (Ti) I Unterstreicbungen
im T Griin
Der Reichsminister Berlin W 35, den
fur die besetzten Ostgebiete RauchstraBe 17/18 1 * ezem er
Fernsprecher: 21 95 15 und 39 50 46
Drahtanschrift: Reichsministerost
Nr. 1/1 / 1 5 7 / 41 geh. Reichssache
Es wird gebeten, dieses Geschaftszeichen und den
Gegenstand bei weiteren Schreiben anzugeben.
Tgb. Nr. 394/41 gRS .
Geheime Reichssache
An den
Herrn Reichskommissar fur das Ostland
Riga / Leitort Tilsit
Adolf Hitler Strasse
Betrifft: Judenfrage
Auf das Schreiben vom 15.11.1941
In der Judenfrage diirfte inzwischen durch mundliche Besprechungen
Klarheit geschaffen sein. Wirtschaftliche Belange sollen bei der
Regelung des Problems grundsatzlich unberucksichtigt bleiben.
Im iibrigen wird gebeten, auftauchende Fragen unmittelbar mit dem
hoheren SS - und Polizeifuhrer zu regeln.
Im Auftrag
Brautigam
437
DOCUMENT 3697-PS
EVIDENCE GIVEN BY FORMER PRESIDENT MIKLAS, 30 JANUARY
1946 (AT THE TRIAL OF DR. RUDOLF NEUMAYER) CONCERNING
POLITICAL EVENTS IN AUSTRIA FROM 11 FEBRUARY TO 13 MARCH
1938 (EXHIBIT USA-884)
BESCHREIBUNG:
Seite 43: linke U Ti
Abschrift
Vg 1 b Vr 445/45 Hv 187/45
3. Verhandlungstag am 3 0. Janner 1946
Beginn: 9 Uhr vorm.
Gegenwartig :
Gerichtshof, Angeklagter, Verteidiger wie am ersten Verhand-
lungstag.
Schiftf.: JAng. T r u m 1 e r
Der Zeuge Wilhelm Miklas, Gen.in ONr.29 und erganzt:
wohnhaft in Wien I.Wildpretmarkt Nr.l fremd.
Die Verteidigung erklart auf die Beeidigung dieses Zeugen
zu verzichten.
Der S T A. erklart ebenfalls auf die Beeidigung dieses Zeugen zu
verzichten.
Der Zeuge gibt sohin nach WE. und einv.EV. unbeeidet an wie
in ONr.29 und fiigt bei:
Der Vorsitzende: Seit wann kennen Sie den Angeklagten?
Der Zeuge: Eigentlich erst seit seiner Bestellung zum Finanz-
minister im Jahre 1936. An das genaue Datum kann ich mich
heute nicht mehr erinnem.
Der Vorsitzende: Also seit November 1936. Sind Ihiien viel-
leicht die Griinde bekannt, warum der Kanzler damals nachdem
der Finanzminister Dr. D r a x 1 e r aus dem Kabinett aus-
geschieden ist, auf die Person des Angeklagten kam?
Der Zeuge :Die Griinde sind mir nicht bekannt. Fur mich war
einzig und allein der Antrag des Bundeskanzlers massgebend,
der sich seine Angestellten fur die Kabinettsbildung selbst aus-
suchte. Ich habe natiirlich in diesem Falle, besonders wenn ich
wusste, dass dies im Einver-
438
3697-PS
— Seite 2 —
nehmen mit dem Nationalrat geschehen ist, keinen Einspruch
erhoben. Mir sind auch nicht die Griinde bekannt, warum sich
der Kanzler damals veranlasst gesehen hatte, gerade auf die
Person Dr.Neumayer zu greifen. Der Kanzler wollte offenbar
irgendeinen politisch nicht hervortretenden Fachmann in
Finanzsachen haben. Das war mein Eindruck.
Der V o r s. : Nach der Bestellung Dr.Neumayers zum Finanz-
minister werden Sie wiederholt mit ihm anlasslich von Empfan-
gen und sonstigen sonsigen gewissen Staatsanlassen in Beriihrung
gekommen sein. Haben Sie den Angeklagten naher kennen
gelernt?
Der Zeuge: Ich bin mit dem Eingeklagten eigentlich nicht sehr
in Beriihrung gekommen auch privat nicht .
DerVorsitzende: Konnen Sie uns nicht etwas liber die Ereig-
nisse des 12. Feber 1938 erzahlen, also der Reise des Bundes-
kanzlers nach Berchtesgaden und die daranschliessenden Folgen,
wie es zur Regierungsumbildung u.s.w. gekommen ist?
Der Zeuge: Ich weiss nur das eine, dass am 11.11.1938 ein
sogenannter ,,Vaterlandischer Ball“ in Wien stattfand. Die
Zeitungen schrieben damals, dass dies der erste offizielle Staats-
ball in Oesterreich seit der Herrschaft der„Vaterlandischen
Front" war. In diesem Zusammenhang bemerkte ich, dass ich
auf eine 52 jahrige Staatsbeamtenschaft zuriickblicke und dass
ich kein Mitglied der ,,Vaterlandischen Front" war. Ich habe dies
immer abgelehnt und zwar im Hinblick auf meine Eigenschaft
als Bundesprasident. Ich war der Ueberzeugung, das Staats-
oberhaupt
— Seite 3 —
miisse uber den Parteien stehen. Wie schwer das natiirlich war,
durchzuhalten, kann man sich vorstellen. Ich hatte einen sehr
schweren Stand.
Ich habe auch diesen offiziellen Staatsball der VF. nicht
besucht, sondern bin mit meiner Frau an diesem Tage nach
Mariazell gefahren. In Mariazell bekam ich ein Tepephonat von
dem damaligen Staatssekretar Dr. Guido Schmidt, der mir
mitteilte, es sei mit dem Kanzler und dem Fiihrer des Deutschen
Reiches, mit Hitler eine Zusammenkunft in Berchtesgaden ver-
einbart. Ich verweise in diesem Zusammenhange darauf, dass
uns ja von seiten Deutschlands in den letzten Jahren vor 1938
auf wirtschaftlichem und politischen Gebiete furchtbare Priigel
439
S897-PS
unter die Fusse geworfen worden waren, so verweise ich z.Bsp.
auf die 1000 Mark-Sperre, die unseren Fremdenverkehr in den
westlichen Alpenlandem sehr beeintrachtigte. Ich bemerke, das s
dieses Telephonat vielleicht schon am 10.11.1938 stattfand. Jeden-
falls bin idi von Dr.Guido Schmidt befragt worden, was ich zu
dieser Zusammenkunft des Kanzlers mit Hitler in Berchtesgaden
sage. Ich erklarte darauf:,, Das ist natiirlich sehr schwer". Es
wurde mir angedeutet, dass der Bundeskanzler diese Aussprache
wiinsche, es handle sich nur um eine Riickfrage an den Bundes-
prasidenten, ob es fur ihn tolerant sei. Ich fragte was soli der
Zweck dieser Aussprache sein, worauf mir erkl&rt wurde, der
Zweck sollte sein, die Miss-
— Seite 4 —
stande zu klaren, welche in der Durchfiihrung des Accords vom
Juli 1936 in Oesterreich sich herausgestellt hat. Dieser Accord
vom Jahre 1936 ist von der Regierung allein vorbereitet bezw.
von Deutschland gefordert worden und hat stattgefunden und ist
ein„gentleman agreement" geblieben, war also kein Staats-
vertrag, sondern ein Pakt zwischen den beiden Regierungschefs
von Oesterreich und Deutschland. Der Bundesprasident hatte
natiirlich gar nichts zu unterschreiben. So ist es zu diesem Ver-
trage, zu diesem „gentleman agreement" gekommen. So kam es
also auch zu diesem„Berchtesgadener Protokoll". Deutschland
hat uns durch die 1000 Mark Sperre,wie bereits erwahnt in den
westlichen Alpenlandern den besten Fremdenverkehr weg^enom-
men, so dass in den westlichen Bundeslandem eine Misstim-
mung herrschte.
Auf Befragen des ST A. gibt der Zeuge an: Allerdings ist es
richtig, dass im damaligen Zeitpunkte (11.11.1938) die 1000 Mark-
Sperre nichtmehr aktuell war.
Der Vorsitzende: Ist die Einladung beziiglich der Zusammen-
kunft des Kanzlers mit Hitler in Berchtesgaden von der osterr.
Seite ausgegangen oder von Hitler, also von deutscher Seite aus?
Der Zeuge: Diese Einladung ist von seite Deutschlands durch
Herrn v. P a p e n erfolgt. Bundeskanzler Dr. Schuschnigg fuhr
also in Begleitung Dr. Guido Schmidt nach Berchtesgaden. Nach
ihrer Riickkehr von der Berchtesgadener Reise erfolgte ein
kurzer Bericht fiber die Art und Weise, wie die Aussprache
— Seite 5 —
in Berchtesgaden stattgefunden hatte. Ich habe von dem Inhalt
des Berchtesgadener Protokolles nur das eine gehort, dass
440
3697-PS
Dr.Guido Schmidt sich stundenlang in einem Seitenraum ( Neben-
raum) des Bergjofes befand und sich bemiiht hat, mit den Ver-
trauten Hitlers diesen und jenen Punkt des Protokolls zu
Gunsten Oesterreichs zu andem,oder ganz unter den Tisch fallen
zu lassen. Dies geschah alles im Interesse Oesterreichs. Dr.Guido
Schmidt hat sich also im gewissen Sinne Verdienste um Oester-
reich erworben. Das Protokoll wurde von Hitler wie ein Ulti-
matum fiberreicht. Das wurde mir alles von Dr.Guido Schmidt
berichtet.
Der Vorsitzende: Was hat Ihnen der Kanzler uber die Berch-
tesgadener Aussprache berichtet?
Der Zeuge: Der Kanzler erzahlte, dass gewisse Punkte verein-
bart worden sind wegen eines Beamtenaustausches vor allem im
Bezug auf Wehrmachtsoffiziere. Der Kanzler berichtete also fiber
Sachen, fiber die man unter Freunden reden konnte. Das sind
so die Hauptpunkte gewesen, die mir der Kanzler genannt hat.
Der Kanzler berichtete weiters, dass beziiglich der Regierungs-
umbildung verlangt wurde, dass Seyss-Inquart in die Regierung
Dr. Schuschnigg einzutreten habe und Innenminister werde. Das
war die direkte Forderung Hitlers. Nach langem Zogern und
unter dem Eindruck des Empfanges in Berchtesgaden sowie
hinter den Kulissen stehenden militarischen Druck — Hitler
soil bei dieser Aussprache ganz rabiat gewesen sein — hat der
Kanzler diese verlangte Regierungsumbildung
— Seite 6 —
in seinem Kabinett vorgenommen. Bei Nichterfiillung dieser
Forderung Hitlers bestand die grosste Gefahr des Ausbruches
eines Krieges. Hitler hat dem Kanzler eine kurze Spanne Zeit
zugestanden, damit Dr.Schuschnigg in Oesterreich mit seinen
Leuten fiber diese Forderung reden konne.
Ich glaube es wurde dem Kanzler eine Zeit bis 15. II. 1938
gelassen. Die massgebenden Regierungsmitglieder in Oesterreich
erklarten damals dass wir trachten mfissen, dass wir nachgeben
konnen. Es bestand ja die Gefahr des Ausbruches eines zweiten
Krieges, der unter Umstanden eine furchtbare Gefahr fur ganz
Europa gewesen ware.
Diese Regierungsumbildung im Kabinett Dr.Schuschnigg durch
Bestellung Seyss-Inquart zum Innenminister ist dann in diesem
Zeitpunkt erfolgt. Seyss-Inquart wurde alsolnnenminister und
hat sofort im nationalsozialistischen Sinne die Nationalsozialisten
auch zur Unterstfitzung der Polizei herangezogen, wie diesja auch
unter Dr. Dollfuss seinerzeit der Fall war und wie es ja auch
vorher unter der sozialdemokratischen Herrschaft der Fall war,
441
2697 -PS
wo ja der „ Repub likanische Schutzbund“ aufgestellt wurde. Man
kann sich vorstellen, welchen schweren Stand ich -unter diesen
Parteien hatte, die selber ihr eigenes privates Militar gehabt
haben. In meiner Eigenschaft als Bundesprasident war ich sozu-
sagen der „chinesische Priigelknabe“ fur die Regierung, der
momentan am Ruder befindlichen Partei.
— Seite 7 —
Der Vorsitzende: Sie haben nun forderungsgemass Seyss-
Inquart zum Innenminister bestellt? 1st Ihnen die Person Seyss-
Inquart bis zu diesem Zeitpunkte bekannt gewesen Oder erst
bekannt geworden?
Der Zeuge: Sie ist mir bekannt geworden seit seiner Bestellung
zum Innenminister, vorher habe ich Seyss-Inquart nicht gekannt.
Ich habe nur gehort, dass er sich in Dobling draussen ganz gut
mache, er jedenfalls ein Mann sei, mit dem man reden konne.
Es wurde mir weiters erzahlt, dass Seyss-Inquart sogar ein
fleissiger Kirchenbesucher sei. Mehr wusste ich iiber die Person
Seyss-Inquart nicht, personlich habe ich ihn bis zur Minister-
bestellung nicht gekannt.
Der Vorsitzende: Ist diese Bestellung des Innenministers
Seyss-Inquart ein schwieriges Problem gewesen?
Der Zeuge: Es ist nicht nur ein schwieriges Problem gewesen,
sondem es ist direkt durch die Umstande, die damals am Ball-
hausplatz im Bundeskanzleramt herrschten erzwungen worden.
Der Bundesprasident konnte unter dem Drucke, Oesterreich vor
dem Aergsten zu bewahren, namlich den Einmarsch der deutschen
Truppen, die ja als Feinde zu betrachten waren, und einen
Bombenkrieg zu verhindern, nicht anders handeln. Wien ware
ja von seiten der Deutschen „niedergebombt“ worden.
Der S T A : Haben Sie nicht vorher eine Riickfrage an die West-
machte gerichtet, ob Sie dem Berchtesgadener Abkommen zu-
stimmen sollen?
— Seite 8 —
Der Zeuge: Der Kanzler hat ununterbrochen mit den Gesandten
der Westmachte Fiihlung genommen und hat auf die schwierige
Lage Oesterreichs gegeniiber der Drohung die vom Hitler-Reiche
gegen Oesterreich bestand ununterbrochen aufmerksam gemacht;
aber Verstandnis hat er dafiir sehr wenig gefunden. Gerade die
fuhrenden Manner der Westmachte haben nur ihre eigenen
Landesschwierigkeiten im Auge behalten. Mussolini hat sich in
442
3697-PS
den letzten Stunden iiberhaupt verleugnen lassen. Audi von
Seite England bestand kein rechtes Interesse. Wir flihlten uns
tatsachlich von Europa verlassen.
Der Vorsitzende: Hat der Angeklagte, der damals Finanz-
minister war, an Ministerratssitzungen des Kabinetts Dr.Schusch-
nigg teilgenommen?
Der Zeuge: Ja
D e r V o r s. : 1st Ihnen bekannt, ob und inwieweit die einzelnen
Minister liber die Vorgange von Berchtesgaden und die Forde-
rung von Seite Hitlers informiert wurden?
Der Zeuge: Dariiber kann ich keine Angaben machen, das weiss
ich nicht. In diesem Zusammenhang bemerke ich, dass ich an
Ministerratssitzungen in meiner Eigenschaft als Bundesprasident
nicht teilnehmen konnte. Ich habe mich jedenfalls mit dem
Angeklagten liber das Berchtesgadener Abkommen und dessen
Auswirkungen nicht unterhalten. Ich kann daher nicht sagen, ob
der Angeklagte in diesem Punkte gut informiert war Oder nicht.
— Seite 0 —
D e r V o r s. : Was ist Ihnen bezliglich der Ereignisse am Freitag
den 11.III.1938 in Erinnerung. Was hat sich damals im Bundes-
kanzleramt abgespielt, was haben Sie damals selbst erlebt?
Der Zeuge: Ich muss eigentlich schon sagen, dass ich von Seiten
der Regierung liber die damaligen Vorgange bezliglich der schwie-
rigen Situation in der sich Oesterreich damals befunden hatte*
nicht am Laufenden gehalten wurde. Ich wurde nicht von alien
Ereignissen verstandigt, die sich aussenpolitisch abgespielt haben.
Allerdings hatte ich dagegen auch nichts unternehmen konnen.
Die Folge davon, dass ich nicht von alien Dingen verstandigt
wurde, ist gewesen, dass ich eigentlich von der flirchterlichen
drohenden Zuspitzung der auswartigen Lage ziemlich liberrascht
war. Da Schuschnigg mit den Westmachten wie mit Paris, London
in Verbindung stand, habe ich die Sache nicht so drohend und
tragisch genommen.
Der Vo rs.: Was konnen Sie bezliglich der Volksabstimmung
sagen?
Der Zeuge: Diese Volksabstimmung ist dem Kanzler von Seite
Frankreich angeregt worden. Der Kanzler hatte diese Volks-
befragung flir eine gute Sicherung Oesterreichs betrachtet. Man
hatte sich dann vor der Oeffentlichkeit darauf berufen konnen,
dass Oesterreich besteht, auf Grund der Volksbefragung. Oester-
reich hatte dann als Staat erhalten bleiben mtissen. Nur war
diese Volksabstimmung zu spat angeordnet worden. Hatte man
sie frliher, wie ich ununterbrochen darauf gedrangt habe,
443
3697-PS
Seite 10 —
vielleicht im Jahre 1934 oder 1935 durchgefiihrt, so ware vielleicht
die Sache anders gewesen. Hatte man sie nach der Ermordung
Dr.Dollfuss durchgefiihrt, so ware sie „w a h r s c h e i n 1 i c h“
noch im richtigen Zeitpunkte erfolgt. Aber selbst dieses „wahr-
scheinlich" ist mir fraglich. Denn mir wurde gesagt, das s damals
bereits die Situation in Oesterreich eine derartige war, dass es
bei einer eventuellen Volksabstimmung zum Kampfe der Parteien
mit den Waffen gekommen ware, das heisst also dass es zu einem
Biirgerkrieg gekommen ware. Denn damals war Oesterreich
schon sehr stark mit dem Nationalsozialismus infisziert gewesen.
Eine damalige Volksabstimmung hatte vielleicht erst recht das
Eingreifen seitens Hitlerdeutschland in die Wege geleitet.
Zu Beginn der Woche zum 11. III. 1938 ist also das Problem der
Volksabstimmung aufgetaucht. Der Kanzler ist damals mit dem
Aussenminister zu mir gekommen — auch andere Manner
sprachen in dieser Sache bei mir vor — und hat gemeint, dass
eine Volksabstimmung im Hinblick aufdie morrlische Sicherung
des Staates notwendig ware. Ich habe natiirlich mit Freuden
zugestimmt und bemerke in diesem Zusammenhange, dass diese
Volksabstimmung formell durch den Bundesprasidenten einberu-
fen werden musste.
Der Kanzler hat mich also mit dem Aussenminister aufgesucht
und ich stimmte der Volksabstimmung zu. Der Kanzler fuhr
dann nach Innsbruck und hielt dort in seinem Parteikreise in
der VF. die alien bekannte im osterreichischen Sinne gehaltene
Rede.
— Seite ll —
Er kehrte daraufhin nach Wien zurtick und von diesem Augen-
blick an begann sofort der Gegenstoss seitens der National-
sozialisten, die sich damals bereits durch die angekundigte
Militarmacht von seiten Hitlers gedeckt fiihlten. Diese verbotene
nationalsozialistische Partei hat sich also schon auBerlich sichtbar
bemerkbar gemacht. Oesterreich w;ar damals von dein. Nazis
unterminiert. Es wurde nun zwischen Hitler und dem Kanzler
hin- und her geschrieben. Schuschnigg versuchte irgendeinen
Ausweg zu finden. Schuschnigg bestand darauf, die Volksabstim-
mung durchzufiihren. Inzwischen traten die Ereignisse am
11 .111.1938 ein. Beziiglich dieser Vorgange am 11. III. 1938 mochte
ich sagen: Ich war damals immer noch im Glauben, was kann
uns schon passieren, schliesslich haben uns die Grossmachte und
444
3697-PS
auch Italien Schutz zugesichert, Hitler wird es ja nicht wagen
uns militarisch auf die Knie niederzu zwingen. Aber schliesslich
war die nat.soz. Revolution im Inneren des Landes, gestarkt durch
das Bewusstsein, dass die Nazi von Deutschland absolut milita-
rische Hilfe bekommen werden, nichtmehr auszuhalten. Diese
nat.soz. Revolution im Inneren des Landes ist immer weiter
gegangen und es erfolgte schliesslich das militarische Ultimatum
von Seiten Hitlers. «
Am Freitag den 11.III.1938 um die Mittagszeit habe ich von
einem militarischen Ultimatum, iiberhaupt von einem Ultimatum,
keine Kenntnis gehabt. Um die Mittagszeit fuhr ich nach Hause
zu meinem bescheidenen
Seite 12 —
Mittagessen. Zu Hause erhielt ich ein Telephonat des Aussen-
ministers, dass soeben ein Ultimatum an die osterr. Regierung
von Seiten Deutschlands gestellt wurde, dass die Einsetzung
Seyss-Inquart als Bundeskanzler, also die Bildung einer neuen
Regierung unter Fiihrung Seyss-Inquart, verlange. Wahrscheinlich
verlangte auch das Ultimatum die Absetzung der fur Sonntag
in Aussicht genommenen Volksabstimmung. Die Volksabstim-
mung sollte unter nat.soz.Fiihrung stattfinden. Dieses Ultimatum
war glaublich nicht befristet. Dieses Ultimatum wurde an die
Regierung Schuschnigg gestellt und nicht an den Staatschef.
Nattirlich wollte Dr.Schusehnigg die Verantwortung nicht allein
tragen und man hat mich also verstandigt und gebeten, ich moge
in das Kanzleramt kommen. Um etwa 2 Uhr Nachmittag kam
ich ins Bundeskanzleramt und es wurde mir von diesem Ulti-
matum personlich Mitteilung gemacht. Ich sagte, „dass ist ganz
ausgeschlossen, niederzwingen lassen wir uns nicht, wir haben
doch „Schutzmachte“ so z. Bsp. in Genf und wir wollen wissen,
was die dazu sagen.“ Wir teilten den Westmachten sofort das
Ultimatum mit. Zu diesem Zwecke hat der Gesandte Ludwig
Telephonate mit Rom, Paris und London gefiihrt. Es wurden
Fernschreiber in Aktion gesetzt. Man wollte die Stimmung der
Regierungskreise der Westmachte ausfindig machen. Ich habe
gesagt, dass das Ultimatum abzulehnen ist. Das scheint auch in
irgendeiner Form seitens der Regierung geschehen zu sein,
worauf dann das Deutsche Reich mit einem militari-
Seite 13 —
schen Ultimatum gekommen ist. Dieses militarische Ultimatum
enthielt die gleiche Forderung wie das erste.Dieses Ultimatum
war an das Staatsoberhaupt, also an mich, gerichtet.
445
3697-PS
Der Vors.: Warm wurde dieses militarische Ultimatum gestellt?
Der Zeuge: In den Nachmittagstunden um die Jausenzeit herum.
Audi dieses Ultimatum habe ich abgelehnt. Es kam dann der
Staatssekretar Dr.Keppler, dem ich erklarte, dass tch das Ulti-
matum ablehne. Es wurde nun ein zweites militarisches Ultima-
tum gestellt, das war um za. V27 Uhr abends. Dieses zweite
Ultimatum hat mir Generalleutnant Muff gebracht. Die beiden
militarischen Ultimate waren bis*V28 Uhr abends befristet. Nach
Ablauf dieser Frist wurde mit dem Einmarsch der deutschen
Truppen — es standen 200.000 Mann an der Westgrenze von
Bregenz bis Passau — in Oesterreich gedroht. Es wurde damit
gedroht, dass sich die deutschen Truppen mit Gewalt das
erzwingen, was das Ultimatum fordert. Idi habe den beiden
Herren Dr.Kepler und Gen.Leutn.Muff (mit Letzterem stand ich
auf gutem Fuss) erklart, dass ich das Ultimatum ablehne. Ich
bedauerte noch Gen.Leutn.Muff dass gerade er dazu ausersehen
wurde, mir das Ultimatum zu uberreichen. Ich habe beide Ulti-
mate abgelehnt und habe den beiden Herren gesagt, wer in
Oesterreich Regierungschef ist, bestimmt Oesterreich allein, so
wie dies ja in Luxenburg, in Holland, Belgien, Danemark und
auch in den skandinavischen Staaten
— Seite 14 —
der Fall ist, warum soil man uns dieses Recht nicht auch ein-
raumen, ich bestehe darauf, die Regierungsbildung bestimmt
einzig und allein Oesterreich selbst und seine Funktionare. Das
wurde von den beiden Herren zur Kenntnis genommen.
Ich habe selbstverstandlich davon dem Kanzler Mitteilung
gemacht. Es hat damals eine standige Fiihlungnahme zwischen
mir und dem Kanzler in den kritischen Stunden des 11.3.1938
bestanden und zwar bis in den Morgenstunden des 12.3.1938.
Ebenso bestand auch zwischen uns mit Dr. Guido Schmidt eine
standige Fiihlungnahme. Nachdem auch Dr.Schuschnigg die
bekannte Abschiedsrede in den Abendstunden hielt, war err
immer noch vorlaufig bestellt mit der Fortfiihrung der Regierung
bis zur Bildung einer neuen Regierung. Bevor Dr. Schuschnigg
diese Radiorede hielt, hat er mir schon gesagt, dass er demis-
sioniert.
Der Vorsitzende: Kennen Sie diese Radiorede?
Der Zeuge: Ich habe diese Radiorede nicht gehort, sie wurde
mir nur nachher erzahlt.
446
3657-PS
Der Vors. : Der Kanzler sagte in dieser Rede Folgendes:
„Der H.Bundesprasident beauftragt mich, dem osterr. Volke mit-
zuteilen, dass wir der Gewalt weichen. 1st Ihnen dieser Passus
in Erinnerung?
Der Z e u g e : Es ist ganz ausgeschlossen, dass ich einen solchen
Auftrag gegeben habe. Ich habe in Bezug auf den Inhalt dieser
Rede nie etwas gesagt. Aus der Beratung, die ich mit dem
Kanzler hatte — er sagte doch, wir miissen doch sagen, dass wir
der Gewalt weichen miissen — mag das eine Schlussfolgerung
von ihm sein.
— Seite 13 —
j
Ich habe iiberhaupt zu dieser Radiorede des Kanzlers keinen
einzigan Auftrag gegeben. Es ist nur eines geschehen. Dr.Schusch-
nigg sagte bereits in den Nachmittagsstunden zu mir, dass e£
demissioniere. Diese Demission ist auch glaublich durch das Radio
verkiindet worden. Das wirdso um 2 oder 3 Uhr nachmittags
gewesen sein. Es ist aber moglich, dass diese Demission im Radio
nicht verkiindet wurde, sondern dass die Absage der Volksabstim-
mung verkiindet wurde. Jedenfalls wurde aber der Presse von
der Demmissionierung des Kanzlers Mitteilung gemacht. Ich
sagte damals „wir sind noch nicht so weit, dass wir kapitulieren
miissen“.
D e r V o r s. : Hat Ihnen der Bundeskanzler das zweite Mai gesagt,
dass er seine Demission der Oeffentlichkeit mitteilen werde?
Der Zeuge: Nein. Nach altem Brauch teilt man das der Presse
mit. Ich bemerke, dass ich nicht gewusst habe, dass der Kanzler
selber sprechen will.
Auf die Radiorede des Kanzlers zuriickkommend, in welcher er
sich auf einen Auftrag von mir beruft, dass wir der Gewalt
weichen musste, bemerke ich, wie bereits erwahnt, dass dies
eine Schlussfolgerung von ihm war im Hinblick auf die Gesprache
mit mir und Dr. Guido Schmidt. Er sah sich dazu moralisch
berechtigt, da uns Europa ja im Stiche liess. Die Gesprache mit
Paris, London und Rom sind indessen weiter gegangen, aber
alles ist negativ verlaufen. Mussolini war nicht zu finden. Paris
hat gesagt „wir haben mit der neuen Kabinettskrise im eigenen
— Seite 16 —
Lande Sorgen genug. “ Es war einfach eine Situation, die direkt
zum Kampfe iiber Oesterreich gefiihrt hatte unter Beginn eines
zweiten Weltkrieges. Diese furchtbare Situation war fur ganz
Europa gegeben. Nachdem ich sowohl innen als auch aussen-
politisch vollig verlassen war, konnte nur eine Losung gefunden
447
3697-PS
werden, dass jemand als Kanzler eingesetzt werde, der auch
als Unterhandler von der Gegenseite also von der deutschen
Reichsregierung angenommen wurde.
Der V o r s. : Die Situation war damals also so, dass man sagen
kann, der Staat Oesterreich hat sich im Zeichen des argsten Not-
standes befunden, am Rande des Krieges?
Der Zeuge: Ja, das ist zweifellos so gewesen.
Der V o r s. : Haben Sie sich personlich als Staatsoberhaupt durch
diesen Notstand des Staates auch selbst in einem Notstand
befunden? Ist Ihnen auch die innere Situation in diesen kritischen
Tagen bekanntgewesen? Haben Sie gewusst, was sich damals in
den Strassen Wiens abspielte?
Sr
Der Zeuge: Jawohl, das wurde mir ab und zu mitgeteilt, was
sich in den Strassen abspielte. Ich wusste auch, das das Kanzler-
amt von den Nazi eingeschlossen war. Ich wusste sogar noch mehr.
Ich wusste, dass eine Abordnung von Nazirebellen in das Kanzler-
amt eingelassen wurden; aber dass diese durch Seyss-Inquart
in das Kanzleramt eingelassen worden ist, der ia derlnnenminister
war und dem die Exekutive in die Hand gegeben war, habe ich
erst nachtraglich erfahren. Was sich auf den Strassen abspielte,
wusste ich aus Berichten.
— Seite 17 —
Der V o r s. : Haben Sie nicht selbst auch fur Ihre Person als
Staatsoberhaupt das Gefiihl gehabt in einer gewissen Notlage
zu sein?
Der Zeuge: Sicherlich.
Der V o r s. : Haben Sie das Gefiihl gehabt, dass Sie noch frei in
Ihren Entschliissen und Handlungen sind?
Der Zeuge: Durch die Notlage ist man nicht mehr frei. Das ist
Zwang. Ich habe also unter Zwang diese Regierungsumbildung
vorgenommen. Das war innerer und ausserlicher Zwang. Dieser
Zwang ist soweit gegangen, dass er meinePerson als Staats-
oberhaupt inbegriffen hatte. Jedenfalls war mir meine eigene
Situation, dass ich ein Gefangener der Strasse bin, vollkommen
klar. Das war nichtmehr der Wille der Obrigkeiten, sondern
Diktatur.
Das militarische Ultimatum war bis V28 Uhr abends, befristet.
Nach dieser Frist sollte bei Ablehnung des Ultimatums das
deutsche Heer einmarschieren. Aber meine feste Haltung und
Ablehnung des Ultimatums hat so viel Erfolg gehabt, dass die
deutsche Wehrmacht mit dem Einmarsch bis zum nachsten
448
3697-PS
Morgen wartete; sie konnte dies auch vom militarischen Gesichts-
punkt aus leicht tun, weil noch in den Abendstunden des 11.3.1938
die osterr. Wehrmacht sich auf Grund eines Heeresbefehles etwas
von der Inngrenze zurtickgezogen hatte um eine gesicherte Stel-
lung einzunehmen.
D e r V o r s. : 1st auch die Frage gepriift worden, ob man iiberhaupt
mit unserer Wehrmacht Widerstand leisten kann?
Der Zeuge: Jawohl, diese Frage wurde iiberpriift, der kleine
— Seite 18 —
Staat Oesterreich hatte einige 20.000 Mann im Bundesheer stehen,
also 10,000 bis 12.000 Mann diirften vielleicht an der Westgrenze
gestanden sein; ihnen stand fast die 20 fache Uebermacht gegen-
iiber, wobei die Ueberlegenheit der deutschen Luftwaffe nicht
zu iibersehen war. Ich habe den Beratungen auch den Heeres-
inspektor, General der Infanterie Schilhawsky zugezogen.
Mit diesem habe ich liber die Frage ob Widerstand geleistet
werden kann oder nicht allein gesprochen. Dieser hat mich gebeten,
ich moge ihn von dieser Mission, namlich ob es moglich ist Oester-
reich eventuell zu verteidigen, befreien. Er nannte mir in diesem
Zusammenhange einen anderen General, mit dem ich — mich
in diesem Punkte beraten sollte. DenNamen dieses Generals
mochte ich aber nicht nennen.
Der V o r s. : Ist iiberhaupt die Moglichkeit diskutabel gewesen
Widerstand zu leisten?
Der Zeuge: Nein. Das war von vornherein eine verlorene Sache.
Die Frage eines Widerstandes wurde gepriift. Die Generalitat
hat dazu gesprochen und es wurde von vornherein die Aus-
sichtslosigkeit erkannt.
Da ich also innen-und aussenpolitisch vollig verlassen war, ent-
schloss ich mich endlich, um unniitzes Blutvergiessen zu
vermeiden und in diesen kritischen Stunden die Existenz und das
Leben des osterr. Volkes zu retten, die Bestellung eines National-
sozialisten zum osterr. Kanzler durchzufiihren. Ich bestellte also
um die Mitternachtstunde Dr. Seyss-Inquart, den bisherigen
Innenminister,
— Seite 19 —
zum osterr. Bundeskanzler. Ich rettete auf diese Weise dasLeben
meiner Soldaten und damit auch dasLeben und die Existenz
meiner Heimat. Schon aus politischen Griinden (nichtmilitari-
schen Griinden allein) musste ich kapitulieren. Es hat keinen
449
3697-PS
anderen Ausweg gegeben. Es wurde mir mitgeteilt, wie furcht-
bar die deutsche Wehrmacht nach Hitlersbefehl vorgehe. Die
Auffindungen die man in Berlin gemacht hat, zeigen mit welch
scharfen Tonen Hitler seine Truppen hatte einmarschieren lassen.
Auch das Leben der Zivilbevolkerung vor allem der arbeitenden
Bevolkerung Wiens war gefahrdet. Vielleicht wenn ich hatte Zeit
gewinnen und mich mit Verhandlungen des deutschen Reiches
hatte einlassen konnen, vielleicht ware es mir da gelungen, die
Westmachte fur Oesterreich zu interessieren.
Der V o r s. : Haben Sie mit Seyss-Inquart vor seiner Bestellung
zum Bundeskanzler gesprochen?
Der Zeuge: Nein, er wurde erst dann gerufen; selber ist er
nicht gekommen. Ich habe mit ihm nicht verhandelt. Ich ver-
handelte auch nicht mit dem Minister Glaise-Horstenau. Ich habe
Seyss-Inquart rufen lassen, nachdem ich zu der bereits geschil-
derten Erkenntnis gekommen bin. Ich habe sogar an die Bestel-
lung eines anderen Regierungschefs gedacht. Das war aber
unmoglich. Ich liess also Seyss-Inquart rufen. Wie sehr man bei
der Gegenseite wusste, dass der einzige Widerstand meine Person
ist, zeigt, dass Tags darauf (12.3.1938) in den Morgenstunden
Himmler im Flugzeug
— Seite 20 —
aus Berlin kommend in Wien eingetroffen war. Seine erste For-
derung an den neuen osterr.Bundeskanzler war die Absetzung
des Bundesprasidenten. Damit geht eindeutig hervor, dass ich
der einzige letzte Widerstand in Oesterreich war.
Der Vors.: Hat Ihnen bei der Designierung des neuen Bundes-
kanzlers in der Person Seyss-Inquarts, dieser Ihnen mitgeteilt,
welche Minister er (Seyss-Inquart) in Aussicht genommen hat.
Der Zeuge: Seyss-Inquart hat mir damals keine Ministerliste
prasentiert. Er erklarte mir damals, dass er sich auf kurze Zeit
zuriickziehen miisse um mitseinen Parteigenossen zu sprechen.
Erst einige Zeit nach seiner Bestellung zum osterr. Regierungs-
chefs hat er die Ministerliste zusammengestellt. In Wirklichkeit
wurde unter den bereits eingelassenen Nationalsozialisten im
Kanzleramte eine Ministerliste gebildet. Es hat sich also bereits
eine Regierungsrevolution aufgetan bevor ich noch den neuen
Regierungschef bestellt hatte. In der Ministerliste schienen Na-
men von Oesterreichern auf wie z.Bsp. Prof. M e n g h i n u.s.w.
Ich sagte mir, dass diese Leute, die Oesterreicher sind, doch
irgendwie trachten werden, dass Oesterreich irgendwie giinstig
gestellt werde und dass Oesterreich vielleicht ein halbsouveraner
Staat bleiben werde.
450
3697-PS
Der Vors.: Hat Ihnen der Kanzler, wie Sie ihn gerufen haben,
gesagt, was er nun zu tun gedenkt? Haben Sie ihn gefragt, was
er in den nachsten Stunden fur Schritte unternehmen werde?
— Seite 21 —
Der Zeuge: Nein, ieh werde ihn doch nicht fragen, wenn ich ihn
gezwungener Massen zum osterr.Regierungschef bestellen musste.
Ich wusste das eine, dass die Nazi in irgendeiner Form den An-
schluss an das deutsche Reich * haben wollten. Das ich dieser
Forderung ablehnend gegenuber stehe, hat Seyss-Inquart gewusst,
daher war ein gegenseitiges Fragen vollkommen iiberflussig.
Der Vors.: Warm ist Ihnen die Ministerliste prasentiert worden?
Der Zeuge: Um die mitternachtliche Stunde nach der Bestellung
Seyss-Inquart zum osterr. Regierungschef. Auf der Liste er-
schienen die Namen: Dr.Neumayer, Prof. Menghin, Reinthaler,
Jury, Wolff, Fischbock und Hueber auf.
Ich habe dann angeordnet, dass am Samstag den 12. 3. 1938die
Beeidigung der Regierungs Seyss-Inquarts erfolgte. Bei dieser
Beeidigung habe ich eine ganz kurze Ansprache gehalten. Das
Wesentliche dieser Ansprache war, dass ich sagte:,, Herr Bundes-
kanzler und Herren Minister, Sie werden von mir nicht verlangen
dass ich uber die Ereignisse derletzten T age mit Ihnen spreche
und eine Auseinandersetzung wolle. Ich habe nur das eine von
Ihnen zu fordern, Sie sind bestellt auf Grund der osterr. Ver-
fassung und haben nach der osterr. Verfassung alle Rechte und
alle Pflichten fur Oesterreich zu erfullen.“ Seyss-Inquart ist
osterr.Staatschef gewesen. Die Beeidigung der neugebildeten
Regierung wurde nach der alten osterr. Formel durchgefiihrt.
— Seite 22 —
Samtliche Minister haben einen osterr. Diensteid geleistet und
zwar auf eine osterr. Regierung. Diese Beeidigung war za. um
10 Uhr vorm. des 12. 3. 1938
Der Vors.: Ist sogleich nach dieser Zeremonie der Beeidigung
oder etwas spater der Angeklagte bei Ihnen erschienen?
Der Zeuge: Das war erst spater und nicht unmittelbar an-
schliessend an die Beeidigung. Es lag aber meines Erachtens nur
eine kurze Spanne Zeit dazwischen. Der Angeklagte hat mir fur
seine Wiederenennung als Finanzminister gedankt, was aber
nicht iiblich gewesen war. Ich habe den Angeklagten aufmerksam
gemacht, dass Seyss-Inquart ihn eiegtnlich zum Finanzminister
bestellt hat und sagte ihm, dass Seyss-Inquart ihn als seinen
Mitarbeiter berufen hat. Weiters erklarte ich dem Angeklagten,
dass ich mit der ganzen Geschichte nicht einverstanden bin und
451
3G07-PS
deutete ihm auch an, dass ich in dieser Situation nicht langer als
Bundesprasident bleiben kann.
Auf Befragen des Vorsitzenden gibt der Zeuge an: Moglich ist,
dass ich die Bemerkung machte, dass ich unter Bajonetten nicht
mehr langer Bundesprasident bleiben kann. Ich habe dem Ange-
klagten auch mit Deutlichkeit gesagt, dasser selbstverstandlich
nicht annehmen kann, dass ich damit einverstanden bin, was in
der letzten Nacht vorgegangen ist. Der Angeklagte war dariiber
etwas erstaunt, dass ich ihm sozusagen meine Demission ankiin-
digte und in dem neuen System nicht mitarbeiten will. Er musste
also damit rechnen, dass ich nicht
— Seite 23 —
einverstanden bin.
Der ST A: Sie haben gesagt, es war Ihnen klar, wie Sie Seyss-
Inquart zum Regierungschef bestellten dass der Anschluss an das
Reich folgen wird und trotzdem haben Sie die Minister beeiden
lassen. Haben Sie da unter Zwang gehandelt? Warum haben Sie
die Beeidigung vorgenommen?
Der Zeuge: Die Beeidigung eines jeden von mir ernannten
Kabinetts ist eine Pflicht des Bundesprasidenten, bestellt war
Seyss-Inquart als osterr. Minister. Er war der Unterhandler
Hitlers. Es war die Moglichkeit vorhanden, dass durch ihn Oester-
reich als souveraner Staat oder vielleicht als halbsouveraner
Staat so wie Bayern bleiben wird.
Als Himmler bereits in Wien war, hat Seyss-Inquart seinen
Staatssekretar Dr.Wimmer zumir geschickt, welcher mich auf-
klarte um was es sich nun handelte. Es wurde die Forderung von
Deutschland gestellt, dass ich als Bundesprasident abgesetzt
werde. Seyss-Inquart der mich ebenfalls zu diesem Zwecke auf-
suchte, redete zunachst herum, dass es ihm furchtbar peinlich sei,
aber er musse sich diesem Befehl des deutschen Reiches unter-
werfen und er lege mir daher nahe meine Demission zu bean-
. tragen. Beziiglich der Demission nahm ich folgenden Standpunkt
ein: Ich habe wiederholt unter Dollfuss meine Demission natiir-
lich intern, ohne dass dies in der Oeffentlichkeit verlautbart
worden ware angeboten, weil ich es nicht ertragen habe, dass das
Staatsoberhaupt fur die Regierung bezw. der jeweiligen Regenten
— Seite 24 —
sozusagen vor der Oeffentlichkeit nach innen und aussen hin
verantwortlich gemacht wird. Ich hatte es damals einfach satt.
In dem Moment aber, wo der auswartige Feind solcho Forderung
an mich stellte, habe ich mich verpflichtet gefiihlt jetzt erst
452
3697-PS
recht zu bleiben. Ich bin geblieben und habe dann am 13.3.1938,
als man mir in meine Dienstwohnung das Wiedervereinigungs-
gesetztbzur Unterschrift vorlegte — das war gegen 5 Uhr nach-
mittags — dies verweigert. Zu diesem Zweck erschienen
Seyss-Inquart mit dem damaligen Bundesminister Menghin in
meiner Dienstwohnung. Ich habe mich geweigert dieses Wieder-
vereinigungsgesetz zu unterschreiben und zwar aus staatspoli-
tischen Griinden. Diese Weigerung ist nicht nur auf meine
grundsatzlich gegenteilige Einstellung zuriickzufuhren gewesen,
sondern ich weigerte mich auch, weil ich nach der osterr. Ver-
fassung verpflichtet gewesen ware vor der Unterzeichnung, die
ja nur die Unterschrift des Staatsnotars zu bedeuten hatte, nam-
lich die Beglaubigung, dass das betreffende Gesetz nach der
Verfassung richtig formell zustande gekommen sei, vorerst noch
iiber dieses „Gesetz“, das ja die Souveranitat Oesterreichs preis-
gab, eine allgemeine Volksabstimmung hatte einleiten miissen. Zu
einer solchen Volksabstimmung war aber keine Zeit mehr vor-
handen durch das impulsive starke Eingreifen Hitlers — Hitler
soli ja gesagt haben „was Oesterreich betrifft bin ich in 3 Tagen
fertig". Darauf hat die Regierung wiederum den Art. 3 der
Bundesverfassung
— Seite 25 —
genommen. Seyss-Inquart wollte mit Hilfe des Art. 3 der Ver-
fassung von 1934 dem bereits geschilderten Verlangen Himmlers
Rechnung tragen. Er war aber damit einverstanden, dass ich mich
bereit erklarte, ihm in Anbetracht der damaligen Lage Oester-
reichs im Sinne des Verfassungsartikels 77 Abs. 1 auf die Dauer
meiner Behinderung die prasidentiellen Funktionen zu iiber-
tragen ohne selbst zu demissionieren. Infolge der Weigerung, das
Anschlussgesetz zu unterschreiben, ist keine Beurkundung
erfolgt. Denn die Beurkundung ist von mir ausgeblieben. Jetzt
musste natiirlich auf andere Weise durch die Unterschrift Seyss-
Inquart und aller Minister das Anschlussgesetz kundgemacht
werden. Ich habe damals in meiner Dienstwohnung ein Schreiben
an den Kanzler (Seyss-Inquart) gerichtet, dass ich ihm auf Grund
des Verfassungsatrikels 77 Abs. 1 auf die Dauer meiner Behin-
derung die prasidentiellen Funktionen, wie ich oben bereits
angegeben habe, iibertrage. Dazu war als Zeuge der Minister
Menghin beigezogen.
Das „Anschlussgesetz“ das mir vorgelegt wurde, war ein Ent-
wurf. Das Original habe ich nicht gehabt, sondern ich hatte nur
eine Abschrift in Handen. Vorher hat der Ministerrat beschlossen
gehabt, dass Seyss-Inquart der Alleinbevollmachtigte sein muss.
453
3637-PS
Der S T A.: Sie haben uns gesagt, dass Sie Seyss-Inquart unter
innen- und aussenpolitischen Zwang zum Regierungschef bestellt
haben. Sie haben gewusst, welchen Kurs das Kabinett Seyss-
Inquart einhalten wird. Warum haben Sie nicht am 13.3.1936 als
man Ihnen die Demission
— Seite 26 —
nahegelegt hat, nicht demissioniert? Was war damals noch zu
retten?
Der Zeuge: Ich habe eine Demission fur eine feige Flucht ge-
halten. In dieser Notstunde mein Vaterland zu verlassen und
iiberhaupt nicht eine Verhandlungsmoglichkeit zu versuchen ware
eine Feigheit gewesen.
D e r S T A : Aber das war doch eine Aussichtslosigkeit. Oesterreichs
Unabhangigkeit war in diesem Zeitpunkte begraben gewesen.
Der Zeuge: Das mag sein.
Der S T A : Ich hatte da als Staatsoberhaupt demissioniert.
Der Zeuge: Nein, ich hatte das fur eine Feigheit angesehen.
Der S T A : Anlasslich des Berchtesgadener Abkommens haben
Sie erklart, dass sich die Westmachte desinteressiert zeigten. An
welche Verhandlungsmoglichkeit haben Sie am 12.3.1938 noch
gedacht?
Der Zeuge: Moglichkeiten bestehen immer. Man muss mit dem
deutschen Reich verhandeln, um zu wissen, was eigentlich ver-
langt werde. Ich wollte weiters Zeit gewinnen, damit auch die
Westmachte erfahren konnten, um was es sich handelt; vielleicht
hatten die Westmachte dann eingegriffen. Es handelte sich mehr
um einen Zeitgewinn, weil ich die Hoffnung nicht aufgab, dass
die Westmachte vielleicht doch noch eingegriffen hatten.
Der S T A : Es sollte mit dem deutschen Reich verhandelt werden;
auf osterr. Seite stand als Verhandlungspartner der National-
sozialist Seyss-Inquart an Stelle von Dr.Schuschnigg und auf
welchen Kurs '
— Seite 27 —
Seyss-Inquart lossteuerte und welche Richtung Seyss-Inquart
einschlug, war Ihnen ja bekannt. Seyss-Inquart der ja auf An-
trag der Gegenseite zum osterr. Regierungschef eingesetzt wurde,
konnte ja nicht den Kurs einschlagen, der entgegen den Wiin-
schen Deutschlands gelegen ist. Ich hatte an ihrer Stelle demis-
sioniert. Sie hatten die nat.soz. Regierung nicht beeiden durfen?
454
3697-PS
Der Vors.: Haben Siedie Meinung gehabt, es ware eine Verhand-
lungsmoglichkeit gegeben mit dem deutschen P artner, nachdem
doch Seyss-Inquart an die Stelle Dr.Schuschnigg getreten ist?
Der Zeuge: Ich war der Meinung gewesen, dass eine Verhand-
lungsmoglichkeit mit Deutschland besteht.
Der Vors.: Haben Sie hiebei an die Selbstandigkeit Oesterreichs
noch gedacht?
Der Zeuge: Ich habe gedacht, dass Oesterreich vielleicht halb-
souveran bleibenwird. Ausserdem hatte ich gute Nachricht aus
Bayern. Denn im deutschen Reich fanden sich Gegner, die mit
dem Tyrannensystem der Nationalsozialisten nicht einverstanden
waren. Alle diese Moglichkeiten mussten wir bei den Verhand-
lungen herausbringen.
Der S T A : Das kleine Oesterreich?
Der Zeuge: Jawohl das kleine Oesterreich? Auch Seyss-Inquart
musste mit seinen inlandischen Politikern sprechen, er konnte
janicht allein auf eigene Faust handeln.
— Seite 28 —
Der S T A : Das Programm der Nationalsozialisten war doch Ihnen
als Bundesprasident bekannt?
Der Zeuge: ja
DerVerteidiger: Unter dem Minister in der Regierung Seyss-
Inquart befanden sich ja Oesterreicher. War Ihnen nicht auch
Dr.Neumayer als ein serioser osterr. Beamter bekannt?
Der Zeuge: Ich kannte ihn als einen sehr brauchbaren tiichtigen
Finanzminister; wobei mich die politische Seite Dr. Neumayer
nicht interessierte. Fur mich kam in erster Linie der Bundes-
kanzler in Frage, der sich ja seine Beamten selbst aussuchte. Ich
habe ja auch in dem Minister Seyss-Inquart einen Oesterreicher
gesehen, der ja auch wissen musste, dass Oesterreich als Land
und Volk bestehen bleiben musse.
Der Verteidiger: Haben Sie Dr.Neumayer als einen guten
Oesterreicher angesehen? und ihn nicht fur einen Nationalsozia-
listen gehalten?
Der Zeuge: Ich habe Dr.Neumayer nicht zu den radikalen Nazi
gerechnet. Mir war nicht bekannt, dass er zu nationalen oder nat.
soz. Kreisen irgendwelche Verbindung hatte. Ich habe Dr.Neu-
mayer als einen osterr. Beamten gekannt.
Als Sie nach der Vereidigung der Minister mit dem Angeklagten
gesprochen haben und ihm erklarten, dass Sie nicht lange unter dem
455
3697-PS
fur Sie bestandenen Drucke Bundesprasident bleiben werden, sagten
Sie, dass der Angeklagte dariiber etwas erstaunt war. Haben Sie da
auch den geringsten Gedanken ge-
— Seite 29 —
habt, dass dieser Angeklagte irgendetwas verraten hatte, dass er
Hochverrater sein konnte?
Der Zeuge: Nein.
DerVerteidiger: H. Bundesprasident haben bei Ihrer Verneh-
mung vor dem UR. folgendes angegeben: „ Schuschnigg hatte mir
bekanntlich schon am Nachmittag des 11.3.1938 seine Demission
gegeben, die um 7 Uhr abends verkiindet wurde, war aber nattir-
lich sofort von mir mit der Fortfuhrung der Regierungsgeschafte
(die) zur Bildung einer neuen Regierung betraut worden. Er und
sein Aussenminister Dr. Guido Schmidt blieben auch in den
Abend- und Nachtstunden des 11.3.1938 bis iiber Mitternacht im
Bundeskanzleramt, zumeist an meiner Seite und informierten
mich fortlaufend iiber die ausseren Vorgange, auch iiber das
Fortschreiten der nat.soz. Revolution in Wien und in den Bun-
'deslandern, liber die Besetzung der wichtigsten Nervenzentren
der offentlichen Verwaltung, iiber die hoffnungslosen Antworten
auf. die Hilferufe des osterr. Aussenamtes nach Rom, Paris, Lon-
don und anderen Hauptstadten ( Gesandter Ludwig war am Fern-
sprecher). Auch Radio Wien sendete bald nurmehr nat.soz.
Berichte und vom Giebel des Wr. Polizeiprasidiums auf dem
Schottenring wehte seit etwa der 10. Abendstunde die Haken-
kreuzfahne, wahrend sich vor dem Bundeskanzleramt der Auf-
marsch der Nationalsozialisten verdichtete und etwa 40 Mann
von ihnen angeblich eine Abordnung, sogar von dem Innen-
minister Dr.Seyss-Inquart von riickwarts in das verschlossene
Bundeskanzleramt hineingelassen wurde.
— Seite 30 —
Die wachehabende Gardeabteilung musste voll Ingrimm zusehen.
Ich selbst habe erst am nachsten Tag davon erfahren.“
Sind Sie der Meinung gewesen, dass von dem Augenblick an, als
Bundeskanzler Dr.Schuschnigg demissionierte iiberhaupt die
osterr. Regierung noch irgendeine Macht besessen hatte Oder
war damals schon die Macht de fakto auf die Nationalsozialisten
iibergegangen?
Der Zeuge: Meine Angaben vor dem URichter sind richtig.
Damals hat die Regierung Schuschnigg keinerlei Machtbefugnisse
de fakto besessen.
456
3697-PS
Der Verteidiger: Sie haben gewusst, dass der Angeklagte
spater noch in dem Kabinett Seyss-Inquart geblieben ist. Haben
Sie personlich jemals ihm das libel genommen?
Der Zeuge: Nein. Im Gegenteil, ich war ja froh, dass in der
Regierung Seyss-Inquart Oesterreicher von Ueberzeugung waren,
die meiner Meinung nach im gewissen Sinne fur Oesterreich ein-
getreten waren.
Der Vorsitzende: Sind Sie Oder ein Familienmitglied von
Ihnen mit irgendeinem personlichen Anliegen an den Angeklag-
ten in spaterer Folge herangetreten. Denn vor dem UR. haben
Sie angegeben:,, Im Fruhsommer 1939, als mein altester Sohn,
Finanzkommissar a.D. aus dem Staatsdienste entlassen wurde
und bemiiht war, sich einen neuen Arbeitsposten zu suchen, riet
ihm die Familie sich an seinen ehemaligen Minister Dr.Neumayer
zu wenden, ihm vielleicht
— Seite 31 —
eine Anstellung in der Wiener Stadt.Versicherungs-Anstalt,
deren Leiter er inzwischen wurde, verschaffen konne. Mein Sohn
wurde zwar von Dr.Neumayer empfangen, aber seine Bitte war
ergebnislos. Dr.Neumayer verhielt sich jedenfalls ablehnend.“
Der Verteidiger gibt hiezu an: Dass sich Dr.Neumayer hiezu
ablehnend verhielt muss auf eine unrichtige Protokollierung
bezw. irrige Protokollierung beruhen.
DerZeuge gibt hiezu an: Im Jahre 1939 ist im Finanzministerium
mein altester Sohn Dr. Wilhelm Miklas von den Nazi aus dem
Staatsdienst entlassen worden. Er riickte dann zum Militar ein,
hat 4 Winter im Osten zugebracht und am Beginn des fiinften
Winters geriet er in russische Gefangenschaft und ist dann nord-
lich von Lemberg in einem Kriegsgefangenenlager an Fleck-
typhus gestorben. Das war Mitte Oktober 1945. Es war das dritte
Kriegsopfer. Von seinem sieben Sohnen, die alle zur Wehrmacht
einriicken mussten, sind drei gefallen, zwei befinden sich noch in
Kriegsgefangenschaft und zwei sind vor einigen Wochen als
Heimkehrer zu Hause eingetroffen.
Was ich beziiglich meines Sohnes vor dem UR. gesagt habe,
kann ich mich heute nichtmehr erinnern. Mein altester Sohn hat
sich verschiedentlich um eine Anstellung bemiiht, aber leider
vergeblich. Soviel ich weiss, war er auch beim Angeklagten. Auch
diese Bemiihung war umsonst, er hat die angestrebte Stelle nicht
bekommen.1)
M Seite 32 his 43 des Auszuges aus dem Protokoll enthalt die Aussage det
Zeugen Dr. Wolfgang Troll (Protokollfiihrer des Ministerrats) und Otto
Huber (Mitarbeiter des Bundesprasidenten)
457
3697-PS
— Seite 43 —
Der Vorsitzende:
Der Schriftfiihrer:
Untersdirift (uni)
Trumler e.h.
Die vorstehende Abschrift ist ein richtiger Auszug aus dem oster-
reichischen Gerichtsakt im Verfahren gegen den Angeklagten
Dr. Rudolf Neumayer, beinhaltend die Aussage des Zeugen
Wilhelm M i k 1 a s .
Volksgericht Wien
Wien, VIII. (64), Landesgerichfsfrasse 11
Abf. Vg /, am ii. II. 194 62).
Frezzi. (?)
DOCUMENT 3700-PS
LETTER FROM SCHACHT TO GORING, (PROBABLY NOVEMBER
1942): UNFAVORABLE OPINION OF A DRAFT DECREE FOR
RECRUITING 15-YEAR OLD SCHOOLBOYS FOR AUXILIARY WAR
SERVICE; A MEASURE OF THAT KIND MIGHT LESSEN THE GER-
MAN PEOPLE’S EXPECTATION OF VICTORY. LIST OF FACTORS
UNFAVORABLE TO GERMANY IN THE WAR SITUATION (EXHIBIT
USA-780)
BESCHREIBUNG:
Ds von Abschrift
Abschrift !
z.Zt.Lindow/Mark, den 3.11.
Sehr geehrter Herr Reichsmarschall!
Im Kanzleiwege kommt mir der Entwurf Ihrer Verordnung betr.
Einziehung 15jahriger Schuler zum Kriegshilfsdienst zur Kenntnis.
Wie Sie wissen, bin ich seit Ende 1937 nur noch nominell Reichs-
minister ohne Amtsbereich. Kabinettsberatungen haben seit 1938
2) Stp („Volksgericht “) violett, Angabe der Abteilung und des Datums
Ti; U Ti; 1 11 von diesem Stp: Rund-Stp, Mi osterreichischer Adler mit Ham-
mer und Si eh el, umlaufend: „ Volksgericht beim Landesgeridit f. Strafsacben
Wien44
458
3700-PS
nicht mehr stattgefunden. Zu irgendwelchen Ministerbesprechungen
bin ich nie mehr hinzugezogen worden. Ich lebe ganz auf dem Lande
und vollig zuriickgezogen. Seit einigen Monaten ist mir auch das
Horen auslandischer Sender ausdrlicklich verboten worden, sodass
ich meine ganze Kenntnis fiber die militarische, wirtschaftliche und
politische Lage aus keinem anderen Quell schopfen kann als jeder
andere denkende Deutsche, deren Zahl, auch der sogenannten
breiten Masse man allerdings nicht unterschatzen sollte. Da ich nicht
Mitglied des Reichsverteidigungsrates bin, habe ich auch an der
Verabschiedung des Entwurfes nicht mitzuwirken. Obwohl ich mich
also von jeder Mitverantwortung frei weiss, treibt mich doch mein
Gewissen und der Wunsch, mich keines Versaumnisses schuldig zu
machen, zu diesen Zeilen.
Ich darf vorausschicken, dass ich von jeher gegenuber den ver-
antwortlichen Stellen den Standpunkt vertreten habe, dass wir fur
einen 1 a n g e n Krieg wirtschaftlich nicht ausreichend gerustet
waren. Dass aber der Krieg ein langer werden wiirde, musste jedem
Kenner angelsachsischer Mentalitat klar sein, nachdem England
seinen Entschluss bekannt gegeben hatte, einen deutschen Angriff
auf Polen als casus belli zu betrachen. Anfang 1940 habe ich dem
Fiihrer angeboten, nach den Vereinigten Staaten zu gehen, um den
Versuch zu machen, die Riistungsunterstiitzung Englands durch
Amerika zu verlangsamen und Amerikas tiefere Verstrickung in den
Krieg womoglich zu verhindern. Der Reichsaussenminister hat
dieses Angebot, dem der Fuhrer sympathisch gegeniiberstand, abge-
lehnt. Eine weitere Anregung, die ich im Herbst 1941, dem bis-
herigen Hohepunkt unserer Erfolge, dem Fuhrer gab, blieb ohne
Wirkung.
Dass die 15jahrigen eingezogen werden, mag militarisch notig
sein, wird aber fur die Siegeszuversicht der deutschen Bevolkerung
zu einer schweren Belastung. Die Tatsachen, die das deutsche Volk
sieht, sind folgende:
1) Die urspriingliche Inaussichtstellung eines kurzen Krieges ist
nicht in Erfiillung gegangen.
2) Die in Aussicht gestellte schnelle Niederringung Englands durch
die Luftwaffe ist nicht erfolgt.
3) Die Ankiindigung, dass Deutschland von feindlichen Luft-
angriffen bewahrt bleiben wiirde, hat sich nicht erfiillt.
4) Die wiederholte Feststellung, dass die russische- Widerstandskraft
endgiiltig gebrochen sei, hat sich nicht bewahrheitet.
5) Die Belieferung Russlands mit alliiertem Riistungsmaterial und
die Mannschaftsreserven Russlands haben vielmehr zu dauernden
schweren Gegenangriffen gegen unsere Ostfront ausgereicht.
459
37C0-PS
G) Der anfanglich siegreiche Vormarsch gegen Agypten ist nach
wiederholten Ansatzen bis jetzt gescheitert.
7) Die als unmoglich hingestellte Landung der Alliierten in West-
und Nordafrika ist trotzdem eingetroffen.
8) Der ausserordentlich grosse Schiffsraum, der fur diese Landung
erforderlich war, hat gezeigt, dass unsere U-Boot-Waffe trotz
ihrer grossen Erfolge, zur Verhinderung dieser Transporte nicht
ausgereicht hat.
Dazu kommt die jedem Volksgenossen sichtbare Einschran-
kung in der Zivilversorgung, im Verkehrswesen, im Riistungs-
material, im Arbeitseinsatz. Die Einziehung der 15jahrigen wird
die Bedenken verstarken, wie eigentlich dieser Krieg beendet
werden soli.
Ich erlaube mir, um jeden Missbrauch auszuschliessen, dieses
Schreiben durch Hern Staatsrat Gritzbach unter Verschluss zu-
gehen zu lassen.
Heil Hitler!
gez. Unterschrift
Dr.Hjalmar Schacht
DOCUMENT 3702-PS
AFFIDAVIT BY HALDER, 7 NOVEMBER 1945: ORGANIZATION AND
RESPECTIVE DUTIES OF THE HIGH COMMAND OF THE ARMED
FORCES, THE ARMY, THE NAVY AND THE AIR FORCE (EXHIBIT
USA-531)
BESCHREIBUNG:
U Ti I im AnschluB an T Vin iiber Beeidigung durch Walter H. Rapp, Captain
Cav, 0 — 454231 I Seite 1: jeweils 1 am Rand n hs-Streichungen und Verbes-
serungen insgesamt vierinal P „H“ (Ti) I die dem Org als Seite 3 beigefiigte
Skizze ist identisch mit Skizze von 3703-PS Iron Skizze P „H“ (Ti)
erklArung
Die endgiiltige Vollzugsgewalt und letzte Verantwortung in
militarischen Angelegenheiten in Deutschland war dem Staatsober-
haupte anvertraut, welches vor dem 2. August 1934 Generalfeldmar-
schall von Hindenburg und spaterhin bis 1945 Adolf Hitler war.
Militarische fachliche Angelegenheiten oblagen der Verantwortung
der dem Oberbefehlshaber der Wehrmacht (gleichzeitig Staatsober-
haupt) unterstehenden Wehrmachtteile, das heisst, Heer, Kriegs-
marine und Luftwaffe. Tatsachlich jedoch wurde die Leitung der
460
3702-PS
Arbeiten innerhalb dieses Sachbereiches von einer relativ kleinen
Gruppe hoherer Offiziere ausgeiibt. Diese Offiziere iibten diese
leitende Tatigkeit auf Grund ihrer Dienstanweisungen kraft ihrer
Ausbildung, Stellung und ihrer gegenseitigen Beziehungen aus.
Plane fur militarische Unternehmungen der deutschen Wehrmacht
wurden nach den Weisungen des OKW von diesem Bearbeiterkreis
im Auftrag ihrer Befehlshaber1) vorbereitet und wurden2) dem Ober-
befehlshaber der Wehrmacht (zugleich Staatsoberhaupt) unterbreitet.
Den Angehorigen dieser Gruppe oblag es3) militarische Unter-
nehmungen innerhalb ihres Sachbereiches vorzubereiten und tat-
sachlich haben sie solche Unternehmungen vorbereitet, die von der
Truppe durchgefiihrt werden sollten.
Vor einer Unternehmung wurden gelegentlich die betrefifenden
Angehorigen dieser Gruppe von dem Staatsoberhaupte zusammen-
gerufen und die angemessenen Richtlinien gegeben. Beispiele solcher
Zusammenkiinfte sind Hitlers Ansprache am 22. August 1939 an die
Oberbefehlshaber vor dem polnischen Feldzug, und am 14. Juni 1941
die Besprechung in der Reichskanzlei vor dem ersten russischen
Feldzug.
— Seite 2 —
Die Gliederung dieser Gruppe und ihr gegenseitiges Verhaltnis
zueinander zeigt die beiliegende Skizze. Dies war der tatsachliche
Generalstab und die Oberste Fiihrung der deutschen Wehrmacht.
Haider
DOCUMENT 3703-PS
AFFIDAVIT BY VON BRAUCHITSCH, 7 NOVEMBER 1945: ORGAN-
IZATION AND RESPECTIVE DUTIES OF THE HIGH COMMAND
OF THE ARMED FORCES, THE ARMY, NAVY AND THE AIR FORCE,
TOGETHER WITH A SKETCH (EXHIBIT USA-532)
BESCHREIBUNG:
U Ti | im AnschluB an T Vm iiber Beeidigung durch Paul A. Neuland, Major,
QMC, 0-385720 1 Seite 1 bis 2: jeweils 1 am Rand n hs Verbesserungen und Strei-
chungen (Ti) insgesamt neunmal P „vBr.“ (Ti) I samtliche Linien der bei-
gefiigten Skizze hs (Blei)
*) „im Auftrag ihrer Befehlshaber44 eingefiigt
2) hinter ,, wurden4" Ti gestrichen: „von diesem44
3) ,, oblag es44 (Ti) an Stelle von: ,.war voile Autoritat anvertraut44 (gestrichen Ti)
461
3703-PS
ERKLARUNG
Die endgiiltige Vollzugsgewalt und letzte Verantwortung in
militarischen Angelegenheiten in Deutschland war dem Staatsober-
haupte anvertraut, welches vor dem 2. August 1934 Generalfeldmar-
schall von Hindenburg und spaterhin bis 1945 Adolf Hitler war.
Militarische fachliche Angelegenheiten oblagen der Verantwortung
der dem Obersten Befehlshaber der Wehrmacht (gleichzeitig Staats-
oberhaupt) unterstehenden Wehrmachtteile, das heisst, Heer, Kriegs-
marine und Luftwaffe. Tatsachlich jedoch wurde die Leitung der
Arbeiten innerhalb dieses Sachbereiches von einer relativ kleinen
Gruppe hoherer Offiziere ausgeubt. Diese Offiziere iibten diese
leitende Tatigkeit auf Grund ihrer Dienstanweisungen kraft ihrer
Ausbildung, Stellung und ihrer gegenseitigen Beziehungen aus.
Plane fur militarische Unternehmungen der deutschen Wehrmacht
wurden nach den Weisungen des OKW von diesem Bearbeiterkreis
vorbereitet und wurden1) dem Obersten Befehlshaber der Wehr-
macht (zugleich Staatsoberhaupt)2) unterbreitet.
Den Angehorigen dieser Gruppe war voile Autoritat anvertraut
militarische Unternehmungen innerhalb ihres Sachbereiches vor-
zubereiten und tatsachlich haben sie solche Unternehmungen vor-
bereitet, die von der Truppe evtuel durchgefuhrt werden sollten.
Vor einer Unternehmung wurden gelegentlich3) Angehorige4)
dieser Gruppe von dem Staatsoberhaupte zusammengerufen und die
angemessenen Richtlinien gegeben. Beispiele solcher Zusammen-
klinfte sind Hitlers Ansprache am 22. August 1939 an die Ober-
befehlshaber vor dem polnischen Feldzug, und am 14. Juni 1941 die
Besprechung in der Reichskanzlei vor dem ersten russischen Feldzug.
Die Gliederung dieser Gruppe und ihr gegenseitiges Verhaltnis
zueinander zeigt die beiliegende Skizze.5)
In der Hand der in der Skizze aufgefiihrten Dienststellen lag die
tatsachliche Fiihrung der Wehrmacht .
von Brauchitsch
1 ) hinter ,^wurden“ hs gestrichen: „von diesem44
2) hinter „Staatsoberhaupt44 hs gestriclien: „im Anftrag ihrer Befehlshaber44
3) hinter ,, gelegentlich44 hs gestrichen: „die hetreffenden44
4) „Angehorige44 verhessert aus ,. Angehorigen44
5) hinter „Skizze44 hs gestrichen: ..Dies war der tatsachliche Generalstab und
die Oberste Fiihrung der deutschen Wehrmacht.44
462
OBERSTER BEFEHLSHABER PER WEHRMACHT
Hitler
3703-PS
*
c/5
s
S
o ^ ^
^ " «
P u ss
S o li
^ *4
c/5
fa
fa
fa
fa
fa
fa
h
Q
w
PCS £
w £
pa 5
ffi S
c/5
JO
ffi W
E*5 t— i
W os
fa 5
w *
pa
fa
w
pa
o
C/5
fa
Q
C/5
pa
C
H
c n
fa
<
PC
fa
fa
o
C/5
w
s ^
fa LsJ
fa fa
fa fa
Pd w
Sfa
4$
pa
PC
fa
Q
aa fc;
w w
pa fa
&fa
fa O
ffi g
fd fa
fa fa
fa fa
pa fa
pc fa
fa
oa
o
pc
w
Q
fa
fa
pa
<
fa
C/5
fa
S w
fag
fa s
fa fa
fa <
fa
fa
o
463
DOCUMENT 3704-PS
AFFIDAVIT BY BLOMBERG, 7 NOVEMBER 1945: AFTER 1919 GERMAN
OFFICERS CONSIDERED A NEW WAR TO BE A “DUTY AND A
NECESSITY”; ATTITUDE OF GERMAN GENERALS TO HITLER;
KEITEL AS HITLER’S “INSTRUMENT” (EXHIBIT USA-536)
BESCHREIBUNG:
U Ti l im AnschluB an T Vm iiber Beeidigung durch Paul A. Neuland, Major,
QMC, ASN, 0-385720
erklArung
Seit 1919 und insbesondere seit 1924 nahmen drei wesentliche
Territorialfragen die Aufmerksamkeit Deutschlands in Anspruch. Es
waren dies die Fragen des polnischen Korridors, der Ruhr und des
Memellandes.
Sowohl ich selbst, als auch die gesamte Gruppe deutscher Stabs-
offiziere glaubten, dasz diese drei Fragen, unter welchen die Frage
des polnischen Korridors besonders hervortrat, eines Tages gelost
werden mussten, notigenfalls durch Waffengewalt. Ungefahr neunzig
Prozent des deutschen Volkes teilte diese Ansicht mit den Offizieren
beziiglich der polnischen Frage. Ein Krieg um die durch die Schaffung
des polnischen Korridors entstandene Schmach auszumerzen und die
Bedrohung des abgetrennten Ostpreussens, das von Polen und Litauen
umfasst war, zu vermindern, wurde als eine heilige Pflicht, wenn
auch bittere Notwendigkeit, betrachtet. Dieses war einer der Haupt-
grunde der teils geheimen Wied.eraufriistung, welche ungefahr zehn
Jahre vor Hitlers Machtergreifung begann und unter der Naziherr-
schaft besonders betont wurde.
Vor 1938 — 1939 waren die deutschen Generale nicht gegen Hitler
eingestellt. Es war kein Grund vorhanden Hitler zu opponieren, da
er die Erfolge brachte, welche sie erwunschten. Nach diesem Zeit-
punkte begannen einige Generale seine Methoden zu verabscheuen
und misstrauten seiner Urteilskraft. Sie haben jedoch allgemein
gefehlt, eine erkennbare Stellung gegen ihn einzunehmen, obwohl
einige versuchten es zu tun, und infolgedessen es mit ihrem Leben
oder ihrer Position einbiissen mussten.
Kurz vor meiner Absetzung als Oberbefehlshaber der Wehr-
macht im
464
3704-PS
— Seite 2 —
Jahre 1938, ersuchte mich Hitler einen Nachfolger vorzuschlagen.
Ieh schlug Goring vor, der der dienstalteste Offizier war, aber Hitler
erhob Einwand wegen seines Mangels an Geduld und Fleiss. Ich
wurde als Oberbefehlshaber der Wehrmacht nicht durch einen Offi-
zier ersetzt sondern Hitler iibernahm unmittelbar meine Funktion
als Befehlshaber. Keitel wurde von mir als ein Chef de bureau
vorgeschlagen. Er wurde meines Wissens niemals zum Befehlshaber
der Wehrmacht emannt, sondern war immer nur ein „Chef des
S tabes “ unter Hitler, der praktisch die Verwaltungsgeschafte des
Kriegsministeriums fiihrte. Zu meiner Zeit war Keitel nicht gegen
Hitler eingestellt und darum geeignet zum guten Einverstandnis
zwischen Hitler und der Wehrmacht beizutragen, was ich selbst
wiinschte und als Reichswehrminister und Reichskriegsminister
gefordert hatte. Das Gegenteil hatte zu einem BLirgerkrieg gefiihrt,
denn damals stand die Masse des deutschen Volkes hinter Hitler.
Viele wollen das nicht mehr zugeben. Aber es ist die Wahrheit.
Wie ich horte, hat Keitel es dann an einem Widerstand gegen
jede Massnahme Hitlers fehlen lassen. Er wurde zu einem fiigsamen
Werkzeug in der Hand Hitlers fur jede seiner Entschliisse.
Er wuchs in eine Stellung hinein, der er nicht gewachsen wan
v . Blomberg
DOCUMENT 3705-PS
AFFIDAVITS BY BRAUCHITSCH, 7 NOVEMBER 1945: MILITARY
PREPARATION FOR THE CAMPAIGN AGAINST POLAND FROM
APRIL 1939; MUTUAL RELATIONS BETWEEN AND PARTS PLAYED
RESPECTIVELY BY HITLER, THE OKW, THE OKH AND THE ARMY
GROUPS AND ARMIES IN PLANNING OPERATIONS AND TROOP
DEPLOYMENTS DURING THE WAR (EXHIBIT USA-535)
BESCHREIBUNG:
zweiteilig I U’en Ti I im AnschltiB an T Vm iiber Beeidigung durch Walter
H. Rapp, Capt. Cavalry, ASN, 0-454231
Erstes S: Verbesserungen Ti I 1 n T bei jeder Verbesserung P „vBr“ (Ti)
ERKLARUNG v o m 7. N o v e mb e r 19 4 5
Im April 1939 wurde ich von Hitler beauftragt, militarische
Vorbereitungen fur einen etwaigen Feldzug gegen Polen zu treffen.
465
3705-PS
Sofort begannen die Arkeiten fur die Aufstellung des Operations -
und Aufmarschplanes. Dieser wurde dann Hitler vorgetragen und
unter Beriicksichtigung einer von ihm gewiinschten Anderung
genehmigt.
Nachdem die Operations- und Aufmarschanweisungen an die in
Frage kommenden 2 Fiihrer der Heeresgruppen und die 5 Armee-
fiihrer ausgegeben waren, fanden Besprechungen mit diesen iiber
Einzelheiten statt, um deren Wiinsche und Vorschlage zu horen.
Nach Ausbruch des Krieges verfolgte ich weiterhin die Gepflogen-
heit enger und dauernder Fiihlungnahme mit den Oberfehlshabern
der Heeresgruppen und Armeen, sowohl durch personliche Besuche
ihrer Hauptquartiere, als auch durch Telefon, Fernschreiber oder
Radio. Auf diesem Wege war ich in der Lage ihren Rat und ihre
Vorschlage wahrend der Kampfhandlungen einzuholen. Es war in
der Tat bestehende Ublichkeit und allgemeine Gepflogenheit der
jeweiligen Oberbefehlshaber des Heeres1) mit ihren unterstellten
Oberbefehlshaber in einem standigen Meinungsaustausch zu bleiben.
Der Oberbefehlshaber des Heeres und sein Chef des Generalstabs
standen in Verbindung mit den Heeresgruppen und durch diese oder
auch unmittelbar mit den Armeen: durch Heeresgruppen bezgl.
strategischer und taktischer Angelegenheiten; unmittelbar hinsicht-
lich der Versorgung und Verwaltungsfragen in dem von diesen
Armeen eroberten Gebiete. Eine Heeresgruppe hatte keine terri-
torial vollziehende Gewalt. Sie bestand aus einem verhaltnismassig
kleinen Stab, der sich nur mit militarischen Operationen befasste.
In alien
— Seite 2 —
territorialen Angelegenheiten war es der Oberbefehlshaber der
Armee und nicht der Heeresgruppe, der die vollziehende Gewalt
ausiibte.
von Brauchitsch
Zweites S: Ti und Kop I jeweils bei Verbesserungen P ,,vBr“ (Ti)
Erganzung zu meiner Erklarung vom 7. November 1945.
Wenn Hitler sich entschlossen hatte die Erreichung seiner politischen
Ziele durch einen militarischen Druck oder durch Einsatz der mili-
tarischen Machtmittel zu unterstiitzen, erhielt der Ob.d.H wenn er
!) hinter „Heeres“ das Wort „sich“ ge6trichen
466
3705-PS
daran beteiligt war , zunachst in der Regel miindlich eine entspre -
chende Orientierung oder einen entsprechenden Befehl.
Hierauf wurden im O.K.H. die Operations- und Aufmarschplane
bearbeitet. Nachdem sie in der Regel mundlich Hitler vorgetragen1)
und von ihm genehmigt waren, erfolgte ein schriftlicher Befehl des
O.K.W. an die W ehrmachtsteile.
Inzwischen war vom O.K.H.2 *) mit der Ausgabe der Operations -
und Aufmarschplane an die in Frage kommenden Heeresgruppen
und Armeen begonnen worden. Einzelheiten der Operations- und
Aufmarschplane ivurden vom O.K.H. mit den Heeresgruppen- und
Armeefiihrern und ihren Chefs der Generalstabe besprochen.
Wahrend der Operationen stand das O.K.H. in einem dauernden
Meinungsaustausch durch Fernsprecher, Funk und Kurier mit den
Heeresgruppen. Der Ob.d.H. benutzte jede zeitliche
— Seite 2 —
Moglichkeit, um durch Aufsuchen der Heeresgruppen , Armeen und
Truppenfiihrern mit diesem in einem personlichen Meinungsaus-
tausch zu bleiben.
Im Kriege gegen Rutland wurden Heeresgruppen -8) und Armee-
fiihrer wiederholt von Hitler einzeln zum Vortrage befohlen.
Die Befehle in alien operativen Angelegenheiten gingen vom
O.K.H. an die Heeresgruppen , in alien Angelegenheiten des Nach-
schubs und der vollziehenden Gewalt vom O.K.H. unmittelbar an
die Armeen.
von Brauchitsch
DOCUMENT 3706-PS
AFFIDAVIT BY BLASKOWITZ, 10 NOVEMBER 1945: GERMAN IN-
CLINATION TOWARDS A NEW WAR AFTER 1919; ATTITUDE OF
GERMAN OFFICERS TOWARDS HITLER AND TOWARDS REARMA-
MENT AFTER 1933; PREPARATIONS FOR WAR FROM JUNE 1939;
PARTS PLAYED BY HITLER, THE OKW, THE OKH AND THE
COMMANDERS-IN-CHIEF OF ARMY GROUPS AND ARMIES IN THE
CONDUCT OF THE WAR (EXHIBIT USA-537)
BESCHREIBUNG:
zweiteilig I alles hs’e Ti. abgedruckt erstes S I im AnschluS an T Vm iiber
Beeidigung durch Paul A. Neuland, Major, QMC, ASN, 0-385720
1) hinter „vorgetragen44 das Wort „waren“ gestrichen
2) „vom O.K.H.44 wurde eingeschaltet
s) ab . . gruppen44 bis T-Ende Kop
467
370G-PS
Erstes S: 1 n T bei jeder Verbesserung P „B1“
erklArung
Seit 1919 und insbesondere seit 1924 nahmen drei wesentliche
Territorialfragen die Aufmerksamkeit Deutschlands in Anspruch.
Es waren dies die Fragen des polnischen Korridors, des Saar - und
Ruhrgebietes und des Memellandes.
Sowohl ich selbst, als auch die gesamte Gruppe deutscher Stabs-
und Frontoffiziere glaubten, dass diese drei Fragen, unter welchen
die Frage des polnischen Korridors besonders hervortrat, eines Tages
gelost werden miissten, notigenfalls durch Waff enge wait. Ungefahr
neunzig Prozent des deutschen Volkes teilten diese Ansicht mit den
Offizieren beziiglich der polnischen Frage. Ein Krieg um die durch
die Schaffung des polnischen Korridors entstandene1) politische und
ivirtschaftliche Einbufte auszu gleichen2) und die Bedrohung des
abgetrennten Ostpreussens, das von Polen und Litauen umfasst war,
zu vermindern wurde als eine heilige Pflicht wenn auch bittere Not-
wendigkeit betrachtet.
Die anfangs (1933 — 35) geheime und spjiterhin offene Wieder-
aufriistung Deutschlands wurde von mir begriisst. Alle Offiziere des
Heeres teilten diese Anschauung und hatter) deshalb keinen Grund
Hitler zu opponieren. Hitler brachte die Brfolge welche wir alle
heiss ersehnten.
Nach dem Anschluss der Tschechoslowakei hofften wir, dass die
polnische Frage nunmehr friedlich auf diplomatischen Wege gelost
werden wiirde, denn wir glaubten, dass diesmal Frankreich und
England zur Hilfe ihres Alliierten kommen wiirden. In der Tat
fiihlten wir, dass die polnische Frage, wenn politische Massnahmen
scheiterten, zum Kriege fiihren musste, d.h. nicht nur mit Polen
selbst, sondern auch mit den Westmachten.
Als ich Mitte Juni vom OKH einen Befehl erhielt mich auf einen
— Seite 2 —
Angriff gegen Polen vorzubereiten, wusste ich dass3) dieser Krieg4 5)
nunmehr in den Bereich der Moeglichkeit rueckte. Diese Feststellung
wurde durch die Fiihreransprache am 22.August 1939 auf dem Ober-
salzberg nur noch betont und erschien nun als eine klare Tatsache.
Zwischen Mitte Juni 1939 und dem 1. September 1939 nahmen6)
*) hinter „entstandene“ das Wort „Schmach“ gestrichen
2) urspriinglich „auszumerzen“, gestrichen: „merzen“
*) hinter „dass“ gestrichen: ,,ein“
4) hinter „Krieg‘’ gestrichen: „wohl unvermeidlich war“
5) hinter „nahmen“ gestrichen: „ich“
468
3706- PS
meine bearbeitenden Stab sang ehdrigen an verschiedenen Bespre-
chungen teil, die zwischen dem OKH und6) der Heeresgruppe durch-
gefiihrt wurden. Wahrend dieser Besprechungen wurden Dinge
taktischer, strategischer und allgemeiner Natur besprochen, die mit
meiner zukiinftigen Stelle als Oberbefehlshaber der achten Armee
wahrend des geplanten polnischen Feldzuges zu tun hatten.
Wahrend des polnischen Feldzuges, insbesondere wahrend der
Kutno Kampfe, war ich wiederholt in Verbindung mit dem Ober-
befehlshaber des Heeres und er sowie der Fiihrer besuchten mein
Hauptquartier. Es war uberhaupt Gepflogenheit, dass von Zeit zu
Zeit Oberbefehlshaber von Heeresgruppen und Armeen durch Tele-
fon, Fernschreiber oder Funk sowohl als auch durch personliche
Vorladungen um Situationsberichte und Rat gefra^t wurden. In der
Tat wurden dann diese Frontoberbefehlshaber7) Berciter beim OKH
in ihrem Sachbereich, sodass die in der beiliegenden Skizze auf-
gefiihrten Dienststellen jene Gruppe umfassen, die der tatsachliche8)
Beraterkreis des Oberkommandos der deutschen Wehrmacht war.
Blaskowitz 10.11.45 .
Z w e i t e s S : Skizze, identisch mit 3703-PS (Beweisstiick US-532) 1 r o n
„Skizze“: B1 10/1145
DOCUMENT 3707-PS
AFFIDAVIT BY HALDER, 13 NOVEMBER 1945: ORGANIZATION OF
THE ARMED FORCES LEADERSHIP STAFF; SEPARATE GENERAL
STAFFS FOR THE THREE ARMED SERVICES (EXHIBIT USA-533)
BESCHREIBUNG:
alles hs’e Kop I 1 n T bei jeder Verbesserung P „H“ I im AnsdiluB an T
Vm iiber Beeidigung durcb Robert Benson, Flight Lieutenant, Royal Air Force,
85862
6) hinter „und“ gestrichen: „mirM
7) hinter „Frontoberbefehlshaber“ gestridien: „Generalstabsoffiziere“
8) hinter „tatsachliche“ gestrichen: „Generalstab und dasM
469
J707-PS
ERKLARUNG1)
Die wichtigste Abteilung im OKW war der Wehrmachtfuhrungs-
stab — etwa in derselben Weise2) wie der Generalstab3) bei Heer
und Luftwaffe und die Seekriegsleitung bei der Marine. Eine Reihe
von Amtschefs in gleichem Range mit Jodi unterstanden Keitel, aber
sie und ihre Amter waren weniger wichtig und weniger einflussreich
in Planung und Durchfuhrung militarischer Angelegenheiten, als
Jodi und Jodi's Stab.
Der Wehrmachtfuhrungsstab war in Abteilungen gegliedert. Von
diesen war die Abteilung, welcher4) Warlimont als Chef vorstand,
die wichtigste. Sie5) wurde„Abt. Landesverteidigung“6 7Jgenannt und
befasste sich in erster Linie mit der Ausarbeitung strategischer
Fragen?) Obwohl8) Warlimont die gleichen Dienstaufgaben anver-
traut blieben, war er von 1941 an als Stellvertretender Chef des
Wehrmachtfuhrungss tabes bekannt.
Es bestand wahrend des zweiten Weltkrieges kein vereinigter
Generalstab ahnlich dem grossen Generalstab im ersten Weltkrieg.
Die9) Fiihrungsfragen10) bei Feldheer u Luftwaffe bearbeitete die
in meiner Erklarung vom 7. November beschriebene Gruppe hoherer
Offiziere11). (beim Feldheer: „ Generalstab des Heeres", bei der LufU
waffe yyGeneralstab der Luftwaffei()
Fiihrungsfragen der Kriegsmarine sind auch im ersten Weltkrieg
nicht vom „Grossen Generalstab" bearbeitet worden, sondern von
der Marineleitung.
Franz Haider
!) als erster Absatz stand urspriinglich folgendes: „Zwei Hauptmotive ver*
anlassten die Einrichtung des OKW. Erstens war es als eine zwischendienst-
lich arbeitende Zentralorganisation f Ur gesamtstrategiscbe Planung und andere
Sacben, die einer Behandlung auf zwiscbendienstlicher Basis bedurften,
erdacht. Zweitens beabsichtigte Hitler es als Mittel zur Umgehung irgetid-
eines Widerstandes oder irgendeiner Kritik, die ihm seitens des OKH ent*
gegengebracht werden konnte, zu gebraucben.“ I alles gestrichen Ti
2) hinter „Weise“ die Worte: „galt sein“ gestridien
3) hinter „Generalstab“ die Worte: „als wichtigste Abteilung einer jeden der
drei Wehrmachtteileu gestridien
4) hinter „welcher“ das Wort „von“ gestrichen
5) urspriinglich „Es“ statt „Sie“ (hs)
6) Anfiihrungsstridie nachtraglich
7) urspriinglidi „Planung“ statt „Fragen“ (hs)
8) hinter „obwohl“ das Wort „von“ gestridien
®) vor „Die“ (hs) stand urspriinglidi „Seine Stelle nahm44
10) hinter „Fiihrungsfragen“ die Worte „des Feldheeres“ (hs) gestrichen
11) hinter „Offiziere“ das Wort „ein“ gestrichen
470
DOCUMENT 3708-PS
AFFIDAVIT BY COLONEL BERND VON BRAUCHITSCH, 16 NOVEM-
BER 1945, CONCERNING THE POSITION OF AIR FLEET CHIEFS
(LUFTFLOTTENCHEFS) (EXHIBIT USA-534)
BESCHREIBUNG:
U Ti I im AnschluB an T Vm iiber Beeidigung durch Walter H. Rapp, Captain
Calvalry, ASN, 0-454231
Bernd von Brauchitsch Nuernberg den 16.11.45
Eidesstattliche Erklarung.
Die Luftflottenchefs sind den Armeeoberbefehlshabem gleichzusetzem
Sie sind wahrend des Krieges keine Territorialbefehlshaber gewesen
und iibten dementsprechend auch keine vollziehende Gewalt aus.
Sie waren die hochsten Truppenvorgesetzten der ihnen unter-
stellten Luftwaffenverbanden und dem Oberbefehlshaber der Luft-
waffe unmittelbar unterstellt.
Bis zum Sommer 44 fiihrten sie die Dienststellenbezeichnung
„Befehlshaber“, ab diesem Zeitpunkt die Dienststellenbezeichnung
„Oberbefehlshaber“. Hierdurch anderte sich gegeniiber der Vorzeit
in ihrem Aufgaben - und Verantwortungsbereich nichts.
Brauchitsch
DOCUMENT 3710-PS
AFFIDAVIT BY SCHELLENBERG, 26 NOVEMBER 1945: DISCUSSIONS
IN MAY AND JUNE 1941 CONCERNING THE USE OF SECURITY
POLICE AND SD IN THE FORTHCOMING CAMPAIGN AGAINST
RUSSIA (EXHIBIT USA-557)
BESCHREIBUNG:
alles hs’e Ti I 1 n T bei Verbesserungen und am FuB jeder Seite P „Sch“ I
im AnschluB an T Vm iiber Beeidigung durch Paul A. Neuland, Major QMC,
0-385720
. 471
3710- PS
EIDESST ATTLICHE ERKLAERUNG
Meiner Erinnerung nach verhandelte Mitte Mai 1941 der Chef des
vierten Amtes des Reichssicherheitshauptamts (SS-Brigadefuehrer
Mueller) im Namen des Chefs des Reichssicherheitshauptamts
(SS-Gruppenfuehrer Heydrich) mit dem Generalquartiermeister des
Heeres (General Wagner) ueber Fragen des Einsatzes der Sicher-
heitspolizei und des Sicherheitsdienstes im Rahmen des Feldheeres
beim bevorstehenden Feldzug gegen Russland. Wagner fand keinen
Kontakt mit Mueller und daher bat Heydrich um Abstellung eines
anderen Verhandlungspartners. Ich war damals Chef der Abteilung E
im vierten Amt des RSHA unter dem Amtschef Mueller und wurde
auf Grund meiner Protokolerfahrungen von Heydrich zu Wagner
entsandt, um die entgueltige Vereinbarung zu formulieren. Laut
meines Befehles sollte ich darauf achten,dass es in dieser Verein-
barung vorgesehen wurde, dass die verantwortlichen Heeresdienst-
stellen zur voelligen Unterstuetzung aller Taetigkeiten der
Einsatzgruppen und Einsatzkommandos der SIPO und des SD fest
gebunden waeren. Ich habe mit Wagner das Problem dieses gegen-
seitigen Verhaeltnisses eingehend besprochen. Gemaess dieser
Aussprache habe ich ihm dann einen ausgearbeiteten Vereinbarungs-
entwurf vorgelegt, der seine voile Billigung fand. Dieser Verein-
barungsentwurf wurde die Grundlage einer Abschluss.besprechung
gegen Ende Mai 1941 zwischen Wagner und Heydrich.
Der Inhalt dieser Vereinbarung ist meiner Erinnerung nach
ungefaehr folgender gewesen. Ihre Grundlage war der zu Eingang
der Vereinbarung erwaehnte Fuehrerbefehl, dass die SIPO und der
SD im Kampfverband des Feldheeres zum Einsatz gelange, mit der
Aufgabe, jeden Widerstand in eroberten
- Seite 2 —
Frontgebieten beziehungsweise in eroberten rueckwaertigen Nach-
schubgebieten mit alien Mitteln schnellstens und vollkommen zu
brechen. Alsdann wurden die einzelnen Raeume, in denen die SIPO
und der SD eingesetzt werden und taetig sein sollten, festgelegt. Die
einzelnen Einsatzgruppen waren dabei verteilt auf die zum Einsatz
gelangenden Heeresgruppen, und die einzelnen Einsatzkommandos
auf die betreffenden zum Einsatz gelangenden Armeen.'
Die Einsatzgruppen und Einsatzkommandos sollten im Einzelnen
taetig werden
1) in den Frontgebieten: bei voelliger Unterstellung unter das
Feldheer, taktisch -1) fachlich und
truppendienstlich;
l) urspriinglich Komma, hs Verbesserung
472
3710-PS
2) in den rueckwaertigen bei Unterstellung unter das Feldheer
Operationsgebieten: nur truppendienstlich, aber2) befehls-
massig und fachlich unter das RSHA:
3) in den rueckwaertigen
Heeresgebieten: Regelung wie unter 2;
4) in den Gebieten der
zivilen Ostverwaltung: genau wie im Reich.
die taktisch -3) fachliche Befehlsgewalt und die Verantwortlich-
keit der Frontdienststellen des Feldheeres ueber die4) Einsatzkom-
mandos wurde in der Vereinbarung in keiner Weise beschraenkt
und daher bedurfte sie keiner weiteren Erlaeuterung.
Die Vereinbarung legte fest, dass die truppendienstliche Unter-
stellung nicht nur die disziplinaere Unterstellung umfasste, sondem
auch die Verpflichtung der rueckwaertigen Dienststellen des Feld-
heeres auf Unterstuetzung der Einsatzgruppen und Einsatzkomman-
dos in Fragen des Nachschubs
— Seite 3 —
(Benzin, Verpflegung, usw.) sowie auf Benuetzung des Nachrichten-
netzes.
Diese Vereinbarung wurde in meiner Gegenwart von Heydrich
und Wagner unterschrieben. Wagner unterschrieb sie entweder „in
Vertretung“ Oder „im Auftrag“ des Ober kommandos5) des Heeres.6)
Nach der Unterschriftleistung durch Wagner und Heydrich wurde
ich von bei den Herren auf eine halbe Stunde aus dem Zimmer
gebeten. I ch hoerte noch im Hinausgehen, wie sie sich beide
darueber einig wurden, ueber den ihnen beiden offenbar vorher
persoenlich bekannten Fuehrerbefehl und ueber seine weitere Aus-
legung im Einzelnen unter vier Augen sprechen zu wollen. Nach der
abgelaufenen halben Stunde wurde ich nur noch zu der Verab-
schiedung hereingerufen.
Ich habe heute den „Taetigkeits-und Lagebericht Nr.6 der Ein-
satzgruppen der Sicherheitspolizei und des SD in der UdSSR
(Berichtszeit vom 1. — 31.10.1941)“ gelesen, sowie den „Gesamtbericht
der Einsatzgruppe A bis zum 15. Oktober 1941.“ Man sieht vom
2) hinter „aber“ gestrichen: „taktisch und“
3) urspriinglidi „taktische und fachliche44 gestrichen: „e und44
4) hinter „die44 gestrichen: „Einsatzgruppen und44
6) statt „Oberkommandos44 urspriinglich „Oberbefehlsbabers44
®) hinter „Heeres44 gestrichen: ^(Generalfeldmarschall von Brauchitsch)44
473
3710-PS
ganzen Inhalt dieser Berichte, dass die Taetigkeit der Einsatz-
gruppen und Einsatzkommandos der SIPO und des SD besonders
darin lag, Massenvemichtungen von Juden, Kommunisten und an-
deren Widerstandselementen7) zu unteinehmen und durchzufuehren.
Man sieht auch aus dem oben erwaehnten „Gesamtbericht“, der nicht
mehr als die ersten vier Monate dieser Taetigkeit umfasst, dass die
Zusammenarbeit der betreffenden Oberbefehlshaber mit der Ein-
satzgruppe A „im allgemeinen gut, in Einzelfaellen, wie z.B. mit der
Panzergruppe 4 unter Generaloberst Hoeppner, sehr eng, ja fast
herzlich war“ (Seite 1). Aus einer Anlage zu demselben Bericht mit
dem Titel „Uebersicht ueber die Zahl der exekutierten Personen"
geht es anschaulich hervor, besonders
— seite 4 —
aus der Reihenfolge der Zahlen in den einzelnen der Reihe nach
eroberten Gebieten , dass gleich vom Anbeginn des Vormarsches
gegen Russland an die Totalitaet des Einsatzes der SIPO und des
SD mit Massenvemichtungen aller Widerstandselemente7) in den
Frontgebieten eingesetzt hat. Ich anerkenne die Glaubwuerdigkeit8)
und9) Wahrhaftigkeit der beiden oben erwaehnten Berichte. Daher
muss ich heute meiner festen Ueberzeugung Ausdruck geben, dass
in der geheimen und muendlichen Auslegung zwischen Wagner und
Heydrich die umfassende zukuenftige Taetigkeit der Einsatzgruppen
und der Einsatzkommandos im Rahmen des Kampfverbandes des
Feldheeres bis auf geplante Massenvemichtungen vermutlich
eroertert und festgelegt worden ist. Die oben angefuehrte enge und
schon in den ersten Wochen des russischen Feldzuges stattgefundene
Zusammenarbeit zwischen dem Feldheer und den Einsatzgruppen
veranlasst mich heute meiner festen Ueberzeugung Ausdruck zu
geben, dass die Oberbefehlshaber der Heeresgruppen und Armeen,
die im russischen Feldzug teilnehmen sollten, schon vor dem Beginn
dieses Feldzuges von der weitgehenden zukuenftigen Aufgabe der
Einsatzgruppen und Einsatzkommandos der SIPO und des SD bis
auf geplante Massenvemichtungen von Juden, Kommunisten und
alien anderen Widerstandselementen7) durch die gewoehnlichen
Dienstwege des OKH genau informiert worden sind.
Anfang Juni 1941 hatte Wagner, gemeinsam mit Heydrich und
dem Chef des Amts Ausland / Abwehr des OKW (Admiral Canaris),
7) der Buchstabe von „Wiederstand . . .“ unkenntlich gemacht
8) in „Glaubwuerdigkeit44 einige Buchstaben unkenntlich gemacht
®) vor *,Wahrhaftigkeit44 das Wort „zweifellose44 gestrichen
474
3710-PS
saemtliche Ic AO’s und soweit ich mich erinnere, saemtliche Ic’s aller
Heeresgruppen, Armeen, Armeekorps und etlicher Divisionen, die in
dem kommenden russischen Feldzug teilnehmen sollten, zu einer
gemeinsamen Besprechung im OKW-Gebaeude in Berlin
— Seite 5 —
zusammengerufen.10) Ebenfalls anwesend waren z.groessten Teil die
verantwortlichen Fuehrer der Einsatzgruppen und Einsatzkomman-
dos der SIPO und des SD. Ich war auch dabei. Der wesentliche
Anhalt und Zweck dieser Tagung war die Darstellung der militaeri-
schen Planung gegen Russland und die Bekanntmachung der oben
dargestellten Einzelheiten der zwischen Wagner und Heydrich ge-
troffenen schriftlichen Vereinbarung.
Diese Gruppe von Ic AO’s und Ic’s blieb noch ein paar Tage in
Berlin und wurde in mehreren Besprechungen, denen ich nicht bei-
wohnte, ueber die weiteren Einselheiten des kommenden russischen
Feldzuges eingehend unterrichtet. Ich nehme an, dass es sich in
diesen Besprechungen um die genaue Festlegung des Fuehrerbefehls,
„jeden Widerstand* 11) in eroberten Gebieten mit alien Mitteln
schnellstens und vollkommen zu brechen“, bis auf geplante Massen-
vernichtungen aller Widerstandselemente11) gehandelt hat Sonst
waere die Zusammenarbeit zwischen dem Feldheer und den Einsatz-
gruppen, die in ein paar Wochen aus den oben erwaehnten Akten
klar zu sehen ist,12) vermutlich nicht zu erwarten gewesen. Auf alle
Faelle ist daran13) kaum zu zweifeln, dass diese Ic AO’s und Ic’s ihre
eigenen Chefs, einschliesslich aller Oberbefehlshaber von Heeres-
gruppen und Armeen, die gegen Russland marschieren sollten,
sofort nach ihrer Rueckkehr von Berlin von dem vollen Umfang der
Vereinbarung genauestens unterrichtet haben.
Walter Schellenberg
26 /XI 1945
10) hinter „zusammengerufen,44 der Satz „Bei dieser Besprechung waren auch
Jodi, Warlimont und Haider.44 gestrichen
11) der Buchstabe „e44 von Wiederstand . . .** unkenntlich gemacht
12) hinter rJst,44 die Worte „unmoglich und44 gestrichen
13) hinter „daran44 das Wort „nicht44 gestrichen
475
DOCUMENT 3711-PS
AFFIDAVIT OF WILHELM SCHEIDT, FORMERLY EMPLOYED IN
THE OKW DEPARTMENT FOR WAR HISTORY, 25 NOVEMBER 1945:
BOTH THE SS AND THE WEHRMACHT PARTICIPATED IN THE
FIGHT AGAINST PARTISANS ON RUSSIAN AND YUGOSLAV
TERRITORY; HITLER CONSIDERED IT NECESSARY TO EMPLOY
“CRUEL DETERRENT PUNISHMENTS” IN THE PARTISAN WAR;
REPRISALS WERE UNDERTAKEN AGAINST HOSTAGES; THE FIGHT
WAS SAID TO HAVE BEEN CONDUCIED WITH CRUELTY ON
BOTH SIDES (EXHIBIT USA-558)
BESCHREIBUNG:
U Ti I Seite 3: „welche auf deutscher Seite kampfte.“ in anderer Schreibmaschi-
nenschrift hineingefiigt I vor und hinter der Hinzufiigung I und r n T jeweils
P „Sch“ (Ti) I im Anschlufi an T Vm liber Beeidigung durch Walter H. Rapp,
Captain CAV, 0-454231
Nuernberg, den 25. November 1945.
Ich, Wilhelm Scheldt, gehoerte vom Jahre 1941 bis 1945 der Kriegs-
geschichtlichen Abteilung des Oberkommandos der Wehrmacht an.
Zur Frage des Partisanenkrieges erklaere ich, dass mir folgendes
aus meiner Kemitnis der Ahten des Wehrmachtfuehrungsstabes
sowie aus meinen Gespraechen mil Generalmajor Walter Scherff,
dem Beauftragten des Fuehrers fuer die militaerische Geshicht-
schreibung, im Fuehrerhauptquartier erinnerlich ist:
Die Bekaempfung der Partisanen war urspruenglich eine Aufgabe
des Reichsfuehrer SS Heinrich Himmler gewesen, zu deren Loesung
Polizeikraefte eingesetzt waren. Im Jahre 1942 und 43 nahm jedoch
der Kampf mit den Partisanen einen solchen Umfang an, dass ihm
auch die Wehrmachtfuehrung besondere Aufmerksamkeit schenken
musste. In der Opera tionsabteilung des Heeres innerhalb des Wehr-
machtfuehrungsstabes erhielt ein besonderer Offizier die Bearbeitung
des Kampfes gegen die Partisanen als Spezialaufgabe. Es erwies
sich als noetig, dass auch mit Kraeften der Wehrmacht sowohl im
russischen wie im jugoslawischen Raum grossangelegte Operationen
zur Bekaempfung der Partisanen
— Seite 2 —
durchgefuehrt wurden. Die Taetigkeit der Partisanen drohte lange
Zeit hindurch die lebenswichtigen Verbindungs- und Transport-
linien der deutschen Wehrmacht abzuschneiden. Ueber die Anschlaege
476
3711-PS
auf die Eisenbahnlinien im besetzten Russland wurde deshalb zum
Beispiel eine monatliche Zusammenstellung herausgegeben, aus der
hervorging, dass es sich allein im russischen Raum monatlich um
jeweils 800 bis 1.000 Anschlaege handelte, denen unter anderem
monatlich 200 bis 300 Lokomotiven zum Opfer fielen.
Es war eine allgemein bekannte Tatsache, dass der Partisanenkrieg
von beiden Seiten mit Grausamkeit gefuehrt wurde. Auch war es
bekannt, dass Repressalien gegen Geiseln und Ansiedlungen, deren
Bewohner verdaechtig waren, Partisanen zu sein Oder solche unter-
stuetzt zu haben, angewandt wurden. Es steht ausser Frage, dass
diese Tatsachen den fuehrenden Offizieren im WFSt. und im
Generalstab des Heeres bekannt gewesen sein muessen. Es war
weiterhin bekannt, dass Hitler der Ansicht war, dass im Kampf
gegen die Partisanen nur die Anwendung von grausamen Ab-
schreckungsstrafen erfolgreich sein koenne.
Ich erinnere mich, dass der SS-Gruppenfuehrer Fegelein anlaesslich
des polnischen Aufstandes in Warschau den General-
— Seite 3 —
oberst Guderian und Jodi Einzelheiten ueber die Grausamkeiten
der russischen SS-Brigade Kaminski berichtete, welche auf deutscher
Seite kampfte.
Wilhelm Scheldt.
Rittmeister d.R.a.D.
DOCUMENT 3713-PS
AFFIDAVIT BY GENERAL OF THE PANZERS ROTTIGER, 8 DE-
CEMBER 1945, CONCERNING THE FIGHT AGAINST PARTISANS IN
THE AREA OF THE 4TH ARMY IN 1942-43. SUPERIOR ORDERS TO
APPLY SEVEREST MEASURES; JEWS, COMMISSARS AND AGENTS
WERE HANDED OVER TO THE SD; MILDER METHODS ORDERED
BY THE ARMY COMMANDER (EXHIBIT USA-599)
t
BESCHREIBUNG:
U Ti 1 Seite 1: r o Datum Ti 1 Seite 2: „8. 12. 45“ an Stelle von ,,28. 11. 45u
(alles Ti) I daneben: R (Ti) I im AnschluB an T Vm iiber Beeidigung durch
Walter H. Rapp, Captain CAV, 0-454231
477
3713- PS
ERKLAERUNG
8. 12. 45
ALS CHEF DES GENST. DER 4. ARMEE VOM MAI 1942 BIS
JUNI 1943, ZU DER AUCH SPAETERHIN DAS GEBIET DER
9. ARMEE TRAT, HATTE ICH MEHRFACH GELEGENHEIT MICH
MIT DER BANDENBEKAEMPFUNG DIENSTLICH ZU BEFASSEN.
FUER DIE DURCHFUEHRUNG DIESER K AMPFH ANDLUN GEN
WAR FUER DIE TRUPPE VON HOECHSTER STELLE, WIE
Z.B. AUCH VOM OBERKOMMANDO DES HEERES ANGEORD-
NET, MIT SCHAERFSTEN MITTELN DURCHZUGREIFEN. DIESE
K AMPFH ANDLUN GEN WURDEN MIT TRUPPEN DER HEERES-
GRUPPE UND DER ARMEE, WIE Z.B. SI CHERUN GS B AT AIL-
LONEN DURCHGEFUEHRT.
ANFANGS WURDEN GEMAESS DEN AUF DEM DIENSTWEGE
GEGEBENEN BEFEHLEN NUR WENIGE GEFANGENEN
GEMACHT. GEMAESS BEFEHL WURDEN JUDEN, POLITISCHE
KOMMISSARE UND AGENTEN DEM SD UEBERGEBEN.
DIE IN DEN OFFIZIELLEN BERICHTEN ERWAEHNTEN GE-
FALLENEN DES FEINDES WARiEN SEHR GROSS GEGENUEBER
UNSEREN EIGENEN GEFALLENEN.
ICH BIN ERST JETZT AUF GRUND DER MIR VORGELEGTEN
DOKUMENTE ZU DER ERKENNTNIS GEKOMMEN, DASS MIT
DER ANORDNUNG ZUR SCHAERFSTEN DURCHFUEHRUNG
DES BANDENKAMPFES VON HOECHSTER STELLE MOEG-
LICHERWEISE IM ENDZIEL DER ZWECK VERFOLGT WURDE,
DEN MILITAERISCHEN BANDENKAMPF DES HEERES AUCH
DAZU AUSZUNUTZEN, DIE RUECKSICHTSLOSE LIQUIDIE-
RUNG DES JUDENTUMS UND ANDERER UNERWUENSCHTER
ELEMENTE ZU ERMOEGLICHEN.
Rottiger
ERKLAERUNG
IN ERGAENZUNG MEINER ERSTEN ERKLAERUNG VOM
8.12.45 ERKLAERE ICH:
WIE ICH AUCH IN MEINER MUENDLICHEN AUSSAGE AM
28.11.45 BETONT . HABE, HAT MEIN DAMALIGER OBER-
BEFEHLSHABER DER 4. ARMEE DIE TRUPPE MEHRFACH
DARAUFHIN GEWIESEN, DEN BANDENKAMPF NICHT HAER-
TER ZU FUEHREN, ALS ES DIE JEWEILIGE LAGE TATSAECH-
LICH ERFORDERTE. DER KAMPF SOLLTE NUR DANN BIS ZUR
478
3713-PS
VERNICHTUNG DES GEGNERS GEFUEHRT WERDEN, WENN
ALLE VERSUCHE, IHN ZUR UEBERGABE ZU VERANLASSEN
FEHL SCHLUEGEN. ABGESEHEN VON HUMANEN GRUENDEN
HATTEN WIR SELBST EIN INTERESSE DARAN, GEFANGENE
ZU MACHEN, DA SEHR VIELE VON DIESEN SEHR GUT ALS
ANGEHOERIGE VON FREIWILLIGEN LANDESEIGENEN BAN-
DENBEKAEMPFUNGSTRUPPEN ZU VERWENDEN WAREN.
NEBEN DER NOTWENDIGEN AKTIVEN BANDENBEKAEMP-
FUNG WURDE IMMERFORT PROPAGANDISTISCH AUF DIE
BANDEN UND AUCH AUF DIE BEVOELKERUNG EINGEWIRKT,
UM DIESE MIT GUETLICHEN MITTELN DAZU ZU VERANLAS-
SEN, VON DEM BANDENUNWESEN ABZULAS3EN. SO WURDEN
Z.B. AUCH DIE FRAUEN IMMER WIEDER AUFGEFORDERT,
IHRE MAENNER AUS DEM BUSCH ZU HOLEN ODER SIE
SONSTWIE VON DEM EINTRITT IN DIE BANDEN ABZUHAL-
TEN. DIESE PROPAGANDAARBEIT HATTE AUCH GUTE ER-
FOLGE. SO WAR DAS GEBIET DER 4. ARMEE IM FRUEHJAHR
1943 FAST SO GUT WIE BANDENFREI. LEDIGLICH AN
DEN GRENZEN MACHTEN SICH DAMALS VORUEBERGEHEND
BANDEN BEMERKBAR ALS DIESE AUS NACHBARGEBIETEN
IN DAS GEBIET DER 4. ARMEE HINUEBERWECHSELTEN. DIE
ARMEE MUSSTE DAHER AUCH SICHERUNGSKRAEFTE AN DIE
SUEDL. NACHBARARMEE AUF BEFEHL DER HEERESGRUPPE
MITTE ABGEBEN.
Rottiger
DOCUMENT 3714-PS
AFFIDAVIT OF GENERAL OF THE PANZERS ROTTIGER, 28 NOVEM-
BER 1945: WRATH OF THE POPULATION ON ACCOUNT OF THE
EXECUTIONS CARRIED OUT BY THE SD IN 1942-43 IN THE OPERA-
TIONAL AREA OF THE ARMY. ISSUE OF AN ORDER OBTAINED
FOR THE REMOVAL OF THE SD FROM THE FRONT AREA (EX-
HIBIT USA-560)
BESCHREIBUNG:
U Ti I zahlreiche Verbesserungen und Streichungen im T Ti I 1 am Rand
insgesamt neunmal P „R“ (Ti) I im AnschluB an T Vm iiber Beeidigung durch
Paul A. Neuland, Major, QMC. 0-385720
479
3714-PS
ERKLARUNG
W&hrend meiner Dienstzeit1) vom Max 1942 bis Juni 1943 als
Chef der 4ten Armee der Heeresgruppe Mitte waren SD Einheiten
am Anfang zugeteilt, um angeblich Abwehrdienste2) im Operations -3)
gebiet der Armee zu leisten.4) Es stellte sich spater5) heraus, dass
diese SD Einheiten unter der ansassigen Zivilbevolkerung grosse
Aufregung verursachten, die zur Folge hatte, dass mein Vorgesetzter
den Oberbefehlshaber der Heeresgruppe, Generalfeldmarschall
v. Kluge6) darum bat, die SD Einheiten aus dem Frontgebiet zuriick-
zukommandieren, was dann unmittelbar geschah. Der Grund dafiir
lag vor alien Dingen darin, dass die Ausschweifungen der SD Ein-
heiten durch Executionen7) von Juden und anderer Personen8)
Ausmasse annahmen, dass eine Bedrohung fur die Sicherheit der
Armee in ihrem Kampfgebiet durch die emporte Zivilbevolkerung
bestand. Obwohl man allgemein uber die Sonderaufgaben der SD
Einheiten beseheid wusste und dies ja auch anscheinend mit Wissen
der obersten Wehrmachtfiihrung geschah, traten wir deren Methoden
weitmoglichst entgegen, da die oben erwahnte Gefahrdung der
eigenen Truppe bestand.
Rottiger
DOCUMENT 3715-PS
AFFIDAVIT BY ERNST RODE, FORMER CHIEF OF THE COMMAND
STAFF OF THE REICH LEADER SS, 30 NOVEMBER 1945, ON THE
CLOSE COLLABORATION BETWEEN THE WEHRMACHT, THE SS
AND THE POLICE IN THE FIGHT AGAINST PARTISANS (EXHIBIT
USA-562)
BESCHREIBUNG:
U Ti 1 Verbesserungen im T Ti I im AnschluB an T Vm iiber Beeidigung
durch Walter H. Rapp, Captain CAV, 0-454231 I Seite 1 und 2: 1 am Rand n
Verbesserungen insgesamt sechsmal P „R“ (Ti)
*) hinter „Drens.tzeit“ hs gestrichen „in“
2) an Stelle von: „fiir Ruhe und Ordnung“ (hs gestrichen)
3) fur: „Front-“ (hs gestrichen)
4) fur: „sorgen“ (hs gestrichen)
6) fiir: ,,bald“ (hs gestrichen)
0) fiir: „Kuechler“ (hs gestrichen)
7) fiir: „Massenexeeutionen“ (ersten zwei Silben hs gestrichen)
8) „andersartigen“ verbessert in: „anderer“; hinter „Pertonen“ hs gestrichen:
„solche“
480
3715-PS
erklArung
Ich, ERNST RODE, war friiher der Chef des Kommandostabes
RFSS und iibernahm diesen Posten im Friihjahr 1943 als Nachfolger
des friiheren SS Obergruppenfuehrers Kurt Knoblauch. Mein letzter
Dienstgrad war Generalmajor der Polizei und Waffen SS. Meine
Aufgabe war, den jeweiligen Hoheren SS und Polizeifiihrern in der
Bandenkampfbekampfung die erforderlichen Krafte zuzufiihren und
die Unterstiitzung durch Krafte des Heeres sicherzustellen. Dies
geschah in unmittelbaren Besprechungen mit den fiihrenden Offi-
zieren des W.F.St. im OKW und dem O.K.H. also mit den Generalen
Warlimont, v.Buttlar, mit den Generalobersten Guderian und Zeitzler,
General Heusinger, spater General Wenk, Oberst Graf Kielmanns-
egg, spater Oberst v. Bonin. Da im Operationsgebiet auch die
Bandenbekampfung unter dem ausschliesslichen Befehl des betref-
fenden Oberbefehlshaber der Heeresgruppe stand ( wie z.B. in der
H.Gr.Mitte bei Feldmarschall Kluge spater Busch) und die Polizei-
truppen meist in den Reichkomissariaten unabkommlich waren,
lag die Kampffiihrung fast imraer ganzlich in den Handen des
Heeres. Entsprechend geschah auch die Befehlsgebung nicht etwa
durch Himmler, sondern duch das OKH. Derselben Befehlsgebung
waren auch die SS und Polizeitruppen unterworfen, die zur Unter-
stutzung der Heeresgruppen aus den Reichskommisariaten in das
Operationsgebiet abgestellt waren. Diese Abstellung geschah zum
Nachteile der Bandenbekampfung in den Reichskommisariaten sehr
oft. Die Fiihrung in den einzelnen Unternehmungen lag gemaess
einer ausdruecklichen Vereinbarung Himmlers mit OKW und OKH
immer in Handen desjenigen Truppenfiihrers der fiber das grosste
Truppenkontigent verfiigte. Es konnte also passieren, dass ein
General des Heeres SS und Polizei unterstellt bekam, umgekehrt
aber auch das einen SS und Polizeigeneral Truppen des Heeres
unterstellt wurden. Bandenbekampfung im Operationsgebiet konnte
von Himmler niemals befohlen werden. Dieses konnte nur durch
mich beim OKH angeregt werden, meist auf Veranlassung des
Generalquartiermeisters Wagner bis 1944, oder des Staatssekretares
Ganzenmiiller. Das OKH gab dann der in Frage kommenden
Heeresgruppe die entsprechenden Befehle zur Durchfiihrung.
— Seite 2 —
Die Harte und Grausamkeit mit der der an sich heimtiickische
Bandenkampf vom Russen gefiihrt wurde, hatte bereits im Jahre
1942 zu drakonischen Befehlen fur die Kampffiihrung seitens Hitlers
gefuhrt. Diese Befehle die durch OKW und OKH der Truppe
bekannt gegeben wurden, galten selbstverstandlich genau so fur die
Truppen des Heeres als wie diejenigen der SS und Polizei. Ihre
481
3715-PS
Kampffiihrung hat sich in der Form bestimmt in nichts unter-
schieden. Der Soldat des Heeres war genau so verbittert gegen den
Feind wie der Soldat der SS und Polizei, Infolge dieser Verbitte-
rung wurden die Befehle riicksichtslos von beiden Seiten durch-
gefiihrt, was dem Wunsche oder Absichten Hitlers ja auch entsprach.
Als Beweis kann man ja den Befehl des OKW und OKH anfuehren
der bestimmte, dass alle gefangenen Bandenangehorigen wie z.B.
Juden, Agenten und politische Kommissare von der Truppe unver-
ziiglich dem S.D. zwecks Sonderbehandlung zu iibergeben sind.
Ausserdem enthielt dieser Befehl damals die Anordnung, dass im
Bandenkampf keinerlei Gefangene, ausser den obengenannten zu
machen sind. Dass der Bandenkampf auch von den Truppen des
Heeres gnadenlos bis aufs Messer gefuhrt wurde, weiss ich aus
Unterhaltungen mit Truppenfiihrern des Heeres, z.B. General
Herzog, Kommandeur des XXXVIII A.K. und seines Chefs, Oberst
i.G. Pamberg, die mir meine Auffassung bestatigten. Heute ist es
mir klar, dass der Bandenkampf allmahlich der Vorwand wurde
das Judentum und Slaventum systematisch auszurotten.
Ernst Rode
DOCUMENT 3716-PS
AFFIDAVIT BY ERNST RODE, FORMER CHIEF OF THE COMMAND
STAFF OF THE REICH LEADER SS, 30 NOVEMBER 1945: TO THE
BEST OF HIS KNOWLEDGE, THE SD EINSATZ GROUPS WERE
UNDER THE COMMAND OF THE ARMY GROUPS; CRUEL EXECU-
TIONS OF JEWS AND COMMISSARS BY THE SD WERE CARRIED
OUT WITH THE CONSENT OF THE COMMANDERS-IN-CHIEF
(EXHIBIT USA-563)
BESCHREIBUNG:
U Ti I 1 am Rand n Verbesserungen insgesamt fiinfmal P „R“ (Ti) I im
AnschluB an T Vm iiber Beeidigung durch Walter H. Rapp, Captain CAV, 0-454231
ERKLARUNG
Soweit mir bekannt ist, waren die S.D. Einsatzgruppen bei den
einzelnen Heeresgruppen diesen vollunterstellt, d.h. taktisch
sowohl auch in jeder anderen Weise. Den Oberbefehlshabern waren
deshalb die Aufgaben und Arbeitsmethoden dieser Einheiten vollig
bekannt. Sie haben die Aufgaben und Arbeitsmethoden gebilligt
482
3716-PS
da sie ja anscheinend niemals dagegen Front gemacht haben. Dass
also dem S.D. iibergebene Gefangene wie Juden, Agenten, Kom-
missare genauso dem grausamen Tode geweiht waren wie Opfer
sogenannter „Sauberrungsaktionen“ ist ein Beweis dafiir, dass die
Exekutionen ihr Einverstandniss gehabt hatten, ausserdem war ja
auch dies im Sinne der politischen und militarischen hochsten
Fiihrung. Uber diese Methoden, die von der Masse der SS und
Polizeioffiziere genau so abgelehnt wurden, wie wohl von der Masse
der Heeresoffiziere, ist bei Besprechungen im OKW und OKH
naturlich des ofteren die Rede in meinem Beisein gewesen. Ich habe
bei solchen Gelegenheiten immer darauf hingewiesen, dass es ja
in der Befehlsgewalt der Oberbefehlshaber der Heeresgruppen
gelegen hatte, dagegen sich aufzulehnen. Ich bin der festen Uber-
zeugung dass ein energischer einheitlicher Protest alter Feld-
marschalle eine Anderung der Aufgaben und Methoden mit sich
gebracht hatte. Die Ansicht dass noch rigorosere Oberbefehlshaber
ihnen bei ihrer Abberufung dann gefolgt waren, ist meines Erach-
tens, falls dies geltend gemacht werden sollte, eine torichte sogar
feige Ausrede.
Ernst Rode
DOCUMENT 3717-PS
AFFIDAVIT BY LT. GENERAL HEUSINGER, FORMER CHIEF OF
OPERATIONAL STAFF IN THE OKH, 1 DECEMBER 1945: IN OPERA-
TIONAL AREAS THE OKH WAS RESPONSIBLE FOR THE METHODS
USED IN FIGHTING PARTISANS AND IN THE TREATMENT OF THE
CIVILIAN POPULATION; OUTSIDE OPERATIONAL AREAS THE
OKW AND THE REICH LEADER SS WERE RESPONSIBLE (EXHIBIT
USA-564)
BESCHREIBUNG:
U Ti I bei *): hinter „Heereseinheiten“ sind die Worte „innerhalb des Opera-
tionsgebietes44 durch hs Zeichen eingefiigt; daneben 1 am Rand: „H“ (Ti) I im
AnschluB an T Vm iiber Beeidigung durch Walter H. Rapp, Captain CAV, 0 — -454231
ERKLARUNG
1.) Von Beginn des Krieges 1939 bis Herbst 1940 war ich la der
Operationsabteilung im O.K.H., vom Herbst 1940 bis 20.7.1944
Chef der Operationsabteilung im O.K.H.
483
371T-PS
Mit der Obernahme des Oberbefehls liber das Heer iibertrug
Hitler dem Chef des Generalstabes des Heeres die Beratung in
alien Flihrungs fragen des russischen Kriegsschauplatzes.
Damit war fur alle Fragen innerhalb des Operationsgebietes
im Osten der Chef des Generalstabes des Heeres zustandig, fur
alle Fragen ausserhalb des Operationsgebietes das O.K.W.,
zum Beispiel im allgemeinen fur alle Truppen, die in den
Reichskommissariaten lagen. (Sicherungsverbande, SS Einheiten,
Polizei)
Alle Polizei- und SS Verbande in den Reichskommissariaten
unterstanden ausserdem dem Reichsfiihrer SS. Wenn es erfor-
derlich wurde, solche Verbande in das Operationsgebiet zu ver-
legen, bedurfte es dazu eines Befehls des Chefs O.K.W. Im
umgekehrten Falle wurde, nach Einverstandnis des Chefs des
Generalstabes des Heeres, eine entsprechende Verlegung von
vorn nach hinten durch das O.K.W. angeordnet.
Im allgemeinen flihrten bei Bandenunternehmungen die
hoheren SS- und Polizeifiihrer das Kommando. Waren in ein-
zelnen Fallen starkere Heereseinheiten*) innerhalb des Opera-
tionsgebietes neben des SS- und Polizeiverbanden eingesetzt, so
konnte in solchen Fallen ein hoherer Befehlshaber des Heeres als
Fiihrer des Unternehmens bestimmt werden.
Bei Bandenunternehmungen innerhalb des Operations-
gebietes waren die zu dem Unternehmen eingesetzten gesamten
Krafte dem Oberbefehlshaber der betr. Heeresgruppe unterstellt.
— Seite 2 —
2. ) Die Befehle iiber die Art der Durchflihrung der Bandenbe-
kampfung (Methoden) wurden auf Anordnung Hitlers, wohl nach
Besprechungen mit Himmler, durch das O.K.W. (Keitel) dem
O.K.H. gegeben; das O.K.H. war nur fur die Weitergabe dieser
Befehle an die Heeresgruppen verantwortlich, wie z.B. die
Befehle liber die Behandlung von Kommissaren, Kommunisten;
die Anweisung liber die Art -der kriegsgerichtlichen Ahndung
von Vergehen Heeresangehoriger gegen die Bevdlkerung sowie
die Richtlinien liber Vergeltungsmassnahmen gegen die Ein-
wohner.
3. ) Die Bearbeitung aller Fragen der Behandlung der Bevolkerung
sowie der Bandenbekampfung im Operationsgebiet, in Ausflih-
rung der Befehle des O.K.W., lag im O.K.H. im Arbeitsbereich
des Generalquartiermeisters.
4. ) Es war schon immer meine personliche Ansicht, dass die Behand-
lung der Zivilbevolkerung im Operationsgebiet und die Methoden
484
3717-PS
der Bandenbekampfung im Operationsgebiet* der obersten poli-
tischen und militarischen Fiihrung eine willkommene Gelegenheit
bot, ihre Ziele durchzufiihren, namlich die systematische Redu-
zierung des Slaven- und Judentums. Ganz abgesehen da von
habe ich immer diese grausamen Methoden als eine militarische
Torheit angesehen, da sie dazu beitrugen, den Kampf der Truppe
gegen den Feind unnotig zu erschweren.
Heusinger,
Genlt.
DOCUMENT 3718-PS
AFFIDAVIT BY COLONEL BOGISLAV VON BONIN, 1 DECEMBER
1945: BEFORE THE ATTACK ON RUSSIA, HIS DIVISION RECEIVED
THROUGH OKW A HITLER ORDER, ACCORDING TO WHICH CAP-
TURED RUSSIAN COMMISSARS WERE TO BE SHOT IMMEDIATELY;
THE COMMANDING GENERAL OF THE 47TH PANZER CORPS
FORBADE HIS OFFICERS TO PASS THIS ORDER ON TO THE
TROOPS (EXHIBIT USA -565)
BESCHREIBUNG:
U und Datura Ti I im AnschluB an T Vra iiber Beeidigung durch Paul A. Neu-
land. Major QMC, 0-385720
ERKLAERUNG
Ich war zu Beginn des russischen Feldzuges erster Generalstabs-
offizi er der 17ten Panzerdivision, die noerdlich Brest-Litowsk ueber
den Bug anzugreifen hatte. Ganz kurz vor Beginn des Angriffs
erhielt meine Division einen schriftlichen Fuehrerbefehl vom OKW
auf dem Dienstwege. In diesem Befehl war angeordnet, dass
russische Kommissare bei Gefangennahme ohne gerichtliches Ver-
fahren sofort und ruecksichtslos zu erschiessen waeren. Dieser
Befehl gait fuer alle Einheiten des Ostheeres. Obwohl der Befehl
bis herunter zu den Kompanien bekanntgegeben werden sollte, hat
der Kommandierende General des XXXXVII Panzerkorps (General
der Panzertruppen Lemelsen) die Bekanntgabe an die Truppe ver-
boten, weil dieser Befehl nach seiner Auffassung in militaerischer
und moralischer Hinsicht untragbar schien.
Bogislav v. Bonin
Ob erst
1.112.45
485
DOCUMENT 3720-PS
INTERROGATION OF ALBERT SPEER, 18 OCTOBER 1945, BY
LIEUTENANT COLONEL M. I. GURFEIN, AUS, OUSCC, CONCERNING
AMONG OTHER MATTERS THE EMPLOYMENT OF FOREIGN WORK-
ERS, CONCENTRATION CAMP INMATES AND PRISONERS OF
WAR IN THE MANUFACTURE OF MUNITIONS IN GERMANY
(EXHIBIT USA-220)
Testimony of Albert Speer, taken at Nurnberg,
Germany, 18 October 1945, 1430-1700, by Lt.Col.
M.I. Gurfein, AUS, OUSCC.
Also present: Pfc. Sonnenfeld, Interpreter
and Miss Evelyn Low, Reporter.
Q. You have already been sworn I take it?
A. Yes.
Lt. Col. Gurfein to Interpreter:
Q. Do you solemnly swear that you will truthfully, completely and
accurately translate from English to German the questions and
from German to English the responses of the witness given here
to-day to the best of your ability, so help you God.
A. I do.
Q. I wanted to ask you to-day about the Central Planning Board7
A. Yes.
Q. Were you the chairman of that office?
A. The Central Planning Board was no office as such, it was a
place where decisions were made. The Central Planning Board
was not led by me but the decisions were made by three men in
common — by Milch, Koerner and myself. After we took over
the production department from the Ministry of Economics the
fourth man, Funk, was added.
Q. And did you attend all the meetings of this Central Planning
Board yourself?
A. I took part in all sessions except from February until May,
when I was sick.
Q. In what year?
A. 1944.
486
3720-PS
Q. And while you were away, during February to May 1944, did
you receive reports of the proceedings so as to be in touch with
the situation?
— Page 2 —
A. I was kept informed of all current events by the chief of my
ministry. The exact minutes of the sessions of the Central
Planning Board I only read later.
Q. So that when you returned to work in May 1944 you went over
all the minutes of the decisions and discussions of the Central
Planning Board, I take it?
A. I don’t remember this exactly but you must remember that
when I returned after my sickness I came into the middle of
much work and the plane attacks were going on at that time.
I more or less tried to catch up with the information that I had
missed with the use of certain key words in order to denote
what had happened in my absence. But I will say now, frankly,
that if a decision has been made, no matter what its nature,
that I will tell you about it if I know about it now, even if I did
not know about it at the time it was made.
Q. Who was your representative in the Central Planning Board
at the time of your illness?
A. In the case of absence of one of the members of the Central
Planning Board no deputy was chosen but one of the other
members took over the functions of the absentee.
Q. Who was it?,
A. I believe that it was Milch in this case.
Q. You mean that you were acting as the Chairman of the Central
Planning Board before you became ill and that Milch took your
place, as Chairman?
A. There was no Chairman in the Central Planning Board as
such, the three members had equal jurisdictions and powers,
thus Milch was not Chairman when I was absent. In practice,
however, it happened that Milch and I would usually agree
upon what to do and Koerner played a subordinate part more
or less.
Q. But to represent the production office of yours you must have
had a man there to represent your interests during the time of
your illness?
A. May I say the following here. We agreed that in the Central
Planning Board Milch and I would not represent special
interests. If that had been so there would have had to be other
487
3720-PS
representatives besides us. For instance, there should have been
one for the Navy and also somebody to represent the other
main factors. We agreed that we would be impartial in represen-
tation on the Board and that we would not be there as repre-
sentatives of our representative Ministries.
— Page 3 —
Q. To put it clearly to you, did Kehrl work for you?
A. Kehrl was in charge of the Planning Board in 1944 and this
Planning Board made a draft for the sessions of the Central
Planning Board.
Q. Was Kehrl your deputy?
A. No. Well Kehrl as such had a very difficult position. He had a
double position. He was in charge of the Planning Board of the
Production Ministry and as such was responsible for the plans
of this Ministry.
Q. To whom, to you?
A. Yes, he was my subordinate.
Q. So that you were his Minister?
A. Yes. His second function was in connection with the Planning
Board of the Plenipotentiary General for Armaments. In this
capacity he was responsible for the total planning which was
outside the proper competence of my Ministry.
Q. And who, at that time, was the Plenipotentiary?
A. I was that and I also was the Chief of Kehrl.
Q. So that in both capacities in which Kehrl worked you were his
chief, is that right?
A. Yes.
Q. When did you take over your position as chief of the Arma-
ments Office?
A. You must differentiate here between different phases. On
8 February 1942 I took over the Army Office for Armaments,
that is, I was the successor of Dr.Todt. In July 1943 I took over
the Armament Office of the Navy. In September 1943 I took
over the Production Office of the Ministry of Economics. And
in August 1944 I took over the Armament Office of the Air
Force. That was after an interim stage had been created after
March of 1944 by the Jaegerstab.
Q. The Jaegerstab was a branch dealing with fighter planes, was
it not, in connection with aeroplane production?
A. Yes.
488
3720-PS
— Page 4 —
Q. And you had a co-ordinate jurisdiction with Goering or Milch
at that time, in the spring of 1944?
A. Yes, the Jaegerstab tried to get out of the way of any juris-
dictional disputes because it could not prevent it that Goering
would not give over to me completely the manufacture of air
planes, even of fighter planes alone.
Q. That means that during your career in charge of armaments
you went from jurisdiction to jurisdiction and from respon-
sibility to responsibility, always taking on more responsibilities.
A. Yes.
Q. So that each time that you took on a new jurisdiction you were
cognisant already of the many and different problems that you
were multiplying by taking on the new jurisdictions?
A. Partly this made things more difficult and partly this facilitated
things. When I took over the Production Department of the
Ministry of Economics this had the purpose of giving a total
and more comprehensive jurisdiction over all these matters of
production. Looked at as a whole, the overall control that was
vested in me over production facilitated things rather than
making them more difficult because it eliminated the brakes
that were naturally put on it before, through control by the
three separate branches of the Armed Services with their own
separate Supreme Commanders.
Q. That means that you were able in the first place, as you
increased your jurisdiction, to get a better overall view of what
resources you had at your disposal. Is that correct?
A. Yes, of course I had better possibilities of co-ordination by that
and thus could better meet the problems created by attacks.
Q. Your basic problems were, first, the obtaining of raw materials
needed for your armaments production, is that correct?
A. This is a very complicated subject and it depends really at
which phase you are looking. However, if you take a rough
cross section of the whole problem then it is right to say that
the raw materials created the greatest difficulties and among
them certain products of the steel industry.
— Page 5 —
Q. Secondly, you also had the problem as a result of the bombing
of where to locate factories and indeed the whole question of
having adequate factory facilities?
489
3720-PS
A. This is a question that is extremely difficult to answer. It was
my position that we should repair existing factories by com-
mitting everything we had at our disposal for this purpose.
Others took the position that those factories should be relocated.
I could not afford the change over to new localities from old
localities because such a move always entails the loss of at
least a half year’s production. For instance, the aircraft industry
after the intensive attacks on the fighter plane industry of
February 1944 received the order from the Air Force to shift
these factories and to cease all production in the present
location.
Q. But in general the question of factory facilities, together with
the question of raw materials were two of the larger problems
that you had to meet?
A. Yes.
Q. There was always a third, was there not, and that was the
question of obtaining a sufficient supply of labour?
A. Yes*.
Q. In connection with the obtaining of a sufficient labour supply,
what were the alternatives that you had before you. I am now
talking of the sources of labour supply?
A. To the first degree the manpower which I should receive from
the employment offices, that is through Sauckel’s department.
Do you want me to mention all the details?
A. Yes.
A. So far as Sauckel is concerned, the manpower we received from
him was that which was made available by the shifting of Ger-
man industry and we knew these under the heading of “Fluc-
tuation”. Then German manpower that could be naturally
mobilised. Then the foreign manpower that was made avail-
able by Sauckel from abroad. Then a great source was also the
prisoners of war, that is for total production . However, most
of these were already distributed before my time. That is so
because there were almost no prisoners of war coming in after
1942. The next were the workers that came from concentration
camps.
— Page 6 —
Q. And this now represented all the sources or labour that you
had at your disposal?
A. In the great outline, yes.
490
3720-PS
Q. Without pausing to discuse the various types of German labour
that were available because that is fairly obvious, what types
of foreign labour did you have available?
A. When you talk of foreign workers you cannot look at it in
that way that they were directly available to me. It was
handled in such a manner that the employment offices would
assign German and foreign workers and then I would be
informed about the total numbers of workers that were
available.
Q. Obviously, the number of workers that were available or were
to be supplied fluctuated, did it not?
A. Yes, they fluctuated.
Q. So that when you say that before you took office the foreign
workers had already been distributed or allocated, naturally
after you took office there had to be constant additions to the
numbers?
A. There is a mistake. Only the prisoners of war were distributed
before I entered my office, not the foreign workers. That is so
because the bulk of the prisoners of war were taken in 1940
and 1941 and were then distributed.
Q. Do you mean by that that up to the time when you took office
foreign workers were not being used in Germany?
A. Yes, I believe they were already there but I cannot say exactly
in what numbers.
Q. When you took- over your office for the first time you must
have made a survey of the available manpower for the armu-
ments industry generally, did you not?
A. When I took over my office for the first time you must re-
member that I was an architect and not an expert in these
matters. In other words I had to get familiar with the job first
and I did not find any exact information about it. To this must
be added that I received intensive programs for armaments
from the Army Armament office. These had already been given
to Todt who was my predecessor but for the realisation of these
plans, this department (the Armament Office of the Army)
calculated the necessary supply of materials and manpower.
— Page 7 —
Q. When for the first time did you make a survey of what the
available manpower was in Germany to meet your tasks?
A. I never made any such investigation because it .was not my task
to ascertain what the total manpower was in Germany that
would be available.
491
S720-PS
Q. I didn’t mean for you to make the survey directly but you
could have asked somebody for it, as for example, Sauckel?
A. I made a survey at that time how much manpower I could
obtain from the building program, that is, if buildings was
to be interrupted for an extended period of time. This survey
showed that approximately one and a half million labourers
or workers could be drawn from the building program if drastic
reductions were affected. If I remember correctly this calcu-
lation was not precise but merely estimated. It did not only
include the workers who worked directly in the building indus-
tries but those who gave material assistance to the building
industry.
Q. Did there come a time when you had to estimate the needs
for foreign workers in Germany?
A. I never estimated it in this manner.
Q. In what manner did you estimate the needs for foreign workers
for the German armaments industries?
A. It was not my task to estimate how many or how much man-
power I needed from abroad but rather I had to rely upon the
amount of foreign and German workers that Sauckel could
make available to me. I want to say the following here. I do
not wish to give the impression that I want to deny the fact
that I demanded manpower and foreign manpower from Sauckel
very energetically.
Q. With respect to this foreign manpower that you were request-
ing from Sauckel, what means did you discuss as to how these
foreign workers could be brought into Germany?
A. I believe that regarding the first phase and I think that we are
talking about that right now, Sauckel emphasised the fact that
the foreign manpower was coming voluntarily into Germany.
As far as I remember the voluntary manpower at that time
was the manpower originating in the Ukraine.
Q. What period are you talking about now when you discuss this
voluntary coming of workers, especially from the Ukraine?
A. I don’t know how long the manpower from the Ukraine actually
came voluntarily.
— Page 8 —
Q. When did you first find out then that some of the manpower
from the Ukraine was not coming voluntarily?
A. It is rather difficult to answer this here, that is, to name a
certain date to you. However, it is certain that I knew that at
some particular point of time that the manpower from the
Ukraine did not come voluntarily.
492
3720-PS
Q. And does that apply also to the manpower from other occupied
countries, that is, did there come a time when you knew that
they were not coming voluntarily?
A. Yes.
Q. When, in general, would you say that time was, without placing
a particular month of the year?
A. As far as the Ukraine situation goes I believe that they did not
come voluntarily any more after a few months because im-
mense mistakes were made in their treatment by us. I should
say offhand that this time was either in July, August or Sep-
tember of 1942.
Q. And as to the other occupied countries, for example Poland,
when did you find out that foreign workers were being brought
in against their will?
A. I believe that I received almost no manpower from Poland.
That was because Polish manpower usually was allocated into
agriculture, that was an old tradition or old practice with us.
Q. Just by the way, you used Polish workers in the mines
didn’t you?
A. Yes but they lived there. That was in the Polish part of Upper
Silesia. In the Ruhr coal mines Russian prisoners of war were
used in the main. And by the way I only took over this aspect
of production in September 1943.
Q. With respect to the Czechs, when did you .first find out that
Czech workers were being sent into Germany against their will?
A. As far as the Czech workers are concerned, I believe that only
on one occasion was a recruitment program carried out there
and that was done by the Air Force. If I remember correctly
80,000 Czech workers were recruited to be taught certain tech-
niques in Germany and then returned to their home. The
Governor Frank of the Protectorate had a hard fight against
this taking away of manpower from his area and in exchange
he always offered an increase of production in his area.
— Page 9 —
Q. With respect to Dutch workers for example, when did you first
find out that Dutch workers that were not volunteers were
being brought into the Reich for work?
A. With the best intentions I cannot make a differentiation here
between the different nations because, as such, I was not
interested in the distribution of manpower that came from
the west.
493
3720-PS
Q. But many workers actually did come from the west did they
not, to Germany?
A. Yes.
Q. That means then that the great majority of the workers that
came from the western countries, the western occupied coun-
tries, came against their will to Germany?
A. Yes.
Q. Who made the decision to take these foreign workers against
their will into Germany?
A. It was the task of Sauckel to make decisions like that.
Q. But surely Sauckel by himself could not make a decision of as
far-reaching international importance as that?
A. Sauckel as Gauleiter stood in immediate connection with Bor-
mann and Bormann, if asked by Sauckel, would report on this
to Hitler. It was necessary to give the competent military com-
manders the decisions that had been reached in this matter and
I believe that nobody outside of Goering or Hitler would have
been able to so instruct the military commanders and as far
as I remember the Foreign Minister of the Reich had to be
consulted several times in order to come to some agreement
with the French Government.
Q. That is Herr von Ribbentrop you mean?
A. Yes.
Q. Personally?
A. I cannot say this exactly because I was not present but I do
believe that Bormann instructed Ribbentrop personally about
the wishes of the Fuhrer.
— Page 10 —
Q. At any rate, it is clear is it not, that you understood at the time
when you were requesting labour through Sauckel that a good
part of this labour was coming from foreign workers who were
being involuntarily brought to the Reich?
A. Yes.
Q. Were you personally present at any discussions concerning the
advisability or the necessity of obtaining foreign workers by
coercive means?
A. Sauckel usually effected his discussions with the Fuehrer alone.
I was present at one discussion which took place in January
1944 and I mentioned it to you the other day. That is one where
I was present.
Q. Would you mind repeating the substance of that very briefly?
494
3720-PS
A. This already belongs to a period where I had differences with
Sauckel about the exploitation of the occupied areas of the west
and I think it would be going too far if I was to go into all the
details all over — it appears in a previous interrogation. At
that time I tried to increase the productive output of the
western countries and thus exploit their industrial potential
and I was very much against the coercive measures used by
Sauckel. Thus it was difficult for me not only to find menpower
there but they also fled the factories where they had worked.
Q. That relates to 1944. Let us go back to as early as 1942. Did
you ever have any conference with the Fuehrer concerning the
necessity or the desirability of using means of coercion?
A*. I have handed over all the minutes of the conferences which I
had with the Fuehrer. In itself the commitment of labour may
be a very important thing. However, it was only a small part
of my total activity. If there is any reference made in those
minutes then I might be able to tell you more about it when
I read it again.
Q. Without looking at the Minutes to start with, were you in
general in agreement with the policy of forcing civilian labour
from the occupied territories to come to the Reich against
their will?
A. Yes, I concurred in that because it was my opinion that this
was done in an orderly and legal manner. I believe that I didn’t
have to go into all the details but I think that you may be well
familiar with all the reasons why one could concur in such a
policy. The last analysis of this ends in the legality of the
French Government.
— Page 11 —
Q. How about the workers from the Ukraine, will you please state
what reasons you had for concurring with that policy?
A. No, there are no reasons.
Q. How about with the Dutch?
A. There are no reasons there either. In the last analysis the indi-
vidual responsibility for the manpower being deported out of
the country was the competent deputy of Adolf Hitler in that
country. I believe that I could not have refused to use the man-
power that came from abroad any more than a factory manager
can have done that.
Q Leaving out the question of your own responsibility for the
moment, is it your view then that the deputy of the Fuehrer
in Holland for example was guilty of a crime in forcing these
Dutch people to come into the Reich against their will?
495
3720-PS
A. I cannot answer that question.
Q. Before, you started to say that there was no legal reason, as
I understood it, why it was possible to bring in foreign workers
against their will and you stated that in the case of France it
depended upon the recognition of an independent French Gov-
ernment but that in the case of Dutch workers for example
there was no reason that you could give?
A. Yes.
Q. I ask you then, when you state that there were no grounds to
offer, I understood you to mean that there were no grounds
legally which could be offered to support or defend the bring-
ing in of Dutch workers against their will into Germany?
A. No, I cannot defend that and it was not my task either to
investigate these things or to defend them.
Q. But I ask you now as you sit here whether there is any argu-
ment or ground that you can advance to justify legally the
deportation into Germany of these Dutch workers against their
will? x
A. You mean on legal grounds?
Q. Or a moral one?
— Page 12 —
A I had a correspondence with Sauckel in the Spring of 1944 and
in a letter he accused me that I was calling the foreign workers
in Germany deported workers. He stated that these foreign
workers had been legally taken to Germany and there could
be no talk of deportation.
Q But when you wrote to Sauckel in the spring of 1944 you
believed, did you not, as you state, that these workers had in
fact been deported from Holland.
A Yes, it was my opinion that they had been forced to come to
Germany.
Q And that opinion you held for a considerable period of time*
before you wrote the letter to Sauckel.
A Yes.
Q Did you ever abject to anybody about this policy of bringing
labour from the occupied countries into Germany against
their will ? v
A Yes, I did that at' the moment when the transport of foreign
workers did great damage to me as far as the production in
the occupied areas is concerned.
Q But I mean on moral or legal grounds, did you ever object?
496
3720-PS
A I cannot remember that but I will think about it.
Q So that during the period when you were asking for labour it
seems clear, does it not, that you knew that you were obtain-
ing foreign labour as well as domestic labour in response to
your requests and that a large part of the foreign labour was
forced labour ?
A Yes.
Q So that, simply by way of illustration, suppose that on January 1,
1944, you required 50,000 workers for a given purpose would
you put in a requisition for 50,000 workers, knowing that in
that 50,000 there would be forced foreign workers ?
A Yes.
Q One of the other categories that you mentioned at the begin-
ning was labour from the concentration camps. Do you
recall that ?
A Yes.
— Page 13 —
Q. This labour that was in the concentration camps, did you
requisition that as you did other labour ?
A. As far as I know, the allocation of manpower from concentration
camps was directly negotiated between the Commandants of
the concentration camps and the factory managers without
consultation of my department for the commitment of labour
but not of Sauckels. Sauckel knows exactly what I thought
about it but I cannot say with certainty just how this was
Q. So that I take it that in the case of the concentration camp
labour your office was in even more direct relation to it that
in the case of the foreign workers because Sauckel did not have
to intervene in the matter?
A. I believe yes but I cannot say exactly but this can be ascertained.
At any rate Sauckel was excluded from this matter. I cannot
say whether this would be applicable in every case, Sauckel
could tell you, I don’t know whether the employment office was
excluded in every such case because they had to ascertain the
needs.
Q. But, in general, the use of concentration camp labour was
known to you and approved by you as a source of labour ?
A. Yes.
Q. And you knew also, I take it, that among the inmates of the
concentration camps there were both Germans and foreigners ?
A. I didn’t think about it at that time.
497
3720-PS
Q. As a matter of fact you visited the Austrian concentration camp
personally did you not ?
A. I didn’t — well I was in Mauthausen once but at that time was
not told just to what categories the inmates of the concentration
camps belonged.
Q. But in general everybody knew, did they not, that foreigners
who were taken away by the Gestapo, or arrested by the
Gestapo, as well as Germans found their way into the concen-
tration camps.
A. Of course, yes. I didn’t mean to imply anything like that.
— Page 14 —
Q. Were there any other special categories of foreign workers that
were separately treated as, for example, Jews?
A. In 1942" for instance we used Jews in German factories.
Q. Foreign Jews or German Jews ?
A. I believe German Jews.
Q. Put your mind on foreign Jews. Did you use those for forced
labour in Germany ?
A. As far as foreign Jews are concerned, Hungarian Jews were
used in the building program.
Q. And when was that — in 1944?
A. Yes that was in 1944.
Q. Who made the decision to use the Hungarian Jews for this
building work ?
A. There is a history to that. Do you want me to tell you about it?
Q. Yes please, briefly.
A. Hitler had the intention to build great underground aeroplane
factories in the Fall of 1943. He gave an order to that effect.
However, I did not concur in that and therefore I did not
execute the order in all the strictness. In March of 1944 the
director of the Central Organisation Todt office submitted plans
for these to Hitler. This was during the period of my illness.
In this connection he stated that the building should be finished
within six months. Hitler gave Dosch a direct order to build
these six factories outside the normal competence of my
Ministry. There were several big differences in this question
between Goering and myself and also between Hitler and
myself. As a result of these, differences I received a written
order from Hitler that Dosch was to build these six factories.
The order should still be there. As far as I know the Hungarian
Jews were made available for the building of these six factories
by direct negotiations that Dosch carried out.
498
3720-PS
Q. Carried out with whom ?
A. I don’t know exactly and I cannot say this because all this took
place during the period of my illness but I believe there is a
note about that with the official papers that are in your
possession.
— Page 15 —
Q. When did you recover from your illness ?
A. In the middle of May 1944.
Q. Did you trensact any business during April 1944 before you
were completely recovered ?
A. Of course I always had to do a few things in spite of my illness.
Q. Where were you actually while you were ill ?
A. At firtst I was in Hohenlychen, that was because I had an
infection of the knee, from there I went to Klessheim, near
Salzburg and from there to Merano.
Q. And where were you in April 1944 ?
A. In Merano.
Q. Did you transact business from Merano ?
A. Yes, I did this in a restricted measure. I was there to recover
but every three or four days something came up.
Q. And did your people bring you papers to sign also ?
A. Yes, I believe, yes.
Q. I want to ask you again, did you not personally order the
arrangements to be made for the deportation of 100,000
Hungarian Jews for the project you have described ?
A. No, I did not order that personally.
Q. I want to show you a letter of 17 April 1944 (1584 PS Docu-
ment V) a photostat, and ask you to read it through and tell
me whether you wrote that letter or dictated it?
A. As is apparent from the two letters TAE and the No.474-44 it
is evident that this originated in the Technical Department.
The minutes of the discussions with the Fuhrer were always
published under my name in order to give them the greatest
possible authority. This is the result of such a discussion which
took place during my illness, I did not write this. Sauer was
the author of this document.
— Page 16 —
Q. And before this document was written you already knew and
participated in the discussions as you have previously told us,
499
3720-PS
about the obtaining of 100,000 Hungarian Jews for this Dosch
project?
A. I believe that this is the same but it is out of the question that
I participated in it because I was sick at the time.
Q. But you did tell us the history of the thing a little while ago
concerning the requirements for the Dosch project and as I
undesrtood it you said that you knew that Hungarian Jews
were to be brought into Germany for purpose of this project.
Is this correct?
A. I only didn’t know the date any more. I didn’t know whether
this was before or after. At any rate it was not before the
discussion that took place with Hitler at that time.
Q. What was not before, the letter or the knowledge?
A. What I mean to say is that I didn’t know about the coming of
these 100,000 Hungarian Jews to Germany before this letter
was written or before the discussion took place with Hitler.
Q. But when you recovered and the Hungarian Jews actually
came, you knew about it, is that what you mean?
A. When I recovered of course I knew that these Hungarian Jews
were coming to Germany. I didn’t know at this time they
actually were in Germany and had been obtained for this
program.
Q. Did you object in any way to the use or to the transport of
these Hungarian Jews by force?
A. No.
Q. I just wanted to ask you with respect to the coal miners, did
you ever issue instructions to the effect that foreign workers
to be used as coal miners should not be given the same medical
examination as German miners?
A. No. As far as I know the right society for coal and and coal
products determined the foreign workers in the camps and
determined whether they were to be used as miners.
Q. Do you remember being at a meeting of the Central Planning
Board on the 22 July 1942?
— Page 17 —
A. I cannot say it just like that but it must be so.
Q. I want to show you* a copy of the minutes of the meeting and
ask you whether you recognise that you were present at the
meeting?
A. Do you want me to read all of it
Q. Yes
500
3720-PS
A. I believe that the verbatim report of this should still be in
existence and from that it could be determined who made the
suggestion that the “Knappschaft doctors should be informed
that prisoners of war should be judged differently from German
Miners”. I could not give directives of any kind to the Knapp-
schaft doctors, not even in my capacity as being a member of
the Central Planning Board.
Q. Well Germany was an authoritarian state at the time. Some-
body could give orders to the coal miners doctors as to the
physical standard they should apply, could they not?
A. Yes but I didn’t know who that was and in my opinion it was
the Ministry of Labour who was competent in any social
questions. Or the trade supervisers which were in the Labour
Ministry.
Q. At any rate you do not deny that you were present at the
meeting at which the suggestion was made and you did not take
exception to it?
A. I cannot remember it any more but I certainly did not object
to it.
Q. I asked you towards the beginning whether you ever had any
conversations with Hitler concerning the policy decision of
employing compulsion with respect to the obtaining of foreign
labour. Do you remember that?
A. Yes I remember it and I repeat my answer that I could find
out from the minutes whether such discussions took place.
Q. I will show you a protocol of the conferences with the Fuhrer
on the 10th, 11th and 12th August 1942, written up by you
and call your attention particularly to what is recorded as
Page 16 and ask you to read it and see if it refreshes your
recollection?
— Page 18 —
A. It is certain that the conference took place, otherwise it would
not have been contained here.
Q. Does that, after looking at it and after thinking about it, refresh
your recollection a little as to the circumstances of the meeting
and the discussion?
A. May I have the night to think about it and I am sure that I
will remember something about it then. You must take into
account that during a conversation with the Fuhrer thirty or
forty different points were brought up and that such discussions
took place almost every three weeks. You must furthermore
take into account the fact that all these documents that you
501
3720-PS
show me now, you received from me, so then you can believe
me that I am not trying to hide anything.
Q. The question I want to ask you is not so much whether you
remember this particular conference as whether it does not
remind you that you did discuss at some time or other with
Hitler the question of compulsion of foreign labour?
A. That was certainly the case and it is apparent from this note.
To this I must add that Hitler would rather see foreign workers
in Germany than in production in the foreign countries. I fur-
ther wish to add that if you go through the minutes of the
conferences with Hitler you will find that the commitment of
labour was frequently discussed in the beginning, that is in
August and September 1942 and that from there on there are
no further points on this subject contained therein. This is due
to the fact that at that time the differences between me and
Sauckel already existed in that Sauckel discussed his problems
either directly with Hitler or Bormann.
Q. But is it clear to you, Mr. Speer, that in 1942 when the decisions
were being taken concerning the use of forced foreign labour
that you participated in the discussions yourself.
A. Yes.
Q. So that I take it that the execution of the program of bringing
foreign workers into Germany by compulsion under Sauckel
was based on earlier decisions that had been taken with your
agreement.
A. Yes, but I must point out that only a very small part of the
manpower that Sauckel brought into Germany was made
available to me, a far larger part of it was allocated to other
departments that demanded them.
— Page 19 —
Q. A certain number of these foreign workers were used specif-
ically for the armament industries under your control, were
they not?
A. I don’t quite understand the question that you are putting to
me. It goes without saying that a certain amount of the workers
were employed by me but it was no specific part of the workers.
Q. So that some of the workers at least who were brought in to
Germany against their will from the occupied countries were
used for the manufacture of munitions of war and weapons?
A. Not just some of them, a great part of them.
502
3720-PS
Q. Did you ever, in connection with the obtaining of foreign civilian
labour from the occupied countries, participate in any dis-
cussions about making them prisoners of war and then taking
them into Germany?
A. I remember that something similar to that was discussed. I
remember that this question came up in connection with Russia
and when we retired from there.The soldiers said that the male
population was used to fill the Russian ranks and they were
being armed and it was discussed whether it would not be
better to make them prisoners of war and take them to Ger-
many instead of having them fight against us.
Q. In other words, you say that you were present at a discussion
where it was proposed that ordinary civilians who were not
bearing arms or in uniform were to be arrested and made
prisoners of war as if they had been combatants.
A. I cannot say it in just this manner but I suppose you have a
document which makes this apparent.
Q. No, but I would like you to rely on your own recollection too,
if you were present as you said you were. But please tell us
from your own memory.
A. Look here, you really must not expect too much from my
memory. I had a great number of worries but rest assured I
would say so if I remembered that such a discussion had taken
place. As far as I know it was not only a question of committing
manpower but also a military question. With the best intentions
I could not swear to it.
Q. I want to show you then a minute of a conference with the
Fuhrer which you signed, dated 8 July 1943 with a No. 17 on it
and ask you please to read it through.
A. This is quite so as Hitler said that in these cases very deter-
mined action had to be taken.
— Page 20 —
Q. And you did not object to it, I take it?
A. No, I did not object.
Q. I would like to call your attention, if I may, to the fact that
the reason given is that Russian prisoners of war are needed
in the amount of approximately 150,000 to 200,000 for the mines
that if these prisoners could not be released by the Army then
action would be taken against the civilian population?
A. That is what the document says, yes.
Q. So that the basis of the decision, as explained in the document,
was not to protect the military interests but for the purpose of
obtaining needed labour. Is not that correct?
503
3720-PS
A. I don’t know this exactly but it is a fact that in July 1943 I was
not responsible for coal; as the document sets forth Sauckel and
Pleiger were responsible to execute these orders and that they
were to report to Hitler. As the document furthermore states,
I merely requested a copy of this report for myself.
Q. So that, as I understand it, these Russian civilians that were to
be brought in were not to be used only for the coal mines but
also for the armament industry as well?
A. No, I believe that coal in the first degree. It should also be
investigated whether this was ever carried out. You cannot say
that every order that was given by Hitler was always carried
out. And I believe that at this time the Supreme Commanders
of the Army Groups had different worries than just to carry
out such measures.
Q. What interests me was that you said that you wanted a copy
to be sent to you and you also state that you did not have coal
mines in your jurisdiction but in fact you did have the arma-
ment industry in your jurisdiction and I ask you whether those
workers that were not suitable for coal mines were not to be
put under your supervision for armament work?
A. There are two reasons why I was interested in a copy of this.
The reason you gave is undoubtedly correct. It is evident that
only a part, say about half those workers, were suitable to work
in coal mines. The other half was available for other purposes.
In the Central Planning Board Pleiger was responsible for the
handling of the coal production and then as a member of the
Central Planning Board I was interested whether the manpower
that was promised by Sauckel would be
— Page 21 —
actually available. This was because coal production was the
base of the total production.
Q. Let me ask you another thing with respect to this memorandum
of the 8 July meeting 1943, it is stated in that — and I will
read it in German and then translate it: “The Fuhrer ordered
at the same time that these prisoners of war who are not fit for
the mines should immediately be placed in the Iron industry in
the manufacturing and Supply industry and in the armament
industry.”
Was that the general policy with respect to the use of prisoners
of war?
A. No. The fact was that the remainder of the workers that could
not be used in coal mining were free for other uses. It was my
504
3720-PS
purpose in this conference to secure at the same time those
workers for other purposes that could not be used in the coal
mines. It was the general line that Sauckel was responsible for
the distribution and allocation of manpower. I want to add here
that it is not certain that Sauckel actually carried out such
a plan.
Q. What I meant to ask you generally is, was it the policy to
employ prisoners of war in the armaments factories?
A. Not only the armament industry came under my jurisdiction
but also the subsidiary industry of the Iron Products industries.
And my total competence was not defined as that of a Minister
for Production, as is done in other countries, but as a Minister
for Armaments.
Q. But regardless of your competence or jurisdiction, was it a
general practice to employ prisoners of war in the making of
munitions?
A. I believe that prisoners of war were employed in armament fac-
tories but I did not pay any attention to this fact.
Q. Did they include only Russian prisoners of war or did that also
include British, American, French, Polish, Dutch, Belgian, Nor-
wegian prisoners of war?
A. That includes all prisoners of war. It was not my opinion that
I had any obligation to pay attention to this, and I don’t know
whether the conditions which I found in 1942 as far as it con-
cerns prisoners of war where ever changed during my time.
— Page 22 —
Q. Let me understand; when you wanted labour from prisoners of
war did you requisition prisoners of war separately or did you
ask for a total number of workers?
A. Only Schmelter can answer that exactly. As far as the commit-
ment of prisoner of war labour goes it was effected through
employment officers of the Stalags. I tried several times to
increase the total number of prisoners of war that were
occupied in the production at the expense of the other demand
factors.
Q. Will you explain that a little more?
A. In the last phase of production, that is in the year 1944 when
everything collapsed, I had 40 °/o of all prisoners of war
employed in the production. * I wanted to have this percentage
increased.
Q. And when you say employed in the production you mean in
these subsidiary industries that you have discussed and also in
the production of weapons and munitions, is that right?
505
a <j
3720-PS
A. Yes. That is the total extent of my task.
Q. Did you ever discuss any means of raising the productive
capacity of prisoners of war?
A. Yes. As a matter of fact we sent circulars to the factory
managers in order to tell them how the prisoners of war should
be treated so that their productive capacity could be raised. One
circular was sent out in either April or May 1944. I know that
because I just read it. I believe that it is exemplary so far as
the recommendations go for the prisoners of war.
Q. And did that include also the treatment of prisoners of war
who were working in weapons and munitions factories?
A. This was a general circular that was sent to all the managers
of the factories. You must remember the fact here that some of
the armament industry also produces other goods, take Krupp
for instance, in addition to producing armaments they produce
locomotives and other products.
Q. Did you ever discuss, by the way, the requirements of Krupp
for foreign labour?
A. It is certain that it was reported to me what lack Krupp had in
foreign workers.
Q. Did you ever discuss it with any of the members of the Krupp
firm?
— Page 23 —
A. I cannot say that exactly but during the time of my activities
I visited the Krupp factory more than once and it is certain
that this was discussed, that is, the lack of manpower.
Q. Did you ever discuss the labour problem with Gustav Krupp
von Bohlen and Holbach?
A. I think that this is out of the question because Krupp was very
old and I only saw him once during the years of my activity.
If any such question came up it was discussed with the respon-
sible directors of the factory.
. Did these directors ask you for foreign labour?
. It is probable that they reported to me the total needs in
manpower. It is not probable that they informed me about their
requirements for foreign labour unless they had the opinion
that at that time German manpower was not available.
Q. Coming back to the full use of the capacities of prisoners of
war, was it ever suggested in any conference that you know
about that the productive powers of prisoners of war could be
increased by giving jurisdiction over them to the SS?
A. No, I cannot remember that.
506
3720-PS
Q. Did you ever see the minutes of such a meeting? I will show
you a memorandum of a conference of Sauer with the Fuehrer
and others, dated 6 March 1944 in Berlin?
A. I cannot say whether this was the case. This conference took
place in March of 1944, that is, during the period of my illness.
If there is a notation on the document — Gesehen Speer, then
I saw the document after my illness.
Q. In connection with your trip to Austria, was it the purpose of
your trip to establish concentration camps close to the side of
factories so that the concentration camp inmates could be
readily used as labour in the new factories?
A. When was that trip to Austria?
Q. Was that in 1941?
A. In 1941? I was not a Minister then.
Q. What were you then?
A. I was an architect in 1941. That was not 1941 it must be later.
Q. You had discussions with —
A. I cannot remember the name at the moment.
— Page 24 —
Q. Do you know Eigruber?
A. Yes. It must have been about 1943 or 1944 but I don’t know
exactly. I will think about it. The fact that we were anxious to
use workers from concentration camps in factories and to
establish small concentration camps near the factories in order
to use the manpower that was available there was a general
fact. But it did not only come up in connection with this trip.
(Whereupon at 1700, 18 October 1945, the hearing was
adjourned)
APPROVED:
INTERROGATOR: M. 7. Gurfein, Lt.Col.
INTERPRETER: R. W. Sonnenfeld
REPORTER: E. D. Low
507
DOCUMENT 3721-PS
INTERROGATION OF FRITZ SAUCKEL, 22 SEPTEMBER 1945, BY
MAJOR JOHN J. MONIGAN, JR., CAC, OUSCC, REGARDING LABOR
FOR GERMAN INDUSTRY AND AGRICULTURE, INCLUDING FORCED
LABOR FROM FOREIGN COUNTRIES AND FROM CONCENTRATION
CAMPS (EXHIBIT USA-230)
SECRET
Testimony of Fritz Sauckel, taken at
Nuremberg, Germany, 10:30 to 12:10,
22 Spetember 1945, by John J. Monigan
Jr„ Maj., CAC, OUSCC. Also present
Jesse F. Landrum, Capt, AGD, Court
Reporter, and T/5 Gunter Kosse,
Interpreter.
MAJ. MONIGAN TO THE INTERPRETER:
Q You are reminded that you are still under oath.
A Yes, Sir.
TO THE WITNESS THROUGH THE INTERPRETER:
Q You are reminded that you are still under oath.
A Yes.
Q Do you wish to continue with this discussion about the
meeting?
A I discussed yesterday the difficulties and differences among
the various offices of Speer, Goebbels, and so on. I want to mention
two important points which made my work very hard. The German
limitation on armament production concerning workers, material,
factories, and so on, caused Speer to look especially after the quality
of the work. He, therefore, gave details at the meeting which I
had in 1943, at Weimar, concerning this subject. Because I was
not able to produce weapons, ammunition, and so on, in the same
amount as the U.S. or Russia, he did not want to produce the stuff
SECRET
(SAUCKEL)
— Page 2 —
SECRET
in a production series but was trying to improve the weapons and
turn out different and new weapons and material in order to make
up for the limited amount. Speer was of the opinion that if we
508
3721-PS
would produce weapons in series it would not only be possible to
change over as fast to a new production of weapons. He expressed
these details in the sense against mass production will have quality.
My personal opinion was that it was dangerous because in my
opinion we should have quality and quantity. I got annoyed myself
during the battles when we didn’t have any tanks and artillery;
but this was a series of Speer and, therefore, I had to obey his
orders in my labor conscription. This caused a change of the pro-
duction of several weapons, especially airplanes, tanks and anti-
aircraft guns. Many famous engineers in the airplane industry were
of the opinion that we were not producing airplanes but that we
were experimenting. There wTere many frequent changes of the
caliber cf ammunition, especially from small caliber to larger ones
in the antiaircraft and anti-tank industries. This also was a cause
of the change of specialists among the various factories. We also
were suffering very much because the program of building and the
planes were changing all the time. It so happened that a factory
which was quite capable of production of a small caliber kind of
ammunition was not able to
SECRET
(SAUCKEL)
— Page 3 —
SECRET
do so when required to produce a larger caliber; therefore, the
whole factory had to be changed and the orders given to different
factories. The main section which was concerned about these things
was the one of the Rustungs Amt Saur, Saur was right tempera-
mental in his actions because he took on actions he caused a lot
of harm in our work. This change of process of working caused a
lot of individual work for myself and for my offices. Ti my own
opinion, I have to say that this naturally minimized the production
considerably. I am convinced that for these reasons we were not
able to produce as much as we did in the last war. One can say to
this that in the last war that the same weapons were used all over,
while in this war they were constantly changing according to
Speer’s orders. The T-45, for instance, which was produced in great
quantities in Russia, even though it was not as good as our Panther
of Tiger tank, was better because it could be made in big quantities.
Even though that German Tiger or Panther tanks were qualitively
better than the Russian tanks, we were not able to bring into
action as many as the Russian tanks; and it was shown that the
Russians with their tanks which were not as good as ours were
better because they had more than we did the quality was
509
3721-PS
not able to overdo the quantity. In 1943, for instance, I experienced
myself, that
SECRET
(SAUCKEL)
— Page 4 —
SECRET
some factories had to change over and therefore lost more than
four, months’ time in the production. This also caused difficulties
in the stealing of the assignment of workers from the workers’
reserve to the new industries. I could talk about this on and on,
but I want to stop it now because we can argue about this forever.
Another thing which caused great concern was the changeover
the agircultural workers thich in winter had to be employed in
Speer’s factories. My job was so hard because in the early Spring
when Speer was starting his new produciton I was not able to get
these workers back because Speer refused to return these workers
to the agricultural areas. Therefore, there was created the Blau-
zettel (blue paper) system which gave the right to the workers
who were working during the winter months in Speer’s factories
to come back to the farm in the Spring.
To throw a light on the differences between me and Himmler
concerning this, I want to tell you now: I mentioned yesterday
what I was accused of in the year 1943, by Speer, Goebbels and
later on even Himmler. To clear these accusations up I therefore
prepared a defense paper. In this defense paper I wanted the
Fuehrer himself gave orders concerning these things to myself.
Himmler answered me with a very unfriendly letter and was very
indecent to mention the Fuehrer in the defense of
SECRET
(SAUCKEL)
— Page 5 —
SECRET
myself. It is not possible under these circumstances to go through
with the mission according to ones own word. I only mention this
to show you again the terrifically hard atmosphere under which I
had to work.
Now, coming to the end of all this, I m st say that in the year
1944, there was hardly any new workers left which could be used
any more. The only thing was left to undertake certain concentra-
tion within the German war production itself. Himmler himself,
for reasons of his own initiative, concerned himself with that. He,
therefore, used especially for the underground factories which were
his own work more or less the people from the concentration camps.
510
3721-PS
Once he said to the Fuehrer when I was present that the workers from
the concentration camps were the best ones. I was opposed to that
and also talked to the Fuehrer about that because I saw in that dis-
qualification of workers, the workers themselves and the atmosphere
they were in. I say that under oath now that I never was concerned
with any of these things, that is, the transferring of the people from
the concentration camps to these places of work. I also don’t know
how this happened and I never had anything whatsoever to do with
any of the administration or other kind of work which occurred
there. I also don’t know how this was done. All I know about this
is that entrusted with this kind of work was an SS Obergruppen-
SECRET
(SAUCKEL)
— Page 6 —
SECRET
fuehrer Kammler, who was an engineer, and obergruppenfuehrer
Pohl, who was responsible for the conscription of the people from
the concentration camp to the places of work. I am completely unable
to tell you to what extent these people from the concentration
camp were used. Also, I am not able to tell you under what condi-
tions they were working. I myself was never interested in all these
things and, therefore, I kept away from them as much as possible.
I was never informed about anything of that nature either by
Hitler, the Reichsminister, of Goebbels, officially. All this work was
done by the SS themselves. This was office 6 of the SS. I can tell
you that for sure because we don’t know anything about the SS.
I just reported as far as I can remember the things the way I
would have reported them to the Fuehrer himself or Milch about
the work, details of the work, from the beginning to the end. To
give an over-all picture, I, therefore, put down on paper seven
points which I want to tell you now.
Q (The witness is referring to a paper, written in his own hand-
writing, entitled “Zusammenfassung meiner Ausfuehrungen, etc.”)
A 1) The mission of the Generalbovllmachtigten was entrusted
to me at the end of March, 1942, as a kind of soldierly work. At the
same time a most valid mission for the necessity
SECRET
(SAUCKEL)
— Page 7 —
SECRET
was given to me by the Fuehrer himself. 2) Under this condition
it was impossible for me to discuss the acceptance or refusal of this
511
3721-PS
work. 3) The conscrption of foreign labor was ordered especially
by the Fuehrer himself. This was not contained in the first paragraph
which I showed to the Fuehrer. 4) For the reason of giving my oath
to the Volk, Reich und Fuehrer; I had to use all my body and soul
to fulfill this order. 5) The successful completion of this mission was
very hard because I was in constant argument with other offices
and other ministers. The other offices gave rights to their sub-
ordinate offices, and it cost themselves later on. 6) I was trying
very hard to keep the job given to me by always staying within
the law. I always tried to consider besides the important war pro-
duction, the also very vital civil production, in my actions, as long
as they were important for Germany as well as for occupied terri-
tories. 7) As my most gentle job I considered it as far as I am
concerned for that for the health, just treatment, and payment, and
sufficient food, to take care of all workers working for Germany,
no matter if they were German or foreign. For this I give as the
proof especially all my co-workers and all the decrees and orders
given out by me in great numbers. The executive for the conscrip-
tion of the foreign workers was in the regional
SECRET
(SAUCKEL)
— Page 8 —
SECRET
offices. Taking care of these people was a job of the DAF. I had
nothing to do with the conscription of prisoners from concentration
camps or other kinds of prisoners.
I want to add to this that I was always able to succeed in ful-
filling my principles. I always tried to do the best I could; I worked
very hard to fulfill all these principles and all these points which
I laid down myself and, therefore, I was accused of not being a
National Socialist but more or less a European. I didn’t write this
down, naturally. I thought different from many of those because
I was also in Germany before during my time as a sailor and,
therefore, I got around quite a bit and looked at all these things
from a different kind of view point. I want to ask your permission
to add that I never did any criminal thing knowingly and if I
would have known so I would not have done that. My friends very
often accused me that I worked too much with the heart and not
enough with the brains, but naturally I can’t say that myself. I am
ready to take all the responsibility for anything that I did which
any other decent person would do so too since I don’t think that I
know of anything that is going on for about three months, I am
not able to say what I am accused of.
512
3721-PS
Q. Now, in the course of your long discussion in which you
have convered in generall all the various problems,
SECRET
(SAUCKEL)
— Page 9 —
SECRET
administrative and otherwise. In this entire program there are some
individual questions about which we could go into a little more now.
A Yes.
Q First of all, the organization of this Central Planning Com-
mission.
A Yes.
Q Principally, what I am interested in is the functions and
responsibilities of the Central Planning Commission in their rela-
tionship to your office and their relation to the other industries.
A I believe this Central Planning was founded about three
months after my taking over my office. This was founded on account
of a law by the Fuehrer of just upon an agreement between the
Fuehrer and Speer and Goering, I don’t know. The leader and
Chairman of this Central Planning was Speer himself. How the
Central Planning was founded to take the work from the Four-
Year Plan to Speer, I think, because Goering was already ill at
that time and there were also difficulties about which I am not
informed. Speer constantly took the job of the great changes in new
production under his own direction. Steady members of this Central
Planning were the Staatsekretar and Field Marshal Milch, and the
Staatsekretar Koerner. These three were responsible for the deci-
sions of the Central
SECRET
(SAUCKEL)
— Page 10 —
SECRET
Planning. Orders for internal affairs and they went through this
office if they were worked out by other people inside the office. I
was only called to this Central Planning if my mission was dis-
cussed, and the demands were put before me and my offices from
Speer, Four-Year plan, as well as from Milch. The Fuehrer himself
told me to fulfill these demands without question. In other words,
if Speer asked me for certain amount of workers, for instance,
several thousand, I could not refuse him. The concerned minister
had to give the number to the Central Planning and that was the
513
S721-PS
only place where the number of workers could be discussed. In the
Central Planning it was decided how many workers I was able to
supply to these various sections like Milch and Speer, agriculture,
and so on. If it came to an argument, these discussions were brought
before the Fuehrer and he then decided upon them himself.
Q. Would the Central Planning Commission, in their outline
of workers to be provided for agriculture and for Speer and for
Milch’s industries, etc., just give you the numbers of workers which
they required, or would you get the allocation of the workers,
too, say panzers and machine guns, and so on, from the Central
Planning Commission.
A. In general, I always get the numbers for the sections in large
but except for Speer who always demanded individual
(SAUCKEL)
SECRET
— Page 11 —
SECRET
numbers of workers for all agricultural works or mining industries;
in other words, Speer always demanded a certain amount of workers
for each work.
Q. Except for Speer, they would give the requirements in
general for the broad field, but in Speer’s work you would get them
allocated by industry, and so on, is that right?
A. The others I only got whatever was left, because Speer told
me once in the presence of the Fuehrer that I am here to work for
Speer and that mainly I am his man; he mentioned it very often,
and all the countries are not important. It was very unnatural that
process of doing these things. These smaller places, instead of
ordering their workers from the next higher echelons, gave their
orders to the very highest to Speer who in turn gave it 'down to the
lower ones to me; and this was the reasons for the Rotzettel (red
slip) system which had to be fulfilled by me without question. In
practice it turned out to be that if a factory actually didn’t need any
workers but Speer demanded them for that factory I had to supply
these workers without being able to discuss or to tell him that it
would be a waste of manpower; I just had to do it because Speer
had complete domination.
Q. When it was determined in the Central Planning Commission
that say a thousand workers would be required by Speer, how did
these workers find their way from all over Germany and
SECRET
(SAUCKEL)
514
3721-PS
— Page 12 —
SECRET
Europe into the Krupp factory, for instance?
A The orders were given from higher echelons down to lower
echelons; for instance, the trains which were either turned over
from one office to another or the lower echelons in Berlin for
instance got orders to transfer certain men from one factory which
happened to be in Berlin to another factory which was also in
Berlin. This was also through the cooperation among the various
offices who were in charge of Hildebrandt. The orders were dis-
cussed in a so-called daily schedule of trains which was decided
upon in all these meetings.
Q Well, as I understand it, you would get a requirement for
say a thousand workers for panzers, say; now, in Germany certain
factories would be making tread, some would be making turrets,
and some would be making other things. Now, of that thousand
workers needed for tank production some would be working on
treads and some would be working on other things. How did they
get into the particular factories which were making the specific
products?
A This was accomplished by giving orders wrecklessly through
the various offices. A factory, for instance, got an order to send 20
or 30 men to another place, and they were just ordered to go there.
This was the reason for the Notdienstverordnung where the workers
were forced by a decree to obey any order which
— Page 13 —
SECRET
SECRET
(SAUCKEL)
was given to them.
Q. After the workers were conscripted inside the Reich and
outside, they would be worked according to certain skills and tech-
nical specialties, would they not?
A As far as possible, they were used according to the profession
they learned.
Q. And the local gau labor offices, etc., would have a list of all
the workers according to their several skills, would they not?
A Yes, there were detailed files about this. This was the basic
principle of orders: There were various offices which only were
concerned about a certain kind of trade or skill.
Q So, when you got the requirement from the Central Planning
Commission for a hundred thousand men for tank production, would
you, through your ministry, tell the various offices that you needed
515
3721-PS
so many welders and so many machine tool people, etc., and then
tell them how many of each specialty you wanted?
A When I got these orders my assistants were always present and
they in turn took down the individual numbers required for this
kind of work. I also received rosters which pointed out in detail
how many people were needed for certain productions and how
many were needed in a certain place. There was also, besides the
red slip system, another one, which was a
SECRET
(SAUCKEL)
— Page 14 —
SECRET
system used after the red slip system. We called this the Dringlich-
keitsstufen — that means the preference of one kind of worker. These
Dringlichkeitsstufen, which were divided according to place, kind of
work, were given to me in the presence of my assistants and they in
turn worked out these plans. The influence of Speer was so great
that sometimes he specifically asked for certain specialists from a
certain factory to be turned over to another place. It also happened
that we were not even told about these things. If we were not able
to supply him with workers from inside Germany, we had to take
them from the other departments or from foreign countries. There
was always a reserve of something like 500,000 people who went to
schools where they were trained for the armament production.
Q That was 500,000 German and foreign workers?
A Yes.
Q When a requirement was fixed for Speer or for Milch in the
Central Planning Commission and they called you in and said we
need 500,000 or some number of workers, would they give at that
time the break-down of what kind of workers they wanted or would
they give a blanket request for 500,000 without the listing of
specialties?
A Naturally, they gave a detailed breakdown. For instance,
they only asked for miners, but they also asked for
— Page 15 —
(SAUCKEL)
SECRET
SECRET
specialists in that kind of work. '
Q The requirements would be stated in detail for the kind of
work, not only whether mine worker, but a locomotive engineer in
a mine, or something like that, would they?
516
3721-PS
A Naturally, since there are many kinds of professions. I, for
instance, put in charge of the mining President Dr. Gaertner who
was always oriented about the different jobs which were required
in that field of work.
Q Then after you got the detailed specification of the qualifi-
cations of the workers desired, would you also get a statement as to
what places they would work in, and so on?
A This was just the particular thing about it, especially from
Speer, factories were always mentioned and they were also
mentioned by priority; for instance, the ones that always were
working at the so-called Fuehrer orders had priority over the others.
Speer actually controlled the small places, not step by step, but
directly from the highest echelon.
Q So that you would be informed at the Central Planning at
least for Speer’s factories the specialists and the place to which they
were supposed to be sent, is that right?
A In the Central Planning only the numbers were determined!
for a certain time, three months or so. These orders were given to
the individual offices who were working for me from all kinds
SECRET
(SAUCKEL)
— Page 16 —
SECRET
of industries; the Central Planning was only met for about two
weeks or so.
Q The Central Planning would decide that Speer would get so
many hundred thousand and Milch would get so many hundred
thousand, and that the agricultural program would get so many
hundred thousand. Then, after that was agreed upon, if they all
agreed upon it among themselves in the Central Planning Com-
mission, and had no disputes on the number, and if there were
disputes then the Fuehrer would decide?
A Yes.
Q Then, after they decided a hundred thousand for Speer, then
the section chiefs in the rings for tanks, treads, and machine guns,
etc., would meet with your section later and say we need so many
hundred thousand, we need 10,000 who are welders and 10,000 who
are metal workers, etc., is that right?
A Yes. There was a daily cooperation among the different
offices where it was decided how many workers were needed for the
individual industries. It was not like that when a factory asked for
517
3721-PS
a certain amount of men, it was like that Speer said this factory got
to be supplied with so and so many workers. In peace-time it was
different.
Q And the requirements of Speer were met as a matter of
priority among all the other industries; first Speer and
— Page 17 —
(SAUCKEL)
SECRET
SECRET
then the others?
A Yes.
Q We will stop for now.
APPROVED: J. J. Monigan, Jr.
Interrogator
J. F. Landrum
Court Reporter
Gunter Kosse
Interpreter
SECRET
(SAUCKELr— END)
DOCUMENT 3722-PS
EXCERPTS FROM INTERROGATION OF FRITZ SAUCKEL, 5 OCTOBER
1945, BY MAJOR JOHN J. MONIGAN, JR., CAC, OUSCC, REGARDING
QUOTAS FOR FOREIGN LABOR FROM GERMAN-OCCUPIED TER-
RITORIES (EXHIBIT USA-224)
Testimony of FRITZ SAUCKEL, taken at Nuremberg,
Germany, on 5 October 1945, 1030-1200, by Major
John J. Monigan, Jr., CAC, OUSCC. Also present:
Siegfried Ramler, Interpreter, and S/Sgt William
A. Weigel, Court Reporter.
518
3722-PS
— Page 10 —
Q. For a moment, I want to turn our attention to Holland. It is
my understanding that the quotas for the workers from Holland
were agreed upon, and then the numbers given to the Reichs-
kommissar Seyss-Inquart to fulfill, is that correct?
A. Yes, that is correct. . . .
— Page 11 —
Q. After the quota was given to Seyss-Inquart, it was his mission
to fulfill it with the aid of your representatives, was it not?
A. Yes. This was the only possible thing for me to do, and the
same applied to other countries.
— Page 12 —
Q. Was the same procedure substantially followed of allocating
quotas in the General Government Poland?
A. Yes. I have to basically state again that the only possibility I
had in carrying through these matters was to get in touch with
the highest German military authority in the respective country
and to transfer to them the orders of the Fuehrer and ask them
very urgently, as I have always done, to fulfill these orders.
Q. Such discussions in Poland, of course, were with the General
Governor Frank?
A. Yes. I spent a morning and afternoon in Cracov twice or three
times, and I personally spoke to General Governor Frank.
Naturally, there was also present Secretary Dr. Goebble.
— Page 14 —
Q. Was the procedure the same regarding discussions and allo-
cations of quotas for the territory of the East with Rosenberg?
A. As far as it concerns the Eastern territory, that was ordered
through Reichsminister Rosenberg; yes. My representative was
Staatsrat Peukert. Staatsrat Peukert had a very close connec-
tion with Rosenberg in his Department of Labor, and at the
same time he was working for the Reichskommissar in the
Ukraine, and he was also working in the Labor Staff East for
General Stapf. This was an economic institution of the Four
Year Plan, for the operational functions in the East which have
been subordinate to the Army chiefs. In those three instances
519
3722-PS
Staatsrat Peukert was my representative, as leader for the
Department of Labor.
— Page 15 —
Q. Was it necessary in order to accomplish the completion of the
quotas given to have liaison with the OKW?
A. I remember that the Fuehrer had given directives to Marshal
Keitel, telling him that my task was a very important one, and
I, too, have often conferred with Keitel after such discussions
with the Fuehrer, when I asked him for his support.
Q. It was his task to supervise the proper performance of the
military commanders in the occupied countries in carrying out
their assigned mission, was it not?
A. Yes. The Fuehrer had told me that he would inform the chief
of the OKW, and the Chief of the Reichschancellory, as to these
matters. The same applies to the Foreign Minister.
Q. The methods by which the quotas were filled in the occupied
countries was the task of the civilian or military commander
concerned, as we have just discussed before, was it not?
A. Yes, naturally. Yes, the executive rights naturally rested with
him. However, he received advice and technical expert advice
from the representative of the labor administration.
J. J. Monigan, Jr.
INTERROGATOR
Siegfried Ramler
INTERPRETER
William A. Weigel
COURT REPORTER
DOCUMENT 3723-PS
EXCERPT FROM INTERROGATION OF GOTTLIEB (GOTTLOB)
BERGER 20 SEPTEMBER 1945, BY COLONEL HOWARD A. BRUNDAGE,
JAGD, OUSCC, ON KALTENBRUNNER’S DUTIES AND FUNCTIONS,
IN PARTICULAR HIS RESPONSIBILITY IN RESPECT TO CON-
CENTRATION CAMPS (EXHIBIT USA-529)
EXPLANATORY NOTE:
Carbon copy
520
3723-PS
SECRET
Testimony of GOTTLIEB BERGER, taken at
Nuremberg, Germany, on 20 September 1945,
1030 - 1207, by Col. Howard A. Brundage,
JAGD, OUSCC. Also present: Siegfried
Ramler, Interpreter and Pvt Clair Van
Vleck, Court Reporter.
COLONEL BRUNDAGE TO THE INTERPRETER:
Q Will you state your name?
A Siegfried Ramler.
Q By whom are you employed?
A Office of the U.S. Chief of Counsel.
Q What are your present duties?
A Interpreter.
Q Will you stand, please. Do you solemnly swear that you will
truly and accurately translate from German into English and English
into German, all of the testimony to be given at this hearing?
A I do, so help me God.
COLONEL BRUNDAGE TO THE WITNESS THROUGH THE IN-
TERPRETER:
Q You are the same Gottlieb Berger, who appeared before
me yesterday?
A Yes; I was here yesterday.
Q During 1944, will you tell me what your duties and functions
were in connection with prisoners of war?
A Yes. May I first present to you for the record a chart of my
chief office, as I mentioned yesterday.
Q Yes.
(BERGER)
SECRET
— Page 2 —
SECRET
A I testified under oath yesterday and I do not want to give
the impression that I want to keep quiet about anything regarding
my office.
Q Let the records show that the witness has presented a hand-
written chart, showing the organization of the SS Office.
A SS Chief Office.
Q And on the reverse side is the whole organizational frame
of the Reichsfuehrer SS Heydrich Himmler.
Was Kaltenbrunner the superior of Pohl?
521
3723-PS
A No. All these twelve chiefs that I mentioned here were
always directly responsible to Himmler.
Q Do you know what the duties and functions of Kaltenbrunner
were?
A He was the Chief of the whole Security Police.
Q What did he have to do with concentration camps?
A He was the man who executed orders. He was the last man
because Muller was subordinate to him.
Q Then Pohl didn’t fit into that chain of command?
A Yes; Pohl did not fit into that chain because the whole organi-
zation is not organic. It was a specialty of Himmler to give one
task to two different people.
Q Just what did Kaltenbrunner do?
A This is very difficult to answer. He had his service post in
Berlin there. The different group chiefs that I have mentioned here,
SECRET
(BERGER)
— Page 3 —
SECRET
such as Muller, Nabe, I have written it all down, Dr. Schellenberg,
they conferred with him daily; and there, in this conference, all
the difficulties, shall I say, the more important problems that oc-
curred in the different groups, were discussed and decided upon.
Starting early summer 1944, Kaltenbrunner personally conferred
with Hitler without having Himmler there. While otherwise,
Himmler was always careful to see that none of his men had con-
ferences with the Fuehrer, without his being present too.
Q As Security Police, what were, normally, his duties?
A He was the guarantor of the interior security and order
inside Germany.
Q That put him at the head of the Gestapo; is that right?
A Yes. He had all the interior police under him, not only the
Gestapo, but also the criminal police and the SD under him.
Q When people were arrested and put into concentration
camps, that was done with Kaltenbrunner’s men?
A Yes.
Q Did he also have the authority to name the camp in which
these men were going to be placed?
522
A Certainly.
Q Did he also have the authority to issue orders to the com-
mandant of the camp?
A Certainly.
Q He also was superior to the Death-head Guards and, likewise,
the civilian employees of the camps?
(BERGER)
SECRET
— Page 4 —
SECRET
A No; that was Glucks. May I add something to this?
Q Yes.
A When I say that he certainly had the right to give orders to
the camp commandant, I mean to say that whenever I tried to get
somebody out of a concentration camp, I have never been able to
do so without the consent of Muller, and that also means
Kaltenbrunner.
Q Muller was his direct assistant?
A Yes; directly under him.
Q Assuming, only for the purposes of this discussion, that
these atrocities that we hear about are true, who do you think is
primarily responsible?
A The first one, the commandant; the second one, Glucks,
because he was practically responsible for all the interior direction
of the camps. If one wants to be exact, one would have to find out
how the information service between the camp commandant and
Glucks actually operated. I want to give you the following example;
during the night of the 22nd and 23rd of April, I was sent to
Munich. As I entered the city by plane, I met a group of perhaps
120 men dressed in the suits of the concentration camps. These
people made a very starved impression on me. I asked the guard
who was with them: “What about these men.” He told me that
these men were marching, by foot, to the Alps. Firstly, I sent him
back to Dachau. Then I wrote a letter to the commandant, to send
no more people by foot to any place, but whenever the Allies
advanced any further, to give over the camp completely. I did that
on my own responsibility and I told him that I came straight from
Berlin
SECRET
(BERGER)
SECRET
and that I can be found in my service post in Munich. The com-
mandant, or his deputy, telephoned at about twelve o’clock and told
me that he had received this order from Kaltenbrunner, after he
had been asked by the Gauleiter of Munich, the Reichskommissar.
It could be that even Gauleiters, in their nature as Reich Defense
Commissars, have directly mixed up in concentration camps and
have also given direct orders to the concentration camps.
Q What was the result of this letter that you wrote to the
commandant of Dachau?
A Everything went in order for two days, and about on the
28th of April, when I returned from Kesselring, I saw, perhaps,
500 men in terrible condition near Wolfratshausen, 60 kilometers
south of Munich. I held them up. At that time they were at an
explosive works and I gave the order to the group leader to house
the men immediately in the empty barracks that were near the
street and to hold up further troops. I got in touch with the Kreis-
leiter in Wolfratshausen myself, as I could not get in touch with
the Landrat, and he promised me to care for them. He actually kept
his promise, as I found, out in the following days. In spite of my
order to keep the men there, and in spite of the same order that
came from Kaltenbrunner, the Reich Defense Commissar said that he
supposedly got an order from the Fuehrer, in which it was stated
that these camps have to be cleared immediately. There was quite
a clear mix-up where the Gauleiter dealt with the things directly.
SECRET
(BERGER)
— Page 17 —
SECRET
APPROVED:
INTERROGATOR
Siegfried Ramler
INTERPRETER
Clair Van Vleck
COURT REPORTER
SECRET
(BERGER)
DOCUMENT 3724-PS
INTERROGATION OF HJALMAR SCHACHT, 11 JULY 1945, BY
CLIFFORD J. HYNNING REGARDING HIS PERSONAL HISTORY, HIS
SECRET RECORDS, HIS FUNCTIONS UNDER THE HITLER REGIME
AND OTHER MATTERS (EXHIBIT USA-776)
EXPLANATORY NOTE:
Photo copy. All changes in handwriting
CONFIDENTIAL
HEADQUARTERS
J.S. FORCES, EUROPEAN THEATER
G-5 Division
Financial Branch
Interrogation of HJALMAR HORACE GREELEY SCHACHT
July 11, 1945, 1050 hours, at “Dustbin” by C.J. Hynning.
Q. What are the various residences you have had in Germany?
A. Since when?
Q. Since the war — 1939?
A. I have a residence in BERLIN.
Q. Street address?
A. BadenalZee^No., 9 in CHARLOTTE NBURG, and then . . .
Q. Single dwelling?
A. Single. And then I have a second on a little farm in LINDOW.
It’s 40 miles north of BERLIN.
Q. Do you have any other residences?
A. No.
Q. Do you have real property elsewhere?
A. I have two more houses; Badenallee^No. 5. Furthermore in
BERLIN-ZEHLENDORF Bockelweg 15, and then I own a little
house in BAVARIA.
Q. Where?
A. HUTTENKIRCHEN, 40 miles east of MUNICH. Just a little
house. It is now rented.
Q. Any other real property?
A. No, I think that is all. No real property.
Q. Now this No. 5, is that rented?
A. It is all rented. 5 is rented and 9 is fully bombed.
*) “Badalee” changed to “Badenallee”
525
3724-PS
Q. Now as I understand, from the previous interrogation you
were taken into custody by German police on 23 July 1944.
At that time were you were living where?
A. LINDOW.
Q. Where are your various records and papers — papers pertaining
to your private affairs and papers you took when you left the
Reichsbank.
A. All my private papers are in LINDOW, and official papers in the
Reichsbank.
Scht
CONFIDENTIAL
— Page 2 —
CONFIDENTIAL
Q. Do you have copies of your private papers at any other place?
A. No.
Q. At the time you were detained by the German police, did they
take your papers?
A. No.
Q. At the time American authorities took you over, were there
any papers?
A. No.
Q. There are no papers at this place in BAVARIA?
A. No.
Q. Any papers in any foreign country?
A. No.
Q. Do you have any safe deposit boxes in any bank in SWITZER-
LAND?
A. No, nor have I in GERMANY.
Q. What were your banks in GERMANY at the time of arrest
in 1944?
A. I have an account at the Reichsbank jointly with my wife.
HJALMAR and wife. By proxy.
Q. Do you have any other bank account?
A. A little bank account for my farm in LINDOW.
Q. What bank has that account?
A. Raifeisenbank. Furthermore, I have a deposit with the Bavarian
Mortgage Bank in MUNICH.
Q. Any other banks?
A. No.
526
3724-PS
Q. You have no bank account in SWITZERLAND or SWEDEN?
Or any other neutral country, or any other country?
A. No.
Q. Do you have any accounts payable?
A. On the contrary, I have a little debt.
Q. Have you filed any reports under MG LAW 52? Or 53? Are
you familiar with 52 and 53?
A. 52, I have read here.
Q. Have you filed any report under that law?
A. No.
Q. You are required to file a report. Have you read Law No. 53?
A. I don’t know the number.
Q. It relates to foreign exchange.
A. I have read that.
Scht
CONFIDENTIAL
— Page 3 —
CONFIDENTIAL
Q. You filed no report under it?
A. No.
Q. Are you interested in photography?
A. No, not at all.
Q. Are any or your records and private papers on film?
A. No.
Q. You are familiar with the process?
A. No, I have nothing of that kind.
Q. Did you not give consideration to certain steps you might take
to preserve your records in case of bombing?
A. All my private records I have on my little farm. In my cabinet.
Q. Do you have any safe on that farm?
A. Yes.
Q. Any wall safe?
A. Yes, it is in the wall.
Q. Who knows the combination?
A. Key. Wife has key.
Q. Do you have any other safes?
A. No.
Q. Any safe in those houses in BERLIN?
A. No safe.
527
3724-PS
Q. Where did you keep your securities and other valuables?
A. I think they are all in the cabinet.
Q. They are in any banking institutions?
A. No.
Q. You are quite certain that you do not have any safes other
than at this farm in LINDOW? That is the only safe you have?
A. Yes, the only safe I have.
Q. Do you have any of your records buried in the ground?
A. Yes, in LINDOW. Yes, the records against HITLER. It means
letters and copies of letters I wrote to him and so on and some
memorandu which I made.
Q. While in the Reichsbank?
A. No afterwards. I began to write my ideas down and of course
I couldn’t leave them open because I was always under Gestapo
supervision, and therefore I buried them.
Q. Where are these records buried?
Scht
CONFIDENTIAL
— Page 4 —
CONFIDENTIAL
A. Directly beside the house, north. Only I know the location.
Q. Approximately how far from the wall?
A. One foot.
Q. In the middle.
A. One foot from the balcony and the balcony is east.
Q. How deep?
A. A foot deep.
Q. Are they in some sort of steel box?
A. Yes, a steel box.
Q. Have you anything else buried?
A. No.
Q. For a banker you seem to have very little confidence in banks.
You didn’t keep your safe papers in the bank.
A. Securities are with the Reichsbank and with the Bavarian
Mortgage bank.
Q. You have both money on deposit and securities.
A. These securities are at these two banks. I have securities at
the Reichsbank and Bavarian Mortgage Bank and I have secu-
rities with the Gutehoffnungshiitte (10,000 marks)
528
3724-PS
Q. Is that all?
A. Tha’s all.
Q. What sort of securities do you have in this Bavarian bank?
A. Mortgages of the same bank — of the Bavarian bank. Mortgage
bonds of the same bank. That’s why I keep them there.
Q. Do you have any other securities in the Bavarian bank?
A. No.
Q. Do you have any property that you are the real but not record
owner?
A. No. My wife owns a little house in ALTENBURG in SAXONY.
Q. Where? THURINGIA?
A. On the border of SAXONY, near CHEMNITZ.
Q. Did you give her that house?
A. No, she bought it from her own money.
Q. Which you gave her?
A. No. And in that house lives the mother of my wife. That’s
why she bought it.
Q. Are there any securities belonging to your wife in that house?
A. My wife does not own any securities as far as I know. She has
an account with the Reichsbank.
Scht
CONFIDENTIAL
— Page 5 —
CONFIDENTIAL
Q. At the time of your arrest in July 1944, what was the total
value of your property?
A. One million marks.
Q. Principally in what form?
A. I am interested, in a credit arrangement in some Munich
business. I am interested by a loan.
Q. You are the creditor under a loan?
A. With an option participation at a picture gallery in MUNICH.
Zinckgraf.
Q. Any other participation?
A. No.
Q. Of your million marks, how much is real estate?
A. Little more than half.
Q. How much is cash?
A. Very little. I should say 10 percent and the balance is securities
of various sorts. None of these is in foreign enterprises. On
529
3724-PS
German banks. Besides the 10,000 in Gutehoffnungshiitte, I
own 20,000 marks in the Salamander Shoe Works. All the other
are mortgage bonds.
Q. You are required to file a detailed report in accordance with
law 52 and you will be provided with the proper forms. When
did you cease keeping your diary?
A. Never kept one.
Q. At the Reichsbank.
A. No, never.
Q. It is going to be difficult for you to write your memoirs.
A. I never intend to.
Q. Did you have any personal secretary at the time of your arrest
by Gestapo?
A. No.
Q. When did you last have a personal secretary?
A. I never had a private secretary.
Q. Do you have any further statement to make with respect to
your personal papers or valuables?
A. I don't think I have.
Q. Have you ever used any other name other than Schacht. Have
you used an alias?
A. Never in my life.
Q. When you travelled abroad, did you not use an alias?
A. Never.
Q. Wouldn't it have been more convenient?
Scht
CONFIDENTIAL
— Page 6 —
CONFIDENTIAL
A. I have always behaved so as not to arouse attention.
Q. Opinions may differ on that. Does anyone other than your
wife have a proxy?
A. No.
Q. Prior to marriage?
A. No one.
Q. You entered the HITLER government in 1933?
A. No, not the government. I became president of the Reichsbank.
Q. That was the national bank of Germany.
A. Bank of Issue.
Q. In 1933 that bank was fully under German control?
530
3724- PS
A. The president was elected by the Reichs Chancellor, confirmed
by the president of the Reich.
Q. You were appointed then by HINDENBURG and not HITLER?
A. On the proposal of HITLER.
Q. And you remained at the head of the Reichsbank until 21 Jan-
uary 1939, when you were made Minister of Economics?
A. I never was made Minister. I took it as a “Kommissariat”.
Q. This is not the time for technicalities. You signed document
under title of the Minister of Economics. I can refer you to the
law for the reorganisation of the economy in 1934, which was
signed by you as Minister of Economics.
A. I don't contest that. At that time I was not actually the minister,
but I took the power of the minister.
Q. Where does this fact appear in German documents?
A. In the nomination - the appointment. I take all the respon-
sibility for that. I just want to make clear.
Q. What was the purpose of that limitation?
A. I was member of the bank for international settlement in
BASLE and as far as I remember, a minister could not be a
member of that board - an active minister. And that’s why I
asked for not making me a minister, but commissarminister.
So I was entrusted with the power but was not minister. I
became minister when I left the Reichsbank. HITLER appointed
me minister without portfolio.
Q. What were the circumstances?
A. I opposed HITLER’s economic policy. He wanted to abuse
economic policy to put armaments further ahead. It means he
aimed at war and I was against war.
Q. What were differences between you and HITLER in 1937 when
you left the Ministry of Economics?
A. He had put GOERING in command of the Economiy - every-
thing. He also wanted to command over the affairs of the
Ministry of Economics. I was opposed to that. I objected to
that and asked my dismissal.
Scht
CONFIDENTIAL
— Page 7 —
CONFIDENTIAL
Q. Did you ask for a dismissal?
A. I asked for a resignation for dismissal. He had to dismiss me.
I asked for that. I told him that I did not want to conduct that
ministry under the order of GOERING.
531
3724-PS
Q. What month was that?
A. August 1937. I think beginning of August ’37. I took me two
and a half months to get my resignation.
Q. GOERING was appointed chief of Four Year Plan in October
1936. Your disagreement arose approximately one year later.
A. Nine months later - July 1937.
Q. And what did the issue arise over?
A. He made a law about the opening up and operation of mines.
Q. The Hermann Goering mine.
A. No, generally. He wanted to promote mining more than I did,
and he did that without asking me and without my agreement.
I had objected to the Hermann Goering Works.
Q. Why did you object?
A. I told you* that I was against overdoing exploitation for the
war.
Q. Well, I have read your famous new plan, September of 1934.
What is the difference between you and GOERING?
A. Have you read it?
Q. It speaks of making GERMANY self-sufficient.
A. On the contrary, I decline that. I say if GERMANY is cut off
from world commerce, world trade, then it’s a pity that we
have to do this barter business which is a damn business.*
Q. Has your memory failed you before? That isn’t what you said
in you speech and you know it.
A. Show me the speech. It can be produced?
Q. The speech said that you were going to try to make GERMANY
self-sufficient.
A. I tried to make GERMANY live because we were cut off from
foreign trade, what else can I do? If GERMANY is cut off from
foreign trade, I have to care, as Minister of Economics, to make
GERMANY live, but this is not an ideal policy. I wanted foreign
trade. But in order to make GERMANY live, I had to do the
barter business and buy in from foreign countries not more than
I could pay for. If you call that self-sufficiency, you may use
that expression, but self-sufficiency has never been my ideal. I
have always been for foreign trade.
Q. Do I take it that your difference with GOERING in July 1937
related primarily to general economic policy of GERMANY and
was not related to a specific issue? Your difference with
GOERING, did that arise out of a general difference of approach
or out of a specific difference involving coal mining?
A. My difference with GOERING was that I felt that the Nazi
leaders were aiming at war. I didn’t want war. Therefore,
532
3724-PS
when my economic powers were taken over by GOERING, I
took this as a reason, or as a cause - what do you call it - I took
this opportunity of asking for my resignation.
Scht
CONFIDENTIAL
— Page 8 —
CONFIDENTIAL
Q. Who opposed your resignation at that time?
A. HITLER.
Q. Anyone else?
A. I don’t know.
Q. GOERING was certainly in favor of it.
A. He wanted me to stay only if I obeyed his orders.
Q. GOERING told me that he asked for your dismissal.
A. That’s wrong. He may have done. I don’t know.
Q. You remained, however, as president of the Reichsbank?
A. I remained as president of the Reichsbank In connection with
GOERING’s statements, it may be interesting that HITLER
opposed or objected very much to my resignation and that it
took me a fight of two and a half months with him to get it.
Whether GOERING has asked for my resignation or not, I don’t
know. The fact is that I have never known it and that I asked
for my resignation without any previous discussion with
GOERING. This can be proved by the letter by which I asked
for my resignation.
Q. Where is a copy of this letter?
A. Up in the files of the Reich Chancellory, but I think I have
a copy in LINDOW. I am sure of it. There must be one.
Q. What were the circumstances surrounding your leaving the
Reichsbank in January 1939?
A. I refused to give money to HITLER from the Reichsbank in 1939.
Q. Who asked?
A. HITLER.
Q. How much did he ask you for?
A. No fixed amount. Just that I should give what he asked for.
Q. I have talked to Count SCHWERIN VON KROSIGK and he
tells me the issue arose on a very specific matter.
A. I don’t know what he means. During the years 1934, 1935 and
1936, the Reichsbank bought industrial bills garanteed2) by the
Reich in amounts up to altogether 9 billion Reichsmarks.
2) “issued” stricken out, “garanteed” inserted
533
3724-PS
Q. One year.
A. I dictated 1934, 1935, and 1936.
Q. That's the sum for those three years?
A. Yes. In March 1937 my terms as president of the Reichsbank
finished and HITLER had the intention of appointing me for
another four years. I then told him that I would only accept
another appointment if the Reichsbank was not to buy those
bills any more. He quarreled a great deal with me and said
that he couldn't suddenly stop this sort of business, so we came
to a compromise. I promised him to buy another 3 billion
marks of those bills and he should appoint me for one year
only, which he did.
Q. Does that one year appointment appear on any document?
Scht
CONFIDENTIAL
— Page 9 —
CONFIDENTIAL
A. My appointment was for one year. It was in the newspapers,
and the party was glad I was appointed for one year and I
should leave, because the party was against me. The under-
standing was that if HITLER wanted to continue the bill
purchases by the Reichsbank that I would not accept any new
appointment after the year was over.
Q. Who was present at this besides you and HITLER?
A. I don't think anyone was present.
Q. Wait a minute. LAMMERS was the go between. I know all that.
A. LAMMERS hoad known of this. He came twice into my office
with the appointment for four years and I sent him back twice
without accepting.
Q. What happened the third time?
A. The third time the one year's appointment was handed over
to me. During the year 1937, I arranged with the Finance
Minister and Von KEITEL that the purchases would stop. After
March 1938, the Reichsbank did not contribute a penny to arma-
ments until my dismissel.
Q. How much did it contribute for other government expenditures?
A Not one penny.
Q. Do I understand you to state that from March 1938 to begin-
ning of January - nine months — that the German state met its
expenditures from tax and other receipts?
A. Loans.
534
3724-PS
Q. Raised through the Reichsbank.
A. Not through the Reichsbank, but the Reichsbank acted as fiscal
agent.
Q. You discounted all those short terms?
A. No, the amount of credit to the state3) was restricted by the
law of the Reichsbank. It is in the law or statute of the Reichs-
bank how much we are allowed to give.
Q. That was changed in 1937.
A. As long as I was there, the amount was restricted.
Q. That was not required under the law.
A. It was required under the statutes of the Reichsbank.
Q. How were the governmental requirements for funds met in
this nine-months period?
A. That is a matter of the Finance Ministers. I don’t know.
Q. You don’t know?
A. No, I say by loans, taxes, short term bills.
Q. Did the Reichsbank play any role in arranging?
A. Yes, they acted as fiscal agent.
Q. I repeat, what was the role of the Reichsbank in arranging for
loans, discounting of bills, or other non-tax receipts?
Scht
CONFIDENTIAL
— Page 10 —
CONFIDENTIAL
A. The answer is that the Reichsbank was the fiscal agent and
banker of the Reich but it didn’t deliver money of its own and
didn’t buy those things with its own money beyond the per-
mission given by the statutes. They arranged for having these
loans and bills placed in the market.
Q. In this manner, sufficient funds, I take it, were raised to meet
the fiscal requirements of the German government during that
period?
A. This a matter to be answered by the Finance Ministry.
Q. Were any complaints made to you as president of the Reichs-
barik prior to January that sufficient funds were not available
to meet expenditures of the Reich?
A. The Finance Minister was short of money towards the end
of 1938.
Q. What time?
8) “bills discounted” stricken out
535
3724-PS
A. The fall of 1938. And as far as I remember, He4) got some
credit from the private banks at the time.
Q. Did this credit arrangement go through the Reichsbank as fiscal
agent?
A. I do not remember exactly what role the Reichsbank has played
in this credit arrangement; but the Reichsbank knows about it
and because the Reichsbank refused to give money, the private
bank credit was arranged by the Finance Minister.
Q. Do you remember what banks?
A. I think all the big banks were in the credit.
Q. Who actually arranged this credit?
A. I don't know. On the 2nd of January 1939, I was with HITLER
at Berchtesgaden5) and reported about my visit to London a few
weeks before. In the course of the conversation, HITLER stated
to me that he had now found ways and means to finance his
budgetary requirements beyond the additional means. I6) said
that it would be difficult because, when the Finance Minister
collected in December the first installment of the so-called
Jewish Atonement Fine, the first installment of 250,000,000 had
not been paid in cash, but an amoint of 80 million ha'd to be
accepted in kind. His answer was that against such kind one
could issue hank notes.7) This showed to me that again he
wanted the Reichsbank to increase the note circulation for his
financial wants. And when he stated to me that he would
discuss this matter with the Finance Minister and me when
back in BERLIN, I said to him for this discussion the Reichs-
bank would give him a memorandum about the matter. This
memorandum was sent to him the 7th of January and was
signed by me and members of the Reichsbank Direktorium.
Q. Where is a copy of that?
A. A copy must be in LINDOW. but it must also be in files of the
Reichsbank. In this memorandum, the Reichsbank Direktorium
declined every kind of inflationary policy. The next thing I
heard was my dismissal from the presidency of the Reichsbank
the 21st of January.
Q. Did you have any discussion with COUNT SCHWERIN von
KROSIGK with respect to funds needed in January.
A. No, I don’t think so. I may have seen him, but I don’t know.
Q. You refused every request?
4) “I” stricken out, “He” inserted
5) “Berlin” stricken out, “Berchtesgaden” inserted
6) “He” stricken out, “I” inserted
7) Handwritten in left margin
536
3724-PS
A. If he did, I refused. I don’t remember. Because at that time he
said to me, “If you leave your post, I leave mine too.”
Scht
CONFIDENTIAL
— Page 11 —
CONFIDENTIAL
Q. Did you have any discussion, with FRITZ REINHARDT?
A. No, I disliked him very much.
Q. Did you have any discussion with FUNK?
A. No. FUNK, at the time, had nothing to do with the whole matter.
Q. You retained, however, your position as Reichsminister without
portfolio?
A. Quite. I had a secretary and the whole budget of my Ministry
was 15,000 marks a year. I used my private room as office.
Q. Where was this room?
A. In my house — Badenallee1) No. 9.
Q. Did you have an office in the building of the Reichsbank?
A. I had no other office.
Q. That means you did not have an office in the Reichsbank.
A. I had no office in the Reichsbank.
Q. FUNK tells me you continued to have a room in the Reichsbank.
A. That is not true.
Q. What did you do as Minister without portfolio?
A. Nothing.
Q. This is what the English call a sinecure, a job without work.
What were you paid?
A. 15,000 marks was the budget .
Q. What did your secretary do?
A. She wrote private letters and I have even used' her for all kinds
of things.
Q. You had no duties whatever?
A. None whatever.
Q. You were given a secretary to use as you saw fit?
A. Quite.
Q. Did you draw any pension?
A. From the Reichsbank. Wait. No pension. Until 1942, I drew my
full salary from the Reichsbank because I was still entitled to
it by contract, and afterwards . . .
*) “Badalee” changed to “Badenallee”
537
3724-PS
Q. What is date of the contract?
A. 1937. From March 17th, 8) 1939, 1940, 1941, 1942. Four years.
Four years contract.
Q. You were really then given a four-year appointment.
A. That’s what I told you. After 1942, I got a pension from the
Reichsbank.
Q. What was the amount of your salary and all other income from
the Reichsbank?
Scht
CONFIDENTIAL
— Page 12 —
CONFIDENTIAL
A. All the income from the Reichsbank including my fees for
representation amounted to 60,000 marks a year, and the pen-
sion is 24,000. You see, I had a short contract but a high pension.
As Reichsminister without portfolio, I had another — I think —
also 24,000 or 20,000.
Q. What is this other 20,000 from?
A. As minister. The salary was not9) in my budget. Was in
KROSIGK’s budget.
Q. In other words, the budget of your Minister without portfolio
did not include the salary of the minister, presumably the most
important person in the ministry.
A. Quite so.
Q. As minister without portfolio, you has access, I assume, to all
the important monetary statistics and memoranda of the Ger-
man Government up to your dismissal as minister?
A. No sir, this is not right. I had not the slightest knowledge of
the files of any other minister, nor of the Reichsbank.
Q. Your sources of information, then, on such matters as currency,
prices, foreign exchange, were derived entirely from newspapers
and periodicals?
A. Entirely.
Q. Did you have any discussion with FUNK on economics or mone-
tary problems?
A. None whatever, except one conversation during the war. This
might have been in 1941, about the general economic situation
of GERMANY in respect to the war.
8) “8” stricken out, “17th” inserted
9) “not” inserted
538
3724-PS
Q. Then, is it correct that you know little or nothing about Ger-
many economy since 1939?
A. That is correct.
Q. Do you have any idea of the amount of currency outstanding at
the present time, or let us say, before the collaps of GERMANY?
A. When I left the Reichsbank, the outstanding’ currency was
about 8 billion marks.
Q. Does that include Rentenmark?
A. Not including Rentenmark, which is a trivial amount. The
Rentenmark at that time was a few hundred millions10) marks.
Later increased during the war. Since I have been in custody
I have not seen any figures but I have been told by people who
have seen later figures that the amount had risen up to
something like 50 billions. My present guess is around 70 billion.
But you must have the exact figures.
Q. How dangerous is this large amount of currency? 70 billion?
A. My feeling is that there is no immediate danger, as long as
prices are under control. But, of course, it is an enormous
hindrance to any restoration of a free market. It is what I
would call an impending secret inflation. It becomes still more
dangerous by the enormous amount of public debt.
Q. We will break off the interrogation. (1230 hours)
Interrogation resumed at 1350 hours.
Q. With whom have you discussed the problem of currency and
the larger problem of inflation since your detention by the
Nazis in 1944?
Scht
CONFIDENTIAL
— Page 13 —
CONFIDENTIAL
A. Nobody.
Q. What is the source of your guess.
A. Some of my comrades in prisonship.
Q. Who were they? Have you discussed this with OHLENDORF?
A. Don’t know him. Never saw him.
Q. What do you think the public debt, secret and otherwise, is at
present?
A. Between 400 and 450 billions. That’s my guess.
Q. What would you say expenditures of the Reich in last year
were?
10) “millions” inserted
539
3724-PS
A. Don’t know.
Q. Would a figure of 120 or 140 billion surprise you:
A. Very much. I think it is much too high. Otherwise the debt
must be much higher.
Q. If you were to assume that the public debt was increasing
around 8 to 10 billion a month in January.
A. I don’t know, perhaps more, but I think the increase is about
that. Yes. I should say so.
Q. Eight billion a month is 96 billion a year. Taxes would have to
be 23-35.
A. I didn’t think of that. The expenditure figure of 120 to 140
billion would be correct.
Q. It is probably true that you have had more experience with the
prevention of inflation than almost any other man in Germany.
Are not you the father of the Rentenmark?
A. I am not. I stabilized the mark. I should say there is no one
else. But I found the Rentenmark, when I became currency
commissioner, already provided by law and I did not change it,
and assumed Rentenmark would be equal to RM.
Q. We would like to get from you by Tuesday a written statement
insofar as you are prepared to do it, on what your judgment is
of present day GERMANY. What would your plan be to prevent
financial chaos in GERMANY. You will have to assume that you
will write your plan for GERMANY as a whole or part of
GERMANY.
A. Can’t for part of GERMANY.
Q. What do you regard as the minimum requirements for a pro-
gram for averting financial chaos? It means currency, taxes, the
whole banking structure. You must bear in mind that you are
dealing with a GERMANY under complete occupation and there
will be demands for reparations. We will be giving you several
assignments to produce written statements over a period of
time. This is the first one. You will have one week and such
facilities as are available here. You have said that you have
reliable information on German finance only for the period
prior to the war and what you know since the war is only
sketchy. You have not had access to statistics and know only
what you have seen in periodicals and newspapers.
A. Yes.
Q. Now, who do you think among Germans now alive, can tell the
Allies most about German finance.
Scht
CONFIDENTIAL
540
3724 -PS
— Page 14 —
CONFIDENTIAL
A. KROSIGK.
Q. I have talked to KROSIGK and FUNK and I find FUNK and
KROSIGK the same.
A. Mr. FUNK is certainly stupid and in fact has no knowledge of
finance. He understands other things. I doubt if FUNK lies. He
is not in a position to lie. He says I had a room in the bank,
somebody might have said go into SCHACHT’s room and meant
my old room so that FUNK didn’t know that I had no room in
the bank. FUNK certainly had little knowledge of what was
going on in the Reichsbank.
Q. Who knows?
A. The other members of the directorium. I should say PUHL.
Q. Is he a clever man?
A. I should say so.
Q. What about WILHELM?
A. He is more of a specialist.
Q. He knows of foreign exchange?
A. Yes. The man who know about finance and currency are
Ht/LSE,11) VOCKE, BLESSING. Those three are familiar with
the whole Reichsbank policy and HOLSE11) is especially
familiar with finance and debts.
Q. Not foreign exchange?
A. PUHL is the man.
Q. What about LANGE?
A. He doesn’t know a bit about money or anything of that kind.
Q. What was he doing in the bank?
A. I don’t know. He draws his salary. And cares about Nazi polocy.
Q. Are three any well informed officials in the Ministry of Eco-
nomics? What about HAYLER?
A. HAYLER is not well informed, I am told.
Q. OHLENDORF?
A. I am told by these people in this camp and major TILLY told
me he was the man, so that’s all I know about the Ministry of
Economics at present.
Q. Do you know Staatssekretar KOERNER?
A. He is one of the greatest fools and does not know anything.
GRAMS CH12) is much better.
ll) “Helsy” changed to “Hiilse”
**) “Grampsch” changed to „Gramsch”
541
3724-PS
Q. And KEDGEIN?
A. I don’t know him. But GRAMSCH12) knows a great deal I think.
Q. Any other people whom you met that can supply information?
A. ABS of Deutsche Bank in HAMBURG. GOETZ -Dresdner Bank.
HETLAGE in this camp was in SPEER Ministry for last two or
three years.
Q. Any other source?
Scht
CONFIDENTIAL
— Page 15 —
CONFIDENTIAL
A. There may be some on the staff of KROSIGK, who certainly is
subjectively honest.
Q. Any other names?
A. I think I got all the outstanding people.
Q. In 1938, you were no longer Minister of Economics but Pres-
ident of the Reichsbank. FUNK was minister and GOERING
Four Year Plan. Who was the boss on foreign exchange in
GERMANY? GOERING?
A. He was already in charge of the devisen authority in 1936.
Q. What authority do you mean?
A. He disposed of foreign currency. If someone wanted foreign
currency, GOERING’s office had to give it.
Q. How did that authority arise?
A. HITLER appointed GOERING head of the devisen office in 1936.
Q. What is the name of the devisen office in GERMANY?
A. Devisen Apportionment Commission (Devisenzuteilungskom-
mission).
Q. And the Reichsbank acted merely in a clerical capacity?
A. Merely as accountant.
Q. Who made the decisions in 1938 on disposition of foreign
exchange? GOERING?
A. I don’t know.
Q. Were you member of the commission?
A. Never.
Q. Was a member of the Reichsbank directorate a member?
A. I don’t think the Reichsbank was in the commission.
Q. Was this commission set up under any law?
A. Laws were so rare. There were orders.
12) “Grampsch” changed to “Gramsch”
542
3724-PS
Q. You don’t remember any of that.
A. The best man in the Reichsbank is VON WEDEL. I think he
had most to do with these. And PUHL, of course.
Q. Do you know an organization known as the “Devisenschutz-
kommando”?
A. Never heard of it. I know that some organisation in the Gestapo
or something was after the devisen, but I think it depented on
KROSIGK, even if connected with Gestapo.
Q. GOERING tells me it was under him.
A. He collected everything he could get.
Q. GOERING tells me all foreign exchange he got was turned over
to Reichsbank.
A. That should have been so.13) But I didn’t get all the devisen
because the Nazi Party for instance never brought any devisen
to me when they collected foreign money outside of GERMANY,
never offered these devisen to me. And therefore, I asked
HITLER, to vest the devisen authority with GOERING.
Scht
CONFIDENTIAL
— Page 16 —
CONFIDENTIAL
Q. What did HITLER reply?
A. HITLER did it. In 1936 already.
Q. Before the Four Year Plan?
A. Before the Four Year Plan had been created.
Q. At the end of 1938, is it correct to say that the boss of foreign
exchange was GOERING, that FUNK as Minister of Economics
was handling routine administrative work of apportioning
divisen among applicants and Reichsbank was acting in an
administrative capacity pursuant to orders of GOERING. Is
that a correct characterization?
A. Yes. Only can’t tell what part of orders came from FUNK or
GOERING. But even the orders of FUNK were under GOERING
authority. The Reichsbank had discretion only within the limits
prescribed by the order.
Q. As far as you know GOERING’s power over foreign exchange
continued to the very end, or did he lose those powers to
SPEER?
A. I don’t know.
1S) “Quite” stricken out, “that should have been so” inserted
543
3724 -PS
Q. Have you had any conversation with HETTLAGE with respect
to the battle between GOERING and SPEER?
A. No, we avoided discussing these matters here. All of us as far
as I know.
Q. At end of 1938, what is your recollection of the amount of
foreign exchange available to Germany?
A. I have not the slightest idea.
Q. The amount available to the German government?
A. I don’t know whether they wanted any devisen at all If the
Reich want devisen I think it should be in the accounts of the
Reichsbank.
Q. You don’t recall any amounts?
A. No. But that should be seen from the books of the Reichsbank.
Q. In 1938, where were largest accounts of Reichsbank?
A. I can’t tell you. PUHL will give you the figures.
Q. In which country?
A. I don’t know.
Q. Do you know whether the Foreign Office held foreign exchange
outside the Reichsbank?
A. I don’t know.
Q. I am speaking of 1938.
A. Yes, I don’t know.
Q. What do you know about Rowakhandelsgesellschaft?
A. I know very little.
Q. That’s trade with SPAIN.
A. Yes.
Scht
CONFIDENTIAL
— Page 17 —
CONFIDENTIAL
Q. You know that that organisation was created to help you get
some of the money back from FRANCO?
A. I was created to get raw materials from SPAIN.
Q. That is a form of getting money out of SPAIN.
A. If no payments were made to FRANCO for the commodities, yes.
Q. Germany’s control of foreign exchange began in 1931, summer?
A. Quite.
Q. But the first comprehensive control of foreign exchange includ-
ing the compulsory tender to the Reichsbank came much later,
about 1934. That was under your auspices.
544
3724-PS
A. The first was not under mine.
Q. When were most persons subject to German jurisdicition com-
pelled to tender their foreign exchange assets to the Reichsbank?
A. I can’t say.
Q. Certainly not in 1931.
A. I can’t say.
Q. You should know.
A. I think the Reichsbank must know.
Q. You were the head.
A. Yes, but I am not the clerk. I have no statistics.
Q. What is your judgement? My question is when was German
control over foreign exchange effective?
A. My guess is immediately after the law had been made to tender
the devisen to the Reichsbank. But I don’t remember.
Q. You appear more stupid than FUNK or are you different from
FUNK in lying?
A. I don’t lie. That’s all I can say. I tell you the truth.
Q. We shall see. And you don’t know the answer.
A. I can’t remember.
Q. What year? 1931, 1934, 1936?
A. 1931 I was not in. I don’t know all these laws.
Q. You were the president of the Reichsbank.
A. But I have not all the data in my mind.
Q. It was most important question.
A. Today, yes.
Q. Who had the responsibility for enforcing these surrender or
tender of foreign assets in GERMANY?
A. The public prosecution.
Scht
CONFIDENTIAL
— Page 18 —
CONFIDENTIAL
Q. Did GOERING have that authority?
A. After, he had all authority. The Gestapo was trying to find out
who hid the foreign exchange and if somebody acted against
the law it was the prosecuter who sued the man.
Q. Who took the case to the public prosecution?
A. The man who discovered.
Q. Regional offices of the Reichsbank?
A. No. If the Reichsbank discovered, then they told.
545
3724-PS
Q. Who handled questions of whether or not I. G. FARBEN should
turn it to Reichsbank or not?
A. There was a law and if I. G. acted against the law.
Q. That law said exceptions could be made in specific cases.
A. Reichsbank could not make exceptions. GOERING had that
power. Reichsbank was fiscal agent and had no authority to
apportion devisen.
Q. I am talking about the tender of foreign exchange.
A. That was not in the power of the Reichsbank to do that.
Q. Let me read you paragraph 51 of the Reichsbank Law. Who in
your organisation made those decisions on large powerful organ-
isations like FARBEN?
A. Certainly if it was question of big transactions, then I must be
informed, and as to miner things, no. I should have been
informed if it was the matter of big things.
Q. You realise you had a dilemma. If you wanted foreign exchange,
you wanted big powerful corporations to dispose of their foreign
essets and property rights in other countries. But the other side
of the dilemma was that you wanted I. G. FARBEN to retain
powerful controls and interests in foreign countries. How did
you resolve that dilemma?
A. I was not in that dilemma, because I never aimed at retaining
within I. G. FARBEN or any other big company an influential
power in any foreign enterprise. I had nothing to do with that
and I was not the least concerned about it. On the other hand,
I could not and I had not the power to force I. G. FARBEN
to sell their participations or what ever it might be in foreign
enterprises if it was not prescribed by law.
Q. I refer you again to 51. You had that power.
A. No, I had not that power.
Q. Who had the power under that law?
A. I don’t know. It has been something entirely different. It de-
scribes devisen as ready money coming in. But not participations
or real estate or other assets in foreign countries.
Q. Most of the assets of I. G. FARBEN are in the form of securities
held in foreign corpations which are presumably outside Ger-
man control?
A. Yes. I have never been concerned with this problem.
Q. Anyone in the Reichsbank?
A. And nobody else in the Reichsbank.
Scht
CONFIDENTIAL
546
3724-PS
— Page 19 —
CONFIDENTIAL
Q. You have heard of ROBERT BOSCH of STUGART?
A. Yes.
Q. You know they were permitted to purchase foreign exchange in
very large amounts for acquiring control of foreign companies?
A. Maybe. I know he had foreign interests.
Q. Do you know now they got foreign exchange from the Reichs-
bank?
A. I had no authorisation in that. Certainly from GOERING. I had
no authorisation to do that. I was simply the executive.
Q. Carrying out orders?
A. Carrying out orders, yes.
Q. Do you know JACOB WELLENBURG?
A. In STOCKHOLM? I know the firm and JACOB.
Q. When did you last see them?
A. I think im June 1943.
Q. Have you had any transactions with them?
A. None whatever.
Q. Do you know the Enskilda bank in STOCKHOLM?
A. Yes, their bank.
Q. Do you know of any transactions of that bank?
A. No. I have nothing to do.
Q. Do you know of any large financial transactions that WALLEN
BURG had in GERMANY?
A. Don’t know.
Q. Do you know of the detail, any other facts relating to the
merger that resulted in the Vereinigte Kugellager Fabriken
in 1929?
A. No.
Q. Ever heard of ERNST SACHS?
A. Have met socially.
Q. Does he have any interest in VKF or SKF?
A. Don’t know.
Q. Know KLOECKNER?
A. Yes.
Q. Does he have any interest in VKF or SKF?
A. Don’t know.
Q. THYSSEN?
A. Don’t know. He is in the camp.
Scht
CONFIDENTIAL
547
3724-PS
— Page 20 —
CONFIDENTIAL
Q. Do you know of any German participation in SKF?
A. I have no knowledge that such thing exists or existed.
Q. Do you know Dr. GOERDELER?
A. That’s the man who was executed. I knew him very well.
Q. Do you know whether he had available to him foreign funds
for his conspiracy?
A. Knew of no financing of the conspiracy. I knew that he was
aiming at something but I had no contact with him since spring
1943. I knew him but distrusted his policy.
Q. You are familiar with the fact that many large German com-
panies (I. G. FARBEN among them) have made foreign exchange
available for use of espionage or exploitation and propaganda
in foreign countries.
A. I have not the slighest idea. Knew nothing of that.
Q. Would it surprise you to see documentary proof of that between
Dr. SCHN1TZLER and CANARIS?
A. Yes. That’s just what makes me hesitate. I have been out of
business since beginning of 1939. If it were before 1939, it would
surprise me. What has been done during the war, nobody knows
what pressure has been brought on I. G. FARBEN.
Q. You do not think I. G. FARBEN would do such a thing without
pressure?
A. I should say so.
Q. If we want answers to some of the question you have answered
“I don’t know” with respect to the holding of foreign exchange
by large German corporations or the acquisition of foreign
exchange by large German corporations for the purposes of
expanding their foreign connections, what persons could you
suggest in the Reichsbank to supply answers to those questions?
A. I don’t think onyone in the Reichsbank could answer. It wasn’t
the business of the Reichsbank.
Q. Whose business was it? CANARIS? I am talking about espio-
nage now.
A. Well, it was GOERING — GOERING and FUNK perhaps. For-
eign Office perhaps if they had some interest in it.
Q. The Reichsbank merely acted as bookkeeper?
A. Just the accountant. But I had never confidential relations. They
distrusted me very much. The Party did, and HITLER did. Very
little confidence in me in a political respect. Otherwise, of
course.
543
3724-PS
Q. I suggest that you carefully think over the questions I have
asked you today. And I shall see you shortly when your essay
is finished. Better write in English. It is a very big problem
and we want a very carefully thoughtout plan and I will come
back to several of the questions because I don’t regard your
answer as satisfactory and it may be necessary to take certain
other steps. That’s all. (1450 hours)
I state that the answers given by me in this statement consisting
of 20 pages each initialed by me are true and correct.
Hjalmar Schacht.
*
DOCUMENT 3725-PS
INTERROGATION OF HJALMAR SCHACHT, 20 JULY 1945, REGARD-
ING HIS POWERS UNDER THE NAZI REGIME AND VARIOUS
FINANCIAL AND ECONOMIC MATTERS (EXHIBIT USA-615)
EXPLANATORY NOTE:
Photo copy. All changes in handwriting
- Page 21 - Exhibit B
Interrogation of Hjalmar Schacht — 2:45 p. m., 20 July 1945.
Q. I want to discuss with you this afternoon the same matters I
have discussed with Mr. Fritz Thyssen, namely your early relation-
ships with the Nazi Party and the methods you used and the circum-
stances in which you later broke away from the party. When did
you first hear of Hitler, as far as you can remember?
A. About November, 1923.
Q. When did you first meet Hitler or any of his associates?
A. I met Goering in the middle of December 1930 for the first
time in my life. It was after my resignation from the Reichs bank.1)
Q. Before we go into the Goering meeting, let me have your account
of your joining up. You told Major Tilly2) you resigned from the
Reichsbank because you were opposed to Mueller’s view in relation
to the Young Plan?
*) “Reichstag” changed to “Reichsbank”
2) “Tilley” changed to “Tilly”
549
3725-PS
A. The Young Plan was drafted in the summer of 1929, and it
was accepted by the Hague Conference at the beginning of 1930,
and between the draft and the acceptance, the German government
gave away a good many advantages.
Q. What were they?
A. I have outlined most of these points in a written and printed
memorandum which I published the sixth of December, 1929.
Q. Will you give a brief outline of the points?
A. I can’t remember them. The essential one was the all inclusive
reparations clause of the Young Plan, which was not kept: that all
the claims which Germany had against the Poles under the Young
Plan should be settled.
Q. Those were claims arising out of the resettlement of German
nationals?
A. Claims of two3) billion marks for German property which was
left behind in Poland, and for which the Poles had to pay. Those
claims were given up without any reciprocal advantages. Other
features of the Young Plan were discussed and several other points.
Q. Do you remember the other points?
A. No, I do not. Just ask the Reichsbank to send you the memoran-
dum. It is in the files.
Scht
“ Pa^ 22 - Exhibit B
Q. Those advantages were gratuitously given away by the Mueller
Government? Was that the primary reason for your leaving the
Reichsbank?
A. Yes.
Q. Were you ever opposed to the Young Plan?
A. I could not be against it. I was never opposed to the Young
Plan, which I had drafted and signed with the other experts.
Q. You regard the Young Plan then, from a German point of
view as being better than the Dawes Plan?
A. I think the Young Plan was a progress towards the definite
solution of the reparations problem.
Q. You know, of course, that Fritz Thyssen has quite different
views, and that he regards the Dawes Plan as more satisfactory
from the German point of view than the Young Plan?
A. In this respect, I differ from Thyssen.
8) “a” changed to “two”
550
3725-PS
Q. Do you have any other comment on that difference?
A. 'No, I have not.
Q. Are there any other prominent Germans who took Thyssen’s
point of view?
A. I cannot tell you.
Q. You don’t know of any?
A. No. His point of view was rather startling to me.
Q. When was your resignation from the Reichsbank effective?
A. Second of April, 1930.
Q. And when did you meet Goering for the first time?
A. In December, 1930.
Q. How did you meet him?
A. A mutual friend of ours, a Mr.u. Stauss of the Deutsche Bank,
invited me to his house in order to meet Goering.
Q. Were there any other Nazis present?
A. Nobody else was present.
Q. What was the nature of that conversation you had with
Goering?
A. The nature of the conversation was generally about the Ger-
man financial situation and the economic difficulties.
Scht
— Page 23 — Exhibit B
Q. Did Goering at that time impress you as a man who understood
the basic problems of Germany’s economic life?
A. No, he did not.
Q. You left the meeting with an unfavorable reaction or attitude
toward the Nazi Party?
A. Well, no, we did not talk about the Nazi Party as a whole, and
I had no special impression of the party either good or bad. Goering
merely impressed me as having little knowledge or understanding
of finance and economics generally.
Q. When did you next see Goering?
A. He invited me to a party in this house for the 5th or 6th *) of
January 1931, where I met Hitler.
Q. Did you meet anybody else?
A. At that party Fritz Thyssen was also present, and that evening
Hitler made a long speech, for almost two hours, although the
company was a small one.
4) “first” changed to “5th or 6th”
551
3725-PS
Q. Was that a monologue?
A. An entire monologue and everything that he said was reasonable
and moderate that night.
Q. What did he say?
A. Oh, ideas he expressed before, but it was full of will and
spirit.
Q. What did he say?
A. He elaborated his program as it was outlined more extensively
in this book.
Q. And in the party platform?
A. Yes, also the party platform. But the platform is very short
and brief, it is not so full of general phrases.
Q. Were there any other prominent officers present?
A. No.
Q. Any industrialists like Fritz Thyssen?
A. No.
Q. What was your impression at the end of that evening?
A. I thought that Hitler was a man with whom one could co-
operate.
Scht
- Page 24 - Exhibit B
Q. Did you think he was a man of the future and that you had
to deal with him as a man of the future?
A. Well, I could not know that at the time.
Q. Did you think it desirable to join the Nazi Party at that time?
A. I can’t tell you as to that time, but if his ideas, which he
developed that night, were backed by a big party, as it seemed to
be, I think that one could join that group for public purposes.
Q. I take it you have read “Mein Kampf” very carefully?
A. Yes.
Q. Did he denounce and renounce any of the ideas he presented
in his book “Mein Kampf”?
A. We had not mentioned the book at all.
Q. I wanted to understand whether his speech was more or less
along the lines of “Mein Kampf”, which is quite inconsistent with
your social attitudes, as you stated to Major Tilly.2) For example,
the question of the Jew. You were opposed to the anti-semitic
activities of the Nazi Party.
2) “Tilley” changed to “Tilly”
552
3725-PS
A. Yes.
Q. Being a banker, you undoubtedly believed in law and order?
A. Yes. '
Q. And you did not believe in revolution or seizure or violence
which Hitler expressed in “Mein Kampf”. Now, do you mean that
he gave a more moderate presentation of his views?
A. I think at that particular night, he was very moderate.
Q. What was your feelings regarding the Versailles Treaty?
A. I did not approve. I think the Versailles Diktat was not a good
thing.
Q. What were some of the ideas of moderation which convinced
you that it might be possible to cooperate with Hitler?
A. A great deal of all this stuff in “Mein Kampf” is of course
written for propaganda, and I did not think that everything which
is written down is to be carried out verbally afterwards. If that were
so, I would be pleased to give you more definite answers, but you
see, people talk to the public in one way, and act more moderately
the other way.
Scht
- Pa^e 25 ~ Exhibit B
Q. In 1931, I suppose the most difficult question confronting any
German Government was the question of unemployment?
A. Yes.
Q. What did Hitler say that evening on that issue, do you
remember?
A. Yes, he developed his ideas to employ people by giving work
to them.
Q. What kind of work?
A. Oh, mostly in public works. There was a great program of
repairs on housing, machinery and so on, and there was a program
for building auto roads and similar large scale programs.
Q. What about the armaments?
A. He did not say anything about armaments that night as far as
I can remember, but that was not the outstanding idea discussed, to
employ people.
Q. Did he discuss the Versailles Treaty?
A. Oh, certainly.
Q. Also the necessity of becoming free?
A. Certainly.
553
3725-PS
Q. And you were generally in agreement?
A. Certainly.
Q. Did you express to him at this meeting your intention to join
him or support him or help him by advice or otherwise in securing
control of the German Government by lawful means?
A. I did not express views of approbation or any similar feelings,
but left it to the future whether we should meet again and how
things would develop.
Q. I see. When did you meet him or Goering again?
A. In the course of the year 1931, I have perhaps met Goering and
Hitler once or twice only.
Q. When did you make up your mind and announce it to your
friends and to Goering and to Hitler, etcetera, that you were going
to support the Nazi Party?
A. In the second part of 1932.
Scht
— Page 26 — Exhibit B
Q. What was the occasion for that announcement?
A. I think it was at the election campaign in July, 1932.
Q. Was that the presidential election?
A. No. It was the Reichstag election when Papen was Chancellor.
After the elections, I met Hitler several times.
Q. When did you announce your intention to support Hitler?
A. On those occasions I told him that I was in favor of his becoming
Chancellor.
Q. Was this announcement made by you to Hitler, of common
knowledge?
A. It became publicly known in, I should say, November, 1932.
Q. When did you make that speech in Denmark praising Hitler?
A. In the spring, 1931.
Q. Did you support Hitler then?
A. I did not say very much about Hitler then. I said a good many
things about the Versailles Treaty, but not about Hitler. I said if
I were Chancellor, I would denounce reparations payments and this
is still my view! This speech was in the beginning of March, three
or four months before the Hoover Moratorium.
Q. You met Hitler then in January 1931?
A. Yes.
Q. Was this speech discussed with anyone in the Government?
A. No sir.
554
3725-PS
Q. Was it discussed with any of your friends in financial circles?
A. No sir.
Q. It represented your ideas exclusively?
A. Yes.
Q. Now, you said you met Hitler or Goering one or two times in
1931. Do you remember where or when?
A. No, I don’t remember.
Q. Did you have any discussions with Funk in 1931?
A. I don’t remember, I doubt it. I had very little relations with
him at that time, and only in a private capacity.
Scht
— Page 27 — Exhibit B
Q. Do you recall any conversations with Funk in 1932, or any
time prior to March 1933, when you were reappointed to the Reichs-
bank, about your support of the party?
A. I don’t remember.
Q. When you decided in the middle of 1932 to lend your support
to Hitler’s becoming chancellor, what measures did you take to
carry out that intention, by speeches or by talking to influential
people?
A. I did not do anything. I just expressed my own opinion, but
not to any crowd or to any assembly.
Q. But you did talk to friends in financial circles?
A. Yes, occasionally. I did not do any propaganda work in 1932
nor before.
Q. Let us then direct our attention to February and March, 1933.
I have been told by Goering and by Funk and Baron von Schnizler
and also by Thyssen, that there was a meeting held in the house
of Goering of certain prominent German industrialists at which you
were also present in 1933. This was after Hitler became chancellor
but before the elections of that spring. Hitler came into the meeting
and made a short speech and left. Then, according to the testimony
of Funk, you passed the hat. You asked the industrialists to support
the Nazi Party financially to the tune of approximately 7, 8, 9 or
10 million marks. Do you recall that?
A. I recall that meeting very well. And I have answered the same
question to Major Tilley. It must be in one of my former memoran-
dums or in the hearings done by Major Tilley. As far as I remember
the meeting was not in Goering’s house, but in some hotel room I
think, or some other more public room. After Hitler had made his
555
3725-PS
speech the old Krupp von Bohlen answered Hitler and expressed
the unanimous feeling of the industrialists to support Hitler. After
that I spoke for the financial part only, not on political principles
or intentions. And the amount which I collected was 3 million marks.
The apportionment amongst the industrialists was made not by me
but by they themselves and the payments afterwards were made
to the bank of Delbruck Schickler. The books will certainly show
Scht
— Page 28 —
Exhibit B
the amounts which were paid in, and which went to the party. I
had nothing to do with that account. I just played the role of
cashier or financial treasurer at the meeting itself.
Q. Were there any representatives of any of the large banks or
insurance enterprizes at the meeting?
A. I would say that almost nobody had been left out. All the
prominent industrialists and bankers must have been present.
Q. Baron von Schnizler told me that I. G. Farben paid 700,000
marks. If that figure were true, the 3 million figure looks some-
what small. Funk told me 10 million marks. Are you certain of
this 3 million mark figure?
A. I am certain of that figure, the 3 million marks. And I guess
that the payments at that time from the I. G. Farben were much
lower. But it could be verified by the books of the bank.
Q. We have the records of payment of the I. G. Farben accounts,
which indicate payment of 700,000 marks.
A. I don’t know anything about that because that was left to the
firms themselves.
Q. Thyssen has told me that in steel it was based on the amount
of steel production. Can you tell me anything about its apportion-
ment in the banking world?
A. No, I cannot. I was not in a bank at that time, but I was a
private man, and I had nothing to do with the apportionment. This
meeting was held, I think, around the 25th of February.
Q. And you were appointed president of the Reichsbank?
A. March 17, 1933.
Q. Prior to your appointment, apparently in the month of February,
you are reported as boasting privately that you were the Fuhrer’s
financial advisor, and that the Nazis would not undertake anything
in the realm of economics and finance without your approval. Were
any such commitments made by You to Hitler or Goering?
556
3725-PS
A. Never.
Q. Did you ever make any such statements as the statement just
quoted?
Scht
- Page 29 - Exhibit B
A. I think the statement is the usual exaggerated talk which grows
by spreading it.
Q. What did you think the original statement was?
A. The original statement might have been that I hoped to do
reasonable financing and that if I had a chance, I would see to it.
I have never boasted in this way as the statement tells. It seems
to me a little bit foolish.
Q. Yes, I agree with you. It seems foolish. Was there any dis-
cussion in 1932 at any time what your function in the government
would be if Hitler became Chancellor?
A. Never. There was never any discussion of making use of my
services.
Q. What other persons at this time were giving advice or were
being sought by Hitler and Goering and Company, besides you?
A. I can’t tell you.
Q. As far as you know, you were the principal financial advisor
of Hitler during this period to the extent that he was willing to
listen to advice.
A. He has not listened much to my advice. In 1932, I did not
advise anything. We have never had any discussion along these
lines, only a few in the field of politics. I did not want to be mixed
up with politics too much. I wanted to remain a “Fachman”, an expert
in this special business.
Q. You have said that you regarded yourself primarily as a “Fach-
man” and you were not interested in politics?
A. Yes, not too much.
Q. I asked you whether you had any discussions with Hitler on
subjects falling within your special knowledge, namely, finance,
and you have said no. There was apparently nothing then in the
way of your specialty that would lead you to support Hitler.
A. I discussed agricultural subjects, discussed small industries,
discussed social matters, how to represent the workmen and other
points of view.
Q. Well, in this respect, would it be appropriate in describing you
Scht
557
3725-PS
- Page 30 - Exhibit B
as one of his economic advisors, or consultant?
A. No. He did not consult with me. You asked me about my con-
versations with him and if there was a conversation with him. It
was of course with these matters, but the conversations with Hitler
were mostly monologues from his side, which is generally known
in the meanwhile, I think.
Q. Was there anything that he said along economic lines or financial
lines which convinced you that he might make a good leader for
Germany or, were you convinced primarily on other grounds?
A. He had never objected to any of my economic ideas, or acts
or actions. He let me work entirely freely. Before I became President
of the Reichsbank he hadn’t objected to my ideas. My ideas were
the same ideas I have today in economic principles.
Q. Let us have at this time a systematic recapitulation of your
economic principles?
A. Very difficult. I think that in my statements which I gave to
Major Tilley there is a good deal of those principles contained. In
the matter of reemployment, I was in favor of building streets and
autobahn roads of all kinds, also all kinds of public works. I was
in favor of extending small business and industries, not so much the
big business and industries. I was in favor of certain state control
of the big concerns.
Q. For what purpose?
A. For keeping them within the lines of general welfare.
Q. Did you propose changing the economic life of the nation?
A. I did not.
Q. What about cartels?
A. My views on that are known, I think.
Q. Any other ideas?
A. Along agricultural lines, I was greatly in favor of technical
improvements, using more modern machines and using investments
for raising the production of agricultural products. I was very much
in favor of settling the workmen outside of the cities with houses
and small garden properties where they could raise their own
vegetables hard to procure elsewhere. They could all year round raise
Scht
- Page 31 — . Exhibit B
vegetables and keep small animals for breeding purposes and so on.
And all of these ideas were quite in the same line as Hitler ex-
pressed himself on. At least he never said to the contrary.
558
3725-PS
Q. Did you have any discussions with respect to the problem of
Germany’s foreign trade?
A. No. I did not believe that any change of foreign trade was
discussed at this time. I have always believed that Germany’s goods
should be exported with other nations on a fair exchange basis.
Hitler did not object to that.
Q. Did I understand your statement that Hitler’s appeal to you lay
in the fact that he did not object to your economic proposals?
A. Yes. He approved of them.
Q. Did he say that he would try to carry them out?
A. Yes. At least, I took that feeling from the conversations, that
he would do this.
Q. What positive promises did Hitler make outside of the realm
of economics, which were appealing to you.
A. None, whatever.
Q. Were you in the German Government employ at the time of
the Versailles Treaty?
A. No. I was a private banker connected with the Danat Bank
from 1916 to 1923.
Q. Have you written or spoken publicly on the Versailles Treaty
prior to 1931?
A. Many times.
Q. Do you recall when you initially published criticism of the
Versailles Treaty?
A. I think it was in 1921. At that time, I went to Paris and to
London and discussed the Versailles matter with industrialists and
merchants.
Q. This was in your private capacity as a banker?
A. Yes.
Q. What was the nature of your criticism of the Treaty at that
time?
A. I think I put all the criticism in my book “The End of Repara-
tions”, which appeared in Germany and in England and in America.
Scht
— Page 32 — Exhibit B
Q. Your criticisms were primarily in terms of the reparations
clause of the Versailles Treaty, is that correct?
A. Primarily with the reparations problem, but I think I have also
touched other problems such as the “14 Points” which were broken
afterwards, which were never a part of the Versailles Treaty.
559
3725-PS
Q. With whom did you have your discussions in Paris in 1921?
A. In Paris, I had a conversation with the Finance Minister De
Lasterie. He invited me to see some common friend of ours. And in
London, I had talks with some members of the British common-
wealth industrial union.
Q. What was the reaction to your criticisms of the treaty in France
and elsewhere?
A. Well, the British people saw the difficulties which arose from
the Versailles Treaty and from the reparations question.
Q. What about the French?
A. Well, De Lasterie was an official and could not admit anything.
Q. What is the next event in your criticisms of the Versailles
Treaty?
A. I don’t recall them all, as on every occasion I have made
speeches.
Q. Which speech most fully reflected your views, the speech you
made in Denmark?
A. In the course of 1930 in October and November, I made a lecture
tour through the United States, and there, I think, I have outlined
every point of view which I raised in criticism of the Versailles
Treaty as far as economics and general ideas are concerned.
Q. Have these speeches ever been collected in a publication or are
they available only through the press?
A. The press has reported on them and they form the basis of
my book “The End of Reparations”.
Q. Were you alsd a critic of the Weimar Republic?
A. No. On the contrary, I was with the“Democraten Party” until
1925 and I left the party because they wanted to take away the
property of the former princes and royal houses.
Q. You realize that that was provided for in the Weimar Consti-
tution?
Scht
— Page 33 — Exhibit B
A. Yes. But they wanted to do things against the constitution and
they did not want to keep within the lines of the constitution. In
fact, they did not succeed. They wanted to take more than they
were entitled to under the Weimar Constitution.
Q. That puzzles me Mr. Schacht. I have read the Weimar Consti-
tution and under that provision, there are no limitations on com-
pensations or anything else.
5G0
3725-PS
A. Well I cannot explain to you the exact details of opinions at
that time, but my feeling was that it was a bad example to show in
the way of protection of private property if the desires of the
“Democraten Party” would go through, and it did not go through.
I cannot tell you the difference between them and me.
Q. Why do you regard this as dangerous or undesirable from the
point of view of private property?
A. If a man has taken away private property against the estab-
lished law, I think it is dangerous for the future development of
private property principles.
Q. But these were princes. If you recall the rise of the Prussian
State and undoubtedly you have studied Cameralism, the distinction
between the property of the princes and the property of the state
is a very tenuous one?
A. It was not that point. It was the point of the existing law and
I cannot recall now what point it was, but it was not because I
thought they were historically entitled to something, but because
the law protected them. The existing law.
Q. The term- “them” refers to the princes?
A. Yes. It refers to princes.
Q. Am I correct in understanding you that you broke with the
“Democraten” Party in 1926 entirely on the issue of the treatment
to be accorded the property of the former princes of the royal
houses?
A. Quite so, And I stated that in the letter to the President of the
Party.
Q. What party did you then join?
A. No party at all.
Scht
— Page 34 — Exhibit B
Q. So that you were not a member of any party in the middle of
1930?
A. Correct. I have never been or become a member of the Nazi
Party.
Q. You were given honorable membership?
A. Yes. In January 1937. Between 1925 and 1937, I was not a
member of any party.
Q. And it is further correct that you broke with the “Democraten
Party” on the issue which they conceived to be the implementation
of the Weimar Constitution?
561
3725-PS
A. I don’t know whether they conceived it or not. But I disagreed
with the intended measure.
Q. Would you wish to reexamine that provision of the Weimar
Constitution in order to answer that question in terms of whether
or not it is correct, that you broke on that issue? I have asked you
whether you were a critic of the Weimar Republic. Your testimony
discloses that you broke away from one of the “Democraten” Party
on the issue of the treatment of the property of the royal princes.
I am suggesting to you that their proposals were consistent with
pertinent provisions of the Weimar Constitution?
A. I simply want to state that the “Democraten” party intention
at that time was not in agreement with the constitution.
Q. You are unable at this time I take it, to cite any particular
language of that document?
A. Quite.
Q. In order to discuss this matter further, it will be necessary to
have the document in front of us.
A. It will be necessary to have the “Democraten” proposal of the
time before you and then to see whether this proposal was in agree-
ment with the Weimar Constitution or not.
Q. Did you support publicly any political personalities in the
period between 1926 and 1932, when you came out for Hitler?
A. I don’t think so.
Q. That was a period of complete political inactivity?
A. Quite.
Scht
— Page 35 — Exhibit B
Q. Did your resignation from the Reichsbank in 1930 have any
effect in your mind uponthe continuance inpower of Herman
Mueller’s administration?
A. I can’t tell you.
Q. How shortly after your resignation was his government replaced
by Bruening?
A. I think I made my resignation known on the 7th of March.
Q. Did Bruening ask you to remain?
A. No.
Q. I have been told, Mr. Schacht, that your resignation from the
Reichsbank, justified or not as the case may be, was widely con-
strued in Germany as a repudiation of the Weimar political system.
Is that correct to the best of your knowledge?
562
3725-PS
A. I do not know whether it is correct. Some people might think
that or might have thought so.
Q. How -do you think?
A. It was the least of my intentions to do any political action.
Q. In the period between your resignation from the Reichsbank
and your reappointment, were you engaged in activities which
produced income or were you living on savings?
A. I had still my contract with the Reichsbank, and I still drew a
salary from the Reichsbank. I don’t know how long, but it was
not more than a pension which was stipulated in my contract. I had
no business connections whatever.
Q. When you made up your mind in 1923 to more or less support
Hitler within the framework of his program as you then understood
it would it be correct to say that you were the most prominent
financier or man with financial knowledge who was supporting
Hitler?
A. I don’t think very highly of my prominence. There might have
been others. I don’t know of others.
Q. I have not heard of any other either. I take it that neither you
or I know of anyone else who was of your influence?
A. I know, for instance, of Herr von Schroeder in Cologne.
Scht
— Page 36 — Exhibit B
Q. Did you have any discussions with Baron von Schroeder about
supporting Hitler?
A. I don’t believe so. I don’t think so.
Q. You are familar with the fact that the initial contact between
von Papen and Hitler was established through the intermediary of
Baron von Schroeder? I have heard of that, have you?
A. Yes, I have heard of that.
Q. There is nothing about that fact that you can tell us?
A. I heard it only afterwards. I don’t know the details.
Q. Do you regard Baron von Schroeder as a competent financier?
A. I don’t think that he has great experience.
Q. Is von Schroeder considered a competent financier?
A. He himself used to be an army officer before he entered the
firm, but the firm is amongst the most prominent firms in the
banking firms of Germany, and I think they must have considered
Baron von Schroeder as competent.
Q. Did you see any reasons for doubting that judgment?
563
3725-PS
A. None, except for his former career as an army officer. I know
Herr von Stein rather well and he is the real head of that firm.
Q. Did you have any discussions with von Stein in 1931 or 1932,
or any time prior to March 1933 with reference to the support of
Hitler?
A. I don’t think so.
Q. I want you to reconsider that question?
A. I might say that I might have had, at social gatherings, general
talks with Herr von Stein as well as with Herr von Schroeder, but
not of any importance as to supporting Hitler or similar aims.
Q. Now what persons were you dealing with in the early part of
1933, and the later part of 1932, when you decided to throw whatever
weight you might have, because of your standing in the commercial
world in Germany? What were the people or circles that you were
trying to persuade that it" would be a good idea to perhaps support.
Hitler?
A. I have not held any important discussions or seen larger circles
at that time.
Scht
— Page 37 — Exhibit B
Q. Suppose we forget about large discussions and suppose you
leave to me to judge whether or not the meetings were important,
and suppose’ you answer the question in this manner. With whom
in German finance or industry did you have discussions between the
time you came out publicly for Hitler and the time he became Chan-
cellor in January 1933?
A. I don’t think I had any discussions of that kind with any
industrial groups or financial circles.
Q. I have discussed this question at some length with Walther
Funk, and he had indicated that there were 3 or 4 people who served
in organizing German industry and finance to throw its weight
behind Hitler. He was one of them, especially in the Ruhr Districts.
Baron von Schroeder was another in the lower Rhine, and you
were the third.
A. That is not correct, as far as I am concerned. I have never
made propaganda for Hitler except by the public statements which
went to the press.
Q. It will probably be necessary to come back to this question
later. It stated here in this report: “Schacht is known to have helped
some of his former Jewish friends who were oppressed by the
Nazis.” Is that correct?
564
3725-PS
A. That is right, very correct.
Q. “Schacht did declare publicly that the Jews must realize that
there is no room for them in the Nazi economy.”
A. That is entirely untrue. When in August 1934, I took over the
management of the Ministry of Economics, I discussed with Hitler
the problem of how to treat the Jews in the economic life. The
answer of Hitler was that in the economic life, the Jews should be
treated as any other citizen. This rule I have maintained very
strongly against all Party desires of the opposite kind. I have had
many cases where I could protect Jews against unjust claims of
Party members. A good deal of those cases I had to bring before
Hitler, and as long as I was inpower in the Ministry of Economics,
no Jews have suffered from injustice in the economic field.
Q. Your answer does not explain how someone could say that you
publicly declared “Jews must realize etc.” How was that
possible?
Scht
— Page 38 — to 45 inclusive Exhibit B
A. I have made my answer and I believe it is very distinct. I
said this statement is absolutely untrue. If I had made such a
statement, It must have appeared somewhere without my knowl-
edge, and I should like to see that source of information.
Q. We shall see.
Q. The last statement I have here is that “Schacht was awarded
the Honorary Emblem of the Nazi Party” for his role in financing
Germany’s rearmament. He was publicly acclaimed for his con-
tributions in this respect by General Von Blomberg who said, “With-
out your help, my dear doctor, none of this rearmament would have
been possible.”
A. The Golden Swastika was not given to me with any special
motive attached to it, be it written or verbal. It was given to all
the members of the cabinet at the 4th anniversary of the Party, on
January 30, 1937. The public statement of thanks given to me was
done by Hitler in January 1939, when I left the Reichsbank, by a
letter which expressly stated that I had only financed the first period
of rearmament, thus indicating that I was not willing to finance the
second period. In fact, I was dismissed from the Reichsbank in Jan-
uaray, 1939, because I refused to give money from the Reichsbank
for armament, as I have stated before. I do not remember any
public statement of Von Blomberg, and I doubt it very much that
any such declaration was mad of General Von Blomberg, about the
financing of the armament, since the end of 1936.
565
3725-PS
Q. When was the first period of the German rearmament?
A. Approximately in the beginning of 1933, or the end of 1934.
Q. If General Von Blomberg were to have made such a statement
in January, 1937, it would have been a true statement that without
your help in the Reichsbank, it would never have been possible to
finance the German rearmament?
A. It would.
Q. So that your denial is not to the contents of the statement but
only to the fact whether the statement was made at all?
A. Yes sir.
Interrogation ended at 4:35.
1 state that the answers given by me in this statement consisting
of 21 to 28 pages each initialed by me are true and correct.
Hjalmar Schacht
DOCUMENT 3726-PS
EXCERPTS FROM INTERROGATION OF HJALMAR SCHACHT,
24 AUGUST 1945, BY CLIFFORD J. HYNNING, ON FOREIGN EX-
CHANGE AND COMMODITY CONTROL LEGISLATION AND ON
GERMAN REARMAMENT (EXHIBIT USA-628)
EXPLANATORY NOTE:
Photo copy. Changes noted in handwriting.
Interrogation of Hjalmar Schacht, 24 August, 1945, at 10:45 a. m.
— Pages 83 and 84 —
Q. This was at the Paris Conference, 16 April 1929 — you are quoted
as having made this statement: (Read from page 3, in German.)
A. It may be that I have made such a statement.
Q. It reads: “Germany can generally only pay if the Corridor and
Upper Silesia will be handed back to Germany from Polish
possession and if besides somewhere on the earth colonial terri-
tory will be made available to Germany”. As I remember our
last interrogation, those sentiments are still yours.
566
3726-PS
A. I think the sentiment has been made useless by the following
events. That Germany could not pay at the time after I made
the statement has been proved, and that Germany will not be
able to pay after this war will be proved in the future.
— Pages 89 to 103 —
Q. How, under this law, was foreign exchange allocated ?
A. All of this is in the law, and I don’t know why you ask me.
We can talk for years, and I cannot tell any details of these
things. The provisions of the laws are there, and they had to
be executed, and they were executed orderly and correctly by
everybody who had to work under the law.
Q. You were in complete sympathy with the law ?
A. Whether I was in sympathy or not did not matter at all. I had
to carry out the laws.
Q. Did you ever take any measures to change the law or to recom-
mend any change in the law which would be taken as evidence
of your not being in sympathy with it.
A. As long as I was in the Ministry of Economics, I had no vote in
the Government at all, and did not interfere with Government.
Q. You may have had no vote, but you had a voice.
A. When I saw that things were intended which I did not like, I
must have raised my voice, and certainly did it.
Q. Did you raise your voice against this particular law at any
time ?
A. I don’t remember.
Q. I take it that if you had raised your voice against a law of this
importance, you would remember.
A. Maybe.
Scht
Q. Did you have any previous knowledge of this statute ?
A. Not the least. I don’t remember the details of this statute.
Q. You were not consulted in any way prior to its enactment ?
A. Certainly not.
Q. Since for some time you had to administer the Reichsbank’s
responsibilities under this law, did your experience result in
your concluding that it had any defects and, if so, what were
the nature of these defects ?
A. It had certainly no defects big enough to alter.
Recessed for lunch
567
3726- PS
Q. I am going to ask you this afternoon regarding some statutes
and regulations, and my primary interest in them is economic
rather than raising the technical points of law. You were head
of the Reichsbank on June 9, 1933 ?
A. Yes, sir.
Q. At that time the Reich Government decreed a law entitled
“Law Governing Obligations to Pay Foreign Creditors”.
A. Yes.
Q. That was a law in whose formulation you had participated ?
A. Yes.
Q. Briefly, what circumstances resulted in the proposal and adop-
tion of this statute ?
A. The lack of devisen. We had no foreign means to pay.
Q. A quick reading of the statute would indicate that the statute
was drawn in such a way as to give you, as head of the Reichs-
bank, very complete, almost dictatorial powers in the situation.
A. Only as far as the execution of the law was concerned.
Q. In respect to the execution of the law, it gave you very
sweeping power.
A. I don’t think it is sweeping power. What do you mean, sharp ?
Q. I will read several phrases to illustrate: “Rates of exchange
fixed by the Reichsbank shall be deemed rates computed as
defined under this law. — The Conversion Bank — is under the
supervision of the Reich Directorate. — The Reichsbank Direc-
torate appoints the responsible officials. — The time for pavm°nts
of such credits shall be determined by the Reichsbank. — The
Reich Minister of Economic Affairs may with the approval of
the Reich Directorate permit exceptions to this law”. In other
words, that power was vested in you ?
A. Yes.
Q. The bank which was created —
A. It was not a bank. It was simply bookkeeping and cash office.
Scht
Q. It was a corporation ?
A. It was an institution of the Government.
Q. It was placed under the supervision of the Reichsbank ?
A. I don’t remember. I think it was a Government office, but that
I don’t remember.
Q. And the Reichsbank Directorate appointed the responsible
officials ?
568
3726-PS
A. Yes.
Q. As head of the Reichsbank, you would have exercised that
appointing power?
A. Certainly, if it says in the law.
Q. It also was in your power to determine when the claims of the
creditors should be paid ?
A. What does it say in the law ?
Q. “The time for payments of such credits shall be determined by
the Reichsbank”.
A. Maybe, yes.
Q. The Reich Minister of Economic Affairs, together with the Reichs-
bank Directorate, could grant exceptions to the law ?
A. Yes.
Q. In view of that language, you would agree that you had very
full powers under that law in respect to the foreign creditors ?
A. Yes.
Q. Do you recall whether you signed that statute ?
A. I don’t think so. It was a law, wasn’t it ?
Q. Yes.
A. Then it must have been signed by the Chancellor and the
Minister of Economics. Whether I signed it or not, I agreed
with it.
Q. Under this law, exceptions were granted ?
A. I do not think any exceptions have been made. I think that
was just a facility which was in the statute in case events
required such exception.
Q. There is a phrase here which I will ask you about. “The remain-
ing legal affairs of the Conversion Bank are regulated by the
by-laws issued by the Reich Minister of Economic Affairs with
the approval of the Reichsbank Directorate”. What remaining
legal affairs of the Conversion Bank would there be that this
covers ?
A. I don’t know, sir, I don’t remember. Maybe the pensions of the
officials, and gratuities — the payment of the officials or some-
thing. I don't know what it is. Certainly minor affairs.
Scht
Q. In connection with this legislation, by-laws were adopted which
raised some questions in my mind which I would like you to
answer. I would like to have your answers provide a brief
569
3726-PS
explanation of the operation of the institution. The by-laws
provided for: “The Bank may issue notes (‘Schuldscheine’) for
deposited sums, payable in Reichsmarks and not bearing inter-
est. Provision for the redemption of these notes shall be laid
down by the Reichsbank Directorate.”
A. That term does not mean notes. It means bonds.
Q. Then this further provides: “the Conversion Bank may issue
interest-bearing scrap in the nominal amount of the obligation
or its equivalent —
A. It is all provided. How far it was executed, I don’t recall.
Q. I will ask you for a brief description of the operations of this
bank.
A. We could not pay any more the foreign creditor, but we did
not want the German debtor to become released of his debt
because it was only the problem of transfer involved, so the
debtor had to pay to the conversion office and thereby was
released of his debt, but the conversion office held that money
on account of the creditor, and the intention was to pay the
creditor as far and as soon as transfer would be made possible.
Q. It provides here: “It can accept payments from foreigners which
eminate from blocked or registered accounts, and credit them
to account”. Can you explain that operation? This conversion
bank served at times to transfer funds from Reichsmarks
accounts of the foreigner to the foreigner in his own currency ?
A. Yes. You see it provides for all possibilities. If you make a
statute, you have to include everything.
Q. This statute appears to put the foreign creditor completely at
the mercy of the Reichsbank.
A. Entirely, (pause) Entirely, as far as transfer was concerned.
With their money inside Germany they could do what they
liked. As to their German money there were several possibilities
opened up to them to place that money.
Q. Do you wish to expand on that ?
A. I think that is sufficient. Everybody will understand.
Q. How long did this conversion bank function ?
A. Up to now.
Q. “Starting with July 1, 1934, the Conversion Bank offered to the
foreign creditors for the amount of investment proceeds paid
into the accounts in the Conversion Bank long-term interest-
bearing bonds, payable in Reichsmarks which were guaranteed
by the German Reich is a series of laws. These bonds could be
exchanged with the Golddiskontbank for a limited amount of
free exchange at a very substantial discount from the par value
570
3726-PS
of the bond”. Wasn’t the effect of that a substantial reduction
in the payment of principal and interest to the foreign creditor?
A. I think so.
Scht
Q. You stated a little earlier in connection with this legislation
that its sole purpose was to provide more devisen.
A. That was not the purpose — to provide devisen — but to state that
we had no devisen. How can I get devisen by not paying? If I
don’t pay I can’t get devisen.
Q. The purpose of this legislation was to make available for other
purposes such devisen as was in the control of the Reich?
A. Yes.
Q. Would you care to elaborate on the other purposes ?
A. Yes, it would be interesting. The other purposes were to get
devisen for the import of foodstuffs and raw materials in order
to carry on German economic life and to feed the population.
Q. At this time, the Nazi Regime having been in power for some
months, devisen was needed in connection with their require-
ments for the beginning of the rearmament program ?
A. The rearmament was started a good time later only.
Q. Measuring time in days ?
A. In months.
Q. Possibly the final production, but the initial stages ?
A. I don’t think so.
Q. This legislation provided a basis for conserving devisen for a
number of purposes which included such requirements for
rearmament as there might be?
A. I don’t know whether that was the intention.
Q. As I recall, you have already stated in earlier testimony that
the rearmament program of the Nazis started in 1933 ?
A. I cannot give the exact date.
Q. It clearly was the purpose of this legislation together with the
purposes which you have already stated, to free devisen for the
economic and political purposes of the Nazi regime.
A. I did not say for political purposes.
Q. I am not quoting you. I am stating that it was for that purpose.
A. For an economic life, industrial life, and for feeding the people.
Q. And for political purposes of the Regime ?
571
J726-PS
A. I don’t know. And I certainly don’t know how many devisen
were needed or wanted for political purposes unknown to me.
Q. You wouldn’t say that you were entirely ignorant of the politi-
cal purposes of the Nazi Regime from the time they came into
power until you left office? That would be an astounding
statement.
Scht
A. Yes. I want to make the astounding statement that Hitler hid
his political intentions from his collaborators, including the
Ministers and other high officials.
Q. You designate yourself as a collaborationist ?
A. Certainly. I was in office under his Regime.
Q. You are acquainted with the decree of September 4, 1934,
entitled “Commodity Exchange Decree”?
A. Yes. That is the first of these laws here, or decrees. I initiated it.
Q. And I believe you signed it ?
A. Certainly.
Q. Would you tell us the reason for its initiation ?
A. Yes. We had not sufficient devisen to let everybody buy in
foreign countries what he liked, because the few devisen which
we earned had to be used for those things which were most
necessary for the economic life of Germany, so we had to take
control of these purchases. We could not any more allow people
to buy where they wanted and use the devisen therefor, but
we had to buy in countries where at the same time in exchange
we could sell our products in order to be able to pay for the
goods we bought.
Q. This constituted a very broad extension of your powers ?
A. Yes. This is what they have always called the barter agree-
ments with foreign countries.
Q. In effect, in respect to most commodities, it made you a virtual
czar.
A. Not quite, sir. The industries were organized in self-governing
bodies which were called Uberwachungsstellen, and the czarism
was used only in close cooperation with the self-governing
bodies.
Q. To use a hypothetical example — to explain in part the mecha-
nism and to have you interpret the statement which you just
made, if for rearmament or other purposes the steel industry
in Germany needed more raw material, they would state that
572
3726-PS
need to you and you would, on the basis of your discretion,
approve their requirements or tell them what they could have ?
A. I cannot say here without having been in touch with my
assistant officials in what way the decree functioned in any
special case.
Q. And the officials you would want to consult were, by name?
A. I have already stated in my written statement that I do not
remember who they were, but you can easily find out by asking
in the Economic Ministry in Berlin.
Q. The men that you had to consult on these major problems you
do not recall ?
A. The man at the head of the total organization of Uberwachungs-
stellen was Mr. Brinkmann.
Scht
Q. He could answer a question of the character I just asked you?
A. Entirely.
Q. I will read you the first section of this decree: “Section 1.
Authorization. The Reich Minister of Economic Affairs is
authorized to supervise and regulate transactions in commodi-
ties, particularly to determine and adopt measures with respect
to their content, distribution, storage, sale, use, and process”.
That language is very broad. It would appear to have given you
power to channelise all raw materials and semi-finished goods
so that the course of German economy was in your control
under this statute. Do you agree?
A. Yes.
Q. How broadly was this term “storage” interpreted in the opera-
tions under this statute? In other words, under the terms of
this statute, if you were to stockpile certain strategic commodi-
ties, this authorized that type of operation?
A. Certainly.
Q. And I take it that under this authorization you were responsible
for the stockpiling of the strategic commodities?
A. In what way responsible? What do you mean by that?
Q. I mean by that that the statute authorized that type of action.
A. Yes.
Q. And that in carrying out your responsibilities, for which you
had wide discretionary powers under this statute, these
strategic commodities were in a number of instances stockpiled
in substantial amounts?
A. I don’t know whether they have been, but the possibility was
given in the law.
573
3726-PS
Q. It wouldn’t surprise you if proof were offered that it had been
done?
A. I wouldn’t care. Things I don’t know, don’t interest me.
Couldn’t we perhaps shorten the whole interrogation by asking
me really what you want to know? You mean that I was
responsible for the armament and so on? What is it you would
like me to tell you?
Q. It may be by asking you specific questions —
A. Will you allow me to make a statement on armament?
Q. Go ahead.
A. It seems to me that the answers and statements which I have
given at former interrogations do not circulate among the
various interrogators. It would help greatly if this could be
done, because there are so many interrogators, and always new
and changing, that it takes very much time to answer always the
same questions. I have in former statements very frankly
admitted that I was entirely in favor of rearmament. I have
Scht
given the reasons for my opinion and I have stated how far
with these rearmaments I wanted to go. I have stated further
that when rearmaments exceeded the amount which I had
intended and when I felt that this rearmament might lead to
war, I have refused all further cooperation. I have even
endeavored very hard to stop further armaments because I
was decidedly against war. And when I felt that Hitler wanted
to go to war or might aim at war I turned 180 percent against
him. Already in 1938 I participated in the first attempt to do
away with Hitler. I take the full responsibility for my coopera-
tion in the rearmament up to 1938, but now not the least for
the following time.
Q. The Munich incident was in September 1938, at which time, if
historians are to be believed, on the basis of Germany’s rearma-
ment up to that time Adolf Hitler threatened the western powers
with war. You did not resign prior or immediately after Munich
— you continued in the Hitler Government.
A. An official under the Hitler Regime could not resign without
his approval. I had to manage it so as to be released by him,
which I did and succeeded in my dismissal 21 January 1939.
Q. Let us continue. Prior to your self-serving statement in respect
to rearmament, you indicated that you did not know, and
inferred that you did not have the means of knowing, anything
574
3726-PS
about any stockpiling of strategic materials under the provi-
sions of the commodity exchange decree of September 1934. That
decree gave you explicit power to get practically any informa-
tion that you might want from anybody and everybody operating
in the economy of the Reich, so that you had the basis for
complete information about the most trivial transactions as well
as those of a major character, which are the kind that you are
being asked about. In drawing this statute you gave yourself
such wide powers, such comprehensive powers that I think we
can agree that with those
powers yoti must accept responsibility for everything that
was-done under the terms of that statute.
A Certainly not. It gave me the power, for instance, to look after
commodities stored secretly by industrialists in order to make
profits out of it. If it gave me the power to control that, I do
not want to be made responsible if I had not discovered such
stored commodities.
Q. To indicate this far-reaching power that you provided for
yourself in this statute, I will read just a few portions of it:
“The Reich Minister of Economic Affairs — may make determina-
tions and adopt measures for the recording of business trans-
actions, particularly accounting procedures. The Reich Minister
of Economic Affairs shall appoint a Reich Commissioner for the
Reich Control Office and may designate one or more deputies
for the Reich Commissioner. The Reich Commissioner shall
direct the Reich Control Office, subject to instructions by the
Reich Minister of Economic Affairs. The Reich Commissioner
shall issue the rules of procedure for the Reich Control Office
— the rules of procedure require approval of the Reich Minister
of Economic Affairs. The members of the Advisory Board shall
be appointed by the Reich Minister of Economic Affairs. The
Reich Minister of Economic Affairs shall determine the manner
of collection [of funds] and the group of persons and enter-
prises required to make contributions/’ Imprisonment and fines
to an unlimited amount may be imposed.” Are you in agreement
that those are very broad powers?
A. Yes, sir.
Scht
Q. To revert a moment to our brief mention of Munich, and your
situation with respect to Munich, you testified at another time
575
3726-PS
that you accepted full responsibility for all of your acts, and
that your decisions were your own and that you were not
bound by others.
A. Except by Hitler where the general political situation of the
Reich was concerned.
Q. So that your failure to leave your post prior to Munich, at which
time Hitler threatened war on the basis of the armaments he
then had available, your failure to do that was something for
which you accept full responsibility?
A. It was not a failure. I could only not do it immediately without
great personal risk, and I told you that I had to manage it so
as to induce Hitler to dismiss me, in which I succeeded between
Munich and the following 21st of January.
Q. In connection with the creation of the Devisenstellen, a high
official of the Reichsbank has testified that by creating the
Devisenstellen a development was started which became “more
and more an instrument of economic policy and became later
on a means of controlling the whole economic life and activity
of Germany”. He further testified that from the time of the
“New Plan” of which you were the author “the devisen control
system became more and more an instrument of economic
politics”.
A. I fully agree with those two statements.
Q. I take it that you would also agree with this statement which
came from another source: That the purpose of this has been
described as “to regulate demand and consumption and steer
the scanty supply of raw materials into fields and in directions
where it could do the most good, both from the political as
well as the economic point of view”.
A. I do not agree with the word “political”. I don’t know what
that source includes.
Q. I think that might be paraphrased “would do the most good
both from the standpoint of the political objectives of the Hitler
Regime and its economic point of view”.
A. From that statement I take it that the economic point of view
and intentions of Hitler Regime coincide, wherewith I agree.
Q. Still another source, after a thorough-going study of the “New
Plan” characterized the primary objective of it to be “devoting
a maximum proportion of Germany’s productive resources to
rearmament and preparation for war.”
A. I disagree entirely with that statement as far as war is included.
It has certainly helped rearmament.
Q. You must agree that rearmament is preparation for war.
576
3726- PS
A. I disagree entirely with that statement. It means defense in
case of attack.
Q. You would agree with the statement then if it were changed
to read: “Devoting a maximum proportion of Germany’s
resources to rearmament and preparation for a defensive war”.
A. That might go.
Scht
Q. In connection with this “New Plan” of which you were the
author, in addition to the law controlling commodities which
we discussed briefly, another important part of the “New Plan”
as it was enacted into legislation would be this law establishing
this German clearing bank. Is that correct?
A. Yes.
Q. This again is legislation which you initiated?
A. Entirely. Because it was the necessary consequence of the decree
of the 4th of September, because we had to establish an inter-
national banking account where the balances, because cash pay-
ment would not take place, had to be debited and credited.
Q. The question that I am about to ask you may require a technical
answer. The type of transaction in which this bank subsequently
engaged had been carried on briefly to some extent by the
Reichsbank, had it not?
A. That sort of business did not exist before that decree came out.
Q. My question arises from this section, which I will read to you:
“Any rights belonging to the Reichsbank and obligations devolv-
ing upon it under clearing agreements which have been con-
tracted by the German Government with foreign governments
or by the Reichsbank with foreign central banks of issue, revert
to the clearing bank. The clearing bank shall take over the
management of accounts which is incumbent upon the Reichs-
bank”.
A. It may be that some transactions have been made before, I
don’t know. The difference of time between the two decrees
is only five weeks.
Q. Like the commodity control statute, this statute gave you as
Reich Minister of Economic Affairs, complete control over the
operations under the statute?
A. It was a bookkeeping and accounting office, nothing else. I don’t
know what power would be connected therewith.
577
3726-PS
Q. The powers, of course, are set forth in the statute which was
given you by the interrogator at the previous session, and under
the terms of that statute a board of directors was provided to
control it, and you in turn as Reich Minister of Economic Affairs
appointed that board of directors.
A. Yes. Which means that I appointed the accountants.
Q. There was no staff? There were1) only the directors?
A. I assume that they had a staff.
Q. The statute provides that the Reich Minister of Economic Affairs
can allow exceptions. Were there any instances where these
exceptions were allowed?
A. I do not remember any one, and I do not think that there were
any.
Q. Perhaps you could tell us the extent to which you participated
in the formulation of the clearing agreements which were
subsequently administered under this statute?
A. The Minister of Economics took part in all the clearing agree-
ments as long as I was in power. After that time, I do not know.
Scht
Q. Who were the others who generally participated during the
time you were in power?
A. My assistant officials. You want names?
Q. No, not at this time. Were you and your assistant officials the
only ones participating?
A. Oh, no. The foreign office also participated. And sometimes
the Minister of Agriculture.
Q. Would it be correct to state that there were no clearing agree-
ments effected during the time that you were in power which
did not have your approval?
A. That is correct.
Q. In the self-serving statement which you made this afternoon,
and in earlier statements, in respect to rearmament, you were
careful to make the point that at a given time in the long
process of rearmament you shifted your position and ceased to
support further rearmament, and in January 1939 ceased to hold
any official Government position except that of Minister without
portfolio. The legislation which we have been discussing which
provided the legal foundation for the “New Plan” provided a
*) “was” changed to “were”
578
3726-PS
Scht
sufficiently well-rounded and comprehensive basis of control
of the economic life of Germany for political purposes so that
in carrying rearmament forward after you left the Government
it was not necessary to make any radical changes for some time.
Is that not true?
A. I first would like to reject the word “careful statement” which
you used. I make true2) statements, and I am not aiming to be
more careful than is necessary. As to your question, I think that
every institution which exists in the world, and so every law,
is open to abuse.
Q. If there is any difference between the operation of these laws
during your period of office, and that of your successor, it would
appear from the record to have been a difference of degree
rather than kind.
A. I do not know what my successor has done, and whether he
abused the law or not, and whether be abused it in degree or
in kind.
Q. You are familiar, are you not, with the general trend of economic
legislation subsequent to your departure from public office?
A. Not more than an ordinary newspaper reader.
Q. It has been testified that even as late as the period during which
you were in custody of the Reich you requested economic infor-
mation from the Reichsbank or its directors, and that an effort
was made to send you such information. If this is true it would
indicate a continuing interest far beyond that which one might
infer from your last statement.
A. The statement is correct, but incomplete. I have asked once with
the permission of my custodian to send the printed annual
Reichsbank, because I filled my time in the prison with studies
about the time of my former activity. The annual reports have
reached me.
Q. You raise, in your testimony, the question as to how far
advanced German rearmament was at the time you left the
Reichsbank in
Scht
the latter part of January 1939. Rearmament is a relatively
slow process because of the time required to assemble raw
material and to transform it into the complex modern instru-
ments of warfare, and yet it was only a few months after you
2) “two” changed to “true”
579
S726-PS
ceased official participation in the rearmament program that
the Reich felt itself sufficiently prepared to engage in the second
World War. What comment do you wish to make in respect to
that relationship?
A. Here is a misunderstanding as to the dates. All payments from
the Reichsbank ceased in March 1938, a thing which I have
stated in former interrogations several times already. As to
the length of time for manufacturing war goods, I have no
technical knowledge whatever.
1 state that the answers given by me in this statement consisting
of 82 to 103 pages each initialed by me are true and correct .
Hjalmar Schacht
DOCUMENT 3727-PS
EXCERPTS FROM INTERROGATION OF HJALMAR SCHACHT, 13 OC-
TOBER 1945, BY LIEUTENANT COLONEL MURRAY I. GURFEIN,
AUS, OUSCC, REGARDING GERMAN COLONIAL POLICY AND THE
AUSTRIN ANSCHLUSS (EXHIBIT USA-663)
EXPLANATORY NOTE:
Certified carbon copy.
Testimony of HJALMAR SCHACHT, taken at
Nurnberg, Germany, 13 October 1945,
1430-1630, by Lt. Colonel M. I. Gurfein,
OUSCC.
Also Present: Miss Evelyn Low, Reporter
— Pages 1-3 —
Q. I was looking over one of the statements that you made to
Major Tilly and there was a sentence there that I wondered if
you could explain. I copied it down, as follows: “In order to
divert Hitler’s attention from German expansion to the East
which could not have been achieved without war, I started very
early to win Hitler to a colonial policy.” Do you remember
saying that?
580
3727-PS
A. Yes.
Q. Now I want to ask you first how early was that when you say
“very early”?
A. I think in 1932 already. It has always been in my mind.
Q. And you had discussions as early as 1932 about it with Hitler?
A. Oh certainly, from 1931. About everything — many questions.
Q. Such as what?
A. Economic and political and whatever it was — social, unem-
ployment.
Q. But this particular point of foreign policy, you were the pro-
ponent, as you explained it, of the view that Germany, should
get colonies rather than that there should be an expension to
the east?
A. I don’t know what it means — “proponent”. The question of
colonies has always been discussed by me since 1920. — Even
before that.
Q. And you wrote an articls, as a matter of fact, on foreign affairs
particularly?
A. Yes.
Q. In which you urged that Germany should obtain colonies?
A. Yes.
Q. In these early discussions that you had with Hitler concerning
the desirability of trying to get colonies for the Reich, what
position did Hitler take with respect to that?
A. He was not so much interested in colonial matters and did not
lay much stress upon the colonial question at that time — only
later.
Q. In other words, at the time of your talks with Hitler in 1931
and 1932 concerning colonial policy, you did not find him, shall
we say, enthusiastic about the possibility?
A. Not enthusiastic and not very much interested.
Q. But he expressed to you what hes views were alternatively to
the possibility of obtaining colonies?
A. No. We didn’t go to other alternatives.
Q. You told Major Tilly — that is why I read this, because I would
like to get the details of it a little more clearly from an his-
torical point of view — you told Major Tilly in substance that
you started very early to talk him into a colonial policy in
order to divert his attention from the east. What was there in
what he said that led you to believe that he was intending to
move towards the east?
581
3727-PS
A. That is in Mein Kampf. He never spoke to me about that but
it was in Mein Kampf.
Q. In other words, as a man who had read it, you understood that
Hitler’s expansion policy was directed to the east?
A. To the east.
Q. And you thought that it would be better to try to divert Hitler
from any such intention and to urge upon him a colonial policy
insteed?
A. Quite.
— Pages 7-8 —
Q. Do you remember being interrogated by Major Ziegler. Do you
recall having stated that the amounts expended for the rebuild-
ing of the German Army and for armaments from the period
1934 to 1938 were substantial — about 45 billions of Reichs-
marks?
A. Dr. Ziegler from his side gave some figures of taxes and loans
and so on and we came to the conclusion that they might have
reached that sum. I did not no do it by my own knowledge but
when he read his figures before me I have said “Well, that
may be”.
Q. To go back — that figure of 45 billions was also broken down
as I recall it. I don’t have it right before me but you had about
15 billions raised through taxes through the Reich budget during
that period for armament. You had about 12 billion mefo bills
— that is 27 billion. You had 8 billions from loans — that is 35?
A. That comes to 35 billions.
Q. If all of the 8 billions has been spent on armaments, then this
must be right. You would not say that figure of 35 billions was
fantastic like the figure of 90 billions that Hitler said?
A. No, it would certainly not be so fantastic. I don’t know whether
these 15 billions have been spent on armaments and whether
all the 8 billions loans went into armament. That I cannot
control. The 12 billion mefo bills were exclusively appropriated
for armament so I knew that money was not spent for dinners
and suppers.
Q. Let us go back for a munute and reconstruct the position. You
had these conversations with General von Blomberg and Count
von Krosigk each year with respect to the total requirements of
the Armed Forces, is that agreed?
A. No. Only from 1936 on. I should say middle of 36.
582
3727-PS
Q. From 36 on. And those were the total budget figures which
included, as everybody has testified, not only the operating
expenses of the existing Armed Forces but also the accretions
including the rearmament program itself.
A. It must have been.
Q. So that at that time, as President of the Reichsbank being called
upon to supply funds, you undoubtedly considered what pro-
portion of the total that was being asked for by the Wehrmacht
you personally as President of the Reichsbank were being asked
to furnish, that is only natural?
A. It is quite natural.
Q. These figures that we have quoted of approximately 35 billion
Reichsmarks for the period, as against 12 billion from mefo bills,
would represent approximately one-third of the total amount
expended for armaments?
A. Yes, maybe.
— Pages 16-19 —
Q. Did you feel, Dr. Schacht, at the time you went to Vienna to
make the speech within the week after the Anschluss that by
your financing of rearmament you had enabled Hitler to use the
Wehrmacht to accomplish his purpose by these methods that
you did not favour?
A. In fact the Anschluss was made by the propaganda which Hitler
did in Austria and by political pressure which he brought upon
Schusnigg and others — I don’t know who were the leading
men at that time. He did no use the military force in order to
shoot or to make war, it was just the pressure which was
behind it.
Q. Did the Wehrmacht or the fact that there was a Wehrmacht
have anything to do with the result in your opinion?
A. I don’t know how far the propaganda and the pressure which
came from the Austrian Nazis would have succeeded if there
had been no Wehrmacht.
Q. What I mean is did you at that time credit the Wehrmacht as an
instrument for the achievement of Hitler’s march into Austria?
A. I have never thought of that.
Q. I want you to think about that now. Logically, of course, any-
body would have thought of it as the whole world did at the
time?
A. Yes but I have never thought that it was primarily the Wehr-
macht which forced the Anschluss so that for the Austrians
there was the alternative, I think, whether to make the An-
schluss or we will be at war with Germany.
583
5727 -PS
Q. Did not Schusnigg call for a plebiscite which he had to call off
by a show of arms by Hitler?
A. I don t know what the arrangements between Schusnigg and
Hitler have been at that time.
Q. But that was a matter of common knowledge — in the press of
the world at the time? You remember the ultimatum of Hitler
— the ultimatum to Schusnigg?
A. I know that.
Q. Which was based on the fact that Hitler was prepared to march?
A. That I didn’t know.
Q. What they stated.
A. I believe so. I just don’t remember. But you say it is public
knowledge — I would like to see that.
Q. That the Wehrmacht was strong enough at that time and in a
position to impose Hitler’s will on Austria in the event that
Schusnigg did not comply with the ultimatum?
A. There can be no doubt because there is the people of 60 million
on one side and on the other side a people of 6 million but I do
not remember that such a menace was ever made.
Q. Let me see if I can refresh your recollection about your views
on the 21st March 1938?
A. 21 March 1938.
Q. At the time at which you made a speech before the employees
of the former Austrian National bank?
A. Yes.
Q« The Anschluss, you remember, was on the 13 March 1938 and
this is eight days later. I will read it to you in German first
and then we can translate it for the record and I want to see if
you remember first making this statement in the speech. Do
you remember saying it?
A. Certainly.
(The English translation was then given, as follows):
Thank God these things have finally come to pass that they
could not further hinder the great German people, for Adolf
Hitler created a society of German will and thought. He
supported it through a newly strengthened Wehrmacht and
through them he finally brought the inner union between
Austria and Germany also into this outward form”.
A. Quite, you are correct, yes.
Q. I ask you whether that passage in the speech refreshes your
recollection as to the thoughts that you had as you stood there
before the employees of the Austrian National Bank in Vienna
584
3727-PS
on the 21st March 1938 with respect to the role that the Wehr-
macht had played in Hitler’s achievement.
A. Yes, you remember that in 1932 I think it was, the Austrians
and the German Government agreed about customs union. That
customs union was prevented by the Allied Powers and not only
Anschluss, which was not in question at that time, but even a
mere customs union was not allowed to be contracted or closed.
The fact that Hitler had put Germany on an equal international
foot again with the neighbouring powers made the Anschluss
possible and so one of the aims which I had always had in mind,
by force of rearmament was achieved because at that moment
the Foreign Powers did not any more hinder the Anschluss.
Q. You characterised in last week’s interrogation, Dr. Schacht, the
method used by Hitler as “Reckless”. What did you mean
by that?
A. I meant that if Hitler forced these things upon the Austrians it
was not good. He should have allowed the plebiscite. The fact
that he did not but that he hindered the plebiscite was certainly
not favoured by me.
Q. You still say you did not favour the methods that Hitler used?
A. Yes. I only favoured the fact that the Foreign Powers did not
any more hinder the coming together of Austria and Germany
and that was due to the rearmament.
Q. In other words, the Army stood there let us say as a weapon
in the hands of the politics of Hitler, vis-a-vis the Austrians.
A. Not vis a vis the Austrians but vis a vis the Allies — that is
important.
Q. In other words you felt that the Wehrmacht had up till March
1938 been so strengthened that it was a sufficient threat to
prevent the Allies from doing anything preventive in respect of
Austria?
A. I don’t know I am sure. To go to war at that time we would
have been .beaten the same way as we have been beaten now,
but the fact that we had rearmed had the real effect that they
didn’t intervence.
Q. I am a bit naive about these things I must say. You say that the
main use of the Wehrmacht in 1938 as an instrument for Hitler
was not vis-a-vis Austria but against the Powers?
A. Not against the Powers but vis-a-vis the Powers.
Q. That means that the Wehrmacht must have been strong enough
to have an effect on any potential conflict. In other words no
longer a negligible force?
585
3727-PS
A. I don’t say that — even in 1934 the Allies respected the rearming
of Germany already so it was not comparison of force which I
had in mind but simply the fact that we had armed or we were
arming. We had armed.
Q. But bazically you consider, as I understand it, that by 1938
Germany had resumed what you consider its rightful position
as one of the armed Powers of Europe.
A. I was sure of that.
— Page 22 —
Q. You may remember that I asked you last time, in the inter-
rogation of 26 September 1945.
“Q. Did you ever state to them that only those who had loyalty
to Hitler could remain?
A. I never did. My speech which I made to the employees must
certainly be in the files of the bank.
Q. And the speech that you made represented your views at
that time naturally?
A. Certainly. I never said anything which I didn’t mean.”
Do you recall making those answers? Would you like to with-
draw that — I just want to know where you stand?
A. No. I would like to make clear that I have praised Hitler and
appreciated what he had done in bringing Austria into the Reich,
in re-establishing the international position of the Reich. I have
not been in concurrence with his moral principles. And I don’t
think that from this speech you can take it that I approved his
moral principles.
Q. That is your explanation?
A. Yes.
— Pages 28-29 —
Q. In connection with that position, was it your duty to be prepared
in the event of war for the control of the German economy?
A. I think that is true — that is correct.
Q. And is it correct to say that you then occupied a position of
equal rank with the Chief of the General Staff of the Wehr-
macht?
A. Not of the General Staff, I think the War Ministry.
586
3727-PS
Q. In other words you agree with Marshall Blomberg when he says
that in your capacity as Plenipotentiary for the War Economy
you were not under him but you were on a comparable footing
with him?
A. Quite.
Q. So that the people who were charged with the responsibility
in the event of war — No.l. Minister of War and the Chief of
the General Staff of the Wehrmacht and No.2. on a similar
footing, Dr. Schacht as Plenipotentiary for the Economics.
A. Yes.
— Page 34 —
APPROVED:
INTERROGATOR:
REPORTER:
I certify that the above is a true, correct and complete copy of
the original transcript of the interrogation of HJALMAR
SCHACHT, taken at Nurenberg, Germany, 13 October 1945.
9 January 1946 Sam Harris
SAM HARRIS
Captain, JAGD
DOCUMENT 3728-PS
EXCERPTS FROM INTERROGATION OF HJALMAR SCHACHT, 16 OC-
TOBER 1945, BY LIEUTENANT COLONEL MURRAY I. GURFEIN,
AUS, OUSCC, ON GERMANY’S REARMAMENT, AND ON SCHACHT’S
ROLE AS PLENIPOTENTIARY FOR WAR ECONOMY (EXHIBIT
USA-636)
EXPLANATORY NOTE:
Certified carbon copy.
Testimony of DR. HJALMAR HORACE GREELEY SCHACHT,
taken at Nurnberg, Germany, 16 October 1945, 1430 - 1630, by
Lt. Col. MURRAY GURFEIN, AUS, OUSCC.
587
S728-PS
QUESTIONS BY COLONEL GURFEIN TO THE WITNESS IN
ENGLISH:
— Pages 2-9 —
Q 1 Yes. So that, I take it, in March 1937, you were not in any
way opposed to the further extension of the armament program
except insofar as it was limited by technical reasons?
A No. There is another reason in addition to that. I think that
any overdoing of armaments contains the danger of war in itself.
Q That is what you said last time that we talked, and I was
interested in that. When did it first come to your mind that the
extent of the German armament was in such a position as to cause
the danger of war in itself?
A That I can’t tell you, because all restrictions and thoughts
in my mind, accumulated in my mind, accumulated by and by. New
points always came in, and the first time that I reallythought Hitler
might not be willing to avert a war by all means was in the Fritsch
Affair. That changed my mind entirely.
Q That was in February 1938?
A May I just add a few remarks to my last interrogation?
Q Yes.
A When I made that statement, I didn’t say what I meant. I
had, of course, thought of ordinary life and none of the exceptional
pressure under which I came through Hitler. When I made that
statement in Vienna, I was still hopeful that I would be able to check
Hitler some way or another, because the Fritsch Affair was not yet
cleared. It was under trial, and the acquitting of Fritsch came only,
I think somewhat later. I don’t remember the date exactly, but I
still hoped that Fritsch would become restituted to his post, and
when that was not the case, then I said something must be wrong,
because at the same time the Blomberg affair also became known
to me. Some people hinted to me that that also was an intrigue,
played by Himmler or somebody.
Q Tell us a little more clearly, if you will, Dr. Schacht, what
was there about the Fritsch affair that disturbed you?
A Fritsch was the finest character in the whole army, in my
opinion. Fritsch was certainly not willing to overdo armaments and
certainly he would never have agreed to an aggressive war, so I
relied entirely on him, and I was on good terms with him, and I
knew that he was against any extension politics of Hitler’s.
Q But I thought we agreed last time that the attack on Austria
was an aggressive one. Was that not your opinion?
588
3728-PS
A No, we did not agree, sir. It was an aggressive one by propo-
ganda, but not by military aggression.
Q Just to revert to that for a moment scientifically, you recall
that in your speech in Vienna you yourself said that “through the
means of the German will and consciousness, and through the
strength of the Wehrmacht of ours, we achieved our objectives” or
something to that effect?
A I stated at the same time in our last interrogation that this
was towards the allies and not towards Austria. I have never heard
of any military enemies to Austria. I have heard a good deal about
propoganda, and such things.
Q Let us review that for a moment. I don’t want to get too
deeply into the Austrian affair, but let us stick to matters that were
of common knowledge. You know that the French asked the
Italians, Mussolini, whether he would stand firm at the intervention
in the independence of Austria? You remember that?
A I don’t remember the details.
Q There was a time when Italy threatened to march sometime
before, a good time before that.
A A good time before that.
Q There was this development with Schuschnigg being brought
to Berchtesgaden, which was common knowledge.
A Yes.
Q And there was this whole question among the European
powers as to whether this Anschluss, which was directly prohibited
by treaty arrangement, would be performed. You remember that?
A Yes.
Q And you remember that the tension was extremely strong at
the time on the question of whether France and Italy would move
to maintain the integrity of Austria, the guarantee. You remember
that?
A That was long before.
Q They guaranteed it long before, but the diplomatic statements
were published at the time, were they not?
A I think that Mussolini had this for his opposition long ago.
Q What I am trying to say is„ and I ask you, was it not the
threat of armed force on the borders of Austria which preceeded this
Anschluss?
A I don’t think so.
Q Was there a mobilization? Do you remember?
589
3728-PS
A I don’t know. Was there?
Q I am just wondering what you remembered about it.
A Yes, but that had nothing to do with Fritsch, because Fritsch
was not in office.
Q I am not talking about Fritsch now. We went off the subject
as we said we would, Dr. Schacht, when I said that it was paren-
thentical. I asked you in the first place whether after the withdrawal
of Fritsch it was not an aggressive action against Austria, and I had
thought that we had agreed last time that, although you said that
you had no knowledge of it beforehand that, nevertheless, you still
condemned Hitler’s principles and so forth, and implied that the
matter was an aggressive one.
A I would even deplore propoganda, an aggressive propoganda,
inside of Austria; not only military threat.
Q But what I mean is, do you withdraw completely what you
said at Vienna, where you seemed to be pleased at the success of
Hitler’s method of obtaining the Anschluss?
A Would I what?
Q Will you read the question?
(The question referred to was read by the reporter as set forth
above).
A I stand by that statement.
Q Now, coming back to this question of aggression and whether
or not there was a threat of armed force, do you recall that on
March 11th, Austrian reservists were called up to meet the crisis?
Does that come back to your memory? I am just trying to get the
framework on the situation.
A I have not been in those details at the time.
Q Well, but you were a living man at the time. We all were,,
and we were very influential, as a matter of fact.
A No. I was not influential at all, not in that.
Q What I am trying to do is to ask you whether you remem-
ber— and if you don’t, say so — whether you remember the tension
that existed in Europe prior to the Anschluss.
A Certainly. There must have been.
Q And that tension was caused, was it not, by the poising of
the armed forces of Germany on the borders of Austria?
A Well, I don’t know that.
Q Do you remember Hitler’s speech of the 20th of February of
1938, for example?
A No.
590
3728-PS
Q Where he told the Reichstag that the Germans in Austria
and the Sudetenland had to have self-determination?
A No.
Q Did you attend those sessions of the Reichstag, by the way?
A I don’t remember.
Q Weren’t you, as a member of the government, entitled to sit
on the government benches at these Reichstag meetings?
A Yes, but I have missed very, very many meetings.
Q Do you recall whether or not you were present?
A That is easily verifiable.
Q That is why I asked you.
A No, I don’t know. I don’t remember.
Q You don’t remember?
A No, I don’t remember.
Q You remember being on the Reichstag government bench at
the time war was declared on Poland?
A I certainly was not.
Q You were not?
A No.
Q I just want to ask you this, a little off the beaten track:
There is testimony, Dr. Schacht, to the effect that after you left the
Reichsbank and retained you position as Minister without Portfolio
that you still sat on the government bench in the Reichstag.
A Once, sir.
Q And when was that?
A After Hitler came back from France.
Q After the great victory?
A After the great victory over France. The reason was this:
Thie ministers were all ordered to meet Hitler at the station. I was
in Berlin at that time. I couldn’t escape joining them, and because
I also greeted him from the station, I couldn’t escape going to the
Reichstag, and I did it; but I think that is the only time I attended
the Reichstag after the opening of war.
Q There weren’t many sessions of course?
A Oh, there were some, for Poland, for America, for instance,
for - - oh, yes there were some. After Poland, yes, but I don’t
think I have ever attended any, except this one.
Q That is the only one you went to, at the moment of the great
victory over France?
A It is the only one I remember.
591
3728-PS
Q Coming back to what we were discussing, Dr. Schacht, you
recall this tension in Europe, as you say, at the time of the Austrian
Anschluss and you recall even at that time the Czechs were making
statements, saying that they would defend themselves if attacked?
A (Pause).
Q You must.
A I have never been in these foreign politics and I don’t remem-
ber what declarations and speeches were made.
Q These were things that were in the public press.
A I have read that as a common reader, but I wasn't very much
interested in the matter.
Q Let me ask you, then: Would you deny that there was tension
in Europe and the threat of a war prior to the Austrian Anschluss?
A I don't think that there was threat of war, not from our side.
Q Your intentions were to take Austria, were they not? Not
your personal intentions, but the intentions of the Reich?
A I think Hitler intended to force the Anschluss.
Q If Hitler intended to force the Anschluss, it might have
tended toward a general war. That was one of the risks, was it not?
A I don’t think so.
Q You don’t think there ever was a risk?
A No.
Q You didn’t think there was a possibility that France might
have protected the integrity of Austria?
A If France would • have done that, then I think the right
moment for any military intervention was when Germany began
to rearm.
Q But again you are dealing with risks and gambles, are you
not, Dr. Schacht? You are dealing with the other fellow's point of
view as to what he might or might not do.
A You asked me if I think he could have done something. Of
course he could.
— Page 17-26 —
Q But would you say that the existence of that Wehrmacht as it
was then constituted, gave the means to Hitler to pursue this foreign
policy of his?
A One of the means, yes.
Q Now I just want to ask you, because I think you said it at
the time and I am just going to see if you are still of the same
opinion, because if you want to change the opinion, I'd like to get
592
3728-PS
it — you made a speech I believe, to the German Academy for the
Wehrwirtschaft. You had a reception on November 29, 1938, where
you spoke on the theme of Finance Wonder and the New Plan. Do
you remember that?
A Yes.
Q In that speech do you remember saying this: “With the help
of its daring credit policy, Germany created for itself a strong
armament and this in turn had made possible the success of our
politics”?
A Yes, I stand by that still today.
Q Then you went on to say: “Despite this, there was no German
financial wonder. The wonder was the reawakening of the German
national conscience and German discipline, and for this wonder we
must thank our Fuehrer, Adolf Hitler”?
A Yes.
Q Now, then, what interests me about this is that this was after
the Munich agreement.
A Yes, after the Sudeten question.
Q And this was after the cessation of the Sudetenland?
A Yes.
Q And again you are in terms opposing the appeasement of
Hitler?
A Yes.
Q So I take it the position you take would be what?
A (Pause)
Q The position you take is that at the time you said this pub-
licly, you did not actually mean it, I suppose?
A I have been satisfied with the results of the Anschluss, I have
disproved the methods. I have certainly not objected in my mind
nor openly to the Anschluss or the Sudeten Deutsche, but I have
always disapproved of the methods. I have realized and stated
publicly and privately that all this would not have been fulfilled
unless the rearmament of Germany had taken place and changed
the position of Germany towards the allies.
Q You realize, of course, that the Czechs had an army, and
the Czechs had munition works, as well, did they not?
A Sir, the method toward the Czechs or against the Czechs I
had always disapproved of.
Q But I am asking you, Dr. Schacht, this: You constantly speak
of the Wehrmacht or the rearmament vis a vis the allies.
A Yes.
Q Now I ask you whether the fact of this strong standing army
on the German side should not be measured against the Czechs?
593
3728-PS
A No. I would have been absolutely against that, because that
was the wrong method.
Q You mean that the army would be built up to a strength so
large that the allied powers would not seek to intervene?
A No, certanly not, but that it could be of some nuisance, if
not justified internationally. Claims could be dealt with on peaceful
basis of negotiations, as for instance, in ’32, the customs union.
Q Now coming back to this Sudeten problem, you had an army
here that was raised to the point where you say the allies would
recognize the right of Germany to negotiate with the Czechs diplo-
matically?
A Yes.
Q If Germany did not have this army, the allies would not
have recognized that right?
A I think that the fact that Germany at that time had an
army — had great consequences with the allies.
Q In what sense?
A Why, for instance, forbid to Germany the customs union with
Austria in ’32 by threatening Germany with armed force and why
didn’t they do it in ’38 when the Anschluss was committed?
Q You mean by 1938 Germany had created an army which was
sufficiently large to take care of itself in any general conflict?
A Sir, don’t ask me these military questions. I can’t answer to
that. I only say that the fact that Germany was strong again and
armed has altered the politics of the allies.
Q Altered them in respect to what?
A Their attitude toward Germany.
Q Well, now, the Anschluss with Austria was not certainly by
virtue of any international agreement, was it?
A No, but they tolerated it.
Q They tolerated it because Germany was strong, is that right?
A They had not tolerated the customs union, which would have
been much wiser, because then probably Hitler would probably
never have appeared on the surface.
Q We keep coming back to the customs union. Let’s put our
mind to the period of 1938, this crucial period in the world history.
At that time this Wehrmacht which was created was strong enough
to prevent the nations from interferring with any aggressive plans
that Hitler wanted to plan?
A I don’t know. I can’t say whether it was militarily strong
enough. I can only say that it influenced, certainly must have
influenced, the politics and the policies of the allies.
594
3728-PS
— Page 21 —
Q Let’s come back to the turning. Obviously you must have
had certain conflicts of conscience for quite a long time with respect
to this problem.
A Yes, certainly.
Q And those conflicts of conscience must have been revolving
themselves in your mind, I should have thought, for some years.
A Sir, my first moral doubts about Hitler originated in ’34. I
have tried to make sure whether I was right in judging him that
way. That can’t be done from one day to another. It takes a long
time, because I have seen him every few months or so, I mean. My
doubts about the overdoing of the German economic and financial
strength originated in the year about ’36. Here, again, it took me
some time to talk things over with Blomberg and Krosigk, and so
on. Then I had to hope that on this field, which was my field, I
was able to check him. That was why I held my position as
managing man of the Ministry of Economics until the fall of ’37.
Then I went out, because I say I couldn’t hold it against Goering.
— Page 24-29 —
Q In November ’38 in that same speech that I referred to: “At
the beginning of the year, the spring of 1938 showed a change in
our financing policy because German economy had finally reached
the point of full employment.”
A Yes.
Q “On the first of April 1938, the credit creations through the
bank of issue were stopped and the financing of the State require-
ments were now put on to the way of taxes and loans.”
A Exactly what I said.
Q Yes. So that it was clear that at that time at least it was
felt that the difference in methods which you had predicted a long
time before would ultimately come through the recreation of
employment and so forth, and would enable a change of policy,
isn’t that correct?
A But within the limits.
Q But within the limits.
A Within the given limits, certainly.
Q Now the limits, however, you have always maintained, that
is, the limits of armaments, you never knew.
A No.
Q That is what I don’t know. What limits are you talking
about, Dr. Schacht?
595
3728-PS
A I doubt very much that any further armaments could have
been financed unless he abused the Reichsbank. New loans could
not any more be found. All that could be levied from the financial
market and from the German economy, so that a further continu-
ation of armaments would not have been possible.
Q You mean that there would have been no income from loans
and no income from taxes sufficient to have any armament program?
A Not beyond the stage reached.
Q In your speech of November 29th, ’38, you certainly did not
imply that, did you?
A I don’t?
Q I don’t think so.
A What did I say?
Q You say here, following that? “Therefore, the only correct
way was for the bank of issue at the beginning to place at the
disposal the necessary credits for work and rearmament and only
up to the point where the economy again developed itself into a
position where a considerable condition of savings and consolidation
was possible. Only from that point on should the, and in fact it
must be, financing be changed over to the financing through taxes
and loans.
A Yes, certainly. That was one of the best speeches I ever
made.
Q What I am trying to get at is that that was a position that
you held back as far as 1935, was it not, that you wouUl give credit
for a limited time in order to prime the pump, as we say in America?
A Yes.
Q And when the time came, when the economy itself, through
the creation of savings, and through the act of business and the
workers to absorb higher taxes, that at that time it would be un-
necessary to either have notes printed or to have an expansion of
credit through the Reichsbank, but that instead you would rely on
normal budgetary and loan revenues? That was always your
position?
A Yes. Always.
Q So nothing changed in the interim?
A No.
Q That is what I am trying to get at. So that there was nothing
startling in 1937 about your refusal to give Hitler any more monies
from the bank, because that had always been your position?
A Because in ’37 I say already that the —
Q That the time had come?
596
3728-PS
A That everybody way employed.
Q That did not mean, I ask you again, that you were then
opposed to further armaments if by some magic the money could
be obtained from another source?
A Sir, the money could not be obtained from some other source,
because they had to repay the mefo bills. There were lots of other
things to do. We had to assume a foreign debt payment on all this.
Q There Was nothing that said that that was inevitable?
A What is that?
Q Why did you have to resume the foreign debt payment? You
had defaulted before.
A I wanted to change the default. I wanted to become an
honest debtor again.
Q Actually, as a matter of fact, let me ask you this: At the time
when you started the mefo bills, for example, there were no ready
means available for financing the armament.
A Quite.
Q That is to say, through normal budget finance methods?
A Not enough.
Q Also you were limited at that time by the statute of the
Reichsbank which did not permit you to give anything near the
sufficient credit which was required for the armament program?
A Quite.
Q And yet you found a way?
A Yes.
Q And the way you found was by creating a device in effect
which enabled the Reichsbank to lend by a subterfuge to the gov-
ernment what it normally or legally could not do?
A Right.
Q So I think for a recourceful man like yourself, it is difficult
for me to understand how at a given moment of time in 1938, a
situation had so altered itself that some way could not be found
for some continuation of armaments.
A Colonel, my impression was now it was enough.
Q What was enough?
A Money. Enough armaments. Enough money.
Q I ask you again: You have always maintained that you did
not know the size of the armaments. How did you know it was
enough?
A I didn’t know. It simply was my feeling.
Q Just a feeling?
597
3728-PS
A Yes. But I knew, for instance, that with General Thomas
I was always in agreement, and he was the man of the Ruestungs-
amt.
Q Coming back to this business of your conflict of conscience
that you were talking about, it finally resolved itself with respect
to the Ministry of Economics in your departure from Goering in
November of 1937. Now, for how long before that would you say
had you begun to have substantial doubts whether you could carry
on this post as Minister of Economics?
A After the Four Years Plan.
Q And the Four Years Plan came in when?
A It was announced in September ’36, on the Party day.
Q Do you say that from the time that the Four Years Plan
came in in September 1936, you were already to rid yourself of
your economic duty?
A No. At that time I thought that I might maintain my posi-
tion even against Goering.
Q Yes. In what sense?
A That he would not interfere with affairs which I had to
manage in my ministry.
Q As a matter of fact, his appointment was not met with favor
by you?
A I would not have appointed a man like Goering who didn’t
understand a bit about all these things.
Q But you had originally, I take it, suggested to Hitler that he
be appointed the Commissar for raw materials and devisen.
A Not for raw materials, but for devisen. That was because
I had not the least authority with the Party, and the Party always
deceived me in devisen.
Q But, nevertheless, you say that at the time when Goering
became delegate for the Four Year Plan you were not in sympathy
with the appointment?
A No, not at all.
Q How long did it take for you to crystalize in your mind the
feeling that you could not go along with Goering and maintain
your position as Minister of Economics?
A The first moment that it happened that Goering interferred
with my business I drew the consequences, and that was in July
’37, when he gave out a law about mining. I don’t know the details
any more, but it was about the State interferring with mining,
something like that. That was the end of July. This law he brought
out without even informing me before hand of any intention to do
so, or without discussing the law or the method of executing the law,
598
3728-PS
and immediately after that beginning of August, I wrote a long
letter to him, stating my differences of opinion. This letter is
somewhere; perhaps you have it. I sent a copy of that letter to the
Fuehrer and asked for my resignation as Commissar for the Ministry.
Q That was towards the end of August?
A No. The 11th of August. I remember the date.
Q 11th of August. But before this July incident with respect
to the mining that you speak about, had there been a series of
developments with Goering since 1936?
A I have stated at some former interrogation — I don’t know
whether it was with you — that in the middle of December ’36,
Goering for the first time in his new position assembled an assembly
of industrialists and outlined his ideas about German economy
before them, saying several foolish things, and that on the 22nd
of January the following year, five weeks later at the occasion of
my birthday — that is why I remember the date — my 60th birthday,
in a public speech I refuted those ideas of Goerings, so that the
difference of opinion between Goering and myself became already
public at that time.
— Page 34-39 —
Q Let me ask you: Did you in July 1937 have a discussion with
Goering or indeed an argument with Goering about your retaining
your position as Plenipotentiary for the War Economy?
A It was never mentioned.
Q I want you to think carefully about that, Doctor.
A It was never mentioned, because I remember that very well.
When I retired as Minister of Economics, at the same time I was
withdrawn as Reiehsverteidungskommisar. That is what you mean.
Q No. It was Generalbevollmaechtigter der Kriegswirtschaft.
A General?
Q ’General Plenipotentiary for the War Economy.
A It had been information gotten in the document which
relieved me from my post as Minister of Economics, and a few
days later Lammers came and said, “Now here is the other docu-
ment about the Plenipotentiary.” As to Goering, I have not dis-
cussed it with him. Nobody had thought about it.
Q Now, let’s go back very carefully. Set your mind on this,
because it may turn out to be important. I am not talking now
of the time when you resigned or was dismissed as Minister of
Economics in November of 1937. I am now talking of the time
when you were functioning as Minister of Economics in July 1937.
A Yes.
Q I ask you whether at that time before you had given up the
position as Minister of Economics you did not have a dispute with
599
3728-PS
Goering with respect to your maintaining or retaining the position
of General Plenipotentiary for the War Economy?
A I don’t remember that I had it.
Q Do you remember any discussion with Goering and with
Hitler concerning your desire to continue in the post as Minister
of the War Economy?
A It is absolutely untrue, absolutely untrue.
Q Did you have any discussion on that subject of any kind
with Hitler or with Goering?
A None whatever.
Q Did you to anybody assert or maintain that you were entitled
to retain the position of General Plenipotentiary for the War
Economy in July or thereabout of 1937?
A Not that I remember. None whatever, because I didn’t lay
any stress upon such a position.
Q Now, let me refresh your recollection as to this point, and
see if it does. Did you have a discussion with Hitler and Goering
in which you pointed out that in case of war Goering would be
busy with the Luftwaffe and hence probably be in the field and
that, therefore, he could not run the War Economy in the event of
war, and that, therefore, you had better be left in that position?
A Not after my dismissal.
Q This is before your dismissal.
A No. Such a conversation is possible, because I had always
objected to Goering’s abilities of managing the Economics, and that
can only have been at the time when my dismissal was not yet
discussed.
Q Your dismissal was not yet discussed?
A Yes.
Q But I asked you, did you urge upon the Fuehrer that you
be permitted to retain the position of Plenipotentiary for the War
Economy in the event of war?
A Certainly not.
Q That is your best recollection?
A My best recollection and conviction.
Q See if this refreshes your recollection, Dr. Schacht: I just
want to see if it does. This is a document that is marked Exhibit A
of 15 October 1945, Edlow, and bears the date, “Berlin” 7 of July
1937. It is a copy signed “Hermann Goering” and “Dr. Hjalmar
Schacht,” and I ask you if you will refresh your recollection from
this document.
A (Examining document) What does it mean?
Q I am asking you. Does it refresh your recollection about the
incident?
600
3728-PS
A No. That has nothing to do with the question you have
asked me.
Q Why not?
A What does it state?
Q Would you mind reading it? Translate it into English for the
record.
A “At the request of the Fuehrer and Reich Chancellor, and
examination” —
Q Let me read it. It may be easier for you, “At the request of
the Fuehrer and Reich Chancellor, and examination by both under-
signed of the previously presented fundamental question which is
hereby resolved had resulted that the tasks of the delegates of the
Four Years Plan and the tasks of the Plenipotentiary for War
Economy be resolved in closest cooperation. Additional the fact
is agreed to that the Plenipotentiary for War Economy has without
doubt the position of the highest Reich authority.” Signed “Goering”
and “Schacht.”
A Yes. Now can you give me an explanation of it?
Q You remember first signing the document?
A Certainly. I don’t remember it, but there is no question
about it.
Q All right. You remember, then, having a further discussion
with Goering about the situation?
A No. But I can absolutely now explain how it has come
about.
Q Please do.
A After Goering had taken over the Four Years Plan, and I
must say after he had taken over the control of Devisen already
since April ’36, but still more after the Four Years Plan, September
’36, he has always tried to get control of the whole economic
policy. One of the objects, of course, was that as Plenipotentiary
for War Economy in the case of war, and he being only too anxious
to get everything into his hands, he tried to get that away from me.
Certainly as long as I had the position of Minister of Economics
I have certainly objected to that, because after he had got the
Devisen and after he had got the Four Years Plan, I didn’t want
to give away one thing after the other and then remain as nothing.
Therefore, the last sentence about the Plenipotentiary, I didn’t
want to dwindle down, and that is all.
Q Now, Goering’s explanation of the last sentence might amuse
you. He says that made it definite that you would be under his
jurisdiction, because all the Obersten Behorde were under him.
A It may amuse you if I tell you that the last conversation that
I had with Goering on these topics was in November ’37, when
601
372&-PS
Luther for two months had endeavored to unite Goering and myself
and to induce me to further cooperate with Goering and maintain
my position as Minister of Economics. Then I had a last talk with
Goering, and at the end of this talk Goering said, “But I must have
the right to give orders to you.” Then I said, “Not to me, but to my
successor.” I have never taken orders from Goering, and I would
never have done it, because he was a fool in economics, and I knew
something about it, at least.
Q Well, I gather that was a culminating, progressive, personal
business between you and Goering. That seems perfectly obvious.
A Certainly.
Q That was the fundamental reason why you could not keep
your position any more, because you would have been in a position
to take orders from a man whom you did not respect in economic
matters?
A Absolutely, and this is one of the stages where he tried to
take something away from me, and immediately after my dismissal,
after my resignation, this was also taken.
Q What I am trying to analyze now, if I may for a moment, is
what was it that he was trying to take away from here?
A He wanted to become Plenipotentiary for the War Economy.
A Let’s go into the duties of that job for a moment and see
what he was trying to take away from you. There are only two
possibilities as it has been explained to me. If I am wrong, correct
me. One would be the preparation for a mobilization, and the other
would be the actual taking charge of this in the event of war.
Otherwise the post had no meaning. So the things you resisted his
taking away from you, as I see it was the right to be in charge of
the preparation for mobilization, and, secondly, the right to control
in the event of war?
A Correct.
— Page 52-54 —
Q Do you recall why you were discussing as early as 1936 this
mobilization business?
A But sir, I was, as you have stated, Plenipotentiary for War
Economics, and I have considered this as a routine method for the
General Staff of the War Ministry, and certainly we had discussed
these methods.
Q In other words, you didn’t consider it a negative or negligible
task, as I think you first said the first time I asked you about it?
A I have never thought of any possibility of mobilization, but,
nevertheless, as a routine work, you have to deal with it.
Q That is the only explanation you have of that?
602
3728-PS
A Certainly.
Q Goering at those meetings from time to time would speak
about the possibilities of war. Do you think that was in the same
vein?
A I don’t know whether it was in the same day —
Q Same vein, the same vein, the same ideas as yours, those
remarks?
A I doubt it very much, because all those things were just
those that made me suspicious.
Q For instance, Goering says, “All means must be considered
from the standpoint of assurance of the direction of war.”
A Yes.
Q And you were present, of course, and you then replied to
him, in which you suggested that there should be price fixing. Do
you remember that?
A I don’t remember that, but certainly, it’s true, if it is in
there.
Q So that, I take it, you actually did occupy this position that
you were named to, as Plenipotentiary for the War Economy?
A Certainly.
Q And just as the Chief of the General Staff worries in advance
about preparations in the event of mobilization from the military
point of view, so you were concerned with it from the economic
point of view?
A Certainly.
Q I think that is all for today, Dr. Schacht. I will probably see
you tomorrow or the next day.
— o — o — o- — o — o —
APPROVED:
(Interrogator)
William A Weigel
(Reporter)
I certify that the above is a true, correct and complete
copy of the original transcript of the interrogation of
HJALMAR SCHACHT, taken at Nuremberg, Germany,
16 October 1945.
Sam Harris
SAM HARRIS
9 January 1946 Captain, JAGD
603